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Selbstmordgedanken - Was tun?

SKimPkrotSect hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

Ich bin langsam wirklich selbst am Ende meiner Kräfte: Meine Freundin redet immer wieder mal von Selbstmord. Gerade heute kam wieder so eine Nachricht: Sie habe dieses Bedürfniss und sie habe ja Schlaftabletten zu Hause.

Vielleicht zunächst einmal zur Vorgeschichte:

Ich habe meine Freundin vor zwei Jahren über eine Online-Plattform kennengelernt. Wir trafen uns ein paar Mal und später kamen wir zusammen. Sie sagte mir damals bereits ehrlich, dass sie psychische Probleme habe. Das liegt einerseits daran, dass sie vor Jahren fies betrogen wurde und andererseits daran, dass sie sich minderwertig fühlt, weil sie ja "nur" einen Hauptschulabschluss hat und nur 1.500 Euro netto verdiene.

Wir haben da oft drüber geredet und ich habe sie immer bestärkt, dass das nicht der Fall ist bzw. dass auch die Wertigkeit eines Menschen nicht von Bildung und Beruf abhängt.

Beruflich ist ein gutes Stichwort: Wir führen seit über einem Jahr eine Fernbeziehung - das war aber auch so geplant. Ich selbst bin als studierter Informatiker und Softwareentwickler im öffentlichen Dienst tätig (Beamter im gehobenen Dienst). Dementsprechend konnte ich mir meinen Berufsort nicht wirklich aussuchen - zumal eine Beziehung, die keine Ehe ist, keinen Anspruch auf irgendwelche Vergünstigungen hat.

Sie selbst ist als Fachberaterin im Verkauf tätig und macht gerade eine zusätzliche Ausbildung zum Ausbilder. Auch sie konnte sich den Ort ihrer Beschäftigung nicht aussuchen.

So kommt es, dass wir ca. 400km auseinander wohnen; Wir wohne beide alleine in unseren jeweiligen Wohnungen.

Für mich ist es meine erste Beziehung und bin soweit ehrlich: Ich würde auch vermutlich keine neue mehr kriegen. Es hat nicht umsonst 25 Jahre gedauert - ich bin eben ein Nerd und auch nicht unbedingt attraktiv bzw. auch sehr schüchtern. Das ist aber auch nicht der Grund, warum ich an meiner Freundin festhalte, sondern weil ich sie liebe (vieles wäre ohne Beziehung auch leichter, wenn man ehrlich ist).

Wir haben schon oft über Therapie gesprochen, doch sie meint immer wieder, dass die Krankenkasse das nicht zahlen - das seien eh alles nur Verbrecher. Und bringen täte das eh nichts, wie sie von ihrer letzten Therapie wisse.

Heute war wieder diese Schlaftabletten-Geschichte; Danach das Handy aus, aus beruflichen Gründen. Langsam kann ich nicht mehr. Mir geht das ganze sehr nahe und ich weiß selbst nicht mehr, was ich tun soll. Was ich sagen soll.

Ein Tag wie heute, ist ein Tag, an dem ich nichts essen mag; An dem ich mich nicht auf meine Arbeit konzentrieren kann - eigentlich auf gar nichts.

Das ist ein Tag, an dem ich grundsätzlich reizbar bin - und auch als Softwareentwickler, der natürlich im Team arbeiten muss und nicht nur klischeehaft alleine vor seinem Monitor hängt und im dunkeln Kaffee/Zuckerwasser trinkt, ist das nicht gerade förderlich.

Ich fühle mich manchmal so, als wäre auch in mir etwas bedroht, zu zerbrechen.

Es kommen natürlich auch Fragen auf: Bin ich ein Teil des Grundes? Trage ich einen Teil der Schuld?

Was kann ich tun, ohne sie zusätzlich zu verletzen? Ohne die Beziehung bzw. das Vertrauen zu zerstören?

Ich meine, ich kann ja nicht jedes Mal die Polizei oder so zu ihr schicken, oder?

Das schadet ja auch ihrem Beruf, wenn die da plötzlich auftauchen. Ebenso möchte ich keine Mitarbeiter oder so von ihr anrufen .

Wie gesagt: Langsam werden auch meine Kräfte mal aufgebraucht und ich weiß langsam nicht mehr, was ich tun soll.

Reichen handelsübliche Schlaftabletten für sowas?

Was, wenn ich sie mal wieder nicht erreiche (sie hat ihr Telefon eigentlich immer lautlos)? (kann ja nicht jedes Mal gleich eskalieren)

Was kann ich noch tun? Was sagen?

Kann ich für sie irgendwo Hilfe herbekommen, auch wenn sie das gar nicht will?

Hat jemand einen Rat für mich?

Antworten
JNuley


Kann ich für sie irgendwo Hilfe herbekommen, auch wenn sie das gar nicht will?

Naja, im schlimmsten Fall könntest du die Polizei verständigen...

Aber schaut doch mal, ob es in ihrer Stadt einen Krisendienst gibt, vielleicht mag sie da mal anrufen. Oder sich beim Sozialpsychiatrischen Dienst beraten lassen.

Mehr fällt mir gerade auch nicht ein... Schwierige Situation :°_ :)*

Lai2ll\y-Katze


Denkst du denn, sie meint es ernst oder denkst du, sie möchte sich nur wichtig machen?

Wenn es ernst ist, würde ich umgehend ihren Hausarzt informieren, der alles weitere in die Wege leiten wird bzw. kann.

beodby84


Sie sagte mir damals bereits ehrlich, dass sie psychische Probleme habe. Das liegt einerseits daran, dass sie vor Jahren fies betrogen wurde und andererseits daran, dass sie sich minderwertig fühlt, weil sie ja "nur" einen Hauptschulabschluss hat und nur 1.500 Euro netto verdiene.

Es ist durchaus nicht unüblich, dass man durch eine schmerzhafte Trennung in schwere depressive Verstimmungen verfallen kann, ich würde aber behaupten, dass sie selbst ohne einen solchen Betrug zu solchen Stimmungen tendieren würde. Wer einen Minderwertigkeitskomplex hat, hat ihn auch bei Millionen auf dem Konto, er kann ihn nur besser verstecken.

Heute war wieder diese Schlaftabletten-Geschichte; Danach das Handy aus, aus beruflichen Gründen. Langsam kann ich nicht mehr. Mir geht das ganze sehr nahe und ich weiß selbst nicht mehr, was ich tun soll. Was ich sagen soll.

Ich meine, wer sich wirklich umbringen will, spricht nicht so darüber. Das heißt nicht, dass sie nicht solche Gedanken haben kann, nur bezweifle ich, dass sie es jetzt in diesem Moment wirklich ernst meint. Du solltest versuchen, Grenzen zu setzen. Du solltest ihr klar machen, was es für dich bedeutet, wenn sie solche "Pläne" herausposaunt und du sie nicht erreichen kannst. Du solltest ihr klar machen, dass sie das nicht mit dir machen kann, das ist nämlich respektlos und unterste Schublade. Du solltest ihr klar machen, dass du dann lieber alleine deinen Weg gehst. Denn alleine wärst du sicher besser dran, wenn sie ein solches Verhalten fortsetzt.

Bin ich ein Teil des Grundes? Trage ich einen Teil der Schuld?

Wenn ja, soll sie es sagen und keine Spielchen spielen. Das bringt euch nicht weiter.

Was sind denn deine und eure Pläne für die Zukunft? Wollt ihr zusammenziehen?

JVulxey


Ich meine, wer sich wirklich umbringen will, spricht nicht so darüber.

Sorry aber das stimmt nicht ganz.

Neulich erst hat jemand in einem anderen Faden geschrieben, dass 8 von 10, die sich umgebracht haben, darüber gesprochen haben. Leider hab ich gerade keine Quelle. |-o

E[hemal7iger Nutz@erc (#4588x71)


Was, wenn ich sie mal wieder nicht erreiche (sie hat ihr Telefon eigentlich immer lautlos)? (kann ja nicht jedes Mal gleich eskalieren)

Ich finde das ein absolutes No-Go in einer Beziehung, dass sie erst mit Dir über ihre Selbstmordgedanken spricht und dann für Dich nicht erreichbar ist. Ohne ihr etwas unterstellen zu wollen, aber das *könnte* auch durchaus manipulativ gemeint sein. So oder so macht es Dich aber auf die Dauer kaputt, und das solltest Du ihr sagen.

Ich habe viel Verständnis dafür, dass jemand nach einem Beziehungsfiasko in eine Depression fällt. Ich habe auch viel Verständnis, dass jemand ein niedriges Selbstwertgefühl hat, das einen auffrisst (woher kommt das?). Aber ich habe kein Verständnis dafür, dass man, WENN es einem so schlecht geht, sich weigert, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Wunsch nach Hilfe muss von IHR kommen.

b1odxy84


Neulich erst hat jemand in einem anderen Faden geschrieben, dass 8 von 10, die sich umgebracht haben, darüber gesprochen haben. Leider hab ich gerade keine Quelle. |-o

Okay, hier glänze ich vielleicht mit gefährlichem Halbwissen. Ich verstand aber den etwas kryptischen Satz:

Heute war wieder diese Schlaftabletten-Geschichte; Danach das Handy aus, aus beruflichen Gründen.

so, dass sie androhte, sich gleich etwas anzutun oder etwas solches andeute und dann das Handy ausließ, wohlwissend, dass er 400km Blut und Wasser schwitzend sich Sorgen machte, nur um hinterher sagen zu können, dass sie es bloß aus "beruflichen" Gründen ausgemacht hätte. Vielleicht müsste er da genauer erklären, was vorgefallen ist; auf mich wirkt das aber nicht wie ein vernünftiges Gespräch über Suizidgedanken, sondern um eine Theatralisierung, um die Sorgen des anderen anzuheizen. Vielleicht hat mich mein Kopfkino da auf eine falsche Fährte gelockt.

E=hemaliUger Nutdzer (#45x8871)


auf mich wirkt das aber nicht wie ein vernünftiges Gespräch über Suizidgedanken, sondern um eine Theatralisierung, um die Sorgen des anderen anzuheizen.

Das meinte ich mit Manipulation.

JCulety


Ja, ich finde das auch etwas unfair, was sie da macht. Entweder man sendet Hilferufe aus und lässt sich dann aber auch helfen, oder man lässt es. Aber man spielt keine Spielchen damit.

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