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Sind Depressive oder psychisch Kranke selbst schuld?

Rzajabnxi


Oh und etwas muss ich hier noch unbedingt reinwerfen:

[[https://www.youtube.com/watch?v=wlcPb-ZrMXY]]

Das Lied beschreibt meine Gefühle, meine Person während der Depression sehr gut. Meine die Aussage "Smile, though your heart is aching, smile, even though its breaking.

Unter anderem auch ein Grund, warum viele Außenstehende die Depression erst spät sehen, oder ein Outcomming so plötzlich und überraschend ist.

E7hemaligepr NkutzeAr (#}5447x61)


Hallo chaot,

du bist doch in einer Therapie, oder? Vielleicht sogar stationär? Hast du da auch Krankheitslehre?

Für mich (hatte eine depressive Verstimmung) war das sehr erhellend. Die Patienten wurden quasi aufgeklärt über die medizinischen psychologischen Grundlagen ihrer Krankheiten, meist so in Gruppen. Sondern darum, die Patienten mündiger zu machen und ihnen Wissen mitzugeben über ihre Krankheit, Zusammenhänge, Diagnose- und Therapieansätze.

Ich stelle mir Depression als Wahrnehmensfilternd/verändernd vor: das jeweils schlechte (z.B. auch Kritik) wird stärker wahrgenommen, besser gemerkt und intensiver empfunden, und gute Nachrichen/Lob/Freude wird nicht oder weniger beachtet, oder abgeschwächt. Oder vielleicht sogar auch als Kritik/Vorwurf wahrgenommen, also sogar verfälscht.

Dazu kommt Pauschalisierung bei Depressiven in ihren Äußerungen, wenn sie das erlebte wiedergeben: "immer alles schlecht." "Wird nie besser." "Nichts hilft." Also die Schlüsselwörter "immer", "nie", "alles", "nichts". Der Depressive sollte überlegenm ob ggf. passender sind: "oft", "selten", "vieles", "kaum etwas". Denn die Wörter lassen Ausnahmen zu.

Und die zweite Pauschalisierung mit "man", wo jemand seine Sicht auf andere verallgemeinert. Vorschlag: statt "man" eben "ich" verwenden. Und Verantwortung für die eigenen Aussagen übernehmen.

Für mich war ein entscheidender Schritt zu erkennen: ja, auch ich habe diesen Wahrnehmensfilter/verfälscher und in meinen Aussagen eben diese Pauschalisierung gehabt.

Wenn mir jetzt irgendetwas schlecht vorkommt, überlege ich jetzt eben stärker: ist es wirklich so von außen schon gekommen oder habe ich es nur durch meine Wahrnehmung in so etwas schlechtes gemacht? War es vielleicht eigentlich sogar gut gemeint? Ich will hier keine großen Theorien ausbreiten, aber diese Überlegungen (und praktische Erfahrungen in einer Gruppentherapie, wo ich das bei anderen ja auch von außen sehen konnte) haben mir zumindest geholfen, wieder ein Stück weit da rauszufinden.

EShe4mazliger NutXzer (#x530218)


@ Rajani

Ich denke auch, dass wir im Grunde genommen auf das Gleiche hinaus wollen. Leider tu ich mich manchmal fürchterlich schwer die richtigen Worte zu finden, die das ganze entsprechend in die richtige Richtung schieben. @:)

Kein Ding. @:) Dafür komme ich manchmal kritischer rüber, als ich eigentlich eingestellt bin zum einem Thema ;-)

Und was du noch schreibst mit:

[...]

versteh ich jetzt einfach mal als "in den falschen Hals kriegen".

Genau, so war es von mir gemeint.

D?ie%K0ruexmi


Wie wäre es mit ein paar männlichen Mitarbeitern, idealerweise jung und ungebunden?

ja, das wäre eine Option ;-) aber dieses Team war schon da, als ich dort anfing, und sie sind zusammengewachsen, haben zum Teil dann erst nach und nach ihre Kinder bekommen. Und alle leisten wirklich sehr gute Arbeit :)^

cOhaot


Silmon Im Moment bin ich nicht in Therapie. Möchte aber gerne eine Verhaltenstherapie machen. Ich war Stationär. Krankheitslehre hatte ich noch nicht gehabt. Es war auch so, dass ich in meiner letzten Therapie nicht so viel mitmachen konnte. Es grenzt leicht an meine Belastbarkeit. Die Ärzte haben das weniger als Sinnvoll gehalten, weil es mich Runtergezogen hat. Mir ist klar, dass ich ein Verzehrte Denkweise habe, darüber haben wir schon gesprochen. Der Denkansatz anstelle von immer andere Wörtchen zu verwenden, werde ich mir gerne annehmen. Es fällt mir nur sehr schwer es zu verwenden, wenn mehrfache versuche im Leben gescheitert sind und ein Erfolgserlebnis nie vorhanden war. Statt man, ich zu verwenden, da widerstrebt sich einiges in mir. Weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass mir ich als Egoismus ausgelegt wird. Deshalb habe ich es durch das Wörtchen man ersetzt. Nun kommt das wohl ebenfalls falsch an. Schwierige Situation. Danke für deine guten Strategieansätze. Ich sehe ich kann noch dazulernen.

RJicha6rde6x1


@ Chaot,

leider hat diese Krankheit für Aussenstehende und nicht Betroffene keine sichtbaren Anzeichen, außer, daß man etwas trübsinnig in die Welt schaut.

Insbesondere in einer Depression hat man nicht die Kraft und den Mut offen mit dieser Krankheit umzugehen. Man fühlt sich minderwertig , nutzlos , zu nichts im Stande.

Dies ging mir geanauso und es trifft einen wie ein Keulenschlag, wenn einer so daherredet "reiss dich halt zusammen" "sauf mal wieder ein paar Bier, dann geht's wieder" etc. etc.

Nach meiner Depression habe ich mich eingehend mit der Krankheit beschäftigt und lernen müssen wie die Mechanismen sind wie diese Krankheit zu Stande kommt.

Denn unter meinen Mitpatienten waren sehr erfolgreiche Menschen dabei, die es genauso trifft wie einen kleinen Arbeiter.

Ich habe gelernt offen mit der Krankheit umzugehen und hatte erst gestern ein Erlebnis wo ein nicht Betroffener zum indirekt Betroffenen wurde.

Vorgestern war ich kurz bei einem Geschäftspartner, der mich schon lange nicht mehr sah, wegen meiner Krankheit. Er fragte und ich erzählte ihm von meiner Krankheit.

Er konnte es nicht glauben, daß man deswegen in eine Klinik muss und es kam wieder so ein Spruch, "mal mit Kumpels einen drauf machen" dann sieht die Welt wieder rosarot. Dazu sagte ich nicht viel. Gestern rief er mich an, ganz aufgeregt, seine Mitarbeiterin hätte unser Gespräch belauscht und ihre Schwiegertochter hätte in der Früh einen Selbstmordversuch gemacht und wäre im Krankenhaus, und seine Mitarbeiterin wolle von mir wissen ob dies möglich ist wegen einer Depression Selbstmord zu machen und was ich als Betroffener raten würde.

Der Geschäftspartner war sichtlich geschockt, wie man als Ehefrau mit 3 Kindern einen Selbstmordversuch machen kann und alles nur für den Tod aufgibt.

Ich erklärte ihm, die Phase der schlimmsten Depression ist so fürchterlich, daß man den Tod als Freund und einzigen Ausweg empfindet.

Mein Ratschlag war, ganz stark darauf zu achten, daß die Frau nach der Behandlung ihrer Schnittwunden auf eine geschlossene Abteilung einer Psychiatrie kommt, wo ihr sicher geholfen wird und sie nach 3 Monaten vielleicht wieder völlig Symptomfrei ist.

NpumbDer2 Of Tyhe KBeasxt


@ Richard

Er konnte es nicht glauben, daß man deswegen in eine Klinik muss und es kam wieder so ein Spruch, "mal mit Kumpels einen drauf machen" dann sieht die Welt wieder rosarot.

Man darf nicht außer Acht lassen, dass es halt Leute gibt, die in ihrem Leben noch nie ein einschneidendes Erlebnis hatten und sich deshalb einfach nicht in Depressive hineinfühlen können. Und dann gibt es natürlich auch noch die Sorte Mensch, die generell keine Empathie haben. Trotzdem würde mich so ein Spruch ärgern.

Ly.vanPexlt


@ chaot

Es wurde mir auch Hilfe gegeben, nur leider erst dann als es zu spät war. Als ich vorher um Hilfe bat, wurde es wohl von Außenstehenden nicht so schlimm eingeschätzt. Damit will ich nur sagen es hätte im Vorfeld einiges verhindert werden können.

Es ist ein hartes Stück Arbeit und ein langer Weg, dem Umfeld das Unvermögen, besser auf Deine Hilfesuche reagieren zu können, zu verzeihen. Also nicht nur zu akzeptieren, weil es sowieso nicht mehr zu ändern ist, sondern wirklich zu verzeihen.

Der Denkansatz anstelle von immer andere Wörtchen zu verwenden, werde ich mir gerne annehmen. Es fällt mir nur sehr schwer es zu verwenden, wenn mehrfache versuche im Leben gescheitert sind und ein Erfolgserlebnis nie vorhanden war. Statt man, ich zu verwenden, da widerstrebt sich einiges in mir. Weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass mir ich als Egoismus ausgelegt wird.

Ja, es beinhaltet die Gefahr, schrecklich egozentrisch zu wirken.

Deshalb habe ich es durch das Wörtchen man ersetzt. Nun kommt das wohl ebenfalls falsch an.

Das ist ja auch weit verbreitet. Aber es geht dabei nicht nur darum, anderen deutlicher zu machen was Du eigentlich willst, sondern auch für Dich zu spüren "wo sind meine Bedürfnisse, meine Grenzen? Wer bin ich eigentlich?" Also damit anfangen, sich selbst ernst zu nehmen, mit sich in den Dialog zu treten und sich nicht in einem allgemeinen "man" aufzulösen. :)* @:)

cbhaoxt


L.vanPelt danke für deinen Zuspruch. Ich arbeite sehr stark an mir. Mir fällt schwer zu akzeptieren, dass ich nicht mehr so belastbar sein werde. Ich ständig neidisch, auf die, welche voller Energie so sprudeln.

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