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Das Leben soll rund laufen

Alias 689082


Was wolltest du denn als Kind werden?

Erwachsen. Ich dachte das würde mir was bringen. Freiheit und so.

Ich wollte als Kind nichts bestimmtes werden.

Ich weine gerade ein bisschen. Teilweise aus Erleichterung, teilweise weil es sich so gut anhört und ich das Gefühl habe es nicht umsetzen zu können.

Möchte ja. Das steht für mich außer Frage.

Das sich die Welt weiter dreht ist ein verdammt guter Ansatz. Ich vertraue darauf, aber habe am Großteil meiner Freunde gesehen, dass es auch einfach unkontrollierbar ausrasten kann.

Ich möchte nicht unbelehrbar/beratungsresistent sein oder wirken. Ich sauge alles was helfen kann schwamm-mäßig auf. Gegenlehnen, ein bisschen drücken, ein bisschen ablassen ...

Ich hätte vielleicht dazu schreiben sollen das ich derzeit noch zu Hause wohne und wirklich tapsig/ängstlich bin. Und ich, wenn ich 'straight forward' gehe, nicht 'zurückfliehen' möchte. Aber auch kein Sozialsystemer werden will, nur weil nicht alles glatt lief.

Wie gesagt, da ist so viel ... mir schält sich die Hirnrinde.

Aber naja... vor dem Erwartungsdruck der Außenwelt ist eben niemand gefeit... sonst gäbe es viel mehr offene Kritiker des Systems. Man darf auch gewisse Sanktionen nicht vergessen, beugt man sich den allgemeinen Wirtschafts-Kapitalismus-Vorstellungen nicht. Ist man kein effizienter Leistungsbringer, der Alles durchzieht, kriegt man nur schwer einen Job und bleibt mittellos, aber statt uns aufzulehnen beugen wir uns. Schließlich möchte auch der, der den Kapitalismus hasst, etwas vom Kuchen ab haben, seine große Chance auf mehr als genug Geld nicht verpassen. Es ist verrückt und doch zu menschlich.

Das beschreibt zu Teilen exakt was in meinem Hirn rotiert.

sochne<cke"19x85


Alias, ich drück dich mal ganz lieb :)_ :)_ :)_

solche Entscheidungen kommen natürlich nicht von einem Tag auf den anderen. Ich habe lange, lange gebraucht, um meine Entscheidung zu treffen, und ich lebe gut damit.

Ich hatte mit Mitte 20 eine massive Krise, weil ich einerseits noch total unreif war (und emotional abhängig von meinen Eltern) und andererseits gemerkt habe, dass ich in erster Linie für mein Leben und mein Glück verantwortlich bin. Als Kind fühlt man sich ganz oft in der Bringschuld.

Und mitunter werden die Ängste (Sozialversager, keine Lücke im Lebenslauf ect.) vom Umfeld verstärkt: Im universitären Kreis trifft man halt v.a. Leute, die jung sind, die oft mehr oder weniger unbelastet durchs Leben gehen können und so scheinbar "marktkonform" funktionieren. Dann habe ich meinen Blick mal von meinem Kreis abgewendet und mir die Lebensläufe der Menschen um mich angeschaut - und viele hat das Leben früher oder später gebeutelt. Die einen kriegen ein Kind, werden verlassen und hängen dann in einem Job, der nicht ihr Traum ist fest. Die anderen werden in ihrem Beruf krank und müssen umschulen, andere merken dann, dass sie der Job nur noch ankotzt. Aber so ist das Leben - wir werden heute so sehr auf diese "Träume" gepolt, aber das Leben ist nun mal kein Traum, die meisten gehen oder erleben Irrwege, orientieren sich irgendwann neu, lernen um. Unsere Eltern konnten uns in der Hinsicht überhaupt kein Vorbild sein (da gab es noch einen Job, den man gelernt hat und aus), wir Jungen müssen uns immer und immer wieder neu orientieren, umziehen, Job oder Branche wechseln. Das macht Angst. :)_ :)_ Ehrlich: Mir macht es auch Angst. Aber es geht immer irgendwie weiter. Und ich finde es nicht verkehrt, wenn man irrt. Schlimm ist nur, wenn man sich weigert, überhaupt einen Weg zu gehen, denn dann besteht das Leben nur noch aus Angst. Ich hatte irgendwann so viel Angst, dass ich in der Klapse gelandet bin. Ich habe so viele Tränen geweint, weil meine Eltern nicht stolz auf mich sein können. Aber hey: Andere Kinder landen im Knast, auf der Straße, bei Drogen. Deren Eltern waren auch nicht glücklich, aber sie haben es überlebt. Das Problem ist groß, aber nicht so groß, als dass man nicht was dagegen tun könnte.

Frage: Was für Lösungen könntest du dir vorstellen (und damit meine ich in erster Linie nicht beim Studienabschluss)? Was könnte dir dabei helfen, dich besser zu fühlen? Dich zufriedener zu machen? Vielleicht mal was arbeiten, Geld verdienen? Eine Sprache lernen, eine Reise? Irgendwas, was dich aus dieser psychischen Erstarrtheit rausholen könnte? :)_

Alias 689082


Danke dir. Ich brauch das auch grad' wirklich. @:)

Ich hatte mit Mitte 20 eine massive Krise, weil ich einerseits noch total unreif war (und emotional abhängig von meinen Eltern) und andererseits gemerkt habe, dass ich in erster Linie für mein Leben und mein Glück verantwortlich bin. Als Kind fühlt man sich ganz oft in der Bringschuld.

Das beschreibts für mich auch sehr gut. Das ist dieses 'Aufbrechen'.

Und mitunter werden die Ängste (Sozialversager, keine Lücke im Lebenslauf ect.) vom Umfeld verstärkt: Im universitären Kreis trifft man halt v.a. Leute, die jung sind, die oft mehr oder weniger unbelastet durchs Leben gehen können und so scheinbar "marktkonform" funktionieren. Dann habe ich meinen Blick mal von meinem Kreis abgewendet und mir die Lebensläufe der Menschen um mich angeschaut – und viele hat das Leben früher oder später gebeutelt. Die einen kriegen ein Kind, werden verlassen und hängen dann in einem Job, der nicht ihr Traum ist fest. Die anderen werden in ihrem Beruf krank und müssen umschulen, andere merken dann, dass sie der Job nur noch ankotzt. Aber so ist das Leben – wir werden heute so sehr auf diese "Träume" gepolt, aber das Leben ist nun mal kein Traum, die meisten gehen oder erleben Irrwege, orientieren sich irgendwann neu, lernen um. Unsere Eltern konnten uns in der Hinsicht überhaupt kein Vorbild sein (da gab es noch einen Job, den man gelernt hat und aus), wir Jungen müssen uns immer und immer wieder neu orientieren, umziehen, Job oder Branche wechseln. Das macht Angst. :)_ :)_ Ehrlich: Mir macht es auch Angst. Aber es geht immer irgendwie weiter. Und ich finde es nicht verkehrt, wenn man irrt. Schlimm ist nur, wenn man sich weigert, überhaupt einen Weg zu gehen, denn dann besteht das Leben nur noch aus Angst. Ich hatte irgendwann so viel Angst, dass ich in der Klapse gelandet bin. Ich habe so viele Tränen geweint, weil meine Eltern nicht stolz auf mich sein können. Aber hey: Andere Kinder landen im Knast, auf der Straße, bei Drogen. Deren Eltern waren auch nicht glücklich, aber sie haben es überlebt. Das Problem ist groß, aber nicht so groß, als dass man nicht was dagegen tun könnte.

Ich musste gerade echt ein paar Tränen verdrücken. Mich hebts ein wenig an, denn so wie du es schreibst, fühle ich auch; Du sprichst mir wortwörtlich aus der Seele. Also liege ich in den Momenten, in denen ich klare Gedanken dazu zu stande bekomme, nicht falsch. Ich rede es mir aber gerne ein, weil ich vor mir selbst behaupte, ich würde meine 'Faulheit schönreden wollen'. Von dem Gedanken muss ich wohl irgendwie los kommen.

Zum Rest schreibe ich dir grad' mal eine PN. :-)

Alias 689082


Ach! Geht ja gar nicht. Dann bin ich ja kein Alias mehr. |-o


Was für Lösungen könntest du dir vorstellen (und damit meine ich in erster Linie nicht beim Studienabschluss)?

Ich würde gerne erstmal wieder in eine tägliche Routine kommen. Ich 'mache' zwar viel, aber das Meiste ist so 'flexibel', dass ich es immer in andere Zeitfenster setzen kann/muss.

Was könnte dir dabei helfen, dich besser zu fühlen?

Vermutlich alleine zu wohnen und 'Nein' sagen zu lernen.

Vielleicht mal was arbeiten, Geld verdienen?

Naja, strenggenommen tu ich das. Ist nur alles was wüst und reicht für's 'komplett selbstständig sein' nicht aus. Aber ein ernster Job fiele wohl mit dem Routine-Punkt zusammen.

Eine Sprache lernen, eine Reise?

Ich glaube lernen würde mich derzeit völlig verrückt machen. ;-)

Irgendwas, was dich aus dieser psychischen Erstarrtheit rausholen könnte?

Es ist ja so, dass ich mein Leben lang überall eingeknickt bin, wo Erwartungen auf mich zukamen. So hat's mich mit der Zeit drauf dressiert Erwartungshaltung spätestens dann zu erfüllen, wenn ich meine Ruhe haben wollte. Das hat viele Jahre vermeindlich funktioniert, bis es immer mehr Erwartungen wurden; Sie im fliegenden Wechsel kamen und sogar längst erfüllte Erwartungshaltungen plötzlich als 'seinerzeit nicht gut genug erfüllt' kritisiert wurden. Also noch nachträglich serviert wurden/werden.

Vielleicht ausrasten und reinen Tisch machen. Vielleicht reicht auch schon jemand, der mir nicht das Gefühl gibt, dass das was ich (abgesehen vom Studium) tu total verkehrt ist/nichts bringt.

Deine Worte bringen auch eine Regung rein. ^^ Das innere Kind wischt sich zumindest schonmal die Rotznase am Ärmel ab. :-) :)_

Alias 689082


Hm. |-o

Alias 689082


Danke für eure Beiträge.

sCchnecHke198x5


Huhu, Alias, wie geht es dir?

War in letzter Zeit etwas verplant, weil mega-Druck wegen Bachelor-Arbeit. By the way: Vor drei Tagen fühlte ich mich noch wie der König der Welt (alles kapiert, alles im Kopf), vorhin hatte ich eine zehn-Minuten-Krise, die nur mit lauter Musik und einem Schnäpschen zu bekämpfen war :=o

Ich drück dich mal lieb :)_ :)_ :)_

Was ich dir noch sagen wollte: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, radikale Änderungen (z.B. Tagesablauf) funktionieren nur selten. Geh es langsam an, setz dir ein Ziel nach dem anderen. Schau auch mal bei der studentischen Psycho-Stelle deiner Uni vorbei, ob die dir helfen können. Greif nach jedem Mittel, das dir dabei hilft, Richtung zu bekommen. :)_

Alias 689082


Hi Schnecke,

Hab's auch in den letzten Tagen wieder wenig ins Forum geschafft. Eigentlich feier ich jeden Tag den ich nicht an den Computer komme. Aber ich hätte natürlich gerne früher geantwortet. :)z

Mir geht's derzeit ganz gut. Es nagt zwar an mir, aber ich hab zumindest derzeit den Eindruck genug zu tun, um mich nicht als Vollversager zu fühlen.

Das mit den kleinen Zielen werde ich beherzigen. Auch wenn ich eigentlich ein Hau-Ruck-Schmeiß-Um-Mensch bin, aber in diesem Fall würde ich damit wohl wirklich nur einmal mehr auf der Nase landen.

Danke dir für deine lieben Worte. @:)

Ohne dein Feedback wäre ich einfach weiter auf der Stelle getreten.

sPchneccke19x85


Schön, dass du dich gemeldet hast :)_

Mir geht's derzeit ganz gut. Es nagt zwar an mir, aber ich hab zumindest derzeit den Eindruck genug zu tun, um mich nicht als Vollversager zu fühlen.

Das ist doch schon mal was :)_ :)^

Besser langsam, als gar nicht. Nimm dir ein Beispiel an der Schnecke (hihi, mein Nick), die kriecht auch so langsam vor sich hin und kommt trotzdem immer ans Ziel. ;-D

Auch wenn ich eigentlich ein Hau-Ruck-Schmeiß-Um-Mensch bin, aber in diesem Fall würde ich damit wohl wirklich nur einmal mehr auf der Nase landen.

Weißt du, manchmal bleibt einem nichts anderes übrig, als den Jetzt-Zustand zu akzeptieren. Ich hab früher in einem Semester dreimal so viel Kurse gemacht wie jetzt. Geduld mit sich selbst ist schwer. Aber irgendwie irgendwo hat die Psyche meist einen Grund, warum sie so agiert. Kämpfen ist nicht immer der beste Weg, oft ist es auch die Akzeptanz des eigenen Zustands, mit sich selbst Geduld und Nachsicht haben. :)_ :)_ :)_ Hau-ruck, so war ich früher auf. Aber jetzt kann ich das so nicht mehr. Ein Mensch, der durch einen Unfall eine Querschnittslähmung erleidet, kann auch nicht mehr so, wie er mal konnte und muss sich langsam an die neue Situation anpassen. Hau-Ruck ist halt oft nur der Weg zu noch mehr Frustration. Ich habe mit dem Gewicht zu kämpfen, und wenn ich ab morgen nur noch Brot und Wasser esse, dann scheitere ich eher, als wenn ich alle drei Tage einen Schokoriegel esse. Wir Menschen neigen dazu, uns auf das Wie zu versteifen, dabei geht es doch im Endeffekt darum, Erfolge zu erzielen - egal wie oder wie schnell :)_

Alias 689082


Schnecke, bist du Therapeutin? :-D

Ganz ehrlich, du bist Balsam für meine Seele! @:) :)_

Aber irgendwie irgendwo hat die Psyche meist einen Grund, warum sie so agiert.

Leider akzeptiert das niemand der nicht in der eigenen Haut steckt. Also quasi keiner.

Bastle da gerade noch an meinem Selbstbewusstsein.

Ich war zum Beispiel seit langem nicht mehr offensiv sauer, habe nein gesagt oder mich von etwas das ich sch**** finde entschieden abgegrenzt. Wenn überhaupt, rege ich mich mal bei Dritten auf. Wenn ich mir dann Tacheless bei jemandem vornehme, den es betrifft, zwitsche ich in: "Ouh, die Arme Sau. Machst du ja auch nur Stress ... der fühlt sich dann doof." Naja, ist eine andere Baustelle. ;-D

Aber irgendwie gehts halt auch alles Hand-in-Hand.

Hau-Ruck ist halt oft nur der Weg zu noch mehr Frustration.

Ich hab's halt immer mit dann hast du's hinter dir verbunden. Oder mit na, war doch gar nicht so schlimm. Aber derzeit ziehts wirklich nicht. Da hast du vollkommen Recht.

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