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Mein Zuhause verloren und tieftraurig

Jnar;la+_


Deine Beiträge erschrecken mich. Du kannst doch nicht ernsthaft die Krebserkrankung zurückwollen nur wegen des Hauses? Oder gar dein Leben selbst wegwerfen.

Glaube mir, ich verstehe dich. Das Haus meiner Oma war mir auch heilig. Ich verbrachte meine Kindheit mit meinen Eltern dort und es ging mir sehr gut. Ich fühlte mich wohl und geborgen. Meine Oma war wie eine Ersatzmutter für mich. Denn sie nahm mich in die Arme und hörte mir zu, was meine Mutter nie konnte und jetzt noch nicht kann. Als meine Eltern auszogen, ging es mir nicht gut. Meine Oma versprach, jeden Tag vorbeizukommen und das hat mich getröstet. Als sie verstarb (meinen Opa habe ich nie kennengelernt, er starb sehr früh) hatten mein Ex-Mann und ich sogar die Chance, das Haus zu kaufen. Ich war geschockt, dass sie es nicht einfach vermieten wollten (es waren vier Söhne), denn das Erdgeschoss war vermietet. Aber sie wollten das Geld. Wir rechneten und rechneten. Die Chance war da, aber es war zu teuer. Es gab ein riesen Grundstück und die Frau meines Onkels bestand auf den vollen Kaufpreis. Wir mussten absagen und das Haus ging an fremde Leute. Ich dachte, ich drehe durch. Ich weinte wochenlang dem Haus und den Kindheitserinnerungen nach. Fühlte einen Verrat an meiner geliebten Oma und hatte ein schlechtes Gewissen, dass wir es nicht kaufen konnten.

Aber ich habe eingesehen, dass es keinen Sinn macht, etwas nachzutrauern, was sowieso für immer verloren ist (gilt nur für Gegenstände). Noch heute fahre ich ab und zu am Haus vorbei und kann mittlerweile mit guten Gedanken an die schönen Erinnerungen denken und ich bin froh, dass es der "neuen Familie" genauso gut geht wie mir damals.

Was ich damit sagen möchte, bitte gebe dich nicht auf. Versuche zu akzeptieren, was nicht zu ändern ist. Ich weiß, es ist schwer, aber ich weiß auch, dass man es schaffen kann.

Alles Gute

CXo:m2raxn


Hallo Minyip,

danke für deine näheren Erläuterungen, man kann ja nur verstehen, was man auch lesen kann.

Wir haben sehr oft ganz offen darüber gesprochen, dass meine Mutter und ich selbstverständlich dort im Haus wohnen bleiben werden, sonst hätten wir auch nicht Jahr für Jahr so viel Geld in selbiges investiert. Wir hatten auch öfter schon überlegt, wie wir das Leben zu zweit dort gestalten würden, Aufteilung etc.

Gut, dann wird für mich ein bisschen klarer, dass ihr wirklich aktiv über eine Zukunft in diesem Haus gesprochen habt und es nicht nur dahergesagt war. Habt ihr bei den Investitionen denn deinem Onkel nüchtern vorgerechnet, was ihr dort investiert habt und dies bei der Teilung entsprechend berücksichtigt? Ich weiß, es ist nicht dein eigentliches Problem, interessiert mich erst mal nur so - aber der Kreis schließt sich weiter unten in meinem Beitrag.

Ich finde nämlich noch zwei Dinge etwas widersprüchlich:

Bevor ich erwachsen war, wurde das Haus auch nur von zwei Menschen finanziell instandgehalten, was kein Problem war

Daraus schließe ich, dass entsprechend Kapital vorhanden gewesen ist, um das Haus in Schuss zu halten. Schließlich sprichst du oben auch von "Jahr für Jahr so viel Geld". Aber wärt ihr auf Dauer hier finanziell sicher gewesen? Du lebst aktuell von deinen Ersparnissen. Die sind irgendwann aufgebraucht. Und es beantwortet noch nicht die Frage, ob du und deine Mutter wirklich in der Lage gewesen wärt, deinen Onkel auch auszuzahlen. Von der Bank hättest du keinen Kredit bekommen.

Und noch etwas ist mir aufgefallen:

Meine Mutter hat vor allem gerne eingerichtet und dekoriert, das war ihr Ding, während sie die Arbeit draußen nicht mochte, wozu sie aber auch niemand gezwungen hat.

Vorher hast du aber geschrieben:

Nichts wäre an meiner Mutter hängengeblieben! Ich habe mich auch während meiner Krebserkrankung ums Haus gekümmert und hätte mir jederzeit Hilfe für draußen dazu holen können, was ich schon jahrelang gemacht habe, da meine Oma mir nicht mehr bei allen Arbeiten helfen konnte. Meine Mutter war nie involviert, weder in Arbeiten im Haus (Renovierungen), noch außerhalb des Hauses.

Das passt entweder nicht ganz zusammen, oder man muss es wirklich spitzfindig trennen: deine Mutter hat ihren (x-beliebigen) Wohnraum wohnlich gestaltet, du hast ihn instandgehalten.

Ich verstehe deine emotionale Abhängigkeit zu diesem Haus. Aber ich habe immer noch etwas den Eindruck, dass es hier auch um eine fixe Idee geht. Wenn man das dauernd vorher bespricht, wie man da leben möchte, dann ist das sicher enttäuschend und nicht fair, wenn es dann ganz anders kommt. Aber ich glaube auch, dass du die rationalen Gründe, die deine Mutter vielleicht umtreibt, sehr stark ausblendest und eure Leistungsfähigkeit, das Haus in Zukunft zu halten und den Onkel auszubezahlen, ein bisschen arg romantisch und zu einfach eingeschätzt hast.

Es ist ohnehin vorbei. Du musst für dich deinen Frieden finden, indem du auch mal einen Schritt zurücktrittst und euer mögliches Leben mit dem Haus realistisch unter allen Facetten betrachtest. Es wären mit Sicherheit finanzielle Probleme auf euch zugekommen, und deiner Mutter war es nie so wahnsinnig ernst wie es dir war.

Versuche, darüber hinwegzukommen und binde dein Leben nicht an eine Immobilie. Du hast ein 16 Jahren deine Prägung eines "Zuhause" erhalten. Du kannst dir auch wieder ein neues Zuhause schaffen. Also schau nicht zurück, sondern nach vorn. :)*

MQinysip


@ Jarla_

Danke für deine netten Worte!

 Du kannst doch nicht ernsthaft die Krebserkrankung zurückwollen nur wegen des Hauses? Oder gar dein Leben selbst wegwerfen.

Ganz ehrlich? Wenn ich erst nach dem Verlust des Hauses erkrankt wäre, hätte ich mich nicht behandeln lassen. (Auch wenn nach dieser Aussage die Hobbypsychologen wieder zuschlagen werden, bitte gerne)

Ich weiß nicht, ob es in früheren Jahren auch schon so schmerzlich für mich gewesen wäre, also beispielsweise wenn meine Mutter mit mir als Kind ausgezogen wäre. Das ist schwierig im Nachhinein zu sagen. Aber so vieles dort habe ich selbst umgebaut/umgestaltet, es nach meinen Vorstellungen eingerichtet und mir eben mein Leben dort aufgebaut, wie andere, die in jungen Jahren ihr eigenes Haus bauen.

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@ Comran

Danke für deine nette Reaktion und Fragen beantworte ich gern, soweit es mir möglich ist.

Habt ihr bei den Investitionen denn deinem Onkel nüchtern vorgerechnet, was ihr dort investiert habt und dies bei der Teilung entsprechend berücksichtigt?

Nein, das fiel netterweise komplett unter den Tisch.

Er hat das Haus während der Besichtigungen ganz stolz präsentiert und den Interessenten erzählt, was alles neu gemacht wurde, als ob er derjenige war, der das veranlasst hätte. >:(

Aber wärt ihr auf Dauer hier finanziell sicher gewesen? Du lebst aktuell von deinen Ersparnissen. Die sind irgendwann aufgebraucht. Und es beantwortet noch nicht die Frage, ob du und deine Mutter wirklich in der Lage gewesen wärt, deinen Onkel auch auszuzahlen. Von der Bank hättest du keinen Kredit bekommen.

Das wäre alles überhaupt kein Problem gewesen. Mit meiner Mutter zusammen sowieso nicht, aber alleine hätte ich es auch geschafft.

Ich hatte konkrete Pläne für die Zeit nach meiner Erkrankung und hätte schnell wieder gutes Geld verdient. Desweiteren hatte ich mir überlegt (nachdem meine Mutter mir sagte, dass sie nicht dort bleiben will), einen Teil zu vermieten. Ich bin in solchen Dingen nicht blauäugig.

Das passt entweder nicht ganz zusammen, oder man muss es wirklich spitzfindig trennen: deine Mutter hat ihren (x-beliebigen) Wohnraum wohnlich gestaltet, du hast ihn instandgehalten.

Ja.

Was sie in ihrem Bereich des Hauses gemacht hat, war ja ganz alleine ihr Ding. Sie hat es sich aber immer schön gemütlich gemacht, immer mal etwas verändert - neue Möbel, andere Farben und Dekorationen.

Um alles andere, sagen wir um Gröbere, musste sie sich nie kümmern und hätte sie auch zukünftig nie gemusst.

Aber ich glaube auch, dass du die rationalen Gründe, die deine Mutter vielleicht umtreibt, sehr stark ausblendest und eure Leistungsfähigkeit, das Haus in Zukunft zu halten und den Onkel auszubezahlen, ein bisschen arg romantisch und zu einfach eingeschätzt hast.

Wie gesagt, ich hatte letztlich kein Problem, dass sie nicht mehr mit von der Partie war. Es ist ihr Leben, ihre Entscheidung. Ich brauchte nur, um sowohl meinen Onkel, als auch sie vollkommen ausbezahlen zu können, etwas Zeit (ich spreche hier ja nicht von Jahren oder gar Jahrzehnten), aber gegenüber ihrem Bruder war sie schon immer kleinlaut und diese fehlende Unterstützung ist es, die mich so wütend macht.

 Du hast ein 16 Jahren deine Prägung eines "Zuhause" erhalten. 

Ich habe 30 Jahre dort gelebt.

FLlamhechenO7x9


Aber so vieles dort habe ich selbst umgebaut/umgestaltet, es nach meinen Vorstellungen eingerichtet und mir eben mein Leben dort aufgebaut, wie andere, die in jungen Jahren ihr eigenes Haus bauen.

ich kann deine Trauer schon verstehen , find es aber ehrlich auch sehr befremdlich, wiesehr du leidest und welchen Stellenwert du dem Haus gibst. Viele Dinge kann ich nachvollziehen....man hängt eben an gewissen Dingen...aber man muss auch loslassen können, was nicht zu halten ist.

Nichts kann dir deine schönen Erinnerungen nehmen...die hast du in deinem Herzen und solltest sie dort auch behalten.

Aber mit 30 bist du doch jung und hast dein Leben noch vor dir. Du kannst locker noch 50 Jahre woanders ein tolles Zuhause haben. Eins, was du allein dir schaffst, eins, was du dir so herrichtest, wie du es mit altem Haus gemacht hättest.

Manchmal neigt man auch dazu, Dinge schöner zu sehen, als sie tatsächlich sind. Was hindert dich, nach vorn zu schauen und dir dein Leben so schön wie nur möglich zu machen.

Ich kann verstehen, dass man "Heimatverbunden" bleibt, aber es hindert doch nix daran, in die Nähe zu ziehen. So kannst du die Verbindung zu den Nachbern und der Umgebung halten und leben.

Ein bisschen fanatisch find ich deine Einstellung schon.

Man weiß doch eigentlich, dass nix für die Ewigkeit ist.

Wir sind mit 12 Jahren umgezogen und ich fand es fürchterlich. Ich habe mir immer gewünscht, wieder in dem alten Ort zu wohnen und nahm mir immer vor, irgendwann da wieder zu wohnen. Noch heute träume ich davon, dass wir in dem alten Haus wohnen und alles ganz toll ist (bin inzw.35) ...aber ich habe jetzt hier in dem "neuen " Ort mit meinem Mann ein Haus und ich finds toll. Ich fahre auch gern an dem alten Haus vorbei, aber es verbindet mich nur mit den Erinnerungen. Mehr nicht. Und wenn ich lange Weile habe, dann schnapp ich mir meinen Hund und spaziere durch den Wald, wo ich als Kind rumtobte. Das bringt mir so viel mehr, als dieses alte Haus, was inzwischen eh ganz anders und "fremd" aussieht, da so vieles verändert und erneuert wurde.

maori.


Liebe Minyip,

deinen Schmerz über den Verlust deines Zuhauses finde ich mit jedem neuen Beitrag von dir verständlicher.

Das Haus war gut in Schuss, es musste in keinster Weise saniert werden, wir haben uns immer gut darum gekümmert. Das war mir auch wichtig, da ich eben dachte, dort für immer leben zu können.

Insofern dürfte es jetzt nicht noch im Wert gestiegen sein, wenn die neuen Eigentümer kein weiteres Vermögen investieren mussten.

Heizung, Dach, Rohre, auch die Badezimmer, Fassade, Türen, Treppen, Geländer, Balkone waren tiptop und im Außenbereich war auch alles picobello. Deshalb waren neue Eigentümer auch nicht schwer zu finden. Nur dass der gute Zustand des Hauses in keinster Weise meinem Onkel zu verdanken war.  >:(

Dein Ärger ist vollkommen nachvollziehbar, zumal die Instandhaltungen (laut Antwort an Comran) nicht verrechnet wurden und dein Onkel zu gleichen Teilen wie deine Mutter geerbt hat. Du hast ja wahrscheinlich auch eigenes Geld dort reingesteckt. Das würde mich auch wütend machen, denn immerhin konnte es somit zu einem höheren Preis verkauft werden. Nein, das ist so nicht ok. :|N

Damit müsste ich mich tatsächlich im Vorfeld auseinandersetzen, vor allem aber dürfte ich mich nicht darauf versteifen, dass es klappt.

Ja, unbedingt.

Leider klingt das Haus nach deinen Beschreibungen schon sehr toll, insofern dürfte das alles tatsächlich schwierig werden, du kannst sie ja nicht zwingen wieder auszuziehen.

Ich bin ja so jemand, der sehr direkt, ehrlich und offen ist. Ich würde mit den Leuten einfach mal das Gespräch suchen, mich mit ihnen zusammensetzen und zwar noch vor allem anderen. Sag ihnen, wie alles gelaufen ist, wie es dir geht, was deine Gedanken sind. Ich überlege gerade, wie ich handeln würde, wäre ich der neue Eigentümer ... zumindest würde es nicht spurlos an mir vorbeigehen und ich würde mir Gedanken machen. Es gäbe mit gutem Willen von beiden Seiten sicher Mittel und Wege, auf einen Nenner zu kommen. (Ja, ich glaube zu gerne an das gute im Menschen)

Ja, das ist richtig. Dabei kommt es mir so lächerlich vor, da ich in meinem Leben schon ganz andere Dinge gewuppt habe und gar nicht wieder aufstehen musste, weil ich erst gar nicht gefallen war. 

Ich finde es nicht lächerlich und irgendwas haut einen einfach mal um.

Ich hatte eine genaue Vorstellung von meinem Leben und solche Freude an den verschiedenen Vorhaben das Haus und Grundstück betreffend. Das alles los zu lassen, gelingt mir einfach nicht.

Es tut mir wirklich sehr leid für dich. :-(

mOo,rix.


Man weiß doch eigentlich, dass nix für die Ewigkeit ist.

Hm. Es gibt aber durchaus Menschen, die wohnen ihr gesamtes Leben am selben Fleck und in ein und demselben Haus.

Fxlram?ec7henx79


das mein ich damit nicht, aber man muss doch immer damit rechnen, dass irgendwas zu Ende geht (sei es ein Umzug, eine Ehe, eine Arbeitsstelle).

Ein Verlust ist IMMER was tragisches und jeder geht damit anders um. Nur irgendwie MUSS man damit umgehen können, sonst zerbricht man dran und wenn man merkt, dass man daran zerbricht, sollte man sich Hilfe holen.

Dsa Leben geht weiter, ob mit dem Haus oder ohne dem Haus. Das klingt grausam, aber wenn sie nicht verbittert in ihrer Wohnung zu Grunde gehen will, muss sie was ändern und wenn sie es alleine nicht schafft, sollte sie sich Hilfe holen. Das Leben ist viel zu schade....

Wenn sie dann 80 ist, braucht sie nicht mehr anzufangen, sich ein eigenes Heim zu schaffen. Jetzt ist doch aber der perfekte Moment. Das Haus ist weg. Zeit,um sich in dieser Richtung neu zuorientieren und voller Power durchzustarten.

F0lampechAenx79


Es gibt so viele Menschen, deren Träume geplatzt sind. Deswegen kann man sich doch aber nicht derart gehen lassen. Zumindest nicht dauerhaft. Obwohl ich ihre Wut und Trauer sehrwohl verstehen kann. Der Onkel wäre für mich auch "gestorben" wenn er so Geldgeil ist und wegen ein paar Monaten meinen Traum zerplatzen lässt. Aber es ist wie es ist. Irgendwann muss man dann auch mal die Ärmel hochkrämpeln und wieder nach vorn schauen.

TE: wie ist das Verhältnis zum Onkel jetzt? Wusste er von dem Traum und weiß er, wie schlecht es dir jetzt geht?

C2olmran


Ich habe 30 Jahre dort gelebt.

Ich weiß, aber du hast dieses "Zuhause"-Gefühl ja schon in jüngeren Jahren entwickelt. Das meinte ich. Das kannst du woanders in ein bisschen Zeit auch wiederfinden. Gerade, wenn du finanziell ja recht sorgenfrei dastandst, hättest du dir in Ruhe überlegen können, was ein schönes Objekt für deine Zukunft wäre. Das Tragische ist, dass du in so ein tiefes Loch gefallen bist. Dies greift dich finanziell an, und das wiederum lässt deine Chancen auf ein neues "eigenes Zuhause" langsam dahinschmelzen.

Greif dich am Schopf, zieh dich aus der Lethargie. :)^

Deine Lebenspläne, die du damals geplant hattest, kannst du immer noch verwirklichen. Dann kommst du wieder zu Kapital und Kreditwürdigkeit, und dann suchst du dir ein neues schönes Zuhause, wo dich nie wieder jemand vertreibt. Du kannst das schaffen und wieder glücklich werden, aber dir stehen unheimlich negative Gefühle im Weg. Nimm dir Hilfe, diese wegzuräumen und das Leben wieder so zu sehen, wie es wirklich ist. :)z

C'om?raxn


Ich fahre auch gern an dem alten Haus vorbei, aber es verbindet mich nur mit den Erinnerungen. Mehr nicht.

Das kenne ich. Zum vorletzten Haus meiner Eltern, wo ich die spannendsten Jahre der Kindheit und Jugend verbrachte, hatte ich auch eine ganz besondere Beziehung. Als ich meine Frau kennenlernte, bin ich sogar mal mit ihr dort vorbeigefahren und habe Geschichten erzählt, wo der Fleck auf dem Dach herkommt usw.. Ich habe mich auch lange mit dem Gedanken getragen, einfach mal mit den späteren Mietern einen Termin auszumachen und nochmal nostalgisch durch die Zimmer zu stromern. Vor wenigen Jahren haben es meine Eltern dann verkauft und ich war nie mehr drin gewesen. Als meine Mutter dann schon schwer krank war und wir in der Nähe essen waren, dann hatte ich nochmal so einen nostalgischen Anflug und ich hab mit den Eltern einen spontanen Abstecher zu diesem Haus gemacht. Und da stellte ich fest, dass sich alle Gefühle und Bindungen an dieses Haus aufgelöst hatten. Es kam mir sogar mittlerweile fremd vor. Die ganzen Veränderungen trennten das Band, und es tat nicht einmal weh. Heute bin ich glücklich, in mein eigenes Haus zu kommen. Mit Frau, Katze, unserem eigenen Garten. Unser Reich.

g\rektax_


minyip, dein kummer tut mir sehr leid.

ich will deinen verlust nicht schönreden, es ist schlimm.

aber es ist wirklich möglich, nach einer zeit der trauer wieder etwas neues zu finden, womit du auch glücklich sein kannst. ganz sicher. vielleicht auch eine beziehung zu einem anderen menschen?

g~retxa_


minyip, dein kummer tut mir sehr leid.

ich will deinen verlust nicht schönreden, es ist schlimm.

aber es ist wirklich möglich, nach einer zeit der trauer wieder etwas neues zu finden, womit du auch glücklich sein kannst. ganz sicher. vielleicht auch eine beziehung zu einem anderen menschen?

T^änzCer4x6


Ist Liebe nicht immer noch wertvoller als Materielles (so sehr das Haus auch von Emotionen geprägt ist, die letztlich ja viel mit Projektionen zu tun haben....

Ich habe 40 Jahre in "meinem" Haus gewohnt bevor meine Frau (aus mehreren mir verständlichen Gründen, auf die ich hier nicht näher eingehen werde) umziehen wollte. Aus Liebe habe ich das mitgemacht... aber auch mir hat es das Herz gebrochen, weil ich am Haus hing, mit Familie darin alt werden wollte, und auch mein Vater an Krebs erkrankt war und jede Unterstützung mehr hätte brauchen können. - Es gehört mir ... aber ich kann nicht mehr darin wohnen.... :°(

Inzwischen bin ich aber tatsächlich weitgehend darüber hinweg gekommen. Ich habe das hier verinnerlicht:

..dann muss ich sagen, dass es nur ein Haus ist. Steine, Mörtel, Tapete und mehr nicht.

Das war mir zwar auch immer bewußt aber gefühlt habe ich dann doch anders. ... Minyip, ich kann dich so gut verstehen... :°_

Inzwischen ist mein Sohn volljährig und will in mein Haus einziehen.. das unterstütze ich natürlich so gut wie ich es nur kann; den Zeitpunkt wird aber auch er bestimmen, ich übe keinen Druck auf ihn aus. Auch er hängt emotional sehr am alten Wohnort und vielleicht auch am Haus selbst; hat auch noch gute Freunde im Ort.

Die Zeit heilt diese Wunden, wenn du daran arbeitest, glaube mir! Mit mehr Abstand betrachtet schmerzt es auch nicht mehr so sehr. Bist du dazu bereit ? Dann mußt du unter Menschen und darfst dich nicht einigeln!

M-inyixp


@ Flamechen

Man weiß doch eigentlich, dass nix für die Ewigkeit ist.

Aufgrund all der Absprachen/Vereinbarungen im Vorfeld sah ich mich dort auch als alte Frau.

wie ist das Verhältnis zum Onkel jetzt?

Wie gesagt, ich habe den Kontakt abgebrochen.

Wusste er von dem Traum und weiß er, wie schlecht es dir jetzt geht?

Von welchem Traum sprecht ihr nur alle? %:|

Alle in der Familie und Verwandtschaft wussten, dass wir das Haus übernehmen und mein Onkel ausbezahlt wird. Kein Traum, sondern reale Planung.

Nachdem meine Mutter abgesprungen ist, habe ich ja wie eine Verrückte gekämpft. Wenn ihm dadurch nicht klar war, wie viel mir das Haus (und alles andere dort) bedeutet, ist ihm nicht zu helfen.

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@ mori.

Insofern dürfte es jetzt nicht noch im Wert gestiegen sein, wenn die neuen Eigentümer kein weiteres Vermögen investieren mussten.

Das ist soweit richtig, ich kenne auch den ungefähren Marktwert.

Du hast ja wahrscheinlich auch eigenes Geld dort reingesteckt.

Ja, nicht zu knapp.

. Es gäbe mit gutem Willen von beiden Seiten sicher Mittel und Wege, auf einen Nenner zu kommen. (Ja, ich glaube zu gerne an das gute im Menschen)

Ich wünschte, an das in Klammern könnte ich auch glauben. Aber da ich in der Familie so etwas erlebt habe, glaube ich bei Fremden erst recht nicht an etwas Gutes, sie haben ja nichts davon.

Aber so wie du die Vorgehensweise beschreibst, klingt das ganz gut, auch interessant deinen Standpunkt zu lesen, wärest du der Eigentümer. Ja, ich denke spurlos würde es nicht an einem vorbeigehen. Mhm. Danke, ich lasse mir alles mal durch den Kopf gehen.

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@ Comran

lässt deine Chancen auf ein neues "eigenes Zuhause" langsam dahinschmelzen.

Auch wenn du (und andere) es vielleicht nicht verstehen könnt: kein neues Haus irgendwo anders kann mir mein Zuhause dort wiedergeben. Das gesamte Umfeld dort ist das, was ich vermisse, nicht nur ein Haus, das mir gehört (das war sowieso immer zweitrangig, der Besitz an sich). Ich bin ein Gewohnheitstier und liebe Beständigkeit, das Vertraute, Gewohnte, lieb Gewonnene.

Es ist schwierig, das zu erklären.

Vielen Dank für deine lieben Wünsche.

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@ greta_

Danke für deine netten Zeilen.

aber es ist wirklich möglich, nach einer zeit der trauer wieder etwas neues zu finden, womit du auch glücklich sein kannst. ganz sicher.

In einem anderen Haus würde ich aber nicht finden, was ich suche, das weiß ich tief im Inneren, ich würde immer Vergleiche ziehen.

vielleicht auch eine beziehung zu einem anderen menschen?

Eine Beziehung fehlt mir nicht (falls du das meintest), aber die Freunde, Bekannten und Nachbarn vermisse ich natürlich. Kontakte zu knüpfen, fiel mir nie schwer, aber ich habe mich von der Persönlichkeit sehr verändert, daher sehr verständlich für mich, dass auch dadurch manches in die Brüche ging.

T-inatxine


@ Miniyip:

Danke für den lieben Beitrag.

Leider wird auch bei uns das liebe Geld ein Problem sein. Meine Mama würde es zwar auch mit Kredit gebacken bekommen. Nur verdiene ich momentan leider noch nichts (Studentin), hoffe aber bald Arbeit zu haben.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass meine Mama im Haus wohnt und ich zeitgleich dort mit Mann und Kindern lebe.

Die Zweifel meiner Mutter sind momentan eher praktischer Natur. Wir haben einen riesigen Garten und sie hat Panik, dass wir zwei Frauen, dass nicht gebacken kriegen. Auch innen müsste einiges gemacht werden. Sie überlegt hin und her. Mein Pluspunkt momentan ist, dass sie sich in Mietwohnungen nicht sehr wohl fühlt und das momentan bei mir sieht (wohne unter der Woche in einer Mietwohnung, in der ich mich aber nie wohlgefühlt habe)

Dieses enge Gefühl. Man kann es nicht vergleichen mit einem Haus.

Eines ist mir aber aufgefallen. Von außen betrachtet ist das Haus nur ein Gebäude. Viel mehr lebt es aber von den Erinnerungen und den Menschen, die in ihm gelebt haben.

Ich kann dir nur nochmals sagen, wie leid mir das tut. Unsere Lebenssituationen sind fast identisch. Ich kann dich so verstehen.

:°_

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