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Mein Zuhause verloren und tieftraurig

EEhemaligerM Nutzers (`#47901x3)


@ Minyip

Ich denke, er wollte es nicht an mich verkaufen, sondern lieber an fremde Leute. Er hatte mit einem befreundeten Makler dann auch den Preis noch höher getrieben, aber sie haben es gezahlt, das Haus war auch gut in Schuss, tolle Lage, alles wunderbar.

Dann lag's daran. Dieses Phänomen kommt mir sehr bekannt vor.

Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass nur meine Mutter hätte einschreiten können, denn es gehörte ihr ja zu gleichen Teilen. Aber sie hat alles ihm überlassen mit dem Verkauf, es war ihr schlichtweg egal.

Absolut richtig. Ich kann den Hang der Deutschen zu Mietwohnungen sowieso nicht nachvollziehen. Ein Haus ist die beste Altersvorsorge überhaupt. Naja, hilft alles nichts mehr. Das Leben besteht sowieso nur aus Dreck und da bringt es wenig, sich auf solche Dinge zu fokussieren, auch wenn hier definitiv nicht das Materielle im Vordergrund stand.

COhoZupette_Fxinnian


Wenn ich davon lese, dass dir der Verkauf das Heim genommen hat, kann ich dich verstehen.

Wenn ich lese, dass du dir den Krebs zurückwünschst oder an Suizid denkst, dann muss ich sagen, dass es nur ein Haus ist. Steine, Mörtel, Tapete und mehr nicht. Natürlich hat man bestimmte Erinnerungen, aber die verliert man nicht, weil man die Räume nicht mehr täglich vor Augen hat. Und wenn doch, dann waren es schwache Erinnerungen, die nicht wirklich wichtig sein dürften.

Deine Großeltern leben nicht in dem Haus weiter und deine Großeltern rotieren auch nicht im Grab, wenn sie wüssten, dass das Haus verkauft wurde. Ich denke, da bindest du dir Schuldgefühle ans Bein, die du dir nicht ans Bein bindest solltest und müsstest. Woher kommen diese?

Ich denke du hast zwei Möglichkeiten: Finde dich damit ab, dass das Haus weg ist oder setze alles daran, es zurückzukaufen. Mach dir aber auch klar, dass die neuen Besitzer veränderungen an Haus und Garten vornehmen werden, die von neuen Tapeten über Wände einreißen bis hin zum Bäume fällen reichen können.

Das klingt wahrscheinlich herzlos, aber ich finde es in Anbetracht eines Medizinforums, in dem einige User potentiell tödlich verlaufende Krankheiten haben und nicht wieder loswerden können oder Angehörige haben, die an solchen gestorben sind, auch herzlos sich Krebs zurückzuwünschen, nur weil das Haus verkauft wurde. Auch wenn das Herz am Haus hängt. Es ist ein Haus.

ELhemaliQger Nultzer (x#479013)


@ Choupette_Finnian

Grundsätzlich hast du natürlich Recht, aber nicht jeder ist sonderlich begeistert vom Leben. Außerdem hatte die TE bereits eine potenziell tödlich verlaufende Krankheit. Es geht hier sicherlich nicht um das Haus als physisches Objekt, sondern die Angelegenheit hat das Fass einfach nur zum Überlaufen gebracht.

m#ne4f


Vorab: Ich kann das grundsätzlich auch verstehen. Ich bin auch niemand, der gerne umherzieht, keinen Bezug zu seinem Heim hat und das nur als Gebäude sieht, dass bloß dem Wohnzweck dient. Umzüge mag ich nicht gern und die Vorstellung gegen seinen Willen weggenommen zu bekommen, was man als Jahrzehnte (und auch für die Zukunft) als sein festes Heim empfunden hat, ist hart.

Aber 100 Verständnispostings bringen dir auch nichts. Und die Ausmaße, die das bei dir annimmt, kann man hier auch nicht ernsthaft mit "Ginge mir genauso" quittieren, es sei denn, man ist selbst sehr labil. ":/

Ja, ich bin wohl schwer depressiv und ja, ich habe schon an eine Therapie gedacht, aber wozu darüber reden? Kein Therapeut kann mir "mein" (Zu-)Haus(e) zurückgeben. Also was soll das Ganze bringen?!

Weil deine Reaktion über ein "normales" Maß der Trauer, "Heimweh" und Wehleidigkeit hinausgeht.

Was du schreibst ist stark überzogen und deutet für mich darauf hin, dass das Kletten an dieses Haus nicht das eigentliche Problem ist. Da sprudelt "nur" umso stärker hervor, was du ohnehin schon an Problemen zu haben scheinst.

Und bei diesen Dingen kann der Therapeut dir u.U. helfen. Sonst wirst du vermutlich auch in Zukunft schnell an solchen Dingen zerbrechen, die zwar einfach nur scheiße sind, aber das Leben nicht plötzlich lebensunwert haben o.Ä.

Das Haus ist weg und so wie du es beschreibst, gibt es keine Chance es zurückzubekommen. Es macht dich nicht glücklicher, wenn du dich über deinen Onkel aufregst oder dich in "Hätte wäre wenn" verstrickst, denn es ändert nichts mehr.

MGinyxip


@ DoN_

Ich kann den Hang der Deutschen zu Mietwohnungen sowieso nicht nachvollziehen. Ein Haus ist die beste Altersvorsorge überhaupt. 

Da sagst du etwas Wahres, ich kann das auch nicht nachvollziehen. Ein Haus weiterzuvererben und zu wissen, dass es in Familienbesitz bleibt, ist doch etwas Wunderbares.

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@ Choupette_Finnian

Das klingt wahrscheinlich herzlos, aber ich finde es in Anbetracht eines Medizinforums, in dem einige User potentiell tödlich verlaufende Krankheiten haben und nicht wieder loswerden können oder Angehörige haben, die an solchen gestorben sind, auch herzlos sich Krebs zurückzuwünschen

Ich wünsche ja niemand anderem Krebs und ob ich mir meinen zurückwünsche oder nicht, ist doch völlig irrelevant, es hilft anderen Krebserkrankten so oder so nicht, ob ich nun lebe oder sterbe. Das hat in meinen Augen überhaupt nichts mit Herzlosigkeit zu tun.

Wenn ich lese, dass du dir den Krebs zurückwünschst oder an Suizid denkst, dann muss ich sagen, dass es nur ein Haus ist. Steine, Mörtel, Tapete und mehr nicht.

Das kann eigentlich nur jemand sagen, der noch kein Eigenheim hatte.

Es ist nicht nur ein Haus, es sind nicht nur Steine. Ein Zuhause hat man oder nicht, ich kann es nicht mit mir nehmen.

Bitte kommt mir jetzt nicht mit "im Herzen ist man überall Zuhause", diese Kalendersprüche sind so nichtssagend.

Ich habe so viel Arbeit reingesteckt, mit viel Liebe fürs Detail renoviert und eingerichtet und mich dort einfach heimisch und wohl gefühlt. Alles, was mir etwas bedeutet hat, ist weg (aber ich wiederhole mich und erwarte auch gar nicht, dass mich jeder versteht).

Ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit lässt sich einfach nicht erklären, das kann man nur selbst fühlen (wenn man es denn kennt).

Deine Großeltern leben nicht in dem Haus weiter und deine Großeltern rotieren auch nicht im Grab, wenn sie wüssten, dass das Haus verkauft wurde. Ich denke, da bindest du dir Schuldgefühle ans Bein, die du dir nicht ans Bein bindest solltest und müsstest. Woher kommen diese?

Da hast du etwas missverstanden. Das trifft gar nicht auf mich zu, so denke ich überhaupt nicht.

Natürlich hätte meine Oma nicht gewollt, dass es an Fremde verkauft wird, aber ich wollte das genauso wenig, ich ertrage es selbst nicht, dass in unserem Zuhause andere wohnen!

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@ mnef

Aber 100 Verständnispostings bringen dir auch nichts.

Erst einmal wollte ich es mir einfach von der Seele schreiben, aber trotzdem tut es gut, etwas Verständnis zu bekommen.

Was du schreibst ist stark überzogen und deutet für mich darauf hin, dass das Kletten an dieses Haus nicht das eigentliche Problem ist. Da sprudelt "nur" umso stärker hervor, was du ohnehin schon an Problemen zu haben scheinst.

Da liegst du völlig falsch, ob du es mir glaubst oder nicht.

Ich war mit meinem Leben rundum glücklich und zufrieden, bis vielleicht auf meine Arbeit, aber da hatte ich ja schon die Notbremse gezogen. Ich hatte sonst überhaupt keine Probleme, sondern ein sehr schönes Leben, das ich einfach wahnsinnig vermisse.

Sonst wirst du vermutlich auch in Zukunft schnell an solchen Dingen zerbrechen, die zwar einfach nur scheiße sind, aber das Leben nicht plötzlich lebensunwert haben o.Ä.

Auch das ist falsch. Es gab schon etliche schwierige Zeiten in meinem Leben (ich war im Teenageralter schon einmal schwer erkrankt und hatte später beruflich viel zu kämpfen), aber all diese Zeiten habe ich ohne Probleme gemeistert, bin nie an irgendwas zerbrochen, dafür bin ich grundsätzlich gar nicht der Typ.

Bei dem Verkauf des Hauses empfinde ich aber eine große Ungerechtigkeit und trotz allem, was ich versucht hatte, ging mir alles verloren, wofür ich vorher gelebt hatte und wenn man so plötzlich alles verliert, ist es sicher nur menschlich, wenn man das Leben nicht mehr als lebenswert empfindet.

Das Haus ist weg und so wie du es beschreibst, gibt es keine Chance es zurückzubekommen. Es macht dich nicht glücklicher, wenn du dich über deinen Onkel aufregst oder dich in "Hätte wäre wenn" verstrickst, denn es ändert nichts mehr.

Wenn das Leben nur so einfach wäre.

Aber gut, es gibt sicher Menschen, die können alles mögliche einfach so abhaken und weiterleben, als wäre nichts passiert. Ich kann es in diesem Fall nicht.

mcne?f


Da liegst du völlig falsch, ob du es mir glaubst oder nicht.

Richtig, ich glaube es dir nicht. Sich komplett abzuschotten, nicht mehr zu wissen, wofür man lebt und Todesgedanken haben, weil man (s)ein Haus verloren hat passiert nicht "einfach so", ohne dass man psychsich vorbelastet ist o.Ä. Du machst dir was vor, wenn du sagst, der Verlust des Hauses sei der nicht nur der letztliche Auslöser sondern der einzige Grund für deinen aktuellen Zustand.

sondern ein sehr schönes Leben, das ich einfach wahnsinnig vermisse.

Ein sehr schönes Leben bestand sicherlich nicht nur aus einem Haus.

Wenn das Leben nur so einfach wäre.

Wer redet von einfach? Ist es nicht so? Ist das Haus nicht weg und besteht eine Chance, es zurückzubekommen? Nein.

Aber gut, es gibt sicher Menschen, die können alles mögliche einfach so abhaken und weiterleben, als wäre nichts passiert.

Ich habe auch nicht gesagt, dass es einfach abzuhaken ist. Aber zwischen "Einfach Abhaken" und "Leben vorbei" gibt es noch ein paar Abstufungen.

M,inyxip


@ mnef

Ein sehr schönes Leben bestand sicherlich nicht nur aus einem Haus.

Nein, nicht nur aus dem Haus, sondern meinem Zuhause in meinem Heimatort mit meiner Familie, mit meinen Freunden und lieben Nachbarn, was Lebensqualität bedeutet hat.

Mit dem Haus habe ich eben nicht nur das Haus an sich verloren, aber das schrieb ich schon mehrere Male.

Eine schöne Gemeinschaft, ein intaktes soziales Netzwerk baut man sich über viele Jahre auf und wenn man das verliert, verliert man sich selbst.

"Einen alten Baum verpflanzt man nicht", sagt man so schön und auch wenn ich noch nicht so alt bin, trifft das auf mich vollkommen zu.

mvnesf


Du hättest den Kontakt zu deinem sozialen Netz nicht abbrechen müssen.

mWorix.


@ Minyip

Ich kann dich verstehen, alles Gewohnte, Liebgewonnene hinter sich lassen zu müssen, ohne dass man es gewollt hätte und ohne dass es wirklich sein musste, ist sicherlich nur schwer verdaulich.

Du schriebst, es hätte dir nie gehört, gehört im Sinne von "es besessen zu haben" vielleicht nicht, aber doch war es auch deines. Du hast dort viel gewerkelt, dem Haus deine eigene Note gegeben, hast offensichtlich auch die vielen Kleinigkeiten geliebt, wie den Plausch mit den Nachbarn übern Gartenzaun und dein Alltag hat sich nach dem Verlust des Hauses natürlich komplett verändert. Deine Freizeit war ja auch aufs Haus und alles, was damit zusammenhing, ausgerichtet. Dass du all das sehr vermisst, finde ich verständlich.

Du hast dort dreißig Jahre gelebt, das lässt sich nicht so einfach und schnell wegwischen.

Es gibt genügend Menschen, die ihr Haus aus finanziellen Gründen verlieren und daran zerbrechen, da braucht es nicht noch andere Probleme. Es ist einfach der Verlust des Lebenswerks, etwas, dass man sich mühsam aufgebaut hat oder wie in deinem Fall dafür gesorgt hat, dass alles gut erhalten bleibt. Du hast dich anhand deiner Beschreibungen ja wirklich geradezu liebevoll um alles gekümmert und hast wohl auch deine zukünftige Aufgabe darin gesehen, deshalb war dir ein Partner vielleicht auch nie so wichtig und dass du keine Kinder bekommen kannst, tut mir im Übrigen sehr leid,, dein Leben war ausgefüllt und nun ist das alles weg und du fühlst eine große Leere.

Das alles kann ich wirklich gut verstehen.

Bist du denn wirklich absolut sicher, dass du an der Situation nichts mehr ändern kannst? Viele Menschen sind käuflich, vielleicht auch die jetzigen Eigentümer.

In einer Therapie siehst du keine Hilfe. Naja, über etwas reden, hilft nicht immer, aber nicht drüber reden, auch nicht. Natürlich kann dir kein Therapeut dein Haus zurückgeben, aber durch Gespräche lässt sich vielleicht alles ein wenig relativieren und vielleicht würde dein Lebensmut zurückkommen, dein Kampfgeist (den du ohne Frage haben musst nach zwei schweren überstandenen Erkrankungen) und wer weiß, welche Möglichkeiten sich auftun (nochmal: mit entsprechendem Geld könntest du versuchen, es zurückzubekommen, aber dafür müsstest du in die Puschen kommen und wieder arbeiten). Ich stell mir gerade das dumme Gesicht deines Onkels vor, wenn es dir wirklich gelingen sollte, das Haus nochmal zurückzubekommen. Allein deshalb würde ich es schon versuchen. Hihi ;-)

Ich sehe solche Dinge inzwischen gelassener und denke mir, man bekommt oft eine zweite Chance, wenn man sich bemüht und wirklich dafür kämpft.

Du brauchtest diese Trauerzeit, finde ich völlig ok, aber warum noch weitere Zeit verschwenden? Niemand wird mit dem Schlüssel zu deinem Haus vor deiner Tür stehen und ihn dir schenken. Du musst aktiv werden und du wirst dich vor allem schnell besser fühlen, sobald du aktiv geworden bist.

Nimm wieder Kontakt zu deinen alten Nachbarn auf! Dass es dir anfänglich schwer fiel, weil du das Thema komplett ausklammern wolltest, kann ich nachvollziehen, aber nun wäre es doch an der Zeit wieder "anzugreifen". Erzähl ihnen, wie es dir ergangen ist, wie sehr dich der Verlust schmerzt, Unterstützung kannst du so oder so in jeder Hinsicht gut gebrauchen. Ach und du würdest ja momentan gar nicht mitbekommen, sollte sich dort mal was ändern ... kann man nie wissen. ;-)

Weißt du, ich kann dich deshalb so gut verstehen, weil ich mich auch mal komplett hängen ließ an Suizid nicht nur gedacht, sondern es auch versucht habe,, mich zurückgezogen und die Welt verteufelt habe. Nur, wie sieht so ein Leben dauerhaft aus? Schwarz, richtig schwarz. Klar kann man alles hinwerfen, aber soll's das gewesen sein? Wirklich? Wäre doch verdammt schade nie zu erfahren, wie es hätte weitergehen können. ;-)

Versuch es doch einfach, alles hinschmeißen kannst du immer noch. Aber jetzt schon?

Deine Wut kannst du übrigens positiv nutzen, um in die Gänge zu kommen. Fang an, kleine Schritte, wer weiß, wohin sie dich führen. :)*

Mpinyxip


@ mnef

Einige Freundschaften hatten sich irgendwann aufgrund meines Rückzuges und meiner "Persönlichkeitsveränderung" von selbst erledigt und die Kontakte zu ehemaligen Nachbarn konnte ich nicht halten, weil ich das emotional nicht geschafft hätte. Aus diesem Grund bin ich ja auch noch ein Stück weiter weggezogen, weil ich das Haus in anderen Händen nicht sehen mochte, nicht ertragen konnte. Auch Gespräche darüber hätte ich nicht ertragen. Daher "musste" ich bestimmte Kontakte abbrechen.

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@ mori.

Du hast das ziemlich gut zusammengefasst und danke fürs Mut machen.

dein Leben war ausgefüllt und nun ist das alles weg und du fühlst eine große Leere.

JA! :°(

Deine Wut kannst du übrigens positiv nutzen, um in die Gänge zu kommen. Fang an, kleine Schritte, wer weiß, wohin sie dich führen. 

Wenn's nur nicht so schwer wäre, ganz alleine kämpfen zu müssen. Früher innerhalb der Familie war das wesentlich leichter.

Bist du denn wirklich absolut sicher, dass du an der Situation nichts mehr ändern kannst? Viele Menschen sind käuflich, vielleicht auch die jetzigen Eigentümer.

Eigentlich bin ich sehr sicher, dass es völlig unmöglich ist, aus Gründen, die ich hier aber nicht benennen möchte. Jedoch stecke ich natürlich nicht in deren Haut und weiß letztlich nicht, wie sie tatsächlich reagieren würden. Aber ich habe inzwischen auch gar nicht mehr die finanziellen Mittel, um ihnen irgendein Angebot machen zu können, das hieße, es würde auf jeden Fall noch Zeit ins Land gehen und ob diese Zeit auf meiner Seite ist, bezweifle ich stark. Denn je länger die dort leben, desto weniger gern werden sie das alles wieder verlassen wollen.

Es erscheint mir so sinnlos, weil ich nicht daran glaube, dass sich das Blatt noch einmal wenden könnte.

Dein Beitrag war so positiv, ich werde dem in meiner Antwort gerade nicht gerecht.

Es fällt mir so schwer, wieder einen Sinn im Leben zu sehen. Natürlich wäre das Wiederbekommen des Hauses eine Riesenmotivation, aber da es so völlig ungewiss ist, erweckt es meinen Kampfgeist irgendwie nicht zum Leben.

Es kommt mir alles wie ein einziger langer Albtraum vor.

l*osge8tretexn


ich will jetzt nicht gebetsmühlenartig das wiederholen, was zig andere vor mir bereits getan haben. ja, ich verstehe dich und in abetracht deiner erkrankung hat dir das haus nochmal zusätzlichen halt und kraft gegeben.

dennoch sehe ich es gleich wie mnef:

Weil deine Reaktion über ein "normales" Maß der Trauer, "Heimweh" und Wehleidigkeit hinausgeht.

Was du schreibst ist stark überzogen und deutet für mich darauf hin, dass das Kletten an dieses Haus nicht das eigentliche Problem ist. Da sprudelt "nur" umso stärker hervor, was du ohnehin schon an Problemen zu haben scheinst.

Und bei diesen Dingen kann der Therapeut dir u.U. helfen. Sonst wirst du vermutlich auch in Zukunft schnell an solchen Dingen zerbrechen, die zwar einfach nur scheiße sind, aber das Leben nicht plötzlich lebensunwert haben o.Ä.

damit ist kurz und - wie ich finde - sehr treffend zusammengefasst, was die ist-situation ist und wie der nächste schritt aussehen kann.

das mitleid von uns hilft dir nicht. hingegen würde es dir helfen, zu erkennen, dass deine gefühle und deine bindung zu dem haus sich nicht im gesunden, "normalen" rahmen bewegen. ich würde behaupten, dass du das haus "vermenschlicht" hast, du trauerst darum, wie man um einen geliebten menschen trauern würde (und selbst da kann man mit viel harter arbeit irgendwann wieder positiv in die zukunft blicken, was du ja selbst nach über drei jahren nicht geschafft hast)

wenn du deine situation ändern willst, dann besorg dir einen guten therapeuten. wenn du dich weiterhin bemitleiden und trauern willst und jegliche sozialen kontakte vermeidest, dann kann dir niemand helfen. dann bringt auch dein beitrag hier im forum nichts. denn mitleid alleine zieht dich nicht aus dem dreck. ich weiß, wovon ich spreche... @:)

alles gute für dich, ich wünsche dir, dass du den willen findest, über den verlust deines geliebten hauses hinwegzukommen!

lYosg etretexn


Es fällt mir so schwer, wieder einen Sinn im Leben zu sehen. Natürlich wäre das Wiederbekommen des Hauses eine Riesenmotivation, aber da es so völlig ungewiss ist, erweckt es meinen Kampfgeist irgendwie nicht zum Leben.

Es kommt mir alles wie ein einziger langer Albtraum vor

wach auf, meine liebe! eine phase der trauer und mutlosigkeit sei dir wirklich zugestanden, aber es sollte im leben noch mehr geben, wofür es sich zu kämpfen lohnt als für ein haus. mein partner musste auch sein geliebtes elternhaus, das wir in den letzten jahren, als auch ich dann mit ihm darin wohnte, liebevoll renoviert und dekoriert haben, verkaufen. es brach ihm das herz. auch bei ihm war es so, dass sein opa, an dem er sehr hing, das haus in den 60er jahren selber gebaut hat und für meinen freund bedeutete das haus familie, zuflucht und einfach alles.

Aber er kam drüber weg. Warum? weil er menschen um sich hat, die sein leben unabhängig vom verlust des hauses lebenswert gemacht haben. und weil er erkannt hat, dass man auch woanders "zuhause" sein kann.

schritt 1: therapeut suchen

schritt 2: kontakte (ob alt oder neu) knüpfen!

schritt 3: wieder anfangen, zu leben.

l~er%chenz*uxnge


"Verständnisbekundungen" für Dich sind jetzt reichlich geschrieben worden, jetzt will ich auch mal eine Verständnisbekundung für die "Gegenseite" schreiben:

1) woher willst Du eigentlich so sicher wissen, dass Dein Onkel das Geld nicht brauchte? Man muss nicht kurz vor der Eidesstattlichen Versicherung stehen, um Geld gebrauchen zu können. Vielleicht wollte Dein Onkel selbst damit sein Traumhaus kaufen, einen bestehenden Kredit auf sein Haus sondertilgen oder sich einen anderen, seinen Jugendtraum erfüllen. Oder er will damit für das eigene Alter vorsorgen.

2) Du schreibst selbst, dass das Haus und der Garten sehr viel Arbeit gemacht haben. Früher haben Deine Oma und Du sich darum gekümmert, ja, aber Deine Oma war nun tot, Du schwerkrank, an wem wäre also die Arbeit hängengeblieben? An Deiner Mutter. Wenn die sich das nicht zugetraut hat oder schlicht sich diese Arbeit nicht aufbürden wollte, so habe ich dafür großes Verständnis.

3) Banken verdienen Geld damit, Kredite zu vergeben, die Vergabe von Krediten ist also im Urinteresse der Banken. Wenn Banken Dir keinen Kredit geben wollten, so ist das ein sehr gutes Indiz, dass das Projekt wenig aussichtsreich war. Du schreibst selbst, dass Du seither aus der Substanz, aus Ersparnissen gelebt hast. Wenn Du die Ersparnisse als Anzahlung verwendet hättest, womit hättest Du dann Deinen Lebensunterhalt und die Zinsen und Kredittilgungen für den Hauskredit bestreiten wollen?

Wäre es wirklich besser gewesen, wenn Du ein paar Jahre um das Haus gekämpft hättest, Dich extrem eingeschränkt hättest, Deine Ersparnisse eingesetzt hättest, um am Ende notverkaufen zu müssen oder gar von der Bank das Haus "unterm Hintern weg" gepfändet und zwangsversteigert zu bekommen?

C%omraxn


Liebe Minyip,

ich finde es erschreckend, was ich hier von dir lese. Aber nicht nur, was mit deinem geliebten Zuhause passiert ist, sondern auch, dass dieser Vorfall so dein Leben zerstört. Letzteres finde ich schlimmer, und das darf nicht passieren.

Es ist das Haus deiner Familie, aber deine Mutter und ihr Bruder wurden durch das Erbe die neuen Besitzer. Natürlich sagt deine Mutter nicht zu Lebzeiten der Oma "Wenn ich das Haus erbe, kommt's unter den Hammer.". Dazu muss man erst mal in der Situation sein, um sich ernsthaft Gedanken zu machen. Du hast dich da in etwas reingesteigert, und zwar schon als Heranwachsende. Hat sich deine Mutter jemals genauso liebevoll um den Erhalt, Renovierungen und Einrichtung gekümmert? Wenn nicht, hättest du da schon merken müssen, dass dir viel mehr am Haus liegt als ihr. Sie hat nicht diese Bindung wie du und ihr fiel es leicht, sich umzuentscheiden.

Vielleicht hat deine Mutter auch vernünftiger erkannt, dass eine Instandhaltung des Hauses für zwei Menschen zu teuer wird. Vor drei Jahren hätte sie deinen Onkel auszahlen müssen. Hätte sie genug Geld dafür gehabt oder hätte sie sogar einen Kredit dafür aufnehmen müssen? In dieser Zeit fingen die Immobilienpreise wegen der Niedrigzinsphase deutlich an, anzuziehen. Dein Onkel hätte sicher eine faire Auszahlung erwartet. Je nach Größe, Grundstück und Zustand liegt so ein Betrag zwischen 90000 und 200000 Euro (du weißt ja sicher, was das Haus jetzt auf dem Markt erbracht hat). Dazu wären an deiner Mutter (und dir) alle Reparaturen, die laufenden Kosten und die Grundsteuer und Versicherungen hängengeblieben.

Im Gegenzug hättest du deinen ideellen Wohnwert behalten. Aber wie hoch wäre der Preis gewesen, vor allem für deine Mutter? Wieviel Geld steht euch zur Verfügung?

Es ist natürlich immer klug, eine wertstabile Immobilie zu haben. Aber nicht um jeden Preis. Das hängt immer von den individuellen persönlichen Umständen ab. Anstelle deiner Mutter hätte ich mir auch jetzt keine Mietwohnung geholt, sondern mir von dem Geld wieder Eigentum gekauft. Aber dann eben in einer passenden Größe.

Ich finde es wirklich schlimm, wie sehr du immer auf dieses eine Zuhause fixiert warst und dass der Verlust dein Leben zerstört. Ich habe in meinem Leben in vier verschiedenen Eigenheimen gewohnt. Die ersten drei gehörten meinen Eltern und der letzte Umzug hat mich auch genervt, da ich mich dort sehr wohl fühlte. Ich kenne tatsächlich 3 "Elternhäuser" und wohne jetzt in einem ganz anderen mit meiner Frau zusammen (ebenfalls selbst gebaut). Meine Eltern hatten mir vor paar Jahren angeboten, dass ich das vorletzte Elternhaus, in dem ich mich früher so wohl fühlte, übernehmen könnte, weil sie es ansonsten verkaufen wollten. Ich wollte es nicht mehr, ich fühle mich hier wohl, wo ich bin. Ich habe gesagt: verkauft es ruhig und gönnt euch von dem Geld was Schönes im Ruhestand.

Du solltest versuchen, auch die Motivation deiner Mutter zu verstehen. Sie hat das getan, was sie sich in der Situation wünschte. Ich kann dir nur raten, innerlich gelassener zu werden, auch wenn der Verlust eines Zuhauses so schmerzt. Aber du strafst dich selbst und möchtest gar nicht mehr glücklich werden. Oder möchtest du deine Mutter damit strafen? Sieh wie unglücklich ich bin, weil das Haus weg ist?

Es erscheint mir so sinnlos, weil ich nicht daran glaube, dass sich das Blatt noch einmal wenden könnte.

Das Blatt hast einzig und allein du in der Hand. Du bist erst Anfang 30 und tust so, als hättest du dein Leben verloren. Dabei hast du das ganze Leben noch vor dir. Komm von der Fixierung auf das Haus weg, dazu rate ich dir zu therapeutischer Unterstützung. Kümmere dich um deinen beruflichen Lebensweg und hoffe, dass die Krankheit nicht zurückkommt. Bau dir dein neues Zuhause auf, und das nimmt dir dann niemand mehr. :)^ :)*

a^gn9exs


Ich habe eine Kollegin, die ich wegen ihrer Fähigkeit, mit Veränderungen umzugehen, bewundere. Sie ist in ihrer Kindheit alle drei Jahre umgezogen, was ihr das wahrscheinlich "antrainiert" hat. Wie man mit Veränderung umgeht, hat ja auch was mit der Erwartungshaltung zu tun. Für sie sind drastische Veränderungen eben normal.

Sehr wenige Leute verbringen ihr ganzes Leben in einem Haus und Umzüge sind stressig, bringen aber keinen um.

Ich würde mir an Deiner Stelle psychologische Hilfe súchen, je früher, desto besser.

Loslassen lernen - wie macht man das?

Machen Sie sich bewusst, dass Sie einen Einfluss auf Ihre Gefühle haben. Ihre Gefühle entstehen durch Ihre Gedanken. Sie haben die Macht, Ihre Gefühle zu beeinflussen, in dem Sie anders denken.

Das Loslassen beginnt mit einem einzigen Satz: "Ich bin bereit, loszulassen".

Wann immer Sie an das denken, was Sie loslassen möchten, unterbrechen Sie Ihre Gedanken mit einem STOPP und sagen sich "Ich bin bereit, loszulassen".

Sie werden in der ersten Zeit den Eindruck haben, sich zu belügen, da Ihr Gefühl Ihnen etwas anderes sagt. Mit zunehmender Übung wird sich Ihr Gefühl Ihren Gedanken anpassen.

Machen Sie sich immun gegen Kränkungen

Machen Sie eine Gewinn-Verlust-Rechnung auf: Was gewinnen Sie, wenn Sie loslassen? Was verlieren Sie, wenn Sie loslassen? Oder anders herum: Was verlieren Sie, wenn Sie nicht loslassen, was gewinnen Sie, wenn Sie nicht loslassen?

Die Beantwortung dieser Fragen motiviert Sie, loszulassen und zeigt Ihnen, welche Ängste und Befürchtungen Sie haben, wenn Sie loslassen.

Stellen Sie sich Ihrer Angst, loszulassen. Überprüfen Sie, ob Ihre Angst realistisch, begründet oder übertrieben ist.

Häufig erzählen wir uns nämlich, dass wir zu etwas unfähig sind oder sich Katastrophen ereignen werden, obwohl dies überhaupt nicht der Fall ist. Nur, indem wir unsere Angst genauer anschauen, stellen wir fest, ob diese begründet ist.

Suchen Sie Menschen, die eine solche Situation bereits erfolgreich bewältigt haben. Fragen Sie nach, wie diese es geschafft haben, und lassen Sie sich Mut machen. Auch Berichte von Betroffenen in Büchern können hilfreich sein.

Meiden Sie Menschen, die ähnlich wie Sie in einer solchen krankmachenden Situation verharren und nicht loslassen können.

Holen Sie sich therapeutische Unterstützung, wenn Sie merken, etwas läuft verkehrt in Ihrem Leben, Sie aber nicht wissen, wie Sie sich aus der Situation befreien können.

[[http://www.psychotipps.com/loslassen.html]]

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