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Keiner versteht mich

mQonvd+s!tQerne


Ich habe einen Block und einen Stift immer griffbereit liegen. Außerdem mache ich morgens den Computer schon vor dem ersten Kaffee an, damit ich jederzeit ein paar Gedanken festhalten kann.

Das ist meine Methode.

Das ist jetzt gleichzeitig ein Beispiel für Selbstbehauptung, so wie ich es verstehe. Ihr habt Eure Methoden gepostet. Ich habe meine Methode gepostet. Alles gut!?

Für mich hat das nichts mit Kampf zu tun. Was meinst Du, Danae? Was verstehst Du unter Selbstbehauptung? Inwiefern hat es für Dich etwas mit Kampf zu tun?

@ LovHus

Mache ich auch gerne.

Warum "auch"? Ich mache es nicht gerne. Ich schreibe seit Anfang des Jahrhunderts Blöcke voll mit allen möglichen Gedanken, und der Sinn der Sache hält sich ziemlich in Grenzen. Denn über kurz oder lang landen all die mehr oder weniger schönen Gedanken im Altpapier.

Es ist also eher sinnlos, und ich frage mich, warum ich mit diesem sinnlosen Blödsinn nicht aufhöre. (Weil ich die Hoffnung habe, dass es irgendwo doch noch etwas bringen könnte, und weil mir nichts Besseres einfällt.)

L&ovxHuxs


Warum "auch"

Mache ich auch: nämlich Gedanken notieren, die ich gerade im Kopf habe. Das "gerne" war eine Aussage über mich.

Ich finde, deine Erläuterung, warum du es nicht gerne machst und es dir sinnlos vorkommt, passt gut zu deinem Gefühl, in dir verloren zu sein, und der Wunsch, dich zu öffnen wird verständlich.

L.ovH-us


Das ist jetzt gleichzeitig ein Beispiel für Selbstbehauptung, so wie ich es verstehe. Ihr habt Eure Methoden gepostet. Ich habe meine Methode gepostet. Alles gut!?

Für mich hat das nichts mit Kampf zu tun.

Anscheinend hast du an "Kampf" gedacht, sonst hättest du nicht geschrieben, es hätte für dich nichts mit Kampf zu tun. Aber du scheinst davon auszugehen, dass es für andere Menschen mit Kampf zu tun hat. Danae fragst du sogar explizit danach.

Auch die Frage "Alles gut!?" verstehe ich, als hättest du Sorge, eine Methode wäre gepostet worden, um in den Kampf gegen deine zu treten. So, als wäre schon allein der Hinweis auf eine Methode ein Tipp oder Ratschlag, sich dieser Methode "bitte sehr" auch zu bedienen.

Nach außen wirkt das so, als hätte niemand an Kampf gedacht, außer mond+sterne, der sich zur Selbstbehauptung genötigt fühlt. Aber es ist tatsächlich so, wie du schreibst: Hier wurden ein paar Methoden gepostet. Alles gut. (Ohne Fragezeichen, ohne Ausrufezeichen, einfach nur: Alles gut.) Es hat wirklich nichts mit Kampf zu tun. Es weckt nicht mal Assoziationen an Kampf (jedenfalls nicht bei mir).

Und dann folgt in deinem Absatz an mich deine Selbstkritik deiner Methode als einer, die "sinnlosen Blödsinn" produziert. Mit deiner Methode ist offenbar nicht "alles gut" für dich. Das wirkt wiederum nach außen so, als zeigtest du eine gewisse Öffnung, die interessiert ist an Alternativen, die für dich vielleicht besser funktionieren.

In dieser Konstellation ist der Wunsch nach Öffnung gleichbedeutend mit dem Wunsch nach einem Selbst, das sich seiner Selbst auch dann sicher bleibt, wenn in dieser Öffnung etwas Fremdes auftaucht, ein Selbst, das sich nicht quasi automatisch genötigt fühlt, dem Fremden Eigenes entgegenzustellen, um sich zu behaupten.

maond+s+terne


Und dann folgt in deinem Absatz an mich deine Selbstkritik deiner Methode als einer, die "sinnlosen Blödsinn" produziert. Mit deiner Methode ist offenbar nicht "alles gut" für dich. Das wirkt wiederum nach außen so, als zeigtest du eine gewisse Öffnung, die interessiert ist an Alternativen, die für dich vielleicht besser funktionieren.

Genau. Eine Alternative könnte beispielsweise sein, meine Gedanken hier zu posten, anstatt sie auf einen Block zu schreiben (was natürlich etwas problematisch ist, weil meine Gedanken häufig unverständlich oder missverständlich sind, und deshalb nicht öffentlichkeitstauglich).

@ LovHus

Danae hatte in ihrem Beitrag, den ich in meinem vorangehenden Beitrag verlinkte, geschrieben, für sie habe Selbstbehauptung etwas mit Kampf zu tun.

Ich habe deshalb das Wort "Kampf" aus ihrem Beitrag aufgegriffen, um zu klären, ob sie einen anderen Begriff von Selbstbehauptung hat, oder ob sie das, was ich unter Selbstbehauptung verstehe, tatsächlich als Kampf ansieht.

Dementsprechend richtete ich einige Fragen an Danae, um das zu klären.

Meiner Ansicht nach sollte alles klar sein, nachdem ich meine Methode gepostet hatte. Ich habe mich lediglich entschieden, das als Frage zu formulieren, weil andere es eventuell anders sehen. Erst dadurch, dass Du sie mir beantwortet hast, kann ich mir sicher sein, dass Du nicht auf Deinem Recht beharrst, mir Ratschläge zu erteilen, auch wenn ich keine möchte.

Deine Antwort klärt wirklich nur die Situation zwischen Dir und mir. Denn andere User könnten es durchaus anders sehen.

m'ond+st(erne


@ LovHus

Mache ich auch gerne. Werden dann bei mir meist [[https://www.google.de/search?q=Mind+Map Mind Maps]] (bitte auf den Reiter "Bilder" gehen; das sieht hübsch bunt aus).

Habe ich gemacht. :-)

Ich finde das schon fast eine geniale Idee. Man braucht sich im Grunde genommen nur die Bilder anzusehen, dann versteht man hundert mal mehr als wenn man sich den Wikipedia Artikel durchliest (was ich auch gemacht habe).

Die Idee ist leicht zu verstehen und kann beispielsweise dabei helfen, ein Brainstorming zu strukturieren. Ich finde sie nur fast genial, weil so wirklich weltbewegend erscheint sie mir auch nicht. Die Erde würde sich ohne Mindmaps sicherlich auch weiterdrehen.

Ich habe die Idee auch gleich ausprobiert und zwei Mindmaps angefertigt.

So, damit bin ich beim Thema unerwünschte Ratschläge. Aus meiner Sicht war es also ein unerwünschter Ratschlag und ich habe ihn angenommen.

Ich betrachte Mindmaps als eine weitere Krücke, um meine Defizite auszugleichen. Ich möchte meine Defizite jedoch nicht ausgleichen, sondern ich möchte sie beheben. Deshalb ging dieser Ratschlag in die falsche Richtung.

Du kannst mir gerne versichern, es wäre nicht so gemeint gewesen. Ich habe es so interpretiert. ":/

uWvg4x1


zum Thema "sich öffnen".. die brennenden Sehnsucht nach sich-öffnen und anderen Personen, mit denen das möglich ist, ist mir auch wohlbekannt. Allerdings ist meine Strategie eine komplett gegensätzliche, wie mir scheint. Unser TE scheint erst sorgfältig nach Leuten zu suchen, mit denen man sich öffnen könnte, und dann Strategien zu überlegen, wie man sich wohl öffnen könnte. Das eigentliche öffnen bleibt dabei vor so viel Überlegen und Abwägen auf der Strecke.

Ich mach das anders, ich "öffne mich einfach", und dann zeigt sich als Reaktion, welche Personen als Reflektionspartner dafür brauchbar sind und als Freunde übrig bleiben. Die offene Art mag auf einige manchmal irritierend wirken, dafür verstelle ich mich nie, muss also auch nie anstrengend eine Fassade aufrechtzuerhalten und ich weiss immer, dass die, die dann übrig bleiben, auch "die richtigen" sind (und die wissen bei mir auch genau, woran sie sind).

m+onTd+stexrne


@ uvg41

Du bist herzlich eingeladen, Dich mir zu öffnen.

Wenn es Dir unangenehm ist, in der Öffentlichkeit "die Hosen runterzulassen", (was ich gut verstehen könnte, weil ich da Hemmungen habe, auch wenn es anonym ist) kannst Du es gerne auch auf anderem Wege tun.

:)*

LXicOh&tAmH)orizoxnt


@ uvg41

Die offene Art mag auf einige manchmal irritierend wirken

Ich finde Menschen, die immer und gegenüber jedem gleichermaßen offen sind, tatsächlich irritierend. Im positiven Sinne mag das ja recht angenehm sein, obwohl es für mich auch dann immer den Touch des wahllosen und damit bedeutungslosen Versprühens von Liebe hat, und als einzelner Interaktionspartner lässt sich dann schwer herauslesen, ob man sich zu den auserwählten Freunden zählen kann oder nicht (vorausgesetzt, das ist einem wichtig zu wissen - betrachtet man den anderen nur als Unterhaltungsinstrument, dann ist es egal).

Menschen, die jedem ungefragt und ungeschönt ihre Meinung aufdrücken und Kritik üben und dies mit "ich bin eben offen" titulieren, finde ich hingegen noch wesentlich irritierender. Ich brauche schon ein gewisses Vertrauensverhältnis zu einer anderen Person, bevor sie mir ihre Meinung über mich sagen darf oder ich umgekehrt mich traue, dem anderen meine Meinung über ihn zu sagen. Um herauszufinden, wer "die richtigen" sind, muss ich nicht vorher erst alle anderen durch meine "Offenheit" wegbellen. Es sei denn, ich bin vom Leben so frustriert, dass mir alles schon egal ist und ich generell auf Menschen scheiße,, die nicht vollständig meinem Ideal entsprechen.

Kwl=eio


LichtAmHorizont

Ich finde Menschen, die immer und gegenüber jedem gleichermaßen offen sind, tatsächlich irritierend. Im positiven Sinne mag das ja recht angenehm sein, obwohl es für mich auch dann immer den Touch des wahllosen und damit bedeutungslosen Versprühens von Liebe hat, und als einzelner Interaktionspartner lässt sich dann schwer herauslesen, ob man sich zu den auserwählten Freunden zählen kann oder nicht (vorausgesetzt, das ist einem wichtig zu wissen - betrachtet man den anderen nur als Unterhaltungsinstrument, dann ist es egal).

Was verstehst Du unter offen sein? Ich würde mich jetzt mit dem zweiten Absatz von uvg41 auch identifizieren können, aber kann nicht sehen, warum meine Freunde nicht wissen sollten, dass sie als meine auserwählten Freunde sind, wobei Freundschaft ja ein beidseitiges Auserwählen ist. Nur die offene Art zu kommunizieren macht ja noch keine Freundschaft aus. Zu einer Freundschaft gehört für mich mehr.

Menschen, die jedem ungefragt und ungeschönt ihre Meinung aufdrücken und Kritik üben und dies mit "ich bin eben offen" titulieren, finde ich hingegen noch wesentlich irritierender.

Das ist sicher auch eine Art Offenheit, aber taktlos und aus meiner Sicht übergriffig.

ulvg4x1


Ich meinte damit weder mit Liebe um sich schmeissen noch dauernd seine Meinung ungefragt kundtun, sondern einfach "sich nicht verstellen", einfach "so zu sein wie ich bin" und kein Geheimnis aus meinem wirklichen Befinden und meinen Problemen zu machen.

uEvg4x1


Menschen, die jedem ungefragt und ungeschönt ihre Meinung aufdrücken und Kritik üben und dies mit "ich bin eben offen" titulieren, finde ich hingegen noch wesentlich irritierender.

Das ist sogar ein mieses, manipulatives Verhalten - die Herabwürdigung anderer (im Falle von negativen Meinungen) mit einem moralisch positiven Verhalten ("ich bin halt offen und lüge nicht") zu "rechtfertigen". Das find ich auch nicht gut.

LGichtA[mHor>izont


@ Kleio

Was verstehst Du unter offen sein?

Wenn mir ein Mensch, den ich gerade eine halbe Stunde kenne, intimste Details aus seinem Leben anvertraut oder mich jemand beim zweiten Treffen gleich mit einer Umarmung begrüßt, ist mir das zu offen; es fehlt die für mich nötige Distanz, die man normalerweise hat, wenn man einander noch nicht gut kennt. Sicherlich gibt es Leute, die sich geschmeichelt fühlen, wenn ihnen sofort jemand so sehr vertraut. Mich macht das eher skeptisch. Man könnte also sagen, unter "offen sein" verstehe ich das, was man normalerweise nur tut, wenn man sich gut kennt und sich vertraut.

@ uvg41

Ich meinte damit weder mit Liebe um sich schmeissen noch dauernd seine Meinung ungefragt kundtun, sondern einfach "sich nicht verstellen", einfach "so zu sein wie ich bin" und kein Geheimnis aus meinem wirklichen Befinden und meinen Problemen zu machen.

Nicht gleich jedem das eigene Befinden oder Probleme zu offenbaren, hat für mich nichts mit sich verstellen zu tun. Ich entscheide eben erst später, wen mein Befinden und meine Probleme etwas angehen.

u{vg4x1


Kommt ja auch drauf an wie gut man selber mit dem (nicht-)öffnen klarkommt. Wenn das für Dich ok so ist, ist es ja kein Problem.

Es gibt halt manchmal Konfliktsituationen.. wenn man z.B. irgendwas nicht so machen kann, wie "normalerweise" (also z.B. von Freunden oder Kollegen) erwartet wird, wo man die Wahl hat, offen zu sein oder Notlügen zu erfinden.

Ein Beispiel wäre - ich werde zu einer Party eingeladen, bin aber in einer Phase wo ich an Erschöpfung und Panikattacken leide und mag deshalb nicht hin. Das kann ich dann offen so sagen, oder eine Erkältung erfinden und die als Grund vorschieben. Sowas in der Art meine ich.

KZlediro


LichtAmHorizont

Wenn mir ein Mensch, den ich gerade eine halbe Stunde kenne, intimste Details aus seinem Leben anvertraut oder mich jemand beim zweiten Treffen gleich mit einer Umarmung begrüßt, ist mir das zu offen; es fehlt die für mich nötige Distanz, die man normalerweise hat, wenn man einander noch nicht gut kennt. Sicherlich gibt es Leute, die sich geschmeichelt fühlen, wenn ihnen sofort jemand so sehr vertraut. Mich macht das eher skeptisch. Man könnte also sagen, unter "offen sein" verstehe ich das, was man normalerweise nur tut, wenn man sich gut kennt und sich vertraut.

Offen sein heißt für mich nicht nur, dass ich mich öffne, sondern auch generell anderen gegenüber offen bin.

Ich denke, Du meinst nicht kulturabhängige Begrüßungen, in denen man sich generell links und rechts mal küsst. Wobei das ja auch viele ablehnen, vor allem, wenn sie es nicht gewohnt sind.

Es gibt einige Umarmungen, an die ich mich immer erinnern werden, weil das solche Erfahrungen waren, dass sich nicht nur eine geistige gegenseitige Offenheit ergab sondern auch eine gefühlsmäßige (das ist ja nicht immer der Fall). Die möchte ich nicht missen. Speziell kommt so etwas eher mit Kindern vor. x:) Wenn sich sofort oder schnell ein Vertrauensverhältnis durch den offenen Umgang miteinander ergibt, die Zuneigung da ist und ich dann völlig unerwartet eine innige Umarmung bekomme, das ist echt. Ich bin froh, wenn sich so etwas auch unter Erwachsenen ergibt. Das ist selten, weil oft diese für mich künstliche Distanz aufgezogen wird, weil es ja so viele Kriterien gibt, die der andere ja mal erfüllen muss, damit er die Offenheit auch verdient. Zumindest erlebe ich das bei vielen Menschen so.

Nicht gleich jedem das eigene Befinden oder Probleme zu offenbaren, hat für mich nichts mit sich verstellen zu tun. Ich entscheide eben erst später, wen mein Befinden und meine Probleme etwas angehen.

Ja, ich finde auch, dass das kein Verstellen ist. Ich überlege gerade, ob für mich das eigene Empfinden oder Probleme unbedingt etwas mit sich öffnen zu tun haben. Offenheit heißt ja nicht, dass ich einfach mal drauf losplappere, egal ob es mein Gegenüber interessiert oder nicht. Ich erinnere mich an ein Gespräch vor sicher über 10 Jahren, das sich ergeben hat, als ich mir einen Hut gekauft habe. Wir sind im Atelier der Hutmacherin gesessen, haben uns angefangen über Hüte zu unterhalten, Design, über ihren Beruf und sind dann zu ihrem und meinem Missbrauch in der Kindheit gelandet. Ich habe die Frau nie wieder gesehen. Meinst Du so etwas?

u#vg4#1


sind dann zu ihrem und meinem Missbrauch in der Kindheit gelandet

ups. das war sehr offen.

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