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Keiner versteht mich

SAh0ojo


Kritik: enger Hals, angespannte Muskulatur, Blitze im Bauch, roter Kopf, allgemeine Kampfbereitschaft

Und kein Funken Neugierde dabei?

Du hast als Beispiel für sensible Themen sexuelle Übergriffe genannt. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich für viele Menschen das Wort "Kritik" mit der Erfahrung von mentalen Übergriffen verbindet und so die unangenehme somatische Reaktion auslöst. Eltern, Lehrer, Geschwister sind ja nicht immer die mitfühlendsten Kritiker. Das kann die Offenheit für Kritik schon mal empfindlich einschränken.

Mag sein. Aber wenn man nicht mehr sechzehn ist oder so, greift dann irgendwann auch mal, dass man groß ist und sich so ein bisschen vom Mimimi lösen und sein Gepäck angehen sollte, oder? Das heißt nicht, dass man alles hinter sich lässt, wohl aber, dass es irgendwann einfach mal an der Zeit ist, die Verantwortung für seine Reaktionen selbst zu übernehmen. Gepäck hat jeder, und es ist völlig legitim, wenn man sagt, verflixt, das ist meine Achillesferse, das ist schwierig für mich. Aber grundsätzlich von allen ein ganz bestimmtes Verhalten zu fordern, um ein eigenes Defizit auszugleichen, statt es mal anzugehen: Das ist der trotzende Dreijährige, der noch lernt, dass die Welt groß ist und voller anderer Kühe. Bei einem Erwachsenen ist das wirklich befremdlich und führt zu sehr irritierten Reaktionen.

Sahoj]o


Wie auch immer, ich verabschiede mich auch mal hier.

Eins meiner persönlichen Defizite scheint zu sein, dass ich einfach nicht die Klappe halten kann.

C!han'ce00x7


Ok, dann lass uns eine Pause machen. :)D

:-D Puh. :)D :-q

L*ovxHus


Snaiperskaja

Einerseits hast du völlig recht. Andererseits hat auch body recht, wenn er plädiert, dass man mit sensiblen Themen (und es sind ja auch nicht die Themen, die sensibel sind, sondern ebenfalls konkrete Menschen), besser sensible umgeht. Da muss dann jeder in einer bestimmten Diskussion seine eigene Mitte finden. Ätzend wird nur jede Diskussion, wenn dann plötzlich darüber diskutiert wird, welche Mitte die "richtige" sei. Sorry, m+s, aber hier Missverständnisse ausräumen und Fehler beseitigen zu wollen - vergiss es ;-) .

Shojo

Aber wenn man nicht mehr sechzehn ist oder so, greift dann irgendwann auch mal, dass man groß ist und sich so ein bisschen vom Mimimi lösen und sein Gepäck angehen sollte, oder?

Sehe ich ja auch so. Aber du siehst auch (ohne jedes Sollen, rein deskriptiv, empirisch in den Fäden), was passiert, wenn man mit den eigenen Ansprüchen anderen, die diesen Ansprüchen nicht gerecht werden, zu nahe tritt. Dann doch lieber feststellen, dass man keine gemeinsame Gesprächsbasis findet und Abbruch.

Und kein Funken Neugierde dabei?

Erwischt ;-D . Ich gieße ja schon mal Öl ins Feuer eines sensiblen Themas, nur um zu sehen, was passiert. Reine Neugierde. Da gibt's dann auch mal aufgebrachte Reaktionen. Sensible Themen mit Sachlogik und aus schnell wechselnden Positionen betrachten, geht ja gar nicht. Sind doch Menschen mit Gefühlen dahinter. Wie übergriffig etc. Ich hoffe, du konntest über die Jahre beobachten, dass sich meine Kritikfähigkeit, also Unterscheidungsfähigkeit im Sinne der Sensibilisierung, was wann geht und was nicht, die body angemahnt hat, zugenommen hat. Doch vor dem Hintergrund verwirrt es mich immer wieder, wenn ich Plädoyers dafür lese, einen aufkommenden Unmut bitteschön genauso äußern zu dürfen. Darf man natürlich, wer wollte es verhindern, aber was dann passiert ist ziemlich vorhersehbar. Außer natürlich bei Naturen wie m+s, die lieber eine Gewitterwolke Punkt für Punkt unter dem Mikroskop analysieren, als es mal krachen zu lassen ]:D .

Und kein Funken Neugierde dabei?

Zurück. In dem beschriebenen Beispiel ging es tatsächlich um das Spüren von somatischen Markern. Sie wurden allein durch das Wort "Kritik" ausgelöst. Da war überhaupt nichts Inhaltliches dahinter, auf das ich hätte neugierig sein können. Wenn aber Kritik (erst recht inhaltliche Kritik, also nicht das neutrale mit Lob und so sondern negative, gar zänkische vorgetragene Kritik) so eine Stressreaktion auslöst, dann übernehmen Teile des Gehirns, denen "sollen", "groß", "angegangenes Gepäck" etc. ziemlich am Arsch vorbeigeht. Flucht, Starre - oder Angriff. Und der Angriff geht mit Mimimi-Sirenen einher. Schließe nie von einem Menschen unter Stress auf den Menschen. (Gegenposition: Solange man sein Gegenüber noch nicht unter Stress erlebt hat, kennt man ihn nicht.) Wie auch immer. Wer unter Stress steht, ist nicht mehr offen für Neugierde. Ich denke, das kann man so allgemein sagen.

Und zum Schluss nochmal an Snaipersakja, ich denke schon, dass der Kritiker auch eine Verantwortung daran trägt, zu beobachten, ob beim Kritisierten noch eine Restoffenheit da ist, seine Worte, auch wenn sie bitter sind zu verstehen, oder ob es nur noch destruktiv ankommt. Ein solches Feedback nicht in der Kommunikation zu berücksichtigen, führt dann schon zu einer Mitschuld am weiteren Geschehen, die sich nicht einfach von einer moralisch erhabenen Selbstwahrnehmung abstreifen lässt. Aber das ist ja auch das Gegenteil eines Verbotes von Kritik, nämlich der verantwortliche Gebrauch von ihr.

G[oldTtau


Ich habe eher den Eindruck, dass sich mit m+s einfach keine Kommunikation ergibt.

Siehe auch seine Reaktion auf den Beitrag bodys vom [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/689367/?p=23#p21562664]] 28.04.15 09:49, und die Reaktionen darauf.

Ich denke, da wird das Kommunikationsproblem klar.

Gruß

q,uac4kEsaulberxei


Wer unter Stress steht, ist nicht mehr offen für Neugierde. Ich denke, das kann man so allgemein sagen.

Das halte ich so pauschal für falsch. Ein gewisses Maß an "Stress" ist wichtig für die geistige Aufnahmefähigkeit, Neugierde und Lernbereitschaft. Wenn man natürlich so sehr gestresst reagiert, dass man abwechselnd grün und rot anläuft, Blitze im Bauch hat und Zähne und Krallen ausfährt, ist das selbstverständlich was anderes. Wenn ich mich selbst beobachte, dann merke ich, dass ich in Situationen hoher Konzentration und Aufnahmefähigkeit immer etwas angespannt, "gestresst" bin und diese Stressreaktion umgekehrt sogar unabdingbar für hohe Aufnahmefähigkeit ist.

Aber klar, wenn Kritik sehr - wie Du schriebst - zänkisch vorgetragen wird (das würde ich dann aber auch eher unter Motzen oder Streit suchen und nicht unter Kritik verbuchen), kann das schon mal zum Tunnelblick führen. Das kenne ich und mein armes Umfeld auch. ;-D

EOhemalvige~r Nu.tzexr (#x568697)


@ quacksalberei

in gewisses Maß an "Stress" ist wichtig für die geistige Aufnahmefähigkeit, Neugierde und Lernbereitschaft.

[[http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/stresshormone-wie-cortisol-verhindern-zielgerichtetes-verhalten-a-846246.html]]

Hirnforschung sieht das anders...

q&ua)cksxalberei


Zitate aus dem verlinkten Artikel:

Sind zu viele der Stresshormone im Gehirn, greifen Menschen auf bekannte Verhaltensmuster zurück, statt sich individuell auf eine Situation einzustellen

Doch die Studienteilnehmer, die zu hohe Mengen Cortisol und Noradrenalin im Hirn hatten, verhielten sich nicht ergebnisorientiert.

Fettschrift durch mich.

Deshalb schrieb ich ja: ein gewisses Maß an Stress. Und dass es bei heftiger Stressreaktion anders aussieht. ;-)

E]hemaVlicger N$utzer *(#53J021x8)


@ LovHus

Beides ist kein Freifahrtschein:

Die Freiheit Kritik äußern zu können (und zu "dürfen") und persönliche Muster in einem, z.B. wie man auf Kritik reagiert und seine innerpsychischen Prozesse ausagiert.

LNovHxus


Beides ist kein Freifahrtschein

Schon wahr. Deshalb ja auch Verantwortung. Aber vor wem eigentlich? Wer ist der Fahrkartenkontrolleur? ":/

Solange es innerhalb der Toleranz der Moderation bleibt, muss es wohl jeder für sich selbst ausmachen. Diskussionen vom Typ: "Das durfte ich, aber du darfst jenes nicht" - "Nein, das durftest du nicht, aber ich durfte jenes." sind ja erfahrungsgemäß nicht so ergiebig %:| .

E5hem@alige3r pNutzer (#Z53021x8)


@ LovHus

Aber vor wem eigentlich?

Vor sich selbst und anderen, ist meine Meinung dazu.

Rein praktisch kann jeder hier schreiben was er will - die einzige "Instanz", die sowas unterbinden könnte, ist die Moderation.

Solange es innerhalb der Toleranz der Moderation bleibt, muss es wohl jeder für sich selbst ausmachen.

Ja. ... aber dann gilt die Regel: "Jeder für sich." vollumfänglich. Andere User sind hier nämlich keine entscheidungsbefugte Instanz, ob etwas geschrieben werden darf und welche Diskussionen sinnvoll sind. Das Gesetz der Wildnis und der Moderation gilt.

Damit kann ich leben, auch wenn ich es persönlich nicht gutheiße.

S1hojo


Solange es innerhalb der Toleranz der Moderation bleibt

Ganz ehrlich - es gab schon so wenig nachvollziehbare und auch so bekloppte Entscheidungen der Moderation, dass das sicher für hier bei med1 Recht und Gesetz bedeutet, aber man muss schon so ein bisschen aufpassen, dass man darauf keinesfalls mehr Gewicht legt, als dem zukommt. Es gibt so ein paar Kandidaten, die finden, dass alles, was bei der Moderation durchkommt, dann ja wohl super sein muss und jenseits aller Kritik steht, und dann wirds echt schlimmer als Kindergarten.

L"ov5Huxs


Es gibt so ein paar Kandidaten, die finden, dass alles, was bei der Moderation durchkommt, dann ja wohl super sein muss und jenseits aller Kritik steht

Das glaube ich nicht (und habe ich so auch noch nicht gelesen). Auch diese Kandidaten können ja feststellen, dass Beiträge stehenbleiben, die sie alles andere als super finden.

und dann wirds echt schlimmer als Kindergarten.

Nur, wenn die Mimimi-Sirenen von Gegenkandidaten losgehen, für die solche Kandidaten ein rotes Tuch sind und die dann so "feindbildlich" gesehen werden, wie sie der Satz oben darstellt . Dann gibt's Freund und Feind und auf sie mit Gebrüll.

Aber wir hatten ja auch schon dieses Thema beharkt. Ich Doc-freundlich ohne rosa Brille, du Doc-kritisch ohne den Gesamtverdienst aus den Augen zu verlieren. Da gibt's auch keinen Kindergarten. Tatsächlich sehen wir auf die gleiche Realität und gewichten verschiedene Aspekte halt unterschiedlich. Kein großes Ding.

(m+s: Solche Meinungverschiedenheiten, die nach Austausch der gegenseitigen Kritik stehen bleiben, sind auch keine Missverständnisse, die ausgeräumt werden müssten. Sie sind einfach das: Unterschiede.)

S?hoxjo


Das glaube ich nicht (und habe ich so auch noch nicht gelesen). Auch diese Kandidaten können ja feststellen, dass Beiträge stehenbleiben, die sie alles andere als super finden.

Nein, das kann man dann ja ausblenden, das ist vollkommen unkompliziert. Dass Du auch wirklich immerzu denkst, dass alle Leute bereit sind, der kühlen alten Studienrätin Logik die Tür zu öffnen und auch noch auf das zu hören, was sie da Gelehrtes vor sich hinfaselt ... ;-D

LXovHxus


Andere User sind hier nämlich keine entscheidungsbefugte Instanz, ob etwas geschrieben werden darf und welche Diskussionen sinnvoll sind.

:)z Das ist einfach faktisch so. Es ist also keine Regel, die "aber dann" gilt. Immerhin haben User ein Vorschlagsrecht gegenüber der Moderation.

Das Gesetz der Wildnis und der Moderation gilt.

Wegen der Moderation ist es wohl eher ein Garten als die Wildnis. Manche hätten lieber mehr Garten, andere mehr Wildnis.

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