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Das Leben soll rund laufen

Alias 689082 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr lieben,

Heute bin ich fast 27 und mein Leben lief irgendwie chatotisch. Warum genau ist an dieser Stelle kaum von Bedeutung, da es mir speziell um 'das Jetzt' geht.

Um aus dem Chaos aus zu brechen, habe ich in den letzten Jahren durchaus etwas getan.

Ich hatte mit Depression zu tun, die sich mit einer Schilddrüseneinstellung zum größten Teil erledigten.

Ich habe in diversen Teilen meines Lebens Prioritäten zumindest angesetzt, nachdem ich mich vorher viel zu sehr zurück genommen habe.

Auch ein anhängliches Alkoholproblem habe mit seichter Lebensumstellung nun schon so weit im Griff, dass sich die Sorgen darum zu einem Minimum dezimiert haben.

Ich arbeite auch am Gewicht und meinem Selbstbewusstsein. Die Erfolge sind durchaus erwähnenswert ... also, was mein Leben angeht läufts eigentlich.

(Dazu muss ich sagen das ich nicht 'ganz unten angefangen' habe, sondern daran gearbeitet habe mich für mich selbst zurück zu gewinnen, weil ich wieder so werden wollte wie ich mal war.)


Nun ist es so, dass ich in meiner 'Aufbau-Zeit' gerade mein Studium vollkommen vernachlässigt habe. Nachdem ich gut durchgestartet bin und zu 100% in der Regelstudienzeit war, brach es in den letzten 3 Semestern total ab. Da wurde nur noch hier was gemacht, da was gemacht ... und der Ergeiz verschwand irgendwo in einer Schublade.

Ich bin Allergisch auf Nachfragen geworden und dazu übergegangen mich selbst nicht mehr als 'Student' zu bezeichnen. Es wäre auch nicht mehr 'so viel zu tun', bis zu meinem Abschluss. Aber irgendwie strebt in mir alles dagegen.

Ich kann mich nicht mehr aufraffen, reagiere abwinkend auf Nachfragen zum Studium und halte es irgendwie selbst für gegessen.

Ich möchte endlich mit dem Leben anfangen und mit dem Kaugummikauen (schwache Metapher für 'immer weiter lernen') aufhören. Ich gehe nun seit 22 Jahren 'zur Schule' und habe die Schnauze voll!

Lebenserfahrung hab ich durchaus auch. Mehr als ich in meinem Alter hätte haben wollen. :-D

Ich habe das Gefühl 'fertig zu sein' aber für die Ansprüche der Welt nicht 'fertig genug sein zu können'. Und das macht mir das Studium mies. Andere hätten längst ein 'nachträgliches Urlaubssemester wegen persönlicher Probleme' (o.ä.) beantragt, aber das wiederstrebt mir irgendwie. Natürlich hatte ich anderes im Kopf, aber wer weiß ob es nun so viel gewesen ist, als das ich es nicht hätte packen können.

Was ich will weiß ich nicht. Aber ich fühle mich gebremst darin, es raus zu finden.

Dazu sei gesagt, dass ich bereits eine Berufsausbildung habe; Den Beruf aber nie ausgeübt habe, weil ich damit keine Stelle bekommen habe. (Deswegen auch ein Studium im Anschluss) (Ausbildung und Studium sind im Kunstbereich zu Hause)

Es fuckt mich ab, weil ich weiß das ich arbeiten kann. Bisher habe ich viele größeren Probleme in meinem Leben angehen können und meinen Weg damit gefunden, aber beruflich lieg' ich derzeit trocken.

Was mir den Rest wieder madig macht: Anstatt mich weiter um meine berufliche Zukunft zu kümmern, habe ich angefangen meine Wunden zu schließen. Obwohl es mir nun besser geht, habe ich mehr Angst als vorher. Denn außer mir interessiert es doch 'nen Toten, wie gut ich mich auf die Reihe bekommen habe!

Bei mir rotieren immer neue Baustellen. Ich kann sie kaum abbauen.

Langsam frage ich mich ernsthaft ob ich Konkurrenz-, Lebens- und Existensfähig bin. Mein Seelenleben ist nun einigermaßen in Ordnung, geht aber auf volle Kosten meines restlichen Lebens.

Ich habe keine genaue Frage, hoffe aber darauf das jemand etwas dazu sagen kann/möchte. Mir rotzt sich das Hirn runter. :-|

Antworten
stchnec-ke1a985


Hm, ich und ein Freund haben das Studium dann abgebrochen, für ca. 1 Jahr. Raus aus dem Kopf, raus aus dem Leben.

Im zweiten Anlauf lief es dann besser, weil ich mittlerweile die es-geht-mir-so-auf-die-Nerven-Prägung ablegen konnte. Mein Freund hat übrigens gerade seine Bachelor-Arbeit eingereicht, ich schreibe gerade dran.

Ich glaube, wenn man an so einem toten Punkt ist, dann baut sich auch total viel Spannung und Frust auf, man kann nie abschalten. In manchen Situationen hilft Konfrontation, aber in anderen auch mal Abstand vom entsprechenden Thema und es später wieder aufgreifen. Ich weiß nicht, ob der Vorschlag für dich passabel ist, aber so habe ich es erlebt. Alles Gute! :)*

srcJhneck?e1o98x5


PS: Ich hatte auch psychische Probleme und war ca. 2 Jahre "pro forma" eingeschrieben, ohne, dass ich was hätte machen können. Der Entschluss, offiziell abzubrechen, war sehr schwer, gleichzeitig aber auch eine Befreiung. Ich denke schon, dass man durch den Druck und die eigenen Erwartungshaltungen in gewisser Weise traumatisiert wird. Ich habe lange, lange, lange nur schlechtes mit der Uni verbunden. Jetzt macht es mir wieder Spaß - und ich bin nochmal zwei Jahre älter als du ;-)

Allgemein denke ich: Man braucht einige Zeit, bis man nach einer psychischen Erkrankung wieder Leistung bringen kann. Einerseits muss man sich an das neue Ich gewöhnen, andererseits schlagen Depressionen auch immens aufs Selbstvertrauen ("Ich bin nur eine Last, ich bin ein Loser" usw.) Manchmal heilt Zeit auch Wunden. :)*

aBnfaengdmitf^re$ude


:)D

Alias 689082


Hey Schnecke,

Danke für deine Erfahrungen. :-)

Ich muss mich mal informieren ob ich das Studium evt. 'einfrieren' kann. Bei Zeiten noch mal von vorn anzufangen ... da rollen sich mit die Fußnägel auf. D:

Was mich bisher von einem Abbruch abhält ist die Ungewissheit, was darauf folgen soll. Wie ich mich organisiert bekomme; Denn wie du schon sagtest: Es legt sich alles auf's Selbstvertrauen wieder.

Heißt auch: Abbruch ist Versagen. Wodurch ich wieder eher tapsig losstarten würde, mit den nächsten Bedenken. Zumindest befürchte ich das ... ":/

Und das Donnerwetter das in der Familie losbrechen würde, wäre der Hammer ... naja, vielleicht etwas das man einfach durchstehen muss, zumal man eigentlich nicht mehr in einem Alter ist in dem einem das abhalten sollte ... *denk*

Aber so ganz kann ich nicht aus meiner Haut. :-|

Wie ist das denn bei dir genau abgelaufen?

@ anfangmitfreude

Spannend? ;-)

n3el<lCa26


Das Leben soll rund laufen.. In der Tat :)z

Meins tut das des öfteren nicht. Ich habe eine recht verkorkste Kindheit, in der Jungend schwere Depressionen, mit 17 wurde ich dann schwanger und habe ich mein Leben geändert. Bin in meine erste eigene Wohnung gezogen. Leider hielt weder die Beziehung zu dem Vater noch die nachfolgende Beziehung. Aber so ist das manchmal.

Mittlerweile habe ich einen neuen Partner. Sind im Dezember zu ihm gezogen und hatte auch manchesmal das Gefühl das Pech verfolgt uns. Kaum angekommen hatte ich einen Unfall, dann hat er seinen Job verloren, mittlerweile einen neuen gefunden aber weniger gut bezahlt, meine Tochter hatte schwere Lungenprobleme, ärger mit einer Versicherung, und so weiter. Zum Teil hab ich wirklich alles verflucht.

Mittlerweile kehrt wieder Ruhe ein.

Irgendwie geht es eben doch immer weiter :)z

CCinn,axmon4


Ich möchte den Faden an dieser Stelle mal am Laufen halten, zum Teil auch aus Eigenem Interesse.

Mein Partner ist in einer ähnlichen Situation wie du, liebe/r TE.

Er hat vor 7 Jahren zu studieren begonnen, es war von Anfang an nicht genau das, was er wollte, sondern eher eine Art Notlösung. Was er studieren wollte, hatte keine so solide Grundlage und wurde ihm deshalb von der Familie ausgeredet; nun studiert er ein themenverwandtes Fach mit guten Jobchancen, es fördert und fordert ihn aber nicht so, wie er es sich für den Rest seines Lebens wünscht. Zwischendurch war er dann auch 2, 3 Jahre psychisch sehr stark belastest und kommt jetzt auch nur noch schwer wieder ins Studium rein.

Er überlegt jetzt auch, ob er sich noch ein Jahr oder vielleicht sogar länger durchs Studium quälen soll und dann darauf hoffen soll, eine gute Anstellung zu finden. Vorteil wäre natürlich, dass es im Lebenslauf nicht ganz so kacke aussieht. "Acht Jahre immerhin noch erfolgreich studiert" sticht sicherlich "nach sieben Jahren abgebrochen".

Andererseits ist er jetzt schon bei den Gedanken eines Altersstudiums in 30 Jahren etc. um doch noch das machen zu können, was er wirklich will.

Ich tendiere ja zu "Lebe deinen Traum", muss aber auch zugeben, dass mir da vielleicht noch mangels Erfahrung der berufliche Realitätssinn fehlt und ich will ihn mit meinem Rat ja auch nicht ins finanzielle Unglück stürzen (jetziges Studium abbrechen) – ich weiß einfach nur nicht, wie viel Wert man in der Situation dem persönlichen Glück (neues Studium) geben sollte.

Was meint ihr?

Was ich dir raten soll, lieber TE, kann ich auch nicht so genau sagen, schließlich stehen wir gerade vor einem ähnlichen Problem, aber meine Tendenz ist eben immer, ohne die evtl. nötige oder auch für das wirklich wichtige verblende Erfahrung – persönliches vor finanziellem Glück.

LG

Alias 689082


Persönliches vor finanziellem Glück

Eigentlich sehe ich das genau so und würde es jedem raten. Eigentlich habe ich Zeit meines Lebens quasi 'gemacht was ich sollte' um keins auf den Deckel zu bekommen. In Erwartungsmuster passen. Zwar immer als kleiner 'Rebell' der sich vermeindlich auflehnt, aber am Ende dann doch immer das 'brave' Mädel.

Das bricht nun auf, aber irgendwie nicht ab. Ich durchschaue mich, ziehe mich aber nicht zur Rechenschaft. Arbeite wie eine Bekloppte und explosionsartig, aber nicht da wo ich sollte oder es vielleicht Sinn machen würde (Studium).

Weil ich nicht sicher bin ob es mein persönliches Glück werden, denn das wünscht mir die Familie ja irgendwie auch. Deswegen versucht sie ja zu pushen.

Ich versuche alles und jeden zu verstehen und zu entschuldigen, der in meinem Leben mit der Faust auf den Tisch haut.

Ich hab den Eindruck ich müsste einen Plan B haben, bevor ich Plan A abschießen kann. Aber ich habe keinen Plan B. :/

Alias 689082


Danke schonmal für eure Antworten. Die helfen mir wahnsinnig weiter weil sie mir zeigen, dass ich keine Ausnahme-Erscheinung bin. :)z

Und vorallem helfen sie mir nicht mehr in Kreisen zu denken, denn derzeit ist es für mich richtig schwierig bei meinen Gedanken nicht im 'du bist einfach nicht lebensfähig' aus zu kommen.

Alias 689082


Er überlegt jetzt auch, ob er sich noch ein Jahr oder vielleicht sogar länger durchs Studium quälen soll und dann darauf hoffen soll, eine gute Anstellung zu finden. Vorteil wäre natürlich, dass es im Lebenslauf nicht ganz so kacke aussieht. "Acht Jahre immerhin noch erfolgreich studiert" sticht sicherlich "nach sieben Jahren abgebrochen".

Genau das wabert in meinem Schädel auch vor sich hin. Aber es macht mir nur Angst und bringt mich nicht an meinen Schreibtisch. Anders als bei anderen in meinem Studiengang, die in den ersten Semestern kaum Kurse belegt/geschafft haben, um am Ende voll durch zu starten. Manche hatten plötzlich ein Ziel vor Augen, für das sie fertig werden wollten; Das sie in den Semestern vorher nicht hatten.

Bei mir absolut umgekehrt: Ohne bestimmtes Ziel alles in der Zeit gemacht die angeschlagen war, dann kurz vor Ende eingebrochen. Vielleicht weil ich kein Ziel habe. Vielleicht weil ich einfach Angst habe was passiert, wenn das Studium bestanden ist. Was dann an neuen Erwartungen kommt.

Ich hab so viele verquere Gedanken dazu ... tut mir leid wenn ich anstrengend bin. {:(

C innam_on4


Eigentlich sehe ich das genau so und würde es jedem raten. Eigentlich habe ich Zeit meines Lebens quasi 'gemacht was ich sollte' um keins auf den Deckel zu bekommen. In Erwartungsmuster passen. Zwar immer als kleiner 'Rebell' der sich vermeindlich auflehnt, aber am Ende dann doch immer das 'brave' Mädel.

Das erinnert mich total an meinen Freund ^^. Aber naja... vor dem Erwartungsdruck der Außenwelt ist eben niemand gefeit... sonst gäbe es viel mehr offene Kritiker des Systems. Man darf auch gewisse Sanktionen nicht vergessen, beugt man sich den allgemeinen Wirtschafts-Kapitalismus-Vorstellungen nicht. Ist man kein effizienter Leistungsbringer, der Alles durchzieht, kriegt man nur schwer einen Job und bleibt mittellos, aber statt uns aufzulehnen beugen wir uns. Schließlich möchte auch der, der den Kapitalismus hasst, etwas vom Kuchen ab haben, seine große Chance auf mehr als genug Geld nicht verpassen. Es ist verrückt und doch zu menschlich.

Das bricht nun auf, aber irgendwie nicht ab. Ich durchschaue mich, ziehe mich aber nicht zur Rechenschaft. Arbeite wie eine Bekloppte und explosionsartig, aber nicht da wo ich sollte oder es vielleicht Sinn machen würde (Studium).

Du gehörst bestimmt auch zu den sehr Klugen, oder? Analytisch top, durchschaut Alles, kann es aber nicht umsetzen. Das Durchschauen der Muster allein reicht leider nicht, man muss sich praktische Verhaltensweisen angewöhnen, ungute Dinge sein zu lassen. Manchmal hilft es auch schon, aus der Situation raus zu gehen und dann nochmal zu analysieren, was ja gut geht, was jetzt schief lief und dann bewusst etwas anders zu machen. Versuch und Irrtum ^^.

Weil ich nicht sicher bin ob es mein persönliches Glück werden, denn das wünscht mir die Familie ja irgendwie auch. Deswegen versucht sie ja zu pushen.

Das ist klar. Da muss deine Familie aber auch lernen, loszulassen. Ich habe das von meiner schon in jungen Jahren lautstark eingefordert. Das muss die Familie schmerzlich lernen, dass sie einen nicht vor jedem (vermeintlichen oder tatsächlichen) Sturz bewahren kann, möchte sie, dass man wirklich sein Glück findet. Das Auffangen danach ist nur wichtig, ist man wirklich gefallen, dafür ist die Familie da.

Ich versuche alles und jeden zu verstehen und zu entschuldigen, der in meinem Leben mit der Faust auf den Tisch haut.

Da geht aber nicht.

Ich hab den Eindruck ich müsste einen Plan B haben, bevor ich Plan A abschießen kann. Aber ich habe keinen Plan B. :/

Hm... und wenn du einfach mal eines nach dem anderen machst?

Und vorallem helfen sie mir nicht mehr in Kreisen zu denken, denn derzeit ist es für mich richtig schwierig bei meinen Gedanken nicht im 'du bist einfach nicht lebensfähig' aus zu kommen.

Ist doch Quatsch! Du atmest, du kannst essen, du kannst trinken - Idee widerlegt :D! Nee, aber mal ehrlich: Du bist nicht nicht lebensfähig, du bist nicht fähig, mit dem Druck und den Erwartungen dieser Gesellschaft zurecht zu kommen und sie zu erfüllen. Und glaub mir - das werden mit der Zeit immer weniger werden. So viele Menschen in den Industrieländern sind heutzutage psychisch krank... Noch versuchen die Psychologen, das Problem beispielsweise in der verkorksten Kindheit zu finden, was hin und wieder sicherlich auch stimmen mag - grundsätzlich ist unsere kranke Zivilisation aber das Problem. Wir arbeiten heutzutage vielleicht nur noch 40 Stunden die Wochen und nicht mehr 80 wie noch vor einer Zeit, müssen aber Leistungen vollbringen, die sonst nur in 100 Stunden die Woche möglich wären. Das ist Ausbeutung. Das ist nicht artgerecht, was den Menschen angeht.

Genau das wabert in meinem Schädel auch vor sich hin. Aber es macht mir nur Angst und bringt mich nicht an meinen Schreibtisch. Anders als bei anderen in meinem Studiengang, die in den ersten Semestern kaum Kurse belegt/geschafft haben, um am Ende voll durch zu starten. Manche hatten plötzlich ein Ziel vor Augen, für das sie fertig werden wollten; Das sie in den Semestern vorher nicht hatten.

Bei mir absolut umgekehrt: Ohne bestimmtes Ziel alles in der Zeit gemacht die angeschlagen war, dann kurz vor Ende eingebrochen. Vielleicht weil ich kein Ziel habe. Vielleicht weil ich einfach Angst habe was passiert, wenn das Studium bestanden ist. Was dann an neuen Erwartungen kommt.

Ist bei meinem Freund auch so. Ich denke... vielleicht ist es Versagensangst? Oder wirklich die Angst vor dem, was danach kommt. Das musst du selbst herausfinden.

Ich hab so viele verquere Gedanken dazu ... tut mir leid wenn ich anstrengend bin. {:(

Du bist nicht anstrengend. Du musst nur mal zu dir selbst finden und deine innere Stimme, die dir sagt, was richtig und was falsch ist, wieder finden. Die ist wohl irgendwann zwischen Kindheit und jetzt verloren gegangen :). Was wolltest du denn als Kind werden?

LG erstmal

CQinnyamOon4


* PS.: Es werden immer weniger werden, die mit dem Druck klar kommen, meine ich, nicht umgekehrt ;-) .

svchneclkex1985


Was mir jetzt noch spontan eingefallen ist: Das Phänomen, dass kurz vor Ende die Luft raus ist, ist sehr, sehr weit verbreitet bei Studenten. Ich würde mich mal an die psychologische Beratungsstelle der Uni wenden - das geht in der Regel schnell und kostenlos, sie haben Erfahrung mit dem Thema und können Lösungsstrategien vorschlagen. Soweit ich weiß, gibt es hier an der Uni-Beratungsstelle sogar regelmäßige Gruppentreffen von Leuten, mit genau diesem Problem. Kann mir schon vorstellen, dass sich im Austausch mit anderen Betroffenen und außenstehenden Coaches Lösungswege auftun, die man im Moment selber nicht sieht. Das Problem ist ja eine Eingefahrenheit der Gedanken, eine innerliche Versteinerung. Daran kann man arbeiten, Stück für Stück. Und ja, ich denke, die Angst vor dem Danach ist ein ganz wesentlicher Baustein in dieser Abschluss-Blockade. :)*

s6chnecake19x85


Heißt auch: Abbruch ist Versagen. Wodurch ich wieder eher tapsig losstarten würde, mit den nächsten Bedenken. Zumindest befürchte ich das ... ":/

Mir persönlich hat es geholfen, mich dem Versagen - dem Abbruch - zu stellen und zu merken: "Hui, die Welt dreht sich weiter, ich bin immer noch der gleiche Mensch". Ist schwer zu beschreiben...

Und das Donnerwetter das in der Familie losbrechen würde, wäre der Hammer ... naja, vielleicht etwas das man einfach durchstehen muss, zumal man eigentlich nicht mehr in einem Alter ist in dem einem das abhalten sollte ... *denk*

Bei mir war das Problem definitiv familiär mit begünstigt. Erst wollte ich Studiengang wechseln, aber hey! die Familie!, dann wollte ich ein Urlaubssemester einlegen, aber hey! Die Familie! und zuletzt habe ich mit aller Kraft an etwas festgehalten, dessen ich mir nicht sicher war.

Ich habe erst nachträglich erkannt, dass ich nicht wirklich wusste, ob ich das Studium für mich mache oder für meine Eltern :-/ Das ist dann der Tiefpunkt. Ich habe in der Auszeit halt auch gemerkt, dass es mir abgeht, dass ich weitermachen will. Für mich, für meine Zukunft.

Und meine Eltern waren auch nicht gerade begeistert vom Abbruch, aber ich habe auch gelernt: Jetzt hast du versagt, und deine Freunde mögen dich trotzdem noch. Du bist der Loser, und deine Familie unterstützt dich weiterhin. Erfolg oder Abbruch haben nichts daran geändert, was ich für ein Mensch bin. Ich selber habe den Titel mit so vielen Bedingungen aufgeladen, die in Wirklichkeit gar nichts an mir selber ändern. Ich kann ein guter oder schlechter Mensch sein, ich kann geliebt oder abgelehnt werden, ich kann Komplimente oder Kritik ernten. All diese Punkte existieren jenseits des Studienabschlusses. :)*

K7xhe


:°( @:) :)D

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