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Ich habe eine Depression..und weiss nicht wie weiter

l`uoymaFren


@ ichundichundich:

Das du jetzt völlig durch den Wind bist, ist "normal". Es kann auch eine gute Strategie sein, dein ewig nach Sinn suchendes Gehirn durch das Schreiben an der Dissertation abzulenken. Das blöde an dieser Situation ist einfach, dass du selbst recht wenig machen kannst.

Ich sehe das ganze nicht ganz so optimistisch, aber vielleicht habe ich während meines Zivildienstes in einem Altenheim zu viele Erfahrungen gemacht. Was du beschreibst, klingt nach den Folgen von Schlaganfällen. Zu einem gewissen Grad sind die Lähmungserscheinungen reversibel. Wenn ein zu großer Teil des Körpers betroffen ist, dann wird es selbst bei großen Willen des Betroffenen schwierig, wieder gesund zu werden. Alles, was jetzt kommt, ist eine Willensfrage für deinen Vater.

Unsere Gesellschaft vergisst ab und zu, dass der Umschwung von "gesund" zu "krank" recht schnell gehen kann. Das liegt wahrscheinlich daran, dass aufgrund der besseren medizinischen Mittel gegen Infektionskrankheiten andere, eher langfristiger wirkende Krankheiten zum Tragen kommen, die nicht so häufig auftreten.

Ich sende dir ein paar Kraftsternchen: :)* :)* :)* :°_

IqchundilchunMdicxh


Wir haben eben auch an Schlaganfälle gedacht - Die Ärzte haben aber von Epilepsie Anfällen gesprochen und sagten es seien keine Schlaganfälle und ihm ja auch Epi Medikamente gegeben. Meinst du, sie wollen uns schonen?

lNuomMarexn


Ich habe nur deine Beschreibung interpretiert und je nach dem, was du für wichtig erachtest, kommt das eine oder andere rüber. Das ist auch der Punkt, wo das Forum rein kommunikationstechnisch an seine Grenzen stößt und vielleicht nicht immer hilfreich ist.

Ich gehe davon aus, dass die Ärzte die Auswirkung von Schlaganfällen und epileptischen Anfällen auseinanderhalten können. Da sind doch deutliche Unterschiede, wie sich das bemerkbar macht. Ich wollte dich da nicht verunsichern.

Ansonsten kann ich momentan keinen wirklichen Rat geben, wie ihr mit der Situation umgehen könnt.

B[aldtuhrxhh


Auch ich wünsche Dir, Deiner Familie und vor allem Deinem Vater viel Kraft und baldige Genesung.

Das menschliche Gehirn ist ein auf kleinstem Raum arbeitendes Organ. Unzählige neuronale Verknüpfungen existieren dort. Wenn man einen Fremdkörper operativ entfernt, ist das Risiko von Verletzungen recht groß. Durch den operativen Eingriff kann es zu Entzündungen kommen, denn es wird Gewebe verletzt. Je nachdem wo der Tumor wächst, kann es zu vorübergehenden Beeinträchtigungen kommen, oder sogar bleibende Schädigungen verursachen.

Aber darüber solltest Du jetzt erstmal nicht nachdenken. Die Zeit wird zeigen, ob die OP ohne Folgen bleibt, oder die Folgen kompensierbar sind.

Ich schätze, dass die Ärzte selbst nicht so genau wissen, wie die Heilung verläuft. Du bzw. ihr könnt jetzt erstmal nichts anderes tun als abwarten.

Das Du Dich ablenkst, finde ich richtig. Wenn Du ausschließlich in Sorge um Deinen Vater lebst, hilfst Du ihm auch nicht wirklich.

Gut, dass Dein Exfreund jetzt da ist. Ich weiß nicht, ob ich die Idee, dass Du Dich ausgerechnet an ihn gewandt hast, so brilliant finde. Schließlich hat er Dir nicht gutgetan. Aber diese Entscheidung triffst Du.

Alles Gute!

I`chuZndichun-dicxh


Du hast recht @Baldurh, er hat mir wirklich nicht gut getan, und jetzt wo es mit meinem Vater wieder etwas ruhiger wird, er konnte nämlich wieder nach Hause - merk ichs auch wieder. Also mein Ex war wirklich extreeem für mich da, aber spüre jetzt wieder wie sich das Misstrauen, das ich gegenüber meinem Ex empfinde wieder wie Gift einschleicht - so fühlt es sich seelisch wirklich an, wie Gift - er kann das Lügen und die Iloyalität nicht lassen, ich spüre es einfach dauerend auch wenn er nichts macht, er hat niemandem gegenüber Grenzen. Ich muss mich, denke ich von ihm wieder abgrenzen, aber ich fühl mich schrecklich allein. Mein Ex hört mir gerne zu, und ist fast Tag und Nacht für mich da, und das ist für ihn wie selbstverständlich, dieses Bedinungslose. Das finde ich hier im Westen bei Menschen sehr selten, was mich wiederum von ihm auf ne Art abhängig macht..

B<alCdurh&h


Hallo,

also wenn ich an Deiner Stelle wäre, würde ich kein Gift des Misstrauens in meinem Körper haben wollen.

Ich nehm an, Dein Ex kommt aus demselben Kulturkreis wie Du.

Ziemlich normal, dass man sich in einer Notsituation an so jemanden wendet. Würde ich "im Ausland" leben, würde ich mir auch "deutsche Freunde" suchen, ich würde mich auch einsam fühlen und mich bei einer "Lebenskrise" zuerst an sie wenden.

Sie verstehen einfach, warum man fühlt, wie man fühlt. Man muss nichts erklären undsoweiter.

Wären diese Freunde mir gegenüber nicht loyal und würden z. B. in meiner Abwesenheit schlecht über mich reden, würde ich sie fragen, warum sie das tun. Würden sie es nicht lassen, würde ich mich von ihnen trennen.

Aufrichtigkeit ist keine Frage der Nationalität, Rasse oder Religion, sondern eine Frage des Charakters.

Wenn man sich mal negativ über einen Freund äußert, ist das andererseits nicht unbedingt illoyal. Wenn mich zum Beispiel ein Freund anruft und mir sein Leid klagt und das geht vielleicht über Monate so, sage ich ihm, dass er ändern soll, was er ändern kann. Tut er es nicht, erzähle ich vielleicht irgendwann einem anderen Freund, dass es mich nervt, dass Freund X seit Monaten davon redet, dass es ihm schlecht geht, er aber nicht zum Arzt geht.

Dein Dilemma ist, dass Du Dich selbst in Abhängigkeit bringst.

Wenn Du Dich einsam fühlst, öffne Dich. Empathische Menschen werden Dir zuhören und sich bemühen, Dich zu verstehen. Egal ob sie aus Deutschland, Indien, oder Grönland kommen. Du wirst einige Menschen finden, die Dich enttäuschen und andere, denen Du vertrauen kannst. Woher sie kommen, oder woran sie glauben, ist egal.

Alles Gute für Dich und Deine Familie!

l|u+omaxren


@ ichundichundich

Ich sehe auch noch eine interkulturelle Komponente. Vielleicht solltest du noch für dich definieren, wieviel Osten du im Westen bewahren oder zulassen willst. Das kann auch bedeuten, dass du anstelle der deutschen die Nationalmannschaft deines Heimatlandes anfeuerst. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es gut tut, einen Teil der ursprünglichen Identität zu behalten.

Andererseits sehe ich es ähnlich wie Baldurhh: Interkulturelle Kompetenz bedeutet soziale Kompetenz. Personen mit hoher sozialer Kompetenz werden auch mit den interkulturellen Differenzen klar kommen, weil sie einfach nur die Person in dir sehen, unabhängig von allen Vorurteilen. Dann ist es egal, aus welchem Kulturkreis sie kommen. Ich gebe allerdings zu, dass das Sprechen einer gemeinsamen Sprache (z. B. Klingonisch) die Kommunikation wesentlich erleichtert.

IuchuNndiuchundic_h


Hi

Danke für die Antworten.

Wir kommen nicht aus dem selben Kulturkreis. Ich komme aus dem mittleren Osten ursprünglich (aber lebe seit über 25 Jahren in der Schweiz), er kommt aus Osteuropa. Es geht mir nicht um Vorurteile und der gleichen, aber beispielsweise spielt die Familie in unserer Kultur eine viel wichtigere Rolle, und man ist auch etwas selbstloser wenn es um das Zwischenmenschliche geht. Ein etwas überspitztes Beispiel: Mit schweizer KollegInnen empfinde ich es oft so, dass wenn man etwas zusammen unternehmen will, die Leute zuerst abchecken, ob ihne zB dieses oder jenes Konzert überhaupt zusagt - in meinem Kulturkreis ist das eher zweitrangig, weil es mehr darum geht, zusammen Zeit zu verbringen. Auch gibt man bei uns viel mehr, Zeit, Gefühle, Energie, hier ist alles zwischen den Menschen viel abgegrenzter. V.a. in der Schweiz, wo viele (natürlich nicht alle) Menschen konservativ/verschlossen sind, die Regelgläubigkeit spiegelt sich dann auch in Beziehungen wieder.

Ob das Lügen eine nur persönliche Sache ist, weiss ich nicht. Ich hätte das früher auch so gesagt, jedoch scheint es mir, dass wenn Menschen in grosser Armut aufwachen, oft von klein auf das Lügen fast wie eine Überlebensstrategie ist. Das aber nur am Rand.

Wie gesagt hat er mir wieder sehr geholfen, als es meinem Vater schlecht ging (ihm gehts im Übrigen schon viel besser, er kann fast wieder so sprechen wie früher, jedoch ist er noch recht schwach). Zu letzt hatte mir mein Ex auch vor 2,3 Wochen geschrieben, wieviel ich ihm bedeute etc., oft schien es mir jedoch, dass ich nicht wirklich auf das bauen kann, und ich glaube das hat sich nun gezeigt. Heute zieht er nach Berlin, und er hat irgendwas gemeint von wegen dass er es versteht, wenn sich meine Gefühle geändert hätten (wie ich ihn kenne, hat er da wohl eher von sich gesprochen) obwohl er wisse dass er sich im Dezember bei mir gemeldet hatte (ich bin sicher, er erinnert sich, dass er sich auch im Januar bei mir gemeldet hat, so kann er aber so tun als wärs schon länger her). Nebenbei hat er noch bemerkt, dass er mit einer alten Schulkollegin, die nun in Berlin wohnt, nach Berlin reisen wird. Irgendwie war mir da klar was los ist, er hat plötzlich eine andere Option mit ihr, und schon bin ich vergessen.

Ich weiss, dass er Borderline oder was auch immer hat, und ich weiss auch dass er anderen Gegenüber keine Grenzen ziehen kann und es schon fast reicht wenn Jemand etwas nett zu ihm ist, dass er potentiell fremdgehen würde oder sonst unloyal wäre. Ich weiss dass wir keine Zukunft haben, und ich habe mich in der Vergangenheit auch nie von solchen Männern angezogen gefühlt, da ich solch ein Verhalten nicht gerade mit menschlicher Tiefe gleichsetze. Aber wegen allem was ich in den letzten Jahren durchgemacht habe, und er nunmal immer da war, tut es schon verdammt weh, das Gefühl dass für ihn so schnell alles vergessen ist, etc.

B6a`ldkurZhxh


jedoch scheint es mir, dass wenn Menschen in grosser Armut aufwachen, oft von klein auf das Lügen fast wie eine Überlebensstrategie ist.

Das mag sein, dennoch kann der Lügner durchaus mit dem Lügen aufhören, wenn kein Anlass mehr dazu besteht.

Wenn ich in meiner Kindheit gestohlen hätte, weil ich Hunger hatte, muss ich das als Erwachsener nicht mehr tun, wenn sich meine Lebensumstände insoweit geändert haben, dass ich jetzt Geld habe.

Wenn er eine Borderline Störung hat, spricht ihn das Anfangs vielleicht von Schuld frei.

Aber niemals von seiner Verantwortung.

Merkt er also, dass etwas schiefläuft, muss er sich ja eigentlich fragen, was er damit zu tun hat.

Wenn er Dich verletzt, demütigt und unaufrichtig ist, tut er Dir weh und das sieht er an Deiner Reaktion auf seine Handlung, seine Lügen etc. Du weinst, bist wütend...

Du redest mit ihm, vielleicht sieht er es ein, vielleicht weint er auch. Vielleicht sagt er Dir, dass Du die Einzige bist, die ihn versteht und das er Dir nicht wehtun will.

Aber er tut es wieder.

Wenn er keine Einsicht hat, wird sich nichts ändern. Er wird weiter Lügen, bisher ist er immer damit durchgekommen, warum also etwas ändern?

Ich habe in meinem Leben ein paar Borderliner kennen gelernt, sie waren immer ziemlich extrem. Nur schwarz oder weiß, keine Grautöne, sie konnten extrem liebevoll sein und im nächsten Moment grausam und gefühllos.

Mir wär das ehrlich gesagt zu anstrengend und ich hab schnell so eine Art "Frühwarnsystem" entwickelt. So eine Art Bauchgefühl, dass mir sagte: "Sei vorsichtig".

Du hast gerade eine schwere Zeit durchgemacht. Da ist man besonders empfindlich, man rückt näher zusammen, weint viel und lacht wenig, aber man tut es.

Du hast einen riesen Vorteil gegenüber Deinem Freund, du konntest stabile Beziehungen aufbauen, hast eine tolle Familie, die an Dich glaubte und Dich unterstützte.

Wenn Dein Ex das nicht hatte, wird er Extreme brauchen, um das Gefühl zu haben, am Leben zu sein. Ein Mensch mit der Krankheit sagte mir einmal, dass es sich anfühlt, als wäre er tot, er sucht extreme Herausforderungen, um das Leben zu spüren.

An der Krankheit ist er nicht schuld, aber er hat die Verantwortung für seine Taten und das kann man auch ganz nüchtern sehen: Wenn er sein Verhalten nicht ändert und andere Menschen ebenso verletzt, wie er Dich verletzt hat, wird er irgendwann allein sein, oder sich eben immer wieder neue Menschen suchen. Für tiefe Beziehungen wird er dann keine Zeit mehr haben, weil er eigentlich immer "auf der Flucht" ist. Sobald ihn jemand durchschaut hat, ist er weg.

IlchuOndicZhundixch


Baldurhh, du sprichst wie meine Mom (die super ist) :-)

Ich weiss nicht, ob man Verhaltensweisen aus der Kindheit so einfach ablegen kann, aber mit deinem abschliessenden Abschnitt und deiner Ausführung zur Verantwortung bin ich schon auch einverstanden.

Ich werde mich aus dem Ganzen rauskämpfen müssen, das krieg ich glaubs schon hin, und ich muss auch schauen dass ich unabhängiger werde. Meine Mom tut mir extrem leid, weils meinem Vater schlecht geht kann sie sich jetzt noch weniger von ihm distanzieren als sonst. Ich will ihr beistehen, aber kann mich ja selber schlecht vom Ganzen distanzieren und bin dann manchmal richtig wütend auf meine Mom, was natürlich völlig scheisse ist. Ich hab aber schon mal kognitiv kapiert, dass sie schlussendlich eine erwachsene Person ist und nur sie die Entscheidung zur Trennung treffen kann. Eine einfache Lösung gibts wohl nicht, das Ganze ist einfach schwierig.

Baldurhh, ich hab eine Frage. Mittlerweile wundere ich mich, ob ich mich unterbewusst von den falschen Leuten angezogen fühle. Eigentlich denke ich nicht, und wenn ich zurückschaue waren die meisten Männer rückblickend ok bzw gute Typen. Ich denke es war teilweise eher Zufall, dass die, die auch spannend waren teilweise rückblickend auch - sorry - Alöcher waren. Aber eben nicht die Mehrheit. Und der letzte (der Borderliner) war insofern ein Spezialfall. Zuerst hatte ich ihn über die Arbeit kennen gelernt, und im Arbeitsleben ist er loyal, ehrlich, smart usw. - was ich sehr anziehend fand. Als ich merkte woran ich war, dachte ich unterbewusst, gut von ihm kann ich nicht enttäuscht werden (wie von meinem Vater), und war sowieso nicht sehr stabil um mich zu trennen.

Dennoch, wie kann ich so etwas herausarbeiten? Wie kann bei mir selbst feststellen, ob ich mich nicht doch teilweise von unguten Charakterzügen angezogen fühle?

BSaldu\rhxh


Grüetzi,

na großartig, dann muss ich ja auch super sein.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ein öffentliches Forum der richtige Platz für Deine Frage ist. Ich bin kein "Fachmann". Wenn ich Deine Texte lese, tauchen bei mir Fragen auf. Wenn Du die beantworten willst, gibst Du ein paar persönliche Dinge preis. Ich würde Dir also ne PN schicken. Ich verspreche, ich werde Dich nicht belästigen und wenn es einem von uns zu viel wird, können wir aufhören.

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