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Depressionen und es wird immer schlimmer

M[o[nwdmensjch hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich hoffe, dass hier der ein oder andere einen Tipp für uns hat.

Und zwar geht es um den Bruder meiner Freundin. Er ist Anfang 20 und wohnt noch bei seinen Eltern. Eine Ausbildung hat er vor 2 Jahren angefangen. Er leidet seit einigen Jahren an Depressionen, die zur Zeit so schlimm sind, dass er garnicht mehr am Leben teilnimmt und alleine lebensfähig ist.

Er ist von Natur aus eher ein Eigenbrötler und hatte wechselnde Freundeskreise, da er schnell mit Leuten nicht klar kommt. Es war immer schwer, sich normal mit ihm zu unterhalten. Oft endeten die Gespräche, dass er albern wurde und durch witzige Sprüche die Aufmerksamkeit auf sich zog. Wenn man über normale Themen mit ihm sprechen wollte, war dies nicht möglich. Er kann einem nicht in die Augen schauen und wirkt abwesend wenn es mal ernst wurde.

Seit knapp einem Jahr ist die Depression sehr schlimm. Er verkroch sich immer mehr in seinem Zimmer und wurde nachtaktiv. Am Wochenende war er grundsätzlich nur noch Nachts auf und tagsüber hat er geschlafen. Hinzu kommt, dass er seine Jalousie Tag- und Nacht unten hat. Wir haben damals versucht mit ihm ins Gespräch zu kommen, aber er hat alle Gespräche abgeblockt. Es ginge uns nichts an was er hat und das wäre seine Sache.

Vor einem Jahr hat er sich dann aber doch mit Hilfe seiner Mutter in eine Psychiatrie einweisen lassen. Er hat eingesehen, dass er sich vielleicht doch helfen lassen könnte. Dort fand er aber alles doof und die "können mir ja eh nicht helfen". Also hat er sich nach einer Woche wieder entlassen. Er hat damals versprochen, dass er sich bessern will usw. Aber das ging 2 Tage gut und dann war wieder alles beim alten. Er schloss sich wieder nur ein und nahm nicht mehr am Familienleben teil.

Das Jahr hat er sich dann so durchgeschleppt. Er hat sich immer öfters krank schreiben lassen, immer mit dem Grund "Kopfschmerzen". Er hatte völligen Realitätsverlust und merkte garnicht mehr, dass ihn jeder durchschaut. Alles war ihm egal. Seine Mutter musste sämtlich Krankenmeldungen an den Arbeitgeber schicken, weil er es nicht tat. Dann hatte er einen Autounfall, das Auto musste repariert werden. Auch darum hat er sich nicht gekümmert. Alles haben seine Eltern für ihn getan. Kein Dankeschön, keine nette Geste.

Seit Januar dieses Jahres geht er garnicht mehr arbeiten. Die AU hat er aber nur lückenhaft eingeschickt, was zur Folge hatte, dass er Abmahnungen vom Arbeitgeber bekommen hat. Seine Mutter hat ihn aber durch Gespräche mit dem Arbeitgeber aus der Sache retten können. Im Februar hat er sich dann wieder bereit erklärt, sich helfen zu lassen und sich in eine Tagesklinik begeben. Dort wurde er gründlich untersucht und eine schwere Depression und leichte Schizophrenie diagnostiziert. Er wurde auf Tabletten eingestellt und er hat sich dort nach eigener Aussage sehr wohl gefühlt. Wir hatten das Gefühl, dass es ihm besser geht und er wieder aktiver wurde. Das hat uns alle gefreut und hoffen lassen. Dann kam das Ende der Therapie und alle weiteren Maßnahmen wurden mit ihm besprochen und ein Termin zur Weiterbehandlung beim Neurologen wurde vereinbart. Außerdem sollte er sich einen Therapieplatz bei einem Psychologen suchen. Leider folgten keine Taten und seit Anfang April dümpelt er wieder vor sich. Seine Mutter hat versucht sich um Termine zu kümmern. Aber oft kommt die Aussage, dass er sich selber kümmern muss da er über 18 Jahre alt ist. Er nimmt die Tabletten unregelmäßig, was zur Folge hat das ihm doppelt schlecht geht. Seitdem verkriecht er sich wieder auf seinem Zimmer, tut den ganzen Tag nichts außer schlafen. Nachts wird er wieder aktiv und antwortet auch nur dann wenn man ihm mal eine Nachricht schreibt. Er reagiert ansonsten auf garnichts. Seine Eltern sind derzeit im Urlaub und meine Freundin hat jetzt 4 Tage versucht Kontakt mit ihm aufzunehmen. Sie sieht das er bei WhatApp online war, aber er reagiert nicht. Anrufen bringt nichts, er geht nicht ran. Es beruhigt alleine schon, dass wir mal sehen das er online war. Gestern wollte meine Freundin ihn Nachmittags besuchen. Er hat sich aber nicht aus dem Bett bewegt und hat auf Fragen nur mit Ja und Nein geantwortet. Nach 10 Minuten ist meine Freundin gefrustet wieder gefahren.

Sorry für den langen Text, aber wir wissen einfach nicht mehr weiter mit ihm. Was kann man mit ihm machen? Er lässt sich nicht helfen, kümmert sich um nichts und fühlt sich ständig angegriffen. Wenn er nicht bekommt was er will, dreht er sich alles so wie es passend für ihn ist. Schuld sind immer die anderen. Am liebsten würden ihn seine Eltern rausschmeissen, bringen aber auch das nicht übers Herz, weil er ja dann doch eben krank ist und alleine garnicht lebensfähig wäre. Er isst kaum was, und wenn dann nur McD. Zähne putzen ist auch eine Fremdwort. Die Familie leidet sehr.

Frage: Wie kann man einer Person helfen, die nichts und niemanden an sich ran lässt. Ich tendieren ja fast dazu, ihn zwangseinzuweisen. Aber das geht vermutlich nicht so einfach.

Danke für Ratschläge!

Antworten
l9aub lau 2x3


hallo,klar der junge Mann hat eine schwere Depression."Zwangseinweisung" geht nur bei akuter Selbst-oder Fremdgefährdung.zb auch wenn er nichts mehr isst..ich würde mit einem sozial.psychiatrischen dienst spechen,die Beraten auch Angehörige und Freunde.über kurz oder lang führt an einer stationären Thearapie kein weg vorbei.offenbar ist sein Leidendruck nocht nicht gross genig.lg

AduriAobbindo


Kann man da über haupt etwas machen, außer ihn vollständig auflaufen zu lassen ??? In der Regel wird nur denen geholfen, die selber initiativ werden. Ist doch bei Alkoholikern genauso oder irre ich mich?

l{aublaxu 23


seine Depression wirs so schwer sein,dass er gar fast gar keine initiativer ergreifen kann

RTicha,ryd61


Bei diesem Krankheitsbild hilft meiner Ansicht nach nur die konsequente Einnahme von Medikamenten . Antidepressiva und Neuroleptika.

Wenn er das nicht macht wird alles immer schlimmer, am Schluss so schlimm, daß er zwangseingewiesen werden muss. Oder es endet im Suizid.

Leute in diesem Zustand sollten 24 Stunden überwacht sein, die Medikamenteneinnahme sollte überwacht sein. Ich hatte bei meinem Klinikaufenthalt mit diesen Patienten zu tun. Die müssen dann sichtbar ihre Medikamente einnehmen und danach wird die Mundhöhle angeschaut ob das Medikament auch weg ist.

Geht in bestimmten Stadien nicht mehr anders. Psychopharmaka unregelmässig genommen ist gefährlicher als sie gar nicht zu nehmen.

M ondmUensPch


Hallo,

danke für die Antworten. Auch wenn wir immer noch nicht wissen was wir tun sollen.

Ich habe ihm als Schwager letzte Woche eine Nachricht bei Facebook zukommen lassen, die er auch gelesen hat (kann man sehen). Geantwortet hat er allerdings nicht. Da ich selber depressive Neigungen hatte (oder habe), kann ich ihn verstehen und habe entsprechend einfühlsam geschrieben. Uns unterscheidet allerdings, dass ich damals Hilfe dankend angenommen habe und mit meiner Familie geredet habe und kooperativ war. Das fehlt bei ihm gänzlich.

Seine Eltern sind ja im Urlaub und er haust seiner einer Woche alleine im Haus. Eigentlich sollte er letzten Montag zum Arzt und sich eine Krankenmeldung und neue Tabletten abholen. Wie wir jetzt rausgefunden haben, hat er alles nicht gemacht. Das heisst er nimmt seit mindestens einer Woche garkeine Tabletten mehr (davor hat er sie nur unregelmäßg genommen) und die AU liegt natürlich nicht beim Arbeitgeber. Er scheint wirklich garnicht mehr fähig zu sein, noch irgendwas zu tun.

Sonntagmorgen bekommt meine Freundin um 5Uhr eine SMS von ihm "Bist Du wach – es ist dringend.".. leider haben wir die Nachricht erst später gelesen. Es war letztlich nichts schlimmes, er hatte nur eine Frage. Meine Freundin ist sogar extra zu ihm hingefahren, da er dann natürlich nicht mehr ans Telefon ging. Er lag wieder anteilnahmslos im Bett und war sich überhaupt nicht bewusst, wieso er durch seine SMS "Dringend" etwas Panik bei uns ausgelöst hat. Vor allem hat er die gleiche SMS seinen Eltern in den Urlaub geschickt. Das man sich Sorgen macht, ist ihm völlig egal wenn er dann stundenlang nicht zu erreichen ist. Als meine Freundin ihn gestern angetroffen hat, lag eine aufgeschlagene Bibel neben ihm im Bett. Mit Kirche hat er eigentlich nichts am Hut.

Heute kommen seine Eltern wieder. Wie es weiter gehen soll – keine Ahnung. Bei uns allen herrscht eine Mischung aus Wut, dass er sich ständig angegriffen fühlt wenn man ihm helfen will und er lässt sich von vorne bis hinten bedienen und macht garnichts. Am liebsten würden sie ihn rausschmeißen. Andererseits ist es der Bruder bzw. Sohn und man hat gelernt, dass es eine Krankheit ist.

Was ist denn der "Psychiatrische Dienst"? Was machen die genau?

Viele Grüße

M i&s.susMrixa


Lieber Mondmensch,

bitte mach dir klar, dass der Bruder deiner Freundin im Moment nicht normal / rational funktionieren kann. Ich glaube auch nicht, dass du ihn wirklich verstehst. Für dich war es damals möglich, mit deinen Umfeld zu reden und Hilfe anzunehmen. Für ihn ist es eben nicht möglich – und das scheinst du nicht zu verstehen.

M3oynd-menscxh


Liebe MissusMia,

vielen Dank für deine freundliche Antwort.

Du scheinst aus meinem Post einen aggressiven Unterton rauszulesen, den ich beim verfassen aber garnicht im Sinn hatte.

Ich habe diesen Post verfasst, weil wir wissen wollen wie wir im helfen können. Ich kann mich insofern etwas in seine Lage versetzen, dass ich nachvollziehen kann, wie es sich anfühlt nicht aufstehen zu können. Ich war damals 3 Monate krank geschrieben, weil ich auch nicht mehr am Leben teilnehmen konnte. Ich hatte aber das Glück, dass ich mich meiner Mutter anvertrauen konnte und sie alles weitere für mich geregelt hat. Ich gebe aber auch zu, dass es für einen "gesunden" Menschen schwer zu verstehen ist, wie man garnicht auf die Anwesenheit von Menschen, auf Mails, auf Anrufe usw reagieren kann. Das tut hier aber auch nichts zur Sache, es geht um den Bruder meiner Freundin!

Es ist nicht leicht für uns anzusehen, wie er nicht mehr klar denken kann. Nur ihn zu irgendwas zwingen können wir eben auch nicht. Welche Möglichkeiten gibt es für die Familie ihm zu helfen?

Wie kann die Familie sich selber helfen besser mit der Situation klar zu kommen?

HUappyc Bananxa


Sozialpsychiatrischer Dienst ist auf jeden Fall die richtige Anlaufstelle.Mir ging bzw. mir geht es ähnlich. Konnte mich am Ende um nichts mehr kümmern, bin abgemagert etc. Letzt endlich habe ich einen gerichtlich bestellten Betreuer bekommen. Mit dem verstehe ich mich super und er ist auch sehr einfühlsam, nimmt mir viel ab, macht und kümmert sich. Zudem bin ich Dauergast bei der Psychologin vom sozialpsychiatrischen Dienst. Bis ich einen festen, ambulanten Therapeuten habe oder teilstationär oder richtig stationär gehe. Dadurch habe ich eben wieder regelmäßig Kontakt mit der Außenwelt. Ich glaube das der Bruder deiner Freundin ebenfalls dringend eine Betreuung benötigt. Und ganz wichtig, umgehend therapeutische Unterstützung. Ein Betreuer kann auch schauen wie sein Klient am besten untergebracht wird. Z.b. therapeutische Wohngruppe etc.

M]on7dkmen|sch


Hallo Happy Banana,

danke für deine Antwort.

Warst du damals denn freilwillig bereit dir helfen zu lassen? Oder wie weit muss es kommen, dass man einen gerichtlich bestellen Betreuer bekommt?

Er will ja absolut keine Hilfe annehmen und lehnt alles ab. Kann man ihn dazu zwingen? Er isst wenn dann nur "Toasties" und fährt zu McD. Das ist aber auch so ziemlich der einzige Grund wieso er sein Zimmer verlässt. Er ist sehr dünn.

An ein betreutes wohnen hatten wir auch schon gedacht. Aber wie leitet man sowas ein, wenn er nicht will?

H<appyT Banxana


Ich habe mich ebenfalls absolut abgekanzelt, wohne auch alleine. Konnte mich auch nicht mehr um Rechnungen kümmern u.s.w. Meine Mutter hatte dann das mit dem Betreuer in die Wege geleitet. Musste dann persönlich bei der Richterin vorsprechen, habe da auch gleich meinen Betreuer kennen gelernt un die Richterin hat dann die Betreuung angeordnet. Ich habe mich anfangs auch total gesträubt, aber nach und nach hat mein Betreuer mein vertrauen gewonnen. Bin aber nicht entmündigt und Habe auch keinen Vormund. Die Betreuung soll mir in den kommenden Jahren helfen wieder auf eigenen Beinen stehen zu können.

Wenn euer Problemkind absolut nicht will etc. würde ich den Antrag ohne seine Zustimmung stellen. Ggf. dann auch entmündigen. Mein Betreuer hat z.B. die Möglichkeit mich zwangsweisen zu lassen. Damit droht er mir auch mal wenn ich wieder anfange zu hungern und nichts zu trinken. Aber er muntert mich auch auf, wenn ich mal wieder down bin.

Mjond`mensxch


Ich nochmal, aber eher um mir den Frust von der Seele zu schreiben.

Alles ist wie gehabt, also seine Depressionen wurden nicht weiter behandelt weil er es nicht will. Darüber hinaus hat er letzte Woche seinen Job fristlos verloren, weil er über Monate hinweg keine Krankenmeldung pünktlich eingereicht hat bzw. der Arbeitgeber es vielleicht gerne gesehen hätte, dass er sich um irgendwas kümmert. Er selber ist aber total überrascht das er eine Kündigung bekommen hat. Hat er nach eigener Aussage nie mit gerechnet – was für mich ein Zeichen ist, dass die diagnostizierte Wahrnehmungsstörung wirklich da ist.

Problem sind aber auch seine Eltern, die sich vor der ganzen Lage verstecken und alles nicht ernst nehmen. Sicher aus dem Grund weil alle hoffnungslos überfordert sind. Aber beide Eltern sind uneinsichtig sich vielleicht auch mal Hilfe zu suchen. Stattdessen gibt es einen Tag leere Drohungen, dass sie ihn rauswerfen wollen und stellen ihm aus Protest einen Koffer vor seine Zimmertür. Am nächsten Tag wird er aber wieder betüddelt und bekocht und es wird mit ihm rumgescherzt als wäre nichts. Tipps von uns werden belächelt und nicht angenommen. Schade!

Ich habe die Hoffnung einfach aufgegeben, dass da noch was passiert.

Ich und meine Freundin gehen immer sachlich auf ihn ein und bieten verschiedene Hilfestellungen an. Das endet darin, dass er wortlos die Flucht ergreift. :-(

Mfon.dm4ensXcFh


Update:

Nachdem er seinen Job verloren hat und es geschafft hat, sich arbeitssuchend zu melden, hatte er ein Vorstellungsgespräch in einer Firma wo er evtl. sein Ausbildung zu Ende hätte bringen können. Leider ohne Erfolg bzw. hat sich am Ende rausgestellt, dass die Firma nur eine Aushilfe sucht, sich einen Azubi aber nicht leisten kann. Schade.

Den Termin zum Gespräch hat er aber nur durch Hilfe seiner Mutter und dem Arbeitsamt hinbekommen.

Seitdem passiert garnichts mehr. Er gammelt bei ständiger Dunkelheit nur in seinem Zimmer rum. Ich habe ihn vorgestern nach 4 Wochen mal wieder gesehen. Auf Hilfe geht er weiterhin nicht ein und sagt nur "ja" und "nein" – ein Gespräch aufzubauen: zwecklos.

Das Arbeitsamt hat ihm ein Vorstellungsgespräch vermittelt für eine Stelle, wo er einer Tätigkeit am Fließband nachgehen muss. Ob er es wahrnimmt, keine Ahnung. Bzw. ist sicher nicht in seinem Sinne.

Seine Tabletten hat er letzte Woche selbstständig mit den Worten "Bringen ja eh nix" wieder mal abgesetzt.

Man hat das Gefühl, solang er auf seinem Zimmer sitzt und kein Brief von irgendeinem Amt eintrudelt, ist die Welt in Ordnung.

Gestern hatte er Geburtstag, das erste Mal das er keine Verwandtschaft zur Feier eingeladen hat. Selbst uns hat er nicht eingeladen. Wir haben angeboten zu kommen bzw. haben gesagt, dass wir gerne kommen. Aber eben nur, wenn er dann nicht nur auf seinem Zimmer hockt (wir haben immerhin auch eine Anreise von 18km). Das "wäre ihm egal" ob wir kommen. Also sind wir nicht hingefahren. Meine Freundin hat ihn angerufen und gratuliert. Sie sagte ihm, dass sie ihm so sehr wünscht, dass es ihm wieder besser geht. Seine Antwort: Das würde er sich auch wünschen.

Wie solls nur weitergehen? Das Thema "Zwangseinlieferung" beschäftigt die Eltern glaube ich weniger. Sie unternehmen in diese Richtung leider nichts.

N_asch;katzxe88


Das Thema "Zwangseinlieferung" beschäftigt die Eltern glaube ich weniger. Sie unternehmen in diese Richtung leider nichts.

Sie können (meiner Meinung nach ":/ ) auch in dieser Richtung nichts unternehmen, da eine Zwangseinweisung nur durchgeführt werden kann, wenn sich die betreffende Person "selbst- oder fremdgefährdet"- beides ist in diesem Fall nicht gegeben.

Ich denke allerdings auch, dass das ambivalente Verhalten der Eltern die Lage nicht gerade verbessert, aber eben auch ein Zeichen der Hilflosigkeit und Überforderung der Eltern ist. Könnte vielleicht eine Selbsthilfegruppe für Angehörige eine Möglichkeit sein, wenn sie sich gegen proffessionelle Hilfe eher streuben.

CDlon>dykxe


Hallo, Mondmensch

Kann sich Deine Freundin vlt. einer Angehörigengruppe für psychisch kranke Menschen anschließen, die vom Sozialpsychiatrischen Dienst in jeder größeren Stadt angeboten wird ?

Hier wird sie Menschen kennen lernen, die das gleiche Problem haben und man kann ihr explizit weiterhelfen oder Tipps geben.

Sicher ist, dass ihr Bruder psychisch krank ist und dringend einen staatlichen Betreuer benötigt. Entmündigung gibt es nicht mehr, dafür aber eine gesetzliche Betreuung. Dieser Betreuer wird mit dem jungen Mann Kontakt aufnehmen, er hat u.U. das Aufenthaltsbestimmungsrecht und kann eine Einweisung in die psychiatrische Klinik (auch gegen den Willen des Patienten) veranlassen. Ich meine auch, dass dies dringend nötig ist in Eurem Fall. Allein der soziale Rückzug, das verdunkelte Zimmer, seine ganze Vermeidungshaltung hat deutlich krankhafte Züge. Er benötigt mit Sicherheit einer überwachte Neuroleptika-Therapie (und nicht nur das...) Je länger er so vor sich hindümpelt ohne psychiatrische Intervention, verliert er wertvolle Behandlungszeit.

Das Verhalten der Eltern ist nicht ganz nachvollziehbar, zeigt aber große Unsicherheit und Hilflosigkeit.

Aber von alleine wird sich hier wohl nichts ändern.

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