» »

Zukunftsängste

KUaitxo96 hat die Diskussion gestartet


Guten Abend!

Ich bin noch neu hier und hoffe es ist in Ordnung, wenn ich diese Rubrik hier mal als "Kummerkasten" missbrauche.

Ich befinde mich gerade in einer Situation, die wohl jeder schon mal durchgemacht hat: man ist mit der Schule fertig, fängt mit dem Studium an, Freunde ziehen weg, man selbst letztendlich auch, alles ändert sich und es beginnt einfach ein neuer Lebensabschnitt.

Bis vor kurzem stand ich dieser Aussicht noch sehr positiv gegenüber, insbesondere aufs Studium habe ich mich gefreut. Doch jetzt habe ich plötzlich das Gefühl, dass es zu viel Veränderung ist.

Erstmal: meine Freundin geht in ein paar Wochen ins Ausland. Es ist "nur" für ein Dreivierteljahr und theoretisch könnte ich sie dort auch mal besuchen, und über Weihnachten kommt sie eh für mindestens zwei Wochen nach Hause, aber Fakt ist: sie wird für diese Zeit effektiv aus meinem Alltag verschwinden. Klar, gibt es Handy und Skype und Briefe, aber mein (und ihr) kompletter Alltag wird sich verändern und ich werde sie einfach so wahnsinnig vermissen. Ich habe Angst, dass unsere Beziehung das nicht aushält, dass sie in dieser "Aufbruchstituation" merkt, dass ich vielleicht doch nicht der richtige für sie bin, oder sie lernt dort jemanden kennen, oder was weiß ich...Am liebsten würde ich ihr sagen dass sie hier bleiben soll, aber ich will ihr den Abschied nicht noch schwerer machen und sie hat diesen Aufenthalt schon ewig geplant und ich weiß wie wichtig ihr diese Erfahrung ist.

Mein Freundeskreis scheint sich auch gerade aufzulösen, da fast alle entweder umziehen oder auch erstmal ins Ausland gehen.

Zu diesen Veränderungen kommt etwas eigentlich Schönes hinzu: Ich habe im Mai eine kleine Schwester bekommen. ^^ Das ist an sich ein echt tolles Gefühl aber es ist im selben Moment auch eine riesige Umstellung, mit der ich "in meinem Alter" nicht mehr gerechnet habe, und die ganze Situation bei uns zuhause hat sich natürlich verändert.

Ich versuche mich gerade mit dem Gedanken anzufreunden dass mein Leben nie wieder so sein wird wie es mal war, und obwohl ich das vor kurzem eigentlich eher gut fand, überfordert mich dieser Gedanke gerade. Ich habe Angst dass alles schiefgeht: meine Freundin verlässt mich, mir gefällt das Studium nicht, ich finde keinen Anschluss an der Uni und versage einfach auf ganzer Linie.

Ihr denkt euch jetzt sicher dass ich mich da nicht so reinsteigern soll und das alles einfach lockerer nehmen soll, und so gehe ich Sachen ja normalerweise auch an, aber gerade kann ich das irgendwie nicht. Ich fühle mich gerade einfach absolut leer und das macht mir Angst weil mich das daran erinnert wie ich mich vor ein paar Jahren gefühlt habe, wo ich auch so eine komische Phase hatte. Mir fällt es schwer, nicht wieder in destruktive Verhaltensweisen zu fallen obwohl ich das eigentlich gar nicht will. Mit irgendjemandem reden kann ich auch nicht: meine Freundin würde sich Sorgen machen, meine Eltern will ich in ihrem neuen Glück nicht stören, und mit Freunden will ich da auch nicht wirklich drüber reden. Also habe ich gerade keine Ahnung was ich machen soll.

Sorry für das lange Posting. Und danke fürs Lesen.

Antworten
NTor6di84


Die Bedenken sind relativ normal, gerade der Umstieg von Schule (man sieht sich jeden Tag) zu Ausbildung/Uni (jeder macht irgendwo sein Ding und man sieht sich nurnoch am Wochenende) ist nen enormer Schritt. Aber auch ein völlig normaler durch den fast jeder gehen muss. Und ja, ich will hier auch garnichts schön reden, natürlich verliert man den Kontakt zu Schulfreunden. Ich war in der Schule wirklich gut integriert aber trotzdem habe ich heute nurnoch Kontakt zu 2 Klassenkameraden. Den Rest hat man zwar auf Facebook o.ä. drin aber mit denen hat man nix zu tun. Auch das ist normal, irgendwann findet man ein neues Umfeld.

Auch die Bedenken das du das Studium nicht schaffst sind ziemlich normal. Das ist eben ein großer Schritt und im Gegensatz zu früher (z.B. Schulwechsel 4-5 Klasse) bist du dir bewusst das es ziemlicher Mist wäre wenn es nicht klappt. Diese Angst ist aber auch gut, immerhin treibt die dich an dein Studium ordentlich durchzuziehen und es nicht schleifen zu lassen.

Zu guter letzt deine Freundin. Ja, es ist blöd wenn sie ins Ausland geht und ja, viele Fernbeziehungen überleben das nicht. Aber es gibt welche die das tun, gerade mit den heutigen technischen Mitteln kann man gut in Kontakt bleiben. Außerdem kann deine Freundin die gleichen Ängste haben, immerhin gehst du an ne Uni, lernst Komilitoninnen kennen, gehst feiern usw., wer garantiert ihr denn das du nicht ne andere kennenlernst ? Und Schlussendlich: Selbst wenn die Beziehung an der Trennung auf Zeit zerbrechen würde wäre es nicht das Ende der Welt, auch wenns hart klingt.

CEomraxn


Ich habe Angst, dass unsere Beziehung das nicht aushält, dass sie in dieser "Aufbruchstituation" merkt, dass ich vielleicht doch nicht der richtige für sie bin, oder sie lernt dort jemanden kennen, oder was weiß ich...

Es könnte doch dir genauso gehen, und dann wäre es für dich vermutlich OK und deine Freundin würde sich schlecht fühlen. Hat deine Freundin denn auch diese Angst? Ihr könnt zusammenbleiben, deine Freundin könnte sich trennen, du könntest dich trennen, ihr könntet euch auseinanderleben ... die Zukunft ist offen.

Bleibt locker, ihr findet euch in die Situation sicher ein. Natürlich kann auf so lange Zeit eine Entfremdung passieren (obwohl Skype & Co. doch fantastische Medien sind). Aber die passiert dann auf beiden Seiten. Wenn sie mal 14 Tage weg ist, wirst du dich schon daran gewöhnt haben. Und wenn sie dann mal hier ist oder du sie besuchst, wird das Anfangs sehr komisch sein. Man erwartet dann wahnsinnig viel von dieser kurzen Zeit, muss sich aber erst einmal daran gewöhnen, wieder zusammen zu sein. Das ist schon eine Belastung und eine Irritation, dass es nicht gleich so ist wie früher.

Habt ihr denn vereinbart, trotz der langen Trennung aneinander festzuhalten? Wenn ja, würde ich erst einmal darauf vertrauen. Und das regelmäßige Reden hält das Vertrauen ja auch aufrecht. Der Schritt von der Schule ins Leben bedeutet ja auch, dass man eigene Verantwortung übernimmt und Entscheidungen trifft.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH