» »

Sind Depressive oder psychisch Kranke selbst schuld?

cAh aot


Ich finde es sehr wichtig, den Erkrankten Lösungsmöglichkeiten anzubieten. Mir ist eher als wollen andere ihn jegliche Existenzgrundlage entziehen. Das treibt den Erkrankten noch tiefer in die Depression. Erst wenn ein Mensch umfällt, wird ihn geholfen. So habe ich das leider oft erlebt. Jeder Versuch um Hilfe zu bitten, wurde von Außen abgelehnt. Warum ist es nicht möglich Zusammenbrüchen vorzubeugen? Es ist nicht nur bei Psychischen Erkrankungen so, leider auch Körperliche und Organische Leiden wurden bei mir Runtergespielt. Wenn die endgültige Diagnose stand. Waren alle ganz lieb. Warum hast du vorher nichts gesagt. Oh das müssen doch unendliche Schmerzen sein. Ärzte haben mir gesagt, wenn es schlecht geht ist es nicht schlimm die Doppelte Dosis an Medikation zu nehmen. Vorher hat man mich schief angesehen, wenn ich Schmerzmittel nehmen musste. Das hab ich doch ständig, nur keiner hat zugehört. Erst wenn einer Blut spuckt sehen sie es. Ich hab meine Jugend versaut, obwohl man mir hätte vorher helfen können. Nein Junge Menschen kennen keinen Schmerz.

ZNwaqck4x4


DieKruemi, wie Du siehst, hatte ich den Umstand des Mitleidens des Umfelds ja im wahrsten Sinne des Wortes ausgeklammert. Mir ist sehr bewußt, wie meine Frau gelitten hat. Mein damaliger "Vorteil": Wir waren schon 13 Jahre verheiratet, hatten unsere berufliche Position, einen Sohn, ein Haus gekauft und konnten auf viel gemeinsam Erlebtes zurückblicken. Wenn einer von uns geschwächelt hat, hat eben der andere die Fahne hochgehalten. Und um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Depressivpatienten sind einfach auf die Hilfe ihres Umfelds angewiesen. Sie haben dann aber aus meiner Sicht die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, alles zu tun, um möglichst bald wieder gesund zu werden. Bei mir hat das 3 Monate gedauert (stationär, rein medikamentöse Behandlung); danach war ich wieder arbeitsfähig.

DbieKhruemi


Depressivpatienten sind einfach auf die Hilfe ihres Umfelds angewiesen. Sie haben dann aber aus meiner Sicht die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, alles zu tun, um möglichst bald wieder gesund zu werden. Bei mir hat das 3 Monate gedauert (stationär, rein medikamentöse Behandlung); danach war ich wieder arbeitsfähig.

Zwack, :)^ :)^ das ist dann wohl der gravierende Unterschied zu meinem Ex....... er hat sich leider damals keine Hilfe gesucht. Jeder Vorstoß von mir in die Richtung wurde seinerseits mit einem weiteren Zurückziehen von mir abgestraft. Irgendwann konnte ich dann nicht mehr..... ich wog nur noch 45 kg bei 1,70m und musste mich dann einfach entscheiden, mit ihm vor die Hunde zu gehen oder micht um mich selbst zu kümmern.

Inzwischen hat er sich Hilfe gesucht und bekommen, und nun ist er mein bester Freund :-)

Z}waclk44


Schade, DieKruemi, dass Dein Ex diesen Umweg machen mußte. Euch beiden hätte viel erspart bleiben können. Dann genieße mal Deinen besten Freund! @:)

SbunfElowePr_7}3


Deine obige Äußerung klingt für jemanden, der depressiv ist oder gewesen ist, sicher weniger zutreffend als Du das angenommen hast. Deine Äußerung, dass Dir psychisch kranke Menschen unsympathisch seien, lasse ich unkommentiert. Ich wünsche Dir nur, dass Du niemals psychisch erkrankst – es kann nämlich jeden treffen.

:)z :)^ :)=

Und klar MACHT die Krankheit aus dem Menschen einen anderen Menschen. Aber mir kann kein Mensch sagen, dass ein körperliche Erkrankter sich nicht auch verändert. Das ist IMMER so.

Aber während die einen Mitleid bekommen, bekommen die anderen oft nur "mehr anstrengen, sich nicht hängen lassen, geht nicht gibt's nicht".

Überspitzt formuliert: Warum darf ein Chemotherapie-Patient krank im Bett liegen und muss die Situation nur aushalten, während ein psychisch Kranker nur Druck bekommt?

Was zu dem führt:

Und um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Depressivpatienten sind einfach auf die Hilfe ihres Umfelds angewiesen. Sie haben dann aber aus meiner Sicht die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, alles zu tun, um möglichst bald wieder gesund zu werden.

:)z :)^ :)=

Klar, bei psychischen Erkrankungen MUSS der Betroffene "mehr" tun für Besserung, die Behandlungsansätze sind andere. Es ist eine feine Linie zwischen therapeutisch sinnvollem Fordern und verständnislosem Überfordern. Aber dennoch.

m&nef


Es ist für Außenstehende halt schwierig zu unterscheiden ob jemand wirklich psychisch krank ist oder das aus irgend nem Grund spielt bzw. sich selbst einbildet.

Und warum muss ein Aussenstehender das unterscheiden?

DKieHKrjuemdi


Und warum muss ein Aussenstehender das unterscheiden?

ist es nicht im täglichen Umgang zwangsläufig? Wenn in deinem Umfeld sich jemand verändert, antriebsarmer wirkt, lustloser, trauriger, wie reagierst du? denkst du sofort an Depression und behandelst ihn dementsprechend unterstützend? Oder hinterfragst du, ermunterst du, willst du die Person "mitziehen"? (was Kranke als "los, raff dich auf" verstehen, Gesunde mit schlechter Laune aber als Aufmunterung auffassen)

S8unnziva


Sunniva, emotionsloser als ich das im letzten Absatz meines größeren Beitrags getan habe, konnte man Smaragdauges Aussage wohl kaum kommentieren. In einer Kommunikation kommt es aber nicht darauf an, was ein user mit seinem Beitrag gemeint haben könnte, sondern die Interpretation richtet sich nach dem Empfängerhorizont. Nun ist aber hinreichend bekannt, dass sich in diesem Unterforum nicht nur psychisch Gesunde bewegen, und deswegen sollte man mit eigenen Äußerungen nicht ganz unbedacht umgehen – besonders wenn man keine Ahnung hat.

Zwack44

Okay, bin schon ruhig. :-X

m!n4exf


Aber es geht doch hier um Leute, bei denen es noch nicht raus ist. Chat spricht im Eingangsbeitrag von Psychisch Kranken. Meine Frage bezog sich darauf, warum man die Diagnose Depression noch infrage stellen muss.

Wird ja auch gern mal gemacht..

mDnGef


* nicht um Leute, bei denen...

D+ieKvruemi


ach so, ok @:)

RJaQjanxi


@ chaot

Das kenne ich nur zu gut. Allerdings mit dem Unterschied, dass man mich auch heute noch, trotz gesicherter Diagnosen, nichrt für voll nimmt. Denn, wie du schon sagst, junge Menschen können nicht krank sein, vor allem nicht chronisch und schon garnicht so krank, dass sie nicht mehr arbeiten können.

In deren Augen bin ich nur faul und mach mir das Leben bequem, indem ich zu hause rumhocke und selbst da kaum was gebacken bekomme.

Dass ich mit 31 Jahren aber alles andere als begeistert bin, dass diese Erkrankunge chronisch sind, teils starke Einschränkungen mit sich bringen und mich gelinde gesagt wahnsinnig machen, das sieht keiner bzw. will keiner sehen. Wenn man versucht sich zu erklären, kann man genauso gut mit einer Wand reden. Nur die gibt wenigstens keine dummen Kommentare ab.

Man kapselt sich ab, will mit anderen nichts mehr zu tun haben, weil sie einen eh ablehnen, man sieht keine Zukunft mehr, möchte nicht mehr da sein.

Das tut alles fürchterlich weh. Man fängt an sich selbst die Schuld zu geben, an sich zu zweifeln und steckt dadurch mitten in der Abwärts-Spirale.

Aber Schuld ist man selber nie. Wir sind nunmal alle einfach nicht gleich. Jeder Mensch ist ein Individuum, mit seinen eigenen Gefühlen, seinem eigenen Blick auf die Dinge. Man wird so geboren. Wenn man, wenn ich es mir hätte aussuchen können, hätte ich all diese Probleme nicht. Aber so läuft es nunmal nicht.

@nur für Verständnis werben aber keine Heilung/Besserung wollen

Dazu sei nur gesagt: Hätte die Umwelt generell mehr Verständnis für solche Umstände/Krankheiten, dann wäre den Betroffenen schonmal eine riesige Last von den Schultern genommen. Denn das Unverständnis der Mehrheit ist leider ein nicht kleiner Teil der Abwärtsspirale. Zu wissen, dass man Rückhalt hat, angenommen wird und nicht verurteilt wird durch andere hilft wirklich schon ganz ganz viel. Man fühlt sich nicht mehr als Aussätziger, muss sich nicht mehr verstecken und man kann offener mit den Problemen umgehn.

Das wiedrum fürht dann dazu, dass man trotz der negativen Gedanken bei einer Depression, auch positives erfährt und etwas sieht/hat wofür es sich zu kämpfen lohnt.

SdunfloDwerc_7x3


@ Rajani:

:)z :)^

Ich bin selbst chronisch krank/schwerbehindert, mit div. anderen Gesundheits-Baustellen. Das hat mir in den letzten 3 Jahren bspw. 3 Kündigungen in der Probezeit eingebracht, eine Menge Belastungen, Sorgen, finanzielle Probleme. Ziemliche Entmutigung, Pessimismus, Verzweiflung. Dabei ist der Umgang damit mein Beruf und ich dachte, ich hätte die Situation und mich im Griff, dank Fachwissen. Joah...

Und Einschränkungen im Alltag (sorry, Radtour geht mit mir nicht, kapiert es endlich) sind halt auch da. Allein der Zeitaufwand, den sowas mit sich bringt. Ich habe bspw. eine gut bezahlte, volle, unbefristete Stelle abgesagt, weil ich 8,5 Stunden Job (Minimum) plus 90 Minuten Pendeln insgesamt pro Tag gerade nicht mit bei mir noch erforderlichen Reha-Maßnahmen kombinieren kann. Tja... Sowas will keiner sehen, ich durfte mir auch wg. der körperlichen Dinge genug blöde Sprüche anhören. Sehe das Problem daher auch weniger bei der Art der Diagnose als häufigem Unverständnis. Und wenn manche Leute es schon mit körperlichen Dingen nicht hinkriegen, wie dann mit psychischen?

ist es nicht im täglichen Umgang zwangsläufig? Wenn in deinem Umfeld sich jemand verändert, antriebsarmer wirkt, lustloser, trauriger, wie reagierst du? denkst du sofort an Depression und behandelst ihn dementsprechend unterstützend? Oder hinterfragst du, ermunterst du, willst du die Person "mitziehen"? (was Kranke als "los, raff dich auf" verstehen, Gesunde mit schlechter Laune aber als Aufmunterung auffassen)

Naja, ab einem best. Punkt könnte man als Nichtbetroffener einfach auch mal fragen, WARUM alles nix wirkt und WAS wirklich los ist. Ehrliches Interesse, ehrliche Nachfragen. Gespräch suchen, statt sich einfach nur seinen Teil zu denken. Das gibt dem Betroffenen dann auch die Chance, SEINE Sichtweise und wie ER es erlebt zu schildern. Dürfte für beide Seiten hilfreich sein.

EfhemNalig:er Nutz`er {(#530218x)


Sind Depressive oder Psychisch kranke selbst Schuld?

Nein; eine fehlende Krankheitseinsicht oder ein destruktiver "Umgang mit der eigenen Erkrankung" sind wohl als Teil der Krankheit zu gewichten. Allerdings müssen sie eben – im Zweifel auf die harte Tour – lernen/verstehen, dass auch das Umfeld, andere Menschen, eigene Bedürfnisse, Rechte und Grenzen haben und eine Fürsorge"pflicht" sich selbst gegenüber. Ich meine damit, dass man von anderen auch als Kranker nicht erwarten kann, dass die alles mittragen, grenzenloses Verständnis haben und sich quasi für die Belange des Kranken aufopfern. Niemanden ist damit gedient. Dann hat man am Ende noch mehr Kranke.

Kurz gesagt: Nein sie sind nicht schuld, sowie ich nicht schuld bin, wenn ich auf mich achte und gehe, nicht zur Verfügung stehe.

~<Traum~krisHtaxll~


Natürlich ist keiner schuld an einer Erkrankung und auch wenn man umgehend Hilfe sucht, kann es bei Depressionen lange dauern, bis man die passenden Medikamente und die richtige Therapie gefunden hat.

Vor 6 Jahren hatte ich eine schwere Depression und das Schreckliche war, daß ich zunächst mal gar nicht wußte, daß ich depressiv bin und eine Krankheit habe. Die kleinsten alltäglichen Dinge wurden zu einer riesigen Herausforderung, die unheimlich viel Energie beanspruchten. Verständnis für meinen Zustand habe ich von keinem erwartet, ich konnte mir ja nicht mal selbst erklären, was mit mir los war. Ich habe erst später rückblickend verstanden, was mit mir los war.

Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich selbst betroffen war, dachte ich eine realistische Vorstellung von dieser Erkrankung zu haben und hätte nie geglaubt, daß ich mich derartig gelähmt und hoffnungslos fühlen könnte.

Leider steckte ich vor zwei – drei Jahren in einer sehr belastenden Lage, in der ich fast täglich Panikattacken bekam. Dennoch mußte ich durch die Angstzustände durch und hoffte mit Psychopharmaka würde sich mein Zustand verbessern. Es wurde aber erst besser, als ich meine Lebenssituation von Grund auf änderte.

Zeitweise waren die Angstzustände so schlimm, daß ich kaum den Weg zur Psychiaterin schaffte.

Ich habe die Depression und die Panikattacken als unheimlich einschränkend erlebt und war sehr hilflos, als die verordneten Tabletten keine Verbesserung brachten.

Besonders kam es wie aus heiterem Himmel und ich hab es mir bestimmt nicht ausgesucht, krank zu werden. Ich hatte Panik beim Einkaufen, völlig irrational war das, ich fing an zu zittern, wenn ich an der Kasse in der Schlange warten mußte, Panik in öffentlichen Verkehrsmitteln, in der Bank, allgemein bei Situationen mit vielen Menschen.

Mir war ja selber klar, daß es keinen vernünftigen Grund gab, Angst zu haben, nur geholfen hat das nicht, die Angst zu überwinden.

Eine Krankheit an sich ist schon schlimm genug, aber verdächtigt zu werden, man würde nur simulieren oder wäre selber schuld, das ist total entäuschend und macht einen noch einsamer.

Ich erwarte nicht der Mittelpunkt des Universums zu sein, sondern ich möchte nur nicht als fauler Lügner dastehen.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH