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Nach Vergewaltigung den aktiven Part beim Sex übernehmen?

Eihemaligefr Nutz*er (#1~48050)


Man kann auf viele verschiedene Arten und Weisen antworten/helfen/beraten...Angst ist vielleicht kein guter Ratgeber, aber mit bedacht gewählte Worte können sehr wohl gute Ratgeber sein! ;-) Und das setzt nicht voraus, dass man (freischaffender) Psychologe ist... ;-)

Es ist richtig, dass jeder Mensch am Ende für sich selbst verantwortlich ist und es mir daher "egal" sein könnte, ob ich mit meinen Worten hier etwas auslöse oder nicht. So bin ich aber nicht gestrickt! Es ist nunmal so, dass das geschriebene Wort über keine wirkliche Mimik und Gestik verfügt und es daher vorkommen kann, dass geschriebenes anders aufgefasst wird, als es der Autor ursprünglich im Sinn hatte...vorallem dann, wenn es einem gerade sowieso dreckig geht, man am Boden ist und kaum noch Atmen kann...

Gute Absichten sind gute Absichten, was auf der anderen Seite auf dem Bildschirm ankommt, weiß man nicht...aber man kann versuchen Mißverständnisse so gut es geht auszischließen...das das nicht immer klappt sieht man ja an mir gerade selbst ;-)

Ich sagte daher ja auch, ich stimme dem geschriebenen voll und ganz zu, hätte es aber nie so formuliert. Ich versuche das eben über Brücken und Stück für Stück zu vermitteln...das dauert dann vielleicht, aber es kommt nicht alles auf einmal und ist daher leichter zu Verdauen :)

Gerade in Bezug auf seinen freien Tag...statt ihr zu sagen "wenn du ihm das auch verbietest, dann rennt er dir bald weg! du musst ihm Luft zum Leben lassen!" versuche ich ihr mitzuteilen, dass es OK ist, wenn er sich Zeit für sich nimmt und das doch eine super Gelegenheit für sie selbst ist, die sie nutzen kann...für Hobbies oder etwas anderes und frage sie gezielt, ob es nicht etwas gibt, was sie gerne mal wieder unternehmen würde.

Die TE wird an ihrer Selbständigkeit arbeiten müssen, wenn sie eine dauerhafte, ausgewogene und glückliche Partnerschaft führen will.

Ich versuche eben so gut es geht, ihr Hilfestellungen zu geben, WIE sie ihm mehr Freiraum lassen kann und WIE sie an ihrer Selbstständigkeit arbeiten kann und wie sie mit bestimmten Dingen umgehen könnte, statt sie nur darauf hinzuweisen, DASS sie etwas ändern muss...ob/was ihr davon hilft und was nicht, muss sie dann selbst herausfinden!

Ich kann es nicht besser beschreiben :)

Wer mich jetzt falsch versteht, dem sei es gegönnt ;-) ich halte mich einfach ein wenig zurück, damit der Fokus sich wieder auf das grüne Gummibärchen richtet und nicht darum, wie/was/warum etwas geschrieben wird :)

Falls da noch Klärungsbedarf besteht, bin ich jederzeit per PN erreichbar!

gArüne^s 'Gumxmibnärchexn


Hallo,

sry, das die letzten Antworten nicht so ausführlich waren und ich nicht auf jeden eingegangen bin, ich war mit dem Handy online und habe nur die aktuelle Seite gelesen.

Ich denke auch, dass ihm nicht bewusst war, was er mit dem Satz mit dem Pferd auslöst. Er hat da nicht drüber nachgedacht, sondern einfach mal das rausgehauen was er in dem Moment gedacht hat.

Er zwingt mich zu nichts! Er hat lediglich, auf meine Nachfrage, den Wunsch geäußert, dass auch ich mal den aktiven Part übernehme. Das hieß aber nicht, dass es jetzt sofort und unbedingt so sein muss! Auch wenn ich das im ersten Moment gedacht habe und mir tausende Gedanken gemacht habe.

@ Intarsien:

Er darf sich mit seinen Freunden treffen und er hat dieses Jahr auch zwei Wochenenden gehabt an denen er bei denen war, weil sie eine W-Lan Party gemacht haben. Da habe ich ihn von Freitagabend bis Sonntagabend nicht gesehen.

Es fiel mir nicht leicht und ich habe mich krampfhaft versucht abzulenken. Habe mich in der letzten Nacht auch übergeben müssen, aber ich habe es schaffen wollen, für ihn. Damit er Zeit für sich und mal ein wenig Ablenkung hat.

Natürlich haben wir in der Zeit auch geschrieben, aber ich habe ihm nicht gesagt, dass es mir schlecht geht etc. Ich wollte, dass er seinen Spaß hat und kein schlechtes Gewissen hat, weil er weg war.

Das zweite Wochenende wo er weg war (ca. 2 Monate später) war es das gleiche. Er war weg und ich habe mich versucht abzulenken. An dem Wochenende ging es mir, bis auf Schlafmangel, zumindest körperlich besser und ich musste mich nicht übergeben.

Ich habe auf deinen Rat gehört und ihm letzte Woche wo er zu Hause war nicht geschrieben. (Habe ihm gesagt, dass er seinen Abend genießen soll und das ich ihm deshalb nicht schreiben werde und mich "nur" melde, wenn ich ins Bett gehe um ihm Gute-Nacht zu sagen.

Keine 3 Stunden später war er wieder bei mir, er meinte, er konnte nicht spielen bzw. nicht so lange wie normal, weil er sich Sorgen um mich gemacht hat, weil ich mich nicht gemeldet habe bzw. weil ich ihn eben "alleine" lassen wollte. Er möchte nicht, dass er nen ganzen Abend nichts von mir hört und er möchte auch nicht ohne mich einschlafen.

@ Smaragdauge:

Er hat mir das geschrieben, ich war nicht in seiner Nähe und ich habe auch nicht das Gefühl, dass er aus Mitleid mit mir zusammen ist. Wenn dem so wäre und ihm alles zu viel ist, dann hätte er schon das Weite gesucht. Aber er will eben genau dies nicht. Teilweise habe ich sogar das Gefühl das er mehr Kraft hat als ich. Ich sage ihm,dass ich das alles nicht mehr schaffe und er mit mir nicht glücklich wird, weil ich ihn nur mit hinunter ziehe etc. Er ist dann derjenige der "sauer" wird und sagt, dass er weiß,wann er keine Kraft mehr hat und das ich keine Angst haben soll, dass ich ihn mit hinunter ziehe. Denn wenn das passieren sollte, dann wird er vorher die Reißleine ziehen.

Solange ich ihm den einen Tag in der Woche gebe, an dem er Kraft sammeln kann und wir auch mal ab und zu etwas zusammen machen, wäre alles gut.

Ich soll mich auf mich konzentrieren und zusammen mit ihm und der Therapeutin mein Leben wieder in den Griff bekommen. Auch wenn es längere Zeit oder Jahre dauern wird, mein Selbstwertgefühl wird steigern und dann werden auch die Verlustängste weniger und er kann mehr machen...

Und es sind jetzt schon Veränderungen sichtbar. Am Anfang der Beziehung "durfte" er gar nicht spielen. Nach ca. 3 Monaten waren wir bei ihm und er ist spielen gewesen und ich hatte selbst damit ein Problem damit. Ich lag weinend in seinem Bett und hab gehofft, dass die Zeit endlich um ist und er zurück kommt.

Dann hat mich das nicht mehr gestört und während wir bei ihm gewohnt haben, ist er mehrmals in der Woche bzw. am Wochenende spielen gewesen ohne das ich ein Problem damit hatte.

Das war nur so, wenn er das vierte Mal in der Woche spielen wollte.

Jetzt hat er seinen Tag in der Woche, an dem er allein nach Hause fährt.

Wenn ich jetzt reflektierend zurückblicke, dann hat sich schon was verändert und ich bin ja auch fleißig dabei weiter zu "lernen", sodass es irgendwann noch besser/einfacher ist.

@ Comran:

Wenn er Lust auf Sex hat, dann ist das ja nicht schlimm, im Gegenteil ich freue mich sogar, wenn die Initiative mal wieder von ihm kommt. Denn in letzter Zeit kam sie immer von mir aus.

Grundsätzlich habe ich ja nichts gegen Sex, solange ich in "meiner Rolle" bleiben darf und eben (noch) nicht der aktive Part sein muss.

Was OV angeht habe ich beispielsweise kein Problem. Das kann ich machen ohne das mich dabei seine "blicke" stören.

Und wenn ich mal keine Lust auf Sex habe, dann umgehe ich, das er versucht mir Lust zu machen und ich ihn abblocken lassen muss, indem ich ihm zuvorkomme und ihm eben vorher mir OV "abhilfe" schaffe oder mit der Hand etc.

Ich hoffe ich habe jetzt alle offenen Fragen beantwortet, falls nicht bitte darauf hinweisen!

Ich weiß, dass ich sehr viel von ihm verlange, aber ich versuche ihm so gut es geht das selbe auf andere Art und Weise zurückzugeben und ihm zu zeigen, dass er eben nicht mein Hobbypsychologe ist. Wenn ich nicht erkannt hätte, das ich Probleme habe und etwas ändern muss, weil sonst die Beziehung in die Brüche geht, dann hätte ich nicht hier Hilfe gesucht und ebenfalls auch keine Therapie angefangen...

Ich will was ändern, nur ist das mit Höhen und Tiefen verbunden und dann brauche ich seine Nähe mal mehr und mal weniger. Und irgendwann wird auch der Tag kommen an dem ich froh bin, wenn er mal "weg" ist und ich meine "Ruhe" habe und Zeit für mich habe...

Liebe Grüße

grünes Gummibärchen *:)

ddanaex87


Ich find das gut, also das du dich darum bemühst Abstand zu üben. Er hat große Angst das du dir etwas antust oder?

Ich frag nochmal, wie sieht es mit einer stationären Therapie aus?

g<rünes~ GummibUärchexn


Ich weiß nicht ob er diese angst hat.

Zur Zeit hab ich mich,was suizidGedanken betrifft,ziemlich gut im Griff..

Stationäre Therapie möchte ich nicht,da dann Krankenkassen etc etwas davon mitbekommen und mich das meine berufliche Zukunft kosten könnte.in vielen EinstellungsTests wird die Gesundheit abgefragt und ich hatte letztes Jahr das Problem das ich fast wieder aus meinem Job geflogen wäre,weil ich angegeben habe,mal in therapeutischer Behandlung gewesen zu sein.

Auf Nachfrage hab ich dann einfach behauptet,dass das in früher Kindheit wegen dem Tod meines Vaters war.mit knirschenden Zähnen haben sie es "gelten" lassen...

Und das möchte ich nicht wieder riskieren..

d-anaex87


Du zahlst also deine Therapie privat? Ui das ist echter Luxus.

gUrün4es Gummibjärchxen


Nein tue ich nicht..

Bin bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert..

Aber ich musste alles angeben und musste meinem Arbeitgeber unterschreiben,das ich damit einverstanden bin,dass sie sich meine krankenAkte anschauen bzw von der Krankenkasse anfordern....

dean3ae87


Deine Therapie wird da aber auch geführt werden, dass ist dir klar oder? Deswegen drücken sich soviele Lehramtsstudenten um Therapie rum, weil sie dann nicht mehr verbeamtet werden. Wenn du also jetzt den Job wechselt wird die atuelle Therapie eh in der Liste auftauchen.

gWrünes jGumBmibuärchen


Ich bin jetzt aber nicht bei einer "offiziellen Therapeutin".

Also sie hat das schon gelernt und sowas aber sie ist in einer FrauenBeratungsStelle tätig,dort muss ich weder meine VersichertenKarte vorlegen noch bezahlen,wenn ich es gewünscht hätte,dann hätte auch alles anonym stattfinden können.

Dort haben Sie nur mit solchen "Fällen" zu tun und sie kennen sich echt super aus. Ich habe auch mehrere Flyer für mich und meinen freund bekommen,in der auch Sachen drin stehen warum ich in einigen Situationen so reagiere wie ich es tue etc.

Dort fühle ich mich besser aufgehoben und verstanden als bei meiner damaligen Therapeutin.

Die hat alles bloß runter gespielt und meinte ich solle mich nicht so anstellen.. :°(

dPanaex87


Ah ich verstehe. Wie lange kannst du das denn in Anspruch nehmen bei dieser Stelle?

g,rünes "Gummi bärHchxexn


Soweit ich weiß ist das nicht zeitlich begrenzt.erst heute hatte sie im Gespräch erwähnt,dass wir daran noch Monate vielleicht sogar Jahre arbeiten müssen.

d&ana(e87


Dann ist ja super. Hängt ja auch immer mit der finanziellen Ausstattung der Einrichtung zusammen.

ghrüneys G>um:mibäxrchen


Also von mir gibt's spenden ;-)

So eine klasse Einrichtung unterstütze ich gerne..

dSa:naex87


Verstehe ich und ich wünsche dir wirklich ganz doll viel Glück auf dem Weg. Gibt es eine Möglichkeit innerhalb der Struktur da irgendetwas zu unternehmen? Hier bieten die zum Beispiel sowohl TaiChi als auch Handarbeit und so was an.

EvhemalIigerW Nutzzer X(#87546)


Hallo grünes Bärchen,

ich bin auch vor 4 Jahren vergewaltigt worden. Meine Situation ist mit Deiner nicht ansatzweise zu vergleichen (ich war schon älter, über 20; außerdem war es kein Mensch, den ich kenne oder vertraue, und schon gar nicht DER Mensch, dem man eigentlich trauen können sollte), aber ich habe gerade ein ähnliches Problem und dafür eine Lösung zu finden geglaubt habe.

Das erste Problem was ich hatte, war zu akzeptieren, dass es ein "vorher" und ein "nachher" gibt. Im Gegensatz zu Dir war ich nie in Therapie, ich finde es toll, dass Du diesen Schritt gegangen bist. Bleib auf jeden Fall dabei, auch wenn es manchmal schwer ist oder Dich an Deine Grenzen bringt. Du scheinst eine sehr sensible Therapeutin zu haben, die fühlt, wann sie Dich auf ein anderes Thema bringen muss und die es auch irgendwie schafft, Dich dann wieder zu stabislieren, wenn der Versuch der Aufarbeitung doch einmal etwas zu schnell ging oder zu einem falschen Ergebnis geführt hat.

Das ist nach meiner persönlichen Erfahrung etwas sehr Kostbares! (Einer der Gründe, warum ich nicht in Therapie war, ich hatte keine Kraft für "try and error", bis ich einen Therapeuten finde, der harmoniert.)

Mir ist es generell sehr schwer gefallen, die Situation zu akzeptieren (in Therapie war ich nicht). Ich habe mehrfach in meinem Badezimmer oder meinem Bett gesessen, geweint, war fast schon hysterisch und konnte mir nicht vorstellen, so weiter zu machen.

Warum kann nicht einfach alles so sein wie "vorher"?

Aber wir müssen akzeptieren, dass sich unser Leben in "vorher" und "nachher" teilt, und irgendwie dieses "nachher" gestalten.

Mein Weg hinaus war die Wut über den Täter. Die folgenden Sätze schreibe ich doch lieber trigger-sicher, falls du es lesen möchtest, geh auf die Sternchen. Natürlich steht "eigentlich" nichts Schlimmes drin, aber ich war mal kurz in einem Vergewaltigungsforum (die waren, ehms, ziemlich gruselig und du würdest sie auch gruselig finden) und von dort habe ich mitgenommen, dass man Sachen eben verschlüsseln soll, weil "eigentlich" und "für den Leser persönlich" doch auseinander klaffen können. ??Bei mir war es wie gesagt jemand Fremdes, und das Ganze war eher ein Zufall, für mich eben ein unglücklicher Zufall. Der Gedanke an diese Zufälligkeit hat mich wütend gemacht. Ich dachte mir: für diesen Mensch war das nur ein kurzes Intermezzo, was er sicherlich schon vergessen hat. Er kann sich sicher nicht mehr daran erinnern. Erst war ich neidisch und wieder leicht hysterisch, habe ich mir gedacht "Ich will mich auch nicht dran erinnern müssen" und wollte, dass alles ist wie "vorher". Aber dann bin ich sehr, sehr wütend geworden. Ich habe mir gedacht: "Ich erlaube nicht, dass er so eine Macht über mich hat. Er hat den Abend schon vergessen und ich lasse mich davon so lähmen? Das gönne ich ihm nicht, soviel Aufmerksamkeit, soviel Macht hat er nicht verdient."?? Und es klingt vielleicht seltsam, vielleicht habe ich auch eine sehr seltsame gegen-die-Wand-jetzt-erst-Recht-Persönlichkeit-Struktur, aber für mich war es der Anfang von einem neuen Beginn. Damals habe ich nicht damit gerechnet, dass ein neuer Beginn mehrere Jahre andauert und dann immer noch nicht abgeschlossen ist, aber – ich lerne es, ich akzeptiere es und ich werde immer weitergehen, bis ich ein neues "nachher" geschaffen habe, in dem ich gerne leben möchte.

Auch diese Verhaltensweisen, die Du angesprochen hast, kenne ich. Nicht ganz so extrem (meine Situation war ja auch nicht so extrem wie Deine), aber auch da hat die Wut mir hinausgeholfen. Ich habe mir gedacht: ich will so nicht leben. Und: Ich lasse nicht zu, dass dieser Mensch soviel Macht über mich hat.

Ich habe aufgehört, den Kopf zu senken und schlurfend durch die Straßen zu schleichen. Das bin ich nicht, und so will ich nicht sein. Ich habe angefangen, den Menschen auf der Straße in die Augen zu gucken, zurück zu gucken, und sie als Menschen wahr zu nehmen, die an mir vorbei gehen und mich nicht groß beachten. Manche Menschen haben zurück geschaut und wieder Angstgefühle hervorgerufen, aber ich habe weiter zurück gesehen (vermutlich haben mich diese Passanten daraufhin für leicht gestört gehalten) und wurde wütend, weil ich mit meinem Blick ausweichen wollte und irgendwann haben auch sie weggesehen.

Nunja, ich schweife ab.

Also, mir hat es geholfen, dass ich ziemlich wütend geworden bin und die Macht über mein Leben und meine Handlungen zurück wollte.

Eigentlich habe ich den Beitrag aber nur geschrieben, weil ich zu dem sexuellen Problem in einer liebenden Beziehung schreiben wollte.

Der erste Schritt einer Lösung war für mich, einen gesunden Egoismus zu entwickeln und die Wut, die schließlich meine (hoffentlich stärkste) Reaktion auf dieses Ereignis war, hat mir geholfen, diesen gesunden Egoismus auszuleben. (Aus diesem Grund habe ich mit der ganzen Sache überhaupt angefangen und es schließlich als eigenen Absatz über diesen hier geschrieben).

Mein Freund hat auch nicht begriffen, dass ich ein ganz eigenes Tempo habe. Er hat sich auch Dinge gewünscht, sei es Dinge die ich tun soll oder Sex an sich, und hat nicht verstanden, dass er mich mit dem Äußern dieser Wünschen alleine schon unter Druck gesetzt hat.

Wenn man meinen Freund fragen würde, würde er sagen, dass ich mich meist total verweigert habe. Er ist nicht so auf Sex fixiert, er mag es auch viel zu kuscheln, aber kuscheln führt dann meist zu streicheln und zu Vorspiel, ich muss dann das Ganze beenden wenn es mir zu weit geht und das hat mich alles zu sehr gestresst. Also wollte ich auch nicht kuscheln und war teilweise ziemlich wenig eine Freundin. (Was aber auch kein Kunststück ist, da wir eine Fernbeziehung führen und diese Gelegenheiten zu Körperkontakt oder Kontaktverweigerung demgemäß sehr begrenzt sind.)

Für mich war es sehr schwer, die Situation zu verstehen und ein deutliches STOPP-Signal zu setzen. Ich habe auch schonmal Sex gehabt, obwohl ich eigentlich nicht wollte, aber ich wollte meinen Freund nicht verlieren. Wenn ich ihm das erzählen würde, wäre er ziemlich betroffen. Es war für ihn nicht möglich, die "Kadi ist müde, vielleicht will sie ja doch" von "Kadi will nicht – sie WILL gar nicht" zu unterscheiden.

Man bei Männern, die keine Frauen mit Gewalterfahrungen kennen, schon sehr deutlich kommunizieren. Sie kennen zwar die Situation und wissen, dass es schwierig ist, aber sie verstehen es nicht wirklich.

Eben deswegen hat Dein Freund auch den dummen Spruch mit den Gummitieren gebracht. Mein Freund brachte auch oft dumme Kommentare, was eben daran liegt, dass er (wie eigentlich alle Männer, die ich kenne, es widerstrebt mir, hier reinzuschrieben "So sind sie alle" und zu verallgemeinern) sowas einfach immer und jeder Situation als Scherz macht. Bei männlichen Freunden vor allem, bei weiblichen Freunden, bei der Freundin.

Das ist ein Automatismus, der läuft, und der Versuch, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu äußern, führt dann eben zu solchen "humorvollen" Sprüchen.

Ja... danke, Schatz.

Nein, verdammt, das ist NICHT witzig!!

Ich sehe in Deiner Situation irgendwie eine starke Parallele zu meiner früheren Situation: wir müssen lernen, Grenzen zu setzen und deutlicher zu kommunizieren. Niemand kann in unseren Kopf gucken, und niemand kann erraten, wieviel Einfühlsamkeit und Rücksichtnahme erforderlich ist. Menschen sind keine Hellseher, und wir müssen die Verhaltensweisen, die wir brauchen, klar einfordern.

Das ist bei einem Partner sehr schwierig, weil man natürlich auch Angst hat, diesen einen tollen besonderen verständnisvollen Menschen zu verlieren.

Aber man muss eben, wie eingangs geäußert, auch erkennen, wo die eigenen Grenzen liegen und dann einen gesunden Egoismus zeigen.

Ich bin wütend geworden (zu Unrecht, der arme Mann kann ja nicht hellsehen, wenn ich nicht gut genug kommuniziere), aber diese Wut hat mir eben die Kraft verliehen, seine Bedürfnisse und meine Bedürfnisse zu trennen.

Unterm Strich scheint das ja dasselbe zu sein, denn wir wollen ja beide eine liebevolle "normale" Beziehung, weil, das ist das Ziel. Auf dem Weg dorthin ist unser Tempo und die Art und Weise aber unterschiedlich.

Und um es zu schaffen, dass unsere eigenen Wünsche nach einem schönen Liebesleben und Beziehungsleben auch wahr werden, müssen wir mehr Verantwortung für unser Handeln und unsere Erfordernisse übernehmen. Wenn wir in der panischen "Das überfordert mich jetzt"-Haltung verharren (oder einfach nur im Verlust-Angst-Gefühl oder schlicht und einfach in Panik), ist das der einfachste Weg.

Nicht tun. Erstarren. Atmen. Irgendwann gehts wieder.

Ja, irgendwann gehts wieder – genau so. Nach genau diesem Muster, immer und immer wieder.

Um mehr zu machen, müssen wir – so paradox es klingt – erstmal weniger machen.

Stopp sagen.

Deutlicher kommunizieren und Grenzen setzen. Und dann kann man weitergehen, in unserem Tempo und mit den Handlungen, die sich für uns richtig anfühlen.

~ to be continued

EDhemaNlixge/r Nutz>er U(#14/80x50)


Für das bisherige schonmal ein dickes :)^

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