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Einsam, allein, krank und sehr traurig

KPapumzin7erkressex2


@ Ito123

Ich denke, sehr viele können anchvollziehen, wie es Dir geht,

Auch dieses Festhaltenwollen an Deiner Ex finde ich nicht so ungewöhnlich.

Vielleicht solltest Du wirklich nochmal über eine Klinik anchdenken, wenn Dir auch Deine Ärzte dazu raten?

Wenn Dir die vorige(n?) nicht so ganz zusagen, dann sieh doch, ob Du im netz Infos über andere Kliniken findest. Ich war während der schlimmsten Zeit zusammengerechnet auch fast ein Jahr in Kliniken, aber ich habe sehr viel Gutes dort empfangen.

Es ist gut, das Du Dich um Dich sorgst. Es ist auch gut, dass Du hier schreibst.

Es ist sicher schwer, jetzt ein Ziel zu formulieren, vielleicht geht es erst einmal darum, jeden Tag auf's neue zu überleben und die Therapie (bzw. den KH-Aufenthalt) durchzuhalten und dort für Dich etwas rauszuziehen.

Vielleicht kannst Du Dir ja vornehmen, jeden Tag etwas Gutes für Dich zu tun.

Vielleicht kannst Du Dich ja irgendwo ehrenamtlich betätigen (im Rahmen Deiner Kräfte)?

Vielleicht gibt es ja bei Dir in der Nähe eine Selbsthilfegruppe?

WOoSlf;ganxg


Das erweist sich nun jetzt als unüberwindbare Hürde.

eine neue, absolute Aussage ... Es ist sicher eine grosse Hürde, vielleicht auch eine sehr grosse, doch sie wird überwindbar sein.

Sonst gab es nur Partnerinnen die mich allesamt betrogen und verlassen haben. Das waren jeweils schwere Momente für mich.

Auch hier sehe ich wieder, dass du nur "das Grosse, Ganze" betrachtest. Deine Partnerinnen haben dich betrogen. Gut und schlecht, das mag sein und dann ist jeder enttäuscht, dem so etwas wiederfährt. Aber zu Beginn? Ab der ersten Minute ging es dir schlecht mit all den verschiedenen Partnerinnen? Betrachte Kleines! Welche 5 Minuten warst du glücklich? Während welcher zwei Minuten hast du gelacht? Während welcher Minute dachtest du: "Oh, das ist eine schöne Landschaft! Ein schönes Bild! eine schöne Musik!"? Nie gab es das in deinem Leben?

J)an7x4


Dir fehlt das "eingebunden sein in einen sozialen Kontext".

Versuchs doch mal mit den einfachen, naheliegenden Dingen..

- körperliche Bewegung ist immer gut. Mach doch täglich eine Fahrradtour

- oder trete gleich in einen Sportverein ein

- wende Dich an eine Kirchengemeinde

- schau ob Du irgendeine ehrentamtliche Tätigkeit machen kannst

irgendwas, was Dich mehr unter Leute bringt und Deinem Leben ein bisschen Sinn gibt. Momentan sitzt Du nur alleine in Deinem Elend und bist nicht in der Lage, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Dabei wäre Verbesserung vermutlich relativ einfach, wenn Du einmal den Schritt da raus unternimmst.

Ich kenn das ja selber dass man unglücklich über die großen Lebensprobleme nachgrübelt und nichts tut, die Hilfe aber eher aus einem Verändern der besagten kleinen Dinge besteht. Die großen Probleme kriegt man vermutlich eh nie in den Griff, aber durch Veränderungen bei solchen Dingen wie ich erwähnt hab könne die Stimmung zumindest schonmal erheblich verbessern. Du bist grübelkrank!

EAllax71


Um ganz ehrlich zu sein gab es keine Zeiten in meinem Leben wo ich freudvolle Momente hatte.

Nicht einmal mit dieser Ex, der Du so hinterhertrauerst? Warum möchtest Du sie dann unbedingt zurück? Sie ist in erster Linie Projektionsfläche und kann Dich nicht (dauerhaft) von Deinem inneren Elend "erlösen"; das kannst nur Du (und ist doch gut so!).

Es kann auch mit zur Trennung beigetragen haben, dass es für eine Frau zutiefst belastend ist, wenn sie die alleinige Macht über das Seelenheil des Partners zugesprochen bekommt – damit ist es Schluss mit Leichtigkeit und Freude in der Beziehung.

ITthox123


@ Ella71

Wolfgang hatte bei seiner Frage nach freudvollen Momenten die Zeit mit meiner Ex-Partnerin explizit ausgeschlossen. In der Zeit mit ihr gab es natürlich reichlich Glücksmomente und Anlass zur Freude.

Bis heute werten wir beide es als die glücklichste Zeit unseres Lebens, abgesehen von den Schlußkapitel.

In dieser Zeit war es nicht so das sie für mein Seelenheil zuständig war, eigentlich war es die ersten 2 Jahre umgekehrt, was mich aber nicht störte.

Bei ihr wurde dadurch Lebenshunger erzeugt denn ich dann leider nicht mehr stillen konnte.

Eigentlich bin ich nur nett und sonst Stink langweilig. Ich denke für eine Zeit war ihr das gut genug aber auf lange Sicht gesehen hat sie wohl gemerkt das es nicht reicht um mit mir leben zu wollen.

Da ich sie liebe müsste ich mich wohl jetzt freuen das sie glücklich ist und ein erfülltes Leben führt. So sagt sie es jedenfalls.

Wie schon gesagt bin ich einfach stehen geblieben und dürfte mich heute eigentlich darum nicht beklagen.

Ich bin aber trotzdem sehr traurig und zweifele ob meines Charakters ob ich überhaupt nochmal was erleben werde.

W9o[lRfgang


Hallo lto123

Bitte schreib mal was. *:)

IUto12x3


Hallo Wolfgang,

Danke für Deine Obacht.

Ich bin noch da, ich hatte und habe Angst vor dem Wochenende, ich hab nur 3h geschlafen trotz aller Mittel.

Ich kam nicht aus dem Bett und habe eine lange Mail an meine Schwester geschrieben, aber nicht abgeschickt da sie ihre Ruhe vor mir braucht. Um 14 bin ich endlich raus, hab geduscht. Ich hab weder Essen noch Wasser zuhause und kann mich trotzdem nicht aufraffen loszugehen. Ich sitze nur rum und surfe mit dem Handy im Netz nach der Suche auf Hilfe.

Ich musste meiner Psychiaterin versprechen mir nichts anzutun. Meine größte Motivation im Leben zu bleiben war bis jetzt meine Ex-Partnerin. Sie sagte schon mehrmals das sie weiß das ihr nichts passieren kann weil ich immer da wäre und sie auffangen würde. Ich hoffe nun das sie fällt und nicht braucht. Krank oder ?

Sie meldet sich nun seit geraumer Zeit nicht mehr und vermittelt mir die Botschaft das ich endgültig der Vergangenheit angehöre. Das feuert meine Depression unglaublich an und ich denke das ihr Spruch keine Verbindlichkeit mehr für mich hat.

Viele so wie ich wollen aber nicht gehen, sie wissen einfach nicht wie es weitergehen soll.

Und genau da stehe ich jetzt. Wie soll ich weitermachen.

Ich habe keine Ahnung was ich mit dem Leben anfangen soll. Nach knapp 50 Jahren. Ist das nicht armselig ?

Darüber hinaus hab ich jetzt ein für allemal gelernt das ich nicht beziehungsfähig bin. Ich bin alles andere als interessant, sondern nur nett. Wer bitte schön möchte denn so ein Psycho an der Seite haben der nicht mal sich selbst glücklich machen kann. Ich kann einer Frau also weder geistige Nahrung geben noch kann ich ihr aus bestimmten Gründen körperliche Befriedigung geben. Das alles macht mich so sicher das ich ab jetzt alleine bleiben werde und auf glückliche Momente einer Partnerschaft verzichten muss.

Aber ihr sagt ja kleine Schritte ... ich bin schon wieder mit meinen Ängsten viel weiter.

Ich kenne die Theorie, erstmal muss man sich selber wieder mögen und glücklich machen bzw. zufriedenstellend bevor man in die Welt rennt um zu leben. Leider hab ich keine Ahnung wie ich die ersten Schritte realisieren könnte. Ich komplett ahnungslos wie ich es anstellen könnte mich selbst erstmal glücklich zu machen.

Ich muss quasi bei Null anfangen. Ich stelle mit vor in eine Stadt zu ziehen weil ich denke das dort mehr Menschen leben. Das war es dann auch schon mit meinen Plänen. Wie ich dann anfangen soll zu leben weiß ich noch nicht.

Ich scheue Menschen obwohl ich empathisch und nett mit ihnen umgehen kann. Gesellschaft wird mir schnell zuviel. Ich bin gerne alleine, aber nicht so einsam wie jetzt. Ich habe keine Interessen die mich in ein Verein locken könnten. Ich kann wegen Gelenksarthrose kein Sport machen was mich darum ebenfalls aus Sportvereinen ausschließt. Ich bin musikalisch oder fremdsprachlich völlig talentfrei. Nicht einmal auf diesen Gebieten könnte ich was anfangen. Ich schäme mich wegen meiner Figur und traue mich nicht einmal ins Schwimmbad. Das mag jetzt alles nach Ausrede klingen um im Nichtstun zu verharren.

Aber ich bin in meiner jetzigen Situation halt in diesen Gedanken begrenzt und nicht frei für fantasievolle Pläne.

Wenn jemand sich vorstellen könnte wie man mit 48 ohne soziale Kontakte wieder ins Leben finden könnte dann bin ich gespannt auf die Ideen.

IccIeLad5y_x50


Ito, zunächst einmal kann ich Deine Situation und dieses tiefe Gefühl von Sinnlosigkeit nachvollziehen und verstehen.

Das Problem an der Situation ist, dass Du emotional unter einer Art gläsernen "Käseglocke" sitzt. Tipps, Ratschläge oder Aufmunterungen können Dich dadurch nicht wirklich erreichen.

Nur ist es so, dass, wo nichts reinkommen kann (durch das "Glas"), auch nichts rausgehen kann. Will heißen, es kommt nichts bei Dir an und Du kannst auch nichts rausgeben.

Zwischenmenschliche Beziehungen leben aber genau davon und im besten Fall ist dieses Verhältnis von "rein" und "raus" auch relativ ausgewogen.

Deine Schwester zieht sich zurück, weil sie permanent reingibt, ohne dass was zurückkommt. Das macht Menschen unter dieser Glocke zu ner Art Energievampire. Es ist unglaublich anstrengend, auf Dauer mit diesen Menschen Kontakt zu haben.

Deine ganze Energie geht nur dahin, was alles vor allen Dingen nicht geht. Was Du nicht kannst, was Du nicht bist, was nicht sein kann.

So kann aber auch nichts passieren, was geht und sein kann.

Ich weiß, Du wirst denken "kluge Worte, aber wie umsetzen?".

Ein Patentrezept gibt es dafür nicht und sich dann irgendwo in Vereinen oder "Menschenmassen" anzuschließen, halte ich generell für schwierig.

Insgesamt scheint es mir aber so, als hättest Du - auch in Bezug auf Deine Exfreundin - meist in der Umgebung vor allen Dingen viel rausgegeben. Das schützt natürlich auch davor, sich mit sich selber beschäftigen zu müssen. Ist man dann alleine, scheint alles auf einmal auf einen einzustürzen und man wird sich vieler Dinge bewusst.

Von daher fände ich es eher ungünstig, Dich mit Menschen zu beschäftigen, die in irgendeiner Form bedürftig sind.

Weißt Du denn eigentlich so generell, was Dir gut tut und Spaß bereitet?

I*toO1%2x3


Hallo IceLady_50,

komisch meine Psychaterin hat mir genau dazu geraten Demut zu üben und mich mit bedürftigen Menschen zu beschäftigen. Ich halte das allerdings auch für etwas peoblematisch. Ich kann gerade nichts geben.

Allerdings war ihr Ansinnen dahingehend das ich dann wohl erkennen müsste das mein Leben viel lebenswerter ist als ich es mir gerade vorstelle.

Du hast komplett Recht, am Anfang der Beziehung war ich der gebende. Über war der ihr Seelendoktor für alle Punkte. Sie hatte keine sozialen Kontakte und war auf mich fixiert. Trotz oder gerade wegen Fernbeziehung "musste" jeden Abend 2-3h telefoniert werden, ich vernachlässigte meine wenigen Freunde bis sie schließlich gänzlich wegblieben. Ich war nur unterwegs mit ihr und dachte das würde reichen. Allerdings wurde ihr Lebenshunger zu groß, ich coachte sie für ein anderen Job und schwups waren alle neuen Kollegen ihre besten Freunde, meine Eifersucht wurde verachtet und nicht verstanden, dann coachte ich die erneut und es passierte dasselbe, neuer Kollege der es dann zum Bruch brachte. Ich hab nicht verstanden die Beziehung zu leben und dachte ich gebe ausreichend. Scheinbar war das Mißverhältnis ihrerseits zwischen nehmen und geben nicht ausgewogen genug.

Ich stelle also fest ich hab keine Ahnung wie man eine Partnerin glücklich macht und wie ich mich selber glücklich mache. Wie Du sagst habe ich mich in der Zeit nie um mich gekümmert. Heute stehe ich da ohne Freunde und ohne Hobbys.

Das heißt so traurig es auch klingen mag ich kann Dir die Frage leider, leider nicht beantworten was mir gut tut.

Ich würde gerne verreisen wenn ich es mir leisten könnte.

Wir waren gerne unterwegs und es war immer schön Neues zu entdecken. Wenn ich jedoch alleine verreisen würde es wahrscheinlich nicht halb so schön werden weil man keinen zum teilen der Eindrücke hat.

Ich weiß es muss lächerlich klingen das jemand mit 48 nicht sagen kann was ihm gut tut oder Spaß macht, aber ich kann es eben nicht.

Die Beziehung und die Droression hat mich komplett aus dem Leben gebeamt.

Und ich hab kein Rezept um wieder teilzunehmen.

Ich möchte gerne weiterleben aber weiß nicht wie ???

Wbolfg$anxg


Ich habe gerade wenig Zeit zu schreiben aber es ist gut das du geantwortet hast.

K<apuzinXerkrespse2


@ Ito123

Ich möchte gerne weiterleben aber weiß nicht wie

Schön, dass Du das sagst.

Dass Du im Moment keine Kraft für andere hast, kann ich verstehen.

Da schließe ich mich Ice_Ladys Meinung an, dass das jetzt eine Überforderung wäre.

Aber vielleicht gibt es einen Selbsthilfeverein oder ein psychosoziales Beratungszentrum in Deiner Nähe?

Da gäbe es Gleichgesinnte, Du könntest so sein, wie Du im Moment bist.

Ansonsten könntest Du ja damit anfangen für Dich zu sorgen, indem Du Dir etwas leckeres, gesundes kochst, dir den Tisch schön machst oder jeden tag einen Spaziergang in die Natur machst.oder eine Radtour....

Oder Du kaufst Dir Stifte oder Fraben und schaust, ob Dir malen Spaß machst.ich finde, Du kannst Dich sehr gut ausdrücken, vielleicht magst Du ja auch schreiben – Tagebuch, Kurzgeschichten ...

Es gibt auch so viele Bücher, die der Seele gut tun, vielleicht guckst Du da auch mal?

Dies hier scheint mir ein gutes Buch zu sein, allerdings habe ich es noch nicht gelesen. es gibt auch eine CD dazu.

[[http://www.arbor-verlag.de/buch/der-achtsame-weg-zur-selbstliebe]]

Aber das Wihtigste wird wahrscheinlich die Therapie sein.

Mehr fällt mir im Moment nicht ein.

ItceLa<dy_55x0


Allerdings war ihr Ansinnen dahingehend das ich dann wohl erkennen müsste das mein Leben viel lebenswerter ist als ich es mir gerade vorstelle.

Ja, gut, das kann ich wiederum verstehen. Aber dazu müsstest Du das Erkennen zulassen und umsetzen können. Das finde ich aktuell schwierig.

Vor allem, da Du ggf. den Hang zu einem Helfersyndrom hast.

Du sprichst über wenige alte Freunde. Was wäre denn, wenn Du Dich bei denen mal wieder meldest und ihnen genau das erzählst, also ihnen erklärst, warum Du Dich so lange nicht gemeldet hast? Nur bitte nicht Dein Leid auskübeln, das könnte schwierig werden. Aber einfach mal plaudern. Und es muss nicht mehr draus werden, aber es wäre ein netter Abend mit Telefonat.

Weißt Du, die Schritte müssen klein sein. Einen Berg erklimmt man auch nicht mit Sprüngen.

Fernerhin könntest Du Dich mal im Trennungsforum umsehen. Ich war damals dort mal für ein paar Wochen angemeldet. Es gibt dort einen Chat, wo man ganz nett auf die Neuen eingeht und auch viele Forenthemen, wo man sich "auskotzen" und austauschen kann. Dort wirst Du im Übrigen viele Leute finden, denen es von außen betrachtet wirklich noch viel schlechter geht ;-)

Insofern wäre das vielleicht sogar mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

IJto1x23


Wieder geht ein komplett ereignisloser Samstag zuende. Ich bin vom Sofa ins Bett umgezogen und mir besteht eine erneute schlaflose Nacht bevor.

Am frühen Abend war ich tatsächlich noch einkaufen. Die drei Worte "Guten Tag" und "Aufwiedersehen" zur Rewe-Kassiererin waren also mein einziger sozialer Kontakt heute.

Überall im mich rum wurde heute in den Gärten gefeiert, gesungen und gelacht, ja sogar gepoltert. Das schlug mir aufs Gemüt, denn ich weiß genau das auch meine Ex-Partnerin nun endlich (ohne mich) das Leben in dieser Form genießt.

Speziell an solchen Tagen wird mir klar wie leer und sinnlos mein Leben geworden ist. Ich weiß das ich das nicht mehr oft ertragen möchte. Ich wäre gern ein anderer Mensch oder einfach nur tot.

Ich denke oft an Robert Enke. Ich frage mich immer was ihn dazu bewegt haben muss zu gehen. Scheinbar hatte er doch alles. Familie, Erfolg und Anerkennung. Was hat ihn bloß getrieben um alles hinter sich zu lassen.

Ich finde ich hätte viel mehr Gründe mich für diesen Schritt zu entscheiden, hätte ich bloß den Mut von Robert Enke.

JranG7x4


Hab das mit der Beziehung nur überflogen – aber kann es sein, dass Du da einer Narzisstin auf den Leim gegangen bist, die Dich ausgenutzt und ausgesaugt hat, komplett egozentrisch, und nun gehts ihr gut und Du bist das ausgesaugte Wrack?

Wäre ja nicht ganz untypisch – jemand, der an sich normal im Leben steht, gerät in so eine Verstrickung, realisiert das alles gar nicht richtig, wird ausgenutzt und ist am Ende ein depressives Wrack. Irgendwie erinnert mich Deine Geschichte, überflogenderweise, sehr stark an sowas.

Wenn das so ist, wäre mein Rat, sich das alles überhaupt erstmal in Gänze klarzumachen! Vielleicht bist Du selber viel weniger "schuld" an Deinem jetzigen Zustand als Deine ehemalige Partnerin!

sbchneck~e198x5


Speziell an solchen Tagen wird mir klar wie leer und sinnlos mein Leben geworden ist. Ich weiß das ich das nicht mehr oft ertragen möchte.

Ist es das? Ist der Wunsch nach dem Tod nicht nur Ausdruck, dass du dich nicht dem wirklichen Leben stellen willst? Du willst ein anderer Mensch sein, ist das nicht auch eine Flucht vor der Realität?

In meiner schlimmsten Zeit ging es mir so wie dir: suizidal, das Gefühl, gar nichts mehr zu können. Dann habe ich mir verboten, darüber nachzudenken, was ich alles nicht kann. Ehrlich, ich hätte mir den Strick genommen.

Statt dessen hab ich mich konzentriert auf Dinge, die ich kann. Wenn ich vor dem Internet hängen wollte, dann hab ich das getan. Ich habe gepuzzlet, gelesen, geschrieben, gebastelt. Meine Wohnung neu gestrichen, mir ein Haustier gekauft. Aus dem Haus gehen konnte ich nicht, Menschenansammlungen waren mir zuwider. Ich glaube, wenn man depressiv ist, dann kommt einem das Leben total sinnlos vor, wenn man nicht der absolute Superheld ist und alles schafft, wovon man träumt. Wenn ich auf Freunde und Verwandte geblickt habe, dann habe ich gesehen, dass ich vieles kann, was die nicht können. Und wie viele von denen von ihrem Traumplan abweichen mussten, um ein unauffälliges, durchschnittliches Leben zu führen. Das hat mich demütig gemacht.

Sicher ist es mit "Reiß dich zusammen!" nicht getan. :)_ :)_ :)* :)*

Trotzdem hat mir - als Kranke - die Orientierung an den Gesunden gut getan. Wer zu viel grübelt, der verliert den Kontakt zur Wirklichkeit, lebt und baut Traumschlösser. Die meisten menschlichen Probleme sind aber schrecklich banal.

Das Schwierigste ist wohl das Loslassen dieser Träume, denen man alle Energie gewidmet hat. Das kenne ich :)_ :)_ :)_

Perfektionismus und das sich-messen-an können nur ins Unglück führen. Glück ist kein dauerhafter Zustand, Glück ist immer punktuell. Sei es nun ein leckeres Essen, ein Lächeln oder ein Film, den man toll findet.

Wofür ich lange gebraucht habe, um es zu verstehen: Die Traurigkeit ist genauso Teil unseres Daseins, wie das Glück. Kennst du das Ying-Yang-Symbol? Schwarz und weiß halten sich die Waage. Aber wo schwarz ist, da kann auch weiß sein.

Ich kann den Ratschlag deiner Therapeutin, dich mit anderen zu beschäftigen, sehr gut verstehen. Depression macht egoistisch und egozentrisch. "Mir geht es schlecht, mich versteht keiner!" Wenn man Mitgefühl, Verständnis haben will, dann muss man bereit sein, ebensolches zu geben.

Die Frage ist: Reißt man sich am Riemen, versucht das Beste aus dem Bisschen, was man aktuell hat, zu machen, oder ergibt man sich der Krankheit? Du hast z.B. einen Beruf, etwas, wovor ich ganz fürchterliche Angst habe. Woran ich zweifle, dass ich das einmal packen werde. Du hast also durchaus etwas, was andere nicht haben.

Letztlich habe ich mit einem Bekannten gesprochen, der sehr wohlhabend ist. Er ist traurig, weil er keine Enkelkinder hat. Früher hätte ich das weggewischt, denn nur ich hatte das Monopol auf Schmerz. Heute kann ich so etwas nachfühlen, aber gleichzeitig auch für mich einordnen, dass jeder so seine Baustellen hat. Egal wie perfekt oder toll etwas ist, ich kenne keinen Menschen, der keine Schwächen hat oder Träume aufgeben musste. That's life! :)* :)_

Mir hat es übrigens sehr geholfen, mich hier auszutauschen. Den Fokus von mir wegzulenken oder aus meinen Erfahrungen etwas Gutes für andere zu erschaffen. Ich gehe z.B. offen mit meiner Erkrankung (die sehr stigmatisiert ist) um, um eben dieses Stigma abzubauen. Um den Leuten zu zeigen, dass ich mehr bin als das, was ich auf den ersten Blick scheine. In der Psychiatrie habe ich viele aufgebaut, ihnen zugehört, ihre Hand gehalten. Das hat auch mir sehr gut getan. Du musst einen Weg finden, um loszulassen. Du hast noch viele Jahre vor dir, die du aktuell an die Jahre hinter dir verschenkst.

Wenn ich gehe, dann will ich einen Samen gesät haben. Nicht global, wahrscheinlich nicht mal regional, aber in den Menschen, die mir nahe stehen. Und wenn es nur hier ist, wo ich einem User ein Lächeln schenken kann.

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