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Suizidgedanken und Umfeld

BsohWne2014 hat die Diskussion gestartet


Ich hab das Problem, dass ich immer mal wieder Suizidgedanken habe. Das geht soweit, dass ich einen konkreten Plan habe, den ich "nur noch" umsetzen müsste. Ich hab es jetzt nicht vor, aber die Gedanken sind in meinem Kopf.

Jetzt geht es hier vor allem um mein Umfeld. Meine Mutter zB weiß das, sie ignoriert es. Sie ignoriert, dass es mir überhaupt psychisch schlehct geht. Wenn ich ihr sage, dass ich nicht mehr leben möchte, keine Kraft mehr habe, nicht mehr kann, starrt sie in iene Ecke und sagt nichts mehr. Bestenfalls fängt sie ein 0815-Gespräch an oder sagt eben nichts mehr, bis ich entweder aufstehe und gehe oder was anderes sage.

EIne Freundin, leicht depressiv, weiß nicht, wie heftig es ist, nur, dass ich in Krisen sterben möchte. Sie weiß, dass ich in einer Krise bin momentan und erzählt dann, dass es ihr auch nicht gut geht usw.. Ich möchte ihr nicht sagen, wie heftig es ist, weil ich nicht weiß, wie sie damit umgehen kann und ihr nicht zur Last fallen will.

Habe noch andere Erfahrungen gemacht, aber das sind mal zwei Beispiele. Mich würde mal interessieren, was Ihr für Erfahrungen gemacht habt. Als Betroffene/r oder auch als jemand, der damit bei anderen konfrontiert wurde.

Ich fühle mich so schlecht und einsam und allein und sehe gerade das Verhalten anderer als Bestätigung, dass die Welt nicht lebenswert ist. :°(

Antworten
C2omxran


Ich bin nicht betroffen, aber ich kann dir versichern: du siehst im Verhalten der anderen nicht, dass die Welt nicht lebenswert ist. Du siehst, wie überfordert sie mit der Situation sind. War ich auch mal. Als ein depressiver Freund, dessen Freundin sich getrennt hatte, Sonntags frühmorgens von irgendeinem Bahnhof anrief. Wir sind direkt zu ihm, er hatte die ganze Nacht dort gesessen. Eine Stunde reden half nichts, irgendwann sprang er auf und lief an den Gleisen entlang. Ich habe den Notruf gewählt und die Polizei kam mit Blaulicht und gemeinsam haben wir ihn aufgehalten. Seine Taschen wurden geleert und die Polizei fand drei Abschiedsbriefe. Der Schock saß bei uns allen tief - auch bei ihm selbst. Er wurde dadurch "wach". Er ist uns bis heute dankbar dafür, ist verlobt und es geht ihm gut.

Hast du professionelle Hilfe? Im Gegensatz zu Freunden und Familie sind diese geübt und ausgebildet darin. Ich kann dich nur ermuntern, diese wahrzunehmen.

BHohn9e2$014


Puh... mir kamen grad fast die Tränen. Ihr habt ihm das Leben gerettet und es ist schön zu lesen, dass er glücklich darüber ist.

Überforderung... es ist gut, mal "die andere Seite" zu lesen.

Ich habe eine Psychiaterin. Ich mag sie und rede gern mit ihr. Leider bietet sie keine Therapie an, es geht hauptsächlich um die Medikamente.

Gestern war ich bei ihr und habe ihr gesagt, was momentan los ist bei mir und ihr gesagt, dass ich eben in Krisen "immer sterben möchte". Sie hat mir daraufhin gesagt, ich solle mir wieder einen Termin geben lassen und aber vorbeikommen, "wenns Ihnen schlecht geht".

Bei mir ist es sehr schwierig, sowas in Anspruch zu nehmen. Gestern Morgen noch habe ich "meinen Plan" im Kopf gehabt. Seit gestern Mittag ging es besser. Gestern Abend wieder abgerutscht. Das Problem ist, dass ich, wenn ich einen Termin beim Arzt oder noch bei meiner Therapeutin hatte, nicht wirklich rüberbringen kann, wie es mir geht. Es ist äußerst selten, dass ich dort so fühle, wie wenn ich allein bin. Es ist wie beim Zahnarzt, im Wartezimmer ist es gar nicht mehr so schlimm. Ich fühle dann ganz anders, ich kann es nicht erklären.

CGomraxn


Ihr habt ihm das Leben gerettet und es ist schön zu lesen, dass er glücklich darüber ist.

Darin gibt es zwei wichtige Botschaften:

1. Außenstehende wissen nicht, wie sie damit umgehen können, da sie diese Gefühle nicht nachvollziehen können (ich könnte jetzt auch noch meinen depressiven Kollegen erwähnen, der ein Jahr in Therapie war - auch da war ich hilflos, aber die Therapie hatte geholfen). Die Polizei zu holen war eine hilflose und akute Reaktion.

2. In dem Moment hatte er den Wunsch zu sterben. Heute weiß er, dass dieser Wunsch nicht dauerhaft war. Und er ist froh, dass wir gegen seinen Willen gehandelt haben.

Ich habe eine Psychiaterin. Ich mag sie und rede gern mit ihr. Leider bietet sie keine Therapie an, es geht hauptsächlich um die Medikamente.

Kann sie denn keine Therapie vermitteln? Klar, Psychiater sind keine Therapeuten. Du solltest das aber in Betracht ziehen und nicht nur mit Medikamenten arbeiten. Therapien können auch erst mal ambulant gemacht werden und nur im starken Notfall gehst du (freiwillig) in eine Klinik. Aber letzteres sehe ich bei dir nicht, schließlich hast du auch zaghafte Ideen, dich beruflich weiterzubilden (was ich ganz klasse finde, weil es in deinem Alter nicht selbstverständlich ist).

Es ist wie beim Zahnarzt, im Wartezimmer ist es gar nicht mehr so schlimm. Ich fühle dann ganz anders, ich kann es nicht erklären.

Vielleicht weil dir jeder Besuch dort etwas wie Hoffnung vermittelt? Weil dir jemand zuhört und im Gegensatz zu Familie oder Freunden damit umgehen kann?

Trau dich was. Fahr mal irgendwo hin. Unternimm was. Ich glaube, Ablenkung täte wir wirklich gut. Du musst nicht dein Umfeld komplett in Frage stellen, aber ich glaube, du bräuchtest etwas Abwechselung und auch Herausforderungen, etwas zu tun. Einen Garten pflegen, mit einer Gruppe eine Reise machen, eine Weiterbildung, ein Verein ...

Ich drück dir die Daumen, dass es dir eines Tages besser geht :)_

BLohne2,014


Ja, so ist das, auch in ganz schlimmen depressiven Phasen kommen ab und an Momente, wo man an was anderes denkt, nicht nur an das Ende, wo man lacht und wo man denkt, dass man dies und das vermissen würde... ich habe Angst, dass es mir mal nicht mehr reicht. :°(

Sie kennt leider niemanden, der gerade einen Platz frei hat und hat mir nur den Tipp gegeben, die kassenärztl. Vereinigung anzufragen.

Du hast recht, ich bin froh, dass ich bei solchen Terminen jemanden habe, der mir zuhört, der nicht nur in die Ecke starrt, wo ich weiß, dass sie es aushält, und wo ich keine Rücksicht nehmen und überlegen muss, ob sie das überfordert. Wo ich einfach reden kann, wo mir geduldig zugehört und Hilfe angeboten wird und sei es nur der Satz, dass ich kommen kann, wenn es ganz schlecht ist. Ja, das ist es, was ich wohl vermisse, was mir wirklich fehlt, weshalb ich gerade meine, mehr und mehr Richtung Ende gehen zu müssen, weil es mir das Gefühl vermittelt, anderen relativ egal zu sein, weil vieles ignoriert wird. Ja, es simmt, deswegen geht es mir wohl besser, vor/bei solchen Terminen.

Ich habe tatsälich überlegt, im Juni/Juli mal zur See zu fahren. Mit Abstand über vieles nachdenken. Sowas hat mir schon zweimal vor vielen Jahren geholfen.

Dank Dir... @:)

C/omra$n


Ich habe tatsälich überlegt, im Juni/Juli mal zur See zu fahren. Mit Abstand über vieles nachdenken. Sowas hat mir schon zweimal vor vielen Jahren geholfen.

Supi! Aber schau, dass du auch ein bisschen Kontakt zu Menschen hältst. Dass du da über deinen Schatten springst. Mit denen du einfach mal Smalltalk halten kannst, ohne über deine Probleme reden zu wollen. Normalität.

Schau, es geht dir schon besser, wenn du einfach hier im Internet bisschen quatschen kannst.

Danken musst du nicht dafür. @:)

B&ohne}20x14


Supi! Aber schau, dass du auch ein bisschen Kontakt zu Menschen hältst. Dass du da über deinen Schatten springst. Mit denen du einfach mal Smalltalk halten kannst, ohne über deine Probleme reden zu wollen. Normalität.

Damals, als ich zweimal allein weg war, hatte ich eine Pesion gewählt. Ein Ehepaar hat das gemacht und die waren sehr nett. Als ich dann den zweiten Morgen beim Frühstück saß, kam die Frau und fragte, ob ich was dagegen hätte, wenn sie sich zu mir setzen würde, ihr Mann würde nämlich nicht frühstücken und allein fände sie es langweilig. Und dann haben wir, ich war 10 Tage dort, jeden Morgen gemeinsam gefrühstückt und haben uns sehr gut unterhalten. Das war schon toll. :)z

Leider gibt es diese Pension nicht mehr. :-(

Danken musst du nicht dafür

Das glaube ich Dir. Ich möchte es aber. :)z @:)

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