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Ich habe noch nie geliebt

ABgi7Ma\ria hat die Diskussion gestartet


Hey Leute,

nach den ganzen anderen Sachen die ich hier schon gelesen habe wird euch mein "Problem" wahrscheinlich lächerlich vorkommen aber ich mache mir schon länger dazu Gedanken und würde einfach gerne wissen was andere Menschen davon halten.

Also mein Problem ist dass ich nicht wirklich lieben kann. Ich bin weiblich und 22 und ich war noch nie verliebt oder habe auch nur von jmd geschwärmt. Ehrlich gesagt habe ich auch nie wirklich Liebe für meine Eltern, Geschwister oder sonst wen empfunden (meine Eltern haben auch nie wirklich "ich hab dich lieb" oder sonst etwas in der Richtung zu mir gesagt also geht es ihnen wohl ähnlich). Für mich selbst war das eig. nie ne große Sache, aber je älter ich werde desto mehr werde ich darauf angesprochen. Ständig wollen meine Freundinnen mich mit irgendwem verkuppeln oder fragen mich wieso ich noch nie einen Freund hatte und ich müsste doch endlich mal ein paar Fortschritte in der Richtung machen. Das nervt mich tierisch und hat mich auch zum Grübeln gebracht. Ich frage mich immer öfter ob wohl etwas nicht mit mir stimmt.

Die Sache ist die: Ich habe kein wirkliches Bedürfnis nach Liebe. Also ich hätte schon gerne irgendwen mit dem ich Sex haben könnte aber ein Freund würde mir glaub ich auf die Nerven gehen. Und naja ihr kennt doch bestimmt alle Single-Mädels die jammern sie hätten ja sooooo gerne mal wieder jemanden, zum kuscheln und bla bla bla. (Um diese Sorte Mädels mache ich sooooooooo einen großen Bogen!) So war ich nie und bin ich immer noch nicht. Solche Gedanken sind mir (leider) vollkommen fremd.

Also ich hab mich mit ner Freundin drüber unterhalten und die meinte ich wäre A-sexuell oder lesbisch, was beides totaler Quatsch ist. Ich fühle mich zu Männern hingezogen und habe ein Bedürfnis nach Sex, nur das mit der Liebe und Partnerschaft da hab ich ein Problem mit.

Also ich hab ja auch schon bisschen drüber nachgedacht, ich hab mal irgendwo gelesen "Wer sich selbst nicht liebt kann auch andere nicht lieben". Und es stimmt, ich würde nicht sagen dass ich mich selbst liebe. Ich bin zwar mega stolz auf mich, denn ich habe viel erreicht bisher in meinem Leben (was man halt mit 22 schon erreichen kann, bin aus Polen mit 9 hergewandert, habe mich perfekt integriert, spreche 4 Sprachen fließend und lerne 3 weitere, habe trotz Hartz4-Familie ein Studium an einer Elite-Uni angefangen und schon den Bachelor bestanden...) also unzufrieden bin ich mit mir nicht, ganz und gar nicht. Nur halt mich selbst "lieben", das tu ich nicht. Ein Grund ist vielleicht dass ich mit meinem Äußeren unzufrieden bin. Ich könnte schon so 20kg weniger wiegen, habe Mini-Brüste und leide seit 9 Jahren an einer Impulskontrollstörung namens Skin-Picking (für alle die nicht wissen was das ist, hier der Wikipediaartikel: [[http://de.wikipedia.org/wiki/Skin_Picking_Disorder)]] die ich nie überwinden konnte. Da sich meine Eltern nie dafür interessiert haben, wusste ich bis vor ein paar Monaten nicht mal dass es eine psychische Störung ist und dass ich da Hilfe brauche. Bin jz aber auf der Suche nach ner Selbsthilfegruppe oder so. Egal, um auf den Punkt zu kommen: Ich sehe kacke aus. Ich bin aber dabei es zu ändern, da ich hoffe dass ich mich dadurch vllt. auf einen Partner einlassen kann.

Eine andere Ursache von meinem Problemchen könnte ja vllt in meinen Eltern liegen. Seit wir in Deutschland sind war ich praktisch auf mich alleine gestellt. Da meine Eltern kein Deutsch können war ich immer für Behördengänge, Anträge ausfüllen, Anrufe tätigen, Bewerbungen für meinen Vater schreiben, da er Langzeitarbeitsloser ist, und sowas alles zuständig. Wenn etwas schief ging, z.B. die Bewerbung von meinem Vater postwendend zurückkam (hallo, ich hab mit 9 angefangen, da ich in Polen schon einen Deutschkurs hatte und schon mehr konnte als meine jüngeren Geschwister. Aber mit 9 kann man halt noch keine Bewerbungen schreiben...) war ich es immer Schuld. Ich wurde somit Dinge verantwortlich gemacht wie die Arbeitslosigkeit meines Vaters, dessen Führerscheinverlust (er hatte den Lappen verloren und die Frist für den Idiotentest verpasst weil ich den Brief nicht richtig verstanden hatte, mein Deutsch war dann doch nicht sooo gut) und diverse andere Dinge. Also ich war immer ziemlich auf mich alleine gestellt, und das ist bis heute so. Könnte es vllt sein dass ich dadurch abgestumpft oder so bin, einfach zu sehr abgehärtet? Ich nehme praktisch nie Hilfe von anderen an, das fällt mir unglaublich schwer, und ich hab gedacht, das könnte ja irgendwie damit zusammenhängen.

Was ich jetzt von Euch will?? Naja, also eig. hoffe ich nur auf eure Gedanken zu diesem Thema. Ich bin offen für jegliche Art von Kommentaren, Anregungen und Meinungen. Wenn jmd. nen Vorschlag hat was ich machen könnte um mein Problem zu lösen, wäre ich dankbar dafür.

Das einzige was ich nicht sehen möchte ist, dass jmd schreibt dass mein Problem Mist ist. Ich weis, dass es Leute mit weitaus größeren Problemen gibt und meins dagegen läppsch ist, trotzdem belastet es mich und ich fände es sehr nett, wenn man sich wirklich Gedanken darüber machen würde. Wenn ihr aber sagt, ok das ist wirklich eingebildet, das kommt doch mal vor ist doch nicht so schlimm, dann könnt ihr es gerne schreiben. Vielleicht hab ich mich ja auch nur kirre machen lassen und es ist gar nichts. Das wär doch auch ne Erkenntnis.

Ich freue mich wirklich zu hören, was ihr darüber denkt!

LG

AgiMaria

Antworten
A"pf&el@kucmhenx007


Kommt mit etwas bekannt vor...hm...also ich kann verstehen wie du dich fühlst, nur kann ich dir keinen Rat geben ??? ":/ . Eventuell entwickeln die Menschen, die schon sehr früh auf sich alleine gestellt waren eine Art Schutz-/Verdrändungsmechanismus?! Ich meine, wenn wir schon früh auf mit Extremsituationen fertig werden mussten, dann entwickelt die Psyche doch solche Mechanismen, um nicht komplett zusammenzubrechen. Eventuell wurden damals schon viele Gefühle "verschluckt", verdrängt, ausgeblendet wie auch immer, um dem ganzen Druck von außen standhalten zu können ( Ansonsten wäre man wohl gaga geworden??) und das setzt sich jetzt im Erwachsenenalter genauso fort. Warum soll sich das auch bitte ändern? Hat vorher super funktioniert, antrainiert über Jahre und geschützt hat es auch. Hmm, naja, das formt eben den Menschen – man wirkt nach außen kühl, verschlossen, unnahbar usw. . Um das zu ändern müsste man Gefühle ganz bewusst zulassen. Ich denke, du hast in deinem Inneren komplett dicht gemacht – irgendwann- und jetzt, wo die GEfahr vorüber ist, solltest du lernen, den Zugang zu deinen Gefühlen wieder zu finden und diese vor allem auch bewusst wahrnehmen und zulassen. Ich glaube, für andere Menschen ist sowas ganz normal, da sie bisher nie Gefühle geblockt haben.

Das sind meine Gedanken dazu, bin aber keine Psychologin o.ä., nur kenne ich die Problematik.

MbjiNnna


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