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Über Hauptschüler herziehen, warum muss sowas sein?

NKordi<8x4


Wer sagt denn überhaupt das die Beispiele des TE wirklich von Studenten oder Akademikern geschrieben wurden ? Das sind ja einfach nur zusammenhanglose Posts im Internet, die können von jedem Halbaffen mit Tastatur verbrochen worden sein.

Auch Anhand der Rechtschreibung kann man das ganz schlecht beurteilen. Es gibt intelligente Menschen die aus dem einen oder anderen Grund keinen geraden Satz zu Stande bringen und es gibt Menschen die fachlich nicht mal nen Pudding an die Wand nageln könnten aber dafür eine extrem gute Rechtschreibung und Ausdrucksweise besitzen.

cFhkaot


Nordi84Früher galt Rechtschreibung mehr als Intelligenz. Wer nicht richtig schreiben konnte, war gleich weg vom Fenster. Ich finde es gut, dass auch Rechtschreibschwächlinge, studieren können.

CComr?an


Früher galt Rechtschreibung mehr als Intelligenz

Nein, als Zeichen von Bildung. Man muss nicht besonders intelligent sein, um Rechtschreibung und Kommasetzung zu beherrschen. In den 70ern haben wir die Grundschule verlassen und beherrschten die Zeichensetzung, weil man uns das Schreiben durch Schreiben beigebracht hat. Heute ist alles wischiwaschi, Multiple-Choice, für Lehrer und Schüler bequem. Gibt es überhaupt noch Diktate, die 40 Minuten dauerten? Bei uns war das in der 4. Klasse normal.

Ich achte in Foren jetzt auch nicht darauf, ob ich mal einen Fehler mache oder nicht. Aber was man oftmals ohne Punkt und Komma und mit furchtbaren Internet-Schreibfehler ("beweißen" ist mein Liebling) auch von Abiturienten vorgesetzt bekommt ist grausam.

Nun könnte man sagen: Rechtschreibung ist überbewertet. Aber Rechtschreibung, Deklination und Konjugation sind nun mal Grundvoraussetzungen für den Zugang zu Wissen, der ja immer noch über das geschriebene Wort mit den entsprechenden sprachlichen Feinheiten geschieht. Mit vielen Schreibfehlern steigt auch allgemein die Schwierigkeit, gelesene Texte richtig zu erfassen, und wer viele Fehler macht, der zeigt auch gleichzeitig, dass er außer verkrüppeltem WhatsApp- und SMS-Deutsch nichts mehr liest.

cIhaoPt


Wenn Jemanden mit einer Rechtschreibeschwäche, verwehrt wird Naturwissenschaften zu Studieren, obwohl er sich in der Schule stets langweilte, finde ich sehr traurig. Hochbegabung sollte gefördert werden, auch wenn er in Rechtschreibung eine Niete ist.

S`irTeClemarxk


Hab ich ja noch nie gehört, dass Geisteswissenschaftler über Mediziner lästern. Eigentlich sind doch die Geisteswissenschaftler (logischerweise) immer "ganz unten".

das kann man so nicht sagen, weil es stark von Fach zu Fach variiert. Die Geschichtswissenschaften stehen zum Beispiel ganz oben, noch über einigen Naturwissenschaften, Medizin und Informatik. Ganz unten stehen dagegen die Soziologie und Politikwissenschaften.

Man muss auch bedenken, dass meiner Erfahrung nach der Sprung von den Geisteswissenschaften zur Naturwissenschaft leichter gelingt als umgekehrt. Ich hatte ein paar Seminare, die sowohl geisteswissenschaftliches als auch naturwissenschaftliches Denken erforderten und die Geisteswissenschaftler konnten sich in die für sie fremden Gebiete gut einarbeiten (Experimente durchführen, Hypothesen richtig formulieren, Kausalität u. Korrelation), während die Naturwissenschaftler tendenziell überfordert waren (Texte aus anderen Kulturen analysieren u. Schlussfolgerungen gegeneinander abwägen und eigenen Argumente dazuziehen, sich überhaupt schriftlich ausdrücken)

SjiarTeylemaYrk


um auch noch was zum Thema zu sagen: ich denke dem TE geht es vor allem um die Angst vor Ausgrenzung und den Wunsch, zu dem zu gehören, was er für die Elite hält. Jeder sucht doch nach einem Platz in der Gesellschaft und wenn man etwas zustande gebracht hat, ist es natürlich verletzend, wenn man trotzdem den Stempel "Hauptschüler" trägt.

Allerdings denke ich, dass der TE übertreibt. Wenn die Leute dich kennenlernen, tritt meiner Meinung nach der schulische Hintergrund mehr und mehr zurück. Vor allem, wenn du in der Zwischenzeit weitergekommen bist und etwas erreicht hast.

PlauBl_Revzere


Die Geschichtswissenschaften stehen zum Beispiel ganz oben, noch über einigen Naturwissenschaften, Medizin und Informatik.

In welcher Hinsicht "ganz oben"?

Man muss auch bedenken, dass meiner Erfahrung nach der Sprung von den Geisteswissenschaften zur Naturwissenschaft leichter gelingt als umgekehrt.

Da hört man auch viel öfter das Gegenteil, was meiner Meinung nach auch Sinn ergibt, wenn man denn die Anforderungen (auch im schulischen Bereich) betrachtet.

Nicht umsonst sagt man, dass ein Abitur mit 3er Schnitt und Fokus auf Naturwissenschaften und Mathematik weitaus mehr wert ist (und Arbeit erfordert) als ein 1er Abitur mit Fokus auf Geisteswissenschaften.

SjirT_elemxark


In welcher Hinsicht "ganz oben"?

in Hinsicht auf die Reputation des Faches bei Leuten, die es beurteilen können.

Da hört man auch viel öfter das Gegenteil, was meiner Meinung nach auch Sinn ergibt, wenn man denn die Anforderungen (auch im schulischen Bereich) betrachtet.

das höre ich nicht und ergibt auch keinen Sinn. Fachliches Wissen kann man erlernen, naturwissenschaftliche Arbeitsweisen auch. Was natürlich Zeit braucht. Geisteswissenschaftliche Arbeitsweisen erfordern allerdings auch viel Übung, geistige Flexibilität, Bewusstsein für den Einfluss der eigenen Sozialisation, Bewusstsein für sprachliche Details und natürlich das Fachwissen der jeweiligen Disziplin.

Zum schulischen Bereich: Es mag leichter sein, eine mittelmäßige Geschichtsnote zu bekommen als eine mittelmäßige Note in Biologie (Wobei selbst das in Bezug auf das Fach Deutsch zunehmend zu bezweifeln ist. Ich habe den Verdacht, dass sich Deutsch unter Schülern zunehmend zu einem Angstfach entwickelt wie man es früher nur von Mathe und Sprachen kannte).

Wenn man aber gute bis sehr gute Noten anstrebt, gleichen sich die Anforderungen m. M. n. an. Wer naturwissenschaftlich mehr interessiert ist als geisteswissenschaftlich und dementsprechend mit einem sehr unterschiedlichen Ehrgeiz an die Fächer herangeht, mag den Eindruck gewinnen, dass Geschichte sehr wenig Aufwand braucht. Klar, er musste ja in der tat viel weniger tun, um sein Ziel zu erreichen. Das lag dann aber nicht daran, dass die Anforderungen des Faches niedriger waren, sondern es lag an den Anforderungen an sich selbst.

Nicht umsonst sagt man, dass ein Abitur mit 3er Schnitt und Fokus auf Naturwissenschaften und Mathematik weitaus mehr wert ist (und Arbeit erfordert) als ein 1er Abitur mit Fokus auf Geisteswissenschaften.

Das sagen vielleicht Teile der Wirtschaft, was aus ihrer Sicht auch zutrifft. Was die geistigen Anforderungen betrifft, sehe ich da keinen Unterschied.

D1ieK>r"uemi


Wie kommst Du darauf, dass Studenten Bildung haben, bzw. über hohen Intellekt verfügen? :-o

Es sind die mit der schlechtesten Rechtschreibung, was Deine Beispiele oben mal wieder beweisen.

Vor Wochen las ich hier im Forum mal einen Bericht eines Studenten....-der Rechner läufte nicht gut-.....ist nur ein Beispiel aus seinem Text....einfach unglaublich, echt.

und weil es ein Forum war, kanntest du die Vita des Studenten? War er ein ausländischer Stipendiat, hatte er eine Rechtschreibschwäche und war dennoch blitzgescheit? Ach neee, es ist viel einfacher, seine eigene Schublade zu füllen.....

Natürlich gibt es Schubladendenken.... das Übelste, was ich je erlebt habe: im Nachgang zu einem internationalen Medizin-Kongreß saß ich mit den Referenten in der Havanna-Lounge ( eher ein "boys club") , der vorsitzende Prof. erhob sich zum Trinkspruch bzw Trinkrede, ich habe nicht alles mitbekommen, weil nach einer Aussage mein Hirn daran hängenblieb und ich nicht weiter folgte. Die Aussage war:

"Man sagt ja gemeinhin, dass alle Menschen gleich sind. Liebe Freunde, dem ist nicht so-und das ist gut so"

Da hätte ich doch glatt auf den stilvoll gedeckten Tisch brechen wollen – und ich war nicht die einzige der angeblich privilegierten Nicht-Gleichen, die die Augen verdreht haben-Gott sei Dank!

szoftkexy


Ich wurde in der Grundschule ständig wegen meiner angeblich geschraubten Sprache gemobbt. Ich sei versnobt, würde g'schwollen daher reden...

meine Art wäre komisch, meine Interessen unter aller Sau. Das ging in der Hauptschule so weiter und in der Unterstufe des Gymnasiums. Ständig wurde ich wegen dem, wie ich was sagte, ausgegrenzt und ich habe angefangen mich anzupassen über die Jahre.

In der Realschule war es dann besser, da waren Leute, die haben einfach akzeptiert, dass ich andere Interessen habe und nachdem ich viel für die Klassengemeinschaft gemacht habe, lief es ganz gut.

Im Sportverein wurden wir Gymnasiasten rausgeekelt und uns ständig irgendwelches Zeug unterstellt, was wir angeblich gemacht hätten und dass wir uns sowieso einbilden würden, was besseres zu sein, obwohl wir GAR nichts mehr gesagt haben,sondern einfach nur dem Sport nachgehen wollten.

In der Ausbildung, im schulischen Praktikum und in der Fahrschule ging das dann munter weiter, ständig wurde mir unterstellt, ich würde mich für was Besseres halten, alle Versuche, normale Gespräche zu führen, scheiterten langfristig, weil ich nicht dazu gehörte. Nur DIE, die in der Hauptschüle wären, hätten echt Ahnung vom Leben, alle anderen würden geschwollen daher reden....

Ich habe es echt gehasst, ständig immer abgestempelt zu werden, weil ich kein Hauptschüler war (was so ja nicht stimmte, aber ich wurde anders wahr genommen).

Mittlerweile bin ich Akademiker und ich werde den Teufel tun, in neuen sozialen Gruppen auch nur ansatzweise so zu tun, als hätte ich einen größeren Überblick (den ich definitiv meistens habe) oder würde nicht verstehen, wenn sich Mütter über ihre 14jährigen unterhalten, die keine Lehrstelle mit QA bekommen oder ähnliches. Nicht einmal in Mutter-Kind-Gruppen oder ähnliches erzähle ich, was ich beruflich mache (weil dann klar ist, dass ich studiert habe).

Ich für mich persönlich habe Hauptschüler und Mindergebildete an sich, die sich nur in ihrem Mileu bewegen und das mit Freuden als extrem diskriminierend und stigmatisierend und als richtig gemein erlebt, wenn man "anders" ist.

Denn nur so, wie DIE das machen, ist es normal, das Selbstverständnis ist echt unglaublich und man KÖNNTE ja mehr, wenn man nur WOLLTE und das Abi wird eh nur hinterher geschmissen und Akademiker produzieren nur geistigen Fachidioten Müll und machen nichts G'scheit's.

Ich schaffe es mittlerweile, mich Kinderturnen, Kleinkindgruppen und sonstigen Neigungsgruppen zu behaupten und anzupassen, ohne dass ich auffalle,

komischerweise bleiben langfristig daraus aber nur die als Kontakte übrig, die selbst Akademiker sind (weil man sich auch "erkennt", einfach an der Art wie man spricht, wie man schaut, wie man reagiert, welche Interessen man hat) und denen geht es in gemischten Gruppen meist genauso, dass sie nie sagen würden, sie machen das und das, weil das die Meute der Nicht-Gebildeten nahezu heraus fordert.

Komischerweise ist auf Haupschüler runter zu gucken,

politisch inkorrekt, aber auf "die da oben" zu schimpfen, voll okay (sieht man ja hier schon am Titel) – und so geht das mit den Vorurteilen munter weiter.

Und @TE

Du scheinst Hauptschule ja auch nicht prickelnd zu finden, denn sonst würdest Du ja keine Mittlere Reife nachmachen.

sXoftkxey


@ Die Krümi

ich habe jetzt echt mal überlegt,

aber ich kenne außer den übergeordneten gesellschaftlichen Zielen bzw. moralischen Prinzipien (und selbst die werden individuell gelebt) der jeweiligen Gemeinschaft eigentlich echt keinen Bereich, in dem Menschen gleich sind. Die Menschen sind verschieden,

anders gäbe es auch keine Entwicklung.

sWoftkbexy


@ sir telemark

für die Geisteswissenschaften braucht man ja auch richtiges Abitur,

für Naturwissenschaften genügt Fachabitur oder gar nur Fachhochschulreife.

Auch Kurse für Schüler an den Unis oder allgemein für jüngere HBs sind meist aus dem naturwissenschaftlichen Bereich,

weil die Leute halt schneller und ohne Vorkenntnisse was mit der Mitternachtsformel anfangen können als mit der Sapir-Whorf-Hypothese – .

m!ne$f


War er ein ausländischer Stipendiat, hatte er eine Rechtschreibschwäche und war dennoch blitzgescheit?

Auch deutsche Muttersprachler ohne Rechtschreibschwäche liefern im Studium z.T. katastrophale Rechtschreibung ab.

für die Geisteswissenschaften braucht man ja auch richtiges Abitur,

Wie kommst du darauf?

ABinyanax89


Warum geht hier jetzt eine Diskussion los, ob Geisteswissenschaften oder Naturwissenschaften "besser" sind? Das sind zwei verschiedene Arten von Intelligenz die dort gefordert werden. Aber das hat nichts damit zu tun, das eines "über" dem anderen steht. Wir brauchen Studienabgänger von beiden Bereichen damit die Wirtschaft läuft.

Genauso ist das mit Akademikern und Hauptschülern, um mal den Gegensatz aufzustellen. Wir brauchen Leute die sich eher für das handwerkliche begeistern können und welche die den Master / Diplomabschluss erreicht haben. Es ist doch egal was "besser" ist, wenn beides notwendig ist.

S_t<a)lfyxr


Wie kommst Du darauf, dass Studenten Bildung haben, bzw. über hohen Intellekt verfügen?

Das mit dem Intellekt sei dahingestelt, Bildung haben sie auf jeden Fall. Um in Deutschland zu studieren braucht man i.d.R. einen hochschulzugangsberechtigenden Schulabschluss. Jemand, der diesen innehat, darf sich wohl durchaus als ansatzweise gebildet bezeichnen.

Es sind die mit der schlechtesten Rechtschreibung, was Deine Beispiele oben mal wieder beweisen.

Also dass die vom TE gezeigten Beiträge von Studenten (oder von Menschen mit hoher Bildung) stammen wage ich sehr stark zu bezweifeln. :=o

Da wächst einfach nur ein riesen Hass gegen Studenten, obwohl ich das garnicht will.

Siehst du, das Gleiche in Grün. Da brauchst du gar nicht die Frage stellen, warum das so ist - du siehst es doch an dir selbst. Du machst dir nicht mal die Mühe, zu hinterfragen, ob das überhaupt von Studenten ausgeht, sondern bekommst gleich einen generalisierten "riesen Hass" auf eine große, unbestimmte Gruppe von sehr unterschiedlichen Menschen, von denen du genau wie viele persönlich kennst? :=o

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