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Suizidversuch der besten Freundin, weiß nicht mehr weiter..

C#hr$omosaom19 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr lieben!

Ich bin grad am Boden zerstört und weiß nicht mehr weiter.

Also meine beste Freundin und ich kennen uns seit 10 Jahren. Im letzten halben Jahr hatte sie viele Schwierigkeiten unter anderem Missbrauchserfahrungen in der Beziehung, Probleme im Job und es kam einfach alles zusammen. Sie lies sich psychologisch behandeln und hab sie auch unterstützt da ich auch in diesem Fachbereich gerade eine Ausbildung mache. Sie erzähle mir dass ie in den letzten 3 Wochen schon 2x versucht hat sich das Leben zu nehmen, ihr ginge es aber mit der neuen Medikation besser, da sie aber die Diagnose "Borderline Persönlichkeitsstörung" bekam, hätte sie nun ab 15.12. einen stationären Aufenthalt in der Psychiatrie geplant. Da ich dort gearbeitet habe, habe ihr erzählt was es für Angebote gibt etc. Sie schien ganz angetan von dem und war froh wenn sie dann Hilfe bekommen würde.

Jedenfalls wollten wir uns gestern in der Disco treffen. Sie würde erst später kommen, da sie noch auf der Geburtstagsfeier von ihrem Cousin war. Sie schrieb mir dann gegen 22:00 Uhr das sie schon ziemlich betrunken sei und sich jetzt zurückhalten würde, da sie an dem Tag schon ihre Antidepressiva und ihre Benzos genommen habe. Die Kombi allein ist ja schon toll, aber naja. Is halt so.

Ich traf dann ihren Cousin eine Stunde später, er meinte sie sei noch in dem anderen Lokal aber sie käme bald und sie sei nicht so schlimm betrunken wie sie sagte.

Ich rief sie dann mehrmals an, sie hebte nicht ab. Dann wollte ich in das andere Lokal fahren, dass nur ca. 10 Minuten entfernt ist. Als ich zum Auto gehen wollte, traf ich auf einen Freund der meinte er habe gerade herumgemacht mit ihr und dass habe ihr Ex Freund gesehen und ihm darauf eine ins Gesicht verpasst. Da dachte ich schon "Na toll, das kann ja noch was werden".

Ich wollte dann zu ihr, sie war aber nicht da. Ein Freund der in diesem Lokal war meinte sie sei auf dem Weg zu mir. Also wir haben uns wohl grad verpasst. Wieder zurück zum Ursprungslokal sah ich schon die Rettung vorn stehen mit Blaulicht. Ich war total verwundert und dachte es handelte sich um eine Schlägerei.

Ich sah nur ihren Cousin in den Rettungswagen einsteigen und davon fahren. Ich fragte die anderen was passiert sei und die meinten sie hätte sich in die Toilette eingesperrt, eine handvoll Benzos und Antidepressiva geschluckt. Ihr Cousin hat das dann doch mitbekommen und sofort die Rettung verständigt.

Ich war total schockiert und rief ihn an. Sie sei ansprechbar, er spreche gerade mit der Polizei und er weiß nicht was danach geschieht, sie bleibt zumindest 1 Nacht im Krankenhaus und dann wird sie wsh. direkt in die Psychiatrie eingewiesen.

Ich weiß nicht mehr weiter, da war ich 5 Minuten weg und dann passiert sowas!

Ich glaube ich hätte dass verhindern können, wenn ich mit ihr geredet hätte.

Im Studium lernen wir doch, einen Menschen der sich wirklich umbringen will, kann man nicht aufhalten. Ich bin im Moment sehr unruhig, will nicht alleine sein und bin ganz durcheinander.

Die Krönung ist noch, das mein bester Freund total böse auf mich ist, dass ich mich heute nicht mit ihm treffen, weil ich bei ihr sein möchte. Das ist auch noch ein Witz. ":/ Ich habe das Gefühl ich bin die einzige im Freundeskreis die sich Sorgen macht, alle anderen haben gestern einfach weiter gefeiert als ob nichts passiert wäre. >:(

Habt ihr Erfahrungen?

Ratschläge?

Ich weiß nicht was ich tun soll. Ich bin fertig. :|N ":/ :-|

Antworten
dVev(ilin3dixsguise


Im Studium lernen wir doch, einen Menschen der sich wirklich umbringen will, kann man nicht aufhalten.

Das stimmt ja auch. Wenn sie wirklich sterben will, dann wird sie es wieder versuchen - bis sie "Erfolg" hat.

Es tut mir sehr leid für dich. Du machst dir (zu Recht) große Sorgen und stellst nun auch noch fest, daß euer Freundeskreis sich erschreckend gleichgültig verhält. Ich finde es auch richtig und gut von dir, daß du nun besonders für deine Freundin da sein willst.

Trotzdem: Sie trifft weiterhin ihre eigenen Entscheidungen. Mehr als "dasein" (und im Notfall den Notarzt oder Rettungsdienst verständigen) kannst du nicht tun. Wenn sie sich irgendwann tatsächlich umbringen sollte, dann ist das nicht deine Schuld, sondern ihre Entscheidung aufgrund sehr, sehr tragischer Umstände; die du zu lindern versuchst, die du aber beim besten Willen nicht aufheben kannst.

M)ajJa-CJarlxotta


Es tut mir leid, was du gerade durchmachen musst. :°_

Und wie ihr schon erwähnt habt, wenn sie nicht mehr Leben möchte, kann ihr niemand helfen. Habe das alles bei meinem Bruder erlebt. Wir waren alle für ihn da, es wurde schlimmer und er kam in die Psychiatrie. Hatte mehrfach versucht, sich das Leben zu nehmen. Irgendwann hatte er es dann "geschafft" und seinen Frieden gefunden. Wir alle leiden darunter und fragen uns noch heute, ob wir es irgendwie hätten verhindern können. Alle meinten, nein, wenn jemand nicht mehr kann und möchte, hilft alle Hilfsbereitschaft nichts mehr.

Es ist gut, dass deine Freundin in die Psychiatrie eingewiesen wird. Vielleicht hatte sie die falsche Medikation und wird neu eingestellt. Sei für sie da, so oft du kannst und sie es möchte. Höre ihr zu, wenn sie Probleme hat. Mehr kannst du nicht machen. Ich wünsche dir viel Kraft und ihr, dass sie wieder Lebensfreude finden kann.

F2raun Erdm7ännchxen


Hm, vielleicht war es eher so ein Hilfeschrei?

Ich meine, weil sie die Tabletten an einem öffentlichen Ort genommen hat, war doch eigentlich klar, dass man sie bald findet?

Ich habe leider auch schon Suizide im Bekanntenkreis mitbekommen, die geschahen meistens zu Hause und so, dass man nicht rechtzeitig gefunden wurde...

Entschuldige, wenn das jetzt unangebracht war, aber das war mein erster Gedanke.

Und dass dein bester Freund nun böse auf dich ist, kann ich nicht verstehen. Lass dich davon bloß nicht unter Druck setzen.

Und vor allem, gib dir nicht die Schuld. Du kannst ihr Hilfe anbieten, für sie da sein. Aber aufhalten kannst du sie leider nicht. Wie schon geschrieben wurde, wenn jemand wirklich nicht mehr leben will, dann findet er auch einen Weg :-(

P*seiTdoxn


Hi.

Es gibt zwei Dinge die ich dir aus eigener Erfahrung nahe legen möchte.

Meine beste Freundin hat es erst versucht und einige Jahre später dann auch erfolgreich geschafft.

Nr.1: Du hast keine Schuld. Letztlich, wenn sie unbedingt will und so fertig mit der Welt ist und die psychische Krankheit zu stark ist, wird sie irgendwann verlieren. Daran kann nichts und niemand etwas ändern. Es gibt keine Garantie das ihr zu helfen ist. Ihr die ihr ihre nahen ANgehörigen seid, könnt allerdings einiges tun und versuchen und das solltet ihr auch tun. Habt ihr das alles getan und sie geht trotzdem, habt ihr euch nichts zu schulden kommen lassen. Noch lebt sie allerdings, d.h. es gibt Hoffnung. Leben= Hoffnung. Immer schon. Daher rate ich dir einige Dinge bzw. sage dir, wo du dich noch mehr informieren kannst.

Nr.2:

Sprich selbst mit einem Krisendienst bzw. Beratungsstelle, notfalls Telefonseelsorge.

Sprich mit IHR. Sage ihr, ohne Vorwürfe, dass du dir Sorgen um sie machst und sie keinesfalls aufgeben dürfe. Frage sie, was geschehen ist, sichere ihr deine uneingeschränkte!! Loyalität zu.

Erinnere sie daran, dass viele Probleme aus heutiger Sicht in wenigen Wochen schon anders aussehen. Sage ihr, dass es gute Therapeuten für schwerwiegende Probleme gibt und du ihr hilfst, danach zu suchen. Sei für sie da, erinnere sie auch an gute Zeiten, lache mit ihr.

Wenn, was ich zwar nicht glaube aber wenn sie möchte, biete ihr an, mit mir zu schreiben. Ich kann nicht zaubern aber bin ein "objektives" Gegenstück was die Sicht der Angehörigen kennt und ihr Fragen beantworten kann, die sie sich sicher stellt. Wie das Leben weiter gehen würde ohne sie etc. Schick mir dann für den Fall eine PM.

Das Leben ist das kostbarste was wir haben und es ist traurig um jeden der den Kampf verliert.

Was immer ihr Grund ist, was ihr angetan wurde- es gibt Hilfsmöglichkeiten und in vielen Fällen sogar Heilung. Das muss ihr bewusst sein.

Man sollte niemals gehen nachdem man nicht alle Informationen hat und alle Wege probiert hat. Dazu ist das Leben einfach zu toll- egal wie scheisse es sein kann.

und ich weiß wovon ich rede.

Pass auch gut auf dich auf. Suche dir auch für dich Hilfe.

und die Freunde....spontan würde ich sagen, die kann man vergessen.

Vielleicht aber sind sie auch überfordert, zu jung etc.

Ich würde das nicht jetzt entscheiden.

Nur sage es ihr nicht, sie würde es 100% tig verstehen als "es stört keinen wenn ich tot bin".

Alles gute euch @:)

J?afn7x4


Erfahrung mit Borderlinern, deren Leidensdruck offenbar so hoch ist, habe ich ein wenig, daher schreib ich mal..

Also Du musst Dir da garantiert keine Vorwürfe machen. Die Krankheit kann in solchen Phasen so böse und bedrückend werden dass man da als Aussenstehender sicherlich machtlos ist, und ihr geht es offenbar wirklich sehr, sehr schlecht zur Zeit. Was soll man da raten? Sie sollte sofort und für längere Zeit stationär behandelt werden.

Wenn Du all das mitmachst, all die emotionalen aufs und abs und Krisen, und Dich irgendwie verantwortlich fühlst und ständig für sie da sein und sie retten willst, wirst Du allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit selber mit in den Strudel gezogen. Das klingt immer so hart, aber ist halt leider so. Die Krankheit kann nicht nur den Betroffenen beschädigen sondern auch mitfühlende Angehörige. Kein normaler Mensch hält das auf Dauer unbeschädigt aus, wenn es so ein Ausmaß angenommen hat.

Lass sie ein Stück weit los, hör auf Verantwortung zu übernehmen.. Du kannst gegen die Borderline-Krankheit eh wenig ausrichten. Akzeptiere, dass Du wenig tun kannst, und übergib sie lieber in professionelle Hände.

Wichtig finde ich (klingt das nun doof?) auch die Eigenverantwortung des Kranken. Sie kann erkennen, dass sie nicht nur sich, sondern auch Dich mit ihrer Krankheit runterzieht, und allein das sollte Anlaß für Verantwortungsübernahme und Therapie sein. Aber das will sie ja auch.

Schwieriges, schwieriges Thema..

VWisB Anximi


Borderliner nehmen schnell mal das "aus" in Kauf um eine Sache beenden zu wollen...ohne zu wissen ob sie es wirklich wollen. Es ist nur so, dass dieser weh tuende Zustand vorbei sein soll...wie auch immer. Manche schlitzen sich...und dann denken die Leute sie wollten sich das Leben nehmen, das ist aber nicht so, denn das schlitzen ist eine Erleichterung bei vielen um den Druck von der Seele loszuwerden. Die "inneren" schmerzen.

Was aber gaz wichtig ist - du!!! Bist !!!!nicht!!! Verantwortlich für irgendetwas was sie tut! Du kannst es auch nicht verhindern. Selbet wenn du sie begleitest jede sekunde, geht sie einmal zur toilette und schon kann sie es tun!

Du kannst nur etwas anderes machen, du kannst ihr sagen das du für sie da bist! Ihr ein ohr zu geben wenn sie reden mag...jedoch solltest du auch ganz klar sagen das du mit der suizid geschichte überfordert bist und da nichts mit zu tun haben willst. (Das ist ganz wichtig - borderliner brauchen grenzen!

AnpfexlkucHhen007


Ich denke, so schwer es einem auch fallen mag, du kannst da nicht viel machen. Wenn jemand sterben will und nicht mehr leben will, dann ist das eine Entscheidung, welche die Person selbst getroffen hat. Ich denke, manche Menschen haben schlimme ( oder viele schlimme) Dinge erlebt und sie können einfach nicht mehr. Irgendwann wissen sie auch nicht wofür sie leben sollen. Du kannst da als Außenstehende nicht viel machen außer der Person sagen, dass du sie gern hast und sie dir nicht egal ist. Natürlich können Probleme weggeschaffen werden, aber manche bleiben und es gibt Menschen, die mit diesen nicht leben wollen/können.

Ich habe das auch im Bekannten-/Verwandtenkreis ähnlich miterlebt. Es wurde mehrfach der Selbstmord angekündigt, die Person war aber wirklich sehr sehr fertig mit der Welt - über Jahre hinweg und hat es nicht gut weggesteckt. Tja...was macht man da....war eine schwere Entscheidung. Ich habs dann letzendlich akzeptiert, dass der Leidensdruck der Person sehr hoch ist und sie deshalb so handelt bzw. spricht. Es hat weniger mit einem selbst zu tun. Andere in der Verwandschaft haben anders reagiert und da zig Versuche mit Klinikeinweisungen und heftigen Auseinandersetzungen gestartet...da gabs Stress. Etws genutzt hat es aber nicht. Die Person ist immer noch dem Tode näher als dem Leben und verweigert sich jeder Therapie und jedem Arzt. Man mag es Borderline oder sonst wie nennen. Jemand, dem das Leben nicht egal ist, der nimmt jede Hilfe und Therapie an und hat Hoffnung. Jemand der das nicht hat oder nicht kann, dem ist nicht mehr zu helfen. Ach ja... also liebe TE du kannst deine beste Freundin leider nicht umstimmen, wenn sie es wirklich vor hat. Auch Schuldzuweisungen ( Wie kannst du nur, mich alleine lassen usw.) werden sie eventuell gar nicht erreichen. Wünsche euch aber alles Gute, vielleicht wirds wieder... .

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