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Ohnmachtsanfälle - Suche Gleichgesinnte!

K=reMislau,fedrixn hat die Diskussion gestartet


...aus gegebenem Anlass erst mal: Frohes Neues Jahr! :-)

Beim Blick auf die Uhr bin ich nicht etwa gerade aufgestanden, sondern durchforste schon seit mehreren Stunden das Internet. Das hat nicht unbedingt mit direkten guten Vorsätzen für das neue Jahr zu tun, sondern damit, dass meine Beschwerden gerade wieder besonders akut sind.


Ich verfasste tatsächlich gerade über 20.000 Zeichen (und stellte fest, dass schon bei der Hälfte das Limit hier erreicht war, aber ich schrieb weiter, weil es gut tat, fast 2,5 Stunden lang und der Text ist gespeichert, jetzt aber erst mal die Kurzfassung:)


Ich suche Gleichgesinnte, die...

...ohnmächtig werden und tagtäglich Angst davor haben, dass es wieder passieren könnte, weil es vermutlich auch wieder passieren wird. (Ich suche nicht jene, welche noch nie oder vielleicht nur ein mal umgekippt sind - mMn anderes Krankheitsbild)

...bei jedem Warnsignal/ Symptom Panik kriegen, dass es jetzt wieder soweit ist.

...bewusstlos werden, vermutlich ausgelöst von der Psyche (Stichwort "Reflex-Synkopen")

(Zwar reagiert bei mir mitlerweile auch das Herz in Form von Pausen bzw. Vorhofflimmern, allerdings passiert das laut den Ärzten aufgrund des Umkippens und löst es nicht aus)

...eventuell auch unter dem kurz geschildertem leiden und sich vorstellen können, dass es hilft und Erleichterung mit sich bringt, zu wissen, dass es noch Andere gibt, denen es so ergeht

Vermutlich, gerade bei psychischem Hintergrund/ Auslöser, wird jedes Krankheitsbild abweichen und ich hier kein Abpausbild von mir finden, aber ich kenne weder im Umfeld Jemanden, der so verkopft scheint wie ich, noch hab ich im Krankenhaus oder durch meine Therapeutin Kontakt zu ähnlichen Fällen bzw. Menschen aufnehmen können.

Ich habe wirklich Hoffnung, dass der Austausch helfen könnte!

Ob es klappt, oder nicht: vielen Dank für's Lesen vorab.

Gute Nacht :-)

Antworten
BJromUbeerk+üchlein


Liebe Kreislauferin auch dir erstmal ein frohes neues Jahr. @:)

Nun zum Thema.

Ich nehme an ich habe richtig verstanden das deine Ohnmachtsanfälle rein psychischer Natur sind?

Sachen wie Epilepsie wurden sicher ausgeschlossen?

Dann kann ich dir soviel berichten, das ich 2005 dasselbe Problem hatte.

Kurzfassung - bei mir beendete die Ohnmacht meine Panikattacken die sich durch Hyperventilation so hochschaukelten, das eine Ohnmacht das ganze beendet hat.Natürlich bekam ich aus angst vor der nächsten Ohnmacht ständig neue PA's - ein Kreislauf (schönes Wortspiel) ;-D

Tja was hat geholfen ... eigentlich nur eine Therapie.Ich war lange zeit beschwerde und Ohnmachtsfrei. Seit 2014 plagt mich nun ein Panikrückfall auf grund einer enormen Stressreaktion - aber wenigstens ist es in soweit besser, das ich in der Therapie gelernt habe mich nicht in eine Hyperventilation reinzusteigern, und dem entsprechend bleibt auch die Ohnmacht aus.

Ist es bei dir ähnlich oder bin ich völlig auf dem falschen Dampfer? Wenn ja dann entschuldige das ich dir nicht weiter helfen konnte.

K`reis[lau#fe4rin


Hallo Brombeerküchlein!

Wie großartig, dass es schon so schnell eine erste Reaktion gibt - und du bist überhaupt nicht auf dem falschen Dampfer! Als ich anfing, den Roman zu verfassen, den ich danach ja aufgrund der Länge wieder verwerfen musste, hab ich schon festgestellt, wie viele kleine Faktoren in meine Situation mit rein spielen.. wegen der radikalen Kürzung fehlt jetzt natürlich einiges, aber ich wollte unbedingt noch heute loslegen mit dem "Gleichgesinnte finden".

Also, man hat bei mir als Kind, als ich wg. einer anderen OP im Krankenhaus war wg. den damals schon auftretenden Ohnmachtsanfällen ein MRT vom Kopf gemacht, ohne Befund, als es dann, ich glaube es war 2006, wieder akut wurde, war ich eine Woche stationär in einem Epilepsiezentrum, wo man komplett ausschliessen konnte, dass es da einen neurologischen Zusammenhang gibt. Damals war die Diagnose immer "niedriger Blutdruck".

Das mit dem Rückfall kommt mir sehr bekannt vor. Es bedeutet zwar gleichseitig, dass es auch mal besser war, aber ich hab das Gefühl, dass ich drei Schritte vorwärts und dann aber vier zurück durch so einen Vorfall gehe.

Bei dir klingt es aber etwas so, als wäre die Ohnmacht ein bisschen auch Erlösung bei dir, weil sie die Panikattacke beenden. Ist das so? Wie lange dauern solche Anfälle denn an? Bei mir geht es immer relativ schnell und das Gefühl, nach der Ohnmacht, ist eigentlich auch immer sehr angenehm, weil der Körper sich gefühlt ein mal resettet hat und dieses "Ekelgefühl" vorm Bewusstseinsverlust echt widerlich ist.. kennst du das auch?

Trotzdem habe ich extreme Panik vor diesen Ohnmachten, ohne wirklich zu wissen, WAS genau daran so belastend ist, da ich nie schlechte Erfahrung sondern nur gute mit sehr hilfbereiten Menschen gemacht habe und ich auch noch nie böse gefallen bin und mich verletzt habe. Ich hasse einfach den Kontrollverlust.. und eben die neu dazu gekommenen Herzprobleme, die aber laut Ärzten auch nicht lebensbedrohlich sind.. Teufelskreis(lauf) eben ;-)

E@isIblum:e2x0


Halloo!!!

Ich habe deinen Post gelesen und kann mich zu 100% wiederfinden darin.

Bei mir waren diese "Anfälle" rein psychisch ausgelöst.

Ich hasse das gefühl vom Schwindel, vor dem Umkippen.... wobei ich da eher Angst vor den Reaktionen der Leute habe (Was könnten die denken usw....)

Angefangen hat bei mir alles nach der Geburt meiner ersten Tochter... ich litt unter einem unangenehmen Dauerschwindel, mit dem Gefühl gleich umzukippen.

Daraus resultierten Panikatacken.... wie soll es auch anders sein. Das ging dann so weit das ich nicht mehr raus ging (aus Angst ich könnte egal wo auch immer umfallen.

Ich ruderte von Arzt zu Arzt.... von Klinik zu Klinik...

Niemand konnte was finden (rein Körperlich)

Also beschloss ich zu einem Psychater zu gehen.....bin seither mit Psychopharma eingestellt (sertralin 50mg) und was soll ich sagen?

Die Erwartungsangst (also die Angst es könnte mir wieder Schwindelig werden) ist wie weggeblasen und ich fühle mich wieder wie ein neuer Mensch!!

Birombieer^küchl6ein


@ Kreislauferin

2006, wieder akut wurde, war ich eine Woche stationär in einem Epilepsiezentrum, wo man komplett ausschliessen konnte, dass es da einen neurologischen Zusammenhang gibt. Damals war die Diagnose immer "niedriger Blutdruck".

Ja kenn ich. Bei mir wurde auch immer gesagt - naja die hat halt bissel niedrigen Blutdruck. %-|

Selbst bei Panikattacken mit Hyperventilation ging mein Puls nie über 80 und das obwohl ich das gefühl hatte mein Herz springt mir aus der Brust.

Ich saß mal bei meinem Therapeuten und hatte gerade eine PA und er maß spaßenshalber meinen Puls - der bei 68 lag. Lustig wenn man das gefühl hat man könnte davon rennen wie ein aufgescheuchtes Huhn aber laut Puls völlig gechillt ist. %-|

Das mit dem Rückfall kommt mir sehr bekannt vor. Es bedeutet zwar gleichseitig, dass es auch mal besser war, aber ich hab das Gefühl, dass ich drei Schritte vorwärts und dann aber vier zurück durch so einen Vorfall gehe.

Auch das kenn ich. Ich war zwischendurch sogar komplett beschwerdefrei.

Bei dir klingt es aber etwas so, als wäre die Ohnmacht ein bisschen auch Erlösung bei dir, weil sie die Panikattacke beenden. Ist das so?

Ja 2005 war das so. Im Prinzip wusste ich, das so bald ich in Ohnmacht falle und wieder aufwache ist es erstmal vorbei ... bis zur nächsten PA. Ich hab dadurch auch eine Agoraphobie entwickelt und war anderthalb Jahre nicht an der frischen Luft. Selbst der gang auf den Balkon löste heftigste PA's aus. Geöffnete Fenster allein machten mir schon ein heftiges Globusgefühl im Hals.Irgendwann wurden die PA's so schlimm das ich mir die Ohnmacht richtig herbei wünschte.

Jetzt bei meinem Rückfall ist es so, das ich durch Tütenatmung meine Hyperventilation in den griff bekomme ... aber ganz ehrlich? Manchmal überlege ich schon es lieber zur Ohnmacht kommen zu lassen, damit es endlich vorbei ist. Denn das Problem ist, das meine PA's ohne Ohnmacht sehr viel länger dauern und auch häufiger kommen.

Wie lange dauern solche Anfälle denn an? Bei mir geht es immer relativ schnell und das Gefühl, nach der Ohnmacht, ist eigentlich auch immer sehr angenehm, weil der Körper sich gefühlt ein mal resettet hat und dieses "Ekelgefühl" vorm Bewusstseinsverlust echt widerlich ist.. kennst du das auch?

Ja auch das kenn ich. Ich merke immer recht schnell wenn eine PA im anmarsch ist. So ein Anfall mit Ohnmacht dauert nicht länger als eine halbe Stunde. Ohne Ohnmacht ziehen die sich bei mir schon mal stundenlang hin.

Trotzdem habe ich extreme Panik vor diesen Ohnmachten, ohne wirklich zu wissen, WAS genau daran so belastend ist, da ich nie schlechte Erfahrung sondern nur gute mit sehr hilfbereiten Menschen gemacht habe und ich auch noch nie böse gefallen bin und mich verletzt habe.

Komischerweise ist mir eine Ohnmacht noch niemals in der Öffentlichkeit passiert.Bedingt durch die Agoraphobie immer nur zu Hause.

K=reinslaueferin


N'Abend Ihr Beiden - Danke für die Antworten!

@ Eisblume20:

Bei mir ist es auf jeden Fall auch so, dass ich nicht in der Öffentlichkeit umkippen mag, weil ich diese Form von "Aufmerksamkeit erwecken" nicht gerne mag. Ich hab das Gefühl, ich bin dann eine Last für die Leute, die mir helfen "müssen", seien es jetzt Fremde oder Kollegen, Freunde... ich denke dann, dass ich mich ja mehr zusammenreissen könnte bzw. das nächste Mal lieber Zuhause bleibe, als anderen eine Last zu werden oder sogar einen Abend o.ä. zu versauen - Toller Quatsch eigentlich! Ich würde auch keinen Moment zögern jmd. anderem zu helfen und würde danach auch nie sagen "Na toll, jetzt ist der Abend hin", aber es ist so schwer, seinem Kopf klar zu machen, dass man eigentlich weiß, dass es Quatsch ist.. er vergisst das so schnell wieder, meiner zumindest...

Wie lange ist die Geburt deiner Tochter denn jetzt her? Bzw. seit wann nimmst du die Medikamente?

Ich werde mich mal erkunden und nachfragen, was das genau ist.. Stand jetzt bin ich aber noch gewillt, es ohne zu versuchen, bzw. wenn dann nur mit leichten, die ich evtl. auch nur bei "akuten Phasen" nehme.. das hängt wieder mit meinem Gedankengang zusammen, dass ich immer wissen will, WARUM etwas passiert. Also keine Symptome bekämpfen sondern die Ursachen herauszufinden...

Was uns sonst (ausser der Tatsache, dass ich noch keine Mutter bin :)) noch unterscheidet ist, dass ich dieses Umkippgefühl/ Unwohlsein nicht wirklich als Schwindel, sondern wirklich viel mehr als Übelkeit warnehme.. neben einem meist starken Zittern und fiesem Ohrensausen (auch danach).

Hast du vor oder während der Medikamente auch diese alternativen Techniken ausprobiert wie Muskelpressen oder ähnliches?


@ Brombeerküchlein:

Zum Puls: Ich weiß gerade gar nicht sicher, wie der sich verhält, wenn ich mich in der Vorkippphase, also dem vermutlichen Panikanfall befinde.. ich weiß nur, dass er rapide sinkt, wenn ich das Bewusstsein verliere.

Beim Sport dagegen geht mein Puls auf fast 200. Ich scheine also eine große Spanne zu haben...

Je mehr ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir wieder, dass ich wirklich extrem unter diesen Schwankungen leide.

Wenn ich frisch umgekippt bin, ist die Angst riesengroß.. dann kämpft man sich irgendwie wieder in die Normalität, alles ist gut, aber dann ist alles auf ein mal beim nächsten Rückfall viel schlimmer als vorher. Ich glaube daher rührt auch meine innere Angst, dass das Loch jedes mal tiefer wird... und wie die Psyche bzw. Seele das verkraftet.

Den Begriff Agoraphobie kannte ich bis eben noch nicht. Klingt aber nach nicht gut, besonders eine 1,5 jährige Isolation? Wow. Ich bin ja nach einem knappen Monat schon völlig fertig. Ich habe mir vorhin überlegt, mir ein kleines Ziel für jeden Tag zu setzen, zu dem ich das Haus verlassen muss.. das setzt mich schon enorm unter Druck, aber ich befürchte ohne Erfolgssituationen dadurch zu überleben, schaff ich es sobald nicht wieder an meinem Arbeitsplatz.

Und gleichzeitig hoff ich nur, dass diese "Jeden Tag was Kleines Draussen Mission" nicht nach hinten losgeht und der befürchtete Rückschritt direkt wieder eintritt. Wahnsinn, worum man sich als verkopfter (offensichtlich psychisch erkrankter) Mensch alles für Gedanken machen kann, womit sich einer Gesunde vermutlich keine Sekunde beschäftigt.

Wie oft ich schon versucht hab, mein Kopf auszustellen mit der Einstellung "Du machst das jetzt einfach und denkst nicht darüber nach" - das hat max. immer einen Tag geklappt und war fast anstrengender als alles zu durchdenken. Puh.

Bekomme ich eine Attacke, die nicht zur Ohnmacht führt (ich das aber denke, bis sie überstanden ist) dann neige ich überhaupt nicht zu Hyperventilation sondern eher zu einem sehr starken Zittern, dass den ganzen Körper betrifft. Immer für ein paar Sekunden, Schubweise. Ähnlich wie frieren, oder ich erinnere mich an so etwas, wenn ich als Kind ganz aufgeregt war (im positiven Sinne, z.B. Weihnachten oder andere tolle Dinge). Ich bezeichne das immer als "Nervenflatter", keine Ahnung, ob das medizinisch auch nur einen Hauch damit zu tun hat ;-) ..dazu kommt diese furchtbare Übelkeit, wo ich zwischendurch immer kurz denke, ob es vielleicht eine Magendarmgrippe ist, auch etwas, wovor ich als Eigentlich-Nie-Spucker panische Angst vor habe, da ich beim letzten Erbrechen (mit 16 Jahren!) davor und danach auch ohnmächtig wurde (vermutlich die Schutzreaktion des Körper, bei zu dollen Schmerzreizen).

Diese Anfälle können sich bei mir auch ziehen... je nach dem, wo ich bin, wie die Situation ist, wer bei mir ist, wie stark die Symptome sind... nur das Umkippen, wenn das besagte "Ekelgefühl" kommt, dann sind es nur noch ein paar Sekunden und meine Bewusstlosigkeiten ist meist ca. 30 Sekunden...

Was uns wohl wesentlich unterscheidet ist, dass ich eigentlich eher weniger Zuhause umkippe.

Bei mir hängt es wohl wirklich mit den Streßsituationen zusammen, die mich in der Öffentlichkeit ereilen, wo ich keine Kontrolle habe.

Mein Zuhause ist buchstäblich mein Schneckenhaus.

Oft, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit umgedreht bin, weil ich eine Attacke hatte, oder sogar schon auf der Arbeit war und mich krankgemeldet hab, ging es mir schlagartig besser zuhause, weil ich mich nicht mehr der Worst-case-Situation (in der Öffentlichkeit umkippen) ausgesetzt sah. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel.

An Heiligabend z.B. bekam ich eine Attacke Zuhause und rief meine Mutter, weil ich schweißgebadet mit Beinen hoch niederlag und mir sicher war, heute passiert's. Als es besser wurde, suchte ich wieder eine Erklärung warum ausgerechnet an dem Tag.. und konnte mir es nur so erklären, dass es schon wieder zu viel Druck war, an Weihnachten zu "funktionieren". Die Bude herzurichten für Besuch, zu einer bestimmten Uhrzeit woanders zu sein, weil die Gans dann aus dem Ofen kommt usw. usw....


Es ist für mich wie gesagt neu, mich übers Netz darüber auszutauschen, und ich weiß nicht, ob ich hier tendeziell zu viel schreibe, aber es hilft so sehr.

Seid ihr zur Zeit berufstätig oder anderen Regelmässigkeiten ausgesetzt, die euch unter evtl. unter Druck setzen?

Falls ja, wählt ihr dann die Variante "Augen zu und durch" und schulterklopft euch danach, wenns gut gegangen ist, oder genehmigt ihr euch auch Schwächen und sagt mal, "Nein, heute ist das zu viel"?

VG!

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