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Süchtiges/ unvernünftiges Verhalten und Zwänge

S/un|nixva


Cinderella

Für mich ist das, was Du beschreibst, das "Korsett der lieb gewordenen Gewohnheiten". Ein Korsett gibt Halt. Wo Gewohnheit endet und Zwang oder Suchtverhalten beginnt – nicht so einfach zu unterscheiden.

T]estAxRHP


Ja, das ist wirklich sehr schwer.

Sucht ists, wenn man mit immer derselben Handlungsweise auf unterschiedlichste Situationen reagiert.

Alkohol und Zigaretten sind da gute Beispiele.

Man trinkt, weils schmeckt, weils was zu feiern gibt, aus Wut, man trinkt sich Mut an, man beruhigt sich mit nem Runterkommer, man trinkt aufgrund von Stress oder weil man psychische Probleme hat, die man mit Alkohol bedoktern will.

Rauchen ist dasselbe, in jeder Stimmung und jeder Sit. wird geraucht.

Wenn man sowas jahrelang durchzieht kann kann sicher angst kriegen, ob alles noch gut weitergeht, wenn man damit aufhört und etwas anderes konsumiert.

Oder gar nichts.

*:) *:)

Cgindernellax68


@ Sunniva

verstehe was du meinst. Aber "lieb gewordene Gewohnheiten" ... da hab ich einige. Wenn die eine oder andere davon plötzlich nicht mehr geht, warum auch immer, dann fühl ich mich frustriert, wütend, irritiert .... je nachdem. Aber nicht halb psychotisch, wie dann, wenn ich einfach "nur" mal erst mittags oder so die erste rauchen soll/will. Irgendwie wird dann mein ganzes Denken völlig eingeengt, und das ist das, wo ich auch die Nähe zum Zwang sehe ...

Oder früher, als ich jeden Abend Wein getrunken habe, bekam ich auch in dem Moment, in dem ich dachte "ach heute lass ich das einfach mal" einen kompletten mentalen Tunnelblick. Bis ich dieses schwer irritierende Gefühl von drohendem Chaos (gleich fällt die Welt auseinander, oder so) nicht mehr aushielt und eine Weinflasche entkorkte.

Aber das meinst du ja wahrscheinlich auch mit dem haltgebenden Korsett.

CRiPndYereldla6x8


@ TestARHP

Wenn man sowas jahrelang durchzieht kann kann sicher angst kriegen, ob alles noch gut weitergeht, wenn man damit aufhört und etwas anderes konsumiert.

Oder gar nichts.

:)z ja genau ...

J2anx74


Interessant. Offenbar können einige wenige Leute das was ich beschrieben hab genau nachvollziehen (also bisher zwei), andere hingegen so gut wie gar nicht und haben da ihre eigenen, leider alle völlig unzutreffenden Interpretationsmuster.

Es ist so wie Cinderella schreibt. Wenn man es nicht tut, dann "stimmt irgendwas nicht". Spannung, Unruhe. So eine Stimme im Hinterkopf. "Darf man das jetzt EINFACH SO sein lassen ??? Geht das wirklich ???". Genau dieselbe wie bei den anderen Zwängen auch.

Vorsätzliche Unvernunft zum Zweck des Vergnügens, oder zum Zweck des Aufbegehrens gegen zu viel Langeweile und Spiessertum kenne ich auch nur zu gut, aber das ist etwas völlig anderes. Genauso wie ich auch vorsätzlich viel Geld ausgeben, um dem geizig-werden vorzubeugen, kenne. Aber das ist wirklich was ganz anderes. Da will ich mir was GUTES TUN obwohl es, "kleinkariert betrachtet", auch negative Folgen hat. Aber da entscheide ich mich bewusst für Spaß und Unvernunft. Die besagten Zwangs-Dinge hingegen tun mir gar nix gutes, stellen keinen Genuss dar. Es ist nur irgendwie "seltsam komisch", sie zu unterlassen.

M-olliPen$chTen


@ Cinderella68

Ich sitz dann am Küchentisch, unfähig zu irgendwelchen normalen Handlungen und fühl mich immer komischer. Bin ich das noch? Wieso rauche ich nicht? Was passiert hier? Dreht sich die Welt noch? Ehe ich dann den Verstand verliere, steck ich mir eine an – und fühl mich beschissen. (Das kennt man ja wenigstens, hehe ....)

So geht mir das mit Schokolade, Keksen und Knabbereien. Grauenvoll!!!!! Es lähmt wirklich das Hirn, so lange, bis man "es" getan hat.

Mit dem Rauchen ist das nicht so, das würde ich bei mir unter "normale" Sucht verbuchen. Wenn ich mal eine Zigarette weglassen muss, ist das nicht toll, aber ich komm relativ gut damit klar.

Schoko etc. dagegen… %:|

K/l,eio


Es ist so wie Cinderella schreibt. Wenn man es nicht tut, dann "stimmt irgendwas nicht". Spannung, Unruhe. So eine Stimme im Hinterkopf. "Darf man das jetzt EINFACH SO sein lassen Geht das wirklich ". Genau dieselbe wie bei den anderen Zwängen auch.

Das ist ja nicht unbedingt ein Widerspruch. Es muss ja nicht heißen, dass jemand eine Sucht und/oder suchtähnliches Handeln und Zwangshandlungen hat, genauso kann es sein, dass für die einen Sucht bzw. suchtähnliche Handlung auch eine Zwangshandlung ist, genauso, dass ein suchtähnliches Handeln nur das ist, was es ist. Kann doch gar nicht anders sein, da Menschen unterschiedlich sind und somit auch unterschiedlich denken und handeln. Da gibt es nicht nur die eine Auffassung, egal ob es nun um Zwang geht, Unvernunft, oder was auch immer.

sXchnehcke51x985


Da gibt es nicht nur die eine Auffassung, egal ob es nun um Zwang geht, Unvernunft, oder was auch immer.

Eben. Gibt doch genug Leute, die wegen des Deckels der Zahnpasta-Tube oder einer verkehrt aufgehängten Rolle Toilettenpapier ausrasten. Und ich glaube nicht, dass deswegen alle zwangsgestört sind.

J:an7x4


@ Schnecke1985

unterscheidest Du zwischen "Zwangsstörung", und "nicht Zwangsstörung, aber hat diese besagten Mini-Zwänge"? Ich glaube, was diese Definition angeht, unterscheidet sich unsere Begrifflichkeit (was das Verständnis erschwert).

Ich unterscheide da nicht, ich würde sagen, es ist einfach eine relativ milde, aber dennoch eindeutig vorhandene Zwangsstörung. Zumal mir bei mir selber klar wurde, dass die Zwänge, obwohl oberflächlich betrachtet nicht dramatisch, tief in mir viel viel enger mit allem anderen zusammenhängen als mir bewusst war.

Dass es unterschiedliche Typen Menschen mit unterschiedlichen Motivationslagen zur Ausübung von Zwangs- und Suchthanldungen gibt, ist doch eh klar. Aber immerin gibts hier nun schon drei (mich eingeschlossen) die in der Tat genau diesen Zusammenhang bestätigen. Offenbar existiert das Problem durchaus.

K]leio


Jan74

Ich unterscheide da nicht, ich würde sagen, es ist einfach eine relativ milde, aber dennoch eindeutig vorhandene Zwangsstörung. Zumal mir bei mir selber klar wurde, dass die Zwänge, obwohl oberflächlich betrachtet nicht dramatisch, tief in mir viel viel enger mit allem anderen zusammenhängen als mir bewusst war.

Und was sollte so eine eigen kreierte Definition für Zwangsstörung und der Erkenntnis, dass bei Dir Sucht und Zwang auf der gleichen Schiene laufen bringen?

Dass es unterschiedliche Typen Menschen mit unterschiedlichen Motivationslagen zur Ausübung von Zwangs- und Suchthanldungen gibt, ist doch eh klar. Aber immerin gibts hier nun schon drei (mich eingeschlossen) die in der Tat genau diesen Zusammenhang bestätigen. Offenbar existiert das Problem durchaus.

Dann ist es ja auch okay, wenn sich doch jemand gefunden hat, der es so oder ähnlich auffasst wie Du.

CpinDdevrellxa68


@ Mollienchen

So geht mir das mit Schokolade, Keksen und Knabbereien. Grauenvoll!!!!! Es lähmt wirklich das Hirn, so lange, bis man "es" getan hat.

ja, das Gehirn funktioniert dann nur noch eindimensional. Das mit den Süßigkeiten hatte ich so lange, bis ich mit Rauchen anfing. Als ich es mal vor einigen Jahren geschafft habe, fünf Tage nicht zu rauchen, rannte ich am dritten Tag nachmittags in die Stadt und kaufte wie ferngesteuert tonnenweise Süßigkeiten ein ... so fiese Geleebananen, Geleehimbeeren, diese Schaum-Mäuse – alles so ein Zeug, womit ich wohl aufgehört hatte, als ich zu rauchen begann. Fehlte nur noch Prickel-Pit und Brausepulver ... %:|

Hab mich schon öfter mal gefragt, ob ich mich mit den Suchthandlungen selbst bestrafe oder so .... aber irgendwie komm ich mit dem Gedanken auch nicht weiter ...

Srun]niva


Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Warum ist es so wichtig, die Unterscheidung zu treffen, ob es nun süchtig oder zwanghaft ist?

M(o`llnienxchen


@ Cinderella68

Bei mir konnte das Rauchen leider nix gegen die Schoko-Sucht ausrichten. Ich habe aber tatsächlich mal eine Weile süßigkeitenabstinent gelebt, nachdem mir ein Zahnarzt gesagt hatte, wenn ich so weiter mache, habe ich mit 30 'ne Vollprothese (na ja, übertrieben, aber so in die Richtung). Außerdem sagte mir ein Internist, dass mein Cholesterinspiegel zu hoch sei (ich war damals untergewichtig).

Irgendwann schlich sich das aber langsam wieder so ein… Zähne sind und bleiben jetzt dank guter Pflege in Ordnung, Blutwerte stimmen auf wundersame Weise in letzter Zeit auch, Abschreckung somit nicht mehr vorhanden. Also: Weiter rein mit dem Mist.

Hab mich schon öfter mal gefragt, ob ich mich mit den Suchthandlungen selbst bestrafe oder so .... aber irgendwie komm ich mit dem Gedanken auch nicht weiter ...

Also bei mir ist es wohl so, [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/681002/20784365/ wie ich weiter vorn schon geschrieben hatte]].

Und je mehr ich zulege, desto mehr "muss" ich naschen. Ich bin ja nicht dick und noch immer weit davon entfernt, aber im Geiste sehe ich mich bereits zu einer Kugel werden… Und irgendwas in mir "will" das anscheinend. Obwohl ich es nicht will.

M1olliSenchexn


Ich glaube, Suchtverhalten wird dann zum Zwang, wenn man wider besseren Wissens weitermacht.

Wenn man meinetwegen anfängt zu rauchen, weil's cool ist, und noch glaubt, "das bisschen" schade ja nicht, und noch meint, aus Spaß zu rauchen, ist es "nur" eine Sucht. Wenn man genau weiß, wie scheiße das ist, und zwar nicht nur aus der Zeitung und dem TV, sondern sich dadurch auch wirklich manchmal scheiße fühlt (weil zu viel), nach dem ersten Zug des Tages plötzlich alle Energie verliert, die eben noch da war (durch was auch immer in der Zigarette drin ist), und das Miesfühlen den Dopaminstoß durch Suchtbefriedigung versaut, und man trotzdem weiter macht, dann driftet es ab in Richtung Zwang. Zwang zur Selbstschädigung.

Mal so meine Laieninterpretation.

Ganz ähnlich auch mit Schoko.

So lange ich glaube "tut mir nix", "Zähne bleiben heil", "Blutwerte gut", "nehme nicht zu", freue ich mich, so viel davon essen zu können, wie ich lustig bin. Lege ich plötzlich zu und schaffe es nicht, aufzuhören, im Gegenteil, dann stimmt doch irgendwas nicht. Dann setzt auch Vermeidung ein – nicht zum Arzt gehen, nicht Blutwerte checken lassen, könnte ja das Falsche rauskommen… Dann "müsste" ich am Ende wieder abstinent werden… Und ich weiß, das würde ich, wenn das Falsche raus käme. Daher lieber alle Wege der Erkenntnis vermeiden.

JQanY74


@ kleio

Sinn dieser Unterscheidung war einfach, eventuelle sprachliche Missverständnisse zwischen Schnecke1985 und mir aus dem Weg zu räumen.

@ sunniva

Ist doch offensichtlich, was das bringt.. wenn man ein selbstschädigendes Verhalten hat, welches man eigentlich nicht will, aber es nicht schafft, es zu unterlassen, dann ist es doch notwendig, zu wissen, woran das liegt. Und wenn man sich einer (psychischen) Sucht dann mit den therapeutischen Mitteln einer Suchtbehandlung nähert, ist es kein Wunder, wenn das keinen Erfolg hat, weil das eigentliche Problem, was dem Verhalten zugrunde liegt, eine Zwangsmeise ist. Von daher, durchaus relevant, sich dessen erstmal bewusst zu werden.

@ mollienchen

mal einer der seltenen Momente wo ich Dir widerspreche. Ich glaube nicht dass Sucht zu Zwang wird und umgekehrt. Es gibt einfach beides, unabhängig voneinander. Dann gilt es, herauszufinden, wieviel Anteil jeder der Faktoren an dem Verhalten, welches einen stört, hat.

Die von uns drei beschriebenen Gedanken beim Unterlassen des Verhaltens entsprechen auch wirklich recht klassisch denen bei Zwangsstörungen mit magischem Denken. Obwohl kein Zusammenhang besteht, hat man das Gefühl, dass durch irgendwelche diffusen, "magischen" Zusammenhänge irgendwas "nicht stimmt", wenn man das Verhalten unterlässt.

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