» »

Ich fühle mich trotz Freunden einsam

Eqzre)al hat die Diskussion gestartet


Huhu, ich war jetzt schon ne Weile hier nicht mehr aktiv, doch in letzter Zeit habe ich ein Gefühl entwickelt, über welches ich mich mal aussprechend muss.

Ich bin in meinem Abschlussjahr der Lehre und eigentlich ganz zufrieden mit meinem Leben. Ich habe Freunde, auch wenn nicht die besten, so verstehe ich mich gut mit ihnen und unternehme mit ihnen mehrmals die Woche Dinge, ohne dass der Gesprächsstoff ausgeht. Meinen besten Freund kenne ich nur übers Internet, trotzdem haben wir regelmässigen Kontakt.

Nun ist es aber dennoch so, dass es sich für mich in letzter Zeit angefühlt hat, als ob ich alleine wäre. Meine Freunde kommen nie von selbst aus auf mich zu, wann immer ich mich mit ihnen treffen will, muss ich auf sie zugehen, was mich irgendwie stört, weil ich das Gefühl habe, dass ich ihnen egal bin, selbst wenn das nichtmal wahr sein muss. Manchmal, alleine schon wenn ich ein Gespräch anfangen will, fühlt es sich an als ob ich das erzwingen muss.

Mein bester Freund hat ebenso ein Mädchen gefunden, welches ihn momentan sehr erfüllt und auslastet, ich freue mich für ihn zwar, aber es zeigt mir dass er seine persönlichen Probleme partiell mit Videospielen und dem Internet, welches unsere einzigen gemeinsamen Hobbies sind, gelöst hatte, und dementsprechend nun gar keine Konversationen mit mir anfängt ausser vielleicht einmal pro Woche etwas oberflächliches, weil er halt mir über Sachen wie Allgemeinbildung oder Religion reden kann, was mich halt überhaupt nicht fesselt.

Ich habe mit all meinen Freunden dann über meine Probleme gesprochen, da ich mich selber nicht verstand und jede Person hat mir gesagt, dass ich ihr nicht egal sei und sie haben auch Gründe angegeben, weshalb sie nicht auf mich zugehen, manche legitimer als andere. Mein bester Freund ist frustriert, weil er mir dieses Gefühl nicht abnehmen kann und sagt aber auch, dass er mal eine Abwechslung an Kontakt braucht, und die letzten 2 Jahre bis jetzt hatte er keine Kontakte ausser mir.

Ich fühlte mich erleichtert und viele Leute geben sich nun Mühe, auch mal von ihnen aus auf mich zuzugehen, aber trotzdem werde ich dieses Gefühl nicht los. Ich probiere, neue Kontakte online oder im echten Leben zu schliessen, mit geringem Erfolg, ich bin sehr spezifisch und habe immer Mühe, Freunde zu finden, die mir passen.

Am meisten stört mich, dass ich hier und da mal wieder negative Gedanken habe, normalerweise bin ich immer optimistisch, wieso kommt mir durch die Einsamkeit plötzlich in den Sinn, dass ich meinen Freunden potentiell egal sein könnte oder dass ich uninteressant wirke? Normalerweise bin ich selbstbewusst und schnell bin ich von den Gedanken weg, weil ich weiss, dass Gefühle einfach nur im Kopf sind, trotzdem frustriert mich meine Empfindung weil diese negativen Gedanken hier und da trotzdem wiederauftauchen.

Was ich halt auch eingestehen muss, ist dass mich schon seit meiner Jugend das Problem plagt, dass ich ausschliesslich Kontakt mit dem männlichen Geschlecht habe, ich habe zwei weibliche Kontakte, mit denen ich regelmässig rede (wenn ich auf sie zugehe), aber die sind halt relativ oberflächlich und die Interessenbereiche schneiden sich auch nicht soooo sehr.

Direkt ist es eigentlich ja kein Problem, dass ich keine weiblichen Kontakte habe, aber trotz der Tatsache, dass ich mir dies schon ca. 5 Jahre lang bewusst sind, kann ich folgenden Fakt nicht ändern: Ich habe nie Kontakt mit dem weiblichen Geschlecht gehabt (als in nichtmal wirkliche Freundschaften) und nehme sie dementsprechend als andere Spezies war, grob ausgedrückt. Ich habe keine Frauen in meinem Umfeld (Informatikerausbildung wee), in dem ich mich im Alltag befinde und dann kommt halt noch klar dazu, dass beim weiblichen Geschlecht die potentiellen Freundschaften über platonisches hinaus interessant sein könnten.

Mir wurde schon mehrmals gesagt, dass ich mich gegenüber dem weiblichen Geschlecht anders verhalte und ich weiss, dass das total doof ist, ich sollte sie bei einem Gespräch genauso angehen wie ich einen Mann angehe, trotzdem bin ich scheinbar nicht fähig, diese Differenzierung meines Verhaltens loszuwerden. Dazu kommt halt auch, dass für mich persönlich auch der Wunsch nach einer Beziehung mit einer Frau da ist. Ich muss zwar keine haben und komme auch ohne damit aus, aber ich wünsche es mir eben trotzdem sehr, mal wieder eine Beziehung zu haben.

Ich wollte mich jetzt hier mal ausschreiben, sorry für die riesige Textwand, ich wäre sehr froh, mich hier einfach etwas auszutauschen und mir von euch Meinung zu meiner Situation geben zu lassen.

Antworten
AZpf=elknuc`hen00x7


Hmm, ist es bei dir denn zum ersten Mal so, dass du solche wie du schreibst negativen Gedanken/ Gefühle hast? Oder ist es schon mal vorgekommen? Im Winter neigen viele Menschen dazu, melancholisch zu werden... .

Ansonsten finde ich, dass es momentan eine Modeerscheinung ist, dass sich Freunde/Bekannte wenig von sich aus melden...meistens weil sie keine Zeit haben. Schule, Studium, Arbeit, Nebenjob, was weiss ich. Dazu kommt, dass ab gewissem Alter Familien gegründet werden und dann haben diese Leute kaum noch Zeit für Schlaf, wenn ein Kind dazu kommt. Vielleicht ist aber auch die Freundschaft nicht soo eng, so dass die Kontaktaufnahme nur einseitig erfolgt? Das ist immer schwer zu beurteilen... .

Was neue Freundschaften angeht: Also wenn man aus der Schule raus ist, dann wirds schwerer in neue Cliquen zu kommen oder neue, gute Freunde zu finden. Die meisten haben bereits ihre festen Freundeskreise...man kommt da schwer von allein rein, wenn dann vielleicht durch eine Beziehung- neue Freundin/ neuer Freund und schwup di wup hat man einen Haufen neuer Freunde bzw. hängt dann mit der Stamm-Clique des Partners ab.....fragt sich natürlich, ob es auch hält, wenn die Beziehung zu Ende geht.

Bei der Bildung von neuen Freundschaften kommt es auch darauf an wie sozial du bist. Am besten wäre es, wenn du sehr kommukinativ, offen, witzig, sympathisch und hilfsbereit wärst ;-D und dich mehrmals die Woche mit den neuen Leuten treffen und keine Party abschlagen würdest. Also immer unter neue Menschen mischen und sich gerne mit diesen umgeben, wenn man dich einlädt NIE NIE absagen ( vor allem, wenn man irgendwo neu ist...nach einer oder zwei!! Absagen fragt man dich nicht mehr, glaub mir das... :=o ). Jaa...hmm...ich denke, wenn man eine gute soziale Ader hat und gut mit Menschen kann, dann lernt man wen kennen und trifft auch shcneller auf eine/n Partner/in.

Wenn man introvertiert ist oder es nicht so mit Menschen hat...tjaaa...dann pflegt man wohl am besten 1-2 gute Freundschaften und gut ist. Es kommt ja nicht auf die Quantität der Leute an, sondern auf Qualität. Wieso ist dir das wichtig, viele Freunde zu haben? Vielleicht ist das Problem eher, dass sein bester Freund nicht mehr da ist und du nun in der Luft schwebst, da du niemanden mehr zum sprechen hast bzw. mit ihm konntest du wirklich über alles sprechen und fühltest dich verstanden und jetzt verlagert er die Gespräche auf seine Freundin und bist aussen vor? Kommt vielleicht deswegen der Wunsch nach einer Partnerin jetzt so extrem hoch? Da dir eine neue Bezugsperson fehlt??

Doof ist, wenn die 1-2 Leute wegen was auch immer ( Umzug, Tod, Familiengründung usw.) nicht mehr da sind...wer soll diese Leute noch ersetzen?? Kann das überhaupt jemand... :-/ :-/ . Und wenn es jemand kann, dann dauert der Aufbau dieser Freunschaft wieder so extrem lange...und meistens muss sich doch auf einen komplett anderen, neuen Menschen einlassen und diesen kennenlernen.

E7zreaxl


Hi Apfelkuchen007, danke für die tolle Antwort. *:)

Es ist das erste Mal seit langem, dass ich diese Empfindungen habe, ich war früher mal ziemlich negativ eingestellt, aber da wurde ich noch gemobbt.

Ich stimme zu, es wirkt so, als ob Leute erwarten, dass man auf sie zugeht, wir haben heutzutage aber alle auch viel in unserem Leben an Pflichten zu erledigen. Bei manchen kann ich mir genauso denken, dass sie sich einfach nicht um mich schären und ihr eigenes Ding machen.

Ich bin relativ sozial meiner Meinung nach, jedoch ist es so, dass wir eigentlich immer die gleichen Leute sind, die sich abends treffen, da wir alle Leute sind, die weniger an Menschenmassen wie Partys interessiert sind und anstelle davon lieber unter uns zB nen Film gucken oder Gesellschaftsspiele wie Werwolf oder Cards against Humanity spielen. Dadurch kenne ich nicht wirklich neue Leute kennen und müsste mir einen anderen Weg überlegen.

Wahr, es kommt eigentlich nicht auf die Quantiät an, um wirklich wertvolle Freunde zu finden. Weshalb ich gerne viele Freunde hätte ist wohl lediglich, weil ich extrem gerne Aufmerksamkeit erhalte und im Rampenlicht stehe.

Das mit dem verlangen nach einem Partner, weil mir eine Bezugsperson fehlt, kann ich so nicht unterschreiben, da ich dieses Verlangen auch vor dem Vorfall bereits hatte.

Wer diese Menschen ersetzen kann? Gute Frage, es kommt mal wieder darauf raus, dass ich es wieder mal versuchen muss, neue Freunde zu finden. Auch wenn ich echt keine Lust darauf habe, meine Zeit da rein zu investieren, da ich im letzten Semester meiner Lehre bin und unter Schulstress stehe, mir eine neue Unterkunft bis Juli suchen muss und einen Arbeitsplatz für nach der Lehre. :-/

Die negativen Gedanken können auch einfach davon kommen, dass ich mich gestresst fühle, ich weiss es nicht. Ich verstehe mich selber nicht, was relativ selten vorkommt.

AFpfe|lktuchen00x7


Weshalb ich gerne viele Freunde hätte ist wohl lediglich, weil ich extrem gerne Aufmerksamkeit erhalte und im Rampenlicht stehe.

Dann suchst du wohl eher nach vielen Bekannten? Wenn du dich nach Aufmerksamkeit sehnst, dann wäre es genau das Richtige für dich, in neue Gruppen hineinzugehen und dann zu gucken was sich ergibt. Naja und dann gehst du mit den Leuten halt mit, man lädt dich ein, du gehst hin usw. . Also so erweitert man seinen Bekanntenkreis. So etwas ist ja schwierig für Menschen, die schüchtern sind. Sie gehen alleine nicht in in neue Gruppen, in Vereine, zu Feiern usw. . Dabei gibt es schon heutzutage viele Möglichkeiten, neue Leute kennenzulernen. Gucke dich mal bei FB um. Und dann sollte sich das

as mit dem verlangen nach einem Partner

von selbst aus erledigen. ( Wenn du dich gemischten Gruppen anschließt)

wir haben heutzutage aber alle auch viel in unserem Leben an Pflichten zu erledigen. Bei manchen kann ich mir genauso denken, dass sie sich einfach nicht um mich schären und ihr eigenes Ding machen.

Genau, alle haben ihre Pflichten. Wahrscheinlich haben nur die Jenigen viel Zeit, die arbeitslos sind. Und vom Letzteren würde ich gar nicht mal so ausgehen, also, dass man sich nicht um dich schert. Es kann auch sein, dass jemand gerade sehr gestresst ist oder es der Person nicht gut geht. Man darf nicht gleich denken, dass es an Einem selbst liegt und überhaupt ist es bessersich von der Vorstellung zu verabschieden, man sei der Nabel der Welt, sprich waaahnsinnig wichtig und alles habe mit einem selbst zu tun. Vor allem wenn man sich länger kennt, kann das der Fall sein, meiner Erfahrung nach.

Viel Erfolg beim Menschenkennenlernen :)* !!

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH