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Kennst du deinen Vater?

cLrososie hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen

mich beschäftigt aus persönlichen Gründen die Frage was es einem genau bringt seinen leiblichen Vater (Mutter) zu kennen?

Als sich meine Eltern trennten war ich 1 Jahr alt, der Kontakt zu meinem Vater brach dadurch ab bzw man sah sich in Intervallen von Jahren immer kurzzeitig. Mein Stiefvater hat die Rolle aber perfekt ausgefüllt, ich nenne ihn Papa und für ihn bin ich sein Sohn.

Vor einiger Zeit hatte ich einen runden Geburtstag und war schon am überlegen was ich an dem Tag anstelle, da rief mein Vater an und bat mich zu ihm zu kommen. Irgendwie dachte ich okay, er hat auch mal das Recht an erster Stelle zu stehen und fuhr zu ihm.

Er ist der schönste, der beste, der tollste, das wurd mir schnell wieder bewusst... auf einmal verschwand seine Frau. Er tastete sich dann vorsichtig an mir zu erklären das er gar nicht mein Vater wäre und fragte ob mir meine Mutter das erzählt hätte. Er meint es wäre nicht möglich weil er zum Zeitpunkt meiner Entstehung 6 Wochen im Krankenhaus gelegen hätte.

Meine Mutter hatte mir lange vorher mal erzählt das er das früher behauptete weil er nach der Trennung für mich nicht bezahlen wollte. Mittlerweile ist sie aber verstorben und genau Nachfragen ist nun nicht mehr möglich.

Kurz dazu warum es mich beschäftigt. Man sieht ja öfters Sendungen im TV wo Menschen ihre leiblichen Eltern(teile) suchen und darunter leiden. Ich überlege aber wenn es so wäre, was würde es mir jetzt bringen auf die Suche nach einem Fremden zu gehen?

Gefehlt hat es mir nie an irgendetwas. Wofür ist es wichtig?

Vielleicht habt ihr ja ein paar gute Gedanken dazu, würd mich freuen :-D

Antworten
SikiJnynyLo,ve87


Ich kenne meinen Vater nicht. Meine Eltern trennten sich als ich ein Baby war und ich habe ihn nie kennengelernt.

Mir macht das nichts aus, bzw es hat mich noch nie sonderlich beschaeftigt.

Fuer mich ist das so wie irgendein Onkel, den man nie gesehen hat, also nicht besonders interessant. Mir hat auch als Kind keine maennliche Bezugsperson gefehlt, ich hatte einen tollen Opa, Onkel, Cousins etc.

Mit 18 habe ich einmal mit meinem Vater telefoniert und er war mir nicht besonders sympathisch. Da ich mittlerweile in den USA lebe werde ich ihn wohl niemals sehen, und das ist in Ordnung.

Andere Leute koennen das oft nicht nachvollziehen, dass ich nicht das Beduerfnis habe ihn zu treffen, aber es ist eben so.

Ich denke dass muss jeder selbst entscheiden.

C+hancTeT0Z0x7


Wofür ist es wichtig?

Auf diese Frage kann es keine allgemeingültige Antwort geben. Jedem ist etwas anderes wichtig. Manchen ist es auch gar nicht wichtig.

Wenn Dir nichts fehlt, ist das vollkommen in Ordnung. Aber irgendwo scheint es Dich ja schon zu beschäftigen, wie der Faden hier zeigt. ;-)

CLhancGe0I07


Ach so. Mich hat es übrigens auch lange nicht interessiert (dachte ich). Erst mit Mitte 30 wurde der Wunsch so dringlich, ausgelöst u.a. auch durch das Gründen der eigenen Familie, dass ich mich auf die Suche gemacht habe. Nach leiblichem Vater und leiblicher Mutter. So ganz ohne Wurzeln hat mir etwas Essentielles gefehlt.

c_ro[ssxie


Danke SkinnyLove87 und Chance007

Mir macht das nichts aus, bzw es hat mich noch nie sonderlich beschaeftigt.

dann bin ich ja damit zumindest schon mal nicht allein :-D

Mit 18 habe ich einmal mit meinem Vater telefoniert und er war mir nicht besonders sympathisch.

dann liegt es vielleicht auch daran das dir das Bedürfnis fehlt ihn mal zu sehen?


Auf diese Frage kann es keine allgemeingültige Antwort geben.

zumindest gibt es Studien die belegen wie wichtig die Mutternähe in der ersten Zeit für die Entwicklung ist, dass dann fürs Leben doch etwas fehlt wenn diese Bindung gestört ist.

Eine allgemeingültige Antwort sicher nicht, aber warum haben manche einen inneren Drang die Lücke zu schließen und andere (ich) nicht?

Ich glaube auch eigentlich nicht das es stimmt was er sagt, liegt vielleicht auch daran.

Wenn Dir nichts fehlt, ist das vollkommen in Ordnung. Aber irgendwo scheint es Dich ja schon zu beschäftigen, wie der Faden hier zeigt. ;-)

aber nicht die Suche, mich beschäftigt eher das menschliche Verhalten. Der Zeitpunkt den mein "Vater" gewählt hat um es mir mitzuteilen. Und wenn es so wäre warum meine Mutter es dann nicht irgendwann erzählt hat? Man meint immer die Menschen aus seinem nächsten Umfeld zu kennen und dann fliegen einem irgendwann doch solche Klöpse um die Ohren. Als Frau die sich sexuell austobt wenn der Ehemann im Krankenhaus liegt, so würde ich meine Mutter nie einschätzen, sie war bei so etwas eher sehr konservativ eingestellt. Ich kann es mir nicht vorstellen.

dass ich mich auf die Suche gemacht habe. Nach leiblichem Vater und leiblicher Mutter. So ganz ohne Wurzeln hat mir etwas Essentielles gefehlt.

Was genau hat dir gefehlt? Genau das möchte ich wissen (spannend!) :-D

c5ros?sie


Chance007

wie ist denn die Suche verlaufen, hast du sie gefunden und geht es dir jetzt besser?

CFhanc{e007


Was genau hat dir gefehlt? Genau das möchte ich wissen (spannend!)

Das lässt sich nicht in ein paar Sätzen beantworten, da es die Summe vieler Dinge war und teilweise noch ist. Ich möchte hier jedoch nicht mein Innerstes auf den Seziertisch legen, da ich wie gesagt nicht finde, dass sich das verallgemeinern oder übertragen lässt. Frag 20 Leute und Du wirst 20 Antworten bekommen. Außerdem ist mir all dies viel zu privat, als dass ich es zur reinen Neugierbefriedigung ausbreiten würde. Sorry. @:)

Ist doch auch gar nicht wichtig. Viel wichtiger ist, wie Du Dich fühlst und wie Du einen Umgang damit findest. Wenn es kein Problem für Dich ist und das Bedürfnis nach Antworten nicht aufkommt, dann finde ich das absolut okay.

A5luex!andrdaT


Ich bin adoptiert und kenne meine leiblichen Eltern nicht. Ist ok so... sie haben mich zwar geboren... aber geliebt haben mich andere und dies sind meine Eltern. Die anderen möchte ich nicht kennen lernen... mir fehlen sie nicht.

PiowerUPuxffi


Also ich kenne meinen Vater und er ist mir einer der liebsten Menschen auf dieser Erde. Ich vertraue ihm bedingungslos und weiß, dass er mir nie schaden oder etwas schlechtes tun würde.

Mein Vater hat mit mir als Kind unheimlich viel unternommen. Wir haben Radtouren gemacht, sind häufig spazieren gegangen usw. Während dieser Ausflüge hat er mir unheimlich viel beigebracht. Name von Bäumen und Büschen, was LKW heißt und noch vieles mehr.

Abends hat er mir gerne vorgelesen und wir waren immer zusammen in der Bibliothek. Noch heute frage ich meinen Vater als erstes, wenn ich eine andere Meinung brauche. Noch heute frage ich mich bei schwierigen Situationen, was mein Vater wohl tun würde.

Auf meine Mutter kann ich hingegen bestens verzichten^^

Ich beneide die Kinder, die zwei aufmerksame und liebevolle Elternteile hatten. Muss bestimmt eine tolle Kindheit gewesen sein.

Lqive(rpxool


Ich kenne meinen Vater, hänge auch sehr an ihm und er ist immer für mich da.

Und er würde auch mein Vater bleiben, wenn sich jetzt rausstellen würde, dass er mich nicht gezeugt hat da gibt es allerdings keine Zweifel, Gene kann man halt doch nicht leugnen..... Ob ich dann das verlangen hätte, nach dem Fremden zu suchen, der mich gezeugt hat, weiß ich nicht. Ich glaube nicht.

Lfuise0x8


Also es ist für mich schon sehr aufschlussreich, meinen Vater zu kennen, denn mit ihm bin ich Seelenverwandt, er ist wie ich (meine Mutter ist ganz anders). Er gibt mir Aufschluss darüber, wie ich bin und warum ich auf welche Männer stehe. Ich sehe ihm ähnlich (in weiblicher Form) und das gefällt mir, denn er sieht toll aus.

Es ist schon sehr aufschlussreich, seine leiblichen Eltern zu kennen, wenn man etwas über sich erfahren will, aber unbedingt NÖTIG ist es meines Erachtens nicht...man kann sicherlich auch glücklich und mit sich im Reinen sein, wenn man seine leiblichen Eltern nicht kennt.

curkossixe


Chance007

Ich möchte hier jedoch nicht mein Innerstes auf den Seziertisch legen

jeder so wie er mag und kann @:)

da ich wie gesagt nicht finde, dass sich das verallgemeinern oder übertragen lässt. Frag 20 Leute und Du wirst 20 Antworten bekommen.

ist es dir noch nie passiert das du nach unterschiedlichen Antworten anders über ein Thema gedacht hast?

Der Grund für den Faden sind genau die unterschiedlichen Antworten um rauszufinden ob ich es nur verdränge obwohl es wichtige Gründe gäbe auf die Suche zu gehen.

Außerdem ist mir all dies viel zu privat, als dass ich es zur reinen Neugierbefriedigung ausbreiten würde.

ich schrieb "spannend" weil mich genau das beschäftigt, neugierig bin ich nicht.

AlexandraT

Ich bin adoptiert und kenne meine leiblichen Eltern nicht. Ist ok so... sie haben mich zwar geboren... aber geliebt haben mich andere und dies sind meine Eltern. Die anderen möchte ich nicht kennen lernen... mir fehlen sie nicht.

wenn man das mit "Liebe" so klar abgrenzen kann, kann ich gut verstehen das dir da nichts fehlt.

PowerPuffi

Noch heute frage ich mich bei schwierigen Situationen, was mein Vater wohl tun würde.

soweit bin ich Gott sei Dank noch nicht was meinen Stiefvater angeht, er ist noch bei mir. Ist sehr schön und vom Herzen wie und was du über deinen Vater schreibst @:)

Liverpool

Ob ich dann das verlangen hätte, nach dem Fremden zu suchen, der mich gezeugt hat, weiß ich nicht. Ich glaube nicht.

Hätte ich jetzt Namen und Adresse wäre ich vermutlich doch mal interessiert wie er, der es angeblich sein soll aussieht.

Danke für eure Gedanken @:)

L4einiKrxueger


Ja, ich kenne meinen Vater, zum Glück. Auch wenn er vermutlich nicht der weltbeste Vater ist (aber den gibt's ja eh nur ein Mal) und wir vor allem, als ich so richtig in der Pubertät war, öfters Krach hatten, ist er für mich, auch abgesehen von der Tatsache, dass er mein Vater ist, ein sehr sympathischer und liebevoller Mensch, der meinen vollsten Respekt verdient hat.

Ich hatte allerdings nicht wirklich die Gelegenheit meine Mutter kennen zu lernen. Nicht nur in ihrer Rolle als Mutter, sondern als Person, eben so wie man im Idealfall seine Eltern kennen lernt, wenn die "Meine Eltern sind die furchtbarsten Eltern der Welt"-Phase der Pubertät vorbei ist. In meiner Erinnerung habe ich eben nur dieses verklärte Bild einer perfekten, unfehlbaren Mutter der Kindheit. Leider habe ich nicht mehr die Möglichkeit dazu dieses Bild wirklich gerade zu rücken und sie als Mensch kennen zu lernen.

Ich habe auch schon erfahren, dass nicht alle Menschen dieses Bedürfnis haben. Mein Freund ist auch ohne Mutter aufgewachsen, allerdings weil sie die Familie verlassen hat und nach England gegangen ist. Es hat lange gedauert für mich zu akzeptieren, dass er einfach keinen Kontakt zu ihr möchte, obwohl er doch noch die Gelegenheit dazu hätte. Vermutlich liegt es auch an der unterschiedlichen Hintergrundgeschichte, allerdings auch daran, dass wie hier schon geschrieben wurde, die Menschen sehr verschieden sind.

Zu deiner Situation denke ich, dass wenn du überhaupt erst darauf kommst dich zu fragen warum es wichtig sein könnte, es in irgendeiner Weise auch wichtig für dich ist. Nur so mein Gedanke dazu. Ob es wirklich so ist, kannst natürlich nur du selbst wissen.

CThanjce0x07


ich schrieb "spannend" weil mich genau das beschäftigt, neugierig bin ich nicht.

Entschuldige bitte, das war nicht auf Dich persönlich gemünzt. Da habe ich mich unfair ausgedrückt. @:)

Der Grund für den Faden sind genau die unterschiedlichen Antworten um rauszufinden ob ich es nur verdränge obwohl es wichtige Gründe gäbe auf die Suche zu gehen.

Dann hoffe ich, dass Du Deine ganz persönliche Antwort darauf findest. :)*

TDinaktinxe


Ein einfacher Tipp, den hier soweit ich verstehe noch niemand gegeben hat: Warum machst du mit deinem Vater, der alles abstreitet keinen Vaterschaftstest? Dann hast du Sicherheit, dass er es nicht ist. Manche Väter behaupten viel wenn der Tag lang ist. Meiner ist auch so einer. Hat per Briefverkehr behauptet es ist gar nicht bewiesen dass er der Vater ist. Leider ist er das zu 99, 9 % aber schon. Auch wenn er nicht möchte.

Erst einmal kannst du stolz und glücklich sein, dass es jemanden in deinem Leben gab, der die Vaterrolle ersetzt hat.

Ich kann jetzt mal etwas von mir berichten. Mein Vater trennte sich von meiner Mutter als ich um die 2 oder 3 Jahre war und hat sich dann nie wieder blicken lassen. Der einzige Kontaktversuche waren Briefe vom Anwalt, in denen er mir den mir zustehenden Unterhaltsbetrag verwehren wollte. Kein liebes Wort, keine Karte an Weihnachten. Nichts. Ich bin komplett ohne Vater aufgewachsen und ich kann dir gern sagen, was es aus mir gemacht hat: Eine höchst unsichere Frau gegenüber Männern. Mir fehlen wesentliche Dinge, die ich nie wieder aufholen werde oder aufholen kann. Mit nur einem Elternteil aufzuwachsen ist ein definitiver Verlust.

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