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Mein Zuhause verloren und tieftraurig

d:evi8lindisgtuisxe


Es gibt Menschen, die sehr stark an Orten hängen und Menschen, die das nicht tun.

Das hängt weder mit "psychischer Vorbelastung und Labilität" zusammen, noch mit der Frage, ob man je ein Eigenheim besessen hat (dasselbe hätte, mutatis mutandis, auch mit einer Mietwohnung passieren können).

Womit es zu tun hat, ist das Konzept von "Person", das man hat. Für manche zählen Orte einfach nur zu den äußeren Umständen, in denen man lebt und die natürlich angenehm oder weniger angenehm sein können, die aber immer nur äußere Umstände bleiben.

Für andere gehören bestimmte Orte zur Person selbst, vergleichbar mit Körperteilen, Charakterzügen, unverzichtbaren Menschen, die "schon immer da waren" und so zu einem gehören, daß nicht ohne heftige Trauer und Erschütterung der Gesamtpersönlichkeit darauf verzichtet werden kann.

Das ist nicht "krankhaft", sondern wird einfach nur seltener in einer Gesellschaft, in der Mobilität und Flexibilität zunehmend selbstverständlich vorausgesetzt werden. Wo der eine sich "frei", fühlt, fühlt der andere sich "entwurzelt". Beides ist normal. Und beides kann, abhängig von den Umständen, zum Problem werden.

Minyip, du hast etwas für dich Wesentliches verloren und du befindest dich gerade in TRAUER darüber. Das ist normal, angemessen und o.k.. DU entscheidest, auf welche Weise und wie lange du trauerst. Laß dir da keine Vorschriften oder moralischen Vorhaltungen machen.

Da es dir aber momentan sehr schlecht geht, würde ich dich ermutigen wollen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Und zwar NICHT, weil du irgendwie unnormal wärest, sondern einfach nur, weil es ganz normal ist, sich Unterstützung zu suchen, wenn es einem nicht gut geht. Deine Familie kommt momentan als Unterstützung nicht in Frage, auch deswegen kann es sinnvoll sein, eine Psychotherapie zu machen. Es ist vollkommen normal und üblich, das nicht nur bei "grundlegenden Problemen" zu tun, sondern auch bei akuten Problemen wie z.B. sehr heftiger Trauer, die einen ohne Hilfe total fertig macht.

Nein, das bringt dir nicht dein Haus zurück. Und nimmt auch nicht die Trauer weg. Aber du kannst lernen, mit der Trauer zu leben und zwar so zu leben, daß es sich trotzdem lohnend anfühlt. Daß du dir das im Moment nicht vorstellen kannst und vielleicht auch gar nicht willst, ist klar. Aber vielleicht kannst du dich mit dem Gedanken anfreunden, daß es ganz angenehm sein könnte, wenigstens eine Stunde pro Woche Solidarität zu erfahren und dich nicht so einsam zu fühlen.

Cgho&upette&_Finxnian


Unterstellst mir Kalenderwoche zu benutzen, schmeißt aber mit Stammtischparolen um dich... ":/

Wenn ich diesen Käse mit 'einen alten Baum verpflanzt man nicht' höre. .. 1. Bist du Grad mal knapp über 30 und 2. Hatte meine Oma genau die gleiche Einstellung, die dazu geführt hat, dass sie und mein Opa ihren Lebensabend in Schmerz und Elend verbracht haben statt in Frieden. Ich kenne das Gefühl bzgl des Hauses. Das hatte ich, als ich mit 10 umziehen musste. Da habe ich mich teils bei Freunden mehr zu Hause gefühlt - aber wie gesagt, da war ich 10.

Ansonsten schließe ich mich Mnef an. Wenn der Hausverkauf einem so den Boden unter den Füßen wegzieht, dass man an Selbstmord denkt und sich Krebs zurück wünscht (was ich immer noch als Schlag ins Gesicht derer finde, die ihn nicht loswerden), dann stimmt da noch was ganz anderes nicht.

mDnxef


Es gibt Menschen, die sehr stark an Orten hängen und Menschen, die das nicht tun.

Das hängt weder mit "psychischer Vorbelastung und Labilität" zusammen, noch mit der Frage, ob man je ein Eigenheim besessen hat (dasselbe hätte, mutatis mutandis, auch mit einer Mietwohnung passieren können).

Ich hänge auch an Orten. Trotzdem habe ich mir keinen Krebs gewünscht o.Ä, als ich nach 25 Jahren das erste Mal weit weg zog bzw. ziehen musste. Ja da hat man Heimweh, sitzt heulend im neuen Haus, wünscht sich zurück und findet die ganze Welt scheiße und hat keine Lust den Partytiger zu spielen.

Aber das sind schwache Phasen und nicht Dauerzustand. Wieso wird also allen hier, die dieses Trauerausmaß nicht mehr im Rahmen finden, unterstellt, ihnen selbst wäre so etwas völlig egal? :|N Ich finde es ziemlich dreist von dir, so nach dem Motto "Die sind eben selbst total unbekümmert und hüpfen gern von einem Ort zum nächsten, die verstehen das nicht" zu argumentieren. Um dem entgegenzuwirken hatte ich sogar gleich zu Beginn klargestellt, dass mir sowas auch schwer fällt, ich würde sogar sagen, dass ich mich da mehr anstelle als die meisten meiner Freunde und Verwandten. Ich kann das grundsätzlich verstehen.

m>nef


PS:

Führ dir mal lieber vor Augen, wie sinnvoll es ist, hier Suizidgedanken einer depressiven Person nach einem Hausverkauf als normal und nicht krankhaft zu bezeichnen.

M\inyYip


Leider kann ich heute nicht schreiben, mir geht's sehr schlecht, werde mich zu dem einen oder anderen Beitrag aber noch äußern.

Danke für eure Antworten.

@ devilindisguise

Du hast das alles sehr gut beschrieben, genauso fühle ich mich :°(

m]o8ri.


@ Minyip

Eigentlich bin ich sehr sicher, dass es völlig unmöglich ist, aus Gründen, die ich hier aber nicht benennen möchte. Jedoch stecke ich natürlich nicht in deren Haut und weiß letztlich nicht, wie sie tatsächlich reagieren würden. Aber ich habe inzwischen auch gar nicht mehr die finanziellen Mittel, um ihnen irgendein Angebot machen zu können, das hieße, es würde auf jeden Fall noch Zeit ins Land gehen und ob diese Zeit auf meiner Seite ist, bezweifle ich stark. Denn je länger die dort leben, desto weniger gern werden sie das alles wieder verlassen wollen.

Es kann dir natürlich niemand sagen, ob du wirklich eine Chance bekommst, auch nicht wenn du ihnen irgendeine Summe bietest. Aber mein Gedanke dabei war, es wenigstens zu versuchen. Nicht alles versucht zu haben, finde ich persönlich schlimmer, weil immer eine letzte Ungewissheit bleibt.

Du hast geschrieben, dass du jetzt noch fast zwei Jahre von deinen Ersparnissen leben könntest, d.h. es ist ja noch einiges da. Wenn du das jetzt nicht aufbrauchen würdest und wieder in Beschäftigung wärest, ein regelmäßiges Einkommen hättest, könntest du mit deinem restlichen Eigenkapital doch mal bei der Bank vorfühlen, in welchem Rahmen sie dir einen Kredit bewilligen würden und wenn das positiv ausfällt, dann einfach mal das Gespräch mit den Besitzern suchen. Aber für all das müsstest du dich erstmal aufraffen ...

In welchem Zustand war denn das Haus? Mussten die neuen Eigentümer noch viel investieren, um irgendwas zu erneuern? Wollten sie sonst irgendwas großartig verändern? Denn all so etwas hätte den Wert inzwischen womöglich nochmal gesteigert, aber ich denke fast, du wirst wissen, um welchen Betrag es ungefähr gehen wird, den du bräuchtest.

Ich weiß natürlich nicht, ob es wirklich richtig ist, dir das zu raten, weil ich natürlich Bedenken habe, wie es dir erst gehen könnte, wenn es nicht klappt. Aber du hättest jetzt erstmal wieder eine Motivation ins Leben zurückzufinden und natürlich wäre es sinnvoll, sich vorher damit auseinanderzusetzen, sollte das alles nicht funktionieren (falls du es denn wirklich versuchen willst). Eine begleitende Therapie fände ich so oder so auch nicht verkehrt und könnte dir auch in dem Fall eine Stütze sein. Ebenso wäre es sicher wichtig, alte Kontakte zu reaktivieren, damit du wieder etwas menschliche Nähe bekommst.

Es kommt mir alles wie ein einziger langer Albtraum vor.

Ich kann dir nur aus eigener Erfahrung sagen, dass dieses Gefühl nachlässt, sobald man wieder anfängt zu leben.

Dass dir alles ausweglos erscheint, ist im Grunde kein Wunder, da du dich komplett zurückgezogen hast. Schon ein normaler Tages-/Nachtrhythmus, Tageslicht, ein paar Geräusche, Menschen, frische Luft ... das alles wäre für den Anfang wahnsinnig wichtig und dann am besten zum Hausarzt, der dich unterstützen könnte, einen Therapeuten zu finden und so alles der Reihe nach angehen.

Wahrscheinlich kommt dir das wie ein riesiger Berg vor, aber so schlimm, wie man sich das meistens vorstellt, ist es gar nicht. Nur den Anfang musst du nochmal alleine bewältigen: aufstehen, raus gehen, zum Arzt. Danach wirst du Unterstützung bekommen und dadurch auch wieder zu mehr Kraft finden. :)*

Ewva Rmellxa


Das ist hart, verstehe ich, und es wurde schon viel Richtiges und auch Tröstendes gesagt, so dass mir nicht mehr viel bleibt. Aber eines möchte ich doch noch anfügen:

zu sehen war, dass ich nicht so bald in meinen Beruf zurückkehren könnte. Sehr traurig war ich darüber allerdings nicht, da ich sicher teilweise auch durch meinen Beruf krank wurde

Das schreibst Du in Deinem ersten Beitrag, und hier ist zu erkennen, dass Du loslassen KANNST im Sinne von Einsicht, dass sogar schmerzliche Einschnitte ihren Sinn haben können.

Ich meine, selbst ein Haus, an dem dermaßen hängt - und ich kann das gut nachvollziehen - ist es dennoch nicht wert, dass Du Deine ohnehin angeknackste Gesundheit ruinierst. :°_

Es soll kein billiger Trost sein, aber wenn Du wirklich darauf verzichten musst, kann auch das am Ende vielleicht sogar gut sein - was Du jetzt nicht sehen kannst. Wer weiß, ob es nicht doch Enttäuschungen mit sich brächte, wäre es in Deinen Besitzt gelangt?

Drisce*derxe


Das Haus war schlichtweg 30 Jahre lang mein Lebensmittelpunkt, mein Zuhause (wer schon freiwillig sein geliebtes Zuhause auf?!).

Ein großer Teil der Menschen zieht irgendwann aus seinem Elternhaus aus - freiwillig. ":/

Wenn ich lese, dass du dir den Krebs zurückwünschst oder an Suizid denkst, dann muss ich sagen, dass es nur ein Haus ist. Steine, Mörtel, Tapete und mehr nicht.

Das kann eigentlich nur jemand sagen, der noch kein Eigenheim hatte.

Es ist nicht nur ein Haus, es sind nicht nur Steine. Ein Zuhause hat man oder nicht, ich kann es nicht mit mir nehmen.

Das stimmt nicht - ich hatte eins, und sage trotzdem, ein Haus sind "Steine, Mörtel, Tapete und mehr nicht.". Mein Elternhaus wird an dem Tag auf dem Markt geworfen, an dem ich es erbe. Nicht, weil ich keine emotionale Bindung dazu habe oder sonstiges, sondern weil es da wo es steht, mir einfach nichts nützt. Mein zu Hause definiere ich nicht an 4 Wänden und einem Dach, sondern ich bin da zu Hause, wo meine Familie ist.

Ein sehr schönes Leben bestand sicherlich nicht nur aus einem Haus.

Nein, nicht nur aus dem Haus, sondern meinem Zuhause in meinem Heimatort mit meiner Familie, mit meinen Freunden und lieben Nachbarn, was Lebensqualität bedeutet hat.

Mit dem Haus habe ich eben nicht nur das Haus an sich verloren, aber das schrieb ich schon mehrere Male.

Eine schöne Gemeinschaft, ein intaktes soziales Netzwerk baut man sich über viele Jahre auf und wenn man das verliert, verliert man sich selbst.

"Einen alten Baum verpflanzt man nicht", sagt man so schön und auch wenn ich noch nicht so alt bin, trifft das auf mich vollkommen zu.

Minyip

Du hast dich selber verpflanzt; du hättest in deinem Ort in in deinen bestehenden Netzwerken bleiben können. Du kannst "nur" in dem Haus nicht mehr wohnen; man hat dich nicht mit Fackeln und Mistgabeln aus dem Ort vertrieben.

Und "alter Baum"? Du bist Anfang 30....

Mein Uropa zieht mit 97 noch um, aus "seinem" Haus, welches er seit 1933 bewohnte. Und das freiwillig.

Ich schließe mich denen an, daß du dringend in Therapie gehörst, denn das Leben aufzugeben, sich den Krebs zurückzuwünschen und Suizidgedanken zu haben, weil ein Haus verkauft wurde, ist definitiv nichts normales....

TWhiys Twili.ght GOardxen


Ich versuche mich mal kurz zu fassen:

es gibt ein Australisches Sprichwort der Ureinwohner, das da ganz schlicht lautet:

du sollst dein Herz nicht an Dinge hängen.

****

Und in erster Linie ist ein Haus ein Ding.

Das du da so viel reininterprtierst liegt an anderen Baustellen. Da würde ich an deiner Stelle mal nachgucken, ggf. mittel Gesprächstherapie.

Wenn du da wohnen geblieben wärst und du das Haus aus anderen Gründen verloren hättest (Brand, Überflutung etc.) was wäre dann gewesen?

Und ich denke auch, dass du dich nicht abgenabelt hast. Wer wohnt denn schon sein ganzes Leben im Haus der Eltern? Normalerweise zieht man mit ca. 20 Jahren aus und baut sich ein eigenes Leben auf.

Okay, das hattest du nicht nötig, aber jetzt hast du den Salat.

Ich bin schon als Kind sooft umgezogen (und seit ich mit 16 Jahren auszog auch noch mal an die 20mal), dass ich an solchen Äußerlichkeiten nie mein Herz hängen würde - zu gefährlich... wie man an deinem Beispiel ja sieht.

Keinen Lebenssinn mehr zu sehen, weil das Haus weg ist...

Und du hättets ja in der Gegend bleiben können, wegen der tollen Nachbarschaft.

Also ehrlich,wenn du der Meinung bist keine Therapie zu brauchen, dann Prost ;-)

T;his +TwiRlight SGarVdxen


Was ich mit meinem ganzen Geschreibsel sagen will ist:

es ist immer ratsam sich mehrere psychische "Standbeine" zu erschaffen. #Eine fixierung auf eine einzige Sache kann gewaltig nach hinten losgehen, ob das jetzt die Arbeit ist, die Beziehung, die Kinder etc.

F<uCrubxa


Grundsätzlich verstehe ich dich schon, ich finde aber auch deinen Bezug zum Haus irgendwie sehr übertrieben bzw. das es über ein "normales" Maß hinaus geht.

Aber es reagiert eben jeder Mensch anders und jeder hat andere Vorstellungen seiner Zukunft. Ich hab eher die umgekehrte Situation durch.

Ich habe fast 26 Jahre in meinem sehr großem Elternhaus gelebt (3 Etagen, sehr viele Räume, 2 große Gärten und einen großen, ehemaligen Bauernhof dazu, etc.). Das Haus sollte mir dann vererbt werden, für mich stand aber fest, dass ich dort nicht bleiben will. Das Haus an sich war schön, aber viiiiiieeeeeeel zu groß für meinen Geschmack. Und die Wohngegend hat mir auch nicht gefallen... war ein kleines Dörfchen und mich zog es immer irgendwie eher in die Stadt.

Dann ging die emotionale Erpressung und die Schuldgefühle los... dass ich dort wohnen bleiben MUSS, ich wäre es meiner Familie schuldig und kann ja wohl nich ernsthaft mit dem Gedanken spielen mein Elternhaus zu verlassen. Das artete noch sehr aus und ging echt ins Extreme... aber so genau will ich das hier jetzt nicht ausführen, es ist ja immerhin nicht mein Faden. Allerdings hat mich das auch sehr belastet und psychisch sehr mitgenommen... nur eben auf umgekehrte Art, dass man mich quasi an ein Haus und an ein Dorf fesseln wollte und mir dann noch permanent ein schlechtes Gewissen eingeredet wurde, weil ich eben andere Pläne hatte.

Es ist nue gut, solche Sachen so arg an sich ran zu lassen, aber ich weiß, wie schwer es fällt sich von so etwas zu lösen. Ich würde wohl auch am ehesten nochmal zu einer Therapie raten, ich denke ehrlich gesagt, dass das das einzige ist, was dir im Moment helfen könnte.

Alles Gute @:)

INceLadHy_50


Für mich stellt sich die Frage, wofür das Haus eigentlich steht?

Wenn jemand meint, dass er keine Therapie benötigt, liegt es meistens daran, dass man an tiefliegende Probleme nicht ran möchte.

Hat das Haus Dich glücklich gemacht, oder warst Du glücklich? Oh doch, das ist ein himmelweiter Unterschied. Ersteres bedeutet, dass Du alleine nicht glücklich sein kannst, weil Du ggf. nicht weiß, was genau Dich eigentlich erfüllt und wie Du Dir Glück selber zufügen kannst. Das Zweite hieße, dass Du genau das kannst - und dann kannst Du das auch in einem anderen Haus.

Du hast all Deine Träume, Wünsche und Dein ganzes Selbst in dieses Haus projiziert, wie viele andere es in ihren Partner. Ist der Partner weg, ist die Lebenssubstanz entzogen. Das kann es nicht sein.

Du hast Dich regelrecht gegen eine Beziehung und damit einhergehende Veränderungen geschützt, indem Du einen Umzug ausgeschlossen hast. Hier lassen Deine Beiträge darauf schließen, dass Du grundsätzlich Probleme mit wirklichen, engen Beziehungen hast und dies dann mit nettem Beisammensein mit Nachbarn kompensierst.

Und scheinbar scheint es allen anderen Beteiligten nicht so ganz wichtig gewesen zu sein, was mit dem Haus passiert, sonst hätte man sich viel dezidierter darum gekümmert, dass genau so etwas nicht passieren kann. Hier die Frage: wie und worüber habt Ihr denn in welcher Ernsthaftigkeit überhaupt geredet?

Ich wünsche Dir, dass Du lernst, besser für Dich zu sorgen und allgemein erst einmal überhaupt zu Dir zu finden.

E}va TR_exlla


Und am Ende des Lebens nimmt niemand sein Haus mit - oder was auch immer. Dann sind wir ohnehin aufgefordert, uns von sämtlichen Gütern und auch vom Liebsten, was wir haben, zu trennen. Besser, wir lernen frühzeitig, wenn es sein muss, loszulassen.

Und nicht nur das, das Leben schreitet fort, und wer sagt uns denn, dass nicht doch ein paar versteckte Vorteile in so mancher Trennung stecken könnten?

ZSwacxk44


Meine Oma hätte niemals gewollt ...

Das spielt rechtlich gesehen keine Rolle. Der gemeinsame Wille Deiner Großeltern war testamentarisch festgelegt. Das Besondere am Berliner Testament ist, dass es nach dem Tod des erstversterbenden Ehepartners nicht mehr geändert werden kann. Und so, wie es war, ist das Testament auch erfüllt worden.

Bei dem Verkauf des Hauses empfinde ich aber eine große Ungerechtigkeit ....

Es ist aber keine Ungerechtigkeit geschehen. Wenn zwei Personen ein Haus erben, kann jeder der beiden die Auseinandersetzung, d.h. die Auszahlung, den Verkauf, die Versteigerung jederzeit verlangen. Genau das ist geschehen.

Ich glaube, es könnte Dir in Deiner seelischen Not helfen, die Situation aus diesem Blickwinkel zu sehen. Das hieße, zuerst einmal zu erkennen, dass weder Mutter noch Onkel gegen geltendes Recht verstoßen haben. Sie hatten halt andere Interessen, wie schon mehrfach angesprochen worden ist. Das heißt aber im Klartext, dass sie getan haben, was sie durften, ohne Dich überhaupt zu fragen. An dieser Stelle solltest Du prüfen, wie Du den Zorn gegen die beiden begründest.

Du hast einen Traum gehabt, zu dessen Erfüllung z.B. eine der folgenden Voraussetzungen hätte erfüllt gewesen sein müssen: 1. Deine Mutter kann und will Deinen Onkel auszahlen und Dir das Haus schenken oder später vererben. 2. Mutter und Onkel verzichten auf die Auseinandersetzung und lassen Dich im Haus wohnen, bis Du es später einmal erbst. 3. Mutter und Onkel lehnen die Annahme der Erbschaft ab, so dass (wenn der Onkel keine Nachkommen hat) das Erbe direkt an Dich "durchrauscht". (Wahrscheinlich gibt es noch andere Möglichkeiten). Wenn Du Dir das anguckst, siehst Du deutlich, dass diese Möglichkeiten alle außerhalb Deines Einflußbereichs lagen. Ein Traum, der vom Einfluß Dritter abhängt, steht aber immer auf unsicherem Fundament. Das hast Du ab einem bestimmten Alter gewußt oder hättest es wissen können. Um es deutlicher zu sagen: Dein Traum hatte einen Konstruktionsfehler, den Du nicht gesehen hast bzw. nicht sehen wolltest. Soweit erst einmal die Standortbestimmung.

Wenn Du mir da Recht gibst, kann Dich das vielleicht aus Deiner Traumwelt holen, Dich aber nicht glücklich machen, weil Du ja nur den Zorn gegen Mutter/Onkel eintauschst in die Einsicht, dass Du einem nahezu unerfüllbarem Ziel nachgerannt bist. Und genau an dieser Stelle schließe ich mich den zahlreichen Vorrednern an, die Dir professionelle Hilfe angeraten haben. Ich wünsche Dir viel Glück! @:) :)* :)*

dTevilind0isgruisxe


mnef, ich habe weder dir noch sonst jemandem irgend etwas unterstellt und schon gar keine Gefühllosigkeit. Auch, wer einen Ort NICHT als Teil seiner Person empfindet, kann natürlich Heimweh haben oder ungern umziehen. Wie gesagt: Der Ort zählt dann zu den äußeren Umständen, die man bisher als äußert positiv erlebt hat und daher nur sehr ungern missen möchte.

Heimweh und Traurigkeit sind aber nicht dasselbe wie die Trauer, die man empfindet, wenn ein Mensch stirbt oder ein Bein amputiert wird. Und so empfinden manche Menschen Ortswechsel - erst recht erzwungene.

Ich habe nicht von oberflächlichen und weniger oberflächlichen Menschen geschrieben, weder explizit noch implizit. Der Unterschied besteht einfach nur im Verhältnis zu vertrauten Orten. Manche Menschen fallen in tiefe Trauer wegen eines gestorbenen Haustiers, während andere nur traurig sind - aber nicht trauern. Auch das sind deswegen noch lange keine schlechten Tierhalter oder oberflächlichen, gefühlsarmen Menschen, während die Trauernden noch lange nicht psychisch krank sind.

Irgendwo habe ich gelesen, daß selbst beim Tod eines Angehörigen eine Trauer von mehr als... hm... keine Ahnung, wenigen Wochen (4?) fortan als pathologisch zu gelten hat. Demgegenüber möchte ich einfach bloß dafür plädieren, jeden trauern zu lassen, wie, wie lange und worüber er selbst es als notwendig empfindet. Trauer gehört genauso zum Leben wie Freude und ist keine Krankheit.

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