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Ich halte den Psychoterror meiner Eltern nicht mehr aus

JcarlDa_ hat die Diskussion gestartet


Hallo,

seit meiner Kindheit leide ich unter meiner Mutter. Sie konnte mich nie in die Arme nehmen und mir keine Liebe zeigen. Doch muss ich sagen, wenn es hart auf hart kommt, ist sie für mich da.

Mein Vater ist das genaue Gegenteil. Er war der beste Vater der Welt für mich. Doch damit ist seit meiner Jugendzeit Schluss. Ich fühle mich wie in der Hölle, denke oft an Freitod, damit endlich Ruhe ist (werde ich aber nicht tun, wegen meiner Kinder). Meinen Bruder habe ich schon verloren. Er hielt es auch nicht mehr aus (er wurde zwar verwöhnt und umsorgt, aber auch kontrolliert).

Ich fühle mich wie ausgestoßen und möchte hier weg. Was aber erst in drei Jahren (frühestens) möglich ist.

Was soll ich nur tun? Kontakt abbrechen geht nicht, dann wird alles nur schlimmer.

Ich weine jeden Tag, mir geht es immer schlechter. Früher hatte ich noch Kraft, mich zur Wehr zu setzen, jetzt geht es nicht mehr.

Bitte keine Beleidigungen, bin sowieso am Ende und kämpfe jede Stunde dagegen an, mir etwas anzutun. Ich hoffe auf die Zukunft.

Es tut mir einerseits weh, aber es ist so, dass ich nicht traurig wäre, wenn sie nicht mehr leben würden. Denn erst dann habe ich eine Zukunft. Dieses Gefühl möchte ich aber nicht. Ich möchte mich sorgen um meine Eltern und nicht immer denken, hoffentlich ist es bald vorbei. Ich hasse mich selber für diese Gedanken. Wie kann ich das ändern?

Antworten
d8evil!indiKsguisxe


Liebe Jarla,

magst du ein bißchen mehr erzählen über das, was passiert ist?

Warum hat sich dein Vater so verändert, gab es dafür einen Auslöser?

Was ist mit deinem Bruder, was bedeutet "verloren" - hat er den Kontakt abgebrochen, oder hat er sich getötet?

Warum kannst du erst in drei Jahren weg?

Was meinst du mit "Kontaktabbruch macht es noch schlimmer"?

Und das Wichtigste: Hast du jemanden, der zu dir steht? Der dir zuhört, dich nicht beleidigt, dich so annimmt wie du bist?

Falls die Antwort auf die letzte Frage "nein" sein sollte, bitte verzweifle deswegen nicht noch mehr. Das wäre natürlich besonders schlimm, aber kann sich in Zukunft noch ändern. Vorausgesetzt, du gönnst dir selbst eine Zukunft.

Wenn die Antwort aber "ja" ist: Gut. Ein Lichtblick.

BITTE wirf dein Leben nicht weg. Es ist schrecklich, daß deine Eltern so mit dir umgehen und umgegangen sind. Es ist vollkommen verständlich und normal, daß du nicht liebevoll und zärtlich, sondern enttäuscht und wütend an sie denkst. Du denkst vielleicht "so denkt man aber nicht über seine eigenen Eltern!". Mag sein. Aber deine Eltern haben sich ja offensichtlich auch nicht so verhalten, wie Eltern das tun sollten. Kinder zeugen an sich geht schnell und quasi ganz von selbst, das ist kein Verdienst, für das irgendwer Anerkennung oder gar Liebe verdient hätte.

Wenn du magst, schau dich mal im Forum um. Du findest hier mehrere Threads von verschiedenen Leuten, die von ihren Eltern psychisch mißhandelt wurden oder werden. Niemand von denen schreibst "aber ich hab sie trotzem ganz doll lieb, sind ja meine Eltern", sondern die Betroffenen sind wütend, halten nichts mehr von ihren Eltern. Für die meisten ist das ein langer und trauriger Prozeß, anerkennen zu lernen: Die Eltern, die ich lieb gehabt hätte, die gibt es nicht. Ich habe nur diese dummen, verletzenden, verständnislosen, gewalttätigen Eltern und sie tun mir nicht gut; deshalb darf und sollte ich auf Distanz gehen; ich muß sie nicht lieben, ich sollte nicht mehr um ihre Anerkennung kämpfen, im Grunde sind sie für mich gestorben, auch wenn nicht immer der Kontakt vollständig abgebrochen wird.

Diese negativen Gefühle sind das einzig Angemessene. "Du mußt uns trotzdem liebhaben" ist vielleicht eine Botschaft deiner Eltern an dich, aber sie ist falsch. Richtig ist: Du warst zwei Menschen total ausgeliefert, und sie haben dir Böses getan. Im Normalfall nennt man so etwas "Verbrechen". Juristisch gesehen war es vielleicht keins, moralisch schon. Deine Reaktion ist normal und angemessen und gibt Grund zu der Hoffnung, daß du dich innerlich irgendwann von deinen Eltern zu lösen lernst.

J>arMlxa_


Danke für deine lieben Worte.

Weshalb sich mein Vater verändert hat, weiß ich bis heute nicht. Meine Mutter meinte mal, dass er enttäuscht war, nicht mehr meine Nummer eins zu sein und ich anfing, mich für Jungs zu interessieren. Ich glaube nicht, dass dies der Grund war.

Mein Bruder wählte den Freitod. Wenn er traurig war, waren sofort beide für ihn da. Aber er musste jeden Monat seine Kontoauszüge vorlegen und unsere Mutter bestimmte, was er anzuziehen hatte. Irgendwann ging er nicht mehr aus und blieb zu Hause. Habe es selbst mitbekommen. Haben wir uns verabredet, um auszugehen, stand sie vor seiner Tür und natürlich war es immer falsch, was er anhatte.

Ich lebe wieder im Haus meiner Eltern. Habe viel aufgegeben, weil ich die Hoffnung hatte, sie würden einsehen, mich falsch behandelt zu haben. Doch ich bekam folgende Regeln:

- lachen nach Mitternacht ist nicht erlaubt, sonst werden Türen geknallt u. geschrien (Vater)

- weinen ist zu unterlassen, sonst "

- gönne ich uns ein Haustier "

- werde ich glücklich gesehen, sorgt meine Mutter dafür, dass ich unterdrückt u. beleidigt werde

- mein Vater macht mich vor der gesamten Verwandtschaft schlecht

- er hat mir zwei Freundinnen vergrault, indem er sie am Telefon angeschrien hat

- er sagte, er sei froh, dass ich meinen Sohn still geboren hatte

- er schrie herum, als ich in der 6. SSW erzählte, dass unser Nesthäkchen lebt u. das Herzchen schlägt. Seine Worte: Scheiße , das lebt auch noch u. das eine halbe Stunde lang

- seit zwei Tagen weiß ich, dass er nun auch bei meinen Kindern schlecht über mich spricht

- mein Vater hält zu meinem Vergewaltiger, meine Mutter aber nicht

- rufe ich um Hilfe, wird das nicht nur ignoriert, sondern es wird getobt.

Und vieles mehr. Ich muss eine Maschine ohne Gefühle sein, aber wenn es ihnen schlecht geht, habe ich für sie da zu sein.

- bei meiner Mutter bin ich auch schon eine Dreckschlampe u. a. gewesen

E{hemal;ig/er Nutzerk (#545421x)


Ich lebe wieder im Haus meiner Eltern.

Warum ?? Wenn es da der absolute Horror ist... ??

ICH würde alle Hebel in Bewegung setzen, um dort weg zukommen... ICH würde jede Behörde anschreiben oder aufsuchen, die auch nur den Hauch einer Hilfeleistung bieten könnte. ICH würde keinen Funken Energie mehr in irgendwelche Bemühungen investieren, die Beziehung zu den Eltern aufrechtzuerhalten... wenn denn die Lage so ist, wie Du sie beschreibst... würden MICH da keine 10 Pferde halten können.

drevilUindisxguise


:°( :°( :°( :°_

Das tut mir sehr, sehr leid.

Als Kind ist man absolu angewiesen auf die Zuwendung der Eltern. Darum kämpfen alle von Natur aus um die Anerkennung und Liebe von Mutter und Vater. Und je weniger man davon rechtzeitig bekommen hat, desto schwerer ist es, mit dem Kampf um Anerkennung aufzuhören. Das bedeutet aber auch: Man hört nie auf, das abhängige Kind zu sein.

Deinen ELtern scheint es ja wahnsinnig wichtig (gewesen) zu sein, deinen Bruder und dich von sich abhängig zu halten. Ihr Verhalten ist einfach nur krank, total krank.

Damit will ich deine Eltern nicht entschuldigen nach dem Motto "sie sind krank und können nichts dafür". Wer krank ist, tut sein Bestes, um gesund zu werden und das hätte bedeutet, daß deine ELtern z.B. eine Psychotherapie machen. Statt dessen haben sie lieber alles an euch ausgelassen und tun das noch immer. Dazu haben sie kein Recht.

Mit "das ist krank" meine ich aber: Es liegt 100 % an deine ELtern und 0% an dir. Es gibt NICHTS, was du tun könntest, damit sie dich endlich liebevoll behandeln oder auch nur respektieren.

Wenn ich dir das raten darf: Gib diesen Kampf auf. Du kannst ihn nicht gewinnen. Es lohnt sich nicht. Deine Suche nach Anerkennung ist doch genau das, womit deine ELtern dich klein halten: "Sie braucht uns, deshalb können wir uns alles erlauben."

Der sinnlose Kampf raubt dir alle deine Kraft. Deine Kraft brauchst du aber für dich, für dein eigenes Leben. Investiere deine Kraft in DICH.

Was wäre, wenn deine Eltern tot wären? Du schreibst, daß das eine Befreiung wäre.

Das bedeutet, du kannst dir ein Leben ohne deine Eltern gut vorstellen und das finde ich sehr positiv! Es wäre nämlich alles viel schlimmer, wenn du sagen würdest: O Gott, wenn meine Eltern nicht mehr wären, dann wüßte ich gar nicht wohin mit mir. Das heißt, deine Eltern haben es mit aller Gewalt NICHT geschafft, dich dahin zu bringen, daß der Kampf um ihre Liebe dein einziger Lebenssinn geworden wäre. Gut so, das machst du genau richtig! Ob dein Leben Sinn hat oder nicht, hängt NICHT von deinen Eltern ab!!

Also, wenn sie tot wären, ginge es dir besser.

Was spricht dagegen, daß du sie "für tot erklärst"; also daß du dich von ihnen trennst, wo anders wohnst? Dann hättest du die Freiheit zu entscheiden, ob du den Kontakt komplett abbrichst (um dich, aber auch deine Kinder zu schützen?) oder ob du ihn nur ganz stark reduzierst und z.B. bei Telefonaten sofort auflegst, wenn es unter die Gürtellinie geht.

Denk daran: Dein Vater hat kein Problem damit, deinen Kindern laut den Tod zu wünschen. Wenn du nun sagst "gut, für den sind wir dann halt gestorben", dann ist das nur die Quittung und du tust niemandem Unrecht. Und das, OHNE dich umzubringen (damit würdest du nicht nur deinen Kindern, sondern auch dir selbst Unrecht tun. Und auch der restlichen Welt, die dich nämlich will und braucht, auch wenn dir das vielleicht noch keiner so direkt gesagt hat).

Cgom:ran


Es tut mir einerseits weh, aber es ist so, dass ich nicht traurig wäre, wenn sie nicht mehr leben würden. Denn erst dann habe ich eine Zukunft. Dieses Gefühl möchte ich aber nicht. Ich möchte mich sorgen um meine Eltern und nicht immer denken, hoffentlich ist es bald vorbei. Ich hasse mich selber für diese Gedanken. Wie kann ich das ändern?

Wie du das ändern kannst? Indem du die Gedanken zulässt. Wenn das alles so stimmt, wie du es oben geschildert hast, lebst du in einem herzlosen Umfeld. Und du bist unter Druck gesetzt, weil man von dir erwartet, dass du dich deinen Eltern unterordnest. Und du willst es auch, weil du still in dir die "normale Familie" herbeisehnst und deine Eltern achten möchtest.

Ich kann dir nur raten, brich mit deinen Eltern. Hol dir Hilfe. Jugendamt, Sozialamt, Therapie. Du hast nur dieses eine Leben. Wirf es nicht weg, indem du dich einfach umbringst, und wirf es nicht weg, indem du dich von deinen Eltern demütigen lässt. Fang neu an.

Magst du bisschen von dir erzählen? Wie lief dein Leben sonst bisher, wie kamst du zu deinen Kindern? Hast du einen Abschluss? Wie alt bist du und wie alt sind die Kinder? Wo hast du zwischenzeitlich gelebt und was war der Grund, zu deinen Eltern zurückzukehren?

Deine Eltern tun dir nicht gut. Mach nichts überstürztes, aber leg dir einen Plan zurecht, wie du da wieder rauskommst. Und dann brich bitte bitte alle Kontakte ab. Was du da geschrieben hast ist so grauenvoll und kaltherzig, dass es schon beim Lesen weh tut.

Vielleicht können wir dich ein bisschen dabei unterstützen, hier kannst du auch alles an Kummer loswerden. :°_

k?lein`er_drachaenstern


Ich bin verwirrt. Vor nicht mal einem Monat hast du geschrieben, dass du mit deinem Mann allein in einem Haus wohnst und Angst hast im Alter zu vereinsamen, wenn deine Kinder aus dem Haus sind und dein Mann ständig beruflich unterwegs ( [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/696005/)]] und nun wohnst du plötzlich zusammen mit deinem tyrannischen Eltern?

Nach dem letzen Faden ist eines deiner Kinden bereits 19, warum bitte wohnt man in dem Alter bei den Eltern, vor allem wenn sie einen gängeln und schlecht behandeln?

P ortHlanxd


Liebe Jarla,

Ich schließe mich meinen Vorrednern an, wenn ich sage, dass Deine Eltern wirklich fürchterlich mit Dir umgehen.

Du tust mir wirklich von Herzen leid! :°_

Sie scheinen unglückliche, verbitterte Menschen zu sein, die anderen "zu Leid Leben". :|N

Das ist schrecklich und schwer zu glauben, wie Menschen so leben können - so freudlos und negativ.

An Deinen Eltern wirst Du nichts mehr ändern, sie sind so wie sie sind und werden aller Wahrscheinlichkeit genau so bleiben.

Was mich nun aber wundert:

Wieso setzt Du Dich als erwachsene Frau der Situation aus, mit Ihnen zusammen zu leben?

Leben Deine Kinder auch dort?

Alles Liebe! @:)

SOilber~monda$uge


Ich fühle mich wie ausgestoßen und möchte hier weg. Was aber erst in drei Jahren (frühestens) möglich ist.

Warum ? Bist du 22 Jahre alt und müsstest ALG 2 beantragen ? Und sogar dann gäbe es bestimmt Möglichkeiten !

Was soll ich nur tun? Kontakt abbrechen geht nicht, dann wird alles nur schlimmer.

Inwiefern noch schlimmer ? Drohen sie damit, dich umzubringen ?

J-arlxa_


Danke für eure Beiträge.

Ich lebte mit meinem Partner zusammen. 800 km von hier entfernt. Dann bekamen beide Eltern Krebs und sie baten mich, zurückzukommen. Was ich auch tat. Während der Zeit der Chemo war meine Mutter eine andere. Sie hörte mir auch zu. Als es hieß, sie wäre gesund, bin ich wieder zurück und lebte mein Leben. Doch der Krebs kam zurück und ich, wahrscheinlich dumm und naiv, lebe jetzt wieder hier. Die Heilungschancen seien mittlerweile sehr gut, der endgültige Befund steht aber noch aus.

@ kleiner_drachenstern Ja,

vor einem Monat lebte ich mit ihm zusammen. Er lebt jetzt in Amerika und damals wie heute ist die Angst geblieben, dass unsere Beziehung die Entfernung nicht aushält und ich vereinsame. Ich habe auch das Vertrauen in Mitmenschen verloren durch einige Erfahrungen. Hier ist die Angst nicht kleiner, da mein Vater fleißig alle gegen mich aufhetzt. Was ist so schlimm daran, dass meine Tochter noch bei mir lebt? Darf sie ihre Ausbildung beenden, bevor ich sie rauswerfen soll? Glaube mir, meine Tochter ist mir herzlich Willkommen und sie kann bleiben, so lange sie möchte.

DbisDcedyerxe


Und warum kannst du dann erst in frühestens 3 Jahren da weg? Du kannst doch jetzt schon jederzeit gehen? ":/

Sgilb}ermonPdxauge


Krebs ist schlimm. Aber es gibt deinen Eltern kein Recht, dich so zu behandeln !

Deine Tochter lebt also mit dir bei deinen Eltern ? Hast du Angst dass sie bei denen bleiben möchte wenn du gehst ?

P4orGtlaxnd


Ganz ehrlich, Jarla?

Es ist nun einmal so, dass jeder selbst in der Hand hat, sein eigenes Leben fremdbestimmt oder selbstbestimmt zu leben.

Nichts und niemand hält Dich dort bei Deinen Eltern fest, außer Dein eigener Kopf, die Vorstellung die Erwartungen Deiner Eltern zu entsprechen und die Vorstellung nicht auf eigenen Beinen stehen zu können.

Das mag jetzt alles sehr sachlich und empathielos klingen - aber ich möchte so sachlich schreiben, um diese Perspektive nicht emotional zu "verwässern."

Ich könnte Die jetzt schreiben, wie schlimm Du es hast, dass Du keine andere Wahl hast, ein Opfer bist.

Der einzige Mensch auf dieser Welt, der DICH zum Opfer machen kann, bist Du selbst.

Nimm Dein Leben in die eigene Hand - notfalls mit Starthilfegeld vom Amt, falls Du keine Arbeit hast.

Denke auch an Deine Tochter: willst Du wirklich, dass sie mit deinen Eltern zusammenlebt und alles mitbekommen muss, was Du beschreibst? :-/

Fang an dich zu bewegen, dann bewegt sich auch was!

dFevili:ndi@sgpuixse


Jarla, ich glaube, daß Drachenstern sagen wollte: Wenn deine Tochter schon 19 ist, dann mußt du deutlich über 25 sein und daher kann dir niemand verbieten, bei deinen ELtern auszuziehen. Es ging darum, warum DU bei deinen Eltern lebst. Nicht, warum deine Tochter bei dir lebt.

Also, die Angst vor Einsamkeit wird nicht kleiner, wenn du bei deinen Eltern lebst. Deine Mutter behandelt dich wieder wie Dreck, sobald es ihr etwas besser geht. Und dein Vater ist ebenfalls extrem, extrem, extrem undankbar. Hallo - wie viele erwachsene Töchter, mit eigenem Haushalt, eigenen Kindern, ziehen mal eben wegen der kranken Eltern 800 km um?

Aber wie gesagt, das Verhalten deiner Eltern ist absolut krank und daher rational nicht nachvollziehbar.

Schütze dich und schütze deine Kinder. Es gibt überhaupt keinen Grund, bei deinen Eltern zu bleiben. Gibt es niemanden sonst, der sich um sie kümmert? Das haben sie ganz allein sich selbst zuzuschreiben. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, dich und deine Kinder kaputtzumachen. Laß es nicht zu!!!

Hast du Angst, in dein Haus zurückzukehren? Das wäre kein Wunder angesichts des unsagbar schrecklichen Erlebnisses, das du dort hattest. Du könntest aber dort eine andere Wohnung suchen. Und wenn dir deine Eltern nicht mehr alle Kraft rauben, dann kannst du wie gesagt die Energie auf dich selbst verwenden und überlegen, wie du mehr unter Leute kommen könntest.

Es gibt ja nicht nur Vereine. Außerdem gibt es Vereine zu unterschiedlichsten Themen, und man muß ja nicht im Vorstand mitmachen.

Einen Hund anschaffen war eine Idee. Ich weiß nicht, wie viele Kinder du hast und ob ein Hund zeitlich "drin" ist, aber jedenfalls lernt man beim Gassigehen oft Leute kennen (andere Hundebesitzer).

Oder, da dein jüngstes Kind noch sehr klein ist: Eine Krabbelgruppe/Mutter-Kind-Gruppe?

Oder könntest du anstreben, bald wieder arbeiten zu gehen? Vielleicht nur wenige Stunden pro Woche?

Du brauchst Kontakte oder Aktivitäten, die dir etwas geben.

Momentan stützt du dich da nur auf die Familie, vielleicht aus der Wunschvorstellung heraus, daß einem die Familie doch eine Kraftquelle sein sollte, ein Ort, an den man sich zur Erholung zurückzieht. Das ist das Idealbild von Familie, und solche Bilder können sehr mächtig sein, das geht wohl allen so (bei unterschiedlichen Themen). Aber es ist wichtig, sie an der Realität zu prüfen.

Realität:

Deine Eltern machen dich nieder, rauben dir Kraft und Lebensmut, machen dich fertig. Und das in wirklich übelster Weise.

Dein Partner ist sehr weit weg. Und deine Sorgen um die Partnerschaft belasten dich.

Deine Kinder haben dich mit Sicherheit lieb. Und das ist schön und wirklich etwas Gutes!! Aber sich um Kinder zu kümmern, und dann auch noch meistens allein und bei deinem seelischen Zustand, das kostet sehr viel Kraft.

Du kannst daran etwas ändern.

Du kannst bei deinen ELtern wieder ausziehen und dich nie wieder zum Zurückkommen bereden lassen. Den Kontakt stark reduzieren, vielleicht ganz abbrechen, das steht dir beides frei.

Du kannst positive Kontakte aufbauen. Wahrscheinlich werden dann deine Beziehungssorgen geringer, dein Partner ist nicht mehr der einzige kraftspendende Kontakt.

Daß Kinder unter anderem eine anstrengende Aufgabe sind, daran wird sich nichts ändern. Allerdings wird es leichter, wenn man sich allgemein besser fühlt. Und vielleicht ergeben sich wirklich Bekanntschaften zu anderen Müttern, dann könntet ihr euch gegenseitig das Leben ein wenig leichter machen...

Und du kannst dir psychotherapeutische Hilfe holen. Nicht, weil du "krank" wärst. Sondern weil du psychisch am Boden bist - in einer Situation, in der jeder am Boden wäre. Das Verhalten deiner Eltern. Der Tod deines Bruders, und daß du ihn gefunden hast. Die Vergewaltigung. Das ist so viel, was auf dir lastet. Es kann unglaublich helfen, wenn es jemanden gibt, der einem wirklich zuhört, ohne einen zu verurteilen oder blöde Ratschläge zu geben.

KIleino


Jarla_

Ganz verstehe ich noch nicht, worum es Dir geht. Du bist offensichtlich Mutter und hast Kinder, die bei Dir leben. Insofern würde ich Deine Verantwortung jetzt dort sehen, diesen ein schönes zu Hause zu bieten und das, was Du beschreibst, kann für sie nicht schön sein. Sie müssen das alles doch mitbekommen. Darum frage ich mich, wieso Du das Dir und Deinen Kindern antust?

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