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Psychisch krank - Abschied vom Kinderwunsch...

F7rau Er{dmänSnchexn hat die Diskussion gestartet


Hallo,

wie kommt ihr damit klar, dass ihr wegen psychischer Erkrankung keine Kinder bekommen werdet? Also ich meine jetzt, dass man sich ganz bewusst entschieden hat, keine Kinder zu bekommen, eben wegen der Erkrankung. Wenn aber doch irgendwo der Wunsch nach Kindern da ist, man aber weiß, es ist für alle besser so....

Ich hatte lange die Hoffnung, dass es mir mal besser gehen wird, aber irgendwie habe ich die Befürchtung, dass das niemals so sein wird und daher versuche ich mich vom Kinderwunsch zu verabschieden...

Geht es hier irgendjemandem ähnlich?

Antworten
K*obopldmakix2


ja, das kenne ich

F]rau UErdmäxnnchen


Magst du erzählen? Wie schaffst du das?

Jruley


Also ich wollte eh noch nie Kinder haben, deshalb fiel es mir nicht besonders schwer. Aber ich kann dich auch verstehen :°_ :)*

Y6akato)oto


Hallo,

Du klingst so traurig. Lass Dich mal :)_

Psychische Erkrankungen können ausheilen. Es kommt immer auf die Art der Erkrankung an. Neurose, Schizophrenie etc. Welche Diagnose wurde denn bei Dir gestellt?

Wer es schafft ganz verantwortungsvoll mit seiner Erkrankung umzugehen und eine Behandlung zu machen kann, in manchen Fällen, durchaus Kinder haben. Dies ist dann auch eine Frage des sozialen Umfeldes, denn psychisch Erkrankung bedeutet sehr oft weniger belastbar zu sein. Sprich wieviel Oma / Tante und sonstige Unterstützung ist vorhanden. Je größer das soziale Netz je besser. Leider ist dies oft auch der Knackpunkt bei psychischer Erkrankung, vielen fehlt eben dieses soziale Netz.

Dann ist es auch eine Frage wie alt Du bist. Mit 20 psychisch krank zu werden lässt natürlich mehr Chancen offen, als mit 40. Die Emazipation der Frau hinkt auf dem biologischen Sektor einfach noch hinterher. ]:D

Wenn Du an einer Erkrankung leiden würdest, die einen Realitätsverlust zur Folge hätte, würdes Du vermutlich nicht einsehen, die Verantwortung für ein Kind (derzeit) nicht tragen zu können. Das spricht für mich eindeutig gegen Deine aufgestellte These, kein Kind erziehen zu können. Ich vermute vielmehr eine Neurose mit dem niedergedrückten Selbstwertgefühl und den Gefühlen unfähig zu sein. Wenn ich hier richtig liegen sollte würde ich Dir empfehlen Dich in Behandlung zu begeben und Dein Leben anzugehen. Depressionen und Angsterkrankungen heilen in den allermeißten Fällen aus und stehen in KEINEM Fall einer Mutterschaft entgegen.

Das Ziel den Kinderwunsch zu verwirklichen könnte für Dich auch ein starker Antrieb sein die Krankheit in den Griff zu bekommen. Hierfür wünsche ich Dir alles Gute.

Für alle Zweifler; Es gibt Studien die belegen dass 120% der Bevölkerung an psychischen Störungen/Erkrankungen leiden. Für alle die, bei denen die Diagnose gestellt wurde. Macht Euch keinen Kopf ihr seit normaler als ihr denkt. :)^ :)^

GqrvauamsFel


Eine meiner Freundinnen, sehr kinderlieb, bekam eines Tages die Diagnose "Schizophrenie" und den dringenden Rat, keine Kinder zu bekommen. Weil sie ohnehin in psychiatrischer Behandlung war, besprach sie sich auch mit dem Psychiater über das Thema. Der Arzt fragte sie, ob sie nebst dem Kinderwunsch einen zweiten Lebenswunsch hätte, worauf meine Freundin lange rumstudierte und schliesslich sagte, dass sie für's Leben gerne Bratsche gespielt hätte, vom Elternhaus aus jedoch Klavier lernen musste. -JETZT lernen sie Bratsche spielen, sagte der Arzt, DEN Lebenswunsch dürfen sie sich erfüllen.

Im Alter von 34 Jahren begann sie Bratsche zu lernen - und etwa 5 Jahre später spielte sie in einem Quartett. Sie übte fast Tag und Nacht. Sie hat ihren starken Kinderwunsch auf die Weise sublimieren können. Bald wird sie 70 und spielt noch immer mit Hingabe Bratsche.

Kjob_ol'd5makxi2


wie ich das schaffe? Eigentlich gar nicht. Der Instinkt ist hal sehr stark und da es ein natürlicher Instinkt ist, werde ich da auch wenig gegen machen können.

Ich versuche mich abzulenken und dem Thema aus dem Weg zu gehen.

J^uley


Was für eine schöne Geschichte Grauamsel! @:)

Ach ja, ich kenne durchaus Frauen, die mit psychischer Erkrankung Kinder bekommen haben und es tat ihnen sogar sehr gut! Aber ich weiß ja nicht, welche Diagnose du hast und so...

G$rau5am=sel


@ Yakatooto

120% der Bevölkerung

??

Das spricht für mich eindeutig gegen Deine aufgestellte These, kein Kind erziehen zu können.

Das schreibt sie hier gar nicht!

Ich vermute vielmehr eine Neurose mit dem niedergedrückten Selbstwertgefühl und den Gefühlen unfähig zu sein

Wir haben hier nichts zu vermuten - wir befinden uns in einem Laienforum.

FQr-au Er)dmän!nchxen


Wo soll ich anfangen? Depressionen (zur Zeit geht es mir wieder schlechter, das scheint immer im Winter so zu sein), Zwangserkrankung, emotional-instabil, starke Ängste... Ich gehe langsam auf die 40 zu, daher muss ich mich mit dem Gedanken anfreunden. In Behandlung bin ich seit 10 Jahren. Habe einige Kliniken hinter mir, medizinisch-berufliche Reha, jahrelange ambulante Therapie. Momentan bin ich erwerbsunfähig. Medikamente nehme ich auch.

Leider hat sich das ganze in den letzten Jahren und durch die Behandlungen nicht gebessert, eher im Gegenteil. Ein großes Problem ist halt auch, überhaupt eine Beziehung zu führen. Die letzten waren für beide Seiten ziemlich ungesund und es ging mir garnicht gut damit :°( Und zur Zeit ist es so, dass ich niemanden an mich ran lassen kann. Ich kann auch niemanden in meine Wohnung lassen, dass lassen meine Zwänge nicht zu. Bzw. wenn ich es doch tue, bin ich erstmal Ewigkeiten beschäftigt, wieder "meine Sauberkeit" zu bekommen. Das ist so anstrengend, dass ich es mittlerweile vermeide, Besuch zu bekommen. Im Moment habe ich auch wieder Probleme, meinen Tag zu bewältigen. Ich habe ja eigentlich Zeit, aber doch stehe ich immer unter Druck und fühle mich gehetzt.

Ich habe mir immer Kinder gewünscht. Aber so wie es jetzt ist, unmöglich und das ist mir auch klar. Es war lange mein Antrieb, für diesen Wunsch zu kämpfen, aber mittlerweile habe ich eingesehen, dass ich nicht mehr gesund werde. Und ich kann auch langsam nicht mehr.

Ich habe keinen anderen Lebenstraum, leider. Ich frage mich sowieso viel zu oft, warum ich lebe, welchen Sinn das hat. Leider finde ich keine Antwort darauf. Ich habe halt lange gedacht, eine eigene Familie, das ist das Ziel...

Ich versuche mich abzulenken und dem Thema aus dem Weg zu gehen.

Das versuche ich auch, allerdings kommen im Freundes- und Bekanntenkreis überall Kinder.. Und auch sonst wird man oft daran erinnert... Also ich zumindest..

H5ap"py Banxana


Ich bin auch psychisch krank. Wünsche mir schon mein ganzes Leben lang eigene Kinder. Aber da ist auch die Angst das die Kinder auch krank werden. Bin aber erst 26. Von daher habe ich noch Zeit. Aber mit meiner gigantischen Masse an psychischen Erkrankungen wird s verdammt schwer. :-p

TGhis% Twi[light %Gardxen


Ich frage mich sowieso viel zu oft, warum ich lebe, welchen Sinn das hat. Leider finde ich keine Antwort darauf. Ich habe halt lange gedacht, eine eigene Familie, das ist das Ziel...

ich glaube ja, der ganz profane Sinn des Lebens besteht darin, es zu leben. Und damit zurecht zu kommen... unter den Umständen, die nun mal gegeben sind (reich, arm, gesund, krank etc.)

Eine Familie sollte kein Ziel sein, genauso wie beruflicher Erfolg. Klar kann man es als Etappe sehen, aber wenn das dann zusammenbricht/nicht funktioniert, dann bricht alles in einem zusammen.

Man sollte reifen, sich weiterentwickeln, seine resourcen entdecken... dann ist man bestimmt 80 wenn man das geschafft hat :)z

Y+akat`ooto


@ Frau Erdmännchen

:°_ Ich bewundere Deine Stärke bei Deiner Erkrankung noch so zielgerichtet und verantwortungsbewußt mit dem Thema eigenes Kind umzugehen. Es ist ganz sicher traurig und schmerzhaft dieser bitteren Erkenntnis ins Gesicht zu sehen. Dies trotzdem zu tun zeugt von Respekt und Achtung dem Kind gegenüber, ich glaube Du bist eine wirklich gute Mutter. Du bist es, indem Du selbst erkennst es nicht sein zu können. :)*

Freunde von mir können keine Kinder bekommen, hier stehen körperliche Ursachen dem Kinderwunsch entgegen. Sie helfen einer anderen Familie bei der Kinderbetreuung und sind so "Ersatzgroßeltern". Einen wirklichen Unterschied merken die Kinder nicht. Sie lieben die Beiden und die Zwei lieben die Kinder ebenso. Es ist gut so wie es ist. Es gibt viele Familien die dankbar sind für ein bisschen Unterstützung und viele Kinder die sich einen Menschen wünschen der Zeit für sie hat.

Einen Lebenstraum zu haben ist ein bisschen so wie eine Reise zu planen. Du wünscht Dir ein Reiseziel wie Ägypten, liest die Reiseführer, freust sich auf die Pyramiden, lernst vielleicht etwas von der Sprache, stellst Dir vor, wie schön alles ist und wie glücklich Du sein wirst, wenn Du erst dort bist. Dann kaufst Du Dir ein Ticket und steigst in den Flieger.

Aber nach der Landung musst Du feststellen dass der Flieger nicht in Ägypten gelandet ist. Du stehst mit Deinem Gepäck in Holland. Nach dem ersten Schrecken und der ersten Wut beginnst Du Dich umzusehen. Es ist nicht das was Du sehen und erleben wolltest. Holland hat keine Pyramiden, aber es gibt Windmühlen, Tulpen und Grachten, die dazu einladen sie zu entdecken. Ich könnte mir vorstellen, dass Du Dich in einer ähnlichen Situation befindest wie die beschriebene. Ich wünsche Dir sehr, dass Du Deine Entscheidung betrauern kannst um dann den Kopf freizukriegen nach Alternativen zu suchen. Kein leibliches Kind bekommen zu können muss nicht bedeuten kein "eigenes" Kind zu haben das man lieben und dem man sich zugehörig fühlen kann.

Hier gibt es, glaube ich, Möglichkeiten die Du noch garnicht bedacht hat.

Alles Liebe :)* :)- :)*

T_his oTwil]ight GDardexn


@ Yakatooto:

das ist eine sehr schöne Metapher die du da geschrieben hast :)^

F~rauO Erdmsängnchxen


Ich bin auch psychisch krank. Wünsche mir schon mein ganzes Leben lang eigene Kinder. Aber da ist auch die Angst das die Kinder auch krank werden.

Bei mir ist es noch nichtmal die Angst, dass das Kind auch krank werden könnte. Aber klar, die Gefahr ist natürlich da, vor allem wenn die Mutter sich falsch verhält. Ich habe mehr die Angst, dass ich mit der Verantwortung überfordert wäre. Ein Kind ist halt ein 24 Std. Job, da kann ich nicht einfach mal durchhängen. Obwohl ich glaube, ich würde alles für dieses Kind tun, damit es ihm gut geht. Aber das ist ja auch wiederum nicht immer gut.

ich glaube ja, der ganz profane Sinn des Lebens besteht darin, es zu leben. Und damit zurecht zu kommen... unter den Umständen, die nun mal gegeben sind (reich, arm, gesund, krank etc.)

Eine Familie sollte kein Ziel sein, genauso wie beruflicher Erfolg. Klar kann man es als Etappe sehen, aber wenn das dann zusammenbricht/nicht funktioniert, dann bricht alles in einem zusammen.

Da hast du natürlich Recht. Und vor allem sollte man erstmal für sich selbst leben und nicht für andere. In Beziehungen ganz wichtig, aber ich denke auch als Mutter sollte man sein eigenes Leben nicht aus den Augen verlieren. Irgendwann sind die Kinder groß, ziehen aus....

Yakatooto, das hast du wirklich schön geschrieben.

Was du erzählst mit den "Ersatzgroßeltern", das ist schön. Aber leider bin ich nicht soweit, dass ich unbeschwert mit den Kindern von meinen Freunden umgehen kann. Momentan vermeide ich den Kontakt, da es mir zu sehr weh tut.

Ich tue mich so schwer, etwas zu finden, wofür ich lebe. Die Frage stelle ich mir seit Jahren jeden Tag. Ich möchte nicht in 10 Jahren noch immer so leben wie jetzt :°( Und vor allem so allein. Ich wünsche mir einerseits eine Beziehung, andererseits weiß ich, dass ich es nicht aushalte oder nur aushalte, wenn ich mir dabei schade... Zumindest sind das meine Erfahrungen aus der Vergangenheit.

Ich glaube, wenn ich eine gut funktionierende Beziehung führen könnte, dann würde ich es vielleicht anders sehen. Wenn ich weiß, da ist noch jemand, der mit mir zusammen die Verantwortung für das Kind trägt...

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