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Keiner versteht mich

LKovH(uxs


Oh... :-o |-o .

Ich sah vor langer Zeit die Möglichkeit, mein Anliegen schriftlich zu formulieren und mich damit an professionelle Helfer zu wenden. Sie haben mir in dieser Sache jedoch nicht weiter geholfen.

Außerdem sehe ich die Möglichkeit, das zu tun, was ich gerade in diesem Forum getan habe. Nämlich das Thema Pläne vs. Schicksal öffentlich anzusprechen.

Dann verbinde ich mal Ersteres mit Letzterem.

Ist dein Anliegen, mit dem du dich an die professionellen Helfer wandtest heute noch gültig? Kommt in deinem Anliegen Schicksal zum Ausdruck oder ist es ein Teilaspekt, der damals eben im Vordergrund stand, aber keinen rechten Bezug zu deinem Leben insgesamt hatte (nur peripher, nicht zentral). Pläne neigen ja dazu, Aspekte herauszugreifen, während Schicksal einen ganzheitlich erfasst.

Was damals passiert sein könnte: Die professionellen Helfer haben ihre Behandlungspläne an dir umgesetzt, dich aber damit nicht "erreicht", konnten dein Schicksal nicht ansprechen. Ab wann wusstest du, dass die therapeutischen Interventionen unfruchtbar blieben? Woran hast du das erkannt? Kennst du zu diesen beiden Fragen die Sicht der professionellen Helfer? Wart ihr euch in der Einschätzung der Situation einig?

m,oCnd+6sterWnxe


Ok, ich versuche mich zunächst einmal etwas in Vergangenheitsbewältigung.

Ist dein Anliegen, mit dem du dich an die professionellen Helfer wandtest heute noch gültig?

Nein, dieses Anliegen ist nicht mehr gültig (es ging dabei ausschließlich um den Aspekt des Pläne machens. Um die Frage, warum es mir nicht gelingt, selbständig Pläne zu machen und sie umzusetzen ging es nicht). Es ist sehr lange her. Es ist nicht so gelaufen, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich habe versucht, darüber zu reden. Das ist mir jedoch nicht gelungen.

Was damals passiert sein könnte: Die professionellen Helfer haben ihre Behandlungspläne an dir umgesetzt, dich aber damit nicht "erreicht", konnten dein Schicksal nicht ansprechen.

Ja, irgendwie so in der Richtung könnte es gewesen sein.

Ab wann wusstest du, dass die therapeutischen Interventionen unfruchtbar blieben?

Hinterher. Es gab durchaus immer mal wieder Ansatzpunkte, wo ich sagen würde, es hätte erfolgreich sein können. Nur leider hat sich dann immer wieder herausgestellt, ganz so einfach ist es doch nicht.

Die definitive Feststellung, dass es nichts gebracht hat, habe ich also erst im Nachhinein gemacht.

Woran hast du das erkannt?

Dass es mir immer noch genauso schlecht geht wie früher, und dass ich immer noch in der gleichen Scheiße sitze wie früher.

Kennst du zu diesen beiden Fragen die Sicht der professionellen Helfer?

Nein.

Wart ihr euch in der Einschätzung der Situation einig?

Die professionellen Helfer haben niemals eine Einschätzung der Situation abgegeben, und auch ich kann die Situation bis heute nicht klar einschätzen.

Ich bin übrigens ziemlich sauer, weil es nicht möglich ist, mit irgendjemandem darüber zu reden.

Aber das ist ein anderes Thema.

Dann verbinde ich mal Ersteres mit Letzterem.

Wie ist jetzt die Verbindung zu Letzterem?

L:ovHuxs


Wie ist jetzt die Verbindung zu Letzterem?

Du hast eine Möglichkeit, die du damals sahst, genannt und nun eine aktuelle Möglichkeit. Die aktuelle Möglichkeit besteht im Ansprechen des Themas Pläne vs. Schicksal. Da fand ich naheliegend, mal anzusehen, was damals planhaft und was schicksalhaft gewesen sein könnte, also "Vergangenheitsbewältigung" durch die Brille der aktuellen Möglichkeit.

Ich meine, dass man generell sagen kann: Pläne, die am Schicksal vorbeigehen, funktionieren nicht. Ich schätze, das ist die fehlende Aussage, die dir die Profis nicht gegeben haben. Oder nicht geben konnten, denn wer an Pläne glaubt und das Planen verkauft, redet nicht über die Konkurrenz vom Schicksal, leugnet es vielleicht sogar. Nur: Die Schwierigkeit mit dem Schicksal ist, dass man es nicht kennt, so dass es kaum möglich ist, Pläne vernünftig mit dem Schicksal abzugleichen.

Doch die gute Nachricht: Es scheint mir so zu sein, dass das "Mich", von dem wir schon gesprochen haben, das Schicksal sehr wohl kennt, vielleicht sogar große Teile des Schicksals erzeugt (so, wie dein Ich Pläne erzeugt). Und Infos des Mich an das Ich gibt es über Körpergefühle, z.B. dem berühmten Bauchgefühl. Pläne zu machen erfordert also den Verstand-Gefühl-Dialog zwischen Ich und Mich. Das ist zwar noch nicht alles, um einen Plan funktionieren zu lassen, aber mal ein wichtiger Schritt. Schätze bereits diesen Schritt hat es damals nicht gegeben. Oder doch?:

Es gab durchaus immer mal wieder Ansatzpunkte, wo ich sagen würde, es hätte erfolgreich sein können.

Dazu kann ich jetzt nichts sagen, es sei denn, du lässt uns wissen, um welche Art Ansatzpunkte es ging, wieso du meinst, sie hätten erfolgreich sein können und was der Knackpunkt war, dass sie es nicht wurden.

m_ond+*stexrne


Ich versuche mal, meine Planung in der letzten Zeit dieser Diskussion zu reproduzieren.

Zunächst einmal hatte ich gefragt, welche Themen Euch beschäftigen. Mein Plan war es, anhand dieser Themen den Faden gedanklich zu sortieren und eine klare Linie reinzubringen.

Ich habe dann einen zweiten Teil des Eingangsbeitrags gepostet, in dem ich auf die Themen eingehen wollte, die Du, LovHus, auf meine Frage hin gepostet hattest.

Leider ist mir beim Schreiben dieses Beitrags die Puste ausgegangen, und ich bin nicht bei den Themen angekommen.

Ich habe dann das Thema Pläne vs. Schicksal rausgegriffen, weil ich dachte, es könnte als Fortsetzung der Ich-Mich-Dialoge ganz vielversprechend sein. (Ich hatte das Wort Schicksal dabei im Grunde genommen als ein anderes Wort für "Mich" verstanden. Denn das, was Du Mich nennst, ist nicht unbedingt etwas, das ausschließlich in mir drin ist. Aber ich denke inzwischen, Schicksal ist doch noch wieder etwas anderes als das, was Du mit Mich meinst.)

Der nächste Plan könnte darin bestehen, mit der Methode des virtuellen Brötchenbackens einen dritten Teil des Eingangsbeitrags zu schreiben, in dem ich auf die Themen eingehe, die in der Diskussion aufgekommen sind.

@ LovHus

Infos des Mich an das Ich gibt es über Körpergefühle, z.B. dem berühmten Bauchgefühl. Pläne zu machen erfordert also den Verstand-Gefühl-Dialog zwischen Ich und Mich. Das ist zwar noch nicht alles, um einen Plan funktionieren zu lassen, aber mal ein wichtiger Schritt. Schätze bereits diesen Schritt hat es damals nicht gegeben. Oder doch?

Nein.

L"ov4Huxs


mond+sterne

Aber ich denke inzwischen, Schicksal ist doch noch wieder etwas anderes als das, was Du mit Mich meinst.

Ich habe die Begriffe so verwendet, dass Schicksal das ist, was das "Mich" macht, analog dazu, dass ein Plan das ist, was das "Ich" macht. Der große Unterschied ist, dass sich Schicksale meist erfüllen, während Pläne oft unwirksam bleiben. Ein anderer Unterschied ist, dass ein Plan gewollt wird, während Schicksale Elemente enthalten, die regelrecht Angst machen.

Das Innen-Außen-Thema ist zwar auch wichtig, aber vielleicht doch eher abgehoben philosophisch. Ich kann das ausführen, aber nur, wenn es dich interessiert.

Ich bin gespannt auf deinen dritten Teil, wenn du wieder die Puste dazu hast :-D . Ich werde auf jeden Fall den Ich-Mich-Dialog im Hinterkopf behalten. Er ist ja nicht nur ein Diskussionsthema, sondern etwas, das man bei verschiedenen Themen anwenden kann. Und wenn dir das vielversprechend erscheint, kann ich, wenn mir Entsprechendes auffällt, einen Dialog daraus entstehen lassen.

Nein.

Wie ich vermutet hatte :°_ . Ich denke, deine Helfer haben schlicht nicht über das für dich notwendige [[https://books.google.de/books?id=8W19YcPHIT0C Coachingwissen]] verfügt. Dort vor allem der Artikel S.172 ff., falls es dich interessiert. Das war Pech, es ist ja relativ neues Wissen, jedenfalls für die Psychologie. "Pech" heißt, es kam ganz von außen. Du hast getan, was dir möglich war, aber es hat nicht gereicht. Schicksal wäre es gewesen, wenn dein "Mich" sich hilflose Helfer ausgesucht hätte, um Veränderungen von dir wegzuhalten. Dann wäre der Therapieversuch und sein Scheitern eine Inszenierung des "Mich" gewesen: Die Inszenierung spielt sich draußen auf der Bühne der Welt ab, der Regisseur ist innen. - Ok, jetzt hat mein Mich doch etwas zu innen-außen geschrieben ;-D .

mKon-d+s ternxe


Ich habe alles gesagt, was ich zu sagen habe. Ich habe alles getan, was ich zu tun hatte. Ich könnte jetzt also dem Schicksal seinen Lauf lassen. Was spricht dafür? Was spricht dagegen?


Indem ich diesen Beitrag poste, habe ich mich dagegen entschieden. Nein, ich lasse dem Schicksal nicht seinen Lauf, ich bemühe mich darum, mich dagegen aufzubäumen.

Macht das Sinn?

@ LovHus

Ich gehe eventuell später noch näher auf Deinen Beitrag ein.

Laew7ian


Ich glaube nicht, dass es ein Schicksal gibt, das anders ist, als das was passiert. Wenn du dich auflehnst, ist das Teil des Schicksals. Woraus folgt, dass du dein Schicksal gestalten kannst.

maond+s6terne


Ja, sein Schicksal gestalten, das finde ich einen ganz guten Ansatz.

Also, nicht nur ich gestalte mein Schicksal, sondern auch andere. Denn durch Deinen Beitrag hast Du schicksalartig meinen Gedankengang beeinflusst.

mvond$+ste|rne


@ LovHus

Wenn ich es mir überlege, kann ich Deinen letzten Beitrag auch als abschließend betrachten.

Ok, das Thema Ich-Mich-Dialoge ist von mir aus erstmal abgeschlossen. Man kann es ja jederzeit wieder ausgraben.

L&ov^Hxus


Geht es dann jetzt darum, wie Schicksal gestaltet werden kann?

Ich frage, weil es einerseits so klingt, als wäre das jetzt ein gutes Thema, andererseits kann jeder Beitrag, der sich mit dieser Frage beschäftigt leicht als "Ratschlag" aufgefasst werden ;-) .

mRondF+stxerne


Geht es dann jetzt darum, wie Schicksal gestaltet werden kann?

Ja, das wäre eine Möglichkeit. Wie kann man sein Schicksal gestalten? Was bedeutet das?


Das Problem mit den Ratschlägen sehe ich auch (wenn Du es denn als ein Problem betrachtest ;-)).

Ich muss zugeben, ich an Deiner Stelle wäre auch ratlos, und wüsste nicht, wie ich sinnvoll mit dieser Situation umgehen könnte.

Deshalb verstehe ich Dein Problem, und meine auch, es ganz gut nachvollziehen zu können. Aber einen klugen Rat, wie Du es lösen könntest, habe ich nicht.

:-)

maond+yste7rne


Ja, ich kann versuchen, mein Schicksal zu gestalten. Ich tue es zum Beispiel jetzt, indem ich hier einen Beitrag poste.

Ihr könnt dann damit machen, was ihr wollt. Das ist mein Schicksal.

Aber nicht nur das, was ihr macht, ist mein Schicksal. Auch alles andere, was so rund um mich herum auf dieser Welt passiert, ist mein Schicksal.

Aber nicht nur das, auch alles, was in der Vergangenheit passiert ist, ist mein Schicksal.

Man könnte meinen vor dem Hintergrund dieser Welt und der Vergangenheit, könnte ich frei entscheiden, was ich will.

Aber auch das ist nicht der Fall. Ich entscheide jeweils vor dem Hintergrund meiner persönlichen psychischen Verfassung. Manchmal geht es mir besser, manchmal geht es mir schlechter. Wenn es mir besser geht, habe ich Glück gehabt, wenn es mir schlechter geht habe ich Pech gehabt.

Aber ganz egal, ob ich Glück gehabt habe, oder ob ich Pech gehabt habe, ich kann mir immer überlegen, was ich draus mache.

Darin sehe ich meinen Gestaltungsspielraum.

LQovwHuxs


mond+sterne

Aber nicht nur das, was ihr macht, ist mein Schicksal. Auch alles andere, was so rund um mich herum auf dieser Welt passiert, ist mein Schicksal.

Aber nicht nur das, auch alles, was in der Vergangenheit passiert ist, ist mein Schicksal.

Das, was da "draußen" passiert(e), wird dadurch zu einem Teil deines Schicksals, dass du dich damit in Beziehung setzt. Das meint das Wort "Bedeutung": Was es für dich bedeutet ist dein Schicksal.

Die Frage nach der Gestaltbarkeit von Schicksal wird damit zu einer Frage der Wählbarkeit von Bedeutungen. Bedeutung entsteht vor dem Hintergrund deiner bisherigen Lebenserfahrungen, ist also nicht Ich- sondern Mich-gemacht. Deshalb funktioniert "positives Denken" als Versuch des Ich Bedeutung zu manipulieren auch nicht nachhaltig.

Ich denke, der wirksamste (vielleicht einzige) Weg, Schicksal zu gestalten, ist, Erfahrungen zu machen - und auch an sich ranzulassen. Insofern gestaltest du dein Schicksal, indem du hier schreibst und vor allem liest, was andere schreiben. Wobei nur der Teil relevant ist, zu dem du dich auch in Beziehung setzt, egal, ob es dich ärgert oder freut. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass Erfahrungen so verarbeitet werden, dass sie das bereits bestehende Schicksal bestätigen. Das Mich gibt nicht so einfach einmal gemachte und über viele Jahre bestätigte Bedeutungen auf.

Da ist der Bezug zur Vergangenheit nicht schlecht. Oft schlummern in den Kellern des Mich Erfahrungen, die bereits gemacht, aber nicht gut integriert sind. Die lassen sich wecken und "aufräumen". Das Mich wächst daran und wird klarer, das wird sich auch im Schicksal niederschlagen.

m<ond+?ste|rne


Ihr seid mein Schicksal, weil ihr schreiben könnt, was ihr wollt.

Ich kann mein Schicksal jedoch gestalten, denn es hängt auch von mir ab, was ihr schreibt.

Nur stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, wenn ich versuche, mein Schicksal zu gestalten, indem ich versuche Einfluss darauf zu nehmen, was ihr schreibt.

m=ond+s_terxne


@ Lewian

Ich glaube nicht, dass es ein Schicksal gibt, das anders ist, als das was passiert. Wenn du dich auflehnst, ist das Teil des Schicksals. Woraus folgt, dass du dein Schicksal gestalten kannst.

Ich habe einen etwas anderen Schicksalsbegriff. Schicksal ist alles, was jenseits meiner Möglichkeiten liegt.

Ich unterscheide also zwischen den Dingen, die ich machen kann, und den Dingen, die mein Schicksal sind.

Mein Schicksal zu gestalten, betrachte ich als eins der vielen Dinge, die ich machen kann. Die nächste Frage wäre für mich, was ich noch machen kann, wenn ich mich gerade nicht damit beschäftige, mein Schicksal zu gestalten.

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