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Möchte sterben

Tgorbiaxs95 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Ich bin der Tobias und bin seit 2 Jahren chronisch Krank. Es ist so, dass ich zwar keine schmerzen habe oder im Krankenhaus sein muss, sondern ich kann nicht aktiv am gesellschaftliches Leben teilnehmen. Ich hab eine Nierentransplantation hinter mir, allerdings verschlechtert sich die Niere immer mehr.

Ich möchte nicht nochmals Transplantiert werden, anders gesagt ich kann das Krankenhaus nicht mehr sehen. Der entschiedene Punkt und deshalb schreibe ich. Wie sage ich meiner Familie, dass ich lieber sterbe möchte.

Ich war vor der Transplantation gut durch trainiert und konnte einen Nebenjob ausüben sprich finanziell gings mir auch gut. All das ist für immer weg! und jetzt erneute Transplantation, Nein!

Wenn ich ehrlich bin hätte ich mir bereits viel früher das Leben genommen, aber wegen meiner Familie habe ich gekämpft, allerdings denke ich manchmal ist sterben die bessere Option.

Oh man ich verliere den Faden

Und noch eins ohne gute "Statur" und finanziell Mittel (Kleidung, Kino, Club, Alk) lauft nichts mit Frauen

Ich mein ich kanns verstehen, wieso einen Kranken nehmen, wenn doch zig gesunde rumlaufen

Das sind halt Punkte die für mich wichtig sind:

Geld, Studium, Frauen,Sport

All das kann ich nicht mehr haben... also für was will ich noch leben

dazu kommt, dass ich seit 2 Jahren meine Eltern zur Last falle auch das muss nicht sein

Antworten
p{ospaxe


Hallo Tobias95,

tut mir leid, was du durchmachst. Das ist sicher sehr schwer, in deinem jungen Alter (ich gehe davon aus, dass 1995 dein Geburtsjahr ist?) derartige Entbehrungen zu erleben.

Ich weiß nun ja nicht, um welche Erkrankung es sich handelt, kenne mich ohnehin zu wenig aus, aber denkst du nicht, dass eine neuerliche Transplantation Sinn machen könnte? Und dass es, mit neuer Niere, längerfristig gut laufen könnte? Könnte es sein, dass du zwar jetzt eine lange Durststrecke erfährst, aber "Durchhalten" sich lohnen könnte für die Zukunft? Ich kann natürlich verstehen, dass du hier und jetzt leben willst und nicht erst auf eine ungewisse Zukunft hoffen willst. Ich kann verstehen, dass du ein "ganz normaler junger Mann" sein möchtest, der studiert, der Sport macht, feiert und an all dem Teil hat, von dem du denkst, dass es dir doch zustehen müsste. Und doch zwingt dein Schicksal dich, einen anderen Weg zu gehen, eine andere Erfahrung zu machen. Damit zu hadern, sich dagegen aufzulehnen, zu sagen "wenn es so ist, dann will ich gleich gar nicht mehr leben!" ist möglicherweise Teil des Prozesses, durch den man geht während einer schweren Erkrankung.

Meine Frage an dich: Hast du Menschen, die dich begleiten?

Letztlich geht es auch darum, die Dinge zu ändern, die man ändern kann, und das anzunehmen, was nicht zu ändern ist. In deinem Fall könnte das bedeuten, ein bestimmtes (Ideal)Bild von dir selbst loslassen zu müssen und auch eine bestimmte (Ideal)Vorstellung zu deinem Leben loslassen zu müssen. Dies geht immer mit Trauer und Schmerz einher, aber wenn du da durchgehst, wirst du vielleicht wieder freier dafür, zu sehen, welche Möglichkeiten dir dennoch und trotz allem auch offen stehen.

In deinem Fall könnte das auch bedeuten, dass du genauer nochmal darauf achten könntest, wofür es sich trotz allem schon noch lohnt, zu leben. Z.B. für (dir) wertvolle Menschen, gute Beziehungen, das Erleben von Natur, Musik, Kunst etc. Es gibt jenseits von Geld, Studium, Frauen und Sport auch noch andere Erfahrungswelten. Und es ist ja nicht gesagt, dass dir die genannten Dinge, die dir eben wichtig sind, für immer verschlossen bleiben!

Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du irgendetwas gesagt, geschrieben bekommst, oder etwas erlebst, dass dir einen Anstoß gibt, ein Stück raus aus der Hoffnungslosigkeit und rein in die Zuversicht zu kommen. :)*

Tno>biaxs95


Danke für die Antwort

Ich denke ich habe mich bereits entschieden.

Mache haben Glück anderen haben nur Pech.

Als Abschied schreibe ich einen ausführlichen Berief an meine Eltern, in der ich meine Situation klar mache.

IQsa;bDell


Lieber Tobias,

vorab: Ich will mit diesem Beitrag Dein Leiden sicher nicht verharmlosen.

Dennoch möchte ich Dir gerne die Frage stellen:

hast Du schon mal darüber nachgedacht oder es gar versucht, Deine Schwerpunkte zu verschieben?

Du sagst, die für Dich wichtigsten vier Dinge seien Dir verwehrt:

Geld, Studium, Frauen,Sport

Ich z.B. lebe seit einigen Jahren ohne Geld (also nicht viel mehr als über Existenzminimum), studieren konnte ich auch nie (obwohl ich's gerne gemacht hätte), einen Mann habe ich auch seit einigen Jahren nicht (ich leide nicht darunter, aber schön wäre es schon ;-)) und Sport....naja, bin ein Sportmuffel......

Klar, ich bin nicht Du, jeder hat da andere Wünsche und Vorstellungen. Und das Eigentliche ist ja, z.B. auf den Sport bezogen: Du willst aber kannst nicht – ich könnte und will nicht. Da bin ich natürlich besser dran, weil ich die Wahl habe.

ABER: Verzichten mußte ich eben auch schon auf sehr, sehr vieles was ich mir wirklich gewünscht habe, aus den verschiedensten Gründen. Dann habe ich mir was anderes gesucht und auch gefunden.

Gibt es für Dich wirklich keinerlei andere Interessen?

Es gibt (leider) so viele Menschen in ähnlichen Situationen wie der Deinen, die aus gesundheitlichen Gründen viele Dinge nicht tun können – hast Du da schon mal nach entsprechenden Gruppen (Selbsthilfe z.B.) gesucht, die angepasste Unternehmungen starten?

Du wirst doch sicher noch – wenn auch bisher nur ansatzweise – noch andere Interesse haben als Geld, Studium, Frau(en) und Sport? Liest Du gerne? Hörst gerne Musik? Malen? Spielen (Gesellschaftsspiele, PC, Konsolen)?

Und noch Etwas: Machst Du eine begleitende Therapie? Nicht selten sind chronisch kranke Menschen aufgrund dessen -sehr verständlicherweise- depressiv.

Bevor Du diesen Schritt gehst den Du da vorhast – bist Du wirklich absolut sicher, dass Du alle diese oder noch etliche andere Möglichkeiten Dir das Leben wieder lebenswert(er) zu machen, ausgeschöpft hast?

:)* :)*

d@ef~ekt(5x1


Lieber Tobias,

ich schreibe dir hier als Mutter, weil ich weiß, was deine Mutter durchmachen wird, wenn du aus dem Leben scheidest.

Du bist gesundheitlich in einem sehr schlechten Zustand, das tut mir sehr leid.

Auch ich habe einen Sohn (sogar in deinem Alter), dem es sehr schlecht geht und der auch immer und immer wieder den Gedanken hat, aus dem Leben zu scheiden.

Als Mutter bringt mich der Gedanke beinahe um. Es tut weh, zu sehen, wie das eigene Kind leidet und man ihm nicht helfen kann. Aber der Gedanke, dass das Liebste aus dem Leben scheiden will, das Fühlen dazu ist nicht beschreibbar. Es ist so unsagbar grausam.

Lieber Tobias – BITTE – nimm dir nicht das Leben.

Auch wenn deine Situation derzeit Aussichtslos scheint, KÄMPFE. Kämpfe für dich, deine Mutter – lass sie nicht im Stich, lass dich nicht im Stich. Rede mit ihr, rede mit einer Person deines Vertrauens.

Es macht mich so schrecklich sprachlos, wenn ein Kind aus dem Leben scheiden möchte – es trifft mich mitten ins Herz.

Dass man in einer Situation, in der es einem sehr schlecht geht, das Leben nur noch schwarz sieht, kann ich nachvollziehen.

Ich saß als Mutter tage- und nächtelang am Bett meines Sohnes und hab ihn leiden sehen.

Ich sehe ihn auch heute noch leiden.

Auch er denkt, dass sein Leben nicht lebenswert sei.

Aber glaub mir: Auch dein Leben ist lebenswert (auch wenn sich das nun vielleicht seltsam anhört). Gib nicht auf. Es gibt Menschen, für die bist du wichtig. Für die bist du das Leben und die die niemals missen möchten.

Du bist deinen Eltern keine Last. SIE LIEBEN DICH!

Lass sie hier nicht zurück, lass sie nicht an dem Grab ihres geliebten Kindes stehen. Lass es nicht zu, dass sie sich ihr restliches Leben fragen müssen, warum sie nichts bemerkt haben. Warum sie dir nicht helfen durften, warum du dich ihnen nicht anvertraut hast.

Ich kenne dich nicht, aber ich spüre deine Verzweiflung in deinen Worten. Und ich empfinde bei deinen Worten nur einen Wunsch: "KÄMPFE Kind. Kämpfe für dich und deine Eltern. Kämpfe für DEIN Leben, denn das wird es geben...".

KÄMPFE und gib bitte nicht auf.

Lass dich virtuell in den Arm nehmen.

PAe[ddi


Hallo Tobias. ..ich schreib mit Handy drum leider nicht so ausführlich wie ich gerne würde.

Ich bin eine Mutter eines frisch transplantierten herzkindes. Schau gern mal in meinen faden. Ich kann dich verstehen. Das warten wäre ganz schlimm. Du hast ja schon so viel hinter dir. Mein Kind ist fast gestorben und ich weiß wie sich deine Eltern fühlen würden. Nein ich will dich von nichts abbringen. Auch nicht überreden. Aber bitte rede mit deinen Eltern auf alle fälle. Ich denke du wirst überrascht sein ... und du nimmst deinen Eltern eine last. Ich wünsche dir alles gute. Eine Mama

Laittle-Cmhit-Lyottxe


Lieber Tobias,

ich schreibe Dir als Mutter!! Nimm dir nicht das Leben. Das kann eine Mutter nicht verkraften. Wenn das Kind stirbt, schlimm genug, das größtmögliche Trauma. Aber wenn es geht, auch wenn es noch nicht Zeit war. Das kann deine Mutter nicht verkraften.

Lass dir helfen! Such dir eine gute Psychotherapie, die dich begleitet. Warum solltest du nicht dieses Mal Glück haben und die Transplantation gut klappen? Dann kannst du studieren, Mädels kennen lernen, wieder Sport machen!!! Geb nicht auf!

Lsilaxh


Es gibt einen Grund, warum du dir niemals das Leben nehmen solltest: Deine Familie.

Versuch dich in ihre Situation hineinzuversetzen. Du hast immer für sie gekämpft, also tu es auch jetzt wieder! Du bist ihnen keine Last. Vielleicht ist es oft anstrengend, das ist doch normal, aber sie würden dich niemals verlieren wollen!

Auch wenn dir das Leben jetzt auswegslos vorkommt, kann alles noch gut werden. Aufgeben gilt nicht!! :(v

Kopf hoch und kämpfen! Das ist das Leben! :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

Olran0geC9an]yoxn


Hallo Tobi,

ich mag dir weder etwas einreden, noch etwas ausreden, aber es gibt ein paar Dinge, die mich einfach interessieren....

Warum kannst du nicht aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen? Ja gut, du solltest Alkohol nur in Maßen trinken, aber sonst?

Geld, Studium, Frauen, Sport

Das geht auch alles mit einer transplantierten Niere. Sport vielleicht nicht ganz in dem Ausmaß wie du es vorher gewohnt warst, aber Sport wird nach einer Nierentransplantation sogar ausdrücklich empfohlen.

Erzähl mal, warum schließt du das alles für dich aus?

PEsei(don


Hallo Tobias!

Wenn auch aufgrund einer anderen Erkrankung so kenne ich dieses Gefühl, nicht mehr zu wollen, sehr gut.

Ich hatte sogar bereits den Schritt gegangen, meine engsten Freunde zu informieren und ihnen sogar zu sagen, wieviele Jahre ich noch kämpfen werde und wann definitiv Schluß ist.

Das alles ist mehrere Jahre her und obwohl meine Entscheidung damals im Grunde getroffen war, so existiere ich heute noch.

und ich kann dir sagen- meine Krankheit war für mich am Ende paradoxer Weise ein Weg zum Leben.

Ich hätte mich umbringen können und es wäre verständlich gewesen.

Dennoch bin ich heute sehr sehr froh, dass ich es nicht getan habe.

Und nein, es ist nicht so, dass ich nun ein einfach glückliches und gesundes Leben führe.

ich werde nie wieder ganz gesund und mit einigen Einschränkungen noch sehr lange, mit anderen mein Leben lang leben müssen.

Das heisst nicht, dass das für dich auch der richtige Weg ist. Aber er könnte es sein.

und ich möchte dich einladen, zu experimentieren.

Wenn sowieso alles verloren scheint....das alte Leben nicht mehr zu erreichen ist...was ist Leben dann? Was könnte das Leben ANDERS lebenswert machen??

Es wäre möglich, dass du etwas findest, was dich vollkommen überrascht.

es hat im Moment wenig Sinn, beim "alten" zu suchen. Du müsstest wahrscheinlich erstmal woanders suchen. Ist die Option zu sterben erstmal im Raum bedeutet das auch, dass du alles denken kannst- auch in Richtung Leben. Das kann wenn man loslässt eine große Chance sein, das Leben neu zu entdecken.

Für mich war es so. Für mich war die Krankheit auch wenn ich weiß gott drauf hätte verzichten können ein Weg in ein ganz anderes, viel bewussteres und letzlich sogar glückliches Leben.

Auch wenn ich vieles aufgeben musste.

Dafür habe ich so unwahrscheinlich das klingt, auch vieles bekommen.

Ein "normales" Leben werde ich nicht mehr führen- und lerne immer mehr die feinen Nuancen, die Echtheit zu schätzen, die sicher dahinter verbirgt. Zum Beispiel habe ich keinerlei falschen Freunde mehr ;-) Alle weg. Oberflächlichkeit liebt Krankheit nicht. Aber echte Gefühle, auch die echte LIebe, interessieren sich dafür nicht. Eine der schönsten Erfahrungen die man machen kann und niemals machen würde, wenn man Geld, Schönheit, Gesundheit etc "ganz normal" hätte. Klar gibts immer Ausnahmen aber meiner Erfahrung nach ist das eher selten.

Und die Liebe...die ECHTE LIebe...die findest du nicht in Diskos. Oder im Kino.

Du findest sie dort, wo DU echt bist. Auch mit transplantierter Niere.

Ich wollte es damals auch nicht glauben, aber es ist wahr. Es ist mir selbst passiert.

Leben ist....so viel mehr. Ein schwerstbehinderter Mensch kann z.b. mitunter mehr Lebensfreude empfinden als ein gesunder Erwachsener.

Wenn du magst, schreib ein wenig über dich. Vielleicht können wir dir etwas helfen dich neu umzuschauen. Und auch zu gucken, welche Einschränkungen eventuell zumindest reduziert werden können mit der Zeit.

und selbst, wenn deine Entscheidung stehen sollte- dann in Gottes Namen, nimm dir wenigstens noch ein paar Monate und lebe noch DAS was geht. Mache Dinge, die du dir sonst nie erträumt hättest. Das geht auch ohne viel Geld oder Mobilität.

Ich würde dir wünschen, du setzt dich einen Tag lang hin. Schaust aus dem Fenster.Gehst wenn du kannt in den Garten oder Park. Redest mit deiner Familie. Spielst ein Spiel. Trinkst einen Tee. Mehr nicht. Schreibe ein Gedicht. Schau dich um.

Und guck, was es mit dir macht.

Gehen kannst du immer noch.

Aber es kann genauso gut sein, dass du etwas findest dabei, was dein Leben neu schön macht.

Lebenswert macht.

Wenn du schreiben magst, schreib. Ich würde das im Forum nicht breittreten aber kann dir eine Menge mehr darüber erzählen.

Verlier den Mut und dein Leben nicht zu früh- zum sterben ist noch so viel Zeit :)

Alles Gute

A1pfeClk{uch~en0x07


Eine der schönsten Erfahrungen die man machen kann und niemals machen würde, wenn man Geld, Schönheit, Gesundheit etc "ganz normal" hätte.

Das finde ich so schön geschrieben!! Auf jeden Fall ist es ein anderes Leben, wenn man selbst wie auch immer " anders" ist, sei es krankheitsbedingt ( psychisch oder physisch) oder dass man halt selbst "anders" ist und einen anderen Lebensstil pflegt als die meisten Menschen. Ich finde, das Leben wird interessanter, denn dadurch, dass du anders bist, lernst du auch Menschen kennen, die anders sind. Und das sind sehr interessante Menschen. Solche würde man womöglich nicht treffen, wenn man normal, gesund oä. wäre. Das solltest du, lieber TE, dir wirklich vor Augen halten. Und natürlich verändert es dich als Menschen, wenn du einen anderen Weg gehen musst. Und das macht Angst. Diese Ungewissheit, wohin gehe ich, was wird aus mir, ich habe keine Ahnung wie mein Leben verlaufen wird. Davor hattest du ja wahrscheinlich feste Pläne/Ziele für die Zukunft: das und das steht an, dieses Studium in x Jahren fertig machen, dann irgendwann eine Freundin finden und später eine Familie mit Kindern gründen, ein Haus, Auto usw. . Jetzt ist alles eher ungewiss und das macht verstärkt Angst. Was nachvollziehbar ist.

Du musst eine Entwicklung durchmachen und erst hinterher, wenn du älter bist, wirst du feststellen können, welches Leben nun wirklich besser war – dieses jetzt mit den ganzen Komplikationen und wo du vieles(!!) in Frage stellen wirst und über den Wert von dem ganzen Materiellen nochmal gründlich nachdenken wirst ( auch die ganzen Äußerlichkeiten – also was wirklich zählt: Persönlichkeit oder das Aussehen) und dann irgendwann davon abrückst, neue, dir unbekannte Wege gehst, dem Leben und dirselbst zu vertrauen lernst – nach dem Motto: Ja, ich weiß nicht wie es weitergeht, wie meine Zukunft genau aussehen wird und ich habe Angst, ABER ich gehe dennoch weiter,lebe mein Leben und bleibe nicht stehen ( das wäre dieses Auf-der-Stellen-treten- und in Depris verfallen und im schlimmsten Fall Selbstmord).

Und die Vorschreiberin Pseidon hat sehr recht mit ihren Aussagen. Dein Leben wird ANDERS, aber tiefgründiger,intensiver, NICHT mehr oberflächlich ( so wie du es dir gerade wünschst) und du entwickelst weiter, wirst reifer. Das andere Leben wäre eher so dieses: Party, Feiern, Frauen,wer weiß vielleicht Drogen und dann naja, je nachdem manche rutschen da auch in ungute Szenen rein usw.. . Also gib nicht auf, das wird schon !! :)*

m,nexf


Ich will dir auch nichts ausreden spielst du mit dem Gedanken dir das Leben zu nehmen oder durch Verzicht auf weitere Transplatation quasi auf natürlichem Wege zu sterben , trotzdem was dazu sagen.

Und noch eins ohne gute "Statur" und finanziell Mittel (Kleidung, Kino, Club, Alk) lauft nichts mit Frauen

Wenn 95 dein Geburtsjahr ist, du also jetzt 19 sein dürftest, stimmt das sicher. Aber das bleibt nicht so. Wenn du älter wirst, gewinnen andere, nicht-oberflächliche Dinge an Wichtigkeit. Dass du also ewig ohne Freundin bleiben würdest, nur weil jetzt die Gleichaltrigen eher (aber auch nicht alle) Wert auf geile Klamotten, Party und Saufen legen, stimmt höchstwahrscheinlich nicht.

Studium

Hättest du vielleicht die Möglichkeit eines Fernstudiums, wenn du nicht an einer Präsenzuni studieren kannst?

dazu kommt, dass ich seit 2 Jahren meine Eltern zur Last falle auch das muss nicht sein

Deine Eltern empfinden das sicher nicht als Last, auch wenn es nachvollziehbar ist, dass man das in deiner Situation fürchtet.

sIchneMckeE1985


Hallo lieber Tobias!

Ich kann deine Verzweiflung ein bisschen nachfühlen, mein Partner ist ungefähr in deinem Alter sehr schwer erkrankt und hat nur mit sehr viel Glück und langen, schmerzhaften Therapien überlebt.

Ich kann mir nur ein bisschen vorstellen, wie schwer das alles für dich ist. Letztlich kannst nur du für dich entscheiden, ob und wie du weiterleben kannst.

Was ich dir allerdings zu bedenken geben möchte: Der Tod kommt automatisch früher oder später zu jedem von uns, das Leben ist ein Geschenk.

Mein Schatz ist nicht reich, trotzdem bin ich mit ihm über drei Jahre durch die Krankheit gegangen und wir leben bis heute mit der Frage, wie lange das alles noch gut geht. Du siehst die Menschen in deinem Alter und das, was sie alles machen können und du nicht. Das tut unglaublich weh.

Trotzdem würde ich nie sterben, ohne alles versucht zu haben. Mein Partner und ich haben beide eine Therapie gemacht, um irgendwie wieder mit dem Leben klar zu kommen. In deinem Alter war mein Ziel Karriere, Journalistin werden und mich ganz hoch arbeiten. Jetzt krebse ich noch immer an meinem Studium herum, aber es ist ein Wunder, dass ich es überhaupt so weit geschafft habe.

Was mich all die Erfahrungen gelehrt haben: Man muss vorsichtig sein, mit wem man sich vergleicht und man sollte den Fokus auf das richten, was man kann, und nicht auf das, was man nicht tun kann. Fast alle Menschen, die ich kenne, hatten einen bestimmten Plan von ihrem Leben. Und dann kam eine ungeplante Schwangerschaft, Krankheit eines Angehörigen, eine Scheidung. Alles lebensverändernde Umbrüche, die nicht geplant waren. Doch fast alle dieser Menschen haben einen Weg gefunden, der zwar anders ist als der Plan, aber anders bedeutet nicht automatisch schlecht.

Ich möchte dir sehr professionelle Hilfe in Form eines Therapeuten ans Herz legen. Wahrscheinlich fühlst du dich durch den Vorschlag verarscht, weil der auch nichts an deiner Erkrankung ändern kann. Aber er kann an deinem Denken und Fühlen was ändern oder dich zumindest durch die schwärzesten Zeiten begleiten. Du brauchst einen Menschen, mit dem du ALLE Optionen (auch die des Todes) besprechen kannst, um wirklich urteilen zu können. Eltern und Angehörige kommen dafür fast nie in Frage, weil sie einfach emotional zu involviert sind. Es ist ein Versuch, aber ich wollte niemals sterben, ohne alles versucht zu haben.

Ich hoffe, dass dir die vielen Antworten hier ein bisschen zeigen können, dass du eben nicht nur ein Sandkorn in der Welt bist, sondern dass auch vollkommen fremde Menschen Anteil nehmen und du wichtig für uns bist. :)* :)* :)*

mForix.


Hallo Tobias,

auch ich bin chron. krank, sehr früh geworden (als alle anderen gerade ihr Leben/Studium) anfingen. Ebenso wie du, kann ich am gesellschaftlichen Leben nicht teilnehmen.

Wenn sich das Leben von heute auf morgen so abrupt ändert und man weiß, dass man sein altes Leben nicht zurückbekommen wird, dann ist das verdammt unfair. Das ist einfach Fakt.

Auch ich wollte noch bis vor zwei Jahren "Schluss machen", habe in diesem zurückgezogenen Leben keinen Sinn gesehen, zumal ich wie du, den Sport aufgeben musste (das, was mir alles bedeutet hat).

Hinzu kommt, dass auch ich nicht mehr studieren kann, also Wunschjob ade, wahrscheinlich auch nie viel mehr tun kann als jetzt (ein bisschen von daheim aus arbeiten), daher auch immer wenig Geld haben werde.

Meine Zukunftsängste waren immer sehr groß (sind sie zum Teil noch), auch daher der Wunsch, besser alles zu beenden.

Psychisch ging's mir auch bescheiden, auch aufgrund anderer Probleme, aber das würde jetzt zu weit führen. Jedenfalls war's ein ordentlicher Sack, den ich zu schleppen hatte.

Doch dann hat sich bei mir eine Art Trotzreaktion eingestellt und ich dachte mir, "jetzt erst recht", und seitdem versuche, gegen die Krankheiten anzukämpfen, nach Ärzten zu suchen, die mir vielleicht noch weiterhelfen könnten und ich will einfach nicht mehr aufgeben. Denn irgendwie ist das Leben trotzdem schön und alles hinschmeißen, kann ich später immer noch, wenn ich alles – wirklich alles – versucht habe.

Meinst du nicht, auch wenn es nicht leicht wird, du solltest eine erneute Transplantation vielleicht doch in Erwägung ziehen? Was ist, wenn damit dann alles besser werden würde, wovon du jetzt noch gar nichts wissen könntest? Wäre es dann nicht schade, es nie versucht zu haben?

Aber es muss deine Entscheidung sein, unabhängig von anderen Menschen, sonst bringt es nichts!

Würde dir eigentlich irgendein anderes Hobby auch Spaß machen? Als ich mit dem Sport komplett aufhören musste, habe ich lange überlegt, was mir sonst Freude machen könnte und ich habe etwas gefunden – ich glaube fast, da gäbe es bei dir auch was, oder? Denn so etwas zu haben, ist sehr wichtig!

Zu Beziehungen noch etwas:

Glaub bitte nicht, dass es da draußen nur Menschen gibt, denen es wichtig ist, einen gesunden Partner mit akademischen Abschluss und viel Geld zu haben, denn so ist es nicht, ich habe da ganz andere Erfahrungen gemacht. Ich glaubte, ICH sei nicht gut genug, aufgrund meiner Erkrankung, dabei war die Erkankung für meinen Partner gar kein Thema, im Gegenteil, er wäre diesen Weg gerne mit mir gegangen. Also keine Sorge, es gibt auch Menschen, die suchen sich ihre Liebsten nach anderen Kriterien als Gesundheit und Erfolg aus. ;-)

Ich wünsche dir wirklich von Herzen alles Gute und hoffe sehr, dass du den Kampf doch nochmal aufnehmen wirst, denn man weiß schließlich nie, was noch Schönes auf einen warten könnte. ;-) :)*

TziefJster hHimmel


Jemand schrieb, dass der beste Grund, nicht zu sterben, deine Familie ist.

Ich meine, dass der beste Grund, lieber Tobias, nicht zu sterben, du selbst bist.

Ich glaube daran, dass diese furchtbare Phase und die Schmerzen aufhören werden. Und zwar nicht, weil du dein Leben beendest, sondern weil du diese Phase hinter dir lassen wirst. Es wird dir wieder gut gehen. Ganz sicher!

Du hast jetzt diverse Wertvorstellungen – aber diese werden sich ändern. Glaub mir, glaub allen, die dir das sagen. Du bist sehr jung, und du hast alles noch vor dir.

Wenn du dein Leben beenden willst, dann beende es. Aber nicht dadurch, dass du es beendest – fange neu an. Bitte ändere dein Denken.

Ich halte nichts davon, dass du an deine Eltern denken sollst, um doch nicht aus dem Leben zu gehen – das erzeugt Schuld, und Schuld behindert dich. Denke an dich, wenn du kämpfst, dann kannst du es schaffen. Wenn du es geschafft hast, dann wirst du glücklich sein – wenn DU glücklich bist, dann werden es deine Eltern auch sein!

Du bist und du warst niemals eine Last für jemanden. Du bist ein Geschenk, das geliebt wird.

Alles Gute!

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