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Keiner versteht mich

ERmilie-A


Ich habe in einigen Fäden geschrieben, wo hochemotionale, persönliche Themen diskutiert wurden. Ich habe dort Vorschläge gemacht, eine sachliche Frage gestellt oder eine gnadenlos sachliche Feststellung gemacht (->wertungsfrei). Daraufhin ist ein erheblicher Wirbel entstanden, der einen Eingriff der Moderation nötig machte, um die Wogen wieder zu glätten.

Einerseits war die Kritik an meinen Beiträgen berechtigt, weil sie in diesem emotionalen Umfeld beispielsweise unsensibel waren. Andererseits wurden sie nicht verstanden. Es wurden Dinge hineininterpretiert, die ich nicht geschrieben hatte, und auch nicht gemeint hatte. Wenn man verstehen wollte, was ich gemeint habe, hätte man diese Beiträge auf der Sachebene lesen müssen.

Niemand muss das. Wenn man es nicht tut, dann versteht man die betreffenden Beiträge nicht.

(Erstmal danke für deine Rückmeldung per PN.) Nun zum Thema: Du kannst niemanden dazu zwingen, deine Beiträge mit deinen Augen zu sehen. Das habe ich dir vorher schonmal gesagt. Entweder du willst dich mitteilen um jeden Preis (dann wäre die Frage, wem das was bringt?), oder du willst verstanden werden und bemühst dich darum, verständlich zu sein.

Und auch von mir nochmal: du bist nicht wertungsfrei. Wenn du auf den von mir verlinkten Thread anspielst, möchte ich es auch hier noch einmal schreiben: Mein Zorn war nicht auf einem Missverständnis begründet, sondern in deinem (für mich komplett deplazierten) Tonfall und der Wortwahl.

Ich sehe auch gerade überhaupt nicht, warum es erstrebenswert sein sollte, sich wertfrei auszudrücken oder andere vollkommen wertfrei verstehen zu wollen. Was ist der Vorteil daran, dass links rauskommt, was rechts reinging? Eine Frage, eine Diskussion lebt doch davon, dass rechts reingeht, verarbeitet, verwertet wird und rechts das Ergebnis erscheint. Das mag nicht immer schön sein oder erwartet, das kann unpassend erscheinen oder über das Ziel hinausschießend. Aber es ist doch grundsätzlich erstmal das, worum es hier überhaupt geht. Was denken andere Menschen dazu, welche interessanten Erfahrungen gibt es, welche abstrusen Einstellungen existieren bei einigen? (Rhetorische Frage)

Es geht darum, ob ihr sie versteht. Manche Beiträge muss man wertungsfrei lesen, um sie zu verstehen. Wer das nicht tut, versteht sie nicht.

Dann sollte das Fazit bis hierhin anhand des Tenors sein: Die wenigsten lesen deine Beiträge wertfrei. Will ich also auf den einen warten, der versteht, was ich meine? Oder bin ich willens, mich auch den anderen 99% verständlich zu machen? Wenn dir nach obiger Aussage reicht, auch nur von einem verstanden zu werden, warum dann aber in einem Thread schreiben, wo jemand z.B. um konkrete Hilfe oder Unterstützung fragt und dann von dir nicht verstanden werden kann (zu 99%)? Wäre es in einem solchen Fall nicht hilfreich, sich so auszudrücken, dass man ohne Übersetzer auskommt?

Anders in einem Mathe-Forum; wenn ich frage, was sind 3x8, werde ich wohl wertungsfreie Kommentare bekommen.

Um es nochmal klar zu stellen: Man kann es so sehen, dass jede Reaktion hierauf eine wertende wäre. Derjenige, der 24 antwortet, antwortet auf der Sachebene. Es sind aber auch viele andere Antworten denkbar: "Keine Lust, selbst zu suchen?", "Geh googeln!", "Kein Mathe gehabt?", "42", ...

SKhojho


"42"

Auch eine ausgezeichnete Antwort auf die Fragestellung dieses Threads. Das Problem liegt nämlich nicht in den Antworten, sondern in der Frage.

I'ndijvid2ualixst


@ mond+sterne

Wenn man verstehen wollte, was ich gemeint habe, hätte man diese Beiträge auf der Sachebene lesen müssen. [...] Wenn man es nicht tut, dann versteht man die betreffenden Beiträge nicht.

Das ist letztlich eine Verklausulierung von "Wer mich nicht versteht, macht was falsch." In dem Zitat wird uns also eine ziemlich arrogante Subtext-Botschaft untergejubelt, ganz egal, wie es "auf der Sachebene" gemeint war. Und das kommt leider bei dir häufiger vor.

Du kannst den Leuten nicht vorschreiben, wie sie deine Beiträge lesen sollen, jedenfalls nicht, wenn du verstanden werden willst. Insbesondere kannst du nicht verlangen, dass sie von Subtext-Botschaften absehen und ihr Lesen auf die Sachebene beschränken. Verstehen braucht ggf. beide Ebenen, die inhaltliche ebenso wie die qualifizierende Subtext-Ebene. (Beispielsweise hätte mein [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/689367/21076887/ voriger Beitrag]], würde man ihn bloß auf der Inhalts-/Sachebene erfassen, ein recht falsches Bild von meinen Lesevorlieben vermittelt. ;-) Aber den meisten Lesern dürfte dennoch auf Anhieb klar gewesen sein, wie er wirklich gemeint war.)

Meine Beiträge sind wertfrei bis zum bitteren Ende.
Die andere Frage ist, ob ihr dieser Behauptung zustimmt.

War das wirklich eine Frage, die dich interessiert? Erstens hattest du bezüglich der Wertungsfrage bereits vorher reichlich Feedback bekommen, bist jedoch gar nicht darauf eingegangen. Stattdessen stelltest du es mit dem zitierten Satz erneut explizit als Frage in den Raum, woraufhin du weitere Antworten bekommen hast – um dann lapidar zu verkünden:

Ich finde es nicht wichtig, ob ihr meine Beiträge wertungsfrei findet.

Watsch! Was soll so ein Unsinn? Das Beispiel ist leider so typisch und absurd wie der ganze Faden. Du eröffnest einen Faden mit einem resignativ-anklagenden Titel, erklärst, dass du gemeinsam mit uns herausfinden möchtest, was du damit eigentlich gemeint hast (!); signalisierst immer wieder, dass es dir um die Verständlichkeit deiner Beiträge geht, dass du was mitzuteilen hast und verstanden werden möchtest, um uns dann auf Seite 10 jedoch wissen zu lassen:

Es ist nicht wichtig. Darum geht es mir auch nicht.

Aber schon im nächsten Satz wird auch das wieder relativiert: wenigstens Einer sollte es dann doch sein, der dich versteht: "Damit wäre mein Problem gelöst."

Einer reicht? Problem gelöst? :-o Den meisten wäre das zu wenig, und sie würden sich besorgt fragen, woran es denn liegt, wenn sie von den allermeisten nicht verstanden werden. Wenn dir Einer reicht, um dein "Problem" zu "lösen", dann wirft das ein interessantes Licht auf die Natur dieses Problems: offenbar geht es dir gar nicht um best- und breitestmöglich gelingenden Austausch, sondern nur um eine Art vorzeigbaren Nachweis, dass es prinzipiell möglich ist, dich zu verstehen. Auf einer sehr armseligen Ebene betrachtet, wärst du damit fein raus: "Wenn mich wenigstens einer versteht, ist damit erwiesen, dass ich grundsätzlich verständlich bin, also muss ich mein Kommunikationsverhalten nicht ändern, und das Nichtverstehen all der anderen ist deren Problem". Das könntest du dann allen Nichtverstehern subtil um die Ohren hauen. Und leider tust du genau das auch, zum Beispiel, indem du ihnen sagst, sie hätten deine Beiträge eben nicht auf der richtigen Ebene gelesen...

Es muss mal ausgesprochen werden: was hier als schmerzlicher Mangel an Verstandenwerden im Raum steht, beruht in Wahrheit auf aktiver Sabotage erfolgreicher Kommunikation durch dich.

Du gibst hier den unnahmbaren, über allem schwebenden körperlosen Pascha. Du gehst fast nicht auf Fragen ein. Und wenn, dann schwammig. Du verwendest private Begriffsdefinitionen, die keinem kollektiven Konsens entsprechen. Du stellst private Regeln auf, wie deine Beiträge gefälligst zu lesen sind, wenn man denn der Gnade teilhaftig werden will, sie zu verstehen. Du erweckst den Eindruck, eine Frage sei dir wichtig, und lässt sie nach Gusto wieder fallen. Du schlägst Haken, lässt die Leute, die dir zu folgen versucht haben, ratlos zurück. Sagst jetzt hü und später hott, ja manchmal sogar beides in einem Satz. Du versteckst dich, vermeidest es konsequent, verbindlich und erkennbar zu sein und auf eine Aussage festgelegt werden zu können. Du spielst Katz und Maus mit uns.

Böse Absicht? Troll? Oder persönliche Not? Psychische Störung? Asperger?

Auch wenn es dir nach eigenem Bekunden gar nicht (mehr) darum geht: wenn du generell besser verstanden werden willst, musst du als Mensch erkennbarer werden.

L,ewiNaxn


Ich denke, wenn man sich bemuehen wuerde, mond+sterne so wenig persoenlich anzugreifen wie moeglich, wuerde man seine Aufnahmebereitschaft sicherlich erhoehen.

E milixeA


Ich denke, wenn man sich bemuehen wuerde, mond+sterne so wenig persoenlich anzugreifen wie moeglich, wuerde man seine Aufnahmebereitschaft sicherlich erhoehen.

Einfach alles wertfrei lesen ;-)

S{hxojo


Ich denke, wenn man sich bemuehen wuerde, mond+sterne so wenig persoenlich anzugreifen wie moeglich, wuerde man seine Aufnahmebereitschaft sicherlich erhoehen.

Ja. Das kann sein. Vielleicht aber auch nicht. Meine Bereitschaft zu diesbezüglichen Experimenten würde es mit Sicherheit erheblich erhöhen, hätte er auf solches Entgegenkommen fernab leicht zu schluckender kleiner Schmeicheleien im Verlauf dieses Fadens schon mal so reagiert, dass es Deiner Einschätzung recht gibt. Ich bin aber nicht bereit, mit Honig und Milch um mich zu werfen, um ein rohes Ei zu beglücken, das dann doch wieder bei der leisesten, durch sein eigenes schiefes Kommunikationsverhalten ausgelösten Kritik jammert: "Ach, keiner versteht mich!"

g=aulCoiswe


@ Individualist:

boah, danke. :)=

Syhodjo


Ja, das ist extrem sauber zusammengefasst.

d9ana}e8x7


Und umfassend, lässt einfach nichts von dem aus was ausgesprochen gehörte.

S]hojxo


Tja, dann hoffe ich mal, dass mond+sterne damit so verfährt, wie er selbst empfiehlt, das hat Emilie ja sehr schön zusammengefasst:

Einfach alles wertfrei lesen ;-)

Mal fernab von blöder Rumspotterei, mond+sterne – wenn Du wirklich wissen willst, warum Du oft aneckst, zumindest hier im Forum, dann ist Indis Beitrag so eine Art Schlüsselbund zum Verständnis. Die Türen damit aufschließen musste natürlich trotzdem noch selbst, das ist der Knackpunkt.

mXoand+stfer&ne


Lewian, Du verstehst mich.

Vorschlag – nimm doch mal drei Beiträge von Dir, wo Du Dich nicht verstanden gefühlt hast, zitiere sie hier und schreibe jeweils dazu, was denn die richtige Interpretation der Beiträge gewesen wäre. Dann werden wir vielleicht schlauer.

Jan74

Guter Vorschlag.

Ich ärgere mich gerade ein wenig. Wenn der Ärger verflogen ist, geh ich drauf ein. *:)

cuhi


Also doch nur die suche nach Bestätigung.

-XCrHazylcen=i-


eine gnadenlos sachliche Feststellung gemacht (->wertungsfrei

Dieses Zitat bringt es doch wunderschön auf den Punkt und sagt mehr als übrige tausend Worte. Du versuchst Dich an der Quadratur des Kreises und daran kann man nur spektakulär scheitern. Du willst zu 100% sachlich und neutral erscheinen, aber dennoch gleichzeitig die Messer wetzen und den Dolch treffsicher versenken. Du solltest Dich für eines von beiden entscheiden, außer du knüpfst an den "Mythos des Sisyphos" an, in der Tradition von Camus und siehst deine Erfüllung darin, den Stein immer wieder von neuem anzustoßen. Vielleicht ja auch deswegen dieser Faden. Du bleibst ein Rätsel für mich,treibst einen manchmal zur Weißglut, aber vielleicht ist gerade die Rolle des Mysteriums für Dich maßgeschneidert.

a`ugV233


@ mond+sterne,

in einem anderen Thread mit der Frage: "wie komme ich in eine psychosomat. Klinik?" hast Du sehr wohl gezeigt, dass manche hier Dich nicht verstehen – ich auch nicht. !!! Du schreibst von Deinem Wunsch nach offenen Diskussionen. Was ist zu lesen an anderer Stelle? Eine Mischung aus Erfahrung, Wissen? und alles mit Wertungen versehen. Wo ist mal eine Aussage zu lesen mit dem sinngemäßen Inhalt: " ich habe an folgender Stelle im Jahre... erlebt: ... ". Damit kann ein Mensch einen Einstieg in weitere Fragen finden.

Wie lange dauert die "Ärgerphase"?

L^ian-|Jixll


Das "gnadenlos wertungfrei" und "wertungsfrei bis zum bitteren Ende" hat mond+sterne wohl als Auszeichnung verstanden, die er sich fortan an Revers heften möchte.

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