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Vergewaltigt - meine Schuld?

lReni1 emmxa hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich war in der Nacht sehr betrunken unterwegs, es tut mir so leid.

Unterwegs begegneten mit junge Männer [...]. Mit einem etwa 19-Jährigen bin ich durch die Gegend gelaufen. Bei einem Platz riss er mir den Knopf von der Hose ab und drang in mich ein. Ich habe mich zu wenig gewehrt. Geht das als Vergewaltigung durch? Sollte ich Anzeige bei der Polizei erstatten?

Hat vielleicht jemand von euch Ähnliches erlebt? Wie habt ihr euch gefühlt? Habt ihr anzeige erstattet? Fühltet ihr euch dann besser?

Gruß

leni emma

Antworten
NkordUix84


Natürlich geht das als Vergewaltigung durch, "zu wenig gewehrt" oder "zu betrunken" gibt es da nicht. Am besten du gehst sofort ins Krankenhaus und lässt dich untersuchen / Spuren sichern und dir ggf. die Pille danach verschreiben. Anschließend ab zur Polizei und Anzeige erstattten.

Ob du dich dann besser fühlst oder nicht weiß ich nicht, es ist aber auf jeden Fall das Richtige. So oder so, du solltest dir Hilfe suchen, egal ob Selbsthilfegruppe, Weißer Ring oder einen Psychologen.

DgieKrQuemi


War für ihn zu erkennen, dass du keinen Sex willst? Oder hast du es einfach geschehen lassen?

Das ändert natürlich nichts daran, dass du dich mißbraucht fühlst, jedoch sind das wichtige Punkte, ob man dir zu einer Anzeige raten sollte, oder nicht.

Lhucna tLo<ngbotxtom


ES IST NICHT DEINE SCHULD!!!

Egal wie sehr du dich gewehrt hast oder wie betrunken du warst. Es ist 100%ig nur SEINE Schuld! Geh zur Polizei. Das ist eine Vergewaltigung! :)* :°_

Z&wackT44


Ob man als Opfer zur Polizei geht, um den Mann anzuzeigen, will wohlbedacht sein. Die Anzeige selbst macht die Tat ja nicht ungeschehen. Man sollte aber bedenken, was auf einen zukommt: Schilderung der Tat in allen Einzelheiten und im Falle eines Strafprozesses die Stellung als Zeugin, die sich vom Täter und seinem Anwalt anhören muß, dass alles genau umgekehrt wie vom Opfer behauptet abgelaufen sei. Dem Opfer wird es als Hohn erscheinen, aber diese Argumente werden kommen. Es wird aus meiner Sicht nicht gelingen, die Aussagen des Täters zweifelsfrei zu widerlegen. Dabei wird es vermutlich nur um die Frage gehen, ob der Täter erkennen konnte, dass der GV nicht einverständlich geschehen ist. Andere Zeugen gibt es nicht; also steht Wort gegen Wort. Grundsatz: im Zweifel für den Angeklagten. "Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand", d.h. man hat durchaus einzukalkulieren, dass der Täter wegen Mangels an Beweisen freigesprochen wird. Sollte dies aber wirklich eintreten, wäre der psychische Schaden für das Opfer vermutlich größer als hätte gar kein Prozess stattgefunden.

dransae87


Warst du hinterher beim Arzt oder hast du geduscht?

PAau}l_Rexvere


War für ihn zu erkennen, dass du keinen Sex willst? Oder hast du es einfach geschehen lassen?

Diese Frage ist hier unbedingt zu klären bevor man einfach mal dazu rät zur Polizei zu gehen.

Gut, dass zumindest die wichtigsten Informationen geteilt wurden.

Unterwegs begegneten mit junge Männer [...]

PEaul_R!everxe


Mir fällt gerade auf, dass man den zweiten Satz im vorherigen Beitrag wörtlich nehmen und somit falsch verstehen könnte. Das war so natürlich nicht beabsichtigt.

Adlbeedo


@ Zwack 44:

Ob man als Opfer zur Polizei geht, um den Mann anzuzeigen, will wohlbedacht sein. (...) Mangels an Beweisen freigesprochen wird. Sollte dies aber wirklich eintreten, wäre der psychische Schaden für das Opfer vermutlich größer als hätte gar kein Prozess stattgefunden.

Dein Versuch der Hilfe durch differenziertes Denken in Ehren - aber ich wage diesen Aussagen stark zu widersprechen.

Der eigentliche Schaden war die Vergewaltigung und die fast schon typische Frage nach der eigenen Schuld. Geht man nicht zur Polizei signalisiert man sich im Laufe der Zeit, dass es eben so war, dass man wahrscheinlich Schuld hatte, es nicht anders verdient hat - und stürzt irgendwann ab. Ausserdem signalisiert es dem Täter, dass es geht, dass er das immer wieder machen kann, dass er damit durchkommt, weil sich die wenigsten wehren werden. Das ist auch ein Problem unser konsumgeilen, obrigkeitshörigen Gesellschaft: Dass sich die Leute nicht mehr wehren, sondern resignieren. Ein Problem, das man nicht tolerieren sollte.

@ lenni emma:

Klipp und klar: Es war NICHT deine Schuld!

Das sage ich dir als Mann!

Versuch dir nicht das einzureden oder von irgendwem einreden zu lassen.

Geh zur Polizei und zum Arzt.

Glaub an dich selbst und sieh dich nicht als "wertlos", schwach oder sonst was Negativem an.

Alles Gute @:)

dPanaGe8x7


Albedo

Deinen Glauben in allen Ehren, aber Zwack hat Recht und das sage ich dir als Betroffene. Das sagte mir übrigens auch die Fachfrau in der Beratungsstelle. Das Prozedere in Deutschland bei einer Anzeige ist dazu geeignet einen so richtig schön zu retraumatisieren. Wirklich nicht für jede zu empfehlen.

Aalbexdo


@ danae87

Deinen Glauben in allen Ehren, aber Zwack hat Recht und das sage ich dir als Betroffene. Das sagte mir übrigens auch die Fachfrau in der Beratungsstelle. Das Prozedere in Deutschland bei einer Anzeige ist dazu geeignet einen so richtig schön zu retraumatisieren. Wirklich nicht für jede zu empfehlen.

Das darf nicht wahr sein :°(

Was schlägst du ihr also vor?

dnanae_87


Nur auf sich selbst zu achten. Braucht man das Verfahren für sich selbst? Dann hin, aber am besten jemanden mitnehmen. Die Fragerei da ist je nach Beamten den man erwischt einfach abartig.

Ist man unsicher und will sich das nur antun wenn man ein Ergebnis erzielen kann? Faktencheck! War man gleich im Anschluß beim Arzt zur Spurensicherung oder hat man geduscht? War man beim Arzt ist das gut, war man unter der Dusche.. puhhh schwierig. Hat man gut sichtbare Verletzungen? Blaue Flecken, kratzer, Kampfspuren, etwas in der Richtung? Dann könnte es eventuell auch ohne Arzt noch klappen, mit Arzt hat man dann eine realistische Chance.

Von 100 Angeklagten werden etwa 8 verurteilt weil die Beweislage da eindeutig war, die allermeisten werden mangels an Beweisen freigesprochen. Aussage gegen Aussage, keine Chance. Die deutsche Rechtsprechung ist auf den Fremden ausgelegt der einen mit dem Messer nach einem Kampf vergewaltigt. Alle anderen Fälle hatte man damals als es gemacht wurde nicht auf dem Schirm.

m'aypowxer


Mit einem etwa 19-Jährigen bin ich durch die Gegend gelaufen.

Der ist dann einfach von seiner Gruppe weggegangen und hat sich plötzlich mit dir irgendwohin verzogen, oder wie muß man sich das vorstellen?

Bei einem Platz riss er mir den Knopf von der Hose ab und drang in mich ein.

Irgendwie fehlt da doch aber noch was dazwischen, oder?

[...]

Ich habe mich zu wenig gewehrt.

Was verstehst du unter "zu wenig"?

Im Grunde reicht es schon aus, nur rein verbal deutlich zu machen, daß du keinen Sex willst.

Dazu bedarf es nicht mal einer körperlichen Gegenwehr.

Und da er deine Wehrlosigkeit aufgrund deiner Alkoholisierung ausgenutzt hat, kann man das durchaus als Vergewaltigung werten.

Hast du aber weder körperlichen Widerstand geleistet noch mit keinem Wort klar gemacht, daß du keinen Sex willst (da reicht schon ein einfaches "Nein"), dann kann man zu seinen Gunsten annehmen, daß du einverstanden warst.

Dazu steht zwar im Widerspruch das gewaltsame Öffnen deiner Hose, was er aber auch als Mißgeschick im Eifer des Gefechts darstellen könnte.

Ich war aber nicht dabei und anhand dieser etwas dürftigen Schilderung will ich mir daher kein abschließendes Urteil erlauben, aber die Tendenz geht schon eher in Richtung Vergewaltigung.

Ein Gang zur Polizei und die Pille danach (sofern du sie nicht ohnehin nimmst) wäre sicher kein Fehler.

dKanYaex87


Im Grunde reicht es schon aus, nur rein verbal deutlich zu machen, daß du keinen Sex willst.

Ein "Nein" reicht nicht aus. Man muss sich gewehrt haben.

[[http://www.taz.de/!140083/]]

doanaex87


Also für das Gefühl macht es natürlich keinen Unterschied, für die rechtliche Würdigung schon.

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