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Wieso gibt es Menschen, die um ein Tier dermaßen trauern?

P|umm@elluxff


 Und wenn das "trauernde" Meerschweinchen oder der Vogel einen neuen Partner bekommt, dann fängt er sofort wieder an zu fressen. Ist das nun herzlos, dass Meerschweinchen und Co ihre Partner so schnell durch einen neuen ersetzen? Nein, oder? Warum soll es dann herzlos sein, wenn ich ein totes Tier schnell ersetze?

das zeigt doch schon mal dass die TE überhaupt keine Ahnung von Tieren hat, denn man kann den tierischen Gefährten eines Tieres nicht einfach mal so ersetzen, denn auch Tiere Kassen sich nicht alles gefallen.

ich bin in einer tierliebe Familie aufgewachsen, wo jedes Tier als Familienmitglied betrachtet wurde, und somit auch getrauert wurde. Für mich macht sowas einen Menschen erst menschlich und symphatisch. Wer will schon so gefühlskalte Menschen um sich, die ein Tier als ersetzbares etwas sehen.

Ich kenne auch Menschen die in sowas kalt sind, aber diese Menschen werden nie zu meinem engeren Bekanntenkreis gehören.

ein Ex freund meinte immer Hunde seien die besseren Menschen, was natürlich übertrieben ist, aber Tiere sind öfter die bessere Gesellschaft als so eiskalte Menschen wie du es bist liebe TE

H#ybrSidX99


Ich finde es nicht OK, dass hier immer wieder Leute schreiben, man möge doch bitte Menschen mehr bedeutung zumessen (auch in der Todesfrage) als Tieren. Tiere sind genauso Lebewesen und man kann zu ihnen eine genauso enge Bindung haben wie zu Menschen oder Kindern. Nur weil die Personen, die das schreiben, selbst nicht erlebt haben, ist es als geisteskrank anzusehen? Das finde ich verallgemeinernd und verletzend.

AylexaDndxraT


Stimmt... manche Tiere akzeptieren keinen neuen Partner mehr. Oder sie wollen ihn sich aus einem Schwarm selbst aussuchen. Und oft tun sie dies auch erst nach gewisser Zeit und nicht sofort. Und auch bei den Katzen....man kann nicht einfach eine neue Katze rein setzen und sagen "Hallo Katzen, hier ist Ersatz für den toten Kollegen". Das ginge gewaltig in die Hose. Und auch nicht jedes Tier mag das andere Tier... auch hier gibt es Sympathien und Tiere die einander näher stehen als andere. Nur weil wir denken klüger zu sein muss dies nicht stimmen. Wer sagt denn, dass nur unsere Weltanschaung stimmt... vielleicht sind wir im Irrtum?

EOhemJaliger YNutWzerk (#530x218)


Seltsam ... gefühlskalt/nicht empathisch finde ich hier gerade etwas ganz anderes.

Misshandelt Ninalein ihre Tiere? Behandelt sie die tatsächlich nicht artgerecht oder ist es nur der Umstand, dass sie das Tier als Nutztier sieht, der hier so aufstößt?

Ich denke man kann jemanden nicht dafür verurteilen, wenn derjenige einen anderen Zugang zu etwas hat emotional; wenn sie die Tiere objektiv betrachtet misshandeln sollte, könnte ich die Empörung dagegen verstehen.

A/lexa"ndraT


Ein Lebewesen ist ein Lebewesen und hat Respekt verdient und man darf um es trauern wenn es gestorben ist. Dabei ist es egal welche Art um welche Art trauert.

H$y|brid5Xx99


Auch wenn es ein Nutztier ist, gehört es artgerecht behandelt. Klar, man kann sich Stallhasen halten um diese zu schlachten, das praktizieren die Großeltern meiner Freundin mit Hasen und Hühnern. Aber die werden auch artgerecht gehalten und nicht wie ein Objekt abgestellt...

Misshandelt Ninalein ihre Tiere? Behandelt sie die tatsächlich nicht artgerecht oder ist es nur der Umstand, dass sie das Tier als Nutztier sieht, der hier so aufstößt?

@ Snaiperskaja [VSS]

Es geht hier nicht um die Tierhaltung der TE, sondern über deren Aussagen, die hier einigen (mMn zu recht) sehr sauer aufstoßen. Und zwar das Menschen, die um ihr Tier trauern "nicht ganz richtig im Kopf" sind. und auch das man tiere (verallgemeinert!!!) einfach ersetzen kann und kein grund da ist zu trauern...

E8hemalig$er NutZzeru (#V530218)


Es geht hier nicht um die Tierhaltung der TE, sondern über deren Aussagen, die hier einigen (mMn zu recht) sehr sauer aufstoßen. Und zwar das Menschen, die um ihr Tier trauern "nicht ganz richtig im Kopf" sind. und auch das man tiere (verallgemeinert!!!) einfach ersetzen kann und kein grund da ist zu trauern...

mhm sie hat konkret geschrieben:

ich bin ja durch meine Haustiere auch öfters in Tierforen unterwegs und da lese ich immer wieder, dass Menschen schreiben, dass sie mit dem Tod ihres Meerschweinchens, Wellensittichs, etc. nicht klarkommen.

Da wird dann so einem Tier ein ganzes Thema gewidmet, man erstellt quasi einen Trauer-Blog und schreibt seitenlange Romane an das tote Tier, berichtet von 100 Erlebnissen, welche man zusammen hatte, teilweise zahlt man 400 Euro für eine Einzeleinäscherung oder gestaltet ein richtiges Grab im Garten, etc.

Man schreibt dann, dass man mit dem Tod nicht klar kommt und seit Tagen nur noch am heulen ist, nichts mehr essen kann, teilweise nicht mal mehr zur Arbeit gehen kann.

Anscheinend bin ich dann aber immer der einzige, der sowas befremdlich findet. Sobald mal jemand vorschlägt einen Psychologen aufzusuchen und zwar nicht, weil man trauert, sondern weil man (und da muss ich zustimmen) doch wohl geistig nicht ganz klar ist, wenn man so sehr wegen eines Haustieres trauert, wird derjenige gleich als gefühlskalt und pietätlos dargestellt und es werden Rufe laut dieser pietätlosen Person sofort die Tiere wegzunehmen.

Sie hat das was du behauptest gar nicht geschrieben, wie du siehst. Sie hat nicht geschrieben, dass jeder, der trauert um (s)ein Tier, nicht ganz richtig ist im Kopf. Es ging um das ungewöhnliche Ausmaß der Trauer, dass ich so wie geschildert auch befremdlich bis behandlungsbedürftig finde.

und auch das man tiere (verallgemeinert!!!) einfach ersetzen kann und kein grund da ist zu trauern...

HybridX99

auch hier, sie schreibt dazu:

Wenn mir wirklich mal ein Hund stirbt zu dem man ja eine engere Beziehung hat, dann empfinde ich eher eine Erleichterung, wenn der kranke alte Hund nun nicht mehr da ist, man nicht mehr ständig zum Tierarzt muss, man nicht täglich wegen Inkontinent wischen muss, etc. Ich fühle mich dann eher befreit und freue mich auf den Nachfolger.

Klar hat man auch an so einem Tier gehangen, aber der Tod ist ja nun die normalste Sache der Welt und man weiß ja, dass der Hund vor einem sterben wird, also warum sich noch lange Gedanken darum machen?

Ich kann das verstehen, auch das mit der Erleichterung. Es ist vielleicht eine eher rational-pragmatische betrachtung, die für viele/manche, die diesbzgl. anders ticken nicht nachvollziehbar zu sein scheint, wie man hier lesen kann.

E$hemanligerS Nut%zer] (#5302x18)


Ich finde übrigens nicht, dass man ihr unterstellen kann ihre Tiere zu Lebzeiten nicht gemocht zu haben. Das kann ich nicht herauslesen aus ihrer Beschreibung - und finde es gewagt jemanden so etwas abzusprechen bloß weil der nicht so (sichtbar) emotional reagiert/handelt wie man selbst vielleicht gehandelt hätte z.B. beim Todesfall des Tieres. ... Man könnte das auch positiv deuten, dass es ein abgeklärter umgang mit dem Tod nahestehnder Lebewesen ist. Das bedeutet nicht gleich, dass diese Lebewesen emotional zu Lebzeiten den Stellenwert eines Möbelstücks gehabt haben müssen für denjenigen.

H`yber4idXx99


Sie hat das was du behauptest gar nicht geschrieben, wie du siehst. Sie hat nicht geschrieben, dass jeder, der trauert um (s)ein Tier, nicht ganz richtig ist im Kopf. Es ging um das ungewöhnliche Ausmaß der Trauer, dass ich so wie geschildert auch befremdlich bis behandlungsbedürftig finde.

Und was ist das ungewöhnliche Ausmaß? Wie lange darf ich denn trauern, ohne "nicht ganz richtig im Kopf" zu sein? Wenn sie da anders tickt, OK. Aber ständig liest man bei ihr "man man man", also eine verallgemeinerung.

Klar hat man auch an so einem Tier gehangen, aber der Tod ist ja nun die normalste Sache der Welt und man weiß ja, dass der Hund vor einem sterben wird

Hier ist es wieder verallgemeinernd. Was ich hier rauslese: Ich weiß, der Hund stirbt vor mir. Entweder ich komme ohne große Trauer damit klar oder ich schaffe mir keinen an, weil es ja eh klar war, das er stirbt.

Was tot ist, ist tot.

Hätt ich das vorher gewusst, hätte ich nicht um Verwandte trauern müssen.

Genauso sehe ich das aber, dass ein Hund oder anderes Tier beliebig austauschbar ist

Ganz ehrlich erfüllen fast alle Hunde diese Funktion und sind damit nach dem Tod ganz einfach zu ersetzen

Bei Verwandten kann man drüber streiten. Da gibt es Verwandte, die man gar nicht braucht, somit auch nicht ersetzen muss oder die man eh nur alle 10 Jahre sieht.

Genau so sehe ich das aber, dass Haustiere "Menschen zweiter Klasse sind", die einfach nicht den selben Stellenwert haben wie ein geliebter Mensch

Weil das ein atypisches Verhalten ist. Dann könnte man ja auch anfangen andere atypische menschliche Verhaltensweisen wie Pädophilie zu akzeptieren.

Tut mir leid, aber bei solchen aussagen dreht sich mir der Magen um...

A)lexalndaraT


Was tot ist, ist tot.

Meine Mutter ist eben gestorben vor ein paar Tagen. Ja, tot ist tot... sie wird durch meine Trauer nicht mehr lebend. Aber... ich habe sie geliebt - also trauere ich... ich bin froh, dass ich was empfinden kann für sie. So wie ich eben auch um einen vierbeinigen Freund trauere. Wie stark jeweils bei welchen Lebewesen hängt von vielen Faktoren ab. Wie lange war es an meiner Seite, wie nahe stand es mir und so weiter.

MiaryLSou200x4


Ich finde es auch befremdlich, wenn bei mir ein Tier gestorben ist, hatte mehrere Katzen, dann ging es mir die ersten zwei Tage nicht gut, habe geweint, aber auch nicht durchgehend. Dann dauert es ungefähr 2 Wochen und ich habe mich daran gewöhnt, dass keiner mehr um meine Beine rumschnurrt.

Einen Vogel hatte ich auch mal, bei dem ging es noch schneller, da hatte ich für 30 Minuten ein komisches Gefühl nachdem Tod und war dann drüber hinweg.

Vielleicht ist das so eine Sache wie man mit der Trauer um geht? Also meine Tiere wurden sehr alt, die Katzen 20 Jahre und auch der Vogel wurde 10..

ich tröste mich mit dem Gedanken, dass sie ein langes und erfülltes Leben hatten. Und das wir alle irgendwann gehen werden.

E7hema.lig8erv Nutzer$ (#53021k8)


Wenn du meinst HybridX99. Wir sehen das wohl sehr unterschiedlich. Was das mit dem "man" angeht: Ich kann verstehen, dass dich die Formulierung stört, weil sie eine allgemeingültigkeit suggeriert. Aber es gibt auch Menschen, die "man" benutzen, wenn sie von sich selbst reden - weil das unpersönlicher ist, nicht weil sie sich für den Nabel der Welt halten.

M~a`ryULou2G0x04


Ganz merkwürdig finde ich es auch bei meinen Eltern, sie leben noch, aber wenn ich daran denke das sie sterben, dann empfinde ich komischerweise keine extrem tiefe Trauer. Klingt im Vorraus vielleicht doof, ich mag meine Eltern und lebe sogar mit ihnen zusammen, aber ich gehe nicht davon aus, dass mich ihr Tod so intensiv berührt. Warum kann ich nicht sagen. Anders wäre es dagegen bei meinem eigenen Kind-das wäre für mich das schlimmste(wohl für die meisten, logischerweise).

MuarVyLouw2/00x4


Ganz merkwürdig finde ich es auch bei meinen Eltern, sie leben noch, aber wenn ich daran denke das sie sterben, dann empfinde ich komischerweise keine extrem tiefe Trauer. Klingt im Vorraus vielleicht doof, ich mag meine Eltern und lebe sogar mit ihnen zusammen, aber ich gehe nicht davon aus, dass mich ihr Tod so intensiv berührt. Warum kann ich nicht sagen. Anders wäre es dagegen bei meinem eigenen Kind-das wäre für mich das schlimmste(wohl für die meisten, logischerweise).

A*ndru$sch


Ich oute mich jetzt mal: ich habe noch nie in dem Maße um einen Menschen getrauert, wie das bei meinen Hunden der Fall war.

Warum? Weil meine Hunde mir das Leben gerettet haben und mich zu der gemacht haben, die ich heute bin. Das ist nicht pathetisch gemeint, sondern leider tatsächlich so. Hätte ich die Hunde in meiner Kindheit nicht gehabt, würde ich jetzt entweder nicht mehr leben oder wäre dabei, mich selbst kaputt zu machen (mit Drogen oder womit auch immer). Oft genug habe ich als Kind an Suizid gedacht. Und sofort danach an meine drei, die ich doch nicht im Stich lassen konnte. Ich wäre trotz meiner Intelligenz beruflich nie so weit gekommen, wie ich es jetzt schon bin.

Meine Familie hat mich kläglich im Stich gelassen, Warum sollte ich um eine Großmutter trauen, die genau wusste, wie sehr ich leide und doch nie etwas gesagt hat? Warum sollte ich um eine Tante weinen, die mir gegenüber sogar betont hat, dass sie daran gedacht hat mir zu helfen und dann aber zu dem Schluss kam "es würde sich schon regeln"?

Die Hunde waren immer da, kein Familienersatz, sondern Familie. Selbst wenn ich so wütend war, dass ich um mich geschlagen habe.

Und selbst jetzt noch, elf, zehn und 7 Jahre nach dem jeweiligen Tod weine ich um sie. Weil ich sie in manchen Situationen so schrecklich vermisse, dass es körperlich weh tut. Und gleichzeitig bin ich so dankbar darüber, dass sie mich gelehrt haben, dass ich doch irgendwie immer liebenswert war. Und dass ich jetzt die bin, die ich immer sein wollte.

Mittlerweile gibt es einen Menschen in meinem Leben, für den ich genauso fühle.

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