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Ich mag nicht mehr und habe starke Suizidgedanken

cMairha7x8 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe User,

ja, wo fang ich an? Der Grund allen Übels liegt wohl in meiner Transsexualität. Ich bin Mitte 30 und habe als Transfrau spät begonnen mit meiner "Behandlung". Ich bekomme seit ca. 20 Monaten Hormone, allerdings sind die Ergebnisse enttäuschend und mein Körper und mein Aussehen ist eine mittlere Katastrophe. Ich leide sehr darunter, dass Frauen in meinem Alter meist noch sehr toll und hübsch aussehen – ich mag hingegen nicht in den Spiegel gucken, bin einfach hässlich, um es mal auf den Punkt zu bringen. Für Männer absolut unattraktiv. Nun habe ich nach langem Kampf endlich die Kostenzusagen für einen Brustaufbau bekommen, aber sinke unter meiner Traurigkeit zusammen und mir fehlt die Kraft für die OP, auch für die große OP. Ich weine jeden Tag, das seit über 1,5 Jahren.

Ich habe nach 20 Jahren Single-Dasein endlich letztes Jahr jemanden kennengelernt und ich habe mich nach dem ersten Mal sofort verliebt – wir sind irgendwo seelenverwandt und ich liebe dermaßen ... mir fehlen die Worte. Langsam bröselt es aber in der Beziehung. Er hat seelische Probleme und distanziert sich von der Welt und von mir. Er weist mich ständig ab und ich sitz nur noch daheim und weine. Was ihn bedrückt weiß ich nicht. Meine Freunde um mich herum haben Familien gegründet, einen Partner ... posten auf Facebook Urlaubsfotos ... und ich? Mein Leben ist nur ein Trümmerhaufen. Ich als Mensch, mein Körper, meine Beziehung ... es wird ja auch nie besser werden.

Da kommt kein Zauberer und macht aus mir eine attraktive Frau und als transsexuelle Frau – auch noch mit optischen Handicap – findet man auch nicht mal eben einen Mann oder gründet gar eine Familie. Das ist dann wie ein 6er im Lotto – mich will doch keiner. Mein Leben ist völlig perspektivlos. Ich gehe arbeiten bis ich umfalle und dann werde ich sofort in die Kiste gelegt, denn womit und mit wem soll ich denn meinen Lebensabend verbringen? Es ist so sinnlos und ich mag echt nicht mehr!

Ich brauche auch nicht zum Psychologen, denn ich habe ja reale Probleme und die müsste man lösen und mir nicht einreden, dass alles nur eine Frage der Perspektive ist. Wie oft habe ich den Unsinn gehört. Ich denke daher täglich darüber nach mir das Leben zu nehmen. Vielleicht klappt es im nächsten Leben, denn dieses hier hat mir absolut nichts mehr zu bieten und je kürzer es ist, desto eher starte ich das nächste oder bin im Jenseits und legen meinen gehassten Körper ab. Einen Versuch habe ich leider hinter mir und hatte mir quasi im Schock geschworen, dass nie wieder zu tun, aber heute bin ich wieder nah dran – näher als sonst.

Traurige Grüße

Caira

Antworten
Z_wac,kH44


Hallo caira78, was schwere Depressionen sind, weiß ich leider aus eigener Erfahrung. Von Transsexualität habe ich keine Ahnung, aber vielleicht erlaubst Du, dass ich ein paar Gedanken niederschreibe. Männer unterziehen sich bei Hodenkrebs oft einer Hormonbehandlung, bei denen ihnen weibliche Hormone verabreicht werden. Der Krebs kann auf diese Weise für einige Zeit gebremst werden, aber als unerwünschte Nebenwirkung sind Depressionen nicht selten. So könnte es doch sein, dass bei Dir ein ähnlicher Zusammenhang besteht. Dazu kommt in Deinem Fall, dass Du Dich momentan in einem Zwischenzustand befindest, der sicher alles andere als erfreulich ist (vergiß für den Augenblick bitte mal Dein Spiegelbild), und ich kann mir vorstellen, dass diese Depressionen abnehmen, je mehr Du Dich Deinem Ziel näherst, vollständig auf der anderen Seite anzukommen.

Deine Gedanken über eine psychologische Behandlung kann ich teilweise nachvollziehen. Als jemand, dessen Depressionen nur medikamentös behandelt worden sind (und zwar erfolgreich), möchte ich Dir aber den Gedanken nahelegen, einen Psychiater aufzusuchen. Ich kann mir vorstellen, dass das geeignete Antidepressivum Dich in eine andere Welt blicken läßt, die rosa und nicht schwarz aussieht. Vielleicht könntest Du plötzlich Gefallen an Deinem Spiegelbild finden oder Du würdest einen Besuch bei Friseur oder Kosmetikerin in Betracht ziehen. Nur, wenn man etwas unternimmt, kann sich etwas ändern. Ist zwar eine Binsenweisheit, aber in einer Depression vergißt man das meistens.

Ich wünsche Dir alles Gute.

cDair6a78


Auch wenn du es nicht glaubst, aber ich bin nicht depressiv. Das Problem ist mein Körper und mein Leben und nicht mein Kopf. Ich war lange depressiv und weiß wie das ist – ist diesmal alles anders. Ich empfinde durch Glück, Freund sehr intensiv für Momente, wenn ich den Rest mal vergessen kann und ich nicht einsaml bin.

Ich befinde mich in keinem Zwischenstand, denn das ist das, womit ich nun leben muss – abgesehen, was man noch an OPs macht bzw. machen kann. Aber alles, was jenseits von Brustaufbau und große OP geht, muss ich allein bezahlen und das kann ich nicht. Wenn ich ein AD nehme, dann lebenslang, damit es mich vernebelt und ich das wahre Leben nicht so "mitkriege". Ist das aber Sinn des Lebens? Es quasi im Rausch von Medikamenten zu ertragen?

Ich möchte einfach nur leben wie alle anderen Frauen, mit einem Mann, vllt. eine kleine Familie, ans Meer fahren und Urlaub machen, im Garten sitzen. Mich nicht für mich schämen müssen! Dann wäre ich der dankbarste und glücklichste Mensch auf der Welt. Und weil ich das möchte, bin ich depressiv?

w!is[etman8x6


Ich weine jeden Tag, das seit über 1,5 Jahren.

also für mich klingt das schon nach einer depression...

c%aira>78


Okay, und wenn es so ist, ist das die Lösung des Problems: Depression -> Psychologe -> Antidepressiva -> Problem geklärt?

Ich wünschte mir trotzdem, dass mit einem Partner glücklich werden kann. Ist das jetzt vermessen? Ich weine ja nicht grundlos: mal ist es Liebeskummer und Fernweh zu meinem Partner, oft weil ich allein und einsam bin, dann auch wieder, dass ich im normalen Alltag so viele "normale" Frauen sehe und dann traurig bin, dass ich nicht so sein kann. Grundlos bin ich ja nicht traurg.

wvise'man8x6


aber eine depression bedeutet ja nicht, dass man grundlos traurig ist? ":/

Suilbwermondxauge


also erstens kann man bei depressionen grundlos traurig sein, man kann aber auch einen grund haben – wer entscheidet, was ein grund ist ?

zweitens @ caira78 ein Psychologe verschreibt eh keine Antidepressiva, das macht ein Arzt. [Und Antidepressiva stumpfen nicht ab, es sei denn man nimmt eine zu hohe Dosis eines sedierenden AD. Es gibt auch welche die einem helfen "cooler" zu denken. Aber ich will dir jetzt keins einreden, nur die Sachlage aufzeigen]

Ich dachte immer, man müsse vor der geschlechtsangleichenden OP zu einem Psychologen ? Egal, aber ein Psychologe der sich mit Transsexualität auskennt kann dir helfen, mit deinem Leben, auch mit "realen" Problemen, klarzukommen.

Aber du denkst wohl in erster Linie an sowas:

Du hast wahrscheinlich breite Schultern, einen Bartschatten (und kein Geld für eine teurere Laserbehandlung ?) und eine tiefe Stimme.

Aber es gibt doch auch andere Transfrauen die erst spät erkannten was mit ihnen los ist ! Es gibt bestimmt Foren wo du dich mit gleichgesinnten austauschen kannst ?

Google mal nach Michaela Lindner, Quellendorf, das ist jetzt die einzige "Prominenz" die mir gerade einfällt.

Bist du heterosexuell, stehst du auf Männer ? Aber auch bei heterosexuellen Männern wirds welche geben die nicht nur auf "Barbie" stehen !

w\isQeman86


Ich dachte immer, man müsse vor der geschlechtsangleichenden OP zu einem Psychologen ? Egal, aber ein Psychologe der sich mit Transsexualität auskennt kann dir helfen, mit deinem Leben, auch mit "realen" Problemen, klarzukommen.

Ich hab da mal ne Doku dazu gesehen:

Das ganze Prozedere ist eigentlich begleitet, weil man kriegt ja auch vor der OP die Hormone nicht einfach mal so zum Spaß, auch da ist ein Psychologe beteiligt, der hilft die Entscheidung zu verifizieren und es wird auch eigentlich die Einnahme begleitet, weil Despressionen anscheinend dabei recht häufig auftreten können.

einen Bartschatten (und kein Geld für eine teurere Laserbehandlung ?)

Die Kasse zahlt wohl für ne andere Methode und die ist nicht sehr angenehm

cvairza7x8


Doch, das ist eigentlich eher ein Ausschlusskriterium. Viele "richtige" Depressive sind ja quasi "einfach depressiv" ohne erkennbaren Ursachen. Woran das liegt? Weil Depression eine organische Krankheit ist und nix mit "schlecht drauf sein" zu tun hat. Ich bin "einfach nur" schlecht drauf und kann auch von jetzt auf gleich super gelaunt sein.

Es gibt da sicher auch Ausnahmen oder Verläufe, wo sich das verselbstständigt. Ich war auch depressiv wegen meiner Angststörung – völlig grundlos wenn man es so will. Wenn jemand eindeutige Ursachen hat, kann man diese ja beheben und da ist das geklärt. In meinem Fall kann man die Ursachen nicht einfach beheben – so wie man bei einem Krebskranken den Krebs auch nicht wegzaubern kann.

SWilb$ertmondvaxuge


Wenn jemand eindeutige Ursachen hat, kann man diese ja beheben und da ist das geklärt. In meinem Fall kann man die Ursachen nicht einfach beheben – so wie man bei einem Krebskranken den Krebs auch nicht wegzaubern kann.

Was möchtest du denn weggezaubert haben ?

und bei krebs gibt es auch die psycho-onkologie – um krebskranke psychisch zu stabilisieren

was erwartest du von diesem forum ?

cyairax78


Ich wollte mich nur mitteilen, weil wenn man allein ist, hat man niemanden zum Reden. Ich habe leider nur dieses Mittel und entschuldige mich dafür.

Ich habe weder breite Schultern, noch einen Bartschatten – ich bin 1,70m und habe Schuhgröße 39 und ich werde völlig normal als Frau wahrgenommen. Wenn auch keine hübsche. Ich bin halt nicht attraktiv, auch nicht für Männer. So findet man halt keinen Partner. Die wenigen, die ich kennenlernte habe und dich mich eben auch trotzdem sympathisch fanden, habe sich nicht mehr gemeldet nachdem ich ihnen gesagt habe, dass ich transsexuell bin.

Was erwarte ich? Eigentlich gar nix mehr, wenn ich ehrlich bin.

wgi\semyan8x6


naja, wie gehst du denn mit deiner transsexualität um?

stell ich mir schwierig vor: erzählt man es ihnen gleich, vergrault man sie. erzählt man es ihnen zu spät, fühlen sie sich angelogen...

c/air&a7x8


Ich kann ja nicht damit umgehen. Das ist es ja – so als wäre ich ein Verbrecher und hätte etwas zu verheimlichen. Wieso bin ich denn jemanden eine Erklärung schuldig? Ich habe mir ja nicht ausgesucht so missraten auf die Welt zu kommen. Man wird regelrecht von der Gesellschaft verstoßen. Das macht mich traurig und irgendwann denkt man eben auch darüber nach diese Welt zu verlassen, wenn sie ganz gut auf einen verzichten kann. :°(

SGilb~ermo+ndauxge


nochn Grund fürn Psychologen. Der wird dich nicht "nicht-transsexuell" machen aber dir helfen damit klarzukommen (oder zumindest es versuchen)

"die gesellschaft" ist auch in anderer beziehung heutzutage mehr schein als sein

caairYa7x8


Irgendwo sehnt sich jeder nach Liebe und Zweisamkeit oder einer Familie. Eine Psychologe sollte mir jetzt aber dieses urmenschliche Bedürfnis absprechen, weil die Gesellschaft mich als Frau nicht akzeptiert? Soll das der Sinn meines Daseins sein? Das mir jemand die normalen Bedürfnisse einer Frau wegtherapiert, damit ich es auf der Welt aushalte?

Im Grunde hatte ich im Leben die Wahl gesellschaftlich akzeptiert in einem falschen Körper, mit falscher sozialer Rolle zu leben oder in richtiger sozialer Rolle und gesellschaftlich am Rande zu stehen. Der Körper bleibt ja nun mal ... die Wahl zwischen Teufel und Belzebub ... oder: wie man es macht ist es verkehrt.

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