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Wie kommt man mit chronischen Schmerzen klar?

F"anxawen hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

wie kommt man mit chronischen Schmerzen klar? Was kann einem helfen damit klar zu kommen, damit man seinen Alltag wieder besser meistern kann? Wie geht ihr mit chronischen Schmerzen um?

Ich hab so den Eindruck, dass Schmerzen einsam machen, man zieht sich zurück, da man seinen Mitmenschen nicht zur Last fallen möchte.

LG

Fanawen

Antworten
SKunfloAwer_z73


Wenn man sich sehr eingeschränkt fühlt und sich zurückzieht; sich gedanklich sehr mit allem (Rückzug, "Last sein", Einschränkungen, unklarer Perspektive) beschäftigt, kann auch eine spezialisierte Psychotherapie helfen. Zu einer umfassenden, sog. multimodalen Schmerztherapie gehört neben Medikamenten, Physiotherapie, div. anderen Dingen (ggf. TENS, Wärem/Kälte,...) i.d.R. auch Psychotherapie.

Ggf. anfangs alles geballt in einem stationären Rahmen.

FSajna8wen


Ich vermute mal stark, das man solch eine Therapie erst nach einem sehr langen Leidensweg von der Krankenkasse gezahlt bekommt.

Die Hoffnung, dass die Ursache für meine Schmerzen irgendwann noch gefunden wird ist noch da, aber irgendwie muss ich die Zeit bis dahin überbrücken. Ich merke halt langsam, dass es mich mürbe macht.

S,uVnfl*owexr_73


Nein. Auf eine Psychotherapie hast Du in Deutschland Anspruch, wenn eine entsprechende Indikation vorliegt. Die Diagnose "F45.41 - Chronische Schmerzsstörung mit körperlichen und psychischen Faktoren" reicht da voll und ganz aus.

S/c+hm_idJti`7x0


Ich vermute mal, es geht um die Beschwerden in Deinem anderen Faden?

Grundsätzlich hängt es sicher von der Art und Schwere der Schmerzen ab und wie stark sie Einen im Alltag einschränken.

Ich Könnte mir vorstellen, dass es schwieriger ist, wenn man die Ursache nicht kennt. Schmerzen mit bekannter Ursache kann man leichter behandeln und sich auch leichter damit abfinden/arrangieren, was auch immer. Eine gewisse Akzeptanz der Situation hilft mir persönlich schon.

Aber das gilt sicher nicht für chronische Schmerzen jeder Intensität.

F[ana{wen


@ Sunflower_73

Vielen Dank für die Info!

@ Schmidti70

Es gibt Tage, da kann ich das ganz gut weg stecken und an anderen zieht es mich extrem runter. Ich habe mittlerweile auch schon Angst zum Arzt zu gehen, da bisher mit jedem Arzttermin die Hoffnung auf Genesung / Linderung wieder ein Stück gesunken ist, da die Ärzte ebenso ratlos sind wie ich.

_{Pa~rvati_


Ich hab so den Eindruck, dass Schmerzen einsam machen, man zieht sich zurück, da man seinen Mitmenschen nicht zur Last fallen möchte.

Warum ziehst du dich zurück? Und warum hast du das Gefühl, anderen zur Last zu fallen? Empfinden dich die anderen etwa als Last?

Was kann einem helfen damit klar zu kommen, damit man seinen Alltag wieder besser meistern kann?

Dafür wäre es vielleicht gut zu wissen, um was für ein chronischen Schmerz es sich bei dir handelt und inwieweit du noch körperlich belastbar bist. Also was kannst du machen und was nicht mehr?

FpaEnawxen


@ _Parvati_

Am Anfang waren die Leute in meinem Umfeld noch interessiert, aber so langsam merk ich halt, dass die es nicht mehr hören können. Mit meinem Mann kann ich selbstverständlich drüber reden, aber es belastet ihn ja auch, dass ich seit 1 1/2 Monaten ununterbrochen Schmerzen (stechender Schmerz im Mund 24 Stunden am Tag, die ich auch nicht mit Schmerztabletten unterdrücken kann) habe. Dadurch bin ich halt auch teilweise entsprechend schlecht gelaunt und schnell reizbar. So körperlich kann ich schon alles machen, aber es belastet mich halt seelisch immer mehr. Teilweise hab ich auch nicht mehr richtig und ausreichend schlafen können. Zur Zeit geht das zum Glück wieder besser. Ich suche quasi einen Weg, um mit den Schmerzen besser klar zu kommen.

_1Parv\ati_


Nur mal als Information: Bei 1 1/2 Monaten spricht man noch nicht von chronischen Schmerzen ;-)

Ich habe mal deinen anderes Faden durchgelesen. Konzentriere dich erst mal darauf, dass die Ursache gefunden wird. Wie von einem User auch vorgeschlagen wurde, sollte vielleicht auch mal ein MRT vom Kopf gemacht werden. Ich würde dir noch empfehlen, einen Vitamin B12 Mangel ausschließen zu lassen. Ich hatte ebenfalls mal ein Mangel und hatte da auch Beschwerden im Mundraum (Zungenbrennen, ständig Zahnfleichentzündung, diffuse Schmerzen, Aphten). Außerdem hast du geschrieben, dass eine Füllung durch Kunststoff ersetzt wurde. Meiner Erfahrung nach können Kunststofffülungen auch Schmerzen verursachen, zumindest in den ersten Monaten. Ist leider auch kein seltenes Problem.

Anfang waren die Leute in meinem Umfeld noch interessiert, aber so langsam merk ich halt, dass die es nicht mehr hören können.

Dann sprich doch mit ihnen nicht mehr über deine Schmerzen. Es reicht doch, wenn dein Mann weiß, wie es dir geht, er lebt ja schließlich mit dir zusammen. Ansonsten versuche dich doch anderen gegenüber möglichst normal zu verhalten.

(stechender Schmerz im Mund 24 Stunden am Tag, die ich auch nicht mit Schmerztabletten unterdrücken kann)

Was nimmst du denn für Schmerzmittel?

Wenn Schmerzmittel nicht wirken, sind sie entweder zu schwach oder es ist nicht das richtige Schmerzmittel für deine Art von Schmerz oder der Schmerz ist psychosomatisch.

So körperlich kann ich schon alles machen, aber es belastet mich halt seelisch immer mehr.

Bei Schmerzen hilft Ablenkung und wenn du sonst körperlich fit bist, dann ist die beste Ablenkung Bewegung und Sport.

F4ana`wen


@ _Parvati_

Da hast du recht, das man da noch nicht wirklich von chronisch sprechen kann, aber mich würde halt interessieren, wie andere damit klar kommen, deren Schmerzen noch größer sind als meine. Und klar es gibt es Menschen, denen es noch viel schlechter geht. Auf die Ursachenfindung konzentriere ich mich auch sehr, aber die Wartezeiten bei Fachärzten sind doch recht lang und das muss ich irgendwie überbrücken. Will auch meiner Tochter (4 Jahre alt) zuliebe nicht immer mit hängendem Gesicht rum laufen.

Seit ca. 1 Monat nehme ich schon Vitamin B Komplex (hat der HNO empfohlen) und da ist Vitamin B12 enthalten.

Ich hab es mit IBUprofen, Thomapyrin und Paracetamol versucht. Die ersten beiden helfen sehr gut bei den Kopfschmerzen, die ich teilweise zusätzlich habe. Von den Ärzten habe ich bisher keine Schmerzmittel verschrieben bekommen. Der HNO meinte es sei halt ein kleines lästiges Problemchen, dem wäre ich am liebsten ins Gesicht gehüpft, denn da hatte ich auch noch große Probleme mit dem Schlafen durch den Schmerz.

Zweimal die Woche geh ich zum TaeBo, da ich dort mal für ne 1 Stunde den Schmerz fast komplett ausblenden kann, da das Training recht anstrendend ist und der Muskelschmerz quasi größer ist als der Schmerz im Mund. Oft muss ich aber nach dem Training noch mehr büsen.

Bin leider kein so ein guter Schauspieler und kann mein körperliches Empfinden nicht so gut überspielen, zwangsläufig kommt es dann doch wieder ins Gespräch. Aber vielleicht sollte ich das Thema bewusst umgehen, damit ich den anderen nicht auf den Keks gehe.

AfiFyanax89


Vielleicht kann dir MBSR helfen? Ist eine Art Achtsamkeitstraining, was ursprünglich für Schmerzpatienten entwickelt worden ist. Es ist auch wissenschaftlich gut belegt, dass es hilft, so dass auch die Krankenkasse dieses zum Teil finnaziell unterstützt.

FtanaweNn


@ Aiyana89

Danke, ich informiere mich mal.

_ePaRrvatxi_


Da hast du recht, das man da noch nicht wirklich von chronisch sprechen kann, aber mich würde halt interessieren, wie andere damit klar kommen, deren Schmerzen noch größer sind als meine.

Die Herangehensweise und Behandlung bei Akutschmerzen, wo ich dich noch dazu zählen würde, und chronischen Schmerzen ist ein wenig anders. Daher kann man akute und chronische Schmerzen nur schwer vergleichen. Bei Akutschmerzen ist es wichtig, dass die Ursache schnell gefunden und entsprechend behandelt wird. Und als Patient kann man da erst mal nicht mehr tun, als versuchen den Schmerz zu akzeptieren und sich so gut es geht abzulenken.

Seit ca. 1 Monat nehme ich schon Vitamin B Komplex (hat der HNO empfohlen) und da ist Vitamin B12 enthalten.

Es bringt rein gar nichts einfach so ins Blaue hinein etwas einzunehmen. Es sollte schon gezielt das Blut untersucht werden. Gerade bei einem B12 Mangel bringt so ein Vitaminkomplex nichts. Da sind die Dosen viel zu gering um einen eventuellen Mangel beheben zu können. Zudem wird hier oft das B12 gespritzt, da, wenn man einen Mangel hat, die Aufnahme im Magen-Darm-Trakt gestört ist.

Ich hab es mit IBUprofen, Thomapyrin und Paracetamol versucht.

Ich würde es als nächstes mal mit Metamizol versuchen. Ist ein stärkeres Schmerzmittel. Muss aber verschrieben werden. Sollte es sich bei dir um Nervenschmerzen handeln (was ich jetzt mal vermute), dann gibt es auch nochmal speziellere Medikamente. Da müsstest du mal mit deinen Arzt reden. Kann sein, dass man da ein wenig rumprobieren muss, bis man das richtige Mittel findet.

Versuche auch mal über zwei Wochen ein Schmerztagebuch zu führen. Vorlagen dazu findest du im Internet. Dann lege das Tagebuch deinen behandelnden Ärzten vor. Ein Arzt kann daraus auch schon einiges ableiten.

Ansonsten versuche den Ärzten immer möglichst genau zu erklären wie sich dein Schmerz anfühlt. Ist es eher ein Stechen, oder ein Brennen oder doch ein dumpfer Schmerz? ist es eher ein gleichbleibender Daueschmerz oder ein Dauerschmerz mit Schmerzattacken oder sind es Schmerzattacken mit Schmerzfreien Phasen? Und wie stark ist der Schmerz auf einer Skala von 1-10?

SwunfloOwer2_73


Okay, 6 Wochen sind KEINE chronischen Schmerzen!

FganPawexn


@ Sunflower_73

Das ist mir schon klar, aber ich möchte wissen, wie andere mit langanhaltenden Schmezen umgehen. Davon abgesehen geht das Ganze schon seit letzten August, wie ich in meinem anderen Faden schon beschrieben habe. Ein Teil des Problems wurde gelöst und dafür kam etwas anderes hinzu. Schmerzfrei bin ich also schon lange nicht mehr gewesen.

@ _Parvati_

Das mit dem Schmerztagebuch ist eine sehr guter Vorschlag, dass werde ich probieren. Danke! @:)

Meine Hausärztin hat 2 mal Blut abgenommen, aber im Detail weiß ich nicht was sie alles überprüft hat. Es kam halt außer der Vitamin D Geschichte nichts raus. Ich werde mal fragen, ob ich die Laborberichte haben kann.

Wie hoch müsste denn die Vitamin B12 Dosis sein? Auf meiner Packung steht glaub drauf, dass es 400% der empfohlenen Tagesdosis wäre.

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