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Brauche ich eine Therapie?

RhegenDmädchexn


Seitdem bröckelt die Fassade immer mehr, weil ich anscheinend eben doch nicht nur "bisschen" Probleme habe.

Ich muss sagen, dass ich deine Fäden auch hin und wieder mitgelesen habe. Gerade im Bereich Essstörung wäre es bestimmt sinnvoll. Leidest du noch sehr unter der Magersucht und hast du gar keine Angst vor dem Tod?

Bei mir kam der Punkt als ich nicht mehr magersüchtig sein wollte, an der Stelle, als ich mich umbringen wollte. Ich saß 2 Stunden lang vollkommen regungslos vor allen Tabletten, die ich finden konnte. Ich wollte es wirklich tun - hab dann aber doch gekniffen und beschlossen, dass jetzt Schluss ist. Dass mir meine Mutter nicht mein Leben versaut. Dass sie mich nicht besiegen kann. Nie nie nie.

Heute bin ich vermutlich immer noch essgestört, aber bei mir ist es maximal Orthorexie. Ich würde nie wieder erbrechen oder hungern oder ein Gewicht unter 50 Kilo anstreben.

äXpfeelcxhen


Haha, die beiden Filme ;-D ich war bisher in keiner Klinik, in der das so war ;-) .

Warst du schonmal in einer Klinik? Tut mir leid, falls ich das irgendwo überlesen habe.

Zu Deiner Frage: ich bin nicht in Therapie, weil mich ambulant bisher niemand behandeln will.

Ich komme aus einer Kleinstadt und mit einem Schlag wussten alle, was mit mir los ist. Ich musste eine Klasse wiederholen, weil ich ein paar Monate nicht da war, nach dem Abitur war ich nochmal knapp ein halbes Jahr weg.

Das vergeht, mittlerweile stehe ich schon irgendwie dazu, wohne aber auch nicht mehr in dieser Stadt. Ich bin unheimlich selbstsarkastisch und mache mich ständig über mich selbst lustig, das ist meine Art damit umzugehen.

Bevor andere über mich lachen können, tue ichs selbst. Naja, mittlerweile ist mein Umfeld ein ganz anderes (viel empathischer), die würden es akzeptieren, aber ich wohne erst seit einem Jahr hier und spiele noch dieses Doppelleben. Klar, sie ahnen es, manche wissen was, aber das ist einfach okay.

Wie ist denn Dein Umfeld so?

Naja, die Essstörung ist wahnsinnig präsent. Viel zu präsent. Mein Gewicht ist zwar nicht mehr so niedrig wie früher, aber ich komme mit meinem Körper überhaupt nicht mehr klar und essen klappt nunmal auch nicht.

Aber du kennst ja meine Threads, da dreht sich alles nur im Kreis, weil ich einfach nicht den Absprung schaffe. Der bei mir wahrscheinlich auch nochmal Klinik bedeutet, aber vielleicht ist es das einfach wert?

Mein Wunschgewicht darf ich nicht benennen, selbst ich selbst weiß, dass ich das lebend nicht erreichen werde, ich weiß auch nicht, wieso ich nicht loslassen kann, keine Ahnung, von daher, ich glaube, ich stecke noch ziemlich drin.

Ich habs mit den Drogen versucht, das Umbringen. Manchmal will ich immer noch sterben, so sehr und muss mich zusammenreißen, dass ich nicht durchdrehe SVV,, aber ich glaube, ich habe keine Angst zu sterben. Aber ich glaube auch, dass sich das Leben irgendwo schon lohnt. Jetzt gerade denke ich meistens, dass nicht der richtige Zeitpunkt zum Sterben ist, ich erst weiter kämpfen muss. Aber manchmal wünsche ich es mir, weil ich mir einrede, dass ich dann frei bin.

RDegen`mädSchxen


Wer hat dir das angetan und bist du wütend auf den Menschen bzw. die Menschen, die dein Leben zerstört haben?

Wenn du lernst, die Verantwortung dafür nicht mehr zu deinem Versagen zu erklären, ist es sehr viel einfacher, loszulassen.

Du kommst bestimmt auch aus einem Haushalt mit "giftigen" Eltern oder? Bist du wütend auf sie? Wenn nein, wieso nicht?

Nein, ich war noch nie in einer Klinik. Meine Eltern hätten mich sterben lassen. Das einzige, was sie immer wieder gesagt haben, war "Iss doch mal mehr!". Vor allem war ich am Ende so schwach, dass ich ständig ohnmächtig geworden bin. Sie haben mich nur ins Bett gelegt. Ich hätte sterben können. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass sie mich hätten in meinem Zimmer sterben lassen. Ich war schon massiv untergewichtig. Sichtbar krank. Habe Nahrung komplett verweigert. Lag nur im Bett. Ging kaum noch zur Schule. Niemand hat mir Hilfe angeboten. Niemand hat gefragt, was los sei. Niemand hat mir angeboten, mich zu einem Arzt zu bringen. Alle haben mein Elend gesehen, aber niemand hat es beachtet. Ich habe mir Arme, Beine und die Hüfte aufgeschnitten, niemanden hat es interessiert.

Sie haben mich beleidigt, geschlagen und dann haben sie mich vergessen und alleine gelassen.

Wenn deine Eltern dir sowas auch angetan haben, darfst du wütend sein. Du darfst verdammt wütend sein.

ä[pf[elclhen


Ich antworte Dir noch, muss gerade nur sehr viel für die Uni machen, aber ich hab Dich nicht vergessen!

äLpf~elcxhen


Dauert doch noch, Uni spannt ein, aber bist du hier noch aktiv? *:)

RVe+geYnmädchexn


Hallo *:)

Jaaa, das bin ich noch. Wie gehts dir, äpfelchen?

ä1pfevlch2en


Oh, ich kam jetzt gar nicht mehr dazu hier noch zu schreiben.. dachte aber auch, du wärst weg.

Mir gehts gerade ziemlich schlecht, aber ich versuche trotzdem, die Tage mal was zu schreiben! :)*

Rse~genmäbdxchen


Das tut mir leid! :°_

Falls noch jemand mitließt: ich habe die Therapie angefangen und mir geht es mittlerweile sehr sehr gut. Meine Eltern und meine Essstörung waren gar kein Thema. Konkreter ging es darum, alte Muster und Filter zu korrigieren.

Das hat sehr gut funktioniert. Ich bin viel offener geworden. Nicht mehr so aggressiv und empfindlich wie früher. Ich vertraue anderen viel mehr und traue mich, auf sie zu zugehen, sie nach Verabredungen und Aktivitäten zu fragen und empfinde ein Nein nicht mehr als persönliche Ablehnung oder einen Angriff.

Auch mit Kritik kann ich viel besser umgehen. Alles in Allem war es ein voller Erfolg. Ich bin so froh, dass ihr mich dazu überredet habt, diesen Schritt zu gehen. Ich habe so viel gewonnen. Vor allem die Einsicht, dass ich für mein Leben und meinen Erfolg selbst verantwortlich bin.

Natürlich war meine Kindheit blöd, aber hey, das ist Vergangenheit. Trotzdem habe ich dieselben Möglichkeiten wie alle anderen auch! :)z

äDpife=lchen


Das ist richtig richtig schön zu lesen! :)z @:)

RTegelnmädchexn


Übrigens hat mich mein Therapeut sehr gelobt. Er meinte irgendwann ab der Hälfte, dass er anfangs dachte, ich sei ein unheimlich schwerer Fall. Dass er sich irren würde, passiert sehr selten. Ich hätte ihn auf jeden Fall vom Gegenteil überzeugt. Ich würde immer sehr gut mitarbeiten. Für ihn bin ich nun einer der leichtesten Patienten ;-D

So kanns gehen. Vom Problemfall, der in die Klinik muss, zum braven Patienten, der alle Übungen mit Sternchen absolviert!

Mir war das auch extrem wichtig und ich hab auch die doofen Sachen gemacht.

Ich hatte ja unheimlich Angst vorm Autofahren. Mich haben keine 10 Pferde alleine ins Auto gekriegt. Dann hab ichs einfach getan. Ich bin eingestiegen und habe gezittert wie Espenlaub. Ich dachte, ich sterbe vor Angst. Aber ich bin gefahren. So lange, bis die Angst aufgehört hat und ich gemerkt habe, dass ich eigentlich sogar sehr gut fahre. Ich war sogar alleine auf der Autobahn und habe überholt. Undenkbar war das für mich.

Wenn man jemanden hat, der einen lobt und immer wieder anspornt, dann geht es einem so leicht von der Hand. Ich bin meinem Therapeuten so dankbar! @:)

dFeae\vita


Ich denke, das ich weniger Grund habe, eine Psychotherapie anzufangen, und tue es trotzdem. Kein Mensch weiß vorher ob es hilft, aber ich versuche es. Ich will Ballast abwerfen und Besser werden als je zuvor.

Ob ich einen oder mehrere Versuche brauche, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht ob die Therapeuten dringender Hilfe brauchen als ich.

Liebes Regenmädchen, ich wünsche Dir viel Sonnenschein.

LG

Bernd

dUeaevxita


Als ich das geschrieben habe, hatte ich die 2. Seite noch nicht gesehen. Es ist schön, dass es schon viel besser geht.

Aber um äpfelchen mache ich mir Sorgen. Sie/Du scheint/scheinst ja sehr beschäftigt zu sein, aber es nicht alles in Ordnung.

raat\hlxose


@ Regenmädchen

Das mit deiner Mutter, die dich misshandelte und dann die Polizei holte, als du dich wehrtest, ist ja mehr als pervers.

Wie endete der Polizeieinsatz damals? Ich hoffe, Du hast der Polizei erzählen können, dass Deine Mutter Dich jahrelang misshandelt hat und Dir Finger und Rippen brach...

Du fragst, ob Du Therapie brauchst. Die sollte man immer dann in Erwägung ziehen, wenn man feststellt, dass man nicht mehr klar kommt und der Leidensdruck zu hoch wird.

Ob es was hilft, steht wieder auf einem anderen Blatt.

r6athlxose


Ach so, ok....habe auch die zweite Seite nicht gelesen.

Das mit der Polizei wüßte ich trotzdem gerne noch...

R~egenmOädcheexn


@ rathlose

Wie endete der Polizeieinsatz damals? Ich hoffe, Du hast der Polizei erzählen können, dass Deine Mutter Dich jahrelang misshandelt hat und Dir Finger und Rippen brach...

Auf keinen Fall. Ich hab mich immer sehr geschämt. Nur zwei Freundinnen wussten davon. Sonst keiner.

Der Einsatz endete damit, dass uns mein Vater abholte. Das wars.

Keine Aussage, keine Nachfrage. Nichts.

Auch beim Arzt. Ihr müsst euch vorstellen, dass euch regelmäßig ein Kind mit Prellungen, Zerrungen und Brüchen aufsucht - ihr fragt nicht, woher das kommt.

Was ist das für eine Gesellschaft, die wegschaut? Ich war auch massiv essgestört. Mich hat nie ein Lehrer zur Seite genommen. Ich bin regelmäßig ohnmächtig geworden in der Schule. Niemanden hat es interessiert.

Diese Gleichgültigkeit fand ich am schlimmsten. Ich hätte so gerne etwas erzählt. Es wäre aus mir rausgebrochen. Aber niemand hat gefragt.

Naja, ich möchte da auch gar nicht mehr drüber reden. Sonst steiger ich mich da wieder hinein und werde wütend und traurig. Ich habe damit abgeschlossen. Heute kümmere ich mich um mich selbst und helfen, wo ich kann, damit genau sowas nicht mehr passiert! :)_

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