» »

Keiner versteht mich

Kqleixo


mond+sterne

Jetzt nur einfach eine Reflektion meines Eindruckes: Ich habe im Moment den Eindruck, dass Du Dich offen zu den von Dir zitierten Aussagen äußerst und bei Dir bist. :-)

Keleio


mond+sterne

Wenn das Fremdbild meines Gegenübers nicht zu meinem Selbstbild passt, redet man einfach nur aneinander vorbei. Ich sehe unter diesen Umständen keinen Sinn darin, miteinander zu kommunizieren. Dementsprechend sehe ich auch keinen Sinn darin, mich auf die Gedankengänge des anderen einzulassen, der im Grund genommen nur ein Schattenboxen betreibt.

Das heißt, wenn Fremd- und Selbstbild aus deiner Sicht genug Überschneidungen haben, dann bist Du bereit, Dich auch auf die Gedankengänge des anderen einzugehen und sie durchzudenken?

Das ist nur zur Sicherheit, denn ich habe auf jeden Fall den Eindruck, dass Du Dich sehr wohl mit Beiträge auseinandersetzt, die anders verlaufen als Deine eigene Denkweise.

Diese Mitteilung war natürlich überflüssig, weil ich das auch weiß.

So klar war das für mich nicht. Es ist schon wichtig zu erfahren, ob Du das auch so siehst oder ob Du eine andere Meinung hast, die genauso legitim wäre.

Mich würde vielmehr interessieren, inwieweit andere User, wie beispielsweise Du, bereit wären, sich eventuell an einem derartigen Versteckspiel zu beteiligen.

Nachdem Du "andere User" erwähnst: Ich kann mit diesem Versteckspiel-Bild überhaupt nichts anfangen. Wenn es also um ein Versteckspiel geht, wäre es sinnvoll, dass ich es verstehe. Um was für ein Versteckspiel geht es? Ich spiele hier kein Versteckspiel und ich habe auch nicht den Eindruck, dass Du irgendein Versteckspiel spielst. Tust Du es? Erst dann kann ich mich entscheiden, ob ich an so einem Versteckspiel interessiert wäre.

Lovhus hatte einen Beitrag geschrieben, wo cih auf den ersten Absatz eingegangen bin. Ich wollte eigentlich noch auf den Rest des Beitrags eingehen (von dem ich jetzt gerade nicht mehr weiß, worum es ging). LovHus hat mir jedoch auf meinen Beitrag so reagiert, dass ich eigentlich erstmal noch merh zur Diskussion des ersten Absatzes seines inzwischen vorletzten Beitrags schreiben müsste.

Das wäre für mich z. B. auch nötig um zu verstehen, was Dir da durch den Kopf geht. Eben, weil ich selbst gar nichts damit anfangen kann. Mindmaps sind für mich sehr gut wenn es ums Brainstorming geht, um Ideen für eine Geschichte zu sammeln. In Bezug darauf eigenen Gedanken aufzuschreiben gar nicht. Umgekehrt fand ich es hochinteressant, dass LovHus mitgeteilt hat, dass er das für seine Gedanken gebrauchen kann und auch, dass Du den Gedanken versucht hast nachzuvollziehen.

Außerdem hast Du mir vor einigen Tagen einen Beitrag geschrieb, bei dem ich erstmal nur die letzte Frage beantwortet habe, weil sie für mich am relativ einfachsten war.

Ich verstehe. Es läuft ja nichts davon. Je nachdem wie es kommt, gehst Du nach Deinem Tempo auf die Fragen ein, die Du aufnimmst. Es ist hier kein Wettrennen. Erkenntnisprozesse dauern nun einmal.

Es ist nämlich so, dass ich durchaus einen Erkenntnisgewinn habe. Nur ich muss diesen Erkenntnisgewinn noch so verarbeiten, dass er am Ende auch ein großes ganzes ergibt. Wenn ich das nicht mache, ist der Erkenntnisgewinn irgendwann auch wieder futsch.

Auch das ist doch okay. Manche Fragen/Themen tauchen sowieso wieder auf.

Dann war da noch die Frage von danae, woran ich erkenne, wenn sich mir jemand öffnen will. Das war für mich eine wichtige Frage. Es ist jedoch auch eine sehr schweirige Frage.

Deshalb dauert es dann, bis ich den richtigen Gedankenansatz habe, um die Frage zu beantworten.

Auf diesem Wege ist die Frage wohl auf ewig verschollen. Denn inzwischen ist das alles viel zu lange her.

Mag sein, aber ich würde jetzt auch nicht erwarten, dass jemand, in diesem Fall auch Du mal einfach Antworten auf Fragen, die er sich so noch nicht gestellt hat, aus den Ärmeln schüttet. Als ich mich mit den Begriffen Fakten und Werte beschäftigt habe – es sind nur zwei Wörter, habe ich darüber Monate nachgedacht, hinterfragt, etc. ;-D

Für mich wäre es sehr wichtig, dass ich hier eine klar erkennbare eigene Denkrichtung entwickeln könnte.

Ja, das finde ich auch. Deswegen frage ich immer wieder mal nach, wo Du jetzt stehst. Es kommen unterschiedliche Inputs, Du gehst auf einige ein, was ja nicht bedeutet, dass Du Dich mit den anderen nicht auseinandergesetzt hast oder dass Du von woanders Inputs bekommst und dann eigene Erkenntnisse gewinnst. Dann aber finde ich es wichtig, dass Du reflektierst, wo Du nun stehst.

Das ist jetzt sehr krass ausgedrückt, aber von der Tendenz her ist es so.

Ja, das kann ich nachvollziehen, dass es schwierig ist. Es gibt ja auch die unterschiedlichsten Erwartunghaltungen der UserInnen. Da kannst natürlich nur Du entscheiden, wie Du da vorgehst. Es ist ja auch nicht schlecht – ich bleib jetzt mal bei der mindmap von LovHus – da auch mitzugehen, denn es geht ja darum zu erfahren, wie es andere sehen. Für die persönliche Erkenntnisgewinnung ist es aber wichtig zu sich zurückzukehren, zu sagen, okay, ich habe mir das überlegt, das kann ich aufnehmen, oder diesen Teil kann ich für mich aufnehmen oder aber genauso, dass ich das jetzt nicht aufnehmen kann aber später oder aber auch nie.

Du hast in meiner Sackgassendiskussion beispielsweise einen längeren Beitrag gepostet, auf den ich ausführlich in zwei Beiträgen eingegangen bin. Das habe ich gemacht, weil ich mir vorgestellt hatte, Du hättest ein Interesse an einer weiteren Diskussion.

Ich habe ehrlich gesagt nicht verstanden, warum Du dann nichts mehr geschrieben hattest, weil ich nicht den Eindruck hatte, Du hast so einen ich schreib mal eben was Beitrag gepostet.

Ich habe jetzt gesucht, weiß aber nicht genau, welchen Beitrag Du meinst.

Aber dann ist es wieder irgendwie anders weitergegangen. Du kannst das theoretisch nachlesen. Ich habe da den Überblick verloren.

Ich habe es ein paar Mal durchgelesen, bevor ich meinen Beitrag geschrieben habe. Ich kann mir nicht alles merken.

Kannst Du mit meinem Input was anfangen?

Ja, kann ich ganz gut und ich finde es auch super, dass Du einiges mal zusammengefasst hast.

Hast Du überhaupt das Gefühl von mir Input zu bekommen?

Ja, das sind für mich Informationen, die ich auch nachvollziehen kann.

Siehst Du mich als TE in der Rolle den anderen Diskussionsteilnehmern Input zu geben?

Ich orientiere mich an Deinen Beiträgen. Ich lese alle Deine Beiträge, schreibe dann, wenn ich denke, ich habe etwas sinnvolles zum Thema zu schreiben und lese dann nachher, was noch andere geschrieben haben. Je nachdem, wenn ich da auch etwas Wichtiges auf das Thema bezogen lese, dann kann es schon vorkommen, dass ich dazu auch etwas schreibe. Aber in dem Faden sind Deine Beiträge für mich der "Fixsstern".

Oder betrachtest Du Kommunikation als eine Einbahnstraße?

Das wird sich noch weisen. ]:D

K5leixo


mond+sterne

Ich weiß nicht, welche Inputs Du meinst. Ich würde vermuten, mir bringt das eher nicht soviel, weil ich kein Input möchte. Ich möchte schließlich etwas sagen. Das ist für mich Output und für Dich Input. Und ich habe den Eindruck, die meisten User können nichts mit dem Input anfangen, den sie von mir bekommen.

Daraus resultieren dann aber manche Verständnisschwierigkeiten und Konflikte im Faden. Ich reflektiere mal, wie ich das sehe:

Ich habe also mond+sterne, der schreibt, ich möchte mich öffnen, kann meine Gedanken dazu nicht formulieren, kann auch sonst nicht viel schreiben, verliere meine Gedanken oft und es versteht mich ja sowieso keiner.

Die einen versuchen Inputs zu geben, wie Du es lernen kannst, Deine Gedanken aufzuschreiben, andere meinen, geh doch zur Therapie (übrigens in einem Gesundheitsforum ein völlig legitimer Ratschlag ]:D ), andere reflektieren mal, was sie unter sich öffnen verstehen, ich schreibe also mal los, wie ich das sehe und nenne mal ein Beispiel, andere provozieren ein bisschen, etc.

Das sind an sich alles Ansätze, wo Du jetzt einsteigen könntest und das tust Du auch. Wie, das hast Du ja jetzt auch gerade zusammengefasst. Trotzdem sehe ich das Vorgehen auch als Hilfestellung für Dich einen Ansatz zu finden und Dich dann irgendwie Deinem Thema, das sich öffnen zu nähern und überhaupt einmal einen Output zu geben. Entweder als Kommentar, dass Du selbst ein Beispiel bringst, oder was auch immer, damit Du überhaupt einmal zu einem Output kommst. Ich meine: "Ich möchte mich öffnen." Ohne jegliche Angaben – das ist schon schwierig da etwas aufzugreifen, es zu verstehen, etc, denn da ist für mich kein Output von Dir da.

Das hat schon realsatirische Züge angenommen, als ich an einem Punkt angekommen war, wo ich eine Diskussion zu einem beliebigen Thema starten konnte, und einige User haben für sich das Thema noch ne Diskussion über Mond+Sterne daraus gemacht.

Damit hast Du die Erkenntnis, dass es so jetzt einmal nicht gut funktioniert.

Ich verpasse meistens den Moment, wo es möglich wäre. Nachdem Du Dein Erlebnis mit der Hutmacherin gepostet hattest, gab es bei mir beispielsweise so einen Moment. Selbst wenn ich mich daran erinnere, was ich da gedacht habe, macht es einen Unterschied, ob ich es später noch schreibe. Denn wenn ich es später noch schreibe, schreibe ich es nicht mehr aus meiner inneren Offenheit heraus.

Was heißt das? Keine innere Offenheit?

Was wären heute Deine Gedanken dazu als "äußere Offenheit"?

Da niemand auf diese Ebene eingestiegen ist, wurde es anschließend wieder sehr sachlich. So habe ich das wahrgenommen.

Es kam für mich zu einer sehr interessanten Auseinandersetzung, die eben sehr unterschiedlich war. Ich wollte das dann nicht weiterdiskutieren, weil ich nicht wusste, wie sinnvoll das für Dich bezüglich des Themas überhaupt ist. Ich habe dann gewartet und darauf geachtet, worauf Du eingehst.

Nur wenn ich das böse Wort "formulieren" lese, bin ich gleich beim nächsten Thema. Es ist das Thema Verantwortung für Gefühle. Ich bin der Meinung, ich bin für den Umgang mit meinen Gefühlen selbst verantwortlich. Dieses Thema ist mir sehr wichtig, ich finde es sehr schwierig, und es hat mit dem Thema dieses Fadens nichts zu tun.

Naja, hat es wirklich nichts mit dem Thema zu tun? Ich werfe mal die Frage für mich auf und werde darüber nachdenken.

mYond+s=ternxe


Ich spiele hier kein Versteckspiel und ich habe auch nicht den Eindruck, dass Du irgendein Versteckspiel spielst. Tust Du es?

Man kann es so interpretieren und ich finde diese Interpretation zielführend.

Wenn man beispielsweise das sich Öffnen nimmt, dann sind einige Gedanken in mir verschlossen, und Eure Aufgabe ist es die Gedanken herauszufinden, die ich vor Euch "versteckt" habe.

Ein Spiel ist es nach meinem Dafürhalten jedoch nicht wirklich. Denn bei einem Spiel würde ich wissen, was ihr erraten sollt.

Ich sehe in dieser Interpretation nur eine von vielen Möglichkeiten, das Thema anzugehen. Letztlich geht es darum, eine Möglichkeit zu finden, die gut läuft.

Auch das ist doch okay. Manche Fragen/Themen tauchen sowieso wieder auf.

Ich finde es nicht ok (dass der Erkenntnisgewinn wieder futsch ist).

Ich habe eine klare Vorstellung, wie ich mir die Frage beantworten kann, warum mich "keiner" versteht. Nämlich indem ich hier in der Diskussion Gründe sammel, und anschließend daraus ein Gesamtbild mache.

Eine Antwort auf die Frage zu finden, warum mich "keiner" versteht ist übrigens das ursprüngliche Thema des Fadens. (Dass ich niemanden habe, dem ich mich öffnen kann, ist ein wichtiger Grund, warum mich "keiner versteht".)

Aber in dem Faden sind Deine Beiträge für mich der "Fixsstern".

:)^

Das ist auch meine Haltung in anderen Diskussionen gegenüber dem dortigen TE. Leider ist die Meinung zu dem Thema nicht einhellig und es gibt auch keine entsprechende Forumregel.

Was heißt das? Keine innere Offenheit?

Was wären heute Deine Gedanken dazu als "äußere Offenheit"?

Ich kann meine Krankengeschichte erzählen, wie eine Geschichte. Es ist eine Geschichte voller Schmerz und Leid. Wenn ich mich innerlich öffne, kommt da eine Emotionalität dazu, die ich im Grunde genommen nicht ertragen kann, weil mein ganzes Leben einfach nur furchtbar ist.

Das halte ich von mir, indem ich mich nicht innerlich öffne, sondern es nur erzähle.

Dein Beispiel mit der Hutmacherin berührt ein sehr heikles Thema. Ich würde da gerne etwas zu schreiben. Ich weiß nur nicht, ob ich dieser Aufgabe, angemessen mit dem Thema umzugehen, gewachsen bin. Ich persönlich habe nämlich keine Erfahrung mit diesem Thema.

Um Dich zu verstehen, und Dir angemessen zu begegnen, müsste ich mich innerlich sehr weit zu Dir herüberbegeben. Ich weiß nicht, ob ich noch wirklich die Bereitschaft habe, andere in dem Maß zu verstehen, weil ich es auch als Ungerechtigkeit empfinde, dass sich in meinem Fall auch nie jemand wirklich große Mühe gegeben hat, mich zu verstehen. (Und jetzt bitte nicht beleidigt sein - es geht wirklich um ganz andere Dinge als das, was man hier im Forum schreiben kann.)


Gründe, warum ich mich unverstanden fühle:

Ich gebe zu wenig von mir preis und deshalb haben andere ein falsches Bild von mir und verstehen mich nicht. Was ich konkret sagen müsste, um besser verstanden zu werden ist mir nicht klar.

Ich habe niemanden, dem ich mich öffnen kann, und fühle mich deshalb insgesamt unverstanden. Es wäre denkbar, in dem Faden von ktefan weiter zu schreiben, um damit weiter zu kommen.

Wenn ich versuche etwas über meine Gefühle zu sagen (das hatte ich jetzt gerade mit dem Zorn über eine (vermeintliche) Unterstellung), fangen andere an, sich zu rechtfertigen, weil sie nicht verstehen, dass ich ausschließlich etwas über mich sagen möchte. Diesem Missverständnis versuche ich entgegenzuwirken, indem ich den guten Rat befolge, möglichst konsequent bei sich zu bleiben.

Ich brauche Rückmeldungen. Denn es nützt mir nichts, wenn mich jemand versteht, und ich nichts davon merke.

Eine Fehlerkultur ist mir nicht geläufig. Deshalb ist es sehr schwierig und nur selten möglich, Missverständnisse aufzuklären.

Ich brauche wohlwollende Leser mit einer hohen Lesekompetenz. Wenn ich von mehr Leserinnen und Lesern verstanden werden möchte, muss ich meiner Verantwortung als Schreiber, verständliche Beiträge zu schreiben, stärker gerecht werden.

Wenn ich etwas Persönliches sagen möchte, klingt es häufig "objektiv". Deshalb wird es nicht als persönliche Aussage verstanden.

Welche Gründe sind Euch im Laufe der Diskussion aufgefallen?

LZovHWus


Welche Gründe sind Euch im Laufe der Diskussion aufgefallen?

(Gründe, warum ich mich unverstanden fühle)

Du schreibst vom Selbst- und Fremdbild. Mit "Fremdbild" musst du das Bild meinen, das du dir vom Fremdbild machst. Vom eigentlichen Fremdbild (bzw. all den Fremdbildern all der anderen) weißt du nichts. Du fühlst dich unverstanden, wenn dieses selbst konstruierte Fremdbild, das eigentlich Teil deines Selbstbildes ist, inkongruent zu deinem "offiziellen" Selbstbild ist. Diese Inkongruenzen machen dir Schwierigkeiten.

"Ich fühle mich unverstanden" ist gleichbedeutend mit "ich verstehe mich nicht". Es stellt sich also wieder die Frage nach der Unterscheidung zwischen "ich" und "mir". Ich halte das für ganz normal; nicht so normal ist, dies als Problem zu betrachten. Die verstehende Instanz, das "Ich" ist von sehr geringer Komplexität im Vergleich zu dem, was es sich bei dir anschickt zu verstehen, nämlich das "mir" oder "Selbst", wie ich mal versucht habe auseinanderzuklamüsern. Es ist, als wollte ein Taschenrechner einen Supercomputer steuern. Oder als wollten wir mit einer Taschenlampe die Sonne beleuchten. Nur, dass die Taschenlampe sichtbares Licht zeigt (dem Bewusstsein zugänglich), während die Sonne "dunkel", dem Bewusstsein nicht zugänglich ist.

Ich finde, dass sich diese Zusammenhänge auch sehr schön in diesem Faden abbilden. Die Taschenlampe des Bewusstseins derer, die hier schreiben wandert mal hierhin, mal dahin, hier scheint etwas auf, dort lässt ein Input vorher Gesehenes wieder vergessen und zeigt auf ein Weiteres. Aber das Ganze ist viel zu komplex, als dass es sich fassen ließe. Ich finde das sehr angenehm, weil es den Krampf löst, unbedingt alles verstehen zu müssen.

K+lEeio


LovHus

Du schreibst vom Selbst- und Fremdbild. Mit "Fremdbild" musst du das Bild meinen, das du dir vom Fremdbild machst. Vom eigentlichen Fremdbild (bzw. all den Fremdbildern all der anderen) weißt du nichts. Du fühlst dich unverstanden, wenn dieses selbst konstruierte Fremdbild, das eigentlich Teil deines Selbstbildes ist, inkongruent zu deinem "offiziellen" Selbstbild ist. Diese Inkongruenzen machen dir Schwierigkeiten.

Fremdbild hätte ich jetzt z. B. als das Bild, das jemand von mir hat, aufgefasst und ich finde es jetzt nicht schwer festzustellen, ob es eine gemeinsame Kommunikationsebene gibt oder zumindest geben könnte oder nicht. Das Bild, das ein Schreiber von mond+sterne hat, wird in den Beiträgen oft mitreflektiert.

"Ich fühle mich unverstanden" ist gleichbedeutend mit "ich verstehe mich NICHT". Es stellt sich also wieder die Frage nach der Unterscheidung zwischen "ich" und "mir". Ich halte das für ganz normal; nicht so normal ist, dies als Problem zu betrachten. Die verstehende Instanz, das "Ich" ist von sehr geringer Komplexität im Vergleich zu dem, was es sich bei dir anschickt zu verstehen, nämlich das "mir" oder "Selbst", wie ich mal versucht habe auseinanderzuklamüsern. Es ist, als wollte ein Taschenrechner einen Supercomputer steuern. Oder als wollten wir mit einer Taschenlampe die Sonne beleuchten. Nur, dass die Taschenlampe sichtbares Licht zeigt (dem Bewusstsein zugänglich), während die Sonne "dunkel", dem Bewusstsein nicht zugänglich ist.

Das Thema finde ich extrem spannend. Ich wollte da nur warten, ob mond+sterne damit etwas anfangen kann. Bezogen auf den Umgang in der Situation, wo es darum geht mich zu verständigen bzw. verstanden zu werden, finde ich diese Theorie für mich nicht zielführend, wenn ich selbst mich nicht so kategorisiere. Ich empfinde mich nicht als mehrere Persönlichkeiten oder ein ich, mir, Selbst, etc. Welche Außenbetrachtung es da auch immer geben könnte, so bin ich ich und kein es, kein ich und es oder welche Thesen da es auch immer gibt. Aber so klingt für mich diese Aufspaltung - als Betrachtung von außen und dann auch im Nachhinein, wenn jemand analysiert. Es kann aber sein, dass Du das anders meinst. Ich fühle mich unverstanden kann gleichbedeutend sein, dass ich mich nicht verstehe, kann aber auch bedeuten, dass ich mich verstehe, ich mich aber von jemandem nicht verstanden fühle. Da sehe ich keinen unbedingten Zusammenhang bzw. werden sie auch oft in mal so mal so vorhanden sein, je nachdem, worum es geht.

Ich finde, dass sich diese Zusammenhänge auch sehr schön in diesem Faden abbilden. Die Taschenlampe des Bewusstseins derer, die hier schreiben wandert mal hierhin, mal dahin, hier scheint etwas auf, dort lässt ein Input vorher Gesehenes wieder vergessen und zeigt auf ein Weiteres. Aber das Ganze ist viel zu komplex, als dass es sich fassen ließe. Ich finde das sehr angenehm, weil es den Krampf löst, unbedingt alles verstehen zu müssen.

Die Frage für mich ist, was ist dieses "alles", das ich verstehen kann bzw. will. Komplexität liegt im Auge des Betrachters. Die Taschenlampe meines Bewusstsein ist darauf gerichtet, was mir wichtig ist. Ich kann sie dorthin lenken oder versuchen sie dorthin zu lenken, das einem anderen wichtig ist.

Wenn ich diese Passage auf mich wirken lasse, so kann es darauf hinauslaufen, dass Du der Meinung bist, dass Menschen sich sowieso nie verstehen werden können. In Bezug darauf, was mir wichtig ist zu verstehen, sehe ich das weder als derart Komplex, noch als unverstehbar. Komplex ist die Betrachtungsweise und die Kategorisierung dieser und von der subjektiven Gedankenzusammenhängen abhängig.

Wenn es so gemeint ist, dass gewisse Dinge akzeptiert werden können, auch wenn man sie nicht unbedingt im Detail versteht, dann würde ich sagen, dass ich es ähnlich sehe.

m-ondQ+%ste.rne


Das Thema finde ich extrem spannend. Ich wollte da nur warten, ob mond+sterne damit etwas anfangen kann.

Nein.

L#ovHxus


Kleio

kann es darauf hinauslaufen, dass Du der Meinung bist, dass Menschen sich sowieso nie verstehen werden können.

Ja, verstehe wie du darauf kommst. Aber nein, dieser Meinung bin ich nicht. Mir ging es um die Frage, woher man eigentlich weiß, ob und inwieweit man verstanden wurde. Und da kam ich auf die innere Wahrnehmung von Kongruenz und Inkongruenz. Ich versuche mir eine Vorstellung vom Fremdbild zu machen, so wie du eben auch versucht hast, dir eine Vorstellung davon zu machen, was ich gemeint haben könnte und ich wiederum mache mir eine Vorstellung davon, was da bei dir abging. Letztlich vergleichen du und ich jeweils in uns drin das, was wir gemeint haben, mit dem, was wir meinen, dass der andere verstanden hat, und kommen so zu dem Schluss "Ich wurde verstanden (mehr oder weniger)". Du könntest zu einem ganz anderen Ergebnis kommen. Also der eine kommt zu dem Schluss, man habe sich bestens verstanden während der andere nur den Kopf schüttelt.

Einerseits ist das ein bisschen kompliziert ausgedrückt, andererseits scheint es auch trivial zu sein - viele Worte um Selbstverständliches. Wenn ich das aber auf mich wirken lasse, ist das völlig schief. Man könnte es sich so denken, aber so "funktioniert" Verstehen nicht. So "funktioniert" nur Nicht-Verstehen. Das hatten wir schon früher festgestellt: Wenn man versucht auf diese Weise alle Missverständnisse auszuräumen, entstehen im Prozess des Ausräumens mehr Missverständnisse als man Ausräumen kann. Das muss schon deshalb so sein, weil jeder Mensch jedes Wort aufgrund seines Erfahrungshintergrundes ein wenig anders versteht. Und wenn man sich nicht einer definitorischen Gewalt unterwerfen möchte, die auch nur die Illusion erwecken kann, man würde vom Selben reden (die Erfahrungen bleiben ja immer noch unterschiedlich), dann hast du recht, so gesehen bin ich der Meinung, man kann sich nicht verstehen.

Das kommt aber daher, dass man sich des Prozesses des Nicht-Verstehens bedient hat. Kein Wunder, dass Nicht-Verstehen dabei herauskommt. Nun wird sich jeder an die Stirn tippen und sagen, dass das Quatsch ist, jeder trägt Erfahrungen bei, wonach Verständigung prima geklappt hat. Jeder - bis auf mond+sterne. Bei dem das nämlich nach seiner Auskunft, plausibel durch den Verlauf dieses und anderer Fäden belegt, nicht klappt.

In der Terminologie der Affekte entsteht der Prozess des Nicht-Verstehens durch gedämpften positiven Affekt A(+) -> Rückzug auf Verstandestätigkeit, und aktivem negativem Affekt A- -> Fehlerzoom oder Fokus auf Differenzen.

Der Prozess des Verstehens funktioniert ganz anders. Aber für's Erste habe ich mich begnügt, zwei Gefühlsqualitäten gegenüberzustellen: Einerseits das Nicht-Verstehen als Problem, das einen (in der Hoffnung, Verstehen zu erzeugen) darauf fixiert und zu Krampf wird und andererseits die Entlastung, die sich einfach daraus ergibt, dass man aufhört, den Verstand zu bemühen, eine Aufgabe zu bewältigen, die ihn überfordern muss.

mond+sterne ist an der Stelle viel weiser als ich. Was zum Prozess des Verstehens gehört, hat er besser "drauf" als ich, wenn ich drüber nachdenke. Ich fasse nur drei Bedürfnisse zusammen, die er ausgedrückt hat: sich öffnen, ins Tun kommen, sich verstanden fühlen. Das sind ganz andere Qualitäten als das "Flöhehüten" des Ausräumens von Missverständnissen und ermüdenden Erklärungen.

Wenn also unsere Erfahrungen uns sagen, dass das, was ich "Prozess des Nicht-Verstehens" genannt habe, prima zu Verstehen führt und ich also Quatsch geschrieben habe, dann kommt das daher, dass bei uns automatisch die Qualitäten in die Kommunikation einfließen, die sich mond+sterne erst noch wünscht. Daraus folgere ich nicht, dass ich Quatsch geschrieben habe, sondern im Gegenteil, dass wir keine Ahnung haben, WIE einsam mond+sterne tatsächlich ist.

m6ondt+soternxe


Ja, ich bin sehr, sehr einsam, und vermutlich ist mir noch nichtmal selbst so ganz klar, wie einsam ich eigentlich bin.

Wenn ich versuche, mit jemandem darüber zu reden kommt entweder Unverständnis, oder die Botschaft Mir geht es doch auch nicht anders.

Ob das wohl stimmt?

Ich weiß es nicht. Es könnte sein. Vielleicht seid ihr alle nur geschminkte Leichen, die nach außen hin den Eindruck erwecken lebendige Menschen zu sein. Aber tief im Innern sind sie genauso wie ich (ohne zu wissen, wie ich eigentlich tief im Innern bin). Denn über tief im Innern spricht man nicht.?

Was meint ihr?

uMvg4x1


Hier im Forum sind diverse Leute, die tief im inneren sehr einsam und unglücklich sind, und es erfolgreich schaffen, hier ein verständnisvolles Netzwerk von gleichgesinnten aufzubauen. Insofern stimmt es wohl nicht, was Du da gerade geschrieben hast.

Deine Probleme sind letztlich allesamt Deinem eigenen widersprüchlichen Kommunikationsverhalten geschuldet. Man KANN kein konsistentes Gespräch mit Dir führen. Von daher kein Wunder dass sich auch keine Bindungen ergeben.

Noch ein Bild.. Du bist einsam, beklagst Dich darüber, gleichzeitig aber verkloppst Du jeden, der versucht, sich Dir zu nähern. Kein Wunder dass Du dann einsam bist, oder?

daan_ae87


Mond+sterne

Ich finde das unsere Auseinandersetzung ein guter Ankünpfungspuntk an das Thema "Selbstbehauptung" wäre oder nicht?

Was das versteck-Spiel angeht habe ich eher den Eindruck das Mond+sterne sich selbst sucht und hier im Faden quasi Mit-Sucher sucht. In einem Moment wie dem Hutmacher-Moment sieht er für einen ganz kurzen Moment ein Stück von sich selbst, bekommt eine Ahnung, aber dann rennt er wieder weg und versteckt sich erneut und der Zugriff ist futsch, weshalb dann auch Kommunikation nicht gelingt.

mRondC+sterWne


Ich finde das unsere Auseinandersetzung ein guter Ankünpfungspuntk an das Thema "Selbstbehauptung" wäre oder nicht?

Genau. Ich habe versucht, mich selbstzubehaupten. Aber es war mir zu anstrengend. Deshalb habe ich aufgegeben.

Was das versteck-Spiel angeht habe ich eher den Eindruck das Mond+sterne sich selbst sucht und hier im Faden quasi Mit-Sucher sucht.

Genau.

In einem Moment wie dem Hutmacher-Moment sieht er für einen ganz kurzen Moment ein Stück von sich selbst, bekommt eine Ahnung,

Genau. Es ist so als wenn etwas in mir hochkommt und anschließend versinkt es wieder.

LooHvHuxs


Denn über tief im Innern spricht man nicht.?

"Warum kann der lebendige Geist dem Geist nicht erscheinen?

Spricht die Seele, so spricht ach! schon die Seele nicht mehr."

Friedrich Schiller, »Xenien und Votivtafeln«, Musen-Almanach für das Jahr 1797

LDichtOAmHjorizjonxt


@ mond+sterne

Mein Eindruck ist: Du wirst zerrieben zwischen Selbstbehauptung und anderen gefallen wollen.

Wenn Du in dem anderen Faden das Gefühl hast, Du ziehst den Rock an ich komme nicht umhin, mir das bildlich vorzustellen... ;-D weil danae das so will, dann tust Du das meiner Ansicht nach aus einer von Dir empfundenen Erwartungshaltung heraus.

Faktisch existiert die Erwartung aber gar nicht. Es treffen, wie in einer Diskussion üblich, nur unterschiedliche Meinungen aufeinander.

Und die eigene Existenz wird nicht in Frage gestellt dadurch, dass man sich nicht der anderen Meinung anschließt oder der andere nicht der eigenen.

Natürlich will jeder den anderen meistens gern überzeugen oder zumindest zum Nachdenken anregen. Aber es besteht ja kein Zustimmungszwang.

Gibt es für Dich nur die zwei Alternativen du oder ich?

m*ondT+stOernxe


Wenn Du in dem anderen Faden das Gefühl hast, Du ziehst den Rock an ich komme nicht umhin, mir das bildlich vorzustellen... ;-D weil danae das so will, dann tust Du das meiner Ansicht nach aus einer von Dir empfundenen Erwartungshaltung heraus.

"Man" sagt schnell mal "Danae will das so". Das stimmt aber streng genommen nicht. (Ich hatte mich deshalb schon in dem anderen Faden korrigiert)

Letztlich geht es mir darum, dass ich meine Ruhe habe, und wenn ich mich so verhalte, dass ich in Danaes Weltbild passe, dann habe ich meine Ruhe.

Aus ihrer Perspektive stellt sich die Sache natürlich ganz anders da. (Wie genau, weiß ich nicht)

Faktisch existiert die Erwartung aber gar nicht. Es treffen, wie in einer Diskussion üblich, nur unterschiedliche Meinungen aufeinander.

Ich hoffe, Du konntest Dich mit Deiner Argumentation überzeugen. ]:D Denn ich empfinde da keine Erwartungshaltung. (Ich kenne jedoch den umgekehrten Fall, wo die Leute sagen "Was erwartest Du/Sie eigentlich?". Das ist dann eine Situation, wo es regelmäßig hakt, weil ich eigentlich gar nichts erwarte.)

Wenn es um feministische Standpunkte oder politisch korrekte Standpunkte geht, treffen jedoch nicht einfach zwei Meinungen aufeinander.

Aus der Perspektive von Menschen wie Danae gehöre ich nämlich zu den "Deppen", deren Denken sich ändern muss. Das ist für mich keine Meinung, die einfach so neben meiner Meinung steht.

Gibt es für Dich nur die zwei Alternativen du oder ich?

Nein. Mir geht es darum, die (unterschiedlichen) Standpunkte festzustellen.

Ich möchte etwas anderes anziehen als Frauen. Danae möchte, dass Männer und Frauen das Gleiche anziehen. Nur darauf legt sie sich nicht fest, sondern sie versteckt ihren eigenen Standpunkt ständig hinter Warumfragen, verbalen Nebelwolken und der Empfehlung, ich solle einen langen Rock tragen.

Das macht mich fertig.

In dem anderen Faden, wo Du das mit der ausgleichenden Gerechtigkeit geschrieben hast, war es ähnlich. Es ist nicht möglich, zu einem Ergebnis zu kommen. D.h. ich kenne weder Deinen Standpunkt zu dem Thema noch den der anderen Userin mit der ich diskutiert hatte.

Warum ist es noch nicht einmal möglich, die unterschiedlichen Standpunkte festzustellen?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH