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Süchtiges/ unvernünftiges Verhalten und Zwänge

J?arn74


Jo, mir hilft das durchaus.

Ich hab allerdings meine These selber schon wieder in Frage gestellt. Beim Rauchen z.B. bin ich der Meinung, dass die Sucht quasi ein Zwang ist. Dass es all den Rauchern, die gerne aufhören würden, aber es nicht schaffen, darunter leiden, dass es ein zwanghaftes "aber ich bin doch raucher! ich kann doch nicht einfach so nicht rauchen! wenn ich nicht rauche, stimmt doch was nicht" gibt, welches sie hindert. So habe ich das selber empfunden und so stehts ja auch in Allen Carrs Buch. M.M. nach ist es so, dass man sehr leicht mit dem Rauchen aufhören kann, wenn man das begreift und versteht, dass man sehr wohl "einfach so" aufhören kann.

Aber auch das wäre ein Beleg dafür, dass diese Unterscheidung, also das genaue Wissen woher der Impuls kommt, durchaus hilfreich ist.

@ mollienchen

finde ich trotzdem ähnlich. der eigenen meinung wird kaum vertraut, man klammert sich an die anderer leute. Kenn ich allerdings auch von mir selber ein bisschen.

SLunnixva


dass die Sucht quasi ein Zwang ist. Dass es all den Rauchern, die gerne aufhören würden, aber es nicht schaffen, darunter leiden, dass es ein zwanghaftes "aber ich bin doch raucher! ich kann doch nicht einfach so nicht rauchen! wenn ich nicht rauche, stimmt doch was nicht" gibt, welches sie hindert. So habe ich das selber empfunden und so stehts ja auch in Allen Carrs Buch. M.M. nach ist es so, dass man sehr leicht mit dem Rauchen aufhören kann, wenn man das begreift und versteht, dass man sehr wohl "einfach so" aufhören kann.

GENAU so meinte ich es! Hier deckt sich unsere Sicht.

Wer selbst fest glaubt, einem Zwang zu unterliegen – wie soll er dann aufhören können? Deshalb sehe ich bei mir lieber eine Gewohnheit, die ich ablegen möchte, wo andere vielleicht schon von süchtigem oder auch zwanghaftem Verhalten reden würden,

Beispiel: Süßes essen. Viele reden recht schnell von Esssucht. Für mich beginnt Sucht da, wo mein Verhalten nicht mehr steuerbar ist und mir oder anderen unverkennbar Schaden zufügt. Eine üble Gewohnheit ist aber etwas, das ich relativ einfach ablegen kann.

"Zwang" lasse ich aus meinem Sprachgebrauch raus, mir nützt es nichts. Aber vermutlich kann ich, was echte Zwänge angeht, auch nicht mitreden.

J<a|n74


Hatte Dich ja schonmal gefragt auf welche Substanzen sich Deine Sucht-Erfahrungen beziehen, und ob Du eine Zwangsstörung hast. Wenn Du das nicht kennst, Zwänge mit magischem Denken und so, ist das möglicherweise auch schwer nachvollziehbar.

Ich finde allerdings, nur weil man sagt, "ich habe eine Zwangsstörung", bedeutet das ja nicht, dass man damit auch aussagt, das man dem Zwang willenlos ausgeliefert ist. Man kann ja durchaus versuchen, selbige zu bekämpfen.

T<e/st|ARHP


@ Jan74

Ist eh die Frage, in wieweit man "psychisch" von "körperlich" abgrenzen kann

Wenn man eine Abhängigkeit von Serotoninen kriegt, die bei einem bestimmten Verhalten durch den Körper produziert werden, ist man durchaus genau so süchtig wie von Drogen. Denn diese besetzen die Nervenendigungen, an denen sonst die körpereigenen Glücksstoffe ansetzen würden.

Stoppt man nun den Drogenkonsum, sind die Nervenendigungen bald davon frei. Der Körper hat seine Produktion schon nach einigen Konsumeinheiten runtergefahren, also gibts Entzugserscheinungen: Verstimmungen, Depressionen, Ängste, und körperlich tut alles weh und streikt.

Stoppt man das süchtige Verhalten, dann gehts seelisch ab: Dann gibts zwar keine körperlichen Entzugserscheinungen, aber seelische: s. oben:

Verstimmungen, Depressionen, Ängste.

Bei Zwängen funktioniert der Mechanismus ähnlich- die ausübung der Zwangshandlung lässt den Körper Serotonine ausschütten und das wird wiederholt.

Vor allem, wenn das zugrunde liegende Grübeln nicht bereinigt werden konnte. Denn dann hilft die Zwangshandlung nur kurzzeitig, aber das innerliche Grübeln hat schnell neue Spannungen aufgebaut, die durch die Zwangshandlung wieder abgebaut werden.

*:) *:)

JSan7x4


Hm, aber ist dat nich eher Dopamin?

T|esGtARHMP


@ Jan74

ist dat nich eher Dopamin?

Ist ziemlich egal. Es kickt bzw. beruhigt. Es gibt Süchtige, die auf eher beruhigende Drogen stehn und welche, die Speed brauchen. Aber Sucht ist und bleibt Sucht :)z

*:) *:)

Jfan74


Aber der Standard-kick-mechanismus is dopamin! aber serotonin ist natürlich auch beteiligt.

c:haoxt


Jahn Was denkst du wie viele verschiedene Rezeptoren es gibt. Ich hab ein nachweislichen Mangel an Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Ich dachte es ist normal bei Mangelsymptomen oder Neurologischen Funktionsstörungen auch neben Ängsten und Depressionen auch körperliche Symptome zu haben.

cchaoqt


Bei nachweislichen Störungen gibt's Medikamentöse Abhilfe. Es führt auch oft zur Gewöhnung. Dan must du Steigern oder gar umstellen auf andere Medikamente. Ist eben so.

JBan7I4


Tjo. Aber Drogen wie Kokain und Amphetamine wirken hauptsächlich über Aktivierung des Dopaminsystems (und Ritalin und co. auch).

T_estfARHxP


@ Jan74

Hm ja, also ich bin Soz und hab viel mit psychisch Behinderten gearbeitet.

Jetzt arbeite ich in einer Drogenberatungsstelle und hab die folgende Erfahrung gemacht:

Es gibt Leute mit Psychosen und Depressionen, und Störungen, die entweder dazwischen hängen oder hin und her schwanken, und von allem Anteile haben.

Der grösste Teil dieser Leute geht zum Doc, lässt sich dagegen Tabletten verschreiben und macht Therapie.

Anderen ist irgendwie nicht klar, dass sie eigentlich zum Doc sollten, sie fühlen sich aber sehr unwohl, leiden unter ihren Zuständen, kommen nicht im Leben klar und geraten nach und nach ins Drogenmilieu.

Dabei finden schnell draus, was sie am besten für sich finden.

Tendenz:

Depressive bevorzugen eher aufputschende Sachen wie Kokain, Leute mit Ängsten und Psychosen eher beruhigende Sachen wie Opiate zum Runterkommen.

Es gibt auch Leute, die ihre wechselnden Zustände überhaupt nicht ertragen können und alles konsumieren, was zu haben ist.

Darum ists zumindest aus meiner Sicht eher nebensächlich, nach welchem Stoff man süchtig ist. Also obs nun körpereigene Sachen sind oder zugeführte- es kommt immer auf dasselbe raus.

Nämlich auf Sucht, ob stoffgebunden oder nicht (also nach bestimmten Verhaltensweisen). Bei uns gibts neben der Drogensparte auch eine Abteilung für Spielsucht und Medien/Internetsucht. Ich hab vorgeschlagen, auch Arbeits- Kauf- und Sexsucht mit einzubeziehen.

Man kann buchstäblich nach allem süchtig werden.

*:) *:)

Jhanx74


Tjo.. ich glaub auch kaum jemandem, der sagt, er trinkt Bier und Wein NUR wegen des Geschmacks. Das ist doch nun die Volks-"Medizin" Nummer eins.

Ist schon soweit alles klar und auch bekannt, was Du geschrieben hast.

Ich bin auch ein bisschen süchtig nach meiner täglichen Sport-Ration (Fahrrad oder Schwimmen oder beides) aber das find ich nicht so schlimm :-).

TXestAJRxHP


@ Jan74

Mit Sport ist es so eine Sache. Ich hab mal sehr intensiv gesportet, weil ich unbedingt sehr viel abnehmen musste – 20kg :-o . Das hab ich auch geschafft. Ich war bis dahin total unsportlich und hatte auf Sport NULL Böcke.

Nach und nach hab ich dann festgestellt, dass ich innerlich unausgeglichen bin, wenn ich mal nicht sporte, oder aus sonstigen Gründen eine Pause mache.

Um mein Gewicht zu halten, hab ich so intensiv weitergemacht, und nach und nach wurde es mir zuviel. Ich war körperlich dauer- erschöpft und musste einsehen, dass es sich mit dem Job nicht wirklich verträgt, weil ich nur noch auf dem Zahnfleisch gerobbt bin. Ein Zeichen dafür, dass ich zuviel gesportet habe.

Trotzdem hab ich versucht, weiterzumachen. Irgendwann merkte ich, dass ich ANGST davor hatte, wieder diese Unausgeglichenheit zu kriegen- und genau DAS ist der Punkt, wo ich Sport- Entzugserscheinungen vermeiden wollte.

Da hab ich auf die Bremse getreten und mir gesagt: Nein, so kann ich das nicht angehen, ich mach jetzt ein moderates Programm und wenn ich es zeitlich nicht unterbringen kann, dann ist es eben so.

Es war zuerst schwierig, aber dann bin ich mit meinem Freund erstmal im Urlaub gewesen, und da hab ich mal ganz radikal Urlaub von allem gemacht.

Seitdem sporte ich moderat weiter, und es klappt ganz ok.

Hab zwar wieder ein paar kg drauf, aber was solls %-| ;-)

Ich nehm eh nicht mehr so leicht ab, mit 50+ ist das leider normal :-/

*:) *:)

*:) *:)

T;est%ARHxP


Hach was ich eigentlich sagen wollte: Sport ist wichtig, und wenn man nach moderatem Sport ein bisschen süchtig ist, ist es meiner Meinung nach keine Sucht, sondern ein ganz natürlicher und normaler Bewegungsdrang.

Ich für meinen Teil guck drauf, wie stark mein Bedürfnis nach mehr davon ist, und versuche, damit vernünftig umzugehen. Denn man kann das alles wirklich bis zur Erschöpfung steigern, wenn man sich nicht bremst!

Und siehe da: ich bin jetzt auch ausgeglichen und fühl mich ok, auch mit weniger Sport.

Tjaja, das ist halt der Runner's Kick. Ich jogge nicht, radel aber viel Ergo und stemme Hanteln.

*:) *:)

S5unniovxa


Und warst Du jetzt "sportsüchtig" oder hast Du den Zwang gespürt, Sport zu machen? Hast Du ggf. die Grenze deutlich wahrgenommen?

Ich brauche den Sport übrigens auch und finde nichts Schlechtes daran.

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