» »

Nach Vergewaltigung den aktiven Part beim Sex übernehmen?

K adhi0dya


Weiter gehts.

Mir ist es also sehr schwer gefallen, meinem Freund auch mal Grenzen zu setzen, ihm deutlich zu kommunizieren, was geht und was nicht geht (gerade bei der Äußerung von "humorvollen" bemerkungen, Triezereien oder häufigen Wünschen. Als Fernbeziehung ist das bei uns natürlich zeitlich alles geballter; wenn er 1 Woche bei mir ist und ich auch noch viel arbeiten muss, dann möchte ich nicht von geäußerten Wünschen bedrängt werden. Ich weiß, dass er sich Dinge wünscht und was und welche; ich würde es tun, wenn ich könnte. Wenn ich aber schon in dieser Vor-Phase dauernd "bedrängt" werde, dann gehts nicht.)

Wobei das eigentlich auch eine gute Überleitung wieder zu Deiner Situation ist. Was kommt aus seinem Mund und was kommt in meinem Kopf an? Und umgekehrt? Das kann sich ziemlich stark unterscheiden.

Mein Freund hat beispielsweise nicht verstanden, dass ich mich bedrängt fühle, wenn er in einem zeitlich begrenzten Rahmen (er besucht mich x sich Tage und er äußert einen Wunsch, was in dieser Zeitspanne geschehen soll) Wünsche äußert.

Es hat einige Zeit gedauert, bis beide Seiten der Beziehung die eigenen verletzten Gefühle beiseite lassen konnten und sich darauf einlassen konnten, wie das Gesagte, gleich wie es gemeint war, bei dem anderen ankommt.

Und da stand vor einigen Seiten ein schöner Satz, dass Du dich wertschätzen solltest als tollen Menschen, weil er mit Dir zusammen ist. Dass Du Deine guten Seiten und die für ihn schönen Seiten der Beziehung akzeptieren sollst, und Dich auch alleine als etwas wert fühlst.

Dass Du Dir sagen kannst "Ja, ich habe Probleme, im Moment vielleicht ziemlich viele, aber darunter steckt eine ganz tolle Frau, und weil mein Freund diese Frau sieht, ist er gerne mit mir zusammen."

Allgemein teile ich die Einschätzung der anderen Schreiber, dass es besser wäre, wenn Du Dich etwas mehr auf Dich selbst konzentrierst und auf Deine Interessen, dass Du die Zeit, in der Dein Freund nicht da ist, Dich nicht damit beschäftigst, was er gerade tut, denkt, fühlt oder wünscht, sondern die Zeit selbst verbringst, hoffentlich (oder irgendwann) schön verbringst, und dann als Gesprächsthema eher hast "Schau mal, was ich Tolles gemacht habe/gelesen habe/gefunden habe, was ich vielleicht ausprobieren will. Aber ich kann doch nicht nähen / [was auch immer]. Hm, wenn du meinst, dann probiere ich es mal."

Ich habe ja vorher soviel über Abgrenzung im sexuellen Sinne geschrieben, und danach (aber vorm Abschicken ;-) ) dann die anderen Beiträge gelesen.

Abgrenzung ist bei euch beiden ein schwieriges Thema, Du musst Dich sexuell und kommunikativ etwas abgrenzen, Du musst Signale setzen was geht und was nicht geht.

Aber in den Alltagshandlungen ist es umgekehrt, da musst Du Dich von seiner Aufmerksamkeit und Anerkennung abgrenzen und lernen, Dich mehr mit Dir selbst zu beschäftigen – auch wenn Du dazu gerade kein Bedürfnis hast, schon ganz zweckgebunden, das ist erforderlich, um eure Beziehung dauerhaft zu erhalten.

So.

Jetzt habe ich viele wichtige und vielleicht einige schmerzliche Dinge geschrieben, ich hoffe Du liest überhaupt noch mit, denn das was ich nun schreibe, war der eigentliche Grund, dass ich den Titel des Fadens angeklickt habe und hier schreiben wollte.

Ich persönlich wollte Dir auch eine kleine Bondage-Variante vorschlagen, das klingt auf Außenstehende vielleicht seltsam (es war erst enttäuschend und dann erleichtern, dass hier schonmal der Vorschlag kam).

Allerdings halte ich nichts von dieser Variante, bei der er Dir Anweisungen gibt, weil das – bei mir – auch schon wieder Druck aufbauen würde, mich eingrenzen würde und in meine passive Ecke schieben würde.

Ich habe es mir so vorgestellt, dass ich alleine das Ruder übernehme. Ich muss es tun, mein Partner darf nichts an Wünschen äußeren. Was ich tue oder wie weit ich gehe, das ist alles allein mir überlassen und ich werde es aus dem Bauch heraus entscheiden.

"Planung" findet insofern statt, als dass ich überlege, was ich machen möchte, aber das wird dann alles aus dem Bauch heraus entschieden.

Und zwar hatte ich es mir so vorgestellt, dass es vielleicht ganz sinnvoll wäre, sich über Bondage (und ich würde da gerne auch die erwartungsvollen Blicke verbinden) da spielerisch wieder an einen männlichen Körper heranzutasten.

Es mag seltsam klingen, aber seit dem Ereignis habe ich die empfindlichsten Körperteile eines Mannes nicht mehr berührt. Ich will es zwar, wünsche es irgendwie, plane es und nehme es mir vor, aber während des Sex bin ich dann doch zu gefangen in den gedachten Wünschen, Erwartungen und Vergleichsmomenten meines Partners und verharre eher in Passivität.

Da würde dann nur ich entscheiden, was ich tun will.

Für meinen Partner, der das nicht kennt und nicht sehen kann, was ich tue oder wo ich berühre, wäre es sowieso eine neue und schöne Erfahrung, was mir dann irgendwie hilft: wenn ich dann, genau in dieser Situation, merke, dass ich dann doch nicht soweit bin, war das ein extrem ungewöhnliches Vorspiel und eine wirklich neue Erfahrung.

Also kann ich gar nicht "versagen", und das ist dann für mich schonmal etwas, was mir bei der ganzen "Kadi wird aktiver beim Sex"-Sache viel Sicherheit gibt.

Für die Bondage-Freunde hier ist es ja nichts Besonderes, dass man irgendwo hingeküsst wird, es nicht sehen und gespannt erwartet, wo der nächste Kuss landet oder mit den Fingernägeln oder einer Feder gestreichelt wird und es sich gut anfühlt, aber für meinen Partner wäre es das.

Wenn ich also nicht mehr möchte, ist es schonmal trotzdem ein voller Aktivitäts-Erfolg.

Angedacht hatte ich eigentlich, dass ich mit aller Zeit der Welt mich selbst irgendwie desensibiliere und wieder als aktiver Part an einen Männerkörper herantaste.

Vielleicht wäre das etwas, was für Dich, Bärchen, auch geeignet wäre.

Du bringst eine neue, überraschende Sache mit, die keine Frau vor Dir gemacht hat und das ist etwas Besonderes, was zweifach von Dir ausgeht (Du hast es vorgeschlagen, Du bist der aktive Part).

Du bist sogar noch aktiver, weil Du ja schon OV machen kannst. (Das ist mein Ziel bei dieser "Übung.")

Dann fällt es Dir vielleicht leichter, beim nächsten "normalen" Sex auch etwas aktiver zu werden.

Das war das eigentliche, was ich als vergewaltigte Frau mit Passivitätsproblem zu dem Thema beitragen wollte.

Aber wütend werden und so wieder Macht über das eigene Leben gewinnen wollen und es auch in kleinen Schritten schaffen, das sind zwei Dinge, die vielleicht auch als Vorbild für Dich dienen können.

Ich habe den Eindruck, wenn Du Deine Aufmerksamkeit jetzt auf eure sexuellen "Probleme" lenkst, dann machst Du den 10. Schritt vor dem 1.

Eohemal,iger JNutzer (#1U4805x0)


Von meiner Seite aus mal ein riesen Dankeschön für diesen tollen und ausführlichen Beitrag...ich find ihn super!

Auch dir wünsche ich viel Kraft, dass du das, was du für dich geplant hast, in dem für dich möglichen Tempo, schaffst...so wie sich das liest bist du da aber auf einem richtig guten Weg! :)_

K%adhiVdya


Vielen Dank. Ich vermute mal, da kommen mir 2 Charaktereigenschaften zu Hilfe: 1.) Ich bin stur wie ein Maulesel 2.) Ich werde sehr wütend, wenn ich merke, dass ich fremdbestimmt handle

Vielleicht kann die TE ja etwas aus meinen Beiträgen mitnehmen, auch wenn sie anscheinend ein ganz anderer Charaktertyp ist. :)*

d6anace87


Ich lasse nicht zu, dass dieser Mensch soviel Macht über mich hat.

Das war auch was mich hat aufstehen lassen. Undzwar sowohl in einer famileinsituation die der der TE nicht unähnlich ist als auch nach der Vergewaltigung. Die Vorstellung das sie mich sehen und sich freuen und es genießen wie ich am Boden liege, hat mich so rasen lassen das ich aufgestanden bin, auch wenn es mich immer wieder hingelegt hat.

K^a]dhiGdya


Da sollte man es anscheinend wirklich mit dem Motto der ersten Frauenrechtlerinnen halten: wir müssen alle wütend werden, erst dann kann sich etwas ändern.

SPmaragldauge


Auf der einen Seite kann ich gut verstehen, dass man mit Therapie und Co nicht hausieren gehen mag und es irgendwie ein Eingriff in die Privatsphäre ist, wenn der AG in der Krankenakte rumschnüffeln kann.

Auf der anderen Seite aber, gerade wenn es um Verbeamtung oder um psychisch sehr fordernde Berufe geht (z.B. bei der Polizei etc.), finde ich es nicht gut, wenn man etwaige Therapien verschweigt.

Es gibt so viele Berufe, wo es überhaupt keine Rolle spielt, ob man mal ne Depression hatte oder in einer Krise gar suizidal war, aber in manchen Berufen - wo es nämlich um meine eigene Gesundheit und Unversehrtheit geht - möchte ich nur mit psychisch gesunden und stabilen Menschen konfrontiert werden.

Hier war mal jemand, der jahrelang und heftig SVV betrieben und - glaube ich - auch schon mal einen Suizidversuch hinter sich hatte, und dann im Fragebogen für die Aufnahmeprüfung bei der Polizei gefragt wurde, ob dergleichen Dinge schon mal vorgekommen wären. Der Person wurde hier von einigen Usern wirklich geraten zu lügen. Das fand ich damals schon verantwortungslos. Das Argument, man könnte auch später psychische Probleme bekommen, ist eher lau, denn die Wahrscheinlichkeit, wenn man schon psychisch angeknackst da rein geht, ist ungleich höher.

Ich fände es daher wirklich sehr fair, wenn Betroffene genug Einsicht hätten, nicht Berufe anzustreben, für die sie höchstwahrscheinlich einfach nicht (mehr) geeignet sind. Man darf nicht nur die eigenen Wünsche und Träume sehen sondern sollte auch ein Stück weiterdenken. Für junge Menschen ist die Auswahl an Berufsbildern sehr sehr groß, so dass es für praktisch alles Alternativen gibt.

dVan:aex87


Hier war mal jemand, der jahrelang und heftig SVV betrieben und – glaube ich – auch schon mal einen Suizidversuch hinter sich hatte, und dann im Fragebogen für die Aufnahmeprüfung bei der Polizei gefragt wurde, ob dergleichen Dinge schon mal vorgekommen wären. Der Person wurde hier von einigen Usern wirklich geraten zu lügen. Das fand ich damals schon verantwortungslos. Das Argument, man könnte auch später psychische Probleme bekommen, ist eher lau, denn die Wahrscheinlichkeit, wenn man schon psychisch angeknackst da rein geht, ist ungleich höher.

Du blendest dabei aber aus das Menschen die einmal durch den ganzen Mist gegangen sind, die sich selbst gut kennengelernt und Notfall-Strategien entwickelt haben auch wesentlich stabilere Menschen sein können, als all jene die das noch nicht von sich kannten und daher keine Wege haben damit umzugehen. Meine Hebamme zum Beispiel sagte mir das Frauen die schon einmal eine Depression hatten meist wesentlich besser mit einer PN Depression fertig werden als alle ohne Erfahrung auf dem Gebiet. Einfach weil sie den Zustand erkennen und die nötigen Schritte wissen und da nicht komplettes Neuland betreten. Dieser Aspekt wird bei diesen Fragebögen komplett ausgeblendet, ebenso die Tatsache das es gerade in diesen sensiblen Bereichen gehäuft zu Kontakt mit psychisch kranken Menschen kommt und das eine Person mit persönlichen Erfahrungen auf dem Gebiet da wesentlich einfühlsamer vorgehen kann.

Ich nehme an das es hauptsächlich aus einem Grund abgefragt wird, nämlich um eventuelle Ausfallkosten zu sparen. Wären Sicherheitsaspekte der Anlass für diese Frage dann müssten sie eigentlich eine Begutachtung vom Fachmann einführen. Derzeit führt das System nach meiner Erfahrung dazu das Menschen die Stimmen hören unterrichten und verbeamtet werden, denn sie haben ja nie eine Therapie gemacht während Menschen die jahrelang hart an sich gearbeitet haben und nun mit beiden Beinen im Leben stehen nicht verbeamtet werden und oft nicht eingestellt, denn die hatten ja schon eine Therapie.

S!mar.agdPauge


Ich nehme an das es hauptsächlich aus einem Grund abgefragt wird, nämlich um eventuelle Ausfallkosten zu sparen.

Wenn es um spätere Verbeamtung geht - ja. Aber ganz ehrlich, wenn Du Arbeitgeber wärst, würde es Dir gefallen, hier und dort Angestellte durchzuschleppen, die immer wieder mal monatelang ausfallen? Das muss alles von den Kollegen abgefangen werden, der Platz muss freigehalten werden, sonst wird geklagt, kurz, es ist ein Haufen Aufwand, der sich absolut nicht auszahlt. Ich mag keine herzlosen Arbeitgeber, absolut nicht, aber der Arbeitgeber ist nicht Mama und Papa und auch nicht die Heilsarmee.

Dieser Aspekt wird bei diesen Fragebögen komplett ausgeblendet, ebenso die Tatsache das es gerade in diesen sensiblen Bereichen gehäuft zu Kontakt mit psychisch kranken Menschen kommt und das eine Person mit persönlichen Erfahrungen auf dem Gebiet da wesentlich einfühlsamer vorgehen kann.

Ich gebe Dir insofern Recht, dass beispielsweise trockene Alkoholiker oder Menschen, die es von der Straße zurück ins bürgerliche Leben geschafft haben, sehr viel besser mit Menschen umgehen, die noch mitten in diesen Problemen stecken.

Aber wenn es um eine angeknackste Psyche geht, dann sind selbst Menschen mit den besten Copingstrategien nicht so belastbar wie Menschen, die das Glück hatten, aus einem intakten, stabilen und liebevollen Elternhaus zu kommen und zu gesunden, starken und stabilen Persönlichkeiten heranzuwachsen.

Ich kann nur für mich sprechen: Ich möchte nicht an eine Krankenschwester geraten, die bipolar ist, depressiv oder Borderlinerin, ich möchte auch nicht an einen Polizisten geraten, der suizidal ist oder paranoid, ich möchte, hätte ich Kinder, auch nicht, dass sie im Kindergarten von Erzieherinnen mit labiler Psyche betreut werden. Das kann jeder sehen wie er will, aber ich würde das auf keinen Fall wollen.

Wenn hier jemand, der zig Psychiatrieaufenthalte vorzuweisen hat und betreut wohlt, auf die Idee kommt, im sozialen Berufsfeld Fuß zu fassen, gerne mit Menschen arbeitet, dann fanden das tatsächlich einige Leute gut. ":/

Und ehe jemand auf die Idee kommt die "Diskriminierungskeule" zu schwingen: Es ist keine Diskriminierung, wenn nicht jeder Mensch für jedes Berufsfeld geeignet ist, und Eignung macht sich nicht allein an den Wünschen des Interessenten fest. Ich als Diabetikerin darf beruflich keine Fahrtgäste transportieren (Bus, Straßenbahn etc). Werde ich deswegen diskrimiert? Nein. Das ist nur vernünftig.

Stmara@gdauxge


betreut wohnt

SYmarajgdauxge


ich möchte, hätte ich Kinder, auch nicht, dass sie im Kindergarten von Erzieherinnen mit labiler Psyche betreut werden. Das kann jeder sehen wie er will, aber ich würde das auf keinen Fall wollen.

Da fällt mir ein, ich hab sogar ein Beispiel dafür. Ich hatte in der Grundschule eine Lehrerin, die auch Sport unterrichtete. Sie war eigentlich eine lustige, nette junge Frau, sehr hübsch auch. Als ich einmal im Sportunterricht nicht spurte, hat sie mich an der Hand gepackt und mich einmal ganz wild halb um sich herumgeschleudert, ich bin gestürzt und mit dem Kopf auf den Boden geschlagen und wurde kurz ohnmächtig. Das Ganze wurde damals nie irgendwie aufgebauscht, ich hab auch niemandem davon erzählt, es war mir unangenehm. Ein Jahr später oder so bekam sie ein Kind und ging in Mutterschutz. Viele Jahre später, ich war weggezogen und war mal auf Besuch in der alten Gegend, habe ich eine andere Lehrerin getroffen (die nichts von dem Zwischenfall wusste), sie erzählte mir, sie hätten so gehofft, dass die junge Frau sich fängt, wenn sie erst mal ein Kind hat, aber anstelle dessen ist sie in die nächste Großstadt gefahren und hat sich von einem 10stöckigen Wohnhaus gestürzt.

Kurz, ich finde es fair, wenn Menschen ihre Grenzen erkennen, auch ihre gesundheitlichen, und innerhalb dieser Grenzen ihr Glück suchen und finden.

d6ana.e8x7


Ich kann nur für mich sprechen: Ich möchte nicht an eine Krankenschwester geraten, die bipolar ist, depressiv oder Borderlinerin, ich möchte auch nicht an einen Polizisten geraten, der suizidal ist oder paranoid, ich möchte, hätte ich Kinder, auch nicht, dass sie im Kindergarten von Erzieherinnen mit labiler Psyche betreut werden. Das kann jeder sehen wie er will, aber ich würde das auf keinen Fall wollen.

Welche Berufsfelder schweben dir denn so vor? Wenn man davon ausgeht das ein Psyche immer labil bleibt, dann blebt ja kaum etwas über. Keine schweren Maschienen, nichts im sozialen Bereich, nichts wo man zuviel Verantwortung übernehmen muss. Im Klartext: Straßenfeger wäre schön oder vielleicht auch Putzhilfe, aber halt nein, da ist oft der Druck durch den Arbeitgeber riesig.

Ein AG muss immer damit rechnen das etwas passiert und ich finde dieses Sicherheitsdenken nur bedingt nachvollziehbar. Konsequenterweise dürften dann keine Menschen mit riskanten Hobbys (Ski fahren zum Beispiel oder reiten) eingestellt werden, keine Menschen mit riskantem Fahrstil, noch lebende Eltern die eventuell ein Pflegefall werden wären auch doof, genau wie eigene Kinder. Haben die Eltern auch noch Krankheiten die genetisch angelegt sein könnten? Uhh ne, besser doch nicht, könnte ja auch noch kommen. Ich denke am Ende, wenn man alle Komponenten mit einbezieht ist das Risiko für Ausfälle bei jedem Menschen in etwa gleich, nur die Art des Risikos variiert halt.

1) die andere Lehrerin hatte eine Meise wenn sie geglaubt hätte ein Kind könnte da etwas kurieren

2) Eigentlich stützt das meine Meinung. Besser wäre ein Test im Vorfeld gewesen um zusehen wie stabil die Dame ist. Bei auffallender Störung erfolgt dann eben keine Einstellung. Wenn dann da jemand sitzt der 20 Jahre vorher mal eine Depression hatte und seit dem stabil ist hätte ich lieber den im Schuldienst.

S2mgaragpdtauge


Welche Berufsfelder schweben dir denn so vor? Wenn man davon ausgeht das ein Psyche immer labil bleibt, dann blebt ja kaum etwas über. Keine schweren Maschienen, nichts im sozialen Bereich, nichts wo man zuviel Verantwortung übernehmen muss.

Ein Beruf mit zu viel Verantwortung oder Verantwortung für andere Menschen, die schutzbedürftig sind - das würdest Du also gutheißen? Du findest es also gleichbedeutend, von einer Person betreut/bedient zu werden, auf die Du angewiesen bist, die eine psychische Störung hat, wie von einer Person, die gerne zum Rafting geht? Es ist bekannt, dass gerade die psychischen Erkrankungen für die am Stück längsten Krankheitsausfälle sorgen.

Psychische Erkrankungen werden immer noch tabuisiert, einerseits möchte man erreichen, dass sie gesellschaftlich genauso wie physische Erkrankungen akzeptiert werden. Andererseits ist man nicht bereit mit etwaigen Konsequenzen, die sich daraus ergeben, zurechtzukommen. Dass ein Chirurg mit Parkinson nicht mehr in seinem Beruf tätig sein soll, das findet sicherlich jeder richtig, dass jemand, der fehlsichtig ist, nicht Pilot werden darf, findet auch keiner unnormal, aber dass jemand mit einer psychischen Erkrankung eben auch nicht alles tun darf, das ist dann Diskriminierung.

Es läuft doch häufig so: Als Kind schwierige häusliche Verhältnisse (physische oder emotionale Gewalt), dann studieren gehen, entweder dort schon abbrechen oder in den ersten 10 Berufsjahren danach, weil die Akkus leer sind, weil das Grundgerüst schon wackelig ist. Das zeigt doch eindeutig, dass hier eine Überforderung bzw eine Selbstüberschätzung vorhanden ist. Heute rennt sowieso jeder studieren, ein Trend, der sich noch mal rächen wird, weil der Schnitt immer weiter runtergezogen wird, während beispielsweise das Handwerk dagegen nicht genug Lehrlinge findet.

Mein Fazit: Wenn psychische Erkrankungen, die ja leider auf dem Vormarsch sind, wie physische Erkrankungen akzeptiert werden sollen, dann müssen die Betroffenen aber gleichzeitig mit der Kehrseite der Medaille zurechtkommen, nämlich ganz konkrete Einschränkungen, auch "wenn man nichts sieht".

Besser wäre ein Test im Vorfeld gewesen um zusehen wie stabil die Dame ist.

Wie stellst Du Dir das bitte vor? Was für ein "Test"? Man liest doch hier schon im Forum, dass bei Fragebögen Falschaussagen gemacht werden oder man bestimmte Vorgehensweisen bei Tests plant, was man am besten sagt, was man besser verschweigt oder wo man schlichtweg lügt, um den tollen Job zu bekommen - was das für Konsequenzen hat, wird meistens nicht gesehen.

Ich denke, in der Gesellschaft muss ein Umdenken stattfinden, und zwar auf allen Seiten, auch bei den Betroffenen.

d@anaex87


Lass uns das bei Bedarf in einem anderen Thread weiter führen, hier geht es um etwas anderes. @:)

SWmarQagduauge


Stimmt, dachte ich auch schon @:)

S6mara\gda/uge


Liebe TE,

ich kann sehr gut verstehen, dass Du keine Vermerke in einer Akte stehen hast, in die dann ein künftiger AG seine Nase stecken kann.

Für mein Empfinden ersetzt eine Beratung mit ehrenamtlichen Mitarbeitern keine vollwertige Therapie, die von einem ausgebildeten und von den KK bezahlten Therapeuten durchgeführt wird. Eine stationäre Therapie kann noch wirkungsvoller sein als eine ambulante.

Mal so als Beispiel: Ich habe schon mal den einen oder anderen Kurs an einer VHS gemacht, meistens im kreativen Bereich. Die Kurse waren günstig, aber ich muss sagen, so wirklich "hochkarätig" waren sie nicht. Ich habe aber auch schon Kurse mitgemacht, die privat über Ateliers gingen, nicht von Freizeithobbykräften geleitet sondern von erfolgreichen Künstlern. DAS war eine ganz andere Hausnummer. Dabei habe ich sehr viel mehr gelernt, es war individueller, und Berufserfahrung bringt sehr viel mehr mit rein als reine Lehrerfahrung und Hobbyambitionen.

Nun gilt es abzuwägen: Was ist Dir wichtiger? Dass Du Deinen Traumjob später bekommst? Oder dass Du möglichst schnell und effektiv an Deinen Baustellen tätig werden kannst, und zwar unter professioneller Anleitung?

Zum Traumjob möchte ich zu bedenken geben, dass etwaige Tests oder Fragebögen nicht (nur) dazu dienen, eine Risikoabschätzung (was Deine spätere "Effektivität" angeht) zu erstellen, für Dich können sie deutliche Hinweise sein, ob Du für einen Beruf auch wirklich geeignet bist. Wenn etwas in Deinem Lebenslauf ein k.o.-Kriterium ist, würde ich gründlich und sehr kritisch/selbskritisch darüber nachdenken, ob das nicht wirklich so sein könnte.

Ob Du ein Problem hast oder nicht, entscheidet also nicht, ob Du klammheimlich irgendwo zu einer Beratungsstelle gehst oder ob Du ganz offiziell einen KK-zertifizierten Therapeuten aufsuchst oder eine stationäre Therapie machst. Man hat kein kleineres Problem, im Gegenteil, Probleme werden i.d.R. eher größer als kleiner, weil immer was obendrauf kommt.

Du musst also abwägen, wo Deine Prioritäten liegen, den Traumjob zu kriegen, dafür aber privat nicht in die Puschen zu kommen, Partnerschaftsprobleme etc pp, oder ob Du bereit bist, erst einmal Dein Privatleben inklusive Partnerschaft mittels "richtiger" Therapie auf die Reihe zu bekommen und das Risiko in Kauf zu nehmen, beim Job später einen anderen Weg als geplant einzuschlagen.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH