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Beruflicher Stress belastet mich

TzenocQhtitl0an hat die Diskussion gestartet


Hallo Med1-Gemeinde,

irgendwie beschäftigen mich diverse Dinge zur Zeit, weshalb ich dachte ich frage hier mal nach Rat.

Seit einiger Zeit übe ich einen Job aus, der mir überhaupt nicht gefällt. Also wirklich so garnicht. Es geht sogar soweit, dass ich sagen würde, ich hasse den Job. Mir gefällt der Inhalt nicht – das Thema interessiert mich nicht – und auch die gesamte Arbeitsweise und das Arbeitsklima gefallen mir nicht. Gleichzeitig ist der Job sehr verantwortungsvoll. Das Problem ist, dass ich einfach keinen anderen Job finde. Seit über einem Jahr suche ich aktiv nach Jobs. Die einzige Ausbeute ist der Job, den ich gerade durchführe. Ich habe den nur angenommen, weil ich nichts anderes gefunden habe. Nun ist es so, dass ich mich scheinbar bewerben kann, wie ich will – es gibt für mich wohl keine Alternativen wie es scheint (vielleicht auch, weil ich eine lange Kündigungsfrist habe). Meine vorherigen Arbeitgeber waren alle von meiner Arbeitsleistung begeistert. Nun leide ich unter beruflichen Minderwertigkeitskomplexen ausgelöstet von dem Bewerbungs- und Jobdesaster.

Das eigentliche Problem ist aber, dass mich das alles psychisch enorm belastet. Etwas übertrieben gesagt, denke ich an fast nichts anderes mehr, als an den Job und die Zukunftsperspektiven (und was ich anscheinend in der Vergangenheit alles beruflich falsch gemacht habe). Meine Gedanken werden von sehr negativen Gefühlen erfüllt, ja sogar von regelrechten Wutausbrüchen, die ich jedoch noch unterdrücken kann. Ich frage mich, wieso "nur mir" solche beruflichen Griffe ins Klo passieren. Dabei weiss ich natürlich, dass das nur ein subjektives Empfinden ist.

Meine allgemeinen Interessen haben sich, seitdem ich den Job mache, drastisch reduziert; ich bin dauermüde und schlafe schlecht. Jeden Morgen wache ich mit starkem Bauchgrummeln auf. Ich frühstücke nie (das habe ich vorher auch nur selten gemacht). Auch fällt an durchschnittlich 3 von 5 Wochentagen für mich das Mittagessen aus (manchmal auch die Mittagspause). Ich esse dann oft nur abends etwas und dann auch viel zu viel. Langsam merke ich, wie es mich schlaucht – mir ist dann auch oft sehr schwindelig.

Ich würde nicht sagen, dass ich depressiv bin oder unter Burnout leide. Es fühlt sich eher so an, als wenn ich in meinem Kopf eingeschlossen bin, wenn ich gerade wieder in einer schlechten Phase bin.

Meine Freundin gegenüber bin ich oft extrem abweisend und abwesend. Sie meint, sie könne mich dann ansprechen und ich würde nicht reagieren – quasi so als wäre ich in einer anderen Welt. Das war vorher auch schon so, doch nun nimmt es zu.

Meine Frage hier an das Forum wäre, ob es einfache Möglichkeiten gibt, wie ich es schaffen könnte, dass ich die Dinge einfach gelassener sehe? Wieso schaffe ich es nicht, den Job so gelassen zu sehen, dass mir alles, was dort schiefgehen kann, einfach gleichgültig ist? Warum kann ich mir nicht vor Augen halten, was schlimmstenfalls passieren könnte? Meine berufliche Zukunft wäre versaut, aber das ist ja auch nichts wovon die Welt untergeht. Die Sachen plagen mich aber wie Bettwanzen. Ich komme davon nicht gedanklich los.

Danke fürs Lesen!

Tenochtitlan

Antworten
mGond+sStern"e


Meine Frage hier an das Forum wäre, ob es einfache Möglichkeiten gibt, wie ich es schaffen könnte, dass ich die Dinge einfach gelassener sehe?

Ich denke mal, es ist nicht so einfach. "Sieh es mal etwas gelassener", mag vielleicht der richtige Ratschlag sein. Aber Du siehst es nunmal nicht gelassen.

Wieso schaffe ich es nicht, den Job so gelassen zu sehen, dass mir alles, was dort schiefgehen kann, einfach gleichgültig ist?

Ich nehme an, es ist Dir wichtig gute Arbeit zu machen. Gleichgültigkeit gegenüber dem Arbeitsergebnis lässt sich wohl kaum erzwingen.

Mir fällt nicht mehr ein als der wenig originelle Vorschlag, mit anderen Menschen darüber zu reden. Du kannst mit Deiner Freundin darüber reden, wie es wäre, wenn Du nicht mehr arbeiten kannst, weil der berufliche Stress Dich vielleicht irgendwann einmal überlastet.

Vielleich kannst Du auch mit Deinem Vorgesetzten darüber reden, dass Du andere Arbeit suchst, weil es Dir zu stressig ist. So ein offenes Gespräch ist natürlich schwierig, aber es könnte vielleicht etwas in die eine oder andere Richtung bewegen.

Tlenoch]titlxan


Hallo mond+sterne,

danke für deine Antwort!

Mir fällt nicht mehr ein als der wenig originelle Vorschlag, mit anderen Menschen darüber zu reden. Du kannst mit Deiner Freundin darüber reden, wie es wäre, wenn Du nicht mehr arbeiten kannst, weil der berufliche Stress Dich vielleicht irgendwann einmal überlastet.

Mit meiner Freundin habe ich da schon oft drüber geredet. Bin da aber mittlerweile arg gehemmt, weil ich sie auch nicht zu sehr belasten möchte.

Vielleich kannst Du auch mit Deinem Vorgesetzten darüber reden, dass Du andere Arbeit suchst, weil es Dir zu stressig ist. So ein offenes Gespräch ist natürlich schwierig, aber es könnte vielleicht etwas in die eine oder andere Richtung bewegen.

Ich habe mit dem Chef schon Tacheles gesprochen. Habe ihm alles aufgezählt, was ich scheisse finde. Er konnte da so richtig nichts zu sagen. Es lief dann irgendwann nur darauf hinaus, dass er für den Job geworben hat, wie toll der doch wäre etc. Im Endeffekt hat es aber nichts gebracht. Meine Schlussfolgerung war: Ich brauche einen neuen Job. Den finde ich nur scheinbar nicht. :(

mPon*d+Qstqernxe


Ich habe mit dem Chef schon Tacheles gesprochen.

Ist doch schon mal gut, dass Du mit Deinem Chef reden kannst. Du brauchst jetzt eine konkrete Forderung und eine Idee, wie Du sie durchsetzen kannst. Fällt Dir da was ein?

T(enocThtitylan


Ne mit dem Vorgesetzten kann man zwar reden, aber das ändert nichts.

Die Arbeit mag ich so grundlegend nicht. Die ganze Arbeitsweise schlägt mir auf das Gemüt. Das kann man leider auch nicht ändern. So richtig glücklich ist da glaube ich fast niemand. Die haben auch eine sehr hohe Fluktuationsrate. Mein Fehler war dem Job eine Chance geben zu wollen...

Heute der Gang zu Arbeit war wieder wie der Gang nach Canossa. Habe mir die ganze Zeit ausgemalt was schlimmstenfalls passieren kann - also Dinge, die einen Jobwechsel erschweren. Wenn ich dann auf der Arbeit angekomme bin ich schon ganz kaputt und ausgelaugt.

Vielleicht muss ich einfach nur die Zähne zusammenbeissen ...

mIond+sTt$ernxe


Vielleicht muss ich einfach nur die Zähne zusammenbeissen ...

Ok, ist Deine Sache. Aber wenn Du mich fragst, ... ;-)

M9ann0x42


Hallo Tenochtitlan,

ich kann das nachvollziehen. Ich war mal in einer ähnlichen Situation.

Ich lese gerade ein Buch, das für dich interessant sein könnte. Und zwar "The Law of Attraction, Geld". Dort gibt es ein Kapitel, das Kapitel 5, das sich speziell mit dem Thema Karriere beschäftigt. Ich kann jetzt nicht beurteilen, ob mir diese Information schon damals genützt hätte. Aber irgendwie wünschte ich, ich hätte das Buch schon damals lesen können.

Ein kleiner Tipp, falls du das Buch wirklich kaufen willst. Es kostet nicht viel, als Taschenbuch ca. 9,00 €. Lass' dich nicht von der Herkunft der Information beirren oder abhalten. Lese es zuerst einmal und fange dann erst an zu werten.

LG

T_ehnochXtit&lxan


Danke Mann042. Ich wrrde da mal reinsehen!

T~enoc,htixtlan


Hm, wieder weiteren Tiefpunkt erreicht. Die Frequenz der Einschläge häuft sich.

Taenouchtixtlan


Hm, eigentlich sollte doch so ein "Beruf" nicht einen so starken Einfluss ausueben, dass quasi ausserhalb des Jobs kein richtiges Leben mehr stattfindet. Haette nicht uebel Lust komplett alles hinzuschmeissen. Aber dann waere ich beruflich verbrannt und meine bisherigen Erfolge wertlos ...

S=inicstxra


Doch, Tenochtitlan, ich bin schon der Meinung, daß ein Beruf einen so starken Einfluß auf das Leben hat – mußt du dir ja nur durchrechnen (sehr banal meine Rechnung) der Tag hat vierundzwanzig Stunden und ein Drittel davon verbringt man in Normalfall in der Arbeit, ein Drittel schläft man und da soll es verwunderlich sein, daß so ein Tagesdrittel die Stimmung für den Rest des Tages drückt?

Such dir ganz dringend neue Arbeit, vielleicht brauchts du Beratung, um eine originelle Bewerbung zu verfassen? Damit du mal aus dem Kreis der Mitbewerber rausstichst? Oder mach es mal eher quantitativ, schreibe viele Bewerbungen, auch auf Stellen, die nicht so toll klingen – denn schlechter kann es dann wahrscheinlich nicht werden :)_

TIeKnochctiGtlaxn


Hallo Sinistra,

danke für deine Antwort!

Such dir ganz dringend neue Arbeit, vielleicht brauchts du Beratung, um eine originelle Bewerbung zu verfassen?

Hm ja, ich habe da schon mit diversen Leuten in unterschiedlichen Positionen gesprochen und deren Ratschläge befolgt.

Damit du mal aus dem Kreis der Mitbewerber rausstichst?

Ja, das Problem ist, dass ich z.B. als Ingenieur arbeite, obwohl ich keiner bin und auch keiner sein möchte. Meine Kollegen haben das Themengebiet studiert, ich "darf" es mir so nebenher aneignen. Ich hatte auch schonmal ein Jobangebot als Ingenieur erhalten vor einiger Zeit in einem komplett anderen Fachgebiet, aber abgelehnt blöderweise. Das ist halt das Problem: Ich darf bei Bewerbungen immer gegen viele Ingenieure anstinken, weil es mein Spezialgebiet in der Wirtschaft nicht gibt. So vom Typ her bin ich leider auch niemand, der dann in Vorstellungsgesprächen dick aufträgt. Naja, muss mich wohl weiter bewerben und weiter bewerben ... Aber ich verliere einfach die Geduld. :(

Oder mach es mal eher quantitativ, schreibe viele Bewerbungen, auch auf Stellen, die nicht so toll klingen – denn schlechter kann es dann wahrscheinlich nicht werden :)_

Ja, ich spiele auch mit dem Gedanken, es mal auf die Tour zu probieren, sonst leidet meine Gesundheit noch weiter und ich klapp irgendwann zusammen.

T.enoc;htittlan


Wobei "irgendwann" eher in sehr naher Zukunft liegt als in ferner.

S/inisxtra


Also daß ich es richtig verstehe – du hast ein Spezialgebiet ohne sozusagen anerkannte Ausbildung, und wie ist das, erschwert dir das die Suche oder ist das schon ein Vorteil, das Spezialgebiet?

Nun, dick auftragen bringt glaub ich gar nicht soviel, diese innere Souveränität, die wirkt viel mehr, aber die hat man nur, wenn man von seiner eigenen Leistung, die man erbringen kann, auch überzeugt ist.

Und was noch einiges ausmacht, auch wenn es keiner zugeben würde, ist instinktive Sympathie oder Antipathie, damit meine ich, daß Entscheidungen der Personaler auch davon getragen werden, ob jemand ins Büroklima paßt oder nicht.

Und natürlich die Anzahl der Bewerbungen, die da auf einen Job kommen.

Aber mach zumindest was, weil dann hast du eine bessere innere Zufriedenheit mit dir selber, weil du nicht in einer Opferrolle verharrst und nur abwartest, ob ein Wunder passiert oder nicht ;-)

Tienocht>itlaxn


Hallo,

danke fuer die Antwort!

Doch, ich habe ein Studium absolviert und danach mehrere Jahre als Wissenschaftler in der Grundlagenforschung mit unterschiedlichen Schwerpunkten gearbeitet. Dieses Themengebiet gibt es in der Wirtschaft in der Form nicht. Nichtdestotrotz habe ich waehrend der Zeit natuerlich viele Faehigkeiten erwerben koennen, die man auf diversen Gebieten einsetzen kann. Nur leider scheinen das Personaler anders zu sehen. Ich habe glaube ich noch nie eine Stellenanzeige gesehen, die vollstaendig zu meinem Profil passt.

Keine Ahnung, ob ich wirklich so in der Opferrolle drin bin. Ich beginne jedoch zu resignieren. Jeden Tag durchforste ich das Internet nach Stellenanzeigen und alle drei Wochen oder so schicke ich dann auch mal eine Bewerbung ab. Klar, das koennten deutlich mehr sein moeglicherweise ...

Naja eigentlich ging es mir hier auch eher um die psychischen und koerperlichen Beschwerden als um die Bewerbungsprobleme ansich.

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