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Sind Depressive oder psychisch Kranke selbst schuld?

R1aUjanxi


@ Snaiperskaja [VSS]

Sicher hat jeder seine eigenen Bedürfnisse und ich finde jeder hat das Recht dazu sich selbst zu schützen gar keine Frage. Allerdings sollte dies dann insgesammt auch gleich gewichtet werden.

Denn ist es nicht so, wenn im Kollegenkreis zB. jemand Probleme mit der Bandscheibe hat ihm körperlich schwere Aufgaben abgenommen werden? Oder wenn jemand etwas heiser ist, er nicht zum Telefonieren eingeteilt wird, sondern auch mal andere Aufgaben übernehmen kann um die Stimme und somit die Arbeitskraft zu schonen?

Das sind alles Dinge die man als außenstehende Person selbst erkennen und verstehen kann.

Bei einer Depression ist das anders. Man sieht es als Außenstehender vielleicht, kann es aber nicht deuten oder deutet es einfach falsch. Und verstehen kann man es schon garnicht, wenn man nicht weiß wie sich sowas anfühlt. Entsprechend ist hier Rücksicht, zB. wie oben beschrieben, am Arbeitsplatz eher Mangelware.

Manchmal würde es reichen im Verkauf einfach mal mehr im Hintergrund zu stehen und den anderen bei ihrer Arbeit zuzuspielen, anstelle sich mit Kunden auseinander setzen zu müssen.

Stattdessen wird das mit einem müden Lächeln abgewunkern, idealerweise mit dem Spruch: Jeder hat mal so nen Tag.

Von Rücksicht keine Spur.

Im Grunde genommen, sollte jeder einfach etwas aufgeschlossener sein. Das würde jedem zu Gute kommen. Man soll sich nicht selbst aufopfern, um Gottes Willen, dann haben wir den nächsten Therapiebedürftigen. Aber einfach mal in Erwägung ziehen, das auch "Unsichtbare" Dinge, wie eine Depression oder andere psychische Erkrankungen, einen Menschen stark beeinflussen und einschränken können.

E<hemali}ger N@utzer $(#5%30218x)


@ Rajani

Manchmal würde es reichen im Verkauf einfach mal mehr im Hintergrund zu stehen und den anderen bei ihrer Arbeit zuzuspielen, anstelle sich mit Kunden auseinander setzen zu müssen.

Stattdessen wird das mit einem müden Lächeln abgewunkern, idealerweise mit dem Spruch: Jeder hat mal so nen Tag.

Von Rücksicht keine Spur.

Was erwartest du denn vom anderen?

Der muss ja erstmal erkennen, wie ernst und dringlich die Überforderung ist, also quasi das persönliche Krankheitsbild des anderen kennen und so dessen Befindlichkeit exakt einschätzen können. Ich finde es nicht rücksichtslos, dass der andere erstmal von dem ausgeht, was er kennt bzw. naheliegender findet als eine ernsthafte Erkrankung. Wenn jemand sagt, dass er blutet, denke ich z.B. auch nicht gleich daran, dass der andere gerade verbluten könnte; evtl. denke ich sogar an den kleinen, harmlosen Schnitt, den ich mir kürzlich erst zugezogen habe. (ist ein simpler Vergleich, I know, aber evtl. wird es so deutlicher).

Ich möchte dir nichts unterstellen und finde gegenseitige Rücksicht auch sehr erstrebenswert; finde es nur schwierig die Reaktion des anderen zu bewerten, wenn man nicht weiß, wie er die Bitte "des Depressiven" verstanden hat und ob er wirklich insofern rücksichtslos war oder es eher ein Missverständnis gewesen ist.

Im Grunde genommen, sollte jeder einfach etwas aufgeschlossener sein. Das würde jedem zu Gute kommen. Man soll sich nicht selbst aufopfern, um Gottes Willen, dann haben wir den nächsten Therapiebedürftigen.

D’accord.

Je nach eigener Tagesverfassung bin ich selbst aber mal mehr mal weniger aufgeschlossen. Zudem denke ich manchmal nicht an andere ohne das böse zu meinen, vielleicht bin ich gerade sehr tief in Gedanken ohne Blick für andere um mir herum.

Aber einfach mal in Erwägung ziehen, das auch "Unsichtbare" Dinge, wie eine Depression oder andere psychische Erkrankungen, einen Menschen stark beeinflussen und einschränken können.

Ich finde das völlig klar, was du da sagst. Aber ich laufe nicht herum draußen und analysiere andere und zerbreche mir den Kopf darüber wie ich mit denen am besten quasitherapeutisch umgehen könnte. Dass ist das, was mich wiederum nämlich stört: Dass man als "Gesunder" so dargestellt wird, als wäre man:

a) vollkommen gesund und psychisch stabil

b) super empathisch bzw. ohne (genetische/persönlichkeitsbedingte) Defizite in der Empathie

und folglich schnell als rücksichtsloser, kaltherziger Arsch dasteht, weil man primär auf sich selbst achtet und sich draußen nicht ständig den Kopf über die Befindlichkeit und die Gefühle anderer zerbricht. Wenn man von mir Hilfe möchte und ich das nicht von selbst erkenne und anbiete/tue, dann darf man ruhig fragen und klar sagen, was man möchte. Ich kann mir dann wiederum überlegen, inwiefern ich der Bitte nachkommen kann & will. Umgekehrt erwarte ich auch nicht, dass der andere meine Wünsche eraten können muss.

sYchn;eck*e1985


Ich wollte eigentlich nur sagen, dass sich der Beitrag von Zwack mit meinen Erfahrungen der Depression absolut deckt. Er war übrigens eine ganz zentrale Entscheidungshilfe, mir letztlich auch Hilfe zu holen. :)*


Zum Thema Umfeld: Ich kenne fast keinen Fall, wo die Familie hinter der Entscheidung für eine Therapie stand. In meinem Fall hatte das z.B. damit zu tun, dass meine Mutter Angst davor hatte, dass ich mal die Leichen aus dem Keller hole und sie dann damit konfrontiere (was ich nicht gemacht habe).

Noch heute, nachdem ich die Therapie abgeschlossen habe, betont sie dauernd, dass sie nichts von Psychologen hält, obwohl sie selbst psychisch mehr als labil ist. Will heißen: Man kann als Angehöriger natürlich keine therapeutische Funktion ausüben. Man muss auch nicht an Freundschaften festhalten.

Aber zumindest dem Leidenden nicht noch ausreden, dass er sich Hilfe holt. Meine Schwestern sehen meine Medikation bis heute "als Flucht vor der Realität". Muss das sein?

Wo bleibt die Hilfe bei der Selbsthilfe?

Als ich schließlich durch Suizidversuch in der Psychiatrie gelandet bin, hieß es von meiner Schwester: "Es ist deine Entscheidung, ob du dich umbringst. Ich halte dich sicher nicht davon ab!"

Und verdammt, wenn man depressiv ist, dann hat das nichts mit Antrieb bzw. Arschtritt zu tun. Gerade als junger Mensch hat man oft überhaupt kein soziales Netz, das einen auffängt. Hätte ich meinen Freund nicht gehabt, dann wäre ich auf der Straße gelandet, ich konnte mir jahrelang keinen Zahnarztbesuch leisten (lebe nicht in D), arbeiten konnte ich erst recht nicht. Und wenn man derart am Ende der Fahnenstange sitzt, dann ist das wahrscheinlich auch nicht gerade der optimale Zeitpunkt, um optimistisch in die Zukunft schauen zu können. Zu der Zeit wurde mir dann auch ein Klinikplatz angeboten, wo ich "nur" 200 Euro im Monat hätte zuzahlen müssen. Wie soll man das leisten, wenn man monatlich von 400 Euro lebt und nicht arbeiten kann?

SomiaragdOauge


@ Smaragdauge

Zum einen empfinde ich psychisch Kranke tatsächlich als unsympathisch und wenig anziehend

Aus welchem Grund denn ?

Also mich stört es allgemein, wenn ein Mensch sich beispielsweise gestört verhält, wenn er fremde Leute anpöbelt, herumschreit, wenn er sich unangemessen verhält, unberechenbar ist, notorisch lügt, herumspinnt, manipuliert. Wenn er unzuverlässig ist, Verabredungen nicht einhält, wenn er sich strikt weigert, Verantwortung für sein Tun zu übernehmen, wenn er sich ohne erkennbaren Anlass aggressiv verhält, kurz, wenn er kein verlässliches Glied im zwischenmenschlichen Miteinander ist sondern ein Brücke, die jederzeit in die Brüche gehen kann oder ein Pulverfass, dass jederzeit in die Luft fliegen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es viele Menschen gibt, denen ein solches Verhalten, was nicht selten wirklich krankheitsbedingt ist, mit einem verständnisvollen Lächeln hinnehmen. Und ich finde, das kann man auch nicht erwarten.

Einerseits tun mir diese Leute auch leid, denn sie können nichts dafür, dass sie krankgeworden sind, aber andererseits empfinde ich ein Miteinander mit ihnen einfach als Belastung, das sage ich ganz offen.

Zwack, vielen Dank für Deinen Beitrag, den ich sehr wertschätze. Aber glaube nicht, dass jeder Betroffene so reiflich und selbstreflektiert wie Du daherkommst (was ich sehr respektiere), vielmehr trifft man auf Leute, die lieber ihre Umwelt ändern möchten als sich selbst, und das klappt nicht.

Auf die Antwort der TE gehe ich hier bewusst nicht ein, weil ich ihr Spielchen aus dem anderen Thread nicht mitspiele.

L{.,vancPelxt


@ caot

Es ist nicht nur bei Psychischen Erkrankungen so, leider auch Körperliche und Organische Leiden wurden bei mir Runtergespielt. Wenn die endgültige Diagnose stand. Waren alle ganz lieb. Warum hast du vorher nichts gesagt. Oh das müssen doch unendliche Schmerzen sein. Ärzte haben mir gesagt, wenn es schlecht geht ist es nicht schlimm die Doppelte Dosis an Medikation zu nehmen. Vorher hat man mich schief angesehen, wenn ich Schmerzmittel nehmen musste.

Mir erscheint das widersprüchlich, denn damit bestätigst Du doch eigentlich, dass, sobald die Diagnose bekannt, Du durchaus Verständnis vom Umfeld bekommen hast(?).

Ich finde, man kann, was psychische Erkrankungen betrifft, da durchaus nochmal differenienzieren: ich glaube, es ist eher selten, dass jemanden der z.B. an schweren psychotischen Störungen leidet, mit Realitätsverlust, Verfolgungswahn usw. usf, vorgeworfen wird, sein Leben nicht auf die Kette zu kriegen, sich mal zusammen zu reißen, sich einfach mal mehr anzustrengen. Ich gebe zu, dass ich Menschen mit solchen Erkrankungen auch wirklich nicht gerne um mich habe. Die Unberechenbarkeit finde ich beängstigend. Ich bewundere Leute, die sich um das Wohl dieser Menschen kümmern, denn ich könnte das nicht. Und je nach eigener psychischer Tagesverfassung ist meine Haltung solchen Personen gegenüber (z.B. in der Straßenbahn) zwischen respektierend/wertschätzend über Genervtsein bis hin zur totalen inneren Ablehnung. Daher auch meine Bewunderung für die Menschen, die selbst so charakterlich und psychisch gefestigt sind, weitestgehend dauerhaft die erstere Haltung einzunehmen.

Ich bin mir auch sehr sicher, dass hier Dein "ungutes Gefühl", sich nicht bestätigen wird. Ja, immer mehr wird auf Leistung gepocht (obig beschriebene Menschen werden wohl nie Leistungsträger sein) und viele Stimmen gehen in die Richtung, dass jeder nur noch für sich selbst verantwortlich sein soll, sollen den letzten halt die Hunde beißen. Aber gerade aufgrund der dunklen Kapitel unserer Geschichte bleibt dort (zumindest noch eine lange Zeit) die Bereitschaft in der Gesellschaft, für die zu sorgen, die es aus eigener Kraft nicht können. In dem Bereich gibt es bestimmt noch Verbesserungsmöglichkeiten – siehe das Thema Inklusion.

Dein Fokus scheint mir aber auch mehr auf den Umgang mit Depressiven gerichtet zu sein. Nun ist das aber eine Erkrankung, die nicht zwingend zu einer Randstellung in der Gesellschaft oder den Ausschluss aus der Arbeitswelt nach sich zieht. Und, wie Du ja auch selbst beschreibst, kann eine Integration auch therapeutisch sein. Nicht in jedem Fall ist ein stationärer Aufenthalt der beste Weg.

Aber auch hier ist meine Sichtweise/Erfahrung eine andere als Deine. In den Zeiten, in denen ich selbst unter einer Depression litt, konnten mich die Anforderungen, die andere an mich stellten oder solche Sätze wie von Dir genannt ("reiss' Dich halt mal zusammen") nie so sehr belasten oder angreifen, wie meine eigenen Gedanken. Na klar war es nicht schön und punktuell auch verletztend, aber dies konnte in Zeiten schwerster Depression kaum noch an mich ran.

Die Selbstvorwürfe, das Versagensgefühl in meinem eigenen Innern, whoa, niemand ist so hart mit mir ins Gericht gegangen, wie ich. Hinzu kam das schlechte Gewissen den anderen gegenüber. Ich wollte keine Belastung sein. Also verwandt ich das bisschen an Energie welche ich noch hatte darauf, irgendwie zu funktionieren, den anderen keine Last zu sein, zu lächeln, obwohl es in mir so duster war. Hilfe habe ich mir lange keine geholt, sie mir lange nicht zugestanden, weil ich den Anspruch an mich stellte, es alleine hinzukriegen. Die größte Entlastung konnte ich mir selber geben: nämlich mit mir selbst (und auch mit anderen) nicht so hart ins Gericht zu gehen. Dann konnte ich auch den Anforderungen anderer anders begegnen: ich habe mich selbst nicht mehr überfordert und auch klar kommuniziert, was ich leisten kann und was nicht, das wurde in der Regel auch akzeptiert (bzw. sich auch überraschenderweise größtenteils sowieso rausgehalten (vielleicht sind die Anforderungen, die man von anderen (als Druck) empfindet, bloß die eigenen Anforderungen/Überforderungen an sich selbst)).

Ich spreche in diesem Kontext übrigens ungerne von Schuld. Mehr von Verantwortung. Auch, wenn es in Deinen Augen möglicherweise synonym ist (denn das ist es nicht), da Du ja anprangerst, dass die Verantwortung für die Krankheit dem Kranken zurückgegeben wird und das als negativ/verständnislos empfindest. Aber diesen oben beschriebenen inneren Wandel kann nur ich selbst vollziehen. Ich kann mir dazu Hilfe holen, aber es kann kein anderer für mich übernehmen. Was die "Schuld" betrifft: Ursache der Erkrankung Depression sind vielgestaltig. Und wenn die Erkrankung durch äussere Umstände verursacht ist, z.B. durch Misshandlung – so sind die Schuldigen doch sowieso die letzten, die bei einer Heilung helfen könnten.

L^.9va nPeMlt


@ Schnecke

Zum Thema Umfeld: Ich kenne fast keinen Fall, wo die Familie hinter der Entscheidung für eine Therapie stand. In meinem Fall hatte das z.B. damit zu tun, dass meine Mutter Angst davor hatte, dass ich mal die Leichen aus dem Keller hole und sie dann damit konfrontiere (was ich nicht gemacht habe).

:)_

exakt gleicher Fall hier.

SSunf<lowexr_73


Also mich stört es allgemein, wenn ein Mensch sich beispielsweise gestört verhält, wenn er fremde Leute anpöbelt, herumschreit, wenn er sich unangemessen verhält, unberechenbar ist, notorisch lügt, herumspinnt, manipuliert.

DAS tun die ALLERWENIGSTEN psychisch Kranken. Und das tun auch nicht psychisch Kranke.

Jbanx74


(oder sich hier im forum austobt)

R$ajaxni


@ Snaiperskaja [VSS]

Uhm, ich denke um das Ganze nun irgendwie zu erklären, müsste ich eine riesen Geschichte erzählen. Ist einfach ein sehr komplexes Zusammenspiel vielerlei Faktoren.

Ich würde persönlich niemanden um spezielle Rücksicht bitten, wenn ich selbst den Eindruck habe, dass es ihm nicht gut geht.

Dann beiß ich lieber die Zähne zusammen und zieh das so irgendwie durch, wie jemandem, der auch schon angeschlagen ist noch eine zusätzliche Bürde aufzuerlegen.

Für mich ist aber allgemeine Rücksichtname am Arbeitsplatz einfach ein normales Kollegiales Verhalten. Nur leider verhält sich eben nicht jeder so und eben jene, die sich nicht so verhalten, da würde ich mir einfach mehr Rücksicht und Verständnis wünschen.

Bei mir persönlich ist es leider so, dass 1000 gute Worte nicht reichen um ein schlechtes aufzuwiegen. Weshalb sozusagen ein schwarzes Schaf unter vielen bei mir ausreicht mich sehr sehr unwohl zu fühlen.

DtieKruexmi


Bei einer Depression ist das anders. Man sieht es als Außenstehender vielleicht, kann es aber nicht deuten oder deutet es einfach falsch. Und verstehen kann man es schon garnicht, wenn man nicht weiß wie sich sowas anfühlt. Entsprechend ist hier Rücksicht, zB. wie oben beschrieben, am Arbeitsplatz eher Mangelware.

auch das ist manchmal nur die Wahrnehmung des Erkrankten, dass "die anderen einfach keine Rücksicht nehmen wollen", derzeit stehe ich selbst in so einem Verdacht. Und das ist in meinem Fall zum einen ein fieser Vorwurf, zum anderen einfach nicht wahr. Es ist nicht immer ein nicht-wollen am Arbeitsplatz, manchmal ist es auch einfach nur ein nicht-können. Ich habe ein Team von 5 Frauen, alles junge Mütter, alle in ihrer Urlaubsplanung von Schulferien bzw Kindergarten-Ferien abhängig, 2 noch von den Werksferien ihrer Männer, ein paar in Teilzeit-da ist eine Urlaubs-und Vertretungsplanung echt schwer...... 2 Arbeitsplätze haben Vollzeit Publikumsverkehr. Nun kommt eine Mitarbeiterin an und sagt, sie könne aufgrund von Panikattacken keinen Platz mit Publikumsverkehr vertreten. Bei allem menschlichen Verständnis, da konnte ich nur sagen, dass sie entweder eine Lösung ihres Problems findet, oder wir uns um eine Versetzung in eine andere Abteilung bemühen müssen, da ich der Beeinträchtigung einfach nicht gerecht werden kann. Nun bin ich in ihren Augen dennoch die asoziale Chefin, die keine Rücksicht nehmen kann und sie lieber abschiebt.......

SqilbesrmDondauge


Also mich stört es allgemein, wenn ein Mensch sich beispielsweise gestört verhält, wenn er fremde Leute anpöbelt, herumschreit, wenn er sich unangemessen verhält, unberechenbar ist, notorisch lügt, herumspinnt, manipuliert.

DAS würde wohl jeden stören. Oder fast jeden. Aber wenn jeder, der sich so verhält, psychisch krank ist, dann haben wir sehr viele psychisch Kranke auf dieser Welt.

Wenn man in unserem Büro alle Lügner und Manipulierer entlassen würde, wäre unsere Belegschaft um 1/3 reduziert. Wenn man die unberechenbaren dazu nimmt, ist das zweite Drittel weg.

Exhemal#iRger NutzverR (#f53021x8)


@ Rajani:

Vielleicht reden wir auch aneinander vorbei und liegen praktisch gar nicht so weit auseinander von unseren Positionen.

Dem hier stimme ich z.B. vollumfänglich zu:

Für mich ist aber allgemeine Rücksichtname am Arbeitsplatz einfach ein normales Kollegiales Verhalten. Nur leider verhält sich eben nicht jeder so und eben jene, die sich nicht so verhalten, da würde ich mir einfach mehr Rücksicht und Verständnis wünschen.

Es ging mir eigentlich nur darum, dass – wie DieKruemi auch aufgreift – nicht alles was als böswilliger Akt erlebt wird vom Betroffenen auch wirklich so gemeint gewesen ist vom "Gesunden". Viele wissen außerdem nicht, wie sie demjenigen wirklich entlasten könnten (im zumutbaren Ausmaß). Umgekehrt weiß man als Betroffener im Vorfeld meistens nicht, wie offen und verständnisvoll auf die Erkrankung reagiert wird; Stigmatisierung passiert schnell und Wissen lässt sich nicht zurücknehmen. Ist schwierig und ich beneide keinen, der diese Abwägung treffen muss.

axug{23A3


@ DieKruemi,

zu Deinem Beispiel würde ich sogar aus meinen früheren Tätigkeiten mit Publikumsverkehr sagen: wer sich bei einem Arbeitgeber anstellen lässt, der auch Publikumsverkehr hat, der sollte seine Panikattacken zuvor behandeln lassen und diese nicht als Schutzschild vor sich hertragen.

Für einen solchen Arbeitnehmer muss in einem größeren Betrieb ein entsprechender Arbeitsplatz gefunden werden.

Ich habe oft den Eindruck die Argumentation läuft wie folgt: weil ich Depression habe kann ich das nicht leisten – und nicht umgekehrt – meine Leistungsfähigkeit reicht vielleicht nicht ganz aus, weil ich Depression habe.

c4hao~t


L.vanPelt Ich verurteile hier niemanden. Es wurde mir auch Hilfe gegeben, nur leider erst dann als es zu spät war. Als ich vorher um Hilfe bat, wurde es wohl von Außenstehenden nicht so schlimm eingeschätzt. Damit will ich nur sagen es hätte im Vorfeld einiges verhindert werden können. Einige dinge liefen erst mit den Notarzt. Ich hab mich immer bis zum Schluss gezwungen zu Funktionieren. Ich hatte plötzliche Zusammenbrüche, was als Not OP endete. Meine Psyche ist auch durch viele Fehldiagnosen geschwächt wurden. Ich bin sehr dankbar, dass mir in Notsituationen immer geholfen wurde. Hier habe ich sehr hilfsbereite Menschen erlebt. Ich denke auch, wenn die Medizin heute nicht so weit wäre, würde ich heute nicht mehr leben. Womöglich hätte ich es auch vorzeitig beendet, um weiteres Leid zu verhindern. Ich war mir sehr im Klaren wie lange ich noch warte. Zum Glück fand ich einen Spezialisten. Meine Hoffnungen wuchsen dadurch. Der Zustand besserte sich langsam aber stätig. Schmerzmäßig ist es ertragbar nur psychisch ist einiges Zerstört wurden durch den langen Kampf. Ich möchte mich nicht beschweren. Mein Leben ist nicht leicht, aber lebenswert. Es gibt nicht überall Ablehnung. Ich bringe auch Verständnis für Andere. Leider habe ich viel Enttäuschung erleben müssen und für Positives war kein Platz mehr. Ich hab mich im Stich gelassen gefühlt. das tut eben sehr weh. Keinen trifft wirkliche Schuld. Es ist eben dumm gelaufen. Nicht jeder hat das Glück gepachtet.

Rvavjaxni


@ DieKruemi

Das ist nun wirklich eine denkbar unglückliche Situation. Und in dem Fall, denn ich denke du hast ihr erklärt wieso, weshalb warum du so handeln musst, nutzt die Mitarbeiterin ihre Krankheit als Druckmittel gegen dich.

Wie wäre es mit ein paar männlichen Mitarbeitern, idealerweise jung und ungebunden? ]:D

Was solche Problematiken angeht kann ich nur sagen: Obwohl ich zum Teil echt heftig mit mir und meiner Gedankenwelt zu kämpfen hatte, so ist mir der gesunde Menschenverstand doch nie abhanden gekommen. Insofern habe ich bei verzwickten Situationen immer versucht zur Lösung beizutragen.

@ Snaiperskaja [VSS]

Ich denke auch, dass wir im Grunde genommen auf das Gleiche hinaus wollen. Leider tu ich mich manchmal fürchterlich schwer die richtigen Worte zu finden, die das ganze entsprechend in die richtige Richtung schieben. @:)

Und was du noch schreibst mit

Es ging mir eigentlich nur darum, dass – wie DieKruemi auch aufgreift – nicht alles was als böswilliger Akt erlebt wird vom Betroffenen auch wirklich so gemeint gewesen ist vom "Gesunden"

versteh ich jetzt einfach mal als "in den falschen Hals kriegen".

Ich habe mich auch oft dabei ertappt, dass ich über Kleinigkeiten in den Gesten oder Aussagen der Mitarbeiter was böses vermutete. Das muss man einfach mal runterschlucken und versuchen nicht auf sich selbst zu beziehen. Je nach Erkrankung und Hintergrundgeschichte mitunter schwer.

Wobei ich in dem Fall dann im Vorfeld von einer Arbeit abraten würde wo Teamarbeit verlangt wird.

und da komme ich dann auch zu aug233:

Wenn man das Problem vorher schon hat, sollte man sich entsprechend deiner Aussage verhalten, weil es einfach für alle Beteiligten besser ist. (Mitunter ein Grund warum ich nicht mehr als Verkäuferin arbeiten kann/will)

Wenn man allerdings pech hat und sich das im Laufe der Anstellung erst entwickelt, muss einfach eine für alle annehmbare Lösung gefunden werden. Dazu gehört dann aber auch das alle gleichermaßen Kompromisse eingehn und nicht nur die, die "gesund" sind.

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