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Werde ich verrückt? Angst vor Verfluchung, Dämonen, etc.

evspanyOolxa hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Leute,

ich habe nun schon lange nicht mehr in diesem Forum geschrieben (nur ab und zu etwas gelesen), aber nun habe ich ein Problem und weiß nicht, was ich tun soll. Ich kann auch mit niemandem darüber sprechen, weil es einfach zu verrückt klingt. Mein Freund hat natürlich schon gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist, aber ich traue mich nicht, es ihm zu erzählen, obwohl unsere Beziehung eigentlich sehr gut ist und wir uns vertrauen.

Ich war schon immer etwas ängstlich und habe mich schnell in etwas hineingesteigert, aber so extrem wie jetzt war es noch nie. Ich stehe total neben mir, habe keine Kraft etwas zu tun, breche ständig in Tränen aus und hatte gestern eine richtige Panikattacke. Sowas kenne ich von mir sonst gar nicht.

Vor etwas über einer Woche ist mir folgendes passiert:

Ich bin in die Stadt gefahren, um etwas umzutauschen. Habe geparkt, bin ausgestiegen und habe dann direkt eine Frau gesehen (sah äußerlich normal aus, ca.45 Jahre alt), die in einer komischen Sprache vor sich her geredet hat, in einem ganz merkwürdigen Tonfall. Sie hat mich auch angeguckt und lief dann eine Zeit lang wirr redend hinter mir her. Ich bin dann irgendwann abgebogen in eine Seitenstraße, in der das Geschäft ist, zu dem ich wollte. Als ich ca.15-20 Minuten später wieder zurück zum Auto lief, begegnete diese Frau mir auf der Hauptsprache wieder. Sie guckte mich direkt an, sprach wieder in dieser ganz komisch klingenden Sprache und lachte mir dann richtig hämisch ins Gesicht. Ich bin schnell weiter gegangen und nach Hause gefahren.

Auf dem Heimweg kamen mir dann plötzlich komische Gedanken: War ich von der Frau verflucht worden? Irgendwie klang das für mich so, aber warum sollte sie das machen? Wir kannten uns ja nicht und ich hatte ihr auch nichts getan... Hatte sogar versucht, freundlich zu gucken, da ich dachte, sie ist evtl. geistig verwirrt.

Dann habe ich zu Hause gegooglet und dadurch ist es natürlich noch schlimmer geworden (kennt man ja), da dort Leute schreiben, man kann andere verfluchen und es gäbe auch Flüche, die über den Tod hinaus gehen bis in alle Ewigkeit, etc.

Ich denke seitdem an nichts anderes mehr, habe die ständige Angst, verflucht zu sein, Angst vor irgendwelche Dämonen und lese fast ununterbrochen über diese Themen im Internet. Ich lese über Nahtoderfahrungen und dass dort Menschen berichten, die Hölle gesehen zu haben, das ganze macht mir wahnsinnige Angst.

Ich merke richtig, wie ich depressiv werde, am liebsten würde ich den ganzen Tag im Bett verbringen. Vorher war ich sehr glücklich und zufrieden mit meinem Leben, dieses eine blöde Ereignis hat nun alles verändert... Was meint ihr, werde ich verrückt? Sollte ich zum Psychologen gehen? Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

Antworten
SImaTragd4augxe


Die menschliche Psyche ist noch weitestgehend unerforschtes Land. Aber gewisse Mechanismen sind bekannt, sich selbsterfüllende Prophezeiungen ([[http://de.wikipedia.org/wiki/Selbsterf%C3%BCllende_Prophezeiung)]] ist nur eine davon.

Flüche bekommen dann Macht über einen, wenn man daran glaubt, das ist der Trick. Es wäre also gut, wenn Du anderen Menschen nicht irgendwelche Macht über Dich einräumst, indem Du glaubst, sie hätten sie. Sie können die Macht nicht übernehmen, wenn Du sie ihnen nicht zusprichst. Also hör auf Dir einzureden, die alte Frau hätte Dir irgendwas angehängt, sie hat lediglich Dein schwaches Nervenkostüm getriggert.

Wenn Du sowieso schon ein ängstlicher Mensch bist, dann hör als erstes auf zu googeln. Und wenn Du Dich schon so weit reingesteigert hast, wäre ein Besuch beim Psychologen sicherlich keine schlechte Idee.

c5harLlie"doxg


Ich würde dir dringend raten, zu einem Psychologen oder Psychiater zu gehen, bevor du dich da noch mehr in etwas reinsteigerst. Und lass das googlen. Im Internet steht unglaublich viel Mist.

Und zur Situation, ja du bist wahrscheinlich einer geisig etwas verwirrten Person begegnet. Flüche gibt es nicht.

E vHa 6Rellxa


Auf dem Heimweg kamen mir dann plötzlich komische Gedanken:

Ich denke seitdem an nichts anderes mehr

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

Aufhören, daran zu denken! Doch, das geht.

Mcurt^el


Deine Gedanken können ein Anzeichen einer ernsten Erkrankung sein, also auch von mir der Tipp geh zum Psychiater, wenn diese Gedanken stärker werden oder du durch diese geängstigt bist und dein normales Leben einschränkst. Und glaube mir, du bist nicht verflucht.

e!spaYnyolxa


Puh, erstmal vielen Dank für eure Antworten!

So eine Panik hatte ich noch nie in meinem Leben... Und diese ganzen "Was wäre, wenn... ich an einem anderen Tag, so wie geplant oder etwas später in die Stadt gefahren wäre", etc. machen mich auch total fertig :-|

Einfach nicht mehr daran zu denken versuche ich die ganze Zeit, aber leider erfolglos.

Also denkt ihr auch, dass ein Besuch beim Psychologen keine schlechte Idee wäre?

Würdet ihr denn empfehlen, mit meinem Freund darüber zu sprechen? Oder klingt das alles zu verrückt?

AykaAshax767


Nein, ich denke nicht, dass du verrückt wirst und zum Psychotherapeuten würde ich dich auch nicht schicken.

Du steigerst dich da nur zu sehr rein. Es ist nicht möglich, jemanden zu verfluchen - wie hier schon geschrieben wurde, wirkt bei dir ein ganz einfacher psychologischer Mechanismus: du glaubst daran, nimmst dein Umfeld entsprechend selektiv wahr.

Du solltest dir klar machen, dass deine Befürchtungen absolut unbegründet sind. Wenn schon Google, dann lieber Google Scholar - auf der Suche nach seriösen Studien zu dem Thema. Es gibt keine seriös-wissenschaftlichen Belege dafür, dass es soetwas wie Flüche gibt. Also vergiss die Sache einfach und genieße dein Leben!

Professionelle Hilfe brauchst du erst, wenn dich diese Gedanken über einen längeren Zeitraum stark belasten. Wenn das jetzt dein einziges Problem ist, das in Richtung Psyche geht, sehe ich keinen weiteren Handlungsbedarf.

N)orJdi8x4


Professionelle Hilfe brauchst du erst, wenn dich diese Gedanken über einen längeren Zeitraum stark belasten. Wenn das jetzt dein einziges Problem ist, das in Richtung Psyche geht, sehe ich keinen weiteren Handlungsbedarf.

Sehe ich anders. Wie Murtel sehe ich hier auch mögliche Anzeichen für eine ernste Erkrankung. Daher würde ich auch sofort professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Wenn die TE sich erstmal komplett in das Thema reingesteigert hat ist es vielleicht schon zu spät dafür.

Das man sich jetzt Hilfe sucht heißt ja nicht das man die nächsten Monate in Therapie oder in ner Anstalt verbringt sondern einfach nur das man abklärt ob ggf. ne echte psychische Krankheit dafür sorgt das man dieses Thema so ernst nimmt.

dgeepP blue_ sea


Stimme Murtel und Nordi zu. Bei mir läuten da einige Alarmglocken, es KÖNNTE was sein, MUSS aber nicht.

Abklärung hilft dir in jedem Fall weiter!! Ein Psychiater/Psychotherapeut ist der richtige Ansprechpartner!

aOndxers_alDs_8andxere


Vorher war ich sehr glücklich und zufrieden mit meinem Leben, dieses eine blöde Ereignis hat nun alles verändert...

Es ist kein Blödsinn: Menschen brauchen Probleme. Wenn sie keine haben, machen sie sich welche.

Mein Rat: Such dir ein Problem, an dem du konstruktiv arbeiten kannst. Zum Beispiel einsame Menschen (im Altersheim) besuchen und ihnen zur Hand zu gehen. Oder im Tierschutz mitarbeiten, oder ...

C/omraxn


Liebe Espanyola, ich habe mich einige Jahre sehr mit Parapsychologie beschäftigt. Hab es dann aber wieder aufgegeben, weil zu allen Themen keine belastbaren Beweise zu finden waren, nie Zugang zu Primärquellen herrschte und alle vermeintlichen Beweise merkwürdigerweise qualitativ einfach schlecht waren.

Glaub mir, nur du selbst kannst dich "verfluchen", wenn du daran glaubst. Wenn du nicht daran glaubst, passiert überhaupt nichts. Da du ein ängstlicher Typ bist, siehst du Dinge, die du sehen willst. Der Glaube ist immer stärker als das Wissen. Die Frau war sicher nur verwirrt. Selbst wenn sie meinen würde, sie könnte andere verfluchen, ist das nichts als Käse. Sie kann es nämlich nicht. Niemand kann das.

Wie das Ganze funktioniert kannst du bei seriösen Veröffentlichungen über den Voodoo-Kult nachlesen. Auch da funktionierte es nur, weil die Opfer ganz fest daran glaubten, dass so was möglich sei. Das ist die gleiche Suggestionstechnik wie bei Hypnose.

Du musst dir nur im Klaren darüber sein, dass das alles großer Hokuspokus ist, und schon ist alles in Ordnung. Da kommen keine Dämonen und auch keine Hölle. Nichts ist passiert. Und wenn du selbst diese Vorstellung nicht aus deinem Kopf bekommst, dann könnte dir ein erfahrener Hypnotherapeut helfen, der dich mit entsprechend anderen Suggestionen versorgt, damit du erkennst, dass es so was die Verfluchen nicht gibt. ;-)

dBeep KblueE siea


Comran, ich würde das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Bei einem Freund hat es genau so angefangen, schlussendlich hat er einen handfesten schizophrenen Schub entwickelt.

Das kann passieren, muss aber nicht so sein.

AtkVashak7x67


Es ist völlig normal, dass es einem erstmal schlecht geht, wenn man sich in eine negative Sache hineinsteigert. Welche ernsthafte Krankheit seht ihr da denn kommen? Eine Empfänglichkeit für den Glauben an Übersinnliches, wie Flüche, deutet noch lange nicht auf eine psychische Störung hin. Die selben Befürchtungen hätte nach so einem Erlebnis wohl jeder, der an Flüche glaubt - und das sind mit Sicherheit nicht wenige Menschen.

A/kvasha7x67


deep blue sea,

Anzeichen für einen schizophrenen Schub sehe ich hier nicht. Bisher hat die TE nichts geschrieben, was diese Vermutung untermauert.

C\omrFan


schlussendlich hat er einen handfesten schizophrenen Schub entwickelt.

Ein schizophrener Schub ist ja eine medizinische Diagnose. Mir erscheint die TE nur ein bisschen abergläubisch und sehr empfänglich für solche Eindrücke. Und glaube mir, wenn man empfänglich dafür ist und merkt, man bekommt die Gedanken nicht mehr allein aus dem Kopf, dann ist man genauso empfänglich für Hypnose und der Hypnotherapeut wird sehr schnell Erfolg haben, dass sie sich wieder besser fühlt. Den würde ich in einem solchen Fall dem klassischen Therapeuten auf jeden Fall vorziehen.

Aber an allererster Stelle steht die Bestimmheit, dass es so etwas wie "Verfluchen von Menschen" nicht so gibt, wie es sich die TE vorstellt. Die Frau hat nichts mit ihr gemacht, weil das schlichtweg nicht möglich ist. Punkt. Ob es Espanyola nun allein gelingt, sich von dieser fixen Idee zu lösen, oder ob sie Hilfe dabei braucht, dass wird sie nun merken.

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