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Erklärung für Klinikaufenthalt

n)ottranXquilxized hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mein Arzt rät mir dringend zu einem Klinikaufenthalt, ich will auch, weiß aber nicht was ich sagen soll, wenn man mich auf der Arbeit frägt, wo ich war? Was kann man da sagen?

Ich könnte irgendeine Krankheit vorschieben, aber welche?

Ich bin schon dauernd am überlegen, könnte nicht mehr essen, sodass ich zu schwach für die Arbeit bin, oder könnte wenn ich wieder komme Benzodiazepine nehmen, dann wäre es mir egal, ob man mich frägt.

Hat irgendjemand eine Idee?

Antworten
B3enit(aBx.


Was genau ist so schlimm daran, zu sagen, man war in einer Klinik für Psychosomatik?

Die Wahrheit wird immer irgendwann rauskommen.

Man tut was für seine seelische Gesundheit. Wiegt das weniger als zum Beispiel eine Reha nach einer Hüft-OP?

CGomtran


Du musst gar nichts sagen, wenn du krankgeschrieben bist.

Wenn der Aufenthalt aber länger ist, dann wirst du um die Wahrheit nicht rumkommen, da ja dann ein Wiedereingliederungsverfahren auf der Arbeit durchgeführt wird.

mUagnuFsx44


Dein Arbeitgeber muss nur darüber informiert werden, dass Du krankgeschrieben bist.

Der Rest geht ihm nichtsan.

Man muss die Entwicklung erstmal abwarten. Für ein Wiedereingliedrungsverfahren ist ja eigentlich nur wichtig, bis zu welchem Grad man/frau wieder arbeitsfähig ist.(wieviel Stunden proTag)

Für Dich gilt, dass Du nur sagst, dass Du krankgeschrieben bist und nicht mehr.

Alles weitere besprichst Du dann zu gegebener Zeit mit Deinem Arzt. Der wird dann auch entscheiden, ob, was, im welchem Ausmass und ggfs wenn ja dieses in welcher Form dem Arbeitgeber bekannt gegeben wird bzw. muss.

n_ottrvanquilixzed


Die Wahrheit will ich nicht sagen, weil mir das ausgesprochen peinlich wäre, außerdem mag ich manche Kollegen nicht und hätte Angst, dass das gegen mich verwendet wird. Und wenn ich keine Wiedereingliederung will.

Ich muss nichts sagen, aber manche Kollegen, mit denen ich zu tun habe und mit denen ich auch auskomme würden mich mit Sicherheit fragen.

F_lamechxen79


dann sag doch einfach " sei mir nicht böse, aber ich möchte das für mich behalten"

CUomrxan


Es hat ja Gründe, dass dir der Klinikaufenthalt nahegelegt wurde. Ein anschließendes Versteckspiel belastet dich nur umso mehr.

In meiner Firma (3000 Angestellte allein am Hauptsitz) werden psychische Erkrankungen fast immer publik. Ich hatte selbst einen Kollegen bei mir im Team, der in der Klinik war. Niemand hat irgendwas gegen irgendwen verwendet - im Gegenteil. Da die engsten Kollegen immer im Bilde waren, ging man viel offener mit dem Thema um, was ihm zu Gute kam. Und es ermöglichte ihm die nötige Schonung bei der späteren Arbeitsaufnahme. Zwei Jahre nach Rückkehr bekam er sogar eine Gehaltserhöhung.

Ich kann nachvollziehen, dass es für dich unangenehm ist, aber ein verantwortungsbewusster Arbeitgeber wird mit der Wahrheit mehr in deinem Sinne handeln können als wenn du es im Dunkeln lässt.

naott!rapnquiHlxized


Ja ich glabe ich nehme Benzos und sage dann einfach, dass ich es nicht sagen will.

Ich glaube hier würde das niemand verstehen und mir wäre das peinlich, könnte dann nicht mehr normal herumlaufen, es wären dann immer diese Zwangsgedanken da. Meinen Vorgesetzten mag ich auch nicht, will gar nicht, dass der das erfährt.

Ich glaube in Büroberufen sind Burnouts oder Depressionen häufiger und es wird eher Verständnis entgegengebracht, während man bei handwerklichen Berufen als schwach gilt.

JGulexy


Ich wollte es damals anfangs auch nicht sagen. Mit dem Ergebnis, dass bald die kuriosesten Gerüchte die Runde machten. %-| Also hab ich irgendwann die Wahrheit gesagt. Aber nur, wo ich war. Nicht warum.

Jeulexy


Ja ich glabe ich nehme Benzos und sage dann einfach, dass ich es nicht sagen will.

Benzos bei der Arbeit nehmen ist ein ganz schlechter Plan. Falls du das vorhast.

m6agn:us4x4


Ich glaube in Büroberufen sind Burnouts oder Depressionen häufiger und es wird eher Verständnis entgegengebracht

Verständnis Ja, aber im Sinne der Firma.

@ Comran:

aber ein verantwortungsbewusster Arbeitgeber

Eine Firma ist kein mildtätiger Verein, sondern eine Konstruktion, die darauf ausgerichtet ist Gewinn zu erzielen

Der kranke Arbeitnehmer und der Betrieb befinden sich ganz klar in einem Zielkonflikt.

Ausnahmen gibt es ja hier und da vielleicht. Ich kann nicht dazu raten mit dieser Angelegenheit Roulette zu spielen.

Ich kenne zwei Anwälte (Bereich Arbeitsrecht) persönlich. Da kommt man schnell in der unangenehmen Realität an.

Daher nochmal mein Rat. Nur so viel offenbaren, wie zu DeinemVorteil erforderlich. Wieviel, dass kann dann Deine Arzt mit Dir besprechen.

mwagnuas4x4


@ Comran:

Lebst Du im Paradies?

mMagn@usx44


Es werden auch so, ohne das sie krank sind, Arbeitnehmer ohne das sie krank oder ähnliches über den Tisch gezogen..

Auch die sogenannten "renommierten Firmen" bilden da keine Ausnahme.

P^iMa0x509


Es ist schade, daß man sich für so etwas noch immer schämt (schämen muss). Aber ich kann dich total verstehen. Ich könnte auch nie in so eine Klinik gehen, weil ich hier im Ort schon so oft mitbekommen habe, wie über Leute gesprochen wurde, die dort waren.

Ist diese Klinik evtl. einer Neurologie angegliedert? So war es bei uns lange Zeit. Eine Bekannte hat dann gesagt, daß sie in die Neurologie muß. Die Leute, die sie besuchten, die wussten eh was Sache ist und die anderen waren mit der Aussage zufrieden.

Ceomraxn


Eine Firma ist kein mildtätiger Verein, sondern eine Konstruktion, die darauf ausgerichtet ist Gewinn zu erzielen

Deswegen kümmern sich verantwortungsbewusste Personalleitungen um das Wohlergehen, da nur gesunde und motivierte Mitarbeiter gute Leistungen bringen und nicht die frustrierten und zu Tode gehetzten.

Lebst Du im Paradies?

Nein, dazu freue ich mich deutlich zu wenig, wenn morgens der Wecker geht ;-) .

Ich habe aber das Glück, einen Arbeitgeber zu haben, der die soziale Komponente groß schreibt und den Zusammenhalt als Firmen"familie" fördert. Auch wenn bei uns der Ton in den letzten 25 Jahre auch ein Stück weit nüchterner geworden ist (zu viele Führungskräfte von "draußen", das war nicht gesund), so ist doch bei uns wenig von der "Kälte" zu spüren, von der man in anderen Unternehmen so oft hört. Und das ist erklärter Wunsch der letzten beiden Vorstandsvorsitzenden. Und wir sind erfolgreich in unserer Branche.

nottranquilized kennt sein Umfeld am Besten. Wenn es da etwas rauer zugeht und er ohnehin schon angeschlagen ist, dann kann ich verstehen, dass er sich da nicht erklären möchte. Meine Bedenken sind halt, dass das auf Dauer der falsche Weg ist und er darunter leidet. Als mein Kollege erkrankte, hatten wir das schon gemerkt und versuchten 3 Monate, die Gründe zu finden und es gab mehrere Gespräche. Der hat sich auch nicht getraut, das einzugestehen, aber wir merkten alle deutlich, dass etwas nicht stimmt. Daher waren wir nahezu erleichtert, als er dann morgens plötzlich nicht kam und wir erfuhren, dass er sich in eine Klinik begeben hat.

Es ist schade, dass diese Probleme offenbar noch so stigmatisiert sind. Wenn einer 3x im Jahr Magen-Darm hat, macht sich kein Mensch darüber lustig. Aber ein psychisches Leiden ist offenbar immer noch Zeichen von Schwäche. Da muss sich noch viel in der Wahrnehmung ändern, und man muss ein Umfeld schaffen, in denen man sich als psychisch Erkrankter eben nicht verstecken muss. Leider sind die Betroffenen dazu am allerwenigsten in der Lage, dieses Umfeld durchzusetzen und zu verteidigen, das verstehe ich auch. ":/

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