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Tavor wirkt nicht?

SYchilydkr1öte007


Ich kann ja aber nicht einfach zum Arzt laufen und sagen, dass ich gerne dies und jenes hätte? ;-D

Natürlich würde ich gerne weiter probieren und etwas finden, was mir im Notfall dann helfen würde, aber wer spielt da schon mit?

Eigentlich ist das genau das, was man indirekt machen sollte. Denn in den Beipackzetteln steht drin, dass man den Arzt kontaktieren soll, falls der Stoff zu schwach ist. Ich weiss jetzt auf die schnelle nicht den genauen Wortlaut auswendig, aber da steht sinngemäß so ein Satz drin.

ä^phfel8chen


Ja, wenns nichts bringt in der Krise, dann gehe ich vielleicht wirklich einfach direkt in die Psychiatrie?

Die ist hier in der Nähe, mich würde auf jeden Fall jemand fahren.

Und die merken dann ja wohl, wenns nicht wirkt.

*

Ohwei... mein Bammel vor morgen wird immer größer. Ich hab jetzt mein Tavor verteilt. Die in der Apotheke meinte, ich solle das immer dabei haben. Hab jetzt in meinem Rucksack für die Uni und in meiner Handyhülle. Da ist so ein kleines Fach.

Halt immer nur für 1 Dosis ;-) .

*

Hm, wenn ich merke, dass ich total aufgewühlt bin und diese "Attacke" wieder kommt, nehme ich die dann direkt?

Mit Skills und so kenne ich mich bedingt aus. Mithilfe einer unheimlich lieben und netten Person hier aus dem Forum habe ich so einen High End-Skill, den ich aber noch ausprobieren muss, wenn es soweit ist.

Sonst weiß ich nicht, wie man runter kommt. Wenn ich innerlich so richtig in Fahrt bin, dann hilft lesen nicht, TV schauen oder sowas. Gut, Sport vielleicht?

N#ura>rihyxon


aber irgendwie ist nicht wirklich was passiert.

Tavor wirkt vor allem angstlösend, jedoch nur schwach sedierend. Gerade bei Tavor erscheint es mir reichlich nutzlos, die mögliche Wirkung nicht anhand einer akuten Krisensituation einschätzen zu wollen. Das ist am ehesten noch sinnvoll, um mögliche Nebenwirkungen zu testen.

aufgrund von Suizidgedanken, Flashbacks, etc., aber woran erkenne ich, ob es wirkt?

Eh? Also bei solchen Situationen eher gar nicht. ":/ Ich bekomme etwas, das u.A. gegen Zwangsgedanken helfen soll - Clomipramin, ein eher alter und nebenwirkungsreicher Wirkstoff aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva, mit dem ich aber ganz gut klar komme.

Nach gaaaanz langer Zeit wurde ich schon ruhiger, nachdem ich direkt danach erstmal total kribbelig wurde, aber dann wars das auch schon. Ich saß dann stundenlang da und habe gemalt. Bis ich dann schlafen konnte, hat es richtig richtig lange gedauert.

Neruhigend wirkt Tavor bei mir eigentlich gar nicht. Aber es bringt mich auf eine Eben zurück, auf der ich wieder ansatzweise handlungsfähig bin.

Ich dachte immer, Benzos sind die Sorte von Psychopharmaka, die einen sozusagen erstmal ausknocken. Irre ich mich da?

Ja, ziemlich.

Benzos wirken teilweise stark verschieden. Die einen sind stark angstlösend (Lorazepam z.B.), andere stark sedierend, und wieder andere (z.B. Diazepam [Valium]) wirken eher breit gefächert. Auch finden einige Benzos auch außerhalb psychiatrischer Behandlungen Einsatz.

Ich zum Beispiel reagiere kaum auf Diazepam. Nach 40mg (intravenös!) laufe ich noch ziemlich unbeeindruckt geradeaus, während diese Dosierung andere lange Zeit schlafen legt. Auch auf Tavor reagiere ich nur schwach. Ich muss 2,5mg Expidet nehmen bei Bedarf.

Allerdings ist die Spanne möglicher Nebenwirkungen bei allen Benzos sehr ähnlich.

Übrigens, wenn du geradezu auf eine Wirkung wartest, kann das Ergebnis bereits dadurch beeinträchtigt werden. Ich würde also versuchen möglichst... nicht zu "warten". Klint wirr, oder? Hoffe du weißt, was ich meine.

Gibt es Menschen, bei denen Tavor nicht wirkt?

Ja und nein. Ein Arzt sagte mir mal zu dieser Frage, dass Benzos ab einer gewissen Dosierung immer anschlagen. Allerdings kann diese Dosierung so hoch liegen, dass die Verabreichung sinnlos ist, da die Nebenwirkungen auch entsprechend stärker sein können.

Übrigens finde ich gerade bei Tavor, dass es besser wirkt, wenn eine funktionierende Basismedikation vorhanden ist.

Achso, ich habs schon relativ spät abends genommen und dachte, ich würde dann zumindest müde werden, aber ich war bis 4 Uhr noch wach..

Klar, wie gesagt: Tavor sediert nur schwach.

Da war mein AtosilSeroquelGemisch effizienter im Ausknocken für den Notfall. Bloß waren da die Nebenwirkungen einfach zu massiv.

Seroquel beam ich auch mal: 800mg/Tag. Hat sich nicht viel getan bei mir außer leichtem Schwindel.

Das müsste doch eigentlich von der Wirkung her was können, wenn Ärzte das nur so ungern verschreiben.

Du erwartest da etwas zuviel. Tavor ist keine Wunderwaffe, sondern ein Tool, welches durchaus helfen kann. Allerdings ist die Wirkung, die nötige Dosierung und der akute Zustand immer ein Faktor, der Einfluss nehmen kann.

Aber wie gesagt, selbst wenn ich die Variante nehme (richtig vollpumpen mit Seroquel und Atosil), dann wirkts zwar schnell, aber ich bin mehrere Tage kreislaufmäßig extrem schwach, Konzentration ist dann gleich null und aufstehen/stehen/sitzen klappt nicht, weil mir schwarz vor Augen wird.. das kann doch keine Lösung sein?

Auf jeden Fall eine schlechtere als Tavor.

Ich nehme es seit über 1 Jahr. In der Regel maximal 3 mal die Woche und an maximal 2 Tagen hintereinander, wenn irgend möglich. Ein Gewöhnungseffekt ist bisher nicht eingetreten.

SYch?ildkJröte0x07


Sonst weiß ich nicht, wie man runter kommt. Wenn ich innerlich so richtig in Fahrt bin, dann hilft lesen nicht, TV schauen oder sowas. Gut, Sport vielleicht?

Lesen und TV würde mir auch nicht helfen, dazu fühle ich mich auch noch zu jung.

Mir hilft Zockerei. Vor allem Shooter wie Battlefield sind darauf ausgelegt, sich innerlich zu entspannen. Sehr zuverlässig ist Holzhacken. Das sollte man in Therapiegruppen einführen. Ansonsten kannst du es am Abend mit Masturbation versuchen.

Mein Psychiater hat mir mal dazu geraten, Grapefruitsaft zu den Benzos zu trinken, weil dadurch die Wirkung verstärkt wird. Davon habe ich allerdings nichts bemerkt, es steht aber im Beipackzettel auch drin. Frag aber vorher unbedingt deinen Arzt, bevor du irgendwas an der Medikamenteneinnahme oder Dosis drehst.

m]usicu:s_x65


Mein Psychiater hat mir mal dazu geraten, Grapefruitsaft zu den Benzos zu trinken

Für mich ein [[http://www.hr-online.de/website/rubriken/ratgeber/index.jsp?key=standard_document_40735983 fragwürdiger Rat.]]

[[http://www.apotheken-umschau.de/Medikamente/Gefaehrliche-Kombination-Grapefruit-und-Arznei-220975.html Siehe auch hier.]]

Das Problem ist unter anderem, daß man als Patient nicht genau weiß, in welchem Ausmaß die Wirkung - sowie ggfs. Nebenwirkungen - verstärkt und/oder zeitlich verlängert werden.

ä=pfelcmhxen


Ich werde mich hier nochmal genauer melden und auf eure Beiträge eingehen. Also ich bin nicht weg, nur gerade zeitlich so am Rumrennen, um meinen Alltag auf die Reihe zu bekommen.

*:)

n3ottranqu%ilibzed


02.05.15 01:43

Also bei3,74mg merke ich auf jeden schon mir. Die Wirkung ist eigentlich ganz schön. Ich spreche zwar etwas undeutlich und vielleicht etwas unkontrolliert in meiner Koordination, aber nicht weggepustet.

Und meine Gedanken sind irgendwie so leicht? Wenn ich denke, dann ist eine Sekunde später dieser einfach weggeflogen.

Ich bin so friedlich und fühle mich leichter.

Aber mit den Augen etwas richtig zu fokussieren, das ist schon schwerer. Ich seh schon alles, aber manchmal etwas verzögert oder verwischt, aber nur ganz leicht.

so Zustände hatte ich auch oft auf Drogen

Und wenn ich meinen so verhassten Körper an manchen Stellen berühre, dann fühlt es sich fast schon zart und zerbrechlich an. Die Knochen und so. Da stell ich mir die Frage, ob mir meine Sinne da einen Streich spielen oder ob andersherum, ich mich vielleicht wirklich so anfühle.

Sehr interessante Gedanken schwirren durch meinen Kopf, mit einer leicht traurigen-faszinierten Tendenz.

Ja,hier in meinem Bett mit den vielen Decken und meinen Kuscheltieren eingemummelt, da fühlt sich alles außerhalb anders an. Alles, was auf meinem Hochbett ist gehört dazu und der Rest ist ganz weitweg..

Auf dem Weg aufs Bett ging das noch mit bewegen, aber jetzt liege ich- auch noch so gemütlich wie auf Watte - und wenn ich jetzt aufstehen würde, dann würde ich wohl unfreiwillig Karussell fahren.

*

Fühlt sich das so an, wenn es wirkt?

äpfelchen

ja genauso fühlt es sich an und wenn dir das gefällt, diese unbeschwerte Leichtigkeit musst du aufpassen, dann will man es nämlich immer wieder...

Aber wie gesagt, selbst wenn ich die Variante nehme (richtig vollpumpen mit Seroquel und Atosil), dann wirkts zwar schnell, aber ich bin mehrere Tage kreislaufmäßig extrem schwach, Konzentration ist dann gleich null und aufstehen/stehen/sitzen klappt nicht, weil mir schwarz vor Augen wird.. das kann doch keine Lösung sein?

Auf jeden Fall eine schlechtere als Tavor.

Ich nehme es seit über 1 Jahr. In der Regel maximal 3 mal die Woche und an maximal 2 Tagen hintereinander, wenn irgend möglich. Ein Gewöhnungseffekt ist bisher nicht eingetreten.

Lorazepam hat eine HWZ von mindestens 11-18h, bei 2-3 mal die Woche baut sich somit ein Spiegel auf. Die Toleranz steigt bei so häufiger Einnahme mit der Zeit auch. Vom Seroquel hatte ich bis jetzt noch keine Entzugserscheinungen, bei Benzos mag das ja eine Zeit lang gut gehen, aber "auf jeden Fall schlechter" denke ich nicht...

ä^pfel|chxen


Ja, diese unbeschwerte Leichtigkeit gefällt mir so sehr.. zu sehr..

:°( %:|

ä|pfelschen


Vielen Dank für die ganzen Beiträge

Nurarihyon

Gerade bei Tavor erscheint es mir reichlich nutzlos, die mögliche Wirkung nicht anhand einer akuten Krisensituation einschätzen zu wollen. Das ist am ehesten noch sinnvoll, um mögliche Nebenwirkungen zu testen.

Ja, bzgl. der Nebenwirkungen war es ganz praktisch.

Gestern war ein Abend, der etwas schwieriger war. Nicht wirklich so notwendig, dass ich Tavor gebraucht hätte, aber ich war neugierig |-o , ob da irgendwas anders wäre und bin jetzt schon ein bisschen schlauer.

Auf jeden Fall hat sich in mir was verändert und ich wurde ruhiger. Es war ehrlich gesagt sogar ziemlich ziemlich angenehm, ich konnte wieder atmen und wurde nicht mehr so sehr von mir erdrückt.

Übrigens, wenn du geradezu auf eine Wirkung wartest, kann das Ergebnis bereits dadurch beeinträchtigt werden. Ich würde also versuchen möglichst... nicht zu "warten". Klint wirr, oder? Hoffe du weißt, was ich meine.

Ja, ich weiß sehr gut was du meinst. Aus meiner Zeit mit Drogen. Viel mehr muss ich dazu auch, glaube ich, gar nicht sagen :-X aber gut zu wissen, dass es da bei Tavor ähnlich ist.

Übrigens finde ich gerade bei Tavor, dass es besser wirkt, wenn eine funktionierende Basismedikation vorhanden ist.

Hm, meine Basismedikation lässt noch zu wünschen übrig, glaube ich. Ich nehme 300mg Venlafaxin seit knapp 2 Monaten, glaube ich. Also erst nur ganz gering dosiert, um Nebenwirkungen zu prüfen, seit Ende April eben 300mg. Mal sehen, ob es gut anschlägt.

Seroquel beam ich auch mal: 800mg/Tag. Hat sich nicht viel getan bei mir außer leichtem Schwindel.

Ja, die Nebenwirkungen kamen super hoch %-| bzw. am Anfang war sogar eine Wirkung da, aber das musste so schnell erhöht werden... irgendwann kam Atosil dazu und erst DANN habe ich wirklich das Gefühl gehabt, dass es mir hilft, aber dieser Cocktail hatte eben auch Nebenwirkungen... mein Kreislauf war unten und ich immer ziemlich betäubt und abwesend.

Du erwartest da etwas zuviel. Tavor ist keine Wunderwaffe, sondern ein Tool, welches durchaus helfen kann. Allerdings ist die Wirkung, die nötige Dosierung und der akute Zustand immer ein Faktor, der Einfluss nehmen kann.

Ja, ich habe mir sehr viel erhofft. Wahrscheinlich auch viel, was man nicht als "gesund" bezeichnen könnte. Flucht vor mir, Flucht vor der Welt und meinen Gedanken.. einfach vor allem. Aber so ist das nun mal nicht.

Schildkröte

Ja, ich denke, ich muss einfach einen Weg finden, diese Energie, die ich sonst immer gegen mich gewandt habe, umzuwandeln. Vielleicht tatsächlich in Sport oder so.

Und wenn das funktioniert, was meistens der Fall ist, dann geht danach auch sowas wie TV, lesen oder kreativ sein. Aber dafür muss ich einfach erst einmal viel viel weiter runter kommen. Dazwischen ist Klavierspielen noch eine Möglichkeiten. So richtig in die Tasten hauen. Aber das geht alles eben nicht, wenn der Drang mich zu zerfleischen noch sososo präsent ist.

Mir hilft Zockerei. Vor allem Shooter wie Battlefield sind darauf ausgelegt, sich innerlich zu entspannen. Sehr zuverlässig ist Holzhacken. Das sollte man in Therapiegruppen einführen. Ansonsten kannst du es am Abend mit Masturbation versuchen.

DAS wäre in meinem Fall ziemlich kontraproduktiv. Also Zweiteres.

Ballerspiele sind auch nicht so mein Ding. Ich mache dann lieber etwas produktives. Malen oder Schreiben eben.

äXpfe^l^chen


Hm, mal eine Frage: Weiß von Euch jemand, ob bei einem reinen Drogenscreening nach Benzos gesucht wird? |-o

Ich hatte schon mehrere Momente, in denen ich mir wieder nicht anders zu helfen wusste als mit der großen Dosis Seroquel/Atosil und natürlich kamen wieder ganz heftig die Nebenwirkungen :(

Weil ich Angst hab, mir das Screening zu versauen...

vBamgp2x8


Seroquel und Atosil sind keine Benzos, sondern Neuroleptika. Benzos sind Tavor, Valium usw. Wenn dir Seroquel und Atosil verschrieben wurden in der Dosis, dann geh zu deinem Psychiater und lass dir eine Bescheinigung geben, dass du diese Medikamente nimmst und gebe es da ab wo du diesen Drogentest machen must. Du nimmst ja auch gerade Tavor, daher sollte der Arzt dir das auch schriftlich geben lassen, damit du dort keine Probleme bekommst. Wenn du die Dosis einhältst, ist alles gut, solltest du damit aber herumspielen und eine höhere Dosis immer nehmen, dann hast du wirklich ein Problem und damit meine ich nicht bei dem Test, sondern weil das was du tust, Medikamentenmissbrauch ist und somit auch ein Problemverhalten das therapiert gehört.

Ich lese hier ja mit und kann nur den Kopf schütteln. Ich weiß nicht ob dein Psychiater dir erlaubt hat Tavor höher zu dosieren, aber das was du tust ist nicht verantwortungsbewusst. Du merkst ja jetzt schon wie gerne du dieses Gefühl wieder hättest...das ist schon das erste Alarmzeichen, ganz die Finger davon zu lassen. Wenn du so weiter machst, hast du die nächste Sucht am Hals. Ich hoffe dass kein Arzt dir so einfach Tablettenpackungen in die Hand drückt mehr. Wenn dann soll er dir abgezählte Tabletten geben, damit du nicht ständig mit der Dosierung herumspielen kannst. Ich meine dein Umgang mit Tavor. 3,75 mg oder wie viel es war, ist einfach zu viel. Wenn es dir nicht hilft, dann bespreche das mit deinem Psychiater, aber experimentiere nicht alleine herum.

ä;pfMelschen


Erstmal nur kurz, weil ich das unbedingt richtig stellen möchte, aber eigentlich auf dem Weg ins Bett bin.

Ich weiß, dass Atosil und Seroquel Neuroleptika sind.

Ich hatte dafür auch eine Bescheinigung, aber ich wollte sie nicht mehr nehmen.

Und dann bekam ich Tavor, auch mit Bescheinigung, das ist nicht das Problem.

Ich hab aber Angst, dass es nicht gut ankommt bei dem Screening, wenn bekannt ist, dass ich Tavor nehme. Dann denke ich immer, dass ich das viele Geld und das Jahr nicht aufs Spiel setzen will, weil ich mal wieder nicht klarkomme und mich nicht zusammenreißen kann.

Aber irgendwann halte ich es nicht mehr aus und dann brauche ich was. Nicht im Sinne von "Ich will berauscht sein", sondern "Bitte mach, dass die Stimme aufhört zu schreien, dass ich mich jetzt verdammt nochmal endlich umbringen soll".

Ich will mich nicht umbringen, aber manchmal kommen so Attacken, da sagen meine Gedanken, dass ichs tun soll, weil dann endlich Ruhe wäre. Dann will ich einfach nur, dass sie still sind und irgendwann (die kommen meistens am späten Nachmittag oder Abend, deshalb meistens am nächsten Morgen) gehts wieder und ich kämpfe weiter..

vTamp2x8


Noch etwas zum Thema Skills:

Es gibt eine ganze Reihe von Skills. Wenn du Flashbacks hast oder Suizidgedanken, helfen in der Tat kein Fernsehen schauen oder etwas lesen. Du bist dann in einer Spannung wo solche Dinge nicht mehr funktionieren, weil man sich auf so etwas nicht mehr konzentrieren kann. Du musst erst mal versuchen dich wieder auf ein Spannungszustand runter zu bringen, wo du wieder besser handeln kannst. Früher auf der Borderline Station hatten wir Spannungsprotokolle. Die ging von 0 bis 100. 0 war quasi keine Anspannung, die ich nie erreicht hatte. 100 war eigentlich zumindest bei uns schon Selbstmord, daher gab es die 100 gar nicht. Witzig ich weiß. Aber wer 90 erreichte, der war schon sehr suizidal. Ich war nie unter 40. Bei 40 sollte man schon anfangen zu skillen. Bei 70 war es schon so, dass der Druck sehr stark war und denken kaum möglich war. Genauso auch im hier und jetzt bleiben. Bei 80 hat war handeln gar nicht mehr möglich, man dissoziiert stark und da hilft wirklich nur noch erst mal auf mindestens 50 runter zu skillen.

Geholfen hat mir dabei, starke Wärmesalbe bei schneidedruck. Ammoniak bei Dissoziationen und auch bei Flashbacks. Sport auch, wenn ich in der Lage war, das war aber erst bei 60 der Fall. Bei so hoher Anspannung helfen nur starke Reize. Wenn man dann wieder etwas weiter unten ist, kann man sich mit anderen Dingen ablenken wie z.B. fernsehen, Sport machen, Musik laut hören und draußen spazieren gehen, duschen(kalt und warm abwechselnd), lesen, Zeichnen usw.

Es ist klar das Fernsehen nichts bringt, wenn man sehr stark angespannt ist. Man muss erst mal sich von diesen Gedanken ablenken und da helfen einfach erst mal starke Reize. Wenn die Suizidgedanken so extrem zunehmen das ein Handlungsdrang da ist, man sich wirklich nicht mehr kontrollieren kann, dann ist natürlich ein Notfallmedikament zu empfehlen, besser noch den Krankenwagen zu rufen. Aber eigentlich sollte man schon die Voranzeichen bemerken und schon vorher handeln eben mit diesen Skills. Es gibt immer Anzeichen, es kann nicht sein, dass man von einer Sekunde auf die andere, so suizidal ist und vorher alles Freude friede Eierkuchen war. Oft bemerkt man, dass die Stimmung sich verschlechtert.

Und wie ich schon häufig sagte, Tavor hilft nicht gegen Flashbacks, keine tun es. Erstens wirken Tabletten nicht so schnell und wer will schon eine halbe Stunde sich mit Erinnerungen quälen, nur weil die Tabl. erst nach einer halben Stunde wirkt? Eigentlich keiner, daher ist es quatsch, dies mit Chemie zu bekämpfen. Es gibt Imaginationsübungen, wie die Tresorübung und die klappt auch. Manchmal muss man eben viel mehr Fantasie einfließen lassen. Bei mir wirkt die Übung auch nicht einfach so, sondern ich hab ein ganzes Sicherheitssystem und oft bin ich nach der Übung so kaputt und müde, weil ich mindestens 15 Minuten in dieser Übung war. Aber es lohnt sich, je mehr man sich vorstellt, desto weiter entfernt sich das Ganze, die Erinnerungen, Gefühle und es belastet einen nicht mehr.

Wenn Imagination dir nicht liegt, warum auch immer, dann verwende eben andere Skills, wie schon oben geschrieben. Die helfen dann auch gleich und nicht erst nach einer Stunde. Man kann sich nicht immer von Medis abhängig machen, man muss auf natürlichem Wege sich helfen. Bei Flashbacks kann auch helfen, wenn du dir das Datum vor Augen führst. Wenn man Flashbacks hat, kann man nicht mehr zwischen heute und früher unterscheiden richtig, und da hilft es auch, auf das Datum zu schauen und sich zu sagen, ich bin jetzt in Sicherheit, wir haben heute 2015 und nicht mehr (Datum des Traumas). Gegenwartsanker könnten auch helfen. Gegenstände in deiner Wohnung die dir helfen im hier und jetzt zu bleiben. Wenn du eine Psychotherapie machst, wird es auch ein Ziel sein, mehr diese Methoden anzuwenden als Medikamente. Dir selbst zu helfen. Es funktioniert wirklich, wenn man nur will.

v.apmpx28


Hörst du Stimmen oder sind es deine Gedanken? Wenn du unkontrolliert Stimmen hörst, dann würde ich das deinem Psychiater erzählen. Das könnte auf eine Psychose hindeuten. Sind es deine Gedanken, dann must du dich ablenken mit hilfe dieser Skills. Immer nur zudröhnen bringt dich doch auch nicht weiter. Ich höre Stimmen, die kommen aber von meinen Persönlichkeitsanteile, manche sagen auch böse Dinge und würden sich auch gerne umbringen. Nur die kann ich nicht mit Medikamente betäuben, die sind immer da. Da hilft nur mit ihnen reden und ablenken, skillen. Wenn nichts anderes geht dann doch notfallmedikament. Ich weiß nicht was genau bei dir los ist, aber vielleicht wäre ein Stationäre Therapie das richtige für dich. Andauernd sich mit Medikamente vollpumpen ist nicht der richtige Weg. Psychotherapie ist der richtige und das am besten in einer Klinik. Damit meine ich nicht unbedingt eine geschlossene, da man dort sowieso keine Therapie macht. Sondern eine Psychosomatische Klinik, die sich auf dein krankheitsbild spezialisiert haben. Schau einfach mal im Internet, oder frag deinen Psychiater. Ich war früher auch in der gleichen Situation, man hat mich immer nur stabilisiert und mit Medikamenten vollgepumpt, nur damit sie mich am Leben erhalten. Aber was bringt es einen? Nichts, daher seit der richtigen Psychotherapie, geht es ändlich vorwärts.

äRpf]elchexn


Danke für deinen ausführlichen Beitrag! Ich werde morgen genauer darauf eingehen! @:)

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