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Wie motiviere ich mich an depressiven Tagen?

G>lasperl@envogxel hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich warte noch immer auf den ersten Termin bei einer Psychotherapie. Trotzdem habe ich keine Lust darauf, in der Wohnung sitzen zu bleiben. Samstags und Sonntags war ich bei meinen kleinen Cousinen zu Besuch, immer Action, Bewegung, Spielen, Gesellschaftsspiele, lachen, TV, Quatschen, essen....mit 9- und 12-Jährigen wird es einem nicht o schnell langweilig. Ich bin ein Mensch, der relativ viel Zeit für sich braucht. Die zwei Tage bei meinen Cousinen haben mir sehr gefallen, aber als ich zu Hause angekommen war, musste ich mich direkt hinlegen. Dann habe ich mir noch kurz überlegt, ob mich alleine diese zwei Tage so müde gemacht hätten. Schwer zu glauben. Gegen Abend wurde ich sehr fröhlich, so fröhlich, dass ich bis morgens um 3:00 Uhr mit Kopfhörern Musik gehört und dazu getanzt habe. Ich glaubte, der kommende Tag/gestern Dienstag würde super werden. Um etwa 5:30 Uhr konnte ich endlich schlafen gehen, zuvor hatte ich mich total aufgeputscht gefühlt.

Dann kam der gestrige Dienstag. Zur Zeit/nun, nach meiner Ausbildung, übe ich leider noch nicht wieder einen neuen Beruf aus. Dennoch bin ich mit einem einigermassen positiven Gefühl aufgestanden, obwohl die Beine geschmerzt haben (vom Einrad fahren lernen mit den Mädels). Mir ist aber gleich negativ aufgefallen, dass ich keine Musik hören will. Das ist meistens ein weniger gutes Zeichen. Also habe ich mir Dokumentationen angeschaut, zur Job-Suche konnte ich mich gar nicht aufraffen, da ich mir sowieso nichts zutraue. Im Laufe des Tages hat sich meine Stimmung mehr und mehr verschlechtert, es wurden Trauer-Videos angeschaut, stundenlang nachgedacht, ab und zu eine Träne hinausgequält um sie dann doch wieder zu verdrängen. Ok, dass wir Frauen es nicht leicht haben mit unserem Zyklus sollte allen klar sein, aber ich verspüre kaum Schmerzen, keine Rückenschmerzen, kein aggressives Unterleib-Stechen wie sonst.

Sie jagt mir einfach Angst ein, diese wechselnde Laune von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt!

Meiner Mutter habe ich meine Gefühle vor Kurzem so beschrieben: Die Menstruation holt mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, denn dann wird mir jedes Mal bewusst, wie verdammt einsam ich doch bin. Ausserhalb der Periode kann ich das Ganze besser verdrängen. Verdrängen oder verstecken will ich mich auf keinen Fall. Ich vermute, dass Trauer-Videos nicht die beste Therapie darstellen, wenn ich mich ohnehin schon hilflos und demotiviert fühle. Doch sie beschäftigen mich, die Musik darin lässt mich nachdenken, das, was ich am besten kann.

Ich komme an dieser Stelle nicht weiter und benötige euren Rat. Wie kann ich mich an solchen schweren Tagen motivieren? Nicht einmal Nudeln mag ich kochen. Ich würde wetten: Mit meinen Cousinen hätte ich es getan, weil ich dort abgelenkt wurde. Sobald ich alleine zu Hause bin, kommen wieder diese häufig negativen Gedanken hoch. Musik höre ich schon, auch Lachen ist nicht unbedingt das Problem. Es ist einfach immer diese gewisse Schwere in der Mitte meines Brustkorbes, dieser wärmender leichte Krampf, der sich in gewissen Situationen auch mal viel zu leicht, beängstigend leicht/leer anfühlen kann. Ich weiss nicht: Wenn ich gut abgelenkt bin, erfreue ich mich am Leben, sobald ich alleine zu Hause bin, werde ich melancholisch.

Ganz ehrlich: Ich habe schon mehrmals darüber nachgedacht, ob ich überhaupt so weiterleben will. Ich würde so gerne etwas im Leben erreichen, doch ich habe niemanden, der mich mal anrufen und sich spontan mit mir verabreden würde. Es gibt zwar gute Bekannte, aber niemanden, mit dem/der ich über alles offen reden kann. Zu jeder Zeit. Da kommen eben solche Gedanken hoch. Was ist man wert? Alle, die mich kennen, wissen von meiner grenzenlosen Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und Treue bereit. Was wollen die jungen Menschen heutzutage? Warum bin ich ihnen nicht gut genug? Was mache ich falsch?

Trotzdem möchte ich es nicht versauern und auch aus graueren Tag das Beste rausholen. Aber wie?

Habt ihr irgendwelche Tipps für mich? Wie merke ich frühzeitig, ob ein merkwürdiger Tag bevorsteht?

Ist es in diesem Moment noch möglich, "den Tag zu retten", oder muss ich anders damit klar kommen?

Kommen euch Suizid-Fantasien bekannt vor? Habt ihr manchmal auch das Gefühl, dass ihr erst so richtig geliebt werden könntet, wenn ihr tot wärt? Wie geht ihr mit depressiven Tagen um?

Ganz liebe Güsse von mir!

Antworten
afugE233


irgendwie beschreibst Du ein in meinen Augen und Empfindungen ziemlich verrücktes Leben im Sinne von aus den normalen Bahnen ver-rücktes Leben; Tanz durch die Nacht und dann nicht wissen, was man mit freien Zeiten anfangen kann ??? Könnte es sein, dass der jetzige Zustand mit allen Höhen und Tiefen mehr Vorteile als Nachteile bringt?

KvaErRena0E903


Hast du schon mal Sorge dich nicht Lebe gelesen.

Immer wenn es mir so schrecklich geht lese ich einen Artikel.

Ich kenne schon das Gefühl, das es so schlimm ist, das man es nicht aushalten kann aber es geht doch irgendwie immer weiter. Und wissen wir was noch kommt? Das kann auch viel gutes sein!!!!

Schlimmer geht immer aber es geht auch sehr schön.

Ich merke wenn ich meinen Gefühlen zu viel Raum gebe dann steigere ich mich immer mehr hinein.

Also ist Ablenkung besser als den Gefühlen stundenlang Raum zu geben.

Brenit^aB.


Als erstes gehört die Disziplin dazu, sich dann nicht noch Trauervideos reinzuziehen. Da ergehtst Du Dich noch mehr in Selbstmitleid.

Lern zu begreifen, dass ein Suizid nicht dazu führt, dass andere Dich lieben.

Wärst Du jemals in einer psychosomatischen Klinik gewesen, wärst Du auf Menschen gestoßen, die nach dem Suizid eines Angehörigen so voller Schuldgefühle und Hilflosigkeit sind, dass ihr eigenes Leben zerstört ist. Die ständige Frage nach dem Warum und Wieso quält diese Leute bis ans Lebensende. Ist es das, wovon Du träumst ??? Es wäre so, wie einem anderen noch eins auszuwischen. Fakt.

Sich selbst annehmen, wie man ist – das ist die wahre Liebe. Man ist nicht jeden Tag hochjauchzend, das hat das Leben auch nicht versprochen.... Und vor der Regel hat Frau eh gerne Sche.ßlaunen, das teilst Du mit tausenden von Frauen, da könnte man Manuia nehmen oder Lasea.

Bemüh Dich weiter um Therapie. Geh zum Psychiater, schildere Deine Suizidgedanken. Erwäge einen Aufenthalt in einer Klinik. Wenn nirgendwo ein Termin so schnell frei ist, frag die Krankenkasse, die organisiert einen Termin bei einem Facharzt innerhalb kurzer Zeit.

Ruf bei Seelsorgetelefonen an wenn es ganz akut ist.

Grlas^perlexnvogel


Herzlichen Dank für eure hilfreichen Antworten.

aug233:

Ich weiss nicht genau, was du mit dem Wort "Vorteile" gemeint hast, doch ich kann deine Frage – wie auch immer es gemeint ist – mit "Ja" beantworten. Ein Vorteil ist sicherlich, dass ich sowohl schöne als auch traurige Momente stark fühle, als sehr intensiv empfinde. Ein "Vorteil", eigentlich ein Nachteil, ist leider das Gefühl, die Möglichkeit des Suizids auf eine merkwürdige Art als beruhigend zu empfinden. Wenn es mir besonders schlecht geht, muntere ich mich manchmal mit dem Wissen, im Fall des Falles alles beenden zu können, auf. Es ist ein ganz seltsames Gefühl, und ich will hier auch nicht einen auf Selbstmitleid machen.

Eine Therapeutin habe ich zwar seit zwei Wochen, doch ich habe langsam den Eindruck, dass sie mich nicht wirklich versteht, mein Problem nicht erkennt. Ich war bisher zweimal bei ihr, und beide Male wirkte ich gefestigt, relativ zuversichtlich, mal etwas traurig, aber niemals verzweifelt. Und es stimmt: Ich gehe auf Geburtstage, scherze mit meinen Cousinen, rede viel – am liebsten über Probleme – und will doch eigentlich ganz normal (belastbar) sein, so wie viele andere auch, aber es funktioniert nicht. Meistens fühle ich mich dennoch einsam, in jeder ruhigen Minute bin ich nachdenklich und frage mich, ob mich meine Familie gern hat, ob sie sich für mich interessiert und ob sie mich vermissen würde, wenn ich nicht mehr da wäre. Ich spüre einfach immer wieder, dass ich oft missverstanden werde und meine Sorgen unterschätzt werden. Dann denke ich mir, ich solle mich zusammenreissen, so schlimm könne alles doch gar nicht sein, ich sei ein wunderbarer Mensch, usw...Es beginnt immer wieder von vorne.

BenitaB.:

Deine Zeilen haben mich berührt, und ich stimme dir zu. Durch Suizid wird man nicht mehr geliebt, ich gebe nämlich zu, das oft geglaubt zu haben. Mittlerweile habe ich eher Rachegedanken, weil gerade eben wieder eine launige Familienfeier zu Ende gegangen ist und sich kaum ein Erwachsener mit mir unterhalten wollte. Mit den Kids kann ich nichts anfangen, Teenies gibt es keine und die etwa Gleichaltrigen in meiner Familie lassen sich bei einer Feier meistens gar nicht blicken. Ich bin meistens die Einzige. Meine Psychologin hat während der zweiten Sitzung festgestellt, dass ich anscheinend lieber etwas mit 35-Jährigen unternehme als mit 20-Jährigen – ich war baff, weil sie recht hatte. Sie meinte zudem, dass ich angeblich reifer und vor allem sehr viel weiter und vertiefter denke als viele Gleichaltrige. Einerseits machte mich das stolz, andererseits hilft diese Erkenntnis kein Stückchen weiter.

Mein Gefühl sagt mir, dass viele reifere Erwachsene mich auch für so ein junges Ding halten, mit welchem man wohl nicht über Ernstes/Tiefgründiges reden kann. Manchmal habe ich Glück und jemand aus der Gruppe am Tisch bemerkt, dass ich bereit für tiefgründige Themen bin, aber leider ist auch oft das Gegenteil der Fall. Dann sitze ich da, höre zu, aber werde einfach nicht integriert. Deshalb gehe ich gar nicht mit 20-Jährigen feiern. Ich würde untergehen und vor allem eingehen wegen so viel Oberflächlichkeit. Die Unterhaltungen wären mir viel zu langweilig, zu banal. Es gibt natürlich tolle junge Menschen, keine Frage, doch dann setze ich mich sofort unter Druck, versuche interessant zu sein und gemocht zu werden, lustig werde ich in der Gesellschaft von ganz allein. Das kostet mich so viel Überwindung. Ich will unbedingt ernst genommen werden, meistens fühle ich mich ausgegrenzt, und wenn ich mich mal herzlich aufgenommen fühle, dann setze ich mich unter Druck, aus Angst, ich könnte Menschen enttäuschen.

Meine Rachegefühle hängen stark mit meiner Familie/meiner Verwandtschaft zusammen, die mich wirklich liebt, sich aber nicht für mich interessiert. Jeder ist für sich selber verantwortlich. Aus diesem Grund möchte ich niemanden mit meinen Gedanken belasten. Ich kann doch nicht zu meiner Tante hinlaufen und sagen "Du, ich denke an Selbstmord."! Jeder Mensch hat seine Sorgen und Ängste, und oft versuche ich einfach nur normal zu sein, doch es geht nicht. Ich fühle mich total schnell persönlich angegriffen, kann harmlose Sätze auf mehrere Art deuten, fühle mich oft einsam, ausserirdisch. Und wer kann mir helfen, wenn nicht meine Familie? Deshalb bin ich hin und wieder schon wütend auf sie.

Seit etwa genau 24 Stunden empfinde ich wieder eine gewisse Leere. Ich will also nicht sagen, dass es nur Rachegedanken sind, denn in manchen Momenten meine ich es ernst. Doch ich möchte mich selber nicht aufgeben, weil ich mich selbst liebe. Ich fühle mich bloss total unverstanden, einsam, auch wenn ich hin und wieder Scherze mache.

Danke für deinen Rat, doch was soll ich machen, wenn meine Psychotherapeuten meine Sorgen unterschätzt oder noch nicht einschätzen kann? Sie hat mich ja noch nie schluchzend erlebt. Es gibt Tage, an denen ich mir überlege, ob ich vielleicht doch mal irgendwo anrufen soll, doch dann denke ich mir immer, dass alles doch gar nicht so schlimm wäre. Du hast dein Bestes getan, ich bedanke mich.

Liebe Grüsse

a5u<g233


Zwei Wochen Therapie und zwei Sitzungen sind noch keine Zahl!!!! Wenn die Th auch nach der zehnten Sitzung Deinem Gefühl nach das Problem nicht richtig einschätzt, dann ist die Überlegung zu einem Wechsel angezeigt. Therapie braucht Zeit.

Die Gewissheit, sich selbst mit absoluter Sicherheit umbringen zu können wenn es einem nicht mehr auf dieser Welt hält, die ist beruhigend.

Mir ist aber gleich negativ aufgefallen, dass ich keine Musik hören will. Das ist meistens ein weniger gutes Zeichen.

Finde ich ein zu intensives Nachdenken über ein alltägliches Phänomen. Mit solchen Denkmustern vergeht wirklich die Freude am Leben.

G.las5pe!rleEnvogxel


aug233

Danke für die Rückmeldung.

Tja, ich bin noch dazu ein sehr ungeduldiger Mensch. Es stimmt schon, dass ich viel zu viel nachdenke, aus diesem Grund bin ich heilfroh, meine Mutter im Laden unterstützen zu dürfen. Sie behandelt mich dort wie ihre Mitarbeiterinnen, das gefällt mir. Ich merke, dass ich doch zu gebrauchen bin, denn nach meiner Lehre bin ich in ein Loch gefallen, hatte keine Motivation etwas zu machen. Die Stellensuche fällt mir zwar noch immer recht schwer, aber wenigstens darf ich momentan fast täglich ein paar Stunden arbeiten gehen und mich endlich wieder anstrengen, das hat mir in den vergangenen drei Monaten gefehlt.

Trotzdem: Meine Ausdauer lässt zu wünschen übrig. Ich gebe mir Mühe, aber nach 5 Stunden körperlicher Arbeit bin ich bereits müde, obwohl ich ein normales Gewicht habe und laut Arztbericht völlig gesund sei – ausser meinem Eisenmangel, weswegen ich allerdings Infusionen bekomme.

Was meine Therapie betrifft: Wahrscheinlich ist es richtig, dass ich mich mehr gedulden muss. Es ist halt mühsam, wenn ich dasitze (in der Therapie) und es mir gut geht, ich dieses Empfinden allerdings nicht unterschreiben würde. Nach einem Konzert oder einem Fest geht es mir fast immer blendend, aber eben nur dann. Ich sollte mein Glück nicht von Events abhängig machen, finde ich. Zuvor ist mir immer ganz übel vor Angst und Aufregung, und wenn das Fest zu Ende ist, könnte es für mich wieder von vorne beginnen.

Bei der Arbeit ist es ähnlich:

Jede neue Aufgabe stellt mich auf eine harte Probe, weil ich es mir nicht zutraue und meistens sehr müde/unkonzentriert bin. Sobald mir eine Tätigkeit keine Freude bereitet, werde ich müde und schwach. Ernsthaft! Wenn mir aber etwas besonders gut gefällt, dann kann es schon mal passieren, dass ich total aufgedreht bin und am liebsten jeden an mir vorbeigehenden Menschen umarmen und mit ihm feiern würde.

Ich muss aber gestehen, dass ich äusserst selten ein Fest betrete oder ein Konzert besuche. Oft habe ich Bedenken, verschiedene Sorgen und Ängste, teilweise Misstrauen, auch gegen mich selbst.

Ich habe in den beiden Sitzungen so vieles erzählt, und ich habe mir erhofft, schon nach der zweiten Sitzung mehr zu erfahren. meine Psychotherapeuten rät mir ständig dazu, mich auf meine lichten Momente zu konzentrieren und nicht im Vorherein Angst vor eventuellen negativen Gefühlen zu haben. Ja, selbstverständlich sollte ich das tun, und ich erfreue mich ja an schönen Erlebnissen, keine Frage, doch da existiert nebenbei auch dieses berühmte Aber. meine Psychotherapeutin hat festgestellt, dass ich eine etwas aussergewöhnliche 19-Jährige sei, "normal, aber aussergewöhnlich". Natürlich höre ich sowas gerne, aber was nützt es mir? Mit vielen Gleichaltrigen kann ich nichts anfangen, und auch nicht wenige reifere Erwachsene unterschätzen mich, da ich eine geringe Körpergrösse habe, allgemein etwas jünger aussehe, und ich kann mir vorstellen, dass man sich schlecht vorstellen kann, dass in mir so viel Tiefgründigkeit und Ernsthaftigkeit steckt. Ja, ich bin klein, zierlich und manchmal ziemlich hinterfragend und verwirrt, extrem rücksichtsvoll, hilfsbereit, lustig, dann wiederum stark, ehrlich, sehr gerecht, klar und deutlich argumentierend und manchmal sogar egoistisch, eifersüchtig, schadenfroh, aggressiv! Es ist schwierig. Drei Eigenschaften lassen mich nie im Stich: Ich bin seeehr sensibel und mir immer treu, und ich spreche sehr gerne über Probleme!

Warum habe ich das alles geschrieben? Ich schreibe und spreche eben wahnsinnig gerne über mich, Gott und die Welt, und keines Falls möchte ich, dass mir das als arrogant und eingebildet ausgelegt wird. Bitte nicht! Manchmal versuche ich mich dadurch selber zu erforschen. Ich habe mich wohl immer noch nicht kennengelernt. Meine Jahre sind noch jung, ich möchte doch so gerne hinter mein Geheimnis kommen, es lüften und mich entfalten. Doch gleichzeitig leben auch meine denkwürdigen, belastenden Einsamkeitsgefühle in mir, vielleicht für immer. Ich sitze da, denke nach. Dann werde ich überrascht, plötzlich bekomme ich "Was ist los? Du schaust so böse. Woran denkst du?.." zu hören. Unangenehm.

Nochmals herzlichen Dank für deine gute Antwort, ich nehme sie mir zu Herzen.

aRugg23x3


Diese Mischung von Körpergröße, Aussehen (Alter) und geäußerten Meinungen bringen vermutlich viele Menschen nicht unter einen Hut. Kann es sein, dass es die Art Deiner Diskussionen ist, die verwirrt? Zu Diskussionen gehört auch Lebenserfahrung, denn nicht alle Dinge lassen sich über die Intelligenz erarbeiten. Wer sitzt bei der Therapeutin? Der Kopf oder die Seele?

G~lasper%lenfvogxel


@ aug233

Zitat: "Wer sitzt bei der Therapeutin? Der Kopf oder die Seele?"

Das sagt eigentlich alles aus! Danke sehr!

S{chwa>rzesGixft


Mir geht es aber genauso, aber meine Depressionen rühren von meiner Vergangenheit und ich hasse mich selbst warum? Hier mal einiges zu mir und meinem Leben ...

- 3. Lebensjahr: wurde ich krank und kein Arzt konnte mir helfen bis meine Mutter mit mir zu einem Arzt ist der auf Kinderkrankheiten spezialisiert war. Lt. meiner Mutter hatte ich wohl eine Medikamentenvergiftung aund keiner konnte sich erklären wo ich die Medikamente die ich eingenommen haben soll herbekam, 2 Wochen Entgiftung in der Kinderklinik.

- 4. Lebensjahr: wurden meine Beinknochen weich und verformten sich zu einem O, Diagnose phosphatämische Rachitis

- 2. – 6. Lebensjahr: Kindergarten, ich hatte eine Erzieherin die mich immer gequält hatte, ich war Bettnässerin (bis zu meinem 10. Lebensjahr) ... ich hatte immer Angst wenn die Erzieherin Dienst hatte und wenn wir Mittagsschlaf halten mussten, machte ich immer ins Bett, und ich schieb immer Panik wenn wir dann alle aufstehen mussten, meine damalige Erzieherin packte mich immer am Genick und stubste mein Gesicht in den nassen Fleck (das macht man mit normalerweise mit Hunden wenn sie stubenrein werden sollen)

- 5. – 6. Lebensjahr: mein Gehör nahm ab da ich wegen der Rachitis Medikamente nehmen musste, hatte dann OP an beiden Ohren an denen der stark verkalkte Amboss entfernt werden musste (Hörgerät seit meinem 6. Lebensjahr)

- 11. – 12. Lebensjahr: 11 monatiger Krankenhausaufenthalt in der Orthopädie da man meine Beine verlängern und begradigen wollte, schlug leider fehl (laufe seit meinem 12. Lebensjahr auf Krücken)

- 13. Lebensjahr: beginn der Depressionen wegen Mobbing an der Schule und Trennung meiner Eltern

- 15. Lebensjahr: verletzte ich mich mit einem Zirkel das erste mal selbst (mitten im Physikunterricht)

- 17. Lebensjahr: begann meine Traum-Ausbildung als Zahntechnikerin, ich brach nach einem Jahr wegen Mobbing meine Ausbildung ab

- 19. Lebensjahr: erneute Ausbildung zur Bürokauffrau, wieder Abbruch (nach 3 Monaten) nach Mobbing

- 20. Lebensjahr: Geburt meines Sohnes, dieser wurde in eine Pflegefamilie gegeben, später übernahm meine Mutter die Pflege für meinen Sohn (er ist heute 13)

- 21. Lebensjahr: wieder heftige Depressionen nach Entzug meines Sohnes durch meine Mutter

- 22. Lebensjahr: beginnende Rückenbeschwerden (auf Schuppenflechte zurückzuführen, heutige Diagnose Morbus Bechterew)

- 23. Lebensjahr: Geburt meines 2. Sohnes, gab den Kampf um meinen Sohn auf da mir das Jugendamt nicht mal gestattete zu beweisen das ich in der Lage bin mich um mein Kind zu kümmern, mein Ex-Mann ließ mich ebenfalls im Stich.

- 24. Lebensjahr: Geburt meiner Tochter, ich kümmerte mich 2 Jahre rührend um sie und verlor das Sorgerecht an die Eltern meines Ex-Mannes, weil dieser sich nicht in der Lage sah mich im Haushalt zu unterstützen und er kümmerte sich nicht um seine eigene Tochter (trotz Schwerstbehinderung)

- 26. Lebensjahr: Verlust des Sorgerechts um meine Tochter ... wieder tiefe Depressionen

- 27. Lebensjahr: Trennung von meinem Mann (Erlösung)

- 28. Lebensjahr: Depressionen, SVV, Selbsthass, Sozialphobie & andere Phobien und Suizidgedanken bis heute (ich bin 34) ... 3 Suizidversuche

Ich habe auch allerlei Erkrankungen neben der Schwerstbehinderung und dem Morbus Bechterew und bin auf einen Rollstuhl angewiesen ... ich bin meistens Abends depressiv und in den Herbst-/Wintermonaten ist es am schlimmsten.

Depressiv kann man eigentlich bei jedem "kleinen Ding" das einem passiert werden, bei dem einen ist es schlimmer und bei dem anderen weniger! Arbeiten ist nicht möglich und ich bekomme Sozialgeld da ich dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehe. Meine Tochter sehe ich auch nur sporadisch (je nachdem wie es mir geht) ... Ich liebe meine Tochter über alles und sie liebt mich über alles und ich weiß auch dass sie es sehr mitnimmt wenn ich sage "ich kann heute nicht kommen" nur möchte ich auch nicht dass sie sieht wie schlecht es ihrer Mama wirklich geht. Denn ich will nicht das sie dasselbe durchmachen muss wie ich und das will ich bei keinem Menschen ...

a^uFg23x3


Ich schreibe einfach mal als Vermutung und aus eigener Erfahrung. In dem Lebensalter braucht eine Seele sehr lange Zeit sich einem fremden Menschen anzuvertrauen; es braucht einfach Zeit um ein Vertrauen aufzubauen. Unter Verliebten ist das in dem Alter noch anders, da kann es schneller gehen (mit allen Risiken).

Wenn der Kopf die Therapeutin aufgesucht hat, dann braucht er sie wahrscheinlich nicht. Wenn die Seele auch soweit ist, dann lass ihr viel Zeit! Bis dahin kann der Kopf zur Therapie gehen.

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