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Schule abbrechen wegen Depressionen

E`leonoxra3 hat die Diskussion gestartet


hallo leute.

mir geht es seit einigen wochen/ monaten total schlecht und ich bin einfach nur verzweifelt...ich gehe in die 11. klasse einer gesamtschule und bin 16 jahre alt. nun gut um zum thema zu kommen muss ich von vorne anfangen. ich wurde auf meiner alten schule sehr stark gemobbt und habe viele familliäre probleme wodurch ich in eine starke depression gefallen bin. war in mehreren kliniken, habe therapien durch und und und. durch das mobbing bin ich auf eine hauptschule gewechselt und habe dort meine mittlere reife mit quali bekommen. ich wollte mich zusammen reißen und mein abi schaffen (obwohl ich nicht darauf aus bin zu studieren) nun gut nach meinem abschluss ging es mir einiges besser als die monate davor und ich war viel ausgeglichener. jetzt aber gehe ich wieder zur schule bzw gehe in die gymnasiale oberstufe und es ist die hölle für mich. es macht mir keinen spaß und ich quäle mich dort hin. freunde habe ich auch nicht. ich merke wie die depression langsam aber sicher zurück kommt und das macht mir richtig angst. ich spiele die ganze zeit mit dem gedanken die schule abzubrechen deswegen. klar werden jetzt wahrscheinlich alle sagen reiß dich zusammen du wirst es später bereuen aber was bringt mir mein abitur wenn ich dadurch kaputt gehe und bestenfalls danach wieder in der klinik lande... :°(

mir geht es einfach nur richtig schlecht ich bin ehrlich.. ich möchte so gerne etwas machen was mich interessiert. etwas kreatives indem ich gut bin. (in mathe rutsche ich nämlich total ab im moment ) ich müsste nachhilfe nehmen und so viel lernen das macht mich einfach krank. für andere ist das normal aber mich macht das kaputt... ich bin so ratlos und verzweifelt hilft mir bitte...

Antworten
T8in!atine


Als ich eben deinen Bericht gelesen habe, mich trifft der Schlag, weil es mich so sehr an mich selbst erinnert hat.

Ich werde mal versuchen hier Fragen aufzuwerfen. Ich hoffe, ich verwirre nicht.

Mir ging es genauso. Der Auslöser bei mir war starkes Mobbing in der Mittelstufe, das im Unterbewusstsein noch gewisse Auswirkungen auf mein Leben als Schüler in der Oberstufe hatte. Zeitgleich habe ich meinen Führerschein gemacht und wollte sehr gute Leistung. Mein Ziel hieß: Studium.

Zu Beginn des letzten Schuljahres vorm Abi haute es mich dann richtig um. Ich bekam Panikattacken und gar nichts mehr auf die Reihe. Es war so schlimm, dass ich zu Hause saß und wie aus dem nichts einen Blutdruck von 200 zu 90 bekam. Meine Mutter holte den Notdienst und ich landete im Krankenhaus. Von der gesamten Unsicherheit noch zusätzlich in Panik versetzt ging es mir nach Rückkehr in die Schule noch schlechter. Ich konnte die Beine nicht still halten, war permanent angespannt, verspürte ganz tief im Inneren extreme Angst. Hinzu kamen dann noch familiäre Probleme.

Dank einer guten Therapeutin bei der ich schnell einen Termin bekam schaffte ich mein Abitur. ich riss mich zusammen und war dann super stolz.

Ob es dann besser wurde? Ein klares nein. Denn nach dem Abi brach alles erst richtig über mir zusammen. Ich bekam extreme Panik, weil das Ziel ja nun nicht mehr Abitur hieß sondern "Was machst du nach der Schule?"

Ab da kam ich gar nicht mehr klar. Je mehr Zeit verging umso mehr schloss ich mich ein. Als mein Studium beginnen sollte ging ich gar nicht mehr vor die Tür. Ich schaffte es nicht einmal zum Supermarkt, so sehr hatte ich Angst vor Panikattacken.

Dinge, die früher selbstverständlich wurden klappten nicht mehr. Ich hatte nur noch Angst.

Meine Familie unterstützte mich sehr. Ich blieb in der ersten Zeit immatrikuliert und an der Uni eingeschrieben verlies aber nicht das Haus. Mit der Zeit wurde es dann wieder besser.

Im nachhinein war es wohl eine Art Burn out und Überforderung mit allem was mir im bisherigen Leben passiert war.

Ich therapierte mich in der ersten Zeit selbst, indem ich mir immer größere Schritte zutraute.

So jetzt kommt aber der Haken an der Sache: Ich bin bis heute nicht wirklich geheilt, weiß mittlerweile aber wo meine Grenzen liegen.

Ich finde es schwer dir hier irgendetwas zu raten.

Da du erst in der 11. und noch nicht in Klasse 12 warst, würde das 2 Jahre bedeuten in denen du richtig Gas gibst.

Wenn ich mich damals sehe weiß ich nicht ob ich das von der 11. Klasse mit meinen Probleme durchgehalten hätte. Da du aber nicht ich bist kann ich das nicht einschätzen.

Die Sache ist nur die: Die Probleme verschieben sich vielleicht ins Studium oder die Ausbildung, aber sie lassen sich nicht löschen. Deshalb würde ich dir dringend einen Therapeuten empfehlen, der auch über einen längeren Zeitraum mit dir arbeitet.

Ich hätte die Therapie auch während des Studiums gebraucht.

Die Frage ist ja: Schaffst du dein Abi, verschwindet dein Problem?

So, ich überlege mir jetzt wo ich jetzt stehen würde, wenn ich die Schule geschmissen hätte und muss sagen, dass es da echt düster aussieht.

Ich behaupte mal dass die Ausbildung sogar noch anstrengender als die Schulzeit ist. Das Studium gab mir die Möglichkeit für größere Freiräume, da relativ selten Anwesenheit herrschte.

Die Frage die sich mir beim lesen gestellt hat war: Schmeißt du jetzt, hast du einen Plan B? Sicher könntest du erst einmal eine Therapie machen. Aber wie geht es danach weiter? Was machst du, wenn es dir bei der Ausbildung genauso geht? Denn ich wette mit dir, dass die Ausbildung nicht weniger anstrengend ist als die Schule und auch da gibt es Leute die dich nicht mögen könnten und die du nicht magst.

Ich kann jetzt nur über mich reden, aber ich war trotz allem froh noch das Abi gemacht zu haben und nicht abgebrochen, weil ich heute weiß dass es mich in noch stärkere Gewissenskonflikte manövriert hätte.

Ob mit oder ohne Gymnasium. Eine Therapie brauchte ich so oder so. Und hätte ich abgebrochen hätte auf jeden Fall die Entscheidung zur Debatte gestanden wie es ohne Abi für mich weiter gegangen wäre. So schlecht wie es mir damals ging, hätte ich keine Ausbildung durchgehalten.

Wichtig ist in jedem Fall dass du dir Hilfe in therapeutischer Form suchst, egal ob abbrechen oder nicht.

Twi'nOatixne


Edit: Ich bin mir nicht einmal sicher, ob dein Problem Abi heißt oder ob es nicht private oder familiäre Dinge sind.

Ich kann von mir sagen, dass mich jede Lehre als Bürokauffrau oder Erzieherin genauso runter gezogen hätte.

Warte nicht. Hol dir Hilfe von therapeutischer Seite.

Und was spricht gegen eine Klinik, zu pausieren und danach Abi zu machen?

Es führen viele Wege nach Rom ;-)

E4leoCnora3


klinik kommt für mich nicht in frage das hab ich alles schon durch und ich finde es schrecklich. in meiner jetzigen schule werde ich zwar nicht gemobbt die leute sind okay aber es geht um mich ich habe keinen ansporn es macht mir 0 spaß. ich will etwas machen was ich liebe in dem ich gut bin, besser als die anderen. ich bin so unglaublich verzweifelt im moment.... ich kann einfach nicht mehr..

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