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Pädophilie

ERhemalBiger NNutzerx (#15)


Stalfyr

Diese Macht-Theorie teile ich überhaut nicht. Das legt nahe, dass es einfach nur um Machtgefühle ginge, erklärt aber nicht, wieso sich diese Macht auf sexueller Ebene abspielt. Wieso sollte jemand aus Macht jemanden sexuell missbrauchen? ...(...)...

Hier würfelst Du glaube ich was durcheinander. Die Aussage (von 1abc) war:

Man sollte schon zwischen der Störung Pädophilie und tatsächlichen Übergriffen unterscheiden, denn nicht jeder Pädophiler ist ein Täter/Täterin(!). Und es gibt sogar eine Reihe von TäterInnen, die überhaupt gar nicht pädophil sind, sondern werden aus anderen Gründen (Macht) übergriffig.

Er hat damit also nicht gesagt, dass Pädophilie=Machtbedürfnis ist, sondern dass es eben auch Menschen gibt die eben nicht pädophil im pathologischen Sinne sind, sondern "nur" aus Machtbedürfnis heraus zu (sexuell handelnden) Tätern, auch an Kindern werden.

Und so gesehen was 1abc meint, ich muß Dir da widersprechen: Sexuell übergriffige Handlungen - im allgemeinen, egal um welches Alter es geht- haben sehr viel mit Macht(bedürfnis) zu tun. Denn - nicht nur körperlich gesehen - näher kann man einem Menschen nicht kommen. Oder so gesagt: "Nackter" kann ein Mensch nicht sein. Man nimmt damit nicht nur seinen Körper, sondern gleichzeitig seine komplette Person, seine "Seele", seine Würde, seine Selbstbestimmung.....

Es geht nicht darum, dass Pädophile auf einem "Machtrip" sind, bzw. ihre Grundlage ein Machtbedürfnis ist, sondern dass nicht alle Täter die Kinder sexuell mißbrauchen auch zwangsläufig pädophil sind.

swamiplxe


Dann käme man vermutlich zu einer anderen Antwort als "da ist einer gestört und will Macht ausüben", allerdings wäre die aller Voraussicht nach auch sozial brisanter und deshalb weniger gewünscht.

exakt! um machtausübung geht es bei "reiner" pädophilie nicht (bei (sexual)verbrechen um ihrer selbst willen, sei es mit kindern oder erwachsenen, in der regel schon). bei pädophilie geht es um eine angeborene, nicht umkehrbare sexuelle präferenz.

über die ursachen, es wurde die, damals leider angesehene/nicht verurteilte päderasterie der antike, bereits angesprochen - kann nur spekuliert werden.

wäre interessant, würde sich ein evolutionsbiologe/forscher der sache mal ernsthaft annehmen:

welchen vorteil hatte der frühmensch, dass er sich zum (vermtlich geringen) teil auf sexuell eigentlich nicht ausgereifte personen fixierte?

Sqtalfxyr


Ich kritisierte auch nicht 1abc, er hat nur wiedergegeben, was allgemein gesagt wird. Dazu schrieb ich meine Position.

Sexuell übergriffige Handlungen - im allgemeinen, egal um welches Alter es geht- haben sehr viel mit Macht(bedürfnis) zu tun.

Wie gesagt, es ist mir bekannt dass das als allgemeingültig so gesehen wird. Aber ich sehe es etwas anders. Meiner Meinung nach ist das, was als kausal gesehen wird (Macht), nur ein zwangsläufiger Nebeneffekt, aber nicht unbedingt in jedem Fall auch die Motivation.

Man nimmt damit nicht nur seinen Körper, sondern gleichzeitig seine komplette Person, seine "Seele", seine Würde, seine Selbstbestimmung.....

Richtig, das ist der genannte zwangsläufige Effekt. Dass dies aber immer und einzig (!) der Hauptantrieb von Sexualstraftätern ist hinterfrage ich.

Es geht nicht darum, dass Pädophile auf einem "Machtrip" sind, bzw. ihre Grundlage ein Machtbedürfnis ist, sondern dass nicht alle Täter die Kinder sexuell mißbrauchen auch zwangsläufig pädophil sind.

Das ist mir klar.

s$am?ple


vermtlich %-| vermutlich

s\am:plxe


welchen vorteil hatte der frühmensch, dass er sich zum (vermtlich geringen) teil auf sexuell eigentlich nicht ausgereifte personen fixierte?

ich zitiere mich selbst:!

was natürlich widerum fragwürdig wäre, da pädophilie unerwünschter weise vortrieb geleistet werden würde.

egal aus welchen motiven, es wird immer eine kinder/menschenseele zerstört!

E\hemaligerS Nut_zer (#1x5)


Stalfayr

Sexuell übergriffige Handlungen - im allgemeinen, egal um welches Alter es geht- haben sehr viel mit Macht(bedürfnis) zu tun.

Wie gesagt, es ist mir bekannt dass das als allgemeingültig so gesehen wird. Aber ich sehe es etwas anders. Meiner Meinung nach ist das, was als kausal gesehen wird (Macht), nur ein zwangsläufiger Nebeneffekt, aber nicht unbedingt in jedem Fall auch die Motivation.

Dann frage ich mich aber, was ansonsten die Motivation sein sollte einen Menschen sexuell zu etwas zu zwingen, was keinen nachhaltigen Effekt hat, sondern nur eine Momentaufnahme ist (also natürlich bezogen auf den Täter!). Bzw., der einzige nachhaltige Effekt den ich mir da vorstellen kann, ist eben das Gefühl der Macht (und/oder Kontrolle?) das man in diesem Moment hatte, welches nachhallt.... ":/

Aber ok, darum geht es ja hier nicht, ich will nicht zu weit vom Kernthema weg.


Was ich bezüglich Pädophilen so im Laufe der Jahre und einiger Diskussionen hier im Forum erfahren und für mich verinnerlicht habe - da waren auch einige pädophile dabei die ihre Neigung auslebten:

(Im nachfolgenden schreibe ich ganz bewußt den Begriff Täter)

Ein pädophiler Täter ist nicht gleich Gewalttäter. Es gibt Viele, die Kinder verführen. Ihnen einreden, dass sexuelle Handlungen was "ganz Natürliches" sind. Und nicht nur den Kinder dies einreden, sondern auch sich selbst und ihrem, bzw. einem bestimmten Umfeld.

Und das ist das was ich an einem pädophilen Täter so gefährlich finde. Für ein Kind ist sein massiv manipulatives Handeln nicht erkennbar. Es wird dem Kind ja keine Gewalt angetan, im Gegenteil. Es wird hofiert bis zum geht nicht mehr. Der Täter hat es lieb, er hat da Verständnis wo die Eltern oder sonstige Bezugspersonen kein Verständnis mehr haben. Es wird getröstet wenn es von den Eltern (oder...) bestraft wird. Es wird dem Kind das Gefühl vermittelt, man würde es auf Augenhöhe sehen.

Und deswegen differenziere ich sehr stark zwischen den Pädophilen die genau so nicht handeln wollen, sondern ihre Neigung selbst als äußerst gefährlich wahrnehmen - und denen, die zu Tätern werden, immer mit dem Hintergrund: "Ich mache ja nichts gegen den Willen des Kindes" und was da noch so an "Argumenten" kommt.

Letztere verabscheue und verurteile ich zutiefst.

Denn selbst wenn man eine Neigung oder psychische Störung - was auch immer- hat, so ist man dem nicht völlig ausgeliefert, kann immer noch wählen.

Und einen Menschen massiv zu manipulieren, dazu noch ein Kind, das ist eine Wahl und somit Charaktersache.

EChemaligear NuQtzer (^#467x193)


welchen motiven, es wird immer eine kinder/menschenseele

Das weiß ich im historischen Kontext gesehen leider nicht bzw wird sich sowas, nach Jahrhunderten, kaum noch korrekt nachvollziehen lassen. Päderastie (die auch sehr kontrovers diskutiert wurde und wo die Altersspanne anscheinend auch eine andere war), dürfte in manchen Gesellschaften nicht als exotisch angesehen worden sein.

kann immer noch wählen.

Damit macht man es sich halt auch leicht. Kann mich glaub ich noch dunkel an den Thread erinnern, von dem Menschen der sich selbst als pädophil bezeichnet hat. Sicher hat man eine Wahl, aber manchmal trifft man auch die falsche. Der hat danals glaub ich auch die Hölle durchgemacht, weil er nicht mal wusste an wen er sich wegen seines Problems wenden soll/kann. Niemand outet sich gern als Mensch mit pädophilen Tendenzen - besonders weil man dann ganz schnell ein sozialer Pariah ist - selbst wenn man auf der Suche nach Hilfe gewesen wäre.

Hat da vielleicht noch jemand den Link zu dem Faden?

E]hemaligAer N uNtzer (p#15)


Grognor

kann immer noch wählen.

Ich nehme an, damit ist das Wählen der eigenen Handlung gemeint. Und nicht die Wahl welche (sexuellen) Neigungen ich habe.

Und wenn ich mich selbst als so gefährlich einstufe, dass ich nicht mehr "Herr meiner Sinne bin" - dann habe ich auch noch die Wahl mich an diverse Stellen zu wenden. Und wenn ich in eine Polizeiwache gehe und sage "ich war/bin gerade kurz davor ein kleines Kind zu vergewaltigen".

Ekhemaligerv NuOtzer [(#353655x)


Isabell

Was du anspricht, könnte man unter Rationalisieren von vergangenen oder zuküftigen Entscheidungen, was alle Menschen mehr oder weniger machen, subsumieren. Dieser Prozess entzieht sich zu einem gewissen Grad (Wenn man es weiß und reflektiert, dann weniger) dem Bewusstsein oder wird gar verdrängt. Daher entsprich das Propagieren einer freien Wahl nicht der (Lebens-) Realität.

Das ändert allerdings auch nichts am Strafmaß o.ä. Also in einem Sinne das die Tat entschuldigt werden würde. Schließlich unterliegen wir alle dieser Prozesse.

EQhemalig}er =Nu;tzer (#46>7193)


Wär interessant inwiefern da die Polizei eine wirksame Handhabe hat. Vor allem, wer macht das?

In dem Moment wo er diesen Schritt setzt, hat er, wenn er Pech hat, ein Problem, wenn da niemand der Beteiligten den Mund halten kann. Das zu einem Zeitpunkt wo keine Straftat vorliegt. Das man da eventuell pädophile Tendenzen und dadurch vielleicht sogat Angst vor sich selbst hat, ohne diese ausgelebt zu haben, interessiert dann wohl kaum jemanden mehr.

KRleio


Wieso sollte jemand aus Macht jemanden sexuell missbrauchen?

Weil genau das jemandem das Gefühl der Macht gibt - um nichts anderes geht es meistens bei Vergewaltigungen. Da geht es in erster Linie darum Macht auszuüben und das Mittel ist Sex, das dem Opfer aufgezwungen wird. Da geht es selten um Lust auf Sex. Bei aktive Pädophile ist es meiner Ansicht nach genau umgekehrt. Da geht es um sexuelle Anziehung und da es sich um Kinder handelt, werden sich überlistet, um den Sex zu bekommen. Für mich zwei völlig unterschiedliche Motivationen. Darum ist auch nicht jeder Täter, der sich an Kinder vergreift pädophil. Manchmal ist es "nur" jemand, der Macht ausüben will und es bei Erwachsenen nicht schafft.

Er könnte sein unterlegenes Opfer ja auch schlagen, berauben, kidnappen, anderweitig dominieren, was auch immer, eben ohne die sexuelle Komponente. Alles auf "Macht" zu reduzieren greift m.E. viel zu kurz und ist wohl eher ein Ablenkungsmanöver als eine tatsächliche Erklärung des Phänomens (meine persönliche Meinung).

Du bist noch nicht sexuell missbraucht worden oder vergewaltigt, oder? Denn wenn dem so wäre, wüsstest Du, wieso das so ist.

Sehr richtig. Ich fände es mal viel interessanter, wenn man das Thema von dieser Seite aus beleuchten würde: inwiefern haben Menschen derartige Verhaltensweisen vielleicht immer schon gezeigt? Dann käme man vermutlich zu einer anderen Antwort als "da ist einer gestört und will Macht ausüben", allerdings wäre die aller Voraussicht nach auch sozial brisanter und deshalb weniger gewünscht.

Mag für die Geschichtskenntnisse interessant sein und um zu verstehen, dass gewisse Fehlverhalten aus "Tradition" ausgeübt werden, weil es schon immer so war, als die menschliche Entwicklung noch näher dem tierischen war als heute. Für das Opfer ändert sich dadurch nichts. Junge Mädchen in Afrika lassen sich auch mehr oder minder zur Schlachtbank führen, weil es nun einmal seit weiß der Teufel wann. Was soll das schon aussagen, außer, dass manche Kultur im Mittelalter steckt.

Wie gesagt, es ist mir bekannt dass das als allgemeingültig so gesehen wird. Aber ich sehe es etwas anders. Meiner Meinung nach ist das, was als kausal gesehen wird (Macht), nur ein zwangsläufiger Nebeneffekt, aber nicht unbedingt in jedem Fall auch die Motivation.

Ja, wie es auch ansonsten wissenschaftliche Untersuchungen und Erkenntnisse zu anderen Themen gibt. Subjektiv kann es natürlich jeder hinterfragen. So mancher hat auch genauso viel Wissen und kann sich ein realistisches Urteil bilden. Darum - besser sich Wissen aneigenen, als zu glauben

EKhemaligerV Nutpzer (#4671x93)


als die menschliche Entwicklung noch näher dem tierischen war als heute.

Denk, dass Zivilisationen der Römer und Griechen ungefähr genauso weit von der Tierwelt entfernt waren wie die heutige Menschheit, aber bitte.

K$lQeixo


Und einen Menschen massiv zu manipulieren, dazu noch ein Kind, das ist eine Wahl und somit Charaktersache.

Sehe ich auch so und auch eine Sache der Intelligenz.

Niemand outet sich gern als Mensch mit pädophilen Tendenzen - besonders weil man dann ganz schnell ein sozialer Pariah ist - selbst wenn man auf der Suche nach Hilfe gewesen wäre.

Ja, nur warum nicht? Weil viele überhaupt keine Ahnung von dem Thema haben und ein Stichwort im Kopf: Pädophil = Kinderschänder = hängt ihn auf. Das ist vie vielen die allgemeine assoziation. Dass sich eine Unterhaltung auf diesem Niveau nicht lohnt, wär für mich klar. Wenn jemand aber betroffen ist, der hat die Arschkarte gezogen und kann sich dann glücklich schätzen, wenn jemandem kompetenten begegnet, der ihm Wege aufzeigen kann, wie er sich helfen könnte.

Hat da vielleicht noch jemand den Link zu dem Faden?

Da gibt es mehrere, aber einer davon st dieser:

[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/641220/]]

KOlxeio


Denk, dass Zivilisationen der Römer und Griechen ungefähr genauso weit von der Tierwelt entfernt waren wie die heutige Menschheit, aber bitte.

Das ist mir tatsächlich neu, aber ich lasse mich gerne belehren. Menschen wurden also mit Respekt behandelt und waren frei und selbstverantwortlich?

EYhemalBigeVr Nut"zer (#4671 9x3)


Menschen wurden also mit Respekt behandelt und waren frei und selbstverantwortlich?

Selbst heute werden die von dir aufgezählten Privilegien, auch in westlich geprägten Gesellschaften, nur einem recht kleinen Bevölkerungsanteil zuteil. Zwar vielleicht nicht so offensichtlich, aber soziale Mobilität ist zB eine aktuelle Thematik.

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