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Ich kann nicht mit Geld umgehen

tghelifPesrexd hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich bin Studentin und habe pro Monat 600 Euro zur Verfügung (von meinem Ersparten+Kindergeld), davon muss ich Miete zahlen, in der das Internet schon enthalten ist. Miete beträgt ca 50% meines Geldes. Ab und an arbeite ich auch mal etwas und verdiene mir etwas dazu. Ein regelmäßiger Nebenjob mit einem festem Wochentag ist leider nicht drin, weil ich mal extrem viel zum lernen hab und mal weniger. In der "wenigeren" Zeit arbeite ich auch.

Das Problem ist aber nicht, dass das Geld unbedingt zu wenig ist. Da dürfte man eigentlich schon hinkommen als Student, sondern dass ich nicht damit umgehen kann. Ich kann super organisieren, planen wie viel ich hierfür dafür etc. brauche, doch ich halte mich nicht an meine eigenen Pläne!

Der erste Schritt um besser mit Geld umgehen zu können ist getan: Ich lasse meinen Dispokredit monatlich um 50 Euro verringern. Ich bin nämlich dauerhaft im Minus (500 Euro).

Das Problem ist, dass ich oft mehr Geld für Lebensmittel brauche als geplant: Geplant sind 30 Euro, damit ich einiges für Freizeit übrig habe! Damit komme ich aber mit Waschmittel und Putzmittel nur schlecht hin, vor allem esse ich sehr viel Obst und Gemüse was meiner Meinung nach teurer ist, als wenn ich mir einfach Nudeln mit Sauce machen würde. Zudem hab ich oft kaum Geld mehr und kann eben nicht an Freizeitaktivitäten teilnehmen. Ende vom Lied ist, dass ich das Geld für nächste Woche zum essen einfach auf den Kopf hau nach dem Motto Augen zu und durch. Dann steh ich wieder da und hab eine Woche nichts zum essen. Vor allem wenn ich Alkohol getrunken habe ist mir alles total egal und ich gib Geld aus ohne ende.

Wie kann ich besser lernen mit meinem Geld umzugehen? Ich möchte nicht später, wenn ich mal arbeite das gleiche Problem haben und am Ende keine Miete mehr zahlen. Im Moment ist mir das eigentlich Wurst, weil ich immer weiß wenn ich ein echtes Problem habe, dann helfen mir meine Eltern. Die wissen im Moment aber nichts von dem Dispo und das möchte ich ihnen auch nicht erzählen. Sie würden ihn zwar ausgleichen (haben sie bereits 2 mal), aber ich will mal lernen für mein eigenes Leben verantwortlich zu sein!

Hat da jemand Ratschläge für mich? Wie lerne ich besser mit meinem Geld umzugehen?

Antworten
L,ewiaxn


thelifesred

Du koenntest an "gefaehrlichen Tagen", wenn du losgehst, nur eine bestimmte kleine Summe Bargeld mitnehmen, so dass du gar nicht mehr ausgeben kannst.

Ein Haushaltsbuch, in das du alle Ausgaben eintraegst (alle!) kann auch helfen. Einfach dass man es selber nochmal aufschreiben muss und es dann da steht und einen boese angrinst, diszipliniert viele.

B\rumgmbiBene


Wie jetzt? 30,- fürs gesamte Monat zum einkaufen?

Ansonsten kann ich nur das Buch "Die Kunst mit meinem Geld auszukommen" von Hedwig Keller (bin nicht 100% sicher ob der Name so stimmt) empfehlen!

BwrummbXiene


Ein Haushaltsbuch, in das du alle Ausgaben eintraegst (alle!) kann auch helfen. Einfach dass man es selber nochmal aufschreiben muss und es dann da steht und einen boese angrinst, diszipliniert viele.

Dem stimme ich zu aber es reicht auch, gar nicht aufzuschreiben was man ausgegeben hat sondern wenn man jeden Tag zusammenschreibt wieviel einem noch bis zum Ende des Monats verbleibt (Konto & Geldbörse) und den Betrag auf einen Tagsatz runterrechnet und nicht mehr als das ausgibt, immer nur für zwei Tage einkauft und diesen Betrag dann bar bei sich führt und nicht mit Karte zahlt. Somit besteht die Gefahr gar nicht mehr auszugeben.

bYlac\kheaPrterdqueexn


Was hältst du davon dir mal deine Fixausgaben auszurechnen und einen Monat lang nur genau das auszugeben, was du unbedingt brauchst?

So bleibt am Monatsende sicher der ein oder andere Euro übrig und wenn du magst, kannst du das was du dir während des vorigen Monats gespart hast, im neuen Monat auf den Putz hauen.

Der generelle Trick ist halt echt "einfach" nur das auszugeben was man hat und nicht mehr. Wenn man dazu neigt sein finanzielles Limit nicht im Auge zu haben, dann würde ich wirklich dazu raten den Dispo nach und nach auf 0 setzen zu lassen. Dispozinsen sind nämlich wirklich unnötig. Ausser für die Bank halt, die verdient daran sehr gut ]:D

Was auch helfen soll: Einen Wochenplan für's Einkaufen zu erstellen und dann 1x mit Einkaufsliste einkaufen gehen und nur genau das Kaufen, was auch auf der Liste steht.

Wenn man alle 1-2 Tage nach Bedarf und Hungergefühl Einkaufen geht, dann kauft man in der Regel mehr. Und auch mehr unnötigen Kram wie Chips, Schoko, Limo und Zeugs, das man keinesfalls dringend zum Überleben braucht. Je öfter man Einkaufen geht, desto öfter wird man in Versuchung geführt ;-)

Noova x2014


Man kann mit "Tütchen" arbeiten, ist schlauer, als es zunächst klingt. ;-)

D. h. das Geld nach bestimmten Zwecken gleich am Anfang des Monats einteilen, in Briefumschläge packen und nur herausnehmen, was in diesem Budget dann drin ist. Der Trick ist, wenn ein Umschlag leer ist, gibts nichts mehr von dem, wofür das Geld bestimmt war, Punkt!

Das lehrt Planen – aber hallo! ]:D

n5ellax26


Hi,

Ich kenn mich nicht gut aus, aber vielleicht hast du Anspruch auf Wohngeld?

Unterstützen dich denn deine Eltern?

Haushaltsbuch finde ich eine super Idee :)^

Ich führe das auch und es hilft auf jeden Fall den Überblick zu behalten. Mir macht es außerdem noch Spaß ;-D

Cromrxan


Du hast 300 Euro zum Leben übrig. 30 Euro gibst du pro Woche (hoffe ich – so wie ich das lese, oder meinst du 30 Euro im Monat?) zum Einkaufen aus. Macht 150 Euro für deinen Unterhalt.

Was mich wundert ist, dass du betonst, dass in deiner Miete schon Internet drin ist. Was kommt denn an Strom, Wasser und Heizung noch drauf? Das ist doch erst einmal wichtiger.

Der Grund, warum du mit dem Geld nicht auskommst, ist vermutlich der, dass du als Studentin Bock auf Freizeitaktivitäten und Konsum hast. Wie oft gehst du aus in der Woche? Was hast du an Handy-Kosten im Monat?

Ich schließe mich den anderen an. Führ mal Buch über deine Ausgaben. Und dann mach einen Plan: 1. Zwangskosten, 2. Qualitätskosten, 3. Luxuskosten. Zwangskosten sind die, die du eh zahlen musst. Miete, Wasser Strom, Gebühren, nötige Klamotten, Verkehrsmittel. Qualitätskosten = Frische Lebensmittel und Mineralwasser, Kaffee/Tee, aber auch Rücklagen für Reparaturen. Luxuskosten = Handy, Alkohol, Zigaretten, Kino, Ausgehen, Accessoires, schicke Drittschuhe.

Dann ziehst du von deinem Geld die Zwangskosten erst einmal ab. Bei den Qualitätskosten schaust du, wo du vielleicht sparen kannst. Und das Geld, was bleibt, ist für Freizeit und sonstigen Spaß-Konsum. Es könnte weh tun, wenn du den Rest siehst, aber das ist ja der Sinn. Ich würde mir ein zweites Portemonnai zulegen und am Monatsbeginn dort das Freizeitgeld für den Monat reinlegen. Wenn weg, dann weg. Wenn du dich dann selbst bescheißt und nachschießt, dann ist dir eh nicht zu helfen, dann fehlt es einfach an Disziplin oder du hast ein suchtartiges Konsumverhalten.

Du studierst kein BWL hoffe ich?

l"aublarux 23


es ist ja durch den euro alles ca 3 mal so teuer geworden als mit der D-Mark..als studi konntest du mit Bäfög damal bequem leben..Kino,Pizza essen,club,disco,biergarten war nach abzug der üblichen studi kosten wie lernmittel,mensa usw locker noch drin...ich hab mir vom bafög damals auch einen frankreich urlaub gegönnt und ein pkw hatte ich meist auch..

als tipp würd ich eine monatliche aufslistung über fixkosten,studikosten ,und freizeit aufstellen und dann jeweils ein festes budget festlegen..dass du dein dispo-tilgst ,ist doch ein toller anfang..

C_oZlinp87


Ich kann auch nicht so gut mit Geld umgehen. Aber es ist schon besser als früher. Ich lerne immer mehr den Wert des Geldes zu wissen. Mittlerweile habe ich mir alle Zusatz quellen für Geld abgeschnitten. Dh. kein Geld mehr von Eltern oder Freunden. Mir bleibt nur meines und wenn ich keines habe, dann ist doof. Nur so denke ich kann ich überhaupt lernen mit Geld umzugehen. Das ist echt das schwierigste im Leben, wenn man das nicht kann. Viel schwieriger als Rauchen aufgeben (obwohl das für mich auch schwer war).

mIm3x5


Während des Studiums war ein Kollege und ich auch oft hart an der finanziellen Grenze.

Einmal haben wir beschlossen, uns einen Spleen zuzulegen, d.h. pro Tag unter keinen Umständen mehr als eine extrem niedrige Summe auszugeben (10.- Euro). Als Spleen wurde das in den ersten drei Monaten zu einer tollen Selbsterfahrung, wieviel Überflüssiges uns anspringt und mit wie wenig man bei Bedarf auskommen kann.(Zwangskosten ausgenommen.)

Es war ein Spleen, ein auf ein paar Monate beschränktes Hobby. War übrigens sehr lustig, durch die Straßen und Supermärkte zu schlendern und darüber zu lachen, was wir alles NICHT brauchen.

Ein Mädchen in meinem Bekanntenkreis war in Indien auf einer internationalen Schule. Sie erzählte mir, wie sie bei einem Heimaturlaub am Flughafen Frankfurt fast schon wieder nach Indien zurückwollte, - angeekelt von der ungeheuren Verschwendung bei uns in Europa. Das riesige und überflüssige Warenangebot, die aufs Fressen ausgerichtete Eßkultur (bzw. -nichtkultur) und die Leichtfertigkeit des Geld Rausschmeißens.

Ich denke, neben dem täglichen Aufschreiben, was man wofür verwendet hat, brauchst Du eine andere Einstellung.

Versuchs mit Sparen als Hobby. Du wirst sehen, mit wieviel unnützem Zeug man versucht, Dirs Geld aus der Tasche zu ziehen.

Die Leute kaufen Dinge, die sie nicht brauchen, mit dem Geld, das sie nicht haben, um vor Leuten zu protzen, die sie nicht mögen.

NBova 2x014


mm35

:)= :)^

K6lettuerMpfl,anze80


Einmal haben wir beschlossen, uns einen Spleen zuzulegen, d.h. pro Tag unter keinen Umständen mehr als eine extrem niedrige Summe auszugeben (10.- Euro).

10 Euro sind für dich als Student eine extrem niedrige Summe? Das sind 300 Euro pro Monat, das finde ich gerade für nen Studenten nicht gerade wenig, erst Recht keine extrem niedrige Summe. Und temporär mag sowas lustig sein, aber da die TE dauerhaft nur 300 Euro pro Monat hat reicht ihr die temporäre Motivation nicht, sie muss ja dauerhaft damit auskommen.

Ein Mädchen in meinem Bekanntenkreis war in Indien auf einer internationalen Schule. Sie erzählte mir, wie sie bei einem Heimaturlaub am Flughafen Frankfurt fast schon wieder nach Indien zurückwollte, – angeekelt von der ungeheuren Verschwendung bei uns in Europa. Das riesige und überflüssige Warenangebot, die aufs Fressen ausgerichtete Eßkultur (bzw. -nichtkultur) und die Leichtfertigkeit des Geld Rausschmeißens.

Das finde ich arg idealisiert, ich war ne längere zeit in Indien und da kann man genauso zu Mac Donalds gehen oder die ganzen Schokoriegel essen wie bei uns und es gibt überall zu essen in rauen Mengen und großen Portionen, du musst halt nur das geld haben. Viele Inder haben halt einfach nicht das Geld rum ausschmeißen, hätten sie es ginge das in Indien auch ganz gut. In Indien hast du dafür eine erschreckende Armut, auf der Straße liegen teilweise leute ohne alles rum und sterben vor sich hin, also das ist ja kein freiwilliger Verzicht, ich weiß nicht ob du dich da so wohl fühlen würdest.

C{omrxan


Ob wir nun helfen konnten? Die TE meldet sich nicht mehr. :)D

mSm35


kletterpflanze, ich hab nix idealisiert, sondern die Empfindung und den Ekel des Mädchens erwähnt angesichs seiner augenscheinlichen Konfrontation mit unserer Ressourcenverschwendung.

Zu den 30.- Euro am Tag: da waren die übers Monat anfallenden Studienkosten inbegriffen wie Skripten, Lernmaterial, Exkursions- und Prüfungsgebühren usw. Das war schon knapp. Viel Bier ist sich im Monat nicht mehr ausgegangen.

Die Einstellung zum Geld kann man weniger durch zähneknirschende Entsagungen (samt schlechter Laune) und löbliche Haushaltsbücher ändern. Sondern durch das Entwickeln einer lustvollen Abneigung, im Sinne des umgedrehten Werbespruches "Geiz ist geil!"

P.S.: Mehr als drei Monate haben mein Studienfreund und ich das Experiment nicht durchgeführt. Geblieben ist die positive Erfahrung, es geht auch mit weniger Geld, sowie die Erkenntnis, mit welchem Schmarrn und welchen Trotteleien (sinnloses Warenangebot, Werbung usw.) der Alltagskapitalismus uns das Geld aus den Taschen zieht.

Es war ein lehrreicher Spleen, den ich als jetzt gut Verdienender oft auch noch gut brauchen kann.

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