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Ich mag nicht mehr und habe starke Suizidgedanken

wCiseWman8x6


Eine Psychologe sollte mir jetzt aber dieses urmenschliche Bedürfnis absprechen, weil die Gesellschaft mich als Frau nicht akzeptiert?

warum sollte eine psychologe das tun?

sZchntecke19x85


Hallo liebe Carla!

Erstmal: Es tut mir leid, dass es dir nicht gut geht.

Aber: So wie du hier schreibst, merkt man, dass du noch nie bei einem Psychologen warst. Du schreibst etwas von Krebs... mein Partner hatte Krebs und im Zuge dessen bin ich depressiv geworden. Irgendwann war ich an dem Punkt, wo ich nicht mehr leben konnte und wollte. Und habe eine Therapie begonnen. Es war ein langer Weg, und mein Partner hat immer noch eine ungewisse Zukunft vor sich (sprich: Er kann jederzeit wieder erkranken und sterben). Trotzdem gehe ich mit der ganzen Sache jetzt anders um. Ein Psychologe macht keine Hirnwäsche, sondern liefert Denkanstöße, fängt dich auf und vor allem: Entwickelt Lösungsstrategien. Er bringt dich dazu, etwas zu tun, statt nur zu denken. Nur wenn wir anders handeln, können wir auch anders fühlen :)*

Sei mir nicht böse, aber in deprimiertem und vor allem im suizidalen Zustand ist man keine tolle Gesellschaft und auch nicht attraktiv auf dem Partnermarkt. Ich möchte deine Gefühle nicht verletzen, aber ich bin auch keine attraktive Frau. Das war ich nie, werde ich nie sein und falle auch durch alle gängigen Raster. Mein Körper war seit jeher mein größter Feind, inklusive blöde Kommentare von wildfremden Passanten auf der Straße. Ich bin auch nicht schöner geworden durch die Therapie, aber selbstbewusster.

Gerade bei Suizidalität spricht man von "suizidaler Blickverengung". Ist ja auch klar, die Depression ist wie Sinnesdeprivation (was eine sehr bekannte Form der psychischen Folter ist). Das heißt, du nimmst deine Möglichkeiten nur noch sehr eingeschränkt wahr, der Tod scheint als der letzte Ausweg. Du sagst, du bist beim ersten Versuch sehr erschrocken. Das heißt, du wurdest wachgerüttelt.

Und jetzt bist du halt wieder in der Scheiße drin. ABER: Umbringen kann man sich immer. Leben hat man nur eins.

Ich nehme auch Medikamente und wurde so langsam wieder zu der Frau, die lebensfähig ist. Ich will nicht anzweifeln, dass du es als Transsexuelle unglaublich schwer hast bei der Partnerwahl. Aber schwer heißt nicht unmöglich, dafür gibt es zu viele Gegenbeispiele. :)*

Du solltest dem Ganzen eine Chance geben. Denn nur wer versucht, der kann auch urteilen, ob etwas funktioniert. Sterben wirst du so und anders... da ist nichts Heroisches dran, auch wenn man es anders empfindet. Du solltest wirklich nach allen Strohhalmen greifen, die es gibt.

Wenn ich mich selbst vor zehn Jahren anschaue, dann komme ich nicht aus dem Staunen raus, wie anders ich geworden bin in meinen Ansichten, aber auch Gefühlen. Es ist nicht besser oder heroischer, durch Selbstmord zu sterben, als mit medikamentöser Hilfe was aus seinem Leben zu machen ;-) zumindest wirst du für die zweite Variante sehr viel mehr Anerkennung ernten, als für die erste ;-)

Gib dem Leben eine Chance, gib DIR eine Chance! Du verdienst es, egal ob männlich, weiblich oder zwischendrin. Denn du bist sehr viel mehr als deine Traurigkeit, dein Geschlecht oder dein Aussehen.

Alles Gute! :)*

S~ilbermRonda4uxge


Irgendwo sehnt sich jeder nach Liebe und Zweisamkeit oder einer Familie. Eine Psychologe sollte mir jetzt aber dieses urmenschliche Bedürfnis absprechen, weil die Gesellschaft mich als Frau nicht akzeptiert?

Das hat niemand geschrieben.

SWpl$itte<rseelxe


Ich glaube danach sehnt sich jedes fühlende und denkende Wesen :)

Z[wamckI4x4


Ich kann mich schnecke1985 nur anschließen. Ich hatte mit 57 meine zweite schwere Depression. Seitdem lebe ich mit Antidepressiva, bin für den Alltag gut eingestellt und führe ein normales Leben. 3 Auslaßversuche sind mißlungen, also nehme ich meinen AD-Cocktail für den Rest des Lebens (bin 70). Na und?

cjai`r5ax78


@ schnecke1985

Ich fand deinen Beitrag einerseits schon hilfreich, aber irgendwie auch vorwurfsvoll – so als hätte ich mir nie solche Gedanken gemacht. Natürlich war ich beim Psychologen, denn das ist Voraussetzung für eine TS-Behandlung. Da renn ich seit 2 Jahren rein und raus. Ich habe sogar zwei psychologische Gutachten für 2000,- und da steht nicht drin, dass ich depressiv bin. Schwermütig, ja, aber net Borderline, Depression, usw. – das MÜSSEN die ja abhandeln – dazu geh ich da hin. Ich lass mich auch nicht in eine solche Ecke reinschrieben, weil man jetzt hier keine Erklärung findet. Zweitens bin ich auch "nichts zwischendrin", denn ich bin weiblich – das steht so in meiner Geburtsurkunde und genau solche Vorurteile sind es, die man irgendwann satt hat und dann auch mal ganz rational und depressionsfrei vom Dach springt.

Ich finde den Vergleich mit Krebs recht unpassend, zumal wenn man nicht selbst betroffen ist. Ich muss jeden Tag neu entscheiden, wie lebenswert mein Leben ist und habe keine Chance auf Heilung – einerseits weil ich den gesellschaftliche Kriterien nicht entspreche und zweitens, weil ich selber nicht dem entspreche, was mein Gehirn von einem "weiblichen" Körper erwartet. Das kann man nicht verstehen, wenn man es nicht selbst leben muss. Ich habe in meinem Leben viele schwere Zeiten erleben müssen, die ich hier nicht erläutern möchte und es gab sehr, sehr dunkle Tage – an Suizid dachte ich aber nie, egal wie schwer alles war.

Der Punkt ist doch eine völlig rationale Überlegung: Die Wahrscheinlichkeit, dass ich Kinder habe ist NULL, das ich einen Partner bekomme als Transfrau 10-20% (laut Studien)... das heißt, dass ich mit 80-90%iger Wahrscheinlichkeit mein Leben allein verbringen werde. Inmitten meiner Freunde, Kollegen und Bekannten, die fast alle Familie und Partner haben. Mal ehrlich: wie lange soll das gut gehen, wenn man das nicht als Lebenskünstler durchzieht, Indi-Type oder Ökomensch im Biodorf? Ich sehne mich danach und der Rest der Welt lebt es mir vor ... und das jeden Tag!!!

Und schnecke1985, da ich nicht depressiv bin kann ich sehr gut auch fröhlich sein. Ich gehe zu Konzerten, Clubs, usw. und habe dort ja auch Männer kennengelernt. Das schrieb ich doch. Leider habe ich die, nachdem ich meine TS beichten musste, nicht mehr gesehen. Kann ja schlecht mein Fehler sein. Da hilft leider auch kein Antidepressiva!

caai[rax78


Vielleicht als Nachtrag: Ich möchte hier einfach nur mal reden. Es gibt keine Lösungen für meine Probleme – wie sollen die aussehen? Nochmal neu zu Welt kommen. Mein Leben wird ein riesiger Kompromiss in allen Fazetten bleiben und es geht nur noch ums Annehmen, es lebbar zu machen und nicht darum super glücklich zu werden und nach den Sternen zu greifen. Da hätte ich 20 Jahre eher mit der Behandlung beginnen müssen.

Ich kenn so viele Transmädels, die allein sind, unglücklich – tolle, liebenwerte Menschen, für die die Gesellschaften keinen Platz hat. Leider, leider ist es so. :°(

KsrabbQelkäfexrle


Gibt es keine Kontaktmöglichkeiten in bestimmten Bereichen (seis im Netz oder im realen Leben), wo man weiß, dass es dort Leute gibt, die damit kein Problem haben?

Aber mal davon abgesehen, du hast ja einen Partner. Jede Beziehung bedeutet Arbeit. Was hast du denn schon versucht, um an ihn ranzukommen?

w7isemaxn86


Es gibt doch für alles Liebhaber um den Ausdruck Fetischisten zu vermeiden und dafür doch sicher auch spezielle Plattformen... Lernt man dort niemanden kennen, der genau so etwas sucht?

cOairax78


@ Krabbelkäferle

Er drückt sogar meine Anrufe weg und möchte mit niemandem sprechen. Er braucht dingend psychologische Hilfe, aber über eine Entfernung von 600km ist das für mich schwierig, wenn er selbst nicht möchte und sich wehrt. Sobald ich eine Zeile in Whatsapp Hilfe anbiete, kommt "STOP" ... tja ...

@ wiseman86

Genau sowas will ich nicht. Ich bin eine normale Frau und kein Sexobjekt für verdrehte Männerfantasien. Ich möchte ganz normal eine heterosexuelle Beziehung, Eis essen gehen und im Park auf der Decke liegen – und nicht womöglich im Lackkleidchen durch die Bude rennen, weil mein "Lover" drauf steht. Ich sehne mich nach Normalität, mehr nicht.

woi6semaPn8x6


Ich meinte ja auch auf keinen Fall, dass du dir jemanden suchen sollst, der dich als Sexobjekt sieht... aber dort gibt es bestimmt auch Männer, die eine Beziehung zu einer Transsexuellen toll fänden sicher auch genug Spinner, aber man kann ja wählen...... Die "Akzeptanz", die du dir wünsch, ist dort sicher höher

c|airax78


Wie erkläre ich das jetzt? Man mag ja ggf. da jemanden finden, der einen akzeptiert, wie man "ist". Für mich hätte das aber immer die Beigeschmack, dass es für eine "normale" Beziehung nicht gereicht hat – da musste ich mich extra an eine Gruppe Männer wenden, die mich womöglich aus anderen Gründen möchte und nicht weil ich nett bin oder weil man sich liebt. Auf der einen Seite hat man dann eine gewissen Normalität, auf der anderen ist sie irgendwie erkauft, weil es doch wieder unter "Special Interest" läuft ... kommt man so dem Ziel näher? Ich weiß es nicht.

Nach der OP werden mich definitiv die meisten nicht mehr unterscheiden können. Im Gesicht sieht mans halt net. Gibt ja auch hässliche Frauen. Rein anatomisch hat der Mann da also keine Befürchtungen zu erwarten und alles, was im Wege steht ist sein Kopfkino – Dinge von gestern. :-|

wUisehmanx86


Ich denke gerade Frauen wie du reden sich oft hässlicher als sie sind... Hast du denn mal versucht an deinem Äußeren zu arbeiten, Outfit, Makeup, Frisur, ggf Stilberatung?

BRerXglkris3tall4x2


Liebe Ciara

Ich kann Dich gut verstehen, Deinen Wunsch, Familie zu haben, ganz normal glücklich zu sein. Soviel ich weiss, gibt es in der heutigen Zeit einen hohen Anteil an Alleinstehenden. Und ich denke, dass die meisten nicht freiwillig ohne Partnerschaft oder Familie sind. Ich kenne junge, intelligente und auch gut aussehende Frauen, die keinen Partner finden, obwohl das ihr grösster Wunsch wäre. Die Gründe dafür mögen ganz verschieden sein.

Was ich Dir damit zu bedenken geben möchte: Du bist mit diesem Wunsch nicht alleine. Viele andere müssen ihrem Leben einen anderen Sinn als den einer Familie geben. Das ist durchaus möglich und man kann auch anders als mit Familie glücklich werden. Hast Du übrigens schon mal daran gedacht, wie viele verheiratete Frauen die Alleinstehenden um ihre Freiheiten, ihre Unabhängigkeit beneiden? Wie viele in ihrer Ehe unglücklich sind? Weshalb gäbe es sonst so viele Scheidungen? Es gibt nicht nur die eine Möglichkeit, ein ausgefülltes Leben zu führen. Vielleicht können gute und beständige Freundschaften das Leben ebenso wertvoll machen.

Nimm es nicht als vermessenen Ratschlag, wenn ich Dir empfehle, den Fokus nicht nur auf Deinen Familien- und Partnerwunsch zu richten, sondern zu schauen, was das Leben Dir sonst noch bieten kann, oder was Du zu bieten hast.

Ich bin nicht in Deiner Situation, kann mich nicht vollständig einfühlen, das mögest Du mir nachsehen. Aber vielleicht kannst Du doch mit meinen Worten etwas anfangen. Dir alles Gute.

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@ wiseman86

Ich bin in puncto Nachhilfe gut versorgt. Danke aber ;-)

@ Bergkristall42

Ich habe meinen Partner jetzt seit 1 Jahr. Davor war ich 20 Jahre single und habe das auch recht gut gedeckelt, mit Hobbies, Selbstständigkeit, Sport, Freunde, Ausgehen ... als ich dann meinen Partner kennenlernte, mich verliebte und ich dann das alles kennenlernte, wusste ich was ich all die Jahre verkehrt gemacht habe. Habe mich mit materiellen und unnützen weltlichen Dingen beschäftigt. Ein Leben ohne Liebe ist kein lebenswertes Leben. Der Mensch ist nicht dafür gemacht allein zu sein und sich mit anderen Dinge über Wasser zu halten. Ich sag es mal ganz klar: Lieber tot, als ein Leben lang allein. Einsamkeit ist das schlimmste, was ich kenne – es macht einen Menschen kaputt auf Dauer.

Die Zeit, die man mit einem geliebten Menschen verbringt ist das schönste, was ich kenne – allein habe ich keine Lust spazieren zu gehen, ins Kino, in die Bar – keine Lust auf Radausflüge, keine Lust zum Kochen oder auf Fernsehen. Ich will nicht mehr allein sein. :°(

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