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Zwänge, Angst und Depressionen. Ich kann nicht mehr!

A"nnow6i$tsch30 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben, nach langem hin und her habe ich mich entschlossen, mich anzumelden um hoffentlich einige Ratschläge zu bekommen. Mein Problem sind Kontrollzwänge, die ich eigentlich ganz gut im Griff habe, die mich zwar einschränken aber nicht wirklich belasten. Leider bekam ich mitte letzten Jahres plötzlich den Zwang, meine Fehler und schlchte Taten aus meiner Vergangenheit zu erzählen. Es ergab keinen Sinn soetwas zu erzählen, dennoch belastete es mich stark. Zudem Zeitpunkt waren es Fehler die ich in der Beziehung meiner damaligen Freundin gemacht habe (waren fast 12Jahre zusammen). Es quälte mich und nach einigen Monaten hielt ich es nicht mehr aus und erzählte ihr alles. Sie konnte zum Glück nur darüber lachen und ich fühlte mich gut. Es dauerte nicht lange da kam der nächste Zwang, Sachen zu erzählen, die diese Person (eine Freundin) nicht wirklich etwas anging und es auch schon Jahre zurücklag. Leider gab ich auch hier dem Zwang nach.

Januar diesen Jahres trennte sich meine Freundin leider von mir. Zu diesem Zeitpunkt hing ich schon sehr tief in der Depression fest, das ich das garnicht richtig verarbeiten konnte. Ich hatte Zwänge die ich nicht mehr aushalten konnte. Alle meine Vergehen sollte ich jedem erzählen den es betraf. Und zwar genauso wie es der Zwang vorschrieb, es durfte nichts fehlen. Ich gab wieder nach und verlor einen Job dadurch. Jetzt wurde es noch schlimmer. Der Zwang wollte, dass ich sachen sage, die ich nie gemacht, sondern nur gedacht habe. Das waren teilweise Dinge sexueller Natur, die ich mal mit zwölf Jahren hatte. Vielleicht gehe ich später noch näher auf die Zwänge ein, im Moment traue ich mich noch nicht. Es ist die Hölle, ich habe teilweise den ganzen Tag Herzrasen und Bauchschmerzen, Zittern und panische Angst vor dem nächsten Moment. Schon beim Aufwachen kann ich nicht mehr und weiß nicht, wie ich den Tag überstehen soll. Abends komme ich oft nach Hause und brech heulend zusammen. Ich bin nur noch am Trinken und rauchen, seit ca. 8Wochen war ich keinen Abend mehr nüchtern. Es ist verdammt viel was ich trinke und rauche und ich leide sehr darunter, zu sehen wie ich immer weiter absteige. Zweimal waren die Seelischen und körperlichen Schmerzen so stark, das ich sehr ernsthaft darüber nachdachte, mir was anzutun. Ich habe Angst, alles zu verlieren, da ich kaum noch Kraft habe, den Zwängen standzuhalten. Ich erkenne mich selber nicht wieder, das letzte halbe Jahr war die Hölle, ich verstehe einfach nicht was das soll. Jeder macht Fehler in seinem Leben, aber der Zwang will das ich alles erzähle. Ich kann teilweise nicht mehr klar denken, habe Angst und weiß nicht wie es weitergehen soll. Ich habe versucht Dinge zu machen, die mir eigentlich Spaß machen wie z.B. Motorradfahren usw. Manchmal klappt es, manchmal habe ich panische Angst etwas zu unternehmen oder weine Abends wieder vor lauter Verzweiflung. Nichts kann mir noch Freude bereiten, ich werde ständig von den Gedanken verfolgt.

Seit drei Wochen ging es etwas besser und ich hoffte schon, über dem Berg zu sein. Jetzt meldet sich meine Ex und sagt, sie habe einen Neuen kennengelernt. Das war das Ende, ich konnte nicht mehr. Ich habe mich gestern wieder extrem zugeschüttet und 6 oder 8 starke Schlaftabletten auf einmal genommen. Das sie mich nicht umbringen würden war mir klar, dennoch hoffte ich es. Als folge konnte ich heute nicht arbeiten gehen und mein linker Arm kribbelt schon die ganze Zeit.

Ich sehe kein Licht im Tunnel, wieso musste das jetzt wieder passieren? Ich will wieder gesund sein, normal über die Trennung denken, keine Angst mehr haben. Es kostet so unendlich viel Energie seine Arbeit zu machen und sich nichts anmerken zu lassen. Das ist doch kein Leben mehr jeden Tag gequält von sich selbst zu werden. Ich kann das nicht mehr und ich will es auch nicht. Es tut mir so weh zu sehen, was ich mir selber antu und die Gedanken an Selbstmord machen mich fertig.

Ich glaube, ich brauche dringend Hilfe! Wer käme denn da in Frage? Ein Psychiater oder Psychotherapeut? Habe gelesen, man sollte zuerst zu einem Psychiater gehen. Bitte gebt mir Ratschläge, ich weiß nicht mehr weiter. Diese Zwänge sollen aufhören ich habe Angst, alles und jeden zu verlieren.

Liebe Grüße

Annowitsch

Antworten
COlonBdykxe


Oh, oh-- ja Du brauchst dringendst Hilfe. Erste Anlaufstelle wäre wohl der HA bzw wenn möglich, Termin beim Psychiater.

Soviel ich weiß, gibt es inzwischen gute Medis gegen Zwänge (google z.B. mal Sertralin).

Mehr fällt mir jetzt gerade nicht ein.

Hast Du nicht jemanden, der ein offenes Ohr hat für Dich, dem Du vertrauen kannst ?

Wünsche Dir in jedem Fall sehr baldige Genesung, etwas mehr Gleichmut, Gelassenheit und Freude.

Was würde Dir Freude machen ? Hobbies ?

Ich denk an Dich :)* :)*

Abnnowvits/cxh30


Hallo Clondyke, danke für deinen Kommentar. Ja, nach langer Zeit habe ich mich meiner Mutter anvertraut. Aber nur teilweise, denn die Zwänge und schrecklichen Gedanken betreffen dann auch sie, weswegen ich mich immer zurückgezogen habe. Sie ist eine große Stütze, weshalb es mich zerreißt, wenn dann schlimme Zwangsgedanken kommen, die gegen sie gerichtet sind. Es ist, als ob diese Gedanken dazu dienen, mich zu erniedrigen und alles zu verlieren. Ich kann meinen Gefühlszustand nicht beschreiben, er ist schrecklich. Alles fühlt sich fremd und kalt an. Hatte sogar schon Panik, nach Háuse zu kommen oder mein Zimmer zu betreten. Überall konnten wieder diese schlimmen Gedanken kommen.

Das mit meiner Freundin hat mir echt den Rest gegeben. Ich kann nicht mehr. Ich habe soetwas noch nie erlebt und will es auch nicht mehr. Eigentlich bin ich ein Kämpfer und habe schon einiges gemeistert. Aber wenn sich der eigene Verstand und die Gefühle gegen einen richten, ist man Machtlos. Natürlich weiß ich, dass diese Gedanken nur dummes Zeug sind, aber der Druck, die Angst und die Verzweiflung die mit diesen Gedanken kommen, kann ich nicht einfach abschalten.

Hobbys habe ich kaum noch. Computerspiele nur noch selten, Motorradfahren klappt aber auch da lassen mich meine Ängste nicht in Ruhe. Meistens komme ich von der Arbeit, heule, trinke und Rauche. Dann versuch ich einen Film zu schauen um mch abzulenken und gehe dann ins Bett.

c{haoxt


Hallo Annowitsch30 das hört sich wirklich sehr schlimm an. Suche dir bitte Hilfe. Am besten du gehst morgen sofort zum Hausarzt und schilderst ihn deine Situation. Es könnte auch gut sein einen Termin in einer Tagesklinik zu vereinbaren. Ich wünsch dir alles gute. :)* :)*

ADnnowi>tscxh30


Kann der HA da einem wirklich weiterhelfen? Ich weiß garnicht was ich dem sagen soll. Der ist für Innere Medizin und Sport zuständig. Und der Arzt oben drüber ist so ein netter Mann, dass ich Angst habe, sein Weltbild bricht zusammen wenn ich ihm von meinem Problem erzähle.

cRhaoxt


Meinetwegen kannst du auch direkt einen Termin beim Psychiater oder Psychotherapeuten ausmachen. Manchmal hat der Hausarzt schon Anlaufstellen parat. Sag ihm das selbe was du hier geschrieben hast.

wcissenjschafFtlxich


Ärzte kennen das. Er kann dich weiter über weisen oder dir z.b. Sertralin oder etwas Anderes verschreiben.

Mir hilft Sertralin sehr bei meinen Zwangsgedanken, Ängsten und depris . die Wirkung dauert aber Monate, bis sie richtig einsetzt. :-|

kQlein_e@r_drRachenPstexrn


Bevor du noch einmal Unmengen an Alkohol kombiniert mit Schlaftabletten in dich reinschüttest, solltest du dir überlegen, ob du nicht Hilfe holen wirst indem du in der nächsten Psychiatrie vorstellig wirst, da man leider monatelang auf einen Termin bei Psychotherapeuten/ Psychiatern warten muss.

Ein Bekannter von mir macht das auf jeden fall immer so, wenn es ihm ganz schlecht geht und er Angst bekommt, dass er sich etwas antun könnte.

Ich wünsche dir alles Gute!

AunnowfitTschx30


Gott war der Tag heute schrecklich. Bauchschmerzen, Zittern und einfach am Ende. Man kommt von der Arbeit aber im Kopf gehts grad weiter und die Gefühle zerreißen einen. Habe heute beim HA angerufen. Leider gehts erst am 4.7. Ich hoffe ich schaffe es bis dahin. Glaubt ihr, es bringt was, bei der Telefonseelsorge anzurufen?

A'nnoEwitsxch30


Habe Heute mal eine ganze Menge Psychotherapeuten angerufen. Die meisten sind nur zu bestimmten Zeiten zu erreichen, haben Wartelisten von 8Monaten oder nehmen garkeine mehr an. Muss da mal drann bleiben und hoffen, dass ich jemanden finde. Kann denn der Hausarzt mir zur Überbrückung etwas gegen die extremen Zwänge und Angst verschreiben? Denn ob ich das noch mehrere Monate aushalte, weiß ich nicht. Zur Not lass ich den Zwängen allen freien Lauf, viell. gehts mir dann besser. Aber warscheinlich kommen dann nur wieder neue und ich habe bis dahin alles und jeden verloren. Würde mich über Antwort freuen.

S{imosn8e863


Lieber Annowitsch, geh doch mal zu einer Selbsthilfegruppe, z. B. [[http://www.zwaenge-oca.de/a-gruppen.html]]. Das wird dir sicher helfen. Dann bist du nicht mehr so allein mit allem und dort kannst du alles "beichten" ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Hast du schonmal versucht, alles aufzuschreiben statt es einer Person zu beichten? Falls nein, vielleicht hilft das. Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit, um alles aufzuschreiben. Wenn zwischendurch Zwangsgedanken kommen, dann sag dir selbst: jetzt habe ich keine Zeit mich darum zu kümmern, aber um soundsoviel Uhr habe ich diese halbe Stunde Zeit dafür reserviert und dann kümmere ich mich darum. Weiterhin kann ich dir das Buch "Der Healing Code" empfehlen. Das ist eine Selbstheilungsmethode, die man 3x täglich für ca. 10 Minuten anwendet. Hat mir bei meinen Ängsten sehr geholfen. Bitte bedenke: dir geht es jetzt wegen der Trennung besonders schlecht, das geht vorüber. Jetzt hast du gerade eine Krise, aber das bleibt nicht immer so. Zur Überbrückung, bis die Therapie losgeht, würde ich auf jeden Fall bei Sorgentelefonen anrufen und mir dort empfehlen lassen, was man sonst tun könnte solange. Also, halt durch, ich drücke dir die Daumen, dass es bald besser wird, liebe Grüße von Simone

AQnnoTwitmsch30


Danke Simone für deine ausführlichen Tips. Das Buch "Der Healing Code" habe ich gelesen und auch kurz praktiziert. Sollte ich wohl länger machen. Das mit dem Aufschreiben ist auch ein Versuch wert. Auch wenn die ganzen Zwangsgedanken den ganzen Tag eh schon in meinem Kopf rumspuken.

War auch heute beim HA: Blut abgenommen und Herz untersucht, da es öfter wehtut und der linke Arm kribbelt. Herz Ok, Blut erfahre ich noch. Auf meine Frage ob es nichts gäbe was mein Stimmung bessern könne, verschrieb er mir Citalopram. Jeden Tag eine Tablette a 20mg. Habe ihn gefragt wie es mit der Dosis und dem Ausschleichen ist und er meinte, wenn ich nach 8-10 Tagen nichts merke soll ich anrufen, wegen Dosis erhöhen. Ausschleichen brauche ich nicht, kanns dann einfach absetzen weil es ein leichtes Antidepressiva wäre. Naja, ich habe anderes gelesen.

Einen Therapeuten konnte er mir empfehlen, da durch den Beruf ein Klinikaufenthalt nicht machbar ist. Leider ist er Heilpraktiker aber grad ein paar Straßen weit von mir. Dort würde ich auch wohl schneller einen Termim bekommen, nur das mit den Kosten muss geklärt werden. Medis darf der ja auch nicht verschreiben sondern nur Pflanzliches Zeug. Bringt ein Heilpraktiker überhaupt etwas? Das erstgespräch würde 50Euro kosten. Das würde ich noch machen. Aber der ganze Kampf dann mit der KV? Da müsste ich schon wissen das es mit Heilpraktikern auch geht. Habt ihr viell. Erfahrung damit?

wBissensocha,f'tlicxh


Ich glaub nicht, dass Heilpraktiker viel bringt. Das Citalopram dürfte helfen...

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