» »

Ich habe eine Depression..und weiss nicht wie weiter

I=chundicohundVicxh hat die Diskussion gestartet


Hallo

Ich wende mich an dieses Forum, weil ich nicht weiss, an wen ich mich wenden soll. Vorab habe ich jedoch eine Bitte: Ich möchte mich hier öffnen und von meinen Sorgen erzählen - fühle mich jedoch extrem verletzlich. Kritik ist willkommen, aber bitte, falls ihr dazu beitragen wollt keine persönlichen Angriffe und etwas Empathie.

Nun zu mir: Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll und wahrscheinlich ist alles etwas wirr. Mir sind in den letzten Jahren ein paar Sachen passiert, die ich wohl nicht gut einordnen kann, aber warum ich zur Zeit dermassen depressiv bin weiss ich auch nicht.

Was mir in den letzten Jahren passiert ist: Zwei meiner Freunde haben sich das Leben genommen, beide auf recht schlimme Art, mein Vater ist meiner Mutter fremd gegangen - und ich muss erwähnen, dass ich meinen Eltern sehr nahe stand, da ich als Kind mit ihnen aus unserem Ursprungsland geflohen bin, und wir uns dadurch immer sehr nahe standen, und meine Eltern weil sie sehr kritisch/politisch waren für mich auch immer grosse Vorbilder waren. Ich hatte auch immer eine sehr enge Beziehung zu meinen Vater und er hat mich schon von klein auf extrem unterstützt. Ich weiss dass viele Leute fremd gehen, aber sein fremdgehen - anlügen meiner Mutter und eine Affäre mit einer Prostituierten - ist ein solcher Kontrast von dem egalitären Bild, an welches er zu glauben vorgab, dass ich ihm nicht verzeihen kann. Ich hab das Gefühl, er musste irgendwie seine "Männlichkeit" beweisen, und ein dermassen veraltetes Denken schaudert mich nur.

Zudem ist dann meine Mam an (gutartigem) Brustkrebs erkrankt. Sie wollte sich die ganze Zeit von ihm scheiden lassen, er sagt aber, er bringt sich um wenn sie das tut. Mein ganzes Weltbild ist zusammengestürzt und ich kanns wie nicht reparieren, krieg aber auch nicht eine Neuorientierung hin...zudem hat man nun was im Gehirn meines Vaters festgestellt - er hat in zwei Wochen eine Hirnop und erst dann weiss man definitiv, ob es ein Tumor ist oder nicht.

Dazu ist noch letztes Jahr meine Grossmam gestorben, leider auch gar nicht auf eine schöne Art und Weise - mein Vater konnte sie auch nicht sehen, da er nicht in unser Land zurückkehren darf.

Zu allem Überfluss bin ich zum ersten Mal mit Jemandem zusammengekommen, der mich betrogen hat, und auch sehr lange angelogen hat. Da es mir sehr schlecht ging hatte ich aber keine Ahnung, was ich ohne ihn machen soll, und blieb zu lange bei ihm und habe versucht, "seine Probleme zu lösen" - ziemlich unmöglich und dumm von mir, der Mann hat entweder Borderline oder Anti-Social Disorder...er hatte so was wie keine Empathie - ich dachte das gibts nur in Serien oder Filmen, war aber so. Er war zudem auch ziemlich sexistisch, und seit all das passiert ist, kann ich nicht aufhören, viel über den Sexismus in unserer Gesellschaft nachzudenken - ZU viel. Ich weiss dass es viele Ungerechtigkeiten gibt, mir passiert es zB in Beziehungen immer wieder, und teilweise ist mir das auch sexuell passiert, dass Männer meine Grenzen nicht respektiert haben, oder was mich auch extrem nervt, ist ein neuer "ironischer" Sexismus - die gleichen sexistischen Aussagen gegen Frauen, nur als Witz verkleidet. Ich weiss nicht genau warum dass all diese Themen in das übermässige Denken über Sexismus gegipfelt sind - ev. da es mein (nun) Ex extrem genoss, wenn er Frauen auf Sexobjekte reduzieren konnte, und er auch gerne Vergewaltigungswitze und ähnliches erzählte (er hat nun nach langer Diskussion damit aufgehört, dennoch setzt er sein respektloses Verhalten sonst fort).

Ich verstehe nicht, was mit mir los ist. Ich bin dermassen depressiv, ich habe dauern das Gefühl den Verstand zu verlieren. Und ja, ich treffe immer wieder auch in meinem Umfeld auf Seximus - ich habe meinen Masterstudiengang in Naturwissenschaften als Beste meines Jahres abgeschlossen und doktoriere nun - dennoch krieg ich oft zu spüren (und zu hören) dass Frauen in den Wissenschaften doch schon einfach nicht so gut seien wie Männer, manchmal werden mir in Sitzungen Sachen erklärt, die man einem Mann nie erklären würde, als sei ich ein kleines Kind. Dennoch, dass ich dazu nicht wie früher eine gesunde Distanz habe, dass heisst mich nicht gut abgrenzen kann, scheint mehr mit meinem eigenen Zustand zu tun zu haben - wie komm ich da raus? Ich hab fast keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern, und kaum noch zu Freunden, ich will auch nicht alle mit meinem Zustand nerven - ich hab Angst dass die Leute dann nichts mit mir zu tun haben wollen.

Dazu muss ich noch sagen, dass ich mein Studium letztes Jahr wie gesagt sehr gut abgeschlossen habe, und dabei extrem viel gearbeitet habe - ev. trägt auch dass ich keine so klare Alltagsstruktur/zwingendes Ziel vor Augen habe wie früher dazu bei.

Antworten
K\obyold8makix2


Ich bin dermassen depressiv, ich habe dauern das Gefühl den Verstand zu verlieren. Und ja, ich treffe immer wieder auch in meinem Umfeld auf Seximus - ich habe meinen Masterstudiengang in Naturwissenschaften als Beste meines Jahres abgeschlossen und doktoriere nun - dennoch krieg ich oft zu spüren (und zu hören) dass Frauen in den Wissenschaften doch schon einfach nicht so gut seien wie Männer, manchmal werden mir in Sitzungen Sachen erklärt, die man einem Mann nie erklären würde, als sei ich ein kleines Kind.

Du hast dein Studium als Jahrgangsbeste abgeschlossen. Einen besseren Beweis, dass du es kannst, gibt es nicht :)D

Wann fängst du an, den Dr. zu machen? Und könntest du es gegebenenfalls verschieben? Eine schwere psychische Krise, ist möglicherweise nicht der optimale Zeitpunkt für ein vermutlich ziemlich belastendes, fokussiertes Projekt.

du könntest z.B in eine Klinik gehen, wenn du dich sehr depressiv fühlst oder du suchst dir ambulant eine Therapie. In größeren Städten gibt es eine Hotline von Bereitschaftspsychologen und sozialen Notdiensten, die können dir helfen.

I\c`hundiSchunIdicxh


Danke, das ist so lieb von dir. Ich weiss eigentlich sollte es mich freuen hab ich so gut abgeschlossen. Aber mir scheint im Moment alles so sinnlos. Ich meine ok ich hab nen guten Abschluss, aber das wird mich auch nicht davor bewahren, dass mein Freund/Mann/Wasauchimmer mit Jemandem betrügt, der einfach nett mit dem Hintern wackeln kann, blöd gesagt? Es scheint mir alles so sinnlos...

lJuEomfaren


@ Ichundichundich

Ich würde mal so anfangen wollen: Wie sieht es mit dem Schlaf aus? Kannst du momentan durchschlafen, bist du den ganzen Tag müde, oder ist es noch etwas anderes? Ich bräuchte das um abzuschätzen, was du mit "depressiv" meinst. Nach großen Anstrengungen kann man auch so in ein Loch fallen. Die Frage ist nur, wie tief es ist.

Die andere Ebene, die dich momentan zu beschäftigen scheint, bezieht sich auf folgende Fragestellungen: Wie sieht das Verhältnis Mann-Frau in einer Partnerschaft und auch im Beruf aus? Wie halte ich es mit Treue, was erwarte ich von meinem Partner?

Es gibt eine verrückte Theorie, die besagt, dass in einem alle möglichen Gefühlszustände enthalten sind, auch abwegige wie in deinem Beispiel Sexismus. Wenn du verneinst, dass Sexismus ein Teil von dir ist, spaltet sich dieser Teil ab und fängt an, dir das Leben schwer zu machen. Das kann bedeuten, dass du andauernd über Probleme stolperst, bei denen Sexismus eine Rolle spielt. Das Problem löst sich dann wieder von selbst auf, wenn du mit dir ins Reine gekommen bist und Sexismus wieder ein Teil des Ganzen ist. Vielleicht hilft es dazu, wenn du die Antwort findest, warum du willst, dass dich Leute sexistisch behandeln. Ich kann aber momentan keine konkreteren Lösungsansätze anbieten.

IDchu+ndichYundxich


Ich verstehe dass es von aussen schwer einzuschätzen ist, was ich mit Depression meine. Mit dem Schlaf: Ich könnte die ganze Zeit schlafen und gar nicht erst aufwachen, teilweise jedoch kann ich gar nicht schlafen. Dann habe ich das Gefühl, dass mich nichts interessiert und Sinn macht, und zudem habe ich diese exzessiven Gedanken, die lähmend sind. Richtig schlimm ist es manchmal, dass ich das Gefühl kriege, den Verstand zu verlieren, schwierig zu erklären, aber so fühlt es sich an.

Wie meinst du, dass ich WILL dass ich sexistisch behandelt werde?

Vielen lieben Dank

l<uomaCren


@ ichundichundich

Ich habe deswegen nach dem Schlaf gefragt, weil das, was du beschreibst, wirklich in Richtung klinische Depression geht. Ich würde dir einen Gang zu einem Psychiater / Neurologen (ggf. über Vermittlung deines Hausarztes) nahelegen, falls du das noch nicht gemacht hast.

Wie meinst du, dass ich WILL dass ich sexistisch behandelt werde?

Das ist sehr schwierig zu beschreiben. Wenn ich dir die Frage offen stellen würde, ob du sexistisch behandelt werden möchtest, würde ich mir ein klares Nein einholen. Unterbewusst scheint es für dich aber interessant zu sein, so behandelt zu werden. Vielleicht stahlst du das durch deine Körperhaltung oder etwas anderes aus, so dass Männer auf dich so reagieren. Das kann ich hier im Rahmen des Forums nicht beurteilen. Bei dem obigen Termin wegen der Depressionen kannst du es ggf. ansprechen. (Ich weiß nicht, ob ein Neurologe dazu Auskunft geben kann.)

I6ch0undickhundixch


Ich weiss was du meinst, dass man unterbewusst auf das reagiert, das man denkt verdient zu haben, und ich kann mir auch vorstellen dass dies oft ein guter Erklärungsansatz ist, aber ich denke in meinem Fall stimmt das überhaupt nicht. Da ich in einem sehr egalitären Haus aufgewachsen bin, zieht mich solch ein Verhalten mMn auch unterbewusst nicht an, ich hab auch nie ein bisschen daran gezweifelt etwas aufgrund meines Geschlechtes weniger gut zu können etc., wenn ich auf Sexisten getroffen bin, habe ich diesen gegenüber nie Respekt oder Interesse empfunden. Ich glaube aber, dass durch das mit meinen Eltern meinerseits jetzt das Bedürfnis besteht, Sicherheit zu finden, in dem ich versuche sehr verbissen gegen solche Verhaltensformen zu kämpfen, die ich mit meinen emotionalen Verletztungen assoziiere - weisst du was ich meine?

l2uomarxen


@ ichundichundich

Mir ist klar, dass du rational nie Interesse an Sexisten hast, die tauchen momentan nur irgendwie verstärkt auf. Um im Bild vom 30.12. zu bleiben, würde ich jetzt sagen, dass sich die emotionalen Verletzungen abgekapselt haben und jetzt anfangen, dir das Leben schwer zu machen.

Oder um das Ganze mal etwas rationalistischer aufzuzeichnen, folgende Reaktionskette:

Emotionale Verletzungen -> Veränderte Wahrnehmung bei dir, weil alle Gespräche mit Männern auf Verletzungspotentiale abgecheckt werden -> Erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass du Sexismus wahrnimmst, auch wenn es sich objektiv gesehen ausschließen lässt. -> entsprechende Anpassung deines Verhaltens ggf. bis zu verbissenem Kampf -> Reaktion deines Gegenübers auf dein Verhalten, wodurch es sich dann (aufgrund der Spiegelneuronen) ggf. wirklich sexistisch verhält -> Bestätigung des Verdachtsmomentes der emotionalen Verletzungen.

Man könnte das dann so sehen, dass die emotionalen Verletzungen gerade wollen, dass du sexistisch behandelt wirst. Da diese ja momentan kein Teil von dir sind, ist es schon klar, dass du das momentan sowieso nicht wollen kannst. (Falls ich dich jetzt vollends verwirrt haben sollte, sorry.) @:)

Für den Umgang mit den emotionalen Verletzungen scheint mir Abstand gewinnen und Vergeben eine gute Taktik, um sie heilen zu lassen. Du kannst ja mal überlegen, wie du das hinbekommst.

BYaldVu;rhh


In Deinem Beitrag ist von vielen möglichen Krisenherden die Rede. Schon ein Todesfall in der Familie kann eine Depression auslösen. Du hast mehrere Todesfälle im Familien und Freundeskreis erlebt, mit Erkrankungen Deiner Angehörigen zu kämpfen, die einen natürlich nicht kaltlassen können, schließlich hast Du eine enge Bindung an Deine Familie.

Du schreibst immer wieder davon, wie egalitär Du erzogen wurdest und wie wichtig Gleichberechtigung für Dich ist.

Der Betrug Deines Vaters an Deiner Mutter widerspricht dieser Haltung zunächst. Er hat sie hintergangen - und das auch noch mit einer Prostituierten.

Also gilt es vieles zu klären:

Erstens ist da Deine eigene Situation. Du schreibst, dass Du Angst hast, den Verstand zu verlieren.

Ich kenne Dich nicht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht passieren wird.

Geh zum Arzt, besprich mit ihm die Situation, lass Dich wenn nötig an einen Neurologen/Psychiater überweisen. Der kann Dir möglicherweise mit Antidepressiva helfen. Das muss keine Dauerlösung sein, sondern eine kurzfristige Hilfe, um aus dem aktuellen seelischen Tief herauszukommen. Eine Therapie kann ebenfalls hilfreich sein. Du brauchst etwas Geduld, denn es dauert ca zwei Wochen bis die Medikamente anschlagen und es kommt vor, dass man die Tabletten nicht verträgt. Dann muss etwas neues gefunden werden.

Zweitens: Die Beziehung zu Deinen Eltern, besonders Deinem Vater.

Dein Weltbild ist ins Wanken geraten. Du brauchst eine Erklärung. Wäre ich an Deiner Stelle, hätte ich meinen Vater gefragt, warum es zu dem Betrug kam. Gab es vielleicht keine oder kaum noch Berührungen oder Sexualität zwischen Deinen Eltern? Vermutlich weiß Dein Vater sehr wohl, dass er einen Fehler gemacht hat und möglicherweise bereut er auch, was er getan hat.

Es gibt eigentlich keine Entschuldigung für sein Verhalten, aber Gründe, die dazu führten, warum er es getan hat. Wenn man diese Gründe versteht, wird es leichter zu verzeihen.

Versuch nicht, zwischen Deinem Vater und Deiner Mutter zu vermitteln. Es geht nur darum dass Du verstehst, warum es passiert ist.

Drittens: Gesellschaftliche Mißstände.

Hierzulande wird sehr ausführlich über Gleichberechtigung gesprochen, Frauenquote, 30% Frauen in Vorstandspositionen etc. Real sieht es immer noch anders aus und das erlebst Du als angehende Wissenschaftlerin gerade am eigenen Leib.

Dennoch würde ich Dir raten, dieses Problem später anzugehen. Wenn Du wieder mehr Energie hast und Deine Kraftreserven wieder aufgefüllt hast, wird es Dir leichter fallen auf einen Machospruch eines Kollegen oder einen sexistischen Witz schlagfertig zu reagieren

Ich bin mir sicher, dass es bei Sexismus und Machogehabe immer um Macht und Angst geht. Menschen machen so etwas, weil sie sich bedroht fühlen und gerade im "Wissenschaftsbetrieb" ist Konkurrenz ein Tabuthema.

Also eins nach dem Anderen und nicht zu schnell die Geduld verlieren.

Eins frage ich mich dennoch: Wie konnte eine Frau wie Du an so einen Mann geraten?

I=chundUichvunNdicxh


Hi

Ich weiss nicht ob ihr das lest, falls nicht gibts ne PN von mir - ich wollte euch einfach danke danke danke danke danke sagen. Gerade die zwei sehr empathischen Antworten von Männern. Es hat mir wirklich viel gebracht, und auch bedeutet, da mir die Antworten beim Ordnen meiner Gedanken helfen, was denke ich schon mal ein erster Schritt ist.

Ich fühl mich auch etwas schlecht dabei wenn ich noch mehr Negatives hinschreibe, bin mir eher gewohnt meine Probleme selbst zu lösen, aber mein Vater hatte vorgestern nun auch die Hirn-OP. Zum Glück ist die Chirurgin recht sicher, dass es ein gutartiger Tumor war, dennoch auch nicht ne ganz einfache Situation, ist komisch meinen Vater bzw. seinen Kopf mit dieser Riesennarbe zu sehen, "zugenäht" mit Metalklammern, und im Moment kann er auch sehr schlecht schlafen und hat Fieberschübe. Ich bin natürlich noch mehr hin und hergerissen, einerseits will ich Distanz von ihm, andererseits bin ich auch sehr traurig und mache mir Sorgen um ihn.

Dennoch geht es mir in den letzten Tagen ein bisschen besser.

Ich habe angefangen, Männer zu daten, ich weiss dass ich noch gar nicht so weit bin, in irgendeiner Form eine Beziehung anzufangen, wie ihr beide gesagt habt sehe ich alles durch die Seximus Linse, was für mich selbst enorm anstrengend ist, und das sicher auch für mein Gegenüber wäre. Ich will wieder zurück zu meinem zwar kritischen, aber doch lebensfrohen ich die auch mal über Sachen hinwegsehen kann, wenn das Gegenüber grundsätzlich eine ganz gute Person ist und das Leben geniessen kann. Ich weiss dass ich im Moment nur ganz kleine Schritte in diese Richtung machen kann, aber ich versuche es.

Vielen, vielen Dank nochmals, ihr wisst gar nicht was mir eure verständnisvollen Antworten bedeutet haben - hätte nicht gedacht dass ich doch im Internet ein bisschen Halt finden kann @:)

m<us_klatnusxs


bin mir eher gewohnt meine Probleme selbst zu lösen

Das ist das was man beigebracht bekommt. Man muss stark sein.

Das hier steht manchmal ganz oben bei med1 in der Headline:

Gemeinsam sind wir stärker!

Dementsprechend wird dieses Forum bestimmt immer da sein, aber den Therapie-Gedanken von Koboldmaki2 kann ich nur bestätigen. :)_ :)^

Ijchun di+chu6ndpicxh


Meinem Dad gehts nicht gut.

Anstatt dass er sich von der OP erhalt gehts ihm irgendwie schlechter.

Ich hab so Angst um ihn. Ich kann nicht aufhören zu weinen.

Ich weiss nicht mit wem darüber sprechen. Mit meiner Mam geht nicht, das letzte Mal als ich ihr zeigt, dass ich mir Sorgen um ihn mache, sagte sie später dann - siehst du wie es dich mitnimmt wenns ihm schlecht geht? Ich kann mich nicht von ihm trennen - er würde sich umbringen und so einfach wie du denkst könntest du nicht damit umgehen.

Meine Freunde sind alle mit ihrem eigenen Zeugs beschäftigt. Und ich will auch nicht immer mit Sorgen und Problemen antraben, wie es bei mir die letzten Monate der Fall war...

lxuoma~rexn


Ich weiß nicht, ob deine Mutter die beste Ansprechpartnerin ist. Ich kann allerdings nicht einschätzen, wie viele Jahre sich deine Eltern das Leben gegenseitig zur Hölle gemacht haben oder auch nicht. Wobei die Selbstmorddrohungen deines Vaters unter emotionaler Erpressung laufen und das eher für die Hölle spricht.

Hast du wirklich Angst um deinen Vater oder eher um dich, wenn er nicht mehr da ist? Könnte das ein Ablösungsprozess sein, der dich eh irgendwann erwartet hätte? Was ist das Gute an der jetzigen Situation?

Du brauchst hier keine Antworten zu geben. Ich kann nur blöde Fragen stellen, weil ich selbst ratlos bin. :[]

Bgalduxrhh


Auch wenn ich mich wiederhole:

Du bist gerade in einer sehr schwierigen Situation und brauchst Hilfe. Wenn es sich um Deine Freunde handelt, wirst Du sie nicht nerven, wenn Du ihnen von Deinen Sorgen berichtest. Dazu sind Freunde da.

Was bedeutet es, wenn Du sagst, Deinem Vater geht es schlechter? Woran bemerkst Du die Verschlechterung?

Diese Bemerkung Deiner Mutter:

siehst du wie es dich mitnimmt wenns ihm schlecht geht? Ich kann mich nicht von ihm trennen - er würde sich umbringen und so einfach wie du denkst könntest du nicht damit umgehen.

ist ehrlich gesagt wenig hilfreich. Sie trennt sich nicht von ihm wegen Dir?! Du bist eine erwachsene Frau und Deine Mutter sollte sich nur dann und deshalb nicht von Deinem Vater trennen, weil sie der Ehe noch eine Chance gibt.

Seine Drohung sich umzubringen, kann man durchaus als emotionale Erpressung sehen. Die Reaktion Deiner Mutter ist aber ehrlich gesagt nicht viel reifer. Sie erzeugt nämlich Schuldgefühle bei Dir: Weil meine Mutter glaubt, ich könne nicht mit dem Tod meines Vaters umgehen, trennt sie sich nicht. Sie leidet also wegen mir weiter unter der Situation.

Das ist höchst ungesund. Vielleicht sollte man sich jetzt erstmal auf die Gesundung Deines Vaters konzentrieren. Für sich selber kann man viel machen. Du könntest Dich an die Deutsche Krebshilfe e. V. wenden, mit den Ärzten Deines Vaters sprechen. Die Hilflosigkeit, die Du jetzt fühlst, veringert sich möglicherweise mit dem gesicherten Wissen, das Du Dir aneignest. Eine schwerwiegende Erkrankung ist immer eine massive Belastung für Betroffene und Angehörige. Darüber zu trauern ist in Ordnung. Aber um die möglichen Folgen einer Erkrankung zu wissen, gibt Dir Sicherheit. Wo sind die Risiken und wo die Chancen? Darum geht es jetzt. Alles weitere (also auch die mögliche Trennung Deiner Mutter vom Vater) entscheidet sich, wenn es Deinem Vater stabil besser geht.

Iochundi[chundicxh


hallo leute

Vielen Dank Baldurhh & luomaren für die letzten Beiträge

Tatsächlich hatte ich geschrieben, dass ich das Gefühl habe, es gehe ihm schlechter. Fast dachte ich, ich steigere mich in was rein - oder den Vorwurf den ich mir mache dass ich vielleicht übertreibe um Mitleid zu erhalten (kA woher dieser Komplex stammt).

Dem war leider nicht so. Er hat immer mehr von starken Kopfschmerzen gesprochen. Kurz darauf hatte er einen Anfall - er konnte nicht sprechen, stotterte nur bzw. konnte keine Worte bilden, und die rechte Körperhälfte ist eingeschlafen. Wir haben ihn sofort ins Spital gebracht - er hatte eine, zum Glück kleine, Hirnblutung und Flüssigkeitsanlagerung, welche epileptische Attacken ausgelöst haben. Er hat Medikamente erhalten, hatte dann aber noch ein paar Mal Attacken. Die Dosis wurde erhöht und dennoch hat er immer noch Attacken. Eigentlich hätte er heute wieder nach Hause gelassen werden sollen - die Ärzte hoffen dass sich die Flüssigkeitsansammlung ohne OP von selbst verkleinert - jedoch hatte er wieder eine Attacke.

Meine Mutter, völlig erschöpft, ist jetzt drei Nächte bei ihm im Spital...wir - ich und meine Schwester und deren Freund - sind auch völlig durcheinander etc. und viel bei ihm. Ich funktioniere im Moment und stehe irgendwie unter Schock (lasse es mir ihm m gegenüber aber nicht anmerken), er selbst fühlt sich sehr schlecht, hat Angst und schämt sich im Moment so von anderen abhängig zu sein. Unglaublich wie schnell alles ging - vor ein paar Monaten sind meine Eltern einen Halbmarathon in ziemlich guter Zeit gerannt, und nun das. Ich bin ziemlich durcheinander, wenn ihr meine Beiträge gelesen habt wisst ihr, dass schon so viel los war.

Tut mir irgendwie auch leid hier immer so negatives Zeugs zu posten.

Im Schock habe ich mich an meinen Ex gewandt, und er ist die letzten Tage quasi bedingungslos für mich da und unterstützt mich fast auf jede mögliche Art. Ich versuche zu Zeiten wo ich nicht im Spital bin zu arbeiten (an meiner Diss), klingt ev. seltsam weil es grad so eine derbe Situation ist, aber es gibt mir Halt. Denkt an mich, ich hoffe wirklich es kommt alles gut etc. etc.

Liebe Grüsse

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH