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Keiner versteht mich

K3l3eMixo


ups. das war sehr offen.

Hat sich so ergeben. Mit anderen ergibt sich das Thema nie, auch mit Freunden nicht.

umvgT4x1


das war auch hier im Forum grad sehr offen ;-)

LqichtAm>Hor/izonxt


@ Kleio

Wir sind im Atelier der Hutmacherin gesessen, haben uns angefangen über Hüte zu unterhalten, Design, über ihren Beruf und sind dann zu ihrem und meinem Missbrauch in der Kindheit gelandet. Ich habe die Frau nie wieder gesehen. Meinst Du so etwas?

Wäre für mich tatsächlich grenzwertig. Letztlich aber einzelfallabhängig. Wenn sich zwischen Euch in so kurzer Zeit schon Vertrauen aufgebaut hat, passt es wieder. Mit etwas Übung entwickelt man da sicher schnell ein Gefühl, wem man trauen kann. Bei mir dauert so etwas länger.

Was ich meine ist aber jemand, der überhaupt nicht abcheckt, wem er trauen kann, und jedem sofort alles erzählt. Ich hatte es mal dienstlich mit einer Frau (Kundin) zu tun, die meinte mir erzählen zu müssen, dass ihr Ex-Freund sie geschlagen hat. Und die hatte vorher keine Gelegenheit zu erfahren, ob ich vertrauenswürdig bin. Meinem Eindruck nach hätte sie das auch jedem meiner Kollegen so erzählt. Da habe ich mir gewünscht, sie wäre etwas zurückhaltender gewesen, denn mit dieser Information wusste ich im gegebenen Zusammenhang nichts anzufangen und auch nicht adäquat darauf zu reagieren (ich habe die Information letztlich ignoriert).

LIicAhtAmHorOizoxnt


@ uvg41

Ein Beispiel wäre - ich werde zu einer Party eingeladen, bin aber in einer Phase wo ich an Erschöpfung und Panikattacken leide und mag deshalb nicht hin. Das kann ich dann offen so sagen, oder eine Erkältung erfinden und die als Grund vorschieben. Sowas in der Art meine ich.

Die Freundschaft/Bekanntschaft zu Menschen, bei denen ich das Gefühl habe, eine Lüge anbringen zu müssen, hinterfrage ich ziemlich schnell, und beende sie ggf. auch ziemlich schnell. Was soll ich damit? Genauso wenig gehe ich solche "Freundschaften" überhaupt erst ein.

Bei Zwangsbekanntschaften wie Kollegen hingegen erfinde ich auch schonmal etwas, da die mein tatsächlicher seelischer Zustand (wenn er schlecht ist) einfach nicht von Belang ist und ich keine Lust habe, mich erklären zu müssen.

uhvg41


Naja, Unwahrzeiten diesbezüglich z.B. ggü Kollegen führen dazu, dass auf Dauer ein falsches Bild von einem selber vermittelt wird und es immer anstrengender wird, die Fassade aufrechtzuerhalten. Aber es kommt natürlich auch stark auf die Einzelsituation an. Wenn man z.B. einen Job hat wo verlangt wird das man Dienstreisen zu Kunden macht, dies einem aber aufgrund einer Angststörung sehr schwer fällt und man sich dann mit Notlügen "durchhungert" wird der Druck auf Dauer immer größer. In solchen Fällen bin ich eher offen und sag klar was los ist.

LWichtAMmHor#izoxnt


Solche Fälle meine ich nicht. (Eine Arbeitsstelle, der von mir Voraussetzungen abverlangt, die ich nicht erfüllen kann, würde ich überhaupt nicht erst antreten.)

Sondern ich meine eher zu behaupten, man habe eine Erkältung gehabt als zu offenbaren, dass man wegen psychischer Probleme ausgefallen ist. Oder wenn ich schon zugebe, dass es psychische Probleme waren, würde ich welche erfinden, die jeder versteht ("ich musste Oma, Opa, Vater und Mutter auf einmal pflegen und mich auch noch um meinen Neffen kümmern, das war zuviel")… Mag feige sein - ist aber meine Strategie… Und bisher fahre ich damit ganz gut.

Ich halte es wie Depeche Mode mit "Policy of truth"...

SR. Twalplisxii


das war auch hier im Forum grad sehr offen ;-)

es ist auch praktisch (von wenigen Ausnahmen (oder therapeutischem Umfeld) eben abgesehn) der einzige Ort wo das bei dem Thema überhaupt geht (Ich kann gar nicht ausdrücken was das für mich für ein Segen war).

Offenheit ist ein weites Feld (und Verschlossenheit nicht weniger). Leute die einem im RL (ich finde Forum ist da generell direkt ne andere Welt) schnell und ungebremst intimes mitteilen tun das vermutlich auch aus verschiedensten Gründen die nicht immer in Offenheit begründet sein müssen (aber das kann natürlich auch ganz simpel der Grund sein). So können da durchaus innere Nöte dazu verleiten aber auch unterbewusste oder bewusste Versuche den Gegenüber einzuschätzen, aussortieren oder auch gar abzuschrecken. Es kann ein versuchtes Erzwingen von beidseitiger Nähe beabsichtigen. Oder ein Reflex sein Opferhaltung einnehmen oder Mitleid zu genererieren. Oder das Mitteilen kann dem Mitteiler schlicht und einfach nicht in dem Maße zu Herzen gehen wie es es jemand anderen tät. Es kann auch den Grund haben dass gewisse Grenzwahrungsüblichkeiten oder das Potential dazu im Laufe der Kindheit kaputt gingen/nie erlernt wurden. (Das alles ist absolut wertfrei gemeint und ich hoffe es wird auch nicht für Wertungen verwendet werden)

Bei mir dauert so etwas länger.

Bei mir meistens auch, ich hab aber oft auch schon anders agiert. Meine Offenheit ist oberflächlich betrachtet (Innenansicht) ziemlich chaotisch und mein Verhalten potentiell in Richtung beider Extreme möglich. Wenn ich's mir genauer anschaue spielt da aber sehr viel mit rein was mit dem Thema Offenheit nicht mehr sonderlich viel zu tun hat (Es stehen auf der (sehr) theoretischen Achse "Offenheit-Verschlossenheit" z.B. Misstrauen und Naivität gar nicht mit drauf sondern jenseits davon, haben aber starken Einfluss) - aber auch wenn ich mir andere Menschen diesbezüglich ansehe lässt sich manchmal (manchmal natürlich schon) nicht wirklich sagen ob jemand wirklich offen oder wirklich verschlossen ist weil sich da nicht zwangsläufig in allen Teilbereichen gleich verhalten wird. Das erzählen intimer Dinge ist z.B. das eine, das mitteilen wie es einem gerade oder bzgl diesem und jenem geht wieder was ganz anderes. Was ich mich grundsätzlich frage ist auch: Wie offen kann jemand grundsätzlich sein der nicht oder kaum weiß was in ihm los ist?

"sich nicht verstellen", einfach "so zu sein wie ich bin"

kann ich im RL eher selten, hauptsächlich durch Gebremstheit in allen möglichen Hinsichten, das zu ändern ist aber schwer.

Naja, Unwahrzeiten diesbezüglich z.B. ggü Kollegen führen dazu, dass auf Dauer ein falsches Bild von einem selber vermittelt wird und es immer anstrengender wird, die Fassade aufrechtzuerhalten. Aber es kommt natürlich auch stark auf die Einzelsituation an. Wenn man z.B. einen Job hat wo verlangt wird das man Dienstreisen zu Kunden macht, dies einem aber aufgrund einer Angststörung sehr schwer fällt und man sich dann mit Notlügen "durchhungert" wird der Druck auf Dauer immer größer.

stimmt, es braucht da auch nicht mal direkte Unwahrheiten dazu, einfach eine Diskrepanz zwischen dem wie man sich gibt und dem wie man fühlt reicht dazu schon - und es beschränkt sich nicht zwingend nur auf's Berufsleben sondern spielt potentiell bei jeder sozialen Geselligkeit mit.

Lpicht5AmHo0rizonxt


@ S. wallisii

Was ich mich grundsätzlich frage ist auch: Wie offen kann jemand grundsätzlich sein der nicht oder kaum weiß was in ihm los ist?

Ich kenne zwei Varianten. Der eine sagt gar nichts, und der andere redet ausführlichst um den heißen Brei herum oder direkt am Thema vorbei. Heißt, jemand, der nicht weiß, was mit ihm los ist, kann meiner Meinung nicht normal offen sein. Selbst wenn er es versucht nicht. Allenfalls reicht es dann zu der Aussage "mir geht es schlecht", "mit mir stimmt etwas nicht" - das ist dann schon das höchste der Gefühle.

stimmt, es braucht da auch nicht mal direkte Unwahrheiten dazu, einfach eine Diskrepanz zwischen dem wie man sich gibt und dem wie man fühlt reicht dazu schon - und es beschränkt sich nicht zwingend nur auf's Berufsleben sondern spielt potentiell bei jeder sozialen Geselligkeit mit.

Wie ich mich fühle - bzw. wie meine Laune ist - weiß eigentlich immer jeder, da ich nicht in der Lage bin, gute Laune zu heucheln, wenn sie schlecht ist. Nur den Grund kennt nicht jeder und muss es auch nicht.

K0leixo


LichtAmHorizont

Wäre für mich tatsächlich grenzwertig. Letztlich aber einzelfallabhängig. Wenn sich zwischen Euch in so kurzer Zeit schon Vertrauen aufgebaut hat, passt es wieder. Mit etwas Übung entwickelt man da sicher schnell ein Gefühl, wem man trauen kann. Bei mir dauert so etwas länger.

Was ich meine ist aber jemand, der überhaupt nicht abcheckt, wem er trauen kann, und jedem sofort alles erzählt. Ich hatte es mal dienstlich mit einer Frau (Kundin) zu tun, die meinte mir erzählen zu müssen, dass ihr Ex-Freund sie geschlagen hat. Und die hatte vorher keine Gelegenheit zu erfahren, ob ich vertrauenswürdig bin. Meinem Eindruck nach hätte sie das auch jedem meiner Kollegen so erzählt. Da habe ich mir gewünscht, sie wäre etwas zurückhaltender gewesen, denn mit dieser Information wusste ich im gegebenen Zusammenhang nichts anzufangen und auch nicht adäquat darauf zu reagieren (ich habe die Information letztlich ignoriert).

Ich verstehe. Gut, da hat sie Dich ja mehr oder minder missbraucht oder zumindest versucht Dich für ihre Zwecke zu missbrauchen. Das ist etwas, was ich als übergriffig beurteilen würde. Offenheit allein führt noch nicht unbedingt dazu, dass Kommunikation entsteht. Gegenseitiges Interesse am Thema oder an der Person oder an beiden wäre da nützlich gewesen.

Sondern ich meine eher zu behaupten, man habe eine Erkältung gehabt als zu offenbaren, dass man wegen psychischer Probleme ausgefallen ist. Oder wenn ich schon zugebe, dass es psychische Probleme waren, würde ich welche erfinden, die jeder versteht ("ich musste Oma, Opa, Vater und Mutter auf einmal pflegen und mich auch noch um meinen Neffen kümmern, das war zuviel")… Mag feige sein - ist aber meine Strategie… Und bisher fahre ich damit ganz gut.

Ich denke nicht, dass das feige ist. Die Frage ist auch, ob Offenheit auf diesem Gebiet überhaupt gegenseitig zur Arbeitsbeziehung gehört. Sehr oft interessiert sich der AG gar nicht für die Persönlichkeit des Arbeitnehmers oder seine Befindlichkeit und missbraucht diese.

L.icht<AmHoriz<onxt


@ S. wallisii

Was ich mich grundsätzlich frage ist auch: Wie offen kann jemand grundsätzlich sein der nicht oder kaum weiß was in ihm los ist?

Dazu noch einmal…

Ich denke doch, auch jemand, der nicht weiß, was mit ihm los ist, ist prinzipiell schon in der Lage, sich zu öffnen. Allerdings braucht er dazu ein Gegenüber, dass bereit ist, in seiner Psyche herumzustochern, und er braucht selbst die Bereitschaft, jemanden stochern zu lassen.

SH. waAllis~ii


stochern^^ ja vermutlich ginge es so schon. Eine offenwirkende Art könnte aber so jemand vermutlich dennoch haben, kompliziert das ganze...

Nur den Grund kennt nicht jeder und muss es auch nicht.

Das ist zumindest vernüftig, auch das mit den Begründungen weiter oben. Das ist z.B. ein Gebiet auf dem ich immer recht offenherzig war, praktisch kaum anders konnte, denn wenn ich mit jemand viel Zit verbringe geht's irgendwie net anders (naja ich lerns ganz langsam^^ auch wenn ich mir einen Teil der Wirkung solcher Unfähigkeit erhalten will, nur schlecht ist das nämlich nicht) direkt schlau ist das vllt halt eher nicht im Arbeitsleben alles mögliche Zeuchs zu erzählen :|N ;-D Es ist aber nicht zwingend schädlich (und falls dann hätte man zu einem gewissen Preis einen Arsch als solchen enttarnt wenn er sowas gegen einen benutzt), was wieder ein anderer Aspekt ist - manchmal macht Offenheit nicht im mindesten so angreifbar wie man/manche meinen, manchmal sogar im Gegenteil und es macht auch etwas mit einem selbst sozusagen Angreifbarkeiten zur Verfügung zu stellen (eben oft weniger angreifbar) Hm, Hat wohl Vor- und Nachteile und ja, wie gesagt, kompliziert das ganze^^

unvg4x1


Ich hab das Gefühl, dass man relativ wenig angreifbar ist, wenn man vor allem zu sich selber steht, mit allen stärken und schwächen.

Unsouverän macht es, wenn man meint, es nötig zu haben, Teile von sich zu verleugnen, um den heissen Brei herumzureden, Ausreden zu erfinden.

Ein Beispiel was ich da öfters bringe ist: was, wenn man öffentlich bei sexuellen Dingen ertappt wird? Also z.B. wenn ein Video auftauchen würde wie jemand wie Robbie Williams im Chat vor der Webcam onaniert, oder etwas derart grenzüberschreitendes. Hat man nicht nach wie vor Respekt vor der Person, wenn sie sagt, so what, das bin ich, das ist ein Teil von mir, was ist dabei, als wenn sie versucht, zu vertuschen und drumrum zu reden? Siehe auch z.B. sibel kekilli, mit Porno-Vergangenheit, zu der sie offen steht, und was ihr nicht im geringsten als seriöse Schauspielerin zu schaden scheint.

L=ichtAmUHor:izoxnt


Offenheit hat natürlich den Vorteil, dass man sehr schnell erfährt, wer es gut mit einem meint und wer nicht. Allerdings hilft einem die Erkenntnis manchmal wenig, wenn man die Folgen ausbaden muss.

LsichtAmHoCrizont


@ uvg41

Ich hab das Gefühl, dass man relativ wenig angreifbar ist, wenn man vor allem zu sich selber steht, mit allen stärken und schwächen.

Das kann man aber auch ohne alle Details von sich preiszugeben. Die wahre Persönlichkeit verleugnen kann auf Dauer eh keiner. Auch wenn ich niemandem erzählen würde, dass ich nicht wegen einer Erkältung krankgeschrieben bin, sondern wegen psychischer Probleme, wissen trotzdem grundsätzlich alle, wer und wie ich bin, und dass ich nicht so selbstbewusst und stabil bin wie Kollege X und bestimmte Aktivitäten weniger mag und mir bestimmte Dinge weniger liegen und so weiter. Wenn ich mich verändere (beispielsweise, weil ich eine Psychotherapie absolviere), werden die anderen das auch merken - warum sich die Änderung vollzieht (könnte ja auch ganz von allein passieren), geht wiederum niemanden etwas an. Ich verändere mich eben, das sehen sie ja, und mehr müssen sie nicht wissen.

LmovHues


wahre Persönlichkeit

Was soll das sein? Sorry, aber ich halte das für ein falsches Ideal. So einfach ist niemand gestrickt, dass es da eine "wahre" Persönlichkeit gibt.

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