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Wieso gibt es Menschen, die um ein Tier dermaßen trauern?

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Weil das Tier jahrelang mit einem zusammenlebt und dann plötzlich nicht mehr da ist. Wir haben eine Hündin, meine Kinder wachsen mit ihr auf, wir lieben die verrückte Motte alle sehr. Ich mag gar nicht daran denken, was passiert wenn sie mal nicht mehr da ist. :-(

T?heBDlac*kWidow


Das ist aber auch krass. :-X Wenn ein Tier leidet, dann muß der gesunde Menschenverstand einsetzen und das Tier muss erlöst werden. Natürlich ist es für einen Besitzer wahnsinnig schwer, aber solche Entscheidungen müssen getroffen werden. Gott-sei-Dank habe ich einen Tierarzt, der da immer ganz realistisch ist und nicht versucht, durch tausend Mittelchen und Spritzchen ein Leiden zu verlängern. Und ich bin auch immer durchaus in der Lage, dem Tier zuliebe die Erlösung von Schmerzen sofort einzuleiten. Denn das ist ECHTE Tierliebe.

C@hGancex007


Sobald mal jemand vorschlägt einen Psychologen aufzusuchen und zwar nicht, weil man trauert, sondern weil man (und da muss ich zustimmen) doch wohl geistig nicht ganz klar ist, wenn man so sehr wegen eines Haustieres trauert, wird derjenige gleich als gefühlskalt und pietätlos dargestellt

Wenn mir jemand während akuter Trauer - unabhängig davon, ob der Verlust sich auf einen Menschen oder ein geliebtes Tier bezieht - sagt, dass ich wohl geistig nicht ganz klar bin, dann IST das pietätlos und lässt jegliches Empathievermögen vermissen. Solch ein Verhalten finde ich wesentlich bedenklicher als individuelle Ausprägungen der Trauer. Es steht niemandem zu, über das Trauerverhalten anderer Menschen zu urteilen, solange diese selbst kein Problem damit haben und um Hilfe und/oder Tipps zur Bewältigung bitten.

Anscheinend bin ich dann aber immer der einzige...

Bist Du männlich?

S1hoBjo


Jemand schrieb bereits, dass Du dann das andere Extrem stellst - so empfinde ich das auch. Weder mit völliger Selbstaufgabe vor lauter Trauer und ausuferndem Vermenschlichen noch mit Deiner unsympathischen Kaltschnäuzigkeit kann ich was anfangen.

cohar,liedxog


Für mich ist es ein riesen Unterschied ob ein Meeri oder Kaninchen stirbt, oder eben ein Hund oder Pferd. Hatte alles schon. Bin bei den Kleintieren auch immer in Tränen ausgebrochen, hab das aber schnell überwunden. Um mein Pferd hab ich sehr lange getrauert, sie ist einfach viel zu jung gestorben. Sie war meine beste Freundin. Um meinen letzten Hund hab ich auch sehr lange getrauert, sie war aber schon ziemlich alt und deshalb konnte ich das auch besser akzeptieren. Aber... die Tiere fehlen halt, das tut ganz schön weh ! Hab jetzt einen 1jährigen Hund und ich wäre am Boden zerstört, wenn der jetzt jung sterben würde. Ich liebe den kleinen Kerl mehr als ich manchen Menschen liebe. Ich beschäftige mich viel mit ihm, das schweisst halt zusammen. Hab ihn auch aufwachsen sehen, hab ihm mit 4 Wochen das erste Mal auf den Armen halten dürfen x:) x:) x:)

Wer Trauer um Tiere nicht versteht, der versteht nicht wie man Tiere lieben kann (und wie man von Tieren geliebt werden kann) und der hat etwas verpasst im Leben!

W]odeh]ousxe


Trauer ist für mich nichts, was nur Menschen vorbehalten ist. Trauer ist eine Emotion, die, das wurde schon geschrieben, auch Tiere fühlen. Einige meiner Wellensittiche haben teils so stark um ihre Partner getrauert, dass sie nichts mehr gefressen haben. Katzen und Hunde trauern um ihre Partner und ihre menschlichen Bezugspersonen. Würdest du ihnen vorwerfen, dass sie ihre Menschen "vertierlicht" haben?

Und genauso wie Tiere trauern, bin auch ich traurig (das bedeutet trauern), wenn eins meiner Tiere stirbt. Nicht, weil ich es vermenschlicht oder als Partnersatz gesehen habe, sondern weil es ein Gefährte war, der zu meinem Leben gehört hat, für den ich Verantwortung getragen habe, der mir Freude bereitet hat und den ich lieb gehabt habe.

Dass du die ganze Sache rein pragmatisch angehst und für die Gefühle anderer Menschen kein Verständnis aufbringst, passt zu deiner selbst hier wiederholt geäußerten und demonstrierten Unfähigkeit zu Empathie und einer Sichtweise, die über reine Sachlichkeit hinausginge. Vielleicht hilft es dir im Umgang mit anderen zu wissen, dass die meisten Menschen da völlig anders ticken, dass Menschen und Tiere emotionale Bindungen eingehen, dass Trauer um ein Tier deshalb beileibe nichts Ungewöhnliches ist, dass zwischen "sein Tier gern/ lieb haben" und "Tier als Partnersatz sehen" ganze Welten liegen und dass es schlicht und ergreifend etwas ganz Persönliches ist, wie jemand trauert. Ob und wie man jemandem helfen kann, den die Trauer völlig aus der Bahn wirft, ist dann ein anderes Thema.

L5ottex0407


Ich empfand es als erleichternd, als unser schwerkranker Hund gehen durfte. Das war eine schwere Zeit. Allerdings war ich gleichzeitig total traurig, er war mein Begleiter, seitdem ich ein Kind war. Ein Freund.

Ich werde nie verstehen, wie Menschen so empathilos werden können. Das Tier ist tot? Ab in die Mülltonne damit, ich kann mir ja das nächste holen. :|N

NEord]i84


dass zwischen "sein Tier gern/ lieb haben" und "Tier als Partnersatz sehen" ganze Welten liegen

Trotzdem habe ich das Gefühl das die Menschen, die ihr Tier als Partnerersatz sehen, überwiegen. Vielleicht sind das auch mehr die Eindrück die im Gedächtnis bleiben und die normalen Tierfreunde in den Hintergrund drängen, kann sein. Für mich fängt das vermenschlichen aber z.B. schon an wenn das Tier mit ins Bett oder der Hund aufs Sofa darf. In extremen Fällen hab ich schon erlebt das dem Hund ein Brot geschmiert wurde weil er das ja angeblich so gern mag.

Ich mag Tiere ja auch sehr gern aber das geht mir einfach zu weit. Ein Tier kann niemals Partner oder Freund Ersatz sein denn dazu müsste die Beziehung auf Augenhöhe stattfinden was sie aber schlicht nicht tut.

Klar kann man um die Tiere trauern aber ich hab es auch schon erlebt das jemand zwei Tage krank gemeldet war weil das Pferd gestorben ist. Dafür fehlt mir einfach das Verständnis.

M8issu2sMia


Trauer um ein Tier finde ich ein Stück weit nachvollziehbar, wobei ich eine vollkommene Eskalation eher nicht verstehen kann. Ist eben eine Frage der Verhältnismäßigkeit.

Wir haben vor etlichen Jahren unseren Hund einschläfern lassen (müssen). Mein damaliger Freund beschimpfte mich daraufhin am Telefon als herzlose Mörderin und was weiß ich nicht noch alles, das fand ich schon sehr übertrieben. Es war ja schließlich nicht so, als hätten wir unseren Hund mal eben leichtfertig entsorgt.

Ich selbst habe zwei Kater, die mir natürlich sehr am Herzen liegen und deren Tierarztbesuche mich regelmäßig mehr mitnehmen als sie selbst. Auch ich sitze nervös im Wartezimmer und bin nicht im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte, wenn einer von den Jungs gerade operiert wird. Ich rede wahrscheinlich auch viel zu viel über die beiden Kasperköppe und über die Fotofrequenz bei Instagram brauchen wir auch nicht zu reden, aber dennoch halte ich mich diesbezüglich noch für relativ vernünftig. Ich veranstalte kein riesengroßes Drama, wenn ein Kater mal mit einem Schmiss auf der Nase nach Hause kommt, in die Wohnung kotzt oder sonstwie nicht ganz auf der Höhe ist. Ich würde mich auch nie im Leben bei Facebook in epischer Breite darüber auslassen, dass das arme Tierchen heute aber ganz arg wenig gefressen oder aber einen Pups quersitzen hat oder so. Das finde ich dann schon nervig und übertrieben. Und wenn dann plötzlich eine ganze Armada an Menschen derartige Dramaeinträge zutiefst betroffen kommentiert, fasse ich mir schon auch mal an den Kopf. Aber damit ist es dann auch gut. Ich bin genervt, wundere mich und halte die Klappe. Aber ich gehe nicht auf die Menschen los und rate ihnen, sich wegen geistiger Schäden doch bitte mal in therapeutische Behandlung zu begeben.

Zur TE: es gibt hier irgendwo einen Beitrag von ihr, in dem es darum geht, dass sie von vielen Menschen als Freak angesehen wird. Mittlerweile kann ich das verstehen.

B{rummbqiPene


Trotzdem habe ich das Gefühl das die Menschen, die ihr Tier als Partnerersatz sehen, überwiegen.

Ich glaub hier wird oft Gefährte mit Partner verwechselt. Ansonsten schlafen meine Katzen auch bei mir, die habens eben gern warm, suchen die Nähe und mich störts nicht. Im Gegenteil, ich genieße das und das Bett wird ja ohnehin ein- bis zweimal die Woche gemacht.

Bei meinem Hund hab ich das allerdings nie gemacht und aufs Sofa durfte der schon mal gar nicht.

LIotte304x07


Eine Katze z.B. legt sich einfach ins Bett oder aufs Sofa, das hat nichts mit Vermenschlichung zu tun. Katzen sind so.

Ob du das duldest, ist eine andere Sache.

DNieF!üchmsixn80


Ich bin auch jemand der sehr um sein Tier trauert, obwohl ich Partner und Kinder hab.

Heißt ein Tier ist für mich kein Menschersatz, sondern mein geliebtes Tier.

Und wenn es nicht mehr da ist vermisse ich es sehr, das kann dazu führen das ich immer und immer wieder weinen muss, wochenlang, monatelang.

Nicht rund um die Uhr, aber dennoch.

Und einen Ersatz gibt es für mich nicht, da dieses Tier einmalig in seiner persönlichkeit war, ja Tiere haben nun auch unterschiedliche Charaktere :-) .

Im laufe meines Lebens hatte ich viele Tiere, einige starben früh (an Krebs), manche an Alter.

Um jedes hab ich getrauert.

Mein Mann kann das nicht ganz nachvollziehen, aber er hat mir noch nie gesagt das ich mir psychologische Hilfe suchen soll ]:D .

Denn auch wie wir trauern und damit umgehen ist ein Teil unserer persönlichkeit, die individuell ist wie das Wesen ansich.

dZasgeYsu}ndedplusx20


Als mein Hundemädchen nach nicht einmal 2 Jahren wegen eines dummen Unfalls gestorben ist, einfach so und ganz plötzlich innerhalb ein paar Sekunden, war ich auch am Ende. Wurde 2 Tage krankgeschrieben, wäre unfähig gewesen zu arbeiten, hätte eh nur geweint. Essen konnte ich auch nichts mehr. Mein Chef hat mich ausgelacht, war mir egal. Der fände es wohl nicht mal schlimm, wenn seine Tochter bei einem Autounfall sterben würde, weil "Das Leben geht dann ja trotzdem weiter!".

Meine Ärztin meinte damals, dass sie das total verstehe und als ihre Tochter ihren Hund einschläfern lassen musste, konnte sie 3 Monate nicht arbeiten und war krankgeschrieben. Sie war auch total am Ende.

Mir ist egal, was andere denken. Ich mag Tiere lieber als Menschen. Tiere geben einem alles 1000fach zurück, sind dankbar. Sind immer für einen da. Im Gegensatz zum Menschen.

Ich bau zu Haustieren eine sehr tiefe Beziehung auf, die ist teils tiefer als zu Menschen. Wers nicht versteht, geht mir auch am A**** vorbei ;-)

dGasgesu*ndep9luxs20


Wenn mir jemand während akuter Trauer - unabhängig davon, ob der Verlust sich auf einen Menschen oder ein geliebtes Tier bezieht - sagt, dass ich wohl geistig nicht ganz klar bin, dann IST das pietätlos und lässt jegliches Empathievermögen vermissen. Solch ein Verhalten finde ich wesentlich bedenklicher als individuelle Ausprägungen der Trauer. Es steht niemandem zu, über das Trauerverhalten anderer Menschen zu urteilen, solange diese selbst kein Problem damit haben und um Hilfe und/oder Tipps zur Bewältigung bitten.

Seh ich auch so! Jeder trauert anders. Wenn meine eine Oma z. B. mal stirbt wird mir das nicht nahe gehen. Bei der anderen schon, weils immer meine Lieblingsoma war/ist.

Das ist bei jedem unterschiedlich und sollte akzeptiert werden. Tiere sind genau so Familienmitglieder wie ein Bruder oder eine Schwester.

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Ich bin keine von denen, die wegen der Trauer um ein Kleintier nicht mehr zur Arbeit geht, aber das hier

Wenn mir wirklich mal ein Hund stirbt zu dem man ja eine engere Beziehung hat, dann empfinde ich eher eine Erleichterung, wenn der kranke alte Hund nun nicht mehr da ist, man nicht mehr ständig zum Tierarzt muss, man nicht täglich wegen Inkontinent wischen muss, etc. Ich fühle mich dann eher befreit und freue mich auf den Nachfolger.

find ich als Einstellung einfach nur widerlich.

Ich denke wenn du jemandem rätst zum Psychologen zu gehen, dann solltest du erstmal vor deiner Haustüre kehren. Offensichtlich bist du nicht in der Lage Nähe zum Tier aufzubauen - und bei aller Liebe, aber dich schlicht auf den Nachfolger freuen... Bäh!

Und stell dir mal vor, ich schreibe das als normale Person, die ihre Tiere weder vermenschlicht, noch Blogeinträge verfasst oder Einäscherugen vornimmt. Dennoch habe ich auch um meinen einen Wellensittich sehr getrauert und viel geweint, der hat mich nämlich von 15 Jahre lang von Kindheit durch Pubertät begleitet und mein Herz hing an dem Tier.

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